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Ich steh dazu!

Eine kurze Geschichte.
War heute Auswärts unterwegs. Musste eine längere Zeit in einer Behörde auf ein Fahrzeug warten.
Nachdem ich satt und ausgeruht war. Schaute ich eine Weile aus dem Fester, sah dann eine junge Dame, eine Mitarbeiterin der Behörde, geschätzt Anfang/Mitte 20, auf das Gebäude zusteuernd aus dem ich rauslunzte. In ihrer linken Hand ein Hello Kitty Schokoladen Weihnachtskalender. Bis hierhin fande ich die Dame sehr sympathisch. Aber dann, 50m vor dem Eingang, blieb sie stehen und schob den Kalender unter ihren Mantel. Hatte zwar noch versucht einen näheren blick zu erhaschen, aber daraufhin hat mich die Situation dann doch nicht mehr so sehr interessiert....

Rückblickend frage ich mich nun, wieso kauft man sich so etwas? Ja vermutlich wegen dem Kind was in einem schlummert, meist war das ja eine gute Zeit an die man gerne anknüpft/nachtrauert/verbessern mag. Nur warum steht man dann nicht dazu? Ich meine wenn man angepasst leben will dann kauft man sich in dem Alter eben einfach kein Hallo Kitty Kalender mehr? Oder sehe ich das falsch?

Meine Einstellung dazu, nunja alles was mir gefällt und Spaß macht versuche ich auszuleben, ich renne zu der Jahreszeit auf Baustellen mit ner Bommelmütze rum. Mir gefällt es, weil sieh toll aus, okay ist bei nem Typ ü30 vermutlich nicht so üblich, machen sich die Kollegen auch mal lustig, wundern sich vielleicht auch andere Leute darüber. Aber wenn es mir zusagt wieso denn nicht!
Lasst ihr das Kind in euch auch gern mal raus oder seid ihr doch eher angepasst?

Kommentare

  • Mir hat man das Kind sein während der vier Jahre, welche ich bei einer Pflegefamilie gelebt habe, ausgetrieben.
    Für Fantasien und Herumblödeln war da nur untergeordnet Platz.
    Heute versuche ich daher mit ziemlichen Aufwand, das Kind in mir immer mal etwas aufleben zu lassen, wenn es passt... mit mäßigen Erfolg.

    Gut, ich war auch nicht das Kind der Kinder im Sinne von verspielt sein, viel auffälliges machen, oder so.
    Liegt ja auch mit dem Wesen zusammen und somit der Introversion.
    Insofern höre ich J-Pop und J-Rock ja auch lieber für mich, oder schaue auch heute noch lieber Zeichentrickserien, anstelle von House of Cards, Breaking Bad, Lost und wie sie alle heißen (tatsächlich nichts davon hab ich je gesehen).

    Doch wenn die Leute so was wie Hello Kitty mögen, warum nicht?
    Ich sag mir, tolle Sache, dass die Leute IHR DING durchziehen!
    Allerdings hab ich auch nichts gegen dass allgemein akzeptierte, gesittete Erwachsenenbild.

    Solang die Leute mir nicht doof kommen, oder mir zu doof sind (weil die Chemie schlicht nicht stimmt), alles supi.
  • Interessantes Thema :)

    und die Frage kann ich glaube mit einem klaren ja beantworten: ich lasse das Kind in mir raus. Einen Hello Kitty Adventskalender würde ich mir zwar nicht kaufen, aber falls doch, würde ich ih nicht verstecken.
  • Ich lass das Kind auch gerne raus. Wobei ich zugeben muss, dass es unterschiedliche Manifestationen gibt. Wenn wir so über das innere Kind sprechen, meinen wir, dass wir uns Dinge gönnen oder Dinge tun, die man als Erwachsener vielleicht normalerweise (oder laut der Gesellschaft erwartungsgemäß?) nicht mehr "tun sollte".
    Meine inneren Kinder (bisher habe ich zwei aus unterschiedlichen Alterklassen gefunden) haben allerdings ganz andere Bedüfnisse als nur "Spaß" zu haben.
    Das mal nur als kurzes Intermezzo.

