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Eine Entscheidung steht an

Hallo,

ich habe mich neu hier angemeldet, werde auch noch in der Vorstellungsrunde vorbei schauen. Da ich in den letzten Jahren öfter hier unterwegs war und die Artikel von Patrick äußerst interessiert gelesen habe, war es nur eine Frage der Zeit bis ich mich hier anmelde. Und die Zeit scheint jetzt gekommen.

Aber erst etwas zu mir: Ich heiße Patrick, bin 24 Jahre alt und komme aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Von den 92 Eigenschaften Introvertierter finden sich bei mir ca. 80. Umso erfreuter war ich, als ich mich vor 2-3 Jahren mit der Introversion beschäftigte und somit sehr vieles besser verstand. Man kann vielleicht sagen, ich bin ein typischer Intro, mit allen Vor-und Nachteilen. Im Job habe ich es scheinbar geschafft, etwas zu finden, was zu meiner Persönlichkeit passt.

Im Privatleben sieht das hingegen leider anders aus, darum soll es nun gehen.
Ich bin vor 4 Wochen aus meinem Elternhaus ausgezogen, keiner zwang mich dazu, ich wollte aber den nächsten Schritt gehen. Ich wollte wissen, wie es ist, komplett auf sich allein gestellt zu sein. In den vergangenen Tagen hatte ich viel Zeit über mein soziales Umfeld nachzudenken. Außer meiner Familie (Eltern, Großeltern, Schwester, Bruder und Cousin) habe ich eigentlich keine richtigen, tiefen Kontakte zu Anderen. Da ich mein altes soziales Umfeld "verlassen habe", spüre ich das umso mehr und es schmerzt manchmal. Meine bisherigen Kontakte schienen mir zu reichen, da ich auch manches gerne alleine unternehme.

Ich sehe alle von denen meist an Wochenenden, doch ist dieses allein sein jetzt oft trostlos und auch etwas frustrierend.
Nun, ich brauche euch wohl nicht zu sagen, vor welches Problem mich das stellt :)
Ich will die Introversion nicht als "Sündenbock" oder "Schutzschild" verwenden, doch ich habe gelernt, dass es verkehrt ist, gegen seine Natur zu leben. In den letzten Jahren habe ich mich immer wieder bewusst Situationen ausgesetzt, vor denen sich alles in mir sträubt. Sei es ein Vortrag vor dem 25-köpfigem Team, eine Runde Fußball mit den Kollegen oder das hübsche Mädchen in der Bar ansprechen. Die Quittung danach ist immer dieselbe, innere Erschöpfung. Ich habe gelernt auf diese innere "Wasserstandsmeldung" zu achten. Es gab auch einige Monate, wo diese durch den falschen Job sehr niedrig war und zu einer recht traurigen Grundstimmung geführt hat.

Energie hole ich mir, wenn ich mich mit vertrauten Personen unterhalte, mit ihnen oder alleine Sport mache, in bekannter Umgebung aufhalte oder in der Natur bin. Die weitaus größte Wirkung hat aber Musik auf mich, das kann ich schlecht beschreiben.

Ein weiteres Problem ist, dass ich scheinbar auch Schwierigkeiten damit habe, eine vertraute Umgebung zu verlassen/ an eine neue zu gewöhnen. Ich habe sozusagen mein ganzes Leben immer in diesem Haus gewohnt.

Es ist jedenfalls so, um mal auf den Punkt zu kommen, dass ich mit der derzeitigen Lage nicht glücklich bin.
Wie ihr euch denken könnt, habe ich auch gewisse Probleme bei der Partnersuche. Nicht wegen meines Aussehens aber wegen meiner geringen Kontakte und meines zurückhaltenden Verhaltens. Meine Hobbys wie Musik hören, Schlagzeug spielen, Videospiele, Laufen und Mountainbiken sind auch wenig geeignet um viele Menschen kennenzulernen. Ich habe vor mit Anderen etwas zusammen Musik zu machen, das geht aber nur langsam voran. Online-Dating mache ich seit 6 Monaten und es kamen einige, auch sehr tiefgreifende, längere Unterhaltungen zustande. Leider ist daraus nichts weiter geworden...
Ansonsten ist das Online-Dating auch manchmal sehr frustrierend, aber naja.
In einer Bar versuche ich es nicht mehr, es ist für mich eine schier unlösbare Aufgabe, neben all der lauten und protzenden Konkurrenz jemanden von mir zu überzeugen.

Ich bin seit ich hier alleine wohne sehr zerrissen. Manchmal sehe ich die Möglichkeiten, die sich nun bieten. Mag den hoffnungsvollen Gedanken, mit einer Partnerin gemeinsam hier Zeit zu verbringen und eine Beziehung aufbauen zu können. Doch mit jeder im Sande verlaufenden Unterhaltung und jeder Stunde, die ich alleine koche, putze, esse, einkaufe oder TV schaue, möchte ich wieder mein altes Leben zurück. Ich merke, dass es mir hier noch schwerer fällt, aus mir raus zu kommen, als ohnehin schon. Es fehlt ein Teil der Energie, den mir meine Familie und mein Zuhause gegeben hat.
Zuhause wieder einzuziehen würde jedoch den Vorteil einer eigenen Wohnung wieder zunichte machen. Ich weiß nicht, was richtig ist.

Was ist eure Meinung dazu? Was würdet ihr machen? Vielen Dank.

P.S. Weiß jemand, wie man seinen Account Namen ändern kann? Hab da einen Schreibfehler drin...






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Kommentare

  • Hallo @EmbraceYourSense, ich weiss nicht, ob man seinen Account ändern kann. Aber mal sehen, ob es funktioniert wie ich es jetzt geschrieben habe (falls es so richtig ist). Übigens ein sehr schöner Name, den du dir da kreiert hast.

    Ja, jetzt wo du dein Umfeld geändert hast in Richtung 'sebständig, auf sich allein gestellt sein sein' ist es mit Sicherheit der richtige Zeitpunkt sich hier einzuklinken und sich zu zeigen.
    Ich heiße dich hiermit herzlich willkommen!

    So verständlich dieser Verlust-Schmerz auch ist, aus meiner Sicht hast du den genau richtigen Schritt gemacht - das Elternhaus verlassen um sich selbst kennenzulernen.
    Zurück gehen würde heißen: einen Schritt rückwärts gehen. Ich glaube, im tiefen Inneren weißt du es bereits. Dieses Wissen kann ich nur bestätigen.

    Die Umstellung geht jedoch nicht so schnell, wie du es dir vorstellst. Ich sage in solch einem Fall zu mir selbst: 'Materie ist träge'. Es braucht Zeit - und somit Geduld.
    Schön, wie du die Zerrissenheit in dir beschrieben hast. Das erinnert mich an meine Umzüge in eine andere Großstadt, und wie ich damit zurecht kam.

    Jetzt wünsche ich dir, offen für das Neue zu sein, du hast einen stabilen Hintergrund, der dir ja weiterhin, wenn's ganz schwierig wird, hilfreich zur Verfügung steht. Gute Bedingung.

