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Umgang mit Introvertiertheit in der Schule

edited Februar 2014 in Beruf & Studium
Hallo zusammen,
wie vielen anderen auch ist mir durch diesen Blog ein Licht aufgegangen, plötzlich hat es "klick" gemacht und ich habe mir gedacht:"Hey, ich bin ja doch ganz normal!" :) Ich bin 14 Jahre alt und seit ich erfahren habe was Introvertiertheit bedeutet komme ich in meinem Privatleben ganz gut damit zurecht. Doch was mich stört ist der Umgang mit Introvertiertheit in der Schule. Die meisten Lehrer dort glauben, nur extrovertierte Schüler sind gute Schüler. Sie denken, nur wer sich meldet denkt auch mit. Introvertierte Schüler scheinen nicht aufzupassen und in Tagträumen zu schweben, nur weil sie sich nicht melden. Doch das ist ein Irrglaube. Introvertierte haben (wie auch in diesem Blog beschrieben) einfach eine andere Art zu denken, sie folgen dem Unterricht einfach anders. Doch dieses "Andersdenken" wird im mündlichen Notensystem nicht berücksichtigt. Viele Introvertierte die ich kenne, leiden unter diesem System weil sie sich Stunde für Stunde zwingen müssen sich zu melden um keine schlechte Note zu bekommen. Ich finde so sieht kein guter Unterricht aus.
Gruß Soffl

Kommentare

  • Hi Soffl,

    Hut ab, Du kannst Dich glücklich schätzen, schon mit 14 Jahren über Deine Besonderheit Bescheid zu wissen ;o) .
    Das Schul-System ist doch im Allgemeinen völlig überholungsbedürftig ! Alleine das Noten - oder Punktesystem - was soll das ? Als würde sich ein Talent oder eine Leistung, die ein Mensch auszeichnet oder vollbracht hat mit Hilfe von Zahlen bewerten lassen. Ist doch im Grunde mehr als absurd. Es gibt doch weitaus mehr als nur "Schwarz" oder "Weiß". Natürlich steht und fällt ein guter Unterricht auch mit dem entsprechenden "Publikum" - wer auf total bornierte Schüler trifft, die sich trotz heftigem Bemühen nicht begeistern lassen (wollen) - da kann man einem Lehrer es auch nicht verübeln, wenn er nur struheil seinen Stoff runterleiert. Ich denke, die pädagogische Ausbildung der Lehrkräfte müßte sowieso viel mehr Praxis beinhalten... es gibt unendlich viele, die auf Lehramt studieren und dann erst am Ende im Referendariat merken, dass sie nicht mit Schülern können (ich habe im Bekanntenkreis ein paar junge Lehrer/innen - daher bin ich da etwas informiert). Und über die Jahre schleicht sich sicherlich auch ein gewisser Trott ein - Routine eben,da dagegen zu halten ist manchmal auch leichter gesagt als getan. Wenn man das Ganze so ausrichten würde, dass es mehr ein Lehren und Lernen im gegenseitigen Einverständnis ist, dann würde das Ganze vielleicht für alle Beteiligten gewinnbringend sein. Aber das erfordert natürlich erstmal ne Menge Umdenken und in die Tat um setzen - zuuu anstrengend, Schuster bleib bei Deinen Leisten. Schade drum. Aber wer weiß, man soll ja nie nie sagen ;o) Nur mit dem Aufschrei nach jeder PISA-Studie wird sich nichts wirklich in Bewegung setzen... .

    Ich hab immer schlechte Noten gehabt - zu still, unaufmerksam, ja manchmal wurd ich angeraunzt,wenn ich mitgeschrieben habe, ich solle bitte damit aufhören und zuhören ??? Ganz ehrlich, nach einer Weile habe ich mich auch nicht mehr wirklich bemüht,weil wenn ich mich durchgerungen hatte, mich zu melden, dann kaum auf meine Antwort eingegangen wurde und kein Gedankenaustausch stattfinden konnte, sondern gleich der nächste dran kam und nach demjenigen wieder der nächste, bis alles zusammengefasst wurde - wieso sollte man sich denn da melden,wenn gar kein Austausch in dem Sinne angestrebt wurde?
    Also mir war das immer ein Rätsel und ist es rückblickend auch heute noch manchmal.Durch so was kann einem das Lernen an sich echt versauert werden.
  • Hallo,
    Ich kann dich gut verstehen, mir geht es ähnlich! Ich gehe auch noch zur Schule (zum Glück aber nur noch 20 Tage!) und hasse diesen dauernden "Beteiligungszwang". In Fächern wie Mathe oder Bio geht das noch, aber besonders in Philosophie stört es mich sehr, dass man durch die Themen so "durchhetzt". Das fängt schon beim Textlesen an- die Zeit ist mir immer zu knapp. Die ständige Geräuschkulisse durch meine Mitschüler stört meine Konzentration und das Wissen, in einer bestimmten Zeit fertig sein zu müssen, stresst mich zusätzlich. Wenn dann über das Thema gesprochen wird, höre ich sehr aufmerksam zu, was die anderen sagen, halte mich aber lieber zurück. Erstens schaffe ich es nicht, so schnell zu denken und es dann in Worten auszudrücken, dass andere es auch verstehen, zweitens fangen nach einer kurzen Zeit eh alle an, sich zu wiederholen und alles immer nochmal anders auszudrücken, was ich einfach überflüssig finde. Ich finde es schade, dass ich dadurch so "schlecht" in Philosophie bin, weil ich mich eigentlich sehr dafür interessiere und mich gerne darüber austauschen würde... Aber nicht mit einem ganzen Kurs, der sich ständig meldet, nur um durch eine höhere Zahl an Beiträgen eine gute Note zu kriegen.
  • Hi,
    ich gehe auch noch zur Schule und ich weiß ganz genau, wovon du sprichst, Soffl. Seit ich zur Schule ghe, wird mir gesagt, ich solle mich mündlich mehr beteiligen, was mir sehr schwerfällt. Meistens wissen die Lehrer einfach nicht, dass so eine Introvertiertheit vorliegt. Ein paar Lehrer sind schlau und nehmen mich andauernd dran ohne dass ich mich melde, in diesen Fällen sage ich meist alles richtig. Wenn ich auf so eine Weise ermutigt werde und ein Erfolgserlebnis hatte, dass meine Antwort beispielsweise richtig war, melde ich mich dann häufiger. Besonders in Fächern, die mir einfach liegen, wie Geschichte. Ich muss einfach meine Meinung sagen, wenn es um ein Thema geht, das mich interessiert.
  • Hey Soffl,