    Ich würde mich als "sehr stromlinienförmig unangepassten" Menschen betrachten. Soll heißen, alles was in irgendeiner Form ungewöhnlich und unangepasst ist, zieht mich schon mal automatisch in seinen Bann. Dabei halte ich es aber so, dass es immer in einem mir mit der Öffentlichkeit verträglich scheinenden Maß angewandt wird.
    Mein Maß steht dabei allerdings schon meistens in großer Diskrepanz zu dem Maß, das die meisten anderen haben würden.
    Und klar tun Blicke oder abfällige Bemerkungen manchmal weh. Manchmal kann man nicht zu 100% hinter dem stehen was man mag sondern lässt sich verunsichern. Ich hab auch grade einen Hello Kitty Regenschirm auf einen Stapel von Dingen geworfen, die ich online stellen und verkaufen will.
    Allerdings hab ich die Lust an Hello Kitty eher verloren. UND es wäre mir tatsächlich (inzwischen) peinlich, mit einem Hello Kitty Regenschirm auf der Straße zu stehen.
    Dann wiederum hat mein Schal die Form eines Storchs und für den Storch hab ich mal einen kleinen Strohhut genäht, was eigentlich total doof is, weil ein Schal in der Wintersaison ausgepackt wird und ein Strohhut was für den Sommer ist.
  • Ich lass auch gerne das innere Kind raushängen. Ich hab nen Plüsch-Panda von IKEA, meine Ex hat den gleichen, und wir "unterhielten" uns auch oft mit denen.

    Aber das alles läuft im Privaten ab, weil's meine Arbeitskollegen absolut nichts angeht, weil ich auf einer persönlichen Ebene mit ihnen auf Distanz bleibe. Eventuell war das ja bei der obigen Dame ähnlich. Bevor dann hinter dem Rücken noch mehr getuschelt wird, weil man eine etwas speziellere Vorliebe hat, behält man das besser gleich für sich.
  • @gagei Oh das haben wir auch gemacht! Jedes Kuscheltier hat seinen eigenen Namen, eine eigene Stimme und eigene Charakterzüge. Als mein Ex ausgezogen ist, hab ich mich abends heimlich von Fridolin (einem Igel) verabschiedet, den er mitgenommen hat. Heimlich, weil ich dabei zu weinen angefangen hab, weil es sich für mich anfühlt, als würde ein geliebtes Familienmitglied für immer gehen.
    Auch die Tatsache, dass meine eigenen Kuschels jetzt nicht mehr sprechen, weil ich jetzt allein zuhause bin, macht mich traurig. Es ist, als würde ihr Leben dadurch langsam wie ein Funke erlischen.
  • Ich hab noch ganz viele Plüschtiere und kann mich auch ehrlich gestanden nicht von ihnen trennen.
    Sie stellen immerhin einen Teil schönerer Kindheitserinnerungen da.
    Die meisten sitzen auf einer Fensterbank, oder der Ecke vom Sofa.

    Wenn jemand zu Besuch kommt, ist es mir trotzdem peinlich, da ich so was bei andern Personen in meinem Alter auch nicht mehr sehe und so das Gefühl bekomme, Jahre hinterher zu sein :(

    Doch muss man immer erwachsen sein?
    Im Jugendalter wollte man es unbedingt, als "Erwachsener" dann sollte man sich auch eingestehen dürfen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man irgendwo noch das Kind in sich aufleben lässt.
    Zumindest denke ich das...
  • @San Als Kind hatte ich so gegen zwei Dutzend Plüschis, alle mit eigenem Namen, und alle in meinem (ca. 80cm breiten) Bett... Die sind inzwischen gespendet, ich begnüge mich mit meinem Panda fürs Kuscheln und zwei weiteren auf einer Kommode als Wachtdienst.

    @EinNerd Ich habe zum Glück nicht so oft Besuch, und wenn, dann Familie und engere Freunde... Und bei denen ist mir egal, wenn sie das sehen... Da ich erst gerade umgezogen bin, werden sicher meine Arbeitskollegen mal vorbeischauen wollen, da werde ich sie unter der Decke verstecken.