    Herzliche Grüße von Fanny
  • Lieber Patrick,
    ich erkenne ein bißchen von meinem Exfreund in Dir wieder. Nur ist er mehr als 10 Jahre älter als Du ;-)
    Er hat es meiner Meinung nach nicht geschafft, sich von der Familie zu lösen und das steht ihm heute noch im Weg. Daher finde ich es klasse, dass Du diesen Schritt gegangen bist und bitte bleib dabei, auch wenn es anfangs schwierig ist, was ich auch total nachvollziehen kann. Ich denke auch bei der Partnersuche hast Du dadurch auf Dauer Vorteile, glaub die meisten Mädels fänden es nicht soooo prickeld mit Mitte 20 noch bei den Eltern des Freundes auf der Matte zu stehen (Ausnahmen bestätigen die Regel :-))

    Versuch mal die positiven Dinge zu sehen, im Job klappt es gut, Du baust Dir Dein eigenes Leben auf und hast auch interessante Hobbies.. gibt sicher auch viele Mädels, die nicht ständig auf Weggehen etc. aus sind.

    Gib Dir noch was Zeit mit dem Kennenlernen. Vielleicht gibt es auch irgendwelche Plattformen/Foren, wo Du mit Leuten mit ähnlichen Interessen schreiben kannst oder Sportverein etc?

    Mach Dir klar, was Du suchst und dann, wo Du es finden kannst.
    Das wird noch alles klappen, hab etwas Geduld mit Dir :-)
    LG Kila
  • Hallo,

    hast du mal darüber nachgedacht, dass du dir ja eigentlich diese dir nun fehlende Energie gegeben hast und nicht dein familiäres Umfeld? Denn du bist ja immer noch du, nur weil sich dein Umfeld geändert hat (eigene Wohnung) heißt das ja nicht, dass sich bei dir was ändert. Du bist ja die gleiche Person. Und du hast dir die Energie dorther gezogen. Das ist ja auch das Ding mit dem Glücklichsein, die Umstände sinds meistens nicht, eigentlich liegts an einem selbst und dann aber oft an der eigenen Einstellung.

    Happiness is an inside job

    Und du siehst dein Umfeld ja auch regelmäßig wieder. Von daher hat sich eh nicht sooo viel geändert, du hältst ja deine sozialen Kontakt aufrecht - da ist eigentlich nichts frustrierendes. Du holst dir dann die Energie, die du brachst.

    Jede Veränderung braucht auch seine Zeit, vier Wochen sind ja nun mal nicht viel...

    Das meiste im Leben ist irgendwie anstrengend - jedenfalls geht mir nie was locker flockig vom Hocker - es kommt halt drauf an, was du willst.

    Und um das rauszufinden, ist erstmal ne Weile allein sein, nicht das verkehrteste...

    Mal abgesehen davon, klingst du jetzt auch irgendwie schon so, als würdest du dich gut kennen. Und das ist eigentlich was ziemlich Gutes.





  • Hallo Patrick,

    ich bin auch neu hier und mich auch noch nicht so richtig vorgestellt... Hole ich vielleicht mal nach.

    Deinen Thread fand ich sehr sympatisch und authentisch und möchte auch gern darauf antworten.

    Ich finde deine Entscheidung in eine eigene Wohnung zu ziehen richtig, denn dieser Schritt wird dich zwingen dich weiterzuentwickeln. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die wirklich nur mit sich selbst glücklich sind und du gehörst wohl nicht dazu, da du ja auch deinen Wunsch nach einer Partnerin angesprochen hast.

    Einige Introvertierte schaffen es nie von zuhause auszuziehen und - schwupps - sind sie 40 oder 50 und leben immer noch bei Mutti. In dem Alter wird es noch schwieriger sich neue Verhaltensweisen anzueignen und sich ein klein wenig zu überwinden, zum eigenen Wohl.

    Ich bewundere deinen Mut, gehe nur weiter diesen Weg und lass dich von negativen Stimmungen nicht entmutigen. Vielleicht dauert es noch etwas, bis du dich an die neue Situation gewöhnt hast.

    Mit der Partnersuche haben auch Extros so ihre Probleme. Ich kenne zwei Mädels: jung, hübsch, intelligent, extrovertiert und Single, obwohl sie sehr sehr gerne einen Freund hätten. Andererseits kenne ich aber auch ein Intro-Paar, das sich ausgerechnet in der Disko kennengelernt hat, bei dem einen Mal, wo sich beide mal ausnahmsweise hingetraut haben... oder vielmehr einfach von ihren Freunden "hingeschleppt" wurden ;-)

    Wenn ich mal eine "Lebensweisheit" weitergeben darf, dann die, dass wir Intros manchmal zu unserem Glück gezwungen werden müssen bzw. uns überwinden müssen. Es macht auch einen Intro nicht glücklich immer nur allein zu sein. Und du hast Mut bewiesen und dich selbst zu mehr Selbständigkeit "gezwungen". Jetzt klingt es vielleicht so, als würde ich für Zwang oder Selbstzwang plädieren. Nein. Ich übertreibe natürlich. Aber ein bisschen Selbsterziehung bringt uns nun mal aus der "Komfortzone", wie es mal einer hier im Forum so schön ausgedrückt hat. Das haben wir manchmal nötig.

    Ich ziehe auch nicht gerne um oder ändere mein soziales Umfeld und ginge es nach mir, dann würde ich das ganze Leben an einem Ort verbringen. Aber mittlerweile lasse ich mich ab und zu vom Leben überraschen und sage daher niemals nie :-) Alles Neue bringt auch neue Erfahrungen mit sich und die machen doch das Leben lebenswert, oder?

    Alles Gute auf deinem Weg!

    Violetta













  • Hallo,

    ja, so ist es richtig geschrieben. Vielen Dank :) Der Name hat auch was mit Introversion zu tun, aber nicht nur.

    Ich danke euch für eure Meinungen und Tipps. Ihr unterstützt meine Entscheidung, ausgezogen zu sein, was meine kommende Entscheidung nicht leichter macht :)

    @Fanny
    Ich denke nicht, dass ich noch viel an mir neu kennenlerne. Vielleicht noch, was den Bereich Beziehung betrifft. Ich war, als ich zu Hause wohnte, nicht von meinen Eltern abhängig und fühle mich derzeit genauso selbstständig wie vorher auch. Das Problem ist, dass die meisten (oder viele) Menschen der Meinung sind, Leute, die mit ihren Eltern zusammen wohnen, wären nicht selbstständig. Dabei gibt es auch Menschen mit eigener Wohnung, die nicht zurecht kommen.

    Natürlich braucht es Zeit um mich an alles zu gewöhnen. Aber ich sehe den Sinn dahinter nicht.