    schön, dass dieses Thema mal jemand anspricht. Auch ich gehe noch zur Schule und
    kann mich voll mit dir indentifizieren. Auch mir wird immer gesagt, ich solle mich doch etwas häufiger im Unterricht beteiligen. Dass ich aber erst immer etwas Zeit brauche, um meine Gedanken zu ordnen, hat noch kaum ein Lehrer verstanden.

    Ich durchdenke erst immer alles von vorne bis hinten und versuche dann, das Unnötige wieder zu kürzen und die Dinge auf den Punkt zu bringen, um nur das Wesentliche und, meiner Ansicht nach, wirklich Wichtige wiederzugeben. Das wird dann aber oftmals so verstanden, als hätte ich über das Thema zu wenig nachgedacht. Schüler, die nach mir drangenommen werden und dann im Prinzip genau das sagen, was ich schon gesagt habe, nur etwas ausführlicher formuliert, werden dann für ihre Meinung gelobt und bekommen eine bessere mündliche Note als ich. Dabei habe ich ja bewusst eine verkürzte Ausdrucksweise gewählt, weil der Rest aus miner Sicht unnötig, selbsterklärend oder selbstverständlich ist.

    Auch Grafiken o.ä., die ich beschreiben soll, erscheinen für mich oft als selbsterklärend, sodass ich meistens gar nicht weiß, was ich überhaupt noch machen soll. So kommt dann häufig nur eine sehr kurze Beschreibung zustande, die in den Augen der Lehrer unvollständig und unzureichend wirkt.

    Gibt es noch andere hier, die diese oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Wenn ja, wie kommt ihr damit klar? Und habt ihr eine Lösug gefunden?
  • Meine Schulzeit ist zwar schon einige Jahre her, aber ich kann mich gut an dieses "mündliche Beteiligung: unzureichend" erinnern. In der Grundschule habe ich sehr unter meiner Introvertierheit gelitten. Ich beneidete auch immer die Symphatieträger "Spring ins Feld".
    Ab der 5. Klasse hatte ich zum Gück immer einzelne Lehrer, von denen ich mich jetzt im Nachhinein "erkannt" fühlte und deren Wohlwollen ich unausgesprochen hatte. Die bestärkten mich ich meinem Gefühl mich nicht "anpassen zu müssen". Mich hat das nie gestört, da ich eine relativ gute "schriftliche" Schülerin war. Ich habe auch entweder "Seitenweise geschrieben" wenn`s mich packte und ich im freien Formulieren frei war, oder ich habe "nicht ausführlich genug" beschrieben, wenn doch eh`jeder weiß was gemeint ist....
    Wie gesagt, mein Glück waren genau gesagt 3 Lehrer/innen an der ganzen Schule, die meine Fähigkeiten erkannten und sie aus mir herauslockten. Alles andere war nur Gewusel und Gefasel um mich herum in meinem Empfinden.
    Kurz vor meinem Abi konnte ich aber nicht mehr punkten "ohne was zu sagen" und ich habe gelitten und die Schule irgendwann "geschmissen".....
  • Hey,