    'Doch muss man immer erwachsen sein?'
    Ich bestimmt nicht! Den ganzen Tag auf der Arbeit muss ich ernst und erwachsen sein, da will ich wenigstens daheim rumalbern können. Plüschis, Cartoons (während ich das tippe, läuft Road Runner im TV... Meep meep), die unbegrenzte Freude an kleinen Nichtigkeiten... Das bringt die Gedanken weg von all dem Scheiss, der in der ganzen Welt passiert...
  • @Gagei

    "die unbegrenzte Freude an kleinen Nichtigkeiten... Das bringt die Gedanken weg von all dem Scheiss, der in der ganzen Welt passiert..."

    wie sagt man so schön: "word!" :)
  • SanSan
    edited November 2017
    "Doch muss man immer erwachsen sein?
    Im Jugendalter wollte man es unbedingt, als "Erwachsener" dann sollte man sich auch eingestehen dürfen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man irgendwo noch das Kind in sich aufleben lässt.
    Zumindest denke ich das... "

    Seh ich genau so!
    Was ist überhaupt erwachsen sein? Dazu sag ich nur das hier: http://bluetoadscomics.com/wp-content/uploads/2015/04/Adulthood.jpg

    People in their teens: Don't tell me what to do!
    People in their twenties: Please tell me what to do!

    Die mühsam erkämpfte Freiheit, das abgenabelt sein, endlich der eigene Herr sein.. Von unten sieht es alles so leicht und cool aus aber wenn man dann mal auf den Thron eines Erwachsenen geklettert ist, stellt man fest, das man immer noch man selber ist. Immer noch gefühlt zu klein und zu unerfahren, um hier oben überhaupt herumturnen zu können.
    Sind wir nicht alle Kinder in zu großen, schlecht sitzenden Anzügen?
    Zumindest streift mein Blick über eine Schar von Thronen für Erwachsene, auf denen je ein Mensch sitzt, der aussieht wie ein Kind mit viel zu langen Ärmeln und Hosenbeinen und mit Furcht im Blick.
    Alle schauen sie sich um, wie die anderen das machen.
    So funktioniert "erwachsensein". Das "echte Erwachsensein" ist ein Mythos.
  • Warum fällt mir zu diesem Thema grade dieser 80er Jahre Klassiker ein? :)

  • Keine Ahnung was du meinst. image
    Aber Männer werden ohnehin nur 7 Jahre alt, danach wachsen sie nur noch. :>
  • Mit dem Thema habe ich mich auch schon beschäftigt und mir ist bewusst geworden, wie sehr in den kindlichen Teil in mir unterdrückt habe. Als Kind und Jugendliche hatte ich so eine bestimmte Vorstellung vom Erwachsensein und Altsein in Form von "Fertigsein", genau zu wissen, was läuft, auf alles eine Antwort zu haben, einen festen Standpunkt und auch relativ unbeweglich starr aufrecht im Leben zu stehen oder zu sitzen.
    Nun werde ich bald 60 und fühle mich ganz anders. So ähnlich wie du, @San, habe ich das Gefühl, innen noch immer dieselbe zu sein, da hat sich nichts verändert. Nur im Außen natürlich, da ist vieles dazugekommen an Erfahrungen, Einordnung, Gelerntem, aber die Neugier und das Staunen ist eigentlich immer noch oder wieder da und das finde ich sehr angenehm. Es tun sich in mir auch permanent mehr Fragen auf als dass ich Antworten habe.
    Ich versuche zur Zeit eigentlich, immer mehr Glaubenssätze wie "Erwachsene sind so und so und ich muss mich auch so zeigen...." von mir abfallen zu lassen. Ich möchte dem Kind in mir wieder mehr Raum geben, es ist ja immer noch da und möchte sich ausdrücken, sonst leben wir uns nicht vollständig, sondern nur ein Bild von uns. Bei mir äußert sich das weniger in Dingen wie Kuscheltieren, sondern mehr in Form von Spontanität und Lebensfreude, auch körperlich. Ich mag es gar nicht, immer so gerade und still auf dem Stuhl zu sitzen, sondern habe immer irgendwie ein Bein untergeschlagen, sitze im Schneidersitz oder noch schlimmer im Schmetterlingssitz wie die kleinen Kinder und komme mir dabei sehr anders ( merkwürdig?) vor als alle älteren Erwachsenen, die ich so kenne. Aber was soll's? So bin ich eben und so fühle ich mich lebendig.
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