    @Kila
    Bisher hat (leider) kein Mädchen zu mir gesagt, sie möchte nicht mit zu meinen Eltern. Soweit ist es nämlich nie gekommen. Ich weiß nicht, das Haus meiner Eltern ist groß, meine Wohnung hier ist hellhörig, man ist mit beiden Konstellationen nie ungestört. Ich muss dazu sagen, ich habe kein Interesse an kurzweiligen Vergnügungen, ONS, oder sonstigem. Dafür ist mir der Aufwand zu hoch.

    Du schreibst, ich baue mir mein eigenes Leben auf. Das verstehe ich nicht ganz, so gesehen begebe ich mich von der Abhängigkeit meiner Eltern (Wohnraum im Haus) in eine Abhängigkeit von meiner Vermieterin (Mietzahlung). Meine Eltern haben mich nicht subventioniert, im Gegenteil. Ich habe ihnen deutlich mehr gezahlt, als ich Kosten verursacht habe.

    Ich bin seit 6 Monaten auf einer Musik/Flirtseite angemeldet. Es ist ein Treffpunkt für Metalfans aber auch für andere Freigeister. Ich finde die Menschen dort sehr interessant und es haben sich dort auch die meisten Gespräche entwickelt. Aber es sind dort halt nicht so viele Menschen unterwegs.

    @Sverige
    Tut mir Leid, aber ich muss dir widersprechen, wenn ich dich richtig verstanden habe. Es ist einfach etwas anderes, wenn man mit jemandem, den man sein ganzes Leben lang kennt, etwas unternimmt. Ich kann dies nicht einfach durch eine beliebige Person ersetzen. Natürlich habe ich dort Energie geholt und dies geht jetzt nicht mehr.

    In meiner Heimat bin ich seit einiger Zeit immer Sonntagsmorgens eine Runde durch den Wald gelaufen. Es geht durch schmale Wege, auf und ab, über Wurzeln und Pfützen und es ist sehr selten, dass jemand anderes noch dort ist. Ich konnte dort immer jede Menge Kraft tanken.

    Hier gehe ich natürlich auch Laufen, es gibt auch einen Wald, aber es fühlt sich nicht richtig an. Die Wege sind kerzengrade, breit und es ist voll von anderen Läufern.

    Dieses Beispiel lässt sich auf viele andere Bereiche momentan übertragen.

    Ich will nicht vor Herausforderungen davon rennen, aber wenn ich merke, dass es einen für mich besseren Weg gibt, dann stellt sich alles in mir darauf ein. Ich sprach von einem Job, der nicht zu mir passte. Ich habe über 3 Monate versucht mir einzureden, dass ich jetzt damit klar kommen muss, dass es der richtige und einzige Weg ist. Nach 4 Monaten habe ich gekündigt und danach meine derzeitige Stelle gefunden.

    @Violetta
    Ich bin mir manchmal nicht ganz sicher, ob ich mir wirklich, tief im Innern, eine Partnerin wünsche oder auch hier nur den "nächsten Schritt" gehen will um zu sehen, wie es überhaupt ist. Ich hatte bisher keine echte Beziehung. Es gibt Menschen, die finde ich ungleich interessanter als andere. Nicht wegen des Äußeren, sondern wegen ihrer Interessen und Eigenschaften. Diese Menschen sind aber ungleich seltener und außerhalb des Internets wohl noch seltener.

    Hm, die Komfortzone. Ich gebe zu, dass ich diese vor 2-3 Jahren wirklich nur selten verlassen habe. Aber wie gesagt, seit einiger Zeit zwinge ich mich dazu, sie zu verlassen.



    Ich habe vor noch einen Monat mit der Entscheidung zu warten, denn ich schwanke immer noch. Obwohl der Wunsch nach dem Auszug aus der Mietwohnung häufiger da ist.

    Es fühlt sich momentan so an, als wenn ich allen Bereichen meines Lebens einen gewissen Teil genommen hätte und in etwas investiere, was nicht da ist.
    Wie bei einem Haus, bei dem ich Ziegeln aus allen Zimmern nehme, daraus ein Neues Zimmer baue, aber dieses Zimmer auf unbestimmte Zeit leer bleibt. Sollte ich versuchen die leeren Stellen zu füllen oder versuchen, dass das Zimmer nicht länger leer bleibt?

    Ich denke, es war ein Fehler, ohne direkte soziale Kontakte hier einzuziehen.
    Diese werden sich nicht von heut auf morgen einstellen. Ich habe auch Bedenken davor, eine Beziehung mit der falschen Person einzugehen, nur damit ich nicht allein hier bin.

    Dazu kommt, dass ich mittelfristig mit dem Gedanken spiele, den Dachboden im Haus meiner Eltern auszubauen. Getrennte Eingänge, getrennte Ausgänge, getrennte Leben.
    Der Vorteil, meine eigenen Ideen in den Ausbau einzubringen und nicht zu Miete wohnen zu müssen. Der "Nachteil", dass die Eltern in unmittelbarer Nähe sind...

    Ihr merkt, mein Kopf ist derzeit ziemlich beschäftigt und dies soll für heute genug sein. Danke fürs Lesen!

    Viele Grüße

    Patrick






  • Hallo Patrick,

    aufmerksam verfolge ich deinen Thread.

    Und ich darf inzwischen erkennen, daß deine Zweifel mir doch sehr bekannt vorkommen.

    Ich bin damals freiwillig aus der elterlichen Wohnung ausgezogen. Wollte auf eigenen Füßen stehen. Und tat es dann schließlich auch. Nun ja, in der Ausbildung immer noch abhängig von der finanziellen Unterstützung und manchmal auch mit Rat und Tat - jedoch war es ein gutes Gefühl für mich, meine eigenen 4 Wände zu bewohnen, wo mir niemand - außer vielleicht die Vermieter, reingequatscht haben :)

    Insgesamt 6 Jahre dauerte meine Orientierungsphase in der Fremde (durchschnittlich 700 Km trennten mich mit meiner Familie). Die Orientierungsphase hat mich letztendlich wieder zurück nach Hause gebracht (selbe Stadt, eigene Wohnung!). Mit vielen Erfahrungen reicher. Und so konnte ich das Zuhause dann auch mit anderen Augen sehen und besser zu schätzen wissen.

    Insofern halte ich es für gut, die Erfahrung zu machen, wie es ist, auf eigenen Füßen zu stehen. Eine Ortswechsel kann einem dabei noch den Horizont erweiteren.
    Wichtig finde ich jedoch, daß man sich wohlfühlt. Daß der neue Lebensraum für einen selbst stimmig ist. Und ob das so ist, weiß man glaube sehr genau.

    Du hast im Grunde den Vorteil, ganz allein für dich zu entscheiden.

    Versuche nicht krampfhaft eine Partnerin zu finden, weil es dir dann vielleicht besser geht oder weil dies der nächste Schritt wäre. Es gibt kein richtig oder falsch. Es ist dein Leben. Das du so gestalten kannst und solltest, wie es für dich richtig ist. Nicht, welchen Schritt die Gesellschaft als nächsten vorsieht.