    auch mir geht es in der Schule so und ich finde den mündlichen Unterricht einfach total schrecklich!
    Dieses ganze System ist wie ein Rätsel für mich. Sobald eine Frage gestellt wird, über die ich gerne nachdenken möchte, sind schon die ersten Schüler dran genommen worden. Das geht alles viel zu schnell für mich. Es kommen oberflächlich durchdachte Beiträge, doch dieser Schüler bekommen alle mündliche gute Noten.
    Ich bekomme nur von den Lehrern zuhören, dass ich keine gute Schülerin sei, und das, obwohl ich schriflich immer 1 oder 2 stehe. Die sagen alle, dass ich interessenlos und faul sei, einfach keine Lust auf den Unterricht hätte, weil man auch in meinem Gesicht keine Regung erkennen kann. Aber das ist nicht so! Ich denke mit, immer! Aber die Lehrer verstehen das einfach nicht. Dazu kommt noch die, meiner Meinung nach, unfaire Notenberechnung. Das Mündliche trägt 2/3 zur Gesamtnote bei. Für mich eine Katastrophe! Da bringen mir gute Noten im Schriftlichen überhaupt nichts!
    Ich leide so sehr unter diesem Zwang, etwas in der Schule sagen zu müssen! Der Druck ist so groß, dass ich das Sprechen schon gar nicht hinbekomme!
    Das Schlimmste ist, dass überall nur die beachtet werden, die sprechen können und nicht introvertiert sind. Warum haben sie so viele Vorteile im Leben? Das kann ich einfach nicht verstehen und muss meiner Meinung nach auf jeden Fall geändert werden!...
  • Leider wird man in der Schule nur auf das System vorbereitet, nicht aber auf´s Leben! Nicht wer (scheinbar) intelligent ist kommt weiter, sondern wer fleißig ist. Wer stumpf das aufsaugt was gesagt wird und jedes kritische denken abschaltet hat es gut! Als jemand der viel Zeit in der Schule damit verbringt nachzudenken, kann ich eines sagen, als Introvertierter hat man es nicht leicht.. man hat es nie leicht.. aber das dürfte ja nichts neues sein.

    Wenn es keinen stört (anscheinend sind ja wie ich, noch andere "jüngere" hier), würde ich gerne eine Frage in den Raum werfen, weil sie mich selber sehr beschäftigt:

    (hoffe das macht das gante nicht offtopic, aber es hat ja mit Schule zutun)

    Habt/Hattet ihr Gesprächsprobleme mit Mitschülern/Lehrern? Und vorallem, was waren diese Probleme?

    Meine sind es das Ich bis heute körperlich nervös werde wenn ich in Gruppen sprechen muss (ich sollte anmerken, ich bin seeehr schüchtern), oder mit einzelnen Personen die Ich noch nicht sehr gut kenne... dasselbe. Ich habe nie ein Thema, zumindest nicht eines das den anderen interessiert.... Ich fühle mich wirklich anders.. so richtig anders... besch.. eidenes Gefühl.

    Was sind eure Erfahrungen und Gedanken dazu?

  • edited Mai 2014
    Hallo @Aurora,

    ich bin zwar schon ein paar Jährchen aus der Schule raus, kann mich aber an vieles noch gut erinnern. Ich hatte auch immer Probleme etwas vor der Klasse zu sagen oder unter vier Augen mit dem Lehrer einen vernünftigen Satz heraus zu bekommen. Wenn ich was direkt gefragt wurde ging es meist besser, wenn ich aber von mir aus etwas sagen sollte/wollte war es schwer. Manchmal hat es geholfen, wenn ich mir ganz knapp überlegt habe, was die Kernaussage ist, die ich treffen wollte. Wenn ich zu viel ausholen musste, habe ich mich oft verhaspelt und bin dann verstummt.
    Es lag zum Teil auch daran, dass ich keine wirklichen Schnittpunkte mit dem Großteil der Klasse hatte. Wenn die sich Montagmorgen über die Disco vom Wochenende unterhielten konnte ich nur stumm daneben sitzen. Ich hatte meine drei Pappenheimer mit denen ich mich mehr unterhielt, der Rest der Klasse blieb mir aber mehr oder weniger fremd. Und wenn ich keine Verbindung mit meinen Gesprächspartnern habe, werde ich auch heute noch nervös.
    Am besten habe ich immer noch den Deutschunterricht im letzten Abi-Jahr in Erinnerung: wir waren nur wenige Schüler (ca. 16) und unsere Lehrerin hat sehr interessante, teilweise ethisch/moralische Probleme mit uns diskutiert (da stehen ja viele Kriegs- und Nachkriegs-Themen auf dem Plan). Hier entsponnen sich oft angeregte, aber trotzdem sachorientierte Gespräche. Das war immer Freitags die letzte Stunde und es passierte oft, dass wir die überzogen haben, weil wir so im Gespräch vertieft waren, dass wir alle nicht mitbekommen haben, dass die Stunde schon seit 15 Minuten um war :) (das Klingelzeichen wurde ein Jahr vorher bei uns abgeschafft).

    Was mir gerade einfällt: wenn wir zu einer größeren Pause den Unterrichtsraum verlassen hatten, habe ich mir meist sofort einen abgelegenen Ort im oder ums Schulhaus gesucht (die Treppe an einem abgelegenen Gang, der Klosterteich, der Garten des nahen Kirchengeländes, eine Sitzecke in einem dunklen Korridor). Wenn meine üblichen Rückzugsräume besetzt waren, dann habe ich mich in die Bibliothek geflüchtet. Macht ihr das auch? Gibt es bei euch an der Schule überhaupt solche Möglichkeiten?

    Eure Jule
  • Hallo,
    ich freu mich echt, dass es so ein Forum gibt, übrigens der Blog ist auch wunderbar geschrieben.

    Das hier ist mein erster Beitrag. Ein Bisschen zu mir: Ich bin auf einem Gymnasium, mir gehts von den Noten her ziemlich gut und ich werd ende Juli 14.