    Und wenn du die Möglichkeit hast, dir in deinem Elternhaus selbstständig ein eigenes Reich zu schaffen, so kann dies ja auch eine Herausforderung sein.

    Tu, was dein Herz dir sagt.

    Viele Grüße,
    Enjoythesilence
  • edited November 2017
    Oh vielleicht habe ich dich ja falsch verstanden. Ich meinte eigentlich, wenn du deine sozialen Kontakte (Familie) am Wochenende sowieso siehst, dann holst du dir doch weiterhin dort die Energie her.

    Das hat ja nichts mit Austauschen zu tun. Aber ja, eigentlich ist da auch was dran, so wie du deinen Job austauscht, kannst du auch deine Kontakte austauschen- das klingt vielleicht ein bisschen herzlos, aber ist es eigentlich nicht. Was machen all die Witwen, die ihren Mann überlebt haben und deren Kinder groß, selbständig und erwachsen sind?

    Alles was du bis jetzt hattest an Kontakten, etc. nimmst du ja immer mit, hat dich bis hierhin geprägt und dazu beigetragen, wie du jetzt bist. Aber was du daraus machst, ist dein Ding. Natürlich kann und soll niemand ersetzt werden, aber du kannst immer aus den Umständen, die du hast, das beste draus machen.

    Und selbständig sein ist ein weites Feld: Da ist ja nicht nur der Haushalt und die Finanzen gemeint. Abnabelung gehört auch dazu - das geht auch bei Nähe, z.B. in Mehrgenerationenhäusern mit abgetrennten Wohnungen oder so, ist aber schwierig, daher wählen manche auch erstmal die Weite - und meistens ist es halt auch ein langer Prozess.

    Mit eigenes Leben aufbauen, ist ja nicht gemeint, dass man komplett frei ist, das ist man nie, weder als Mieter, noch als Eigentümer, noch als Arbeitnehmer, nicht mal als Selbständiger, weil man abhängig von Interessenten ist, die was für meine Leistungen zahlen wollen, etc.

    Eigentlich ist damit gemeint, dass du dir ein Leben aufbaust, das du willst, unabhängig davon, ob das deine beste Freundin, deine Mutter oder dein Chef gut findet - du musst es gut finden. Und du trägst die Verantwortung für dein Leben, du hast den Job, die Wohnung, etc. ausgewählt und wenn was doof ist, liegt es an dir, was zu verändern und sei es nur die Einstellung.

    Ich würde das zumindest so definieren...das kannst du auch im Dachgeschoss machen, wenn du das für gut empfindest, dann mach das.

    Was ich nicht so ganz verstehe, wenn du eh schon selbständig zuhause warst? Was ist jetzt dann anders außer dem Wissen, dass du alleine in dieser Wohnung lebst? Es gibt Telefon, Internet - selbst wenn du auf einem anderen Kontinent leben würdest, habt ihr Möglichkeiten des Kontaktes? Würdest du nicht genauso alleine im Dachgeschoss leben?

    Und was ist anders, wenn du jetzt alleine kochst, isst, fernsiehst, etc. im Vergleich zum vorherigen Zeitpunkt?



  • Hallo,

    du hast schon Recht mit dem was du schreibst, enjoythesilence. Ich habe darüber auch bereits nachgedacht. Ich denke, eine Beziehung lässt sich nicht erzwingen. Wann kann ich aber sagen, ich hätte mich genug dafür angestrengt?

    Das mit dem Dachboden ist noch ein recht kleiner Gedanke, aber ich habe einen, wie ich gemerkt habe, recht unkonventionellen Einrichtungsstil. Geht in die Richtung antik, romantisch, rustikal oder auch fantasievoll. Und wenn ich die Möglichkeit hätte, etwas nach meinen Vorstellungen zu erschaffen, würde mich das sehr freuen. Handwerklich bin ich ebenfalls nicht ungeschickt.

    Und ja, mein Herz sagt zu der Entscheidung etwas eindeutiges...

    @Sverige
    Also ich weiß nicht, ob Menschen sich wie Jobs austauschen lassen. Kommt wohl auf die Menschen an.

    Was ist jetzt anders? Selbstständig sein heißt ja nicht direkt, keine Kontakte mehr zu brauchen?! Zuhause lebten oder leben ja neben meinen Eltern noch mein Bruder und meine Schwester, beide paar Jahre jünger, es war schon etwas WG-mäßig.

    Jeder hat seinen Rückzugsort, aber es wurde halt auch ganz spontan etwas zusammen gemacht. Gekocht, eine Serie geschaut, Videospiele gespielt, im Garten getollt. Das war eine schöne Ebene des Zusammenlebens, die niemals durch Telefon oder Internet ersetzt werden kann. Wenn einer keine Zeit oder Lust hatte, fand man meist einen anderen. Mein Cousin wohnt im Haus direkt nebenan, meine Tante und Großeltern 5 Minuten die Straße rauf.

    Aber ich vermisse, wenn ich hier alleine bin, nicht nur meine Familie sondern auch die Haustiere, die ich hier nicht artgerecht halten kann. Ich habe eine Bartagame, die im Frühjahr aus der Winterruhe erwacht und ich dann nicht weiß, wie es weiter geht, wenn ich nicht da bin. Und der Wellensittich, der momentan auch alleine im Käfig sitzt, würde bei mir vor Einsamkeit umkommen. :)

    Im Dachgeschoss könnte ich, wenn ich mich allein fühlen würde, einfach runter zu meinen Eltern/ Besuch der evtl. grade da ist.


    Ich habe jetzt erstmal vor, über Musik machen ein paar Leute kennen zu lernen. Vlt. lässt sich sogar eine Band gründen, die Rahmenbedingungen sind da. Die Kontaktanzeige geht diese Woche raus. Und ich denke, das ist unabhängig davon, ob ich bei meinen Eltern wohne oder nicht. Erfahrungsgemäß kommen die meisten Menschen ohnehin nur selten zu Besuch, wenn die Anreise länger als 10km ist :D

    Ansonsten gibt es unter meinen Interessen nicht allzu viel, was man mit anderen machen könnte. Mountainbiken oder Wandern in der Gruppe, klar. Aber ich denke, da werden eher weniger junge Menschen drunter sein? :)
  • edited November 2017
    Danke nochmal für deine genaueren Erläuterungen ;)
    Ich glaube irgendwie reden wir unabsichtlich ein wenig aneinander vorbei - ich bin nicht soo super in Kommunikation ;)

    Klar, Kontakte kann man nicht wie Jobs austauschen, aber im Laufe des Lebens fallen sie auch manchmal weg, spätestens im Alter - es sterben nicht alle gleichzeitig. Und auch da gibt es Leute, die sich dann zusammen schließen und was gemeinsam unternehmen, ohne aber den Partner zu ersetzen.

    Hm, ok, das mit den Familienkontakten kann ich leider nicht nachvollziehen, ich war frühers immer froh, wenn ich meine Ruhe hatte und war als Kind daher oft alleine am Dachboden. Die schlimmste Zeit war, als mein Bruder nach seinem Auslandssemester sich bei mir in meiner Wohnung einquartiert hatte und wir ein halbes Jahr zusammen gelebt haben. Und inzwischen wohne ich zwar wieder näher dran und find das angenehm, aber eben, weil jeder sein eigenes Leben lebt. Und ich mag die alle - sie sind nur so anstrengend, wie Menschen halt so sind.

    Sicher, dass du nicht sogar eher extravertiert bist?
    Anscheinend ziehst du ja viel Energie aus sozialen Kontakten.

    Mir nehmen sie z.b. Energie, auch die nahen Angehörigen, schon immer, auch der Partner, etc. Egal wer, ich find das anstrengend, so gern ich sie auch habe....ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt, den ich nicht als anstrengend empfinde. Ich musste mich sogar ein halbes bis dreiviertel Jahr an das Zusammenleben mit meinem Haustier gewöhnen. Ich empfand die Anwesenheit als zehrend.

    Vielleicht kannst du dir doch den Sittich holen? Wenn er eh alleine im Käfig sitzt? Ich kenne mich nicht aus mit Sittichen, aber könnte mir vorstellen, dem ist es egal ob der einen oder fünf Menschen sieht? Das mit der Anzeige klingt auch nach nem für dich richtigen Weg ;)

    Müssen das denn junge Menschen sein? Ich mache öfters Qi Gong Kurse, nicht wegen der Menschen, aber ich nehme ihre Anwesenheit in Kauf - und da sind meistens Leute 50 plus dabei, find die aber angenehm.

    Wieviele km lebst du denn entfernt? Finde ja alles unter 60 km einfach, durchaus besuchbar, fahre ja selbst zur Arbeit 30 km einfach und das täglich.
  • edited November 2017
    und was mir noch dazu einfällt ;)
    Wenn du bisher einfach die für dich nötige Unterhaltung hattest, ist es ja auch klar, dass die dir nun fehlt. Du hast dir das Entertainment nie holen müssen, lag ja alles vor der Tür.

    Vorher war das ja sowas wie ne geschlossene Gesellschaft und nun sind sie das immer noch, nur du bist weg. Aber das stimmt doch eigentlich gar nicht. Du kannst sie einladen, sie können dich einladen, etc., du kannst weitere Freunde finden, etc. Ja man muss was dafür tun, mehr als vorher...der Besuch kann doch auch zu dir kommen, wenn dir Besuch fehlt.

    Und da wäre wohl zum jetzigen Zeitpunkt sowas wie Dachgeschoss ne bequeme Lösung. Aber irgendwann kommt ja der Punkt wieder, wo auch bei der Konstellation jemand wegfällt, und was ist dann? Dann stehst du vor dem gleichen Problem wie vorher...

    Es kommt irgendwann einfach niemand mehr und nimmt einen an die Hand und mit. Du hast die Fäden in der Hand ;)
  • Das mit dem Besuch und Gegenbesuch halte ich für eine gute Idee @Sverige

    Beziehungen hat man schließlich nicht nur zu seinen Lebenspartnern, sondern auch zu Familie und Freunden und ja, will man diese Beziehungen pflegen, muß man selbst aktiv etwas dafür tun :)
  • hallo @EmbraceYourSense,
    vielen Dank für deine ausführliche und auf die Beiträge eingehende Antwort.
    Das zeigt tatsächlich, dass es noch eine andere Seite als in deinem Vorstellungs-Beitrag gibt.
    Es zeigt mir die Selbständigkeit, von der du sprichst "...und fühle mich derzeit genauso selbstständig wie vorher auch". Es zeigt das solide Fundament deiner Herkunft, die Freiheit und Geborgenheit, die du erfahren hast und weiterhin erfährst.
    So verstehe ich, wenn du sagst "...ich sehe den Sinn dahinter nicht".
    Du schreibst: "Das Problem ist, dass die meisten (oder viele) Menschen der Meinung sind, Leute, die mit ihren Eltern zusammen wohnen, wären nicht selbstständig" und sagst dann, dass es für dich nicht wirklich ein Problem ist. Das nehme ich dir sofort ab.
    Du wolltest wissen, wie es ist, komplett auf sich allein gestellt zu sein und hast den Schritt gemacht. Du bist noch in der 'Probezeit'. Und du weißt bereits um deine Stärke und deine Möglichkeiten, dein Leben in die Hand zu nehmen in aller Freiheit. Einen besseren Start kann ich mir kaum vorstellen.

    Nur in einer Aussage liegt ein gewaltiger Irrtum vor, da bin ich mir 100% sicher:
    "Ich denke NICHT, dass ich noch viel an mir neu kennenlerne".

    Herzliche Grüße
    Fanny
  • Hi,

    schön, dass ihr so zahlreich antwortet.

    @sverige
    Sicher, ab und an geht einem der eine oder andere aus der Familie auf die Nerven. Das ist aber nicht oft und man zieht sich dann halt etwas zurück.

    Wie kommst du darauf ich sei eher extravertiert? Das ist nicht der Fall. Es ist doch eine typische Eigenschaft von Introvertierten, wenige, aber tiefe soziale Kontakte zu haben und diesen auch etwas abzugewinnen. Ab einem gewissen Punkt, wenn ich nach relativ langer Zeit Vertrauen gewonnen habe, mag ich es, mich mit Personen zu unterhalten etc. Nur haben die meisten Menschen nicht die Geduld und dieser Punkt wird nicht erreicht.

    Wellensittiche sind, wie Menschen, sehr soziale Lebewesen. Sie müssen mindestens zu 2. gehalten werden, er ist momentan alleine, weil der Partner vor kurzem gestorben ist.
    In meiner Familie hat er zumindest etwas Ablenkung. Alleine bei mir würde er eingehen.

    Es scheint ein paar Parallelen zwischen mir und dem Vogel zu geben :) Ich würde es nicht direkt Unterhaltung nennen, Unterhaltung ist für mich TV, Videospiel etc.

    Ich war gerne für die Probleme meiner Familie da und sie sind gerne damit zu mir gekommen. Auch jetzt unterstütze ich sie noch.

    In den letzten Jahren hat sich unsere "Gruppe" (bestehend aus meiner Schwester, Bruder, Cousin und mir) auch verändert. Die Geschwister haben oder hatten Partner, der Cousin studiert, ich habe mit dem Schlagzeug angefangen. Ich kann aber sagen, dass ich oft derjenige war, der Unternehmungen vorgeschlagen hat und wir unternehmen immer noch einiges zusammen. Mein Bruder und ich haben uns, was die Interessen und Ansichten angeht, auseinander gelebt. Aber das ist alles okay so.

    Besuchen, klar, ich bin jedes Wochenende bei denen. Aber sie zu mir einzuladen fühlt sich seltsam an, künstlich irgendwie. Weihnachten werde ich das aber machen.

    @Fanny
    Was denkst du, sollte ich nach meinem Start machen? Was genau meinst du mit "Probezeit?"