    Ich kenne den ungerechten, mündlichen Unterricht und ich muss sagen, dass die, die sich melden einfach nur dafür, dass sie sich melden ein gute Note bekommen, aber mein persönlicher Tipp: Wenn die anderen mal keine Schnelle Antwort wissen, muss man selbst davor gut aufgepasst haben und dann die wertvollen Antworten bringen. Das bringt mir in den meisten (Neben)Fächern, die mich interessieren, mündliche 1-2er und das ermutigt mich mittlerweile mich immer öfter zu melden, bei mir läuft es grade ziemlich gut in der Schule ;)
  • Hallo liebe jung-Intros :)

    Ich lese schon ein Weilchen im Forum mit und finde es schön, dass sich auch Jüngere zu Wort melden, das erinnert mich an meine eigene Schulzeit. Was hier bereits geschrieben wurde, entspricht oftmals meinen eigenen Erfahrungen. Wobei ich Schule an und für sich gemocht habe, auch die meisten meiner Lehrer. Nur die Mitschüler ... naja.

    Ich habe gerade in meinen letzten Zeugnissen geblättert und musste feststellen, dass ich neben guten allgemeinen Noten auch ziemlich gute Kopfnoten (so hieß das zu meiner Zeit) hatte, sogar ein gut bei der Mitarbeit. Und die kann man tatsächlich üben. Man sollte sich nicht hinter seiner Introversion verstecken und sich in eine Opferrolle hineinmaneuvrieren. Es geht nicht darum, sich zu einem Extro umzukrempeln, sondern die beste Möglichkeit für sich zu finden, als Intro klarzukommen und das Introsein nicht als Behinderung zu erleben. Natürlich ist es schwieriger für uns und dass mündliche Beteiligung zu 2/3 in die Gesamtnote einfließt, wie Keks97 schreibt, ist wirklich unfassbar. Ist so etwas heutzutage üblich?

    Was man für sich aber tun kann, um das Sprechen vor anderen zu trainieren, ist, bei den Lieblingsfächern anzufangen. Wenn ich mich für etwas interessiere, habe ich ein recht gefestigtes Grundwissen und kann auch vergleichsweise spontan (für einen Intro) auf Fragen antworten. Es ist eine gewisse Überwindung, sich "einfach zu melden", aber wer nicht zusätzlich auch noch schüchtern ist, sollte mit auf diese Art recht schnell Erfolg haben. Wer schüchtern ist, wird mehr Überwindung und Übung brauchen, das kenne ich auch aus meiner Schulzeit. Aber auch da hilft es, mit Themen anzufangen, von denen man Ahnung hat, sicheres Terrain sozusagen. Wenn man mal falsch antwortet, sollte das nicht Anlass sein, sich nie wieder zu melden. Abspeichern und draus lernen. Mir hat es auch geholfen, ganz vorn zu sitzen, denn so habe ich die vielen anderen nicht gesehen und konnte deren Existenz bis zu einem gewissen Punkt ausblenden. Außerdem hat es mich auch in der Konzentration gestört, so viele Leute vor mir zu haben. Dem Unterricht gut zu folgen und daraus die Antworten abzuleiten, ist auch ein super Tipp von fusel2000. Wenn wir Intros was können, dann gut zuhören!

    Wenn in einem Fach bekannt ist, dass zu Beginn immer jemand mündlich dran genommen wird (war einige Jahre im Physik-Unterricht bei mir der Fall), dann einfach mal gut vorbereiten und freiwillig melden. Das hilft beträchtlich, um nicht vor Panik ein Black-Out zu bekommen, wenn man unvorbereitet dran kommt. Wer sich freiwillig meldet, hat idR erst mal seine Ruhe (somit auch eine gute Möglichkeit, sich unfreiwilliges Drankommen zu ersparen).

    Vorträge sind noch mal eine andere Geschichte. Ich muss zugeben, dass ich trotz viel Übung während meines Studiums nach wie vor kein guter Referent bin. Wenn ich frei diskutieren kann über gewisse Fragen, ist das was anderes. Für mich waren das immer nötige Übel und ich habe mich an meinen voll ausformulierten Karteikarten festgehalten. Während des Fachabis sollten wir immer Handouts zu den Vorträgen ausarbeiten. Das war eine super Möglichkeit, die Leute dazu zu bringen, mir zuzuhören und meine Präsentation zu verfolgen (mit Powerpoint wenn die Möglichkeit besteht) und sie gleichzeit so abzulenken, dass ein bisschen Gestotter nicht mehr so auffällt.