    "Ich denke nicht, dass ich noch viel an mir kennenlerne." Ich werde dir in einigen Jahren die (erste) Antwort darauf geben können :) Ich dachte dabei an etwas wie die Introversion. Wenn ich mich an mein Leben zum Ende der Schulzeit, Ausbildung erinnere, kommt es mir vor, als hätte ich hinter einem Schleier gelebt, vieles nicht verstehen können. Die Merkmale der Introversion zu verstehen hat mir viel gebracht.


    Was ich bisher aus diesem Thread lernen konnte ist, dass es wichtig und richtig ist, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu erreichen. Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ist aber nicht mein Problem. Mein Problem ist, dass ich für das Umfeld (mit allem, was dazu gehört), welches ich verlassen habe, (noch) keinen Ersatz habe. So, wie es momentan ist, KANN ich leben, ich werde deswegen nicht "kaputt" gehen. Sollte ich es aber, wenn es eine, für mich, bessere Möglichkeit gibt? Was in einigen Jahren ist, weiß ich nicht. Das ich dringend an meinen sozialen Kontakten arbeiten muss, ist mir aber (schmerzlich) klar geworden.

    Ich kann, als Introvertierter, nicht einfach in die Welt hinausgehen, mich in die nächste Bar setzen und das finden, was ich suche. Ich brauche Zeit und Energie um Kontakte aufzubauen. So, wie es mir seit einigen Tagen geht, würde ich jeden in der Bar vergraulen.

    Ich denke aber auch, es ist mein Leben, meine Entscheidung. Ich möchte nur keine Entscheidung treffen, die ich später bereue. Wenn ich sage, es ist mir egal, was andere denken, dann heißt das, es ist mir egal, was der Nachbar, der Busfahrer, und bis zu einem gewissen Punkt auch die Kollegen und der Chef denken. Es ist mir nicht egal, was Menschen denken, die mir wichtig sind, oder wichtig werden könnten (Partnerin).

    Ich muss sagen, ein großer Grund für den Auszug war auch der, dass keiner von mir sagen kann, ich hätte etwas nicht geschafft oder bin nicht in der Lage dazu.
    Für wen bin ich dann ausgezogen? Für mich selbst oder für mein "Ego"?
  • Hallo @EmbraceYourSense,
    mit Probezeit meinte ich lediglich die erste Zeit der Umgewöhnung, wie lange auch immer.

    Es hört sich weiterhin so an, als hättest du diesen Schritt hauptsächlich gemacht, um dir selbst und anderen zu beweisen, dass du es wagst, dass du es schaffst und kannst. Wenn das deine Motivation hauptsächlich war, dann war der Verstand an erster Stelle und Gefühle und Emotionen wurden gar nicht gefragt. Also kein Herzenswunsch. Stimmt das?

    Du hast jetzt die Möglichkeit, dieser von dir geschaffenen Realität etwas abzugewinnen. Nämlich herauszufinden, was deine Intuition, also dein Herz, wirklich möchte. Für eine Partnerin ist das übrigens auch außerordentlich wichtig. Frauen sind allgemein mehr in ihrer Intuition, und sie fühlen sich zu einem Mann, der diese Qualität entwickelt hat, viel stärker hingezogen.

    Schaue also ein wenig mehr in dich hinein, mit der Option - zurückziehen kann ich immer noch. Wenn sich gar nichts ändert könnte ein anderer Zeitpunkt die bessere Wahl sein. Mach dir keinen Druck, das funktioniert nicht. Stell dir die Rückkehr in deine alte Umgebung vor. Ohne den gedanklichen Vorwurf: ich habe es nicht geschafft, habe versagt. Falls dir der Verstand das aber sagt, dann frage mal, was denn am Versagen oder gar Scheitern so schlimm sein soll. Ist es das Urteil der Anderen, oder dein eigenes?

    Dein letzter Satz zeugt davon, dass es da drei 'ich-Instanzen' gibt. Die scheinen alle mitreden zu wollen und spielen sich typischerweise als dein Management auf. Das entspricht sogar der Norm im gesellschaftlichen Leben. Dabei gibt es in Wirklichkeit gar kein 'ich'. Wenn du dieser Frage nachgehst wirst du wissen was ich mit dem Satz meinte, es sei ein Irrtum zu glauben, dass du nicht mehr viel Neues an dir kennenlernen könntest.

    Genug erstmal, hoffentlich habe ich dir meine Einstellung einigermaßen verständlich rübergebracht. Gruß von Fanny
  • @Embrace:

    Das mit Extraversion war so eine Idee, da du die Kontakte ja hast (regelmäßig jedes Wochenende besuchst du sie) und dir das trotzdem nicht genug ist.

    Und da du mit dem alleine leben "gefühlt einsam" klingst, obwohl du regelmäßigen tiefen Kontakt zu den dir wenigen, aber wichtigen Personen hast.

    Das klingt so als hättest du gerne mehr, als bräuchtest du mehr Energie von Außen. Es gibt ja nicht nur die reine Intro- oder Extraversion, jeder ist ja auf nem Spektrum zu Hause...rein sind die meisten nicht ;)

    Vielleicht ist es auch nur der fehlende Schubs? Dachgeschoss nah dran ok, ich besuche die Family ok, aber ich lade sie ein, geht nicht weil komisches Gefühl? Aber du schlägst oft und gerne Unternehmungen vor? Warum dann nicht mal bei dir?

    Und klar kannst du als Introvertierter alleine in eine Bar gehen. Auch klar, dass du da nicht die beste tiefste Freundschaft, Partnerschaft etc. gewinnst und dir das zu laut und zu oberflächlich ist...aber musst du da denn mit jemanden reden?

    Wie würdest du denn gerne in dieser Wohnung leben? Was fehlt dir dazu noch? Dieses Familienfeeling, nahestehende Menschen in deiner Wohnung?

    Dann würde ich vielleicht mal genau das Gegenteil machen - versuche es doch mal das was du mit jemand anderen gerne machen würdest, all das was dir fehlt, alleine mit dir selbst zu machen und zwar absichtlich mit Genuss, nicht weil dir nichts anderes übrig bleibt. Und mach das mal bevor du dich auf die Suche nach "Ersatz" machst ;)


  • wow! @Fanny:
    "Mach dir keinen Druck, das funktioniert nicht. Stell dir die Rückkehr in deine alte Umgebung vor. Ohne den gedanklichen Vorwurf: ich habe es nicht geschafft, habe versagt. Falls dir der Verstand das aber sagt, dann frage mal, was denn am Versagen oder gar Scheitern so schlimm sein soll. Ist es das Urteil der Anderen, oder dein eigenes?"

    Und @Sverige trifft es für mich ebenfalls auf den Punkt mit diesen Zeilen:
    "Dann würde ich vielleicht mal genau das Gegenteil machen - versuche es doch mal das was du mit jemand anderen gerne machen würdest, all das was dir fehlt, alleine mit dir selbst zu machen und zwar absichtlich mit Genuss, nicht weil dir nichts anderes übrig bleibt. Und mach das mal bevor du dich auf die Suche nach "Ersatz" machst"
  • All das was dir gerade fehlt, ist eigentlich in dir drinnen. Dein einziger sozialer Kontakt der dich - egal in welcher Situation besser fühlen lässt - bist du.

    Mehr brauchst du nicht - eigentlich voll beruhigend oder? ;)

    "No matter where you go there you are" sagte Konfuzius dazu. ;)



  • @Sverige

    @EmbraceYourSense ist hier keineswegs der erste, der über das Alleinsein in einer Wohnung / neuen Stadt und über einen gefühlten Mangel wegen dem Fehlen von sozialen Kontakten berichtet hat. Das kommt mir aus meiner eigenen Sicht auch immer seltsam vor (Wozu braucht man das?), aber es scheint ein großes Bedürfnis von so einigen Menschen zu sein zumindest wenige gute Kontakte (in der Nähe) zu haben.

    Von der Skala her betrachtet handelt es sich sicherlich nicht um die Introvertiertesten der Introvertierten, Extravertiert klingt es mir allerdings auch nicht.


    “All das was dir gerade fehlt, ist eigentlich in dir drinnen. Dein einziger sozialer Kontakt der dich - egal in welcher Situation besser fühlen lässt - bist du.”

    Da stimme ich dir so nicht zu. Gerade die Begegnung mit manchen Menschen kann so unglaublich bereichernd sein und stößt Veränderungen an.

    Vielleicht sollten wir allerdings erstmal klären was wir unter “soziale Kontakte” jeweils verstehen. Nicht jeder empfindet z.B. sämtliche Familienmitglieder als sozialen Kontakt.
  • edited Dezember 2017
    So wie du das verstanden hast, war es nicht gemeint bzw. vielleicht doch genauso.

    Und klar, gibts solche Berichte ganz oft, vielleicht fehlt mir das Verständnis dafür und ich ruiniere gerade das Thema. Falls das so ist, bitte sagen, ich habs nicht so mit Empathie ;)

    Man ist immer sich selbst. Auch in einer Gruppe von Menschen ist man niemand anderes. Man ist auch alleine in der Wüste 10000 km weiter weg von allem die gleiche Person. Vielleicht lernt man sich da gerade erst kennen....

    Und wenn man sich dann einsam fühlt, dann liegt das an einem selbst, nicht daran, dass mir die sozialen Kontakte fehlen.

    Dass soziale Kontakte durchaus bereichernd sein können und Veränderungen anstoßen, ist logisch und hat nichts damit zu tun. Manchmal sind sie auch erst später bereichernd, weil ich das dann erst sehen kann.

    Sie sind nur nicht die Lösung für meine eigene Unzufriedenheit. Das ist ein Gefühl, eine Einstellung, eine Bewertung, die ich vornehme. Das kann nur ich ändern, nicht jemand anderes.

    Soziale Kontakte sind eigentlich alle Kontakte, die aus einer Begegnung mit mehr als einer Person stattfinden. Wir haben hier eigentlich auch sozialen Kontakt, weil wir uns austauschen.

    Hier ist aber dachte ich zumindest, mehr sowas wie Bindung bzw. enge soziale Kontakte gemeint. Mir fällt kein besseres Wort dafür ein.
  • Möglicherweise bin auch ich diejenige, die das Thema ruiniert. ;)

    “Man ist immer sich selbst.” - Jein. Meiner Erfahrung nach ist man gerade in intimen Beziehungen mehr als die Summe der Teile und man wird über das eigene Ich hinausgehoben.

    Menschen haben emotionale Bedürfnisse und das Bedürfnis nach menschlichen Kontakten verschiedener Art gehört dazu. Dahinter kann stehen: das Bedürfnis nach Sicherheit, Intimität, geistigem Austausch, etc. Diese Bedürfnisse liegen natürlich an einem selber, es sind die eigenen Bedürfnisse. Die Katze beißt sich dann allerdings in den Schwanz, wenn du meinst:

    “All das was dir gerade fehlt, ist eigentlich in dir drinnen. Dein einziger sozialer Kontakt der dich - egal in welcher Situation besser fühlen lässt - bist du.
    Mehr brauchst du nicht - eigentlich voll beruhigend oder? ;)”

    Beruhigend ist das keineswegs, vielmehr spricht du damit den Leuten ihre Bedürfnisse ab, denn du hebst alles auf eine reine Entscheidungsebene ohne der Umwelt oder den Gefühlen einen Einfluss zu zubilligen. Mit anderen Worten: Menschen haben keine Bedürfnisse, sie entscheiden sich dafür unzufrieden zu sein weil sie z.B. keinen Kontakt haben.
  • edited Dezember 2017
    Sehr interessant. Vielleicht bin ich da einfach zu autistisch - ich versteh das ganze zwischenmenschliche tatsächlich nicht. ;)

    Könnte man nicht auch sagen: Menschen haben Bedürfnisse, aber nicht alle werden immer dann erfüllt, wenn sie da sind. Daher haben manche dass Gefühl der Unzufriedenheit. An der Situation, dass gerade dass Bedürfnis nicht erfüllt ist, ändert aber das Gefühl der Unzufriedenheit nichts. Ich könnte das Gefühl ja wie Wolken beobachten oder mich ihm annehmen und egal wie ich mich fühle, ich kann weiterhin Kontakte knüpfen, bzw. diejenigen, die ich habe intensivieren, wenn mir das wichtig ist?

    Ist es nicht so, dass man ein Gefühl hat, aber was man damit anfängt, wie man darauf reagiert, liegt an einem selbst?

    Hier steht auch noch was zum Umgang mit Einsamkeitsgefühlen @Embrace https://www.palverlag.de/Einsamkeit.html
  • Hallo,

    da komme ich ja langsam nicht mehr mit, mit dem Lesen.

    @Fanny
    Ich setze mir gerne Ziele, die erreichbar scheinen und die mein Leben "besser" machen (könnten). Ich wusste, dass die Loslösung nicht einfach und weh tun würde. Mittlerweile glaube ich, dass auch der Wunsch nach einer Partnerin zu einer Art Fantasie geworden ist, die ich mit dem Auszug herbeigesehnt habe. Als wenn ich nur bei den Eltern raus müsste, um eine Partnerin zu bekommen. Recht naiv im Nachhinein.

    Du hast also Recht, es ist kein Herzenswunsch gewesen. Es war ein weiterer Schritt in eine gewisse Richtung. Es gab aber noch einen Grund. Mein Bruder und seine Freundin im Zimmer nebenan, haben oft meine Privatsphäre verletzt. Dies hat mich auch zum Auszug getrieben. Und ja, die beiden sind weg, mein Bruder ist ebenfalls ausgezogen.