    Vielleicht hilft euch das ja auch, um in der Schule besser klar zu kommen :) Andere Ältere unter uns haben sicher noch weitere Tipps.
  • @kurokun
    "Man sollte sich nicht hinter seiner Introversion verstecken und sich in eine Opferrolle hineinmaneuvrieren. Es geht nicht darum, sich zu einem Extro umzukrempeln, sondern die beste Möglichkeit für sich zu finden, als Intro klarzukommen und das Introsein nicht als Behinderung zu erleben."
    +1
  • Ich bin 15 und gehe auch zur Schule und weiß wie das ist mit dem melden. Ich bin schriftlich ebenfalls ganz gut und finde die Tatsache, dass 60% der mündlichen Beteiligung in die Note gehen, mehr als unfair.
  • edited Juni 2014
    Ich binn 13 und meine Noten sind eigentlich ganz gut. Im Allgemeinen finde ich Das Noten- und Punktesystem grauenvoll. Bei mir an der Schule werden alle Themen schnell und kurz durchgenommen. 1. Versteht der größte Teil der Klasse das nicht und 2. kommt man garnicht dazu, sich richtig für die Themen zu interessieren. Meine momentanen Lieblingsfächer sind Mathe, Geschichte und Religion. Meine Mathelehrerin schickt mich immer zu sehr vielen Wettbewerben, weil sie mcih sonst für unterfordert hält. Es stande auch schon zur Debatte, dass ich auf ein Spezialgymnasium wechsel, aber das passiert wahrscheinlich erst in der Neunten.
    In Geschichte und Religion nehemn sich die Lehrer mehr Zeit als sonst und wir kommen trotzdem prima mit dem vorgegebenem Pensum klar. Es werden viele schriftliche Ausarbeitungen angeboten oder man hält einen Vortrag. Ich nehme lieber die ausarbeitungen, weil ich vor der Klasse fast nie ein Wort rausbekomme. Meine mündlcihe Mitarbeit hält sich in Grenzen, aber die Lehrer sind da bei mir meistens gnädig.
    Die Noten sollen, so wird es oft an unserer Schule betont, Richtlinien für unsere Leistungen darstellen, aber indirekt ist es so. Gut Note=Gewinner, schlechte Note=Loser.
    Es ist wie ein sozialer Stepel, welchen man aufgedrückt bekommt und leider richtet soch danach auch die Beliebheit innerhalb der Klasse.
  • Hallo,

    ich "darf" auch noch die Freuden der Schule erleben:)
    Zum Thema mündliche Mitarbeit gehts mir genauso wie den meisten hier.
    Ich habe auch das Problem, dass ich es beispielsweise vollkommen unnötig finde, Grafiken oder Bilder näher zu beschreiben. Ich meine...die anderen sehen ja, was auf dem Bild zu sehen ist, warum sollte ich es also beschreiben. Und wenn der Lehrer immer die gleichen Fragen stellt, damit wir uns den Stoff durch die wiederholung besser einprägen können, bemühe ich mich auch gar nicht mich zu melden.
    Viele Lehrer haben mir schon gesagt, dass ich oft zu zurückhalten bin und mich im Unterricht aktiver beteiligen könnte. Aber gott sei dank gibt es auch Lehrer (vorallem die jüngeren Lehrer), die verstehen können, dass es schwer ist zu Wort zu kommen, wenn die Klasse von den Extrovertierten Mitschülern dominiert wird (ja...meine Klasse ist schon ziemlich "speziell") Hauptsächlich meine Deutschlehrerin gibt mir sehr gute mündliche Noten, obwohl ich selten etwas sage, mit der Begründung, dass meine Antworten immer präzise und richtig sind.

    Oft möchte ich etwas sagen, formuliere aber dann zu lange an meinen Sätzen, sodass schon ein anderer Schüler aufgerufen wird. Und manchmal trau ich mich gar nicht mich zu melden.
  • Man kann es einfach nicht jedem Lehrer recht machen. Bei mir wurde immer gemeckert, dass ich zu viel und unstrukturiert reden würde (bei voreilig verlangten Antworten auch kein Wunder). Sagt man dann weniger, ist die Antwort nicht vollständig oder quantitativ zu wenig.

    Andere dagegen kennen einen und wissen, dass man Ahnung hat (in meinem Fall zum Glück die Mehrheit). Es kann aber auch ganz anders kommen und man kann Lehrer haben mit denen man einfach nicht zurecht kommt, oder die einen nicht verstehen.

    Die ganze Benoterei darf man einfach nicht persönlich nehmen, weil sie einfach nicht immer gerecht ist.

  • Ja, bin auch so ein Betroffener, der sich nie groß gemeldet hat. Das wurde auch immer schön "honoriert". Einmal hatte ich mich mal 4-5mal gemeldet in einer Stunde und das wurde nicht irgendwie positiv angemerkt, da hab ich mir dann auch gedacht, dann soll der Lehrer mich doch einfach am ... ;)

    Ich glaube, das einzige Fach, wo es umgekehrt war, war Musik. Da haben die 1en im Singen (ist ja irgendwie auch mündlich) immer die schlechten Noten der theoretischen Arbeiten ausgeglichen *g*

    Aber dann war da noch in der 10. Klasse die Geschichtslehrerin. Ich stand vorn an der Tafel (also der Super-GAU für Intros) zur mündlichen Kontrolle und musste irgendwas über Hitler erzählen. Ist am Ende zwar nur ne 3 geworden, aber die hat mich dann noch so motiviert (wenn ich mich mehr bemühe, könnte ich bessert werden und Geschichte-LK machen), dass ich einfach mich übelst hintergeklemmt hab und im 2. HJ fast nur noch 1en und 2en schrieb und ich somit die Endnote von 4 auf 3 verbesserte und in 11/12 im Geschichts-LK saß. Es geht halt, man muss nur wollen.
  • Ich kann mich jedem, der jetzt hier kommentiert hat, nur anschließen.