    Ich habe seit vielen Tagen, wenn ich meine Situation hinterfrage, immer wieder die Wörter "Leer" und "Leidenschaftslos" im Kopf. Das ist es, wie diese Wohnung und das Umfeld auf mich wirkt. Vieles, was ich vorher mit Leidenschaft gemacht habe, kann ich hier nicht machen oder fühlt sich nicht richtig an. Das fast schon wahnsinnige daran ist das: Ich habe einen Monat vor dem Auszug begonnen ein Bild zu kreieren. Darauf sind Bildausschnitte von mir wichtigen Dingen und ein sehr emotionaler Liedtext, ein kleiner Blick in meine Seele sozusagen. Ich habe mit großer Leidenschaft an dem Bild gearbeitet...es steht seit einem Monat ungeöffnet an der Wand, ich hatte schon mehrmals vor, es aufzuhängen. Aber es passt einfach nicht hierher...

    Ich versuche, die Vorteile hier zu sehen, habe ich ja eingangs schon geschrieben.
    Das Einzige, was mir wirklich gefällt, ist das Kochen. Nicht nur weil ich machen kann, was ich mag.

    Aber sonst finde ich hier nur Abstriche, die ich machen musste.

    Die Vorstellung an eine Rückkehr ist die ganze Zeit da, gibt mir Kraft.
    Es kann sein, dass ich Angst hatte, vor mir selbst zu scheitern. Wenn ich ehrlich zu mir bin. Warum das so war, weiß ich nicht. Vielleicht weil es einem überall eingetrichtert wird erfolgreich zu sein, keine Schwäche zu zeigen. Meine Mutter fragte mich, warum ich denn ausziehen wolle. Ich antwortete ihr, dass man nicht als "vollwertiger" Mensch wahrgenommen wird, wenn man nicht auszieht. Nicht vollwertig im Sinne von Malus behaftet.

    Ich denke gerade, ich sollte mich nicht davon abhängig machen, wie andere mich wahrnehmen. Bin ich auf dem richtigen Weg? Denn ich werde aus deinen "Ich-Instanzen" nicht ganz schlau.

    Ich werde über deine Worte nachdenken, danke.

    @Sverige
    Ich muss sagen, ich kann deinen Texten nicht ganz folgen. Ich kann mir doch nicht, bei den Besuchen, auf Knopfdruck oder Befehl die soziale Energie holen, die ich brauche. Es sind bestimmte Situationen gewesen, die sich im Zusammenleben immer wieder ergeben haben.
    Wenn ich jemanden einlade, dann ist das zwar auch ein Kontakt, aber ein erzwungener, in gewisser Weise jedenfalls.

    Bist du schon mal alleine in eine Bar gegangen? Obwohl du weißt, das du dich dort nicht wohlfühlst, nicht weißt, was du dort sollst und nachher erschöpft raus kommst? Ich laufe lieber eine Stunde durch den Regen, als mich alleine in eine Bar zu setzen.

    Was fehlt mir hier? Alles, was ich vorher hatte...ich kann dir nicht sagen, was nötig ist, damit ich den Schritt des Auszugs als sinnvoll erachte und diesen weiter gehen will.
    Ich habe es versucht. Die Woche, bevor ich mich hier anmeldete, war ich überzeugt, ich bleibe hier erst mal. Dann hat auch das bisschen Euphorie nachgelassen.
    Ich kann, und will es auch nicht von einer Partnerin abhängig machen. Ich fürchte, das könnte mich sehr unglücklich machen.

    Ich mache schon vieles alleine, bei dem ich gerne jemanden dabei hätte. Ich kann mich auch alleine Vergnügen, bei bestimmten Aktivitäten (z. B. auf Metal Konzerten) bin ich sogar froh, alleine dort zu sein. Auch Videospiele mache ich gerne alleine, Fahrrad fahren geht auch noch. Beim Essen z. B. bin ich aber nicht gerne allein und es macht mich traurig, wenn es so ist.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen, ich kann mir einen Menschen, der einzig und allein sich selbst genügt, nicht vorstellen. Tut mir Leid. Vielleicht bin ich ja jemand, der doch den einen oder anderen Kontakt mehr braucht, das kann ich jetzt herausfinden.

    An meinem Problem, Kontakte zu schaffen, ändert das leider nichts. Ich habe über die Jahre daran gearbeitet, aber eine völlig fremde Person anzusprechen und ein längeres Gespräch zu führen kostet mich wahnsinnige Überwindung. Ich setze mich sehr unter Druck dabei, die Hände schwitzen, bin nervös. Und wenn es dann alles für nichts war, frustriert mich das.

    Deswegen versuche ich andere Wege.

    Aber es sind nicht nur die fehlenden sozialen Kontakte, die mich hier zweifeln lassen.
    Ich wohne hier in einer 40.000 Einwohner Stadt recht zentral, vorher in einem Dorf auf dem Land. Manchmal ertrage ich diese Masse an Menschen (Weihnachten rückt näher) nicht mehr und laufe einen Umweg, um nicht durch die Fußgängerpassage zu müssen.

    Ich habe den Plan, mein Auto zu verkaufen, verworfen, weil Bahn fahren mich noch mehr stresst. Und irgendwo frage ich mich dann auch, ob das alles hier die ca. 400€ Mehrkosten jeden Monat wert ist.

    Ich danke euch.

    Viele Grüße

    Patrick
  • @Sverige

    An den Punkt zu kommen um loslassen zu können und einfach nur zu beobachten ist alles andere als einfach. Das ist ein lebenslanger Prozess. Ich finde den Punkt durchaus wichtig, nur kann man nicht schnell mal eine Veränderung damit erreichen. Gerade Menschen, die mit ihrer Situation momentan zutiefst unglücklich sind, sind weit entfernt davon loslassen zu können.

    Während man manche Bedürfnisse durchaus erfüllen und die Unzufriedenheit abstellen kann, indem man etwas ändert. Das Beispiel mit dem Job wurde hier von @EmbraceYourSense erwähnt. Wenn ein anderer Job glücklicher macht, dann macht es Sinn diesen zu wechseln. Stattdessen die innere Einstellung zu ändern klingt für mich absurd. Es ist durchaus etwas dran an der inneren Einstellung, aber wenn man es zu extrem sieht wird es eben zu absurd.
  • Ich kann dich schon verstehen und so wie es im Moment läuft, ist es auch nicht das Wahre. Ich hab auch nicht den ultimativen Rat.. aber ich glaube eben auch, dass man es es erst mal lernen muss alleine.. und ich finde es schon nicht unwichtig, wie man von anderen wahrgenommen wird, was nicht heißt, dass man es allen recht macht.
    Als Beispiel, ein Kollege von mir, Ende 30, wohnt immer noch bei den Eltern, auch in getrennten Einheiten. Er hatte soweit ich weiß noch nie ne Freundin oder zumindest nix längeres. Wenn Du eine der weiblichen Kollegen fragst, liegt auf der Hand, warum. Es wirkt eben für Frauen unattraktiv und 99% haben keine Lust, im Haus der Schwiegereltern mitzuwohnen oder auch nur als Nachbarn