    Ich werde immer von den Lehrern gefragt, warum ich denn nicht wenigstens aufzeige, wenn es darum geht eine Grafik zu beschreiben oder was bereits gesagtes zu wiederholen. Ich kann aber einfach nicht nachvollziehen, warum man sich bei solchen Sachen melden sollte, denn wie gesagt, es kann jeder selber sehen. Die Tatsache, dass diejenigen, die sich nur bei solchen Sachen melden dann eine 2 in Epo bekommen, finde ich noch schlimmer!

    Es gibt auch viele Lehrer, die meine Situation nachvollziehen können, aber es gibt da auch ganz andere. Manche deuten nämlich meine Zurückhaltung eher als "die hört nicht zu, die hat keine Lust...".
  • Hi Leute, ich weiß dass diese Diskussion schon länger nicht mehr angetastet wurde, deshalb möchte ich das jetzt ändern und wieder aktiv machen. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr hier über ihre Erfahrungen berichten würden, vielleicht auch, wie sie sich aus unangenehmen Schulsituationen befreien konnten.

    Wie man oben sieht, haben viele Introvertierte Probleme damit sich zu melden und gehen daher in dem Bildungssystem unter. Wir haben dabei nicht nur einen problematischen Faktor vorliegen, sondern gleich mehrere, zumindest sehe ich das so.
    Wir Intros sind halt ruhiger und melden uns deshalb seltener. Dadurch fallen wir weniger auf und bekommen schlechtere Noten, weil wir als unaufmerksam oder in manchen Fällen auch als "dumm" gelten. Jetzt fallen wir aber nicht nur weniger auf, weswegen wir, wenn wir uns melden nur selten drangenommen werden (wir sind dabei zu zaghaft, weil es für uns ungewohnt ist zum Zug zu kommen), sondern das mündliche zählt zumindest bei mir in SH 60-70% der Gesamtnote. Hinzu kommt, dass wir, zumindest ich, oft nicht dazu komme mich zu melden, weil Lehrer einer Studie zufolge, im Schnitt etwa 0,5s Zeit lassen, bis sie eine Antwort haben wollen. Außerdem ergänzt sich noch das Problem der Klausurersatzleistungen.
    Viele Lehrer nutzen die zumindest bei den auffälligen beliebten Präsentationen um den Schülern eine Chance zu geben sich zu verbessern. Dadurch fällt eine Klausur weg. Nun sind wir Intros ja eher scheu, was vor vielen Menschen reden angeht. Und wenn man wie ich auch noch schüchtern ist, dann vermisst man die guten alten Klassenarbeiten.

    So jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich @Aurora s Frage beantworte, ob ich mich körperlich auch unwohl fühle, wenn ich vor der Klasse ein Referat halten soll: Definitiv! Am Schlimmsten war es, als ich in Englisch eine Rede halten sollte. Noch während des ersten Satzes habe ich bemerkt, dass mir schwarz vor Augen wurde. Ich weiß nicht mehr, ob ich die Augen geschlossen habe oder wie ich es geschafft habe, mich daran zu erinnern, das Weiteratmen nicht zu vergessen, geschweige denn einfach umzukippen, was mir schon des Öfteren passiert ist. Ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern weitergeredet zu haben. Aber ich weiß noch, dass als es endlich vorbei war, die Klassenkameraden, als sie meine Rede bewerten sollten, bzw. produktive Kritik äußern sollten, alle nur davon geredet haben, was ich inhaltlich gesagt habe, nicht, wie ich äußerlich gewirkt haben muss. Fühlte sich für mich wie eine gelungene Rede an, da bei allen anderen sowas wie "nicht so rumzappeln" u.ä. gesagt wurde. Aber wenn ich mich nicht kurz darauf hätte setzen können, wäre ich tatsächlich noch umgekippt.

    Was das Benotungssystem angeht habe ich ja schon in einer anderen Diskussion gesagt, was für mich ein besserer Ansatz wäre, als der aktuelle.

    @Jule: Ich habe auch ein paar Rückzugsmöglichkeiten. Einerseits habe ich einen Klassenraum, der in der hintersten Ecke ist, der einzige an unserer Schule ohne Schusssichere Gläser am Eingang, zum anderen findet sich dort auch ein so gut wie unbenutztes Treppenhaus, das zwar bestialisch stinkt und auch nicht geputzt wird, aber wenigstens ist es leer.

    Jetzt habe ich noch ein paar Tipps. Tricks, die mir geholfen haben, in der Schule auch mündlich keine schlechten Noten zu bekommen.
    Zunächst einmal sind die meisten Lehrer nicht böse (ich weiß, es gibt auch echte Teufel unter den Lehrern, das ist aber die Ausnahme). Wenn man sie bittet Rücksicht auf die Stillen zu nehmen, dann tun sie das zumeist auch. Lehrer/innen, denen ich gesagt habe, dass ich nur schlecht vor Leuten reden kann, geschweige denn mich aus Eigeninitiative melden kann, nehmen mich mittlerweile auch dran, wenn ich mich nicht melde. Auch sollte man vielen Lehrern und vor allem Lehrerinnen, die ja im Schnitt deutlich schneller reden als Männer, einfach darauf hinweisen, dass es nicht schadet mal zwei drei Sekündchen länger zu warten jemanden dranzunehmen. Bei mir haben bislang alle eingesehen, dass sie zu schnell agieren, wenn ich es ihnen gesagt habe.
    Natürlich hilft schleimen bei Lehrern um gute Noten zu bekommen. Ich mach das nicht absichtlich, aber gelegentlich passiert das unbewusst: Wenn gerade Pause ist, der Lehrer jedoch noch im Klassenraum ist, weil er danach noch eine Stunde mit der Klasse hat, dann kann man mit seinen Freunden ein Thema ansprechen, dass nicht nur äußerst interessant ist, sondern auch zum jeweiligen Lehrer passt. Bei uns fing das zum Beispiel damit an, dass wir im Unterricht einen Zettel zu "Sinn machen" und "Sinn ergeben" bekommen hatten. Wir waren uns alle einig, dass "Sinn machen" schwachsinnig sei, aber Sinn ergeben auch nicht immer passt. Unsere Lehrerin hat natürlich das ganze Gespräch mitbekommen und sich irgendwann eingeschaltet und gefragt, was wir denn meinen, wie man diese Phrase nutzen müsste, damit das korrekt ist. Irgendwie kamen wir auf "Sinn haben" und bis jetzt hat sich das durchgesetzt. Dem Lehrer das Gefühl geben, man würde seine Meinung schätzen, kommt schleimen gleich. Gleichzeitig hat das noch andere Auswirkungen: Man zeigt dem Lehrer, dass man sich durchaus für das Thema interessiert, bleibt bei seinen hochgeschätzten tiefsinnigen Gesprächen und hat die Chance seinem Lehrer die eigene Intelligenz in seiner vollen Blüte zu präsentieren.

    All diese Tricks haben mir, ob absichtlich oder nicht, sehr in meiner bisherigen Schullaufbahn geholfen. Mitte des Jahres werde ich mein Abitur dennoch nicht mit Glanznoten abgeschlossen haben, wie gesagt, Teufel als Lehrer gibt es immer!! :(
  • Ich geh auch noch zur Schule.
    Meine mündlichen Noten ziehen mich meistens runter.
    Ich melde mich in den meisten Fächern eher selten, vor allem wenn die Antwort umfangreicher sein soll, ich brauch dann immer erst eine Weile bis ich mir die Antwort im Kopf zurechtgelegt hab. Das ist mir besonders bei einer Talkshow in Englisch aufgefallen, bis ich mir mein Argument zurechtgelegt hatte, war die Diskussion wieder an einem anderen Punkt angelangt. Das einzige Fach in dem ich wirklich gute mündliche Noten habe ist Chemie, weil die Antworten immer sehr kurz sind.

    @Aurora Bei Präsentationen fühl ich mich auch etwas unwohl, wobei mir aber nicht schlecht wird. Mir wird immer warm und manchmal komm ich dann durcheinander, ich hab einmal das Fazit vergessen. Ein Lehrer hat mir da mal geraten mehr Medien zu benutzen um von mir abzulenken.

    @Jule in den Pausen sitze ich meistens oben auf den Stufen der Aula und beobachte die Anderen. In der Mittagspause sitze ich meist unter den Treppen (oder an einem ruhigen Gang) und höre Musik, wenn es gutes Wetter hat bin ich auch oft auf einer Bank im Wald hinter unserer Schule.
  • Hey ich wollte jetzt auch mal was dazu sagen. Ich bin auch in deinem alter und habe dasselbe problem. Die lehrer meinen immer ich sei schüchtern und müsse mehr aus mir rauskommen. Dabei bin ich in der schule gar nicht schüchtern nur bei jungs aber das spielt ja hier gerade keine rolle. Aber was ich dann nicht verstehe ist wenn dann da jemand ist der lauter ist sich aber auch beteiligt am Unterricht wird darüber auch wieder gemeckert! Wo ist die logik?
    Und was fast noch schlimmer ist sind diese dummen gruppenarbeiten!! Ich mache etwas lieber alleine weil ich mich nicht gerne auf andere verlasse und generell einfach lieber alleine Atlas erarbeite als das vorher erstmal mit der ganzen Gruppe besprechen zu müssen. Am schlimmsten ist es dann auch noch wenn die Gruppen vom Lehrer ausgesucht werden :/

    Also wie du siehst bist du damit nicht allein und ich musste mir das auch mal eben von der Seele reden :)
    Ich wünsche dir noch viel Erfolg weiterhin!
  • Hallo, ich bin Sofie. Ich bin ebenfalls introvertiert und schüchtern und kann daher die Sache mit der unfairen mündlichen Bewertung und den Gruppenarbeiten total nachvollziehen. Mir war lange nicht klar, dass ich "anders" bin. Das hat sich erst herauskristallisiert, als meine einzige Freundin in der Klasse, die total extrovertiert ist, immer mehr mit den anderen Mitschülern geredet hat und so. Damit war ich quasi ausradiert. Ich habe auch versucht sie einmal darauf anzusprechen, aber sie hat nicht verstanden wieso ich nicht gern mit vielen Menschen zusammen bin. Aber laut sein und diese ganze scheußliche Smalltalk-Sache sind einfach nichts für mich.
    Mit mündlichen Noten hatte ich jetzt nicht so krass Probleme. Ich bin in der 12 und mein Lehrer in Geo gibt mir gute mündliche Noten, obwohl ich kaum was sage, aber er begründet sie so, dass er sieht, dass ich mitdenke. Finde ich echt nett, denn vor allem in so naturwissenschaftlichen Fächern kann ich auf die Schnelle nichts qualitattiv Hohes rausbringen. Allerdings habe ich dafür umso mehr Probleme mit Gruppenarbeiten. Das schlimmste fand ich den Auffruf zur Tafel. Gott sei Dank haben wir das jetzt noch kaum. Doch früher in der Unterstufe wurden wir in Mathe immer an die Tafel geholt und ich fand das so scheußlich, denn ich bin sowieso schon schlecht in Mathe und, wenn ich dann dann noch vorne an der Tafel stehe, bringe ich keinen vernünftigen Gedanken mehr zustande. Das Gleiche gilt ehrlich gesagt auch für Nachfragen im Unterricht (v.a Mathe), wo ich die Sagen oft nicht verstehe, aber nur selten nochmal nachfrage, dass schnell wie die Lehrerin erklärt würde ich ja sowieso nichts verstehen. Genauso hasse ich dir vier-Augen-Gespräche mit dem Lehrern und Fragen nach Präsentationen sowie natürlich unvorbereitete spontatne Kurzreferate im Unterricht.
    Und wie viele Intros hasse ich auch diese andauernden "wieso bist du doch still?"- Nachfragen. Ich kann einfach nicht ich sein, v.a vor meiner mega coolen Klasse. Manchmal muss ich hysterisch lachen (aber nur leise), das fühlt sich schon übel an.
    Außerdem habe ich innerhalb der Schule kaum Freunde und wenn dann nur so Ein-Gespräch-Freunde und so richtige Freunde. Was mich abfuckt ist, dass ich in der Oberstufe oft 9 oder mehr Schulstunden am Tag hintereinander habe und dann quasi fast den ganzen Tag mit Menschen verbringen, bzw.nicht verbringen, meist verkrieche ich mich irgendwohin, zum Beispiel im Winter an die Wärme Heizung im 2.Stock, muss, mit denen ich nicht reden und absolut keine Gemeinsamkeiten habe.

    Ja, soweit so gut, das war's von meiner Seite.:-) Ich bin froh, dass es dieses Forum gibt, ich habe es erst heute entdeckt, denn hier scheinen die Menschen echt so wie ich zu sein, wie ich aus den anderen Beitragen erkenne. Als Intro denkt man ja so oft man wäre völlig allein.
  • edited November 10
    @Bluefire

    Hallo Sofie,

    was du beschreibst, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Ich finde es aber toll, dass du erkannt hast, dass du introvertiert bist und dich selbst so akzeptierst. Das ist in deinem Alter (ich schätze dich auf ca. 18 Jahre) noch nicht selbstverständlich.

    Ich selbst wusste in dem Alter noch gar nichts über Introversion und dachte, dass ich falsch bin und mich ändern muss, weil mir das von allen Seiten so gesagt wurde. Und dass du dich selbst und deine Bedürfnisse annimmst, ist ganz große Klasse. Lass dich da von den anderen nicht beirren. Du machst das genau richtig.

    In deinem Alter haben die meisten anderen in deiner Schule kein Verständnis dafür, weil es als normal gilt, extrovertiert zu sein. Die machen sich jetzt noch keine Gedanken darüber. Auch wenn es dir jetzt gerade nicht viel helfen wird, kann ich dir aber sagen, dass du später Menschen treffen wirst, die dich so akzeptieren wie du bist (im "höheren" Alter werden viele toleranter). Dann wird sich ganz sicher auch noch eine richtige Freundschaft ergeben.

    Dein Beispiel mit dem "an-die-Tafel-holen" ist natürlich gerade für uns Intros eine blöde Situation und ich hasse so etwas genauso (ich habe letztens einen Beitrag im Thread "Fortbildungen" verfasst, in dem ich dasselbe Prinzip beschreibe). Für uns ist es nochmal umso schlimmer und der Druck viel größer, wenn man vor Publikum steht. Wahrscheinlich hatte dein Mathelehrer sogar noch gute Absichten und wollte dir die Chance geben, dich zu behaupten … ohne zu wissen, was er damit psychisch anrichten kann.

    Das Schulsystem ist in dieser Hinsicht leider völlig hinter dem Mond. Und was ich hier und in anderen Foren schon gelesen habe, scheinen Lehrer da auch echte Pfeifen zu sein. Eigentlich sollten die im Studium Grundkenntnisse in Psychologie erworben haben, aber von Introversion scheinen viele noch nie etwas gehört zu haben.
    Ich habe vollstes Verständnis für deine Situation. Und wie du schon richtig erkannt hast, gibt es noch viele andere Menschen, denen es genauso geht wie dir, auch wenn es dir im wahren Leben so vorkommt, als wärst du mit deinem Problem allein.

    Toll, dass du zu dir und deinen Bedürfnissen stehst und auch weißt, was du nicht magst, ohne dich dafür verändern zu wollen. Das ist genau der richtige Weg. Du bist gut und richtig so wie du bist.

    Liebe Grüße und alles Gute :-)
    Herbstbube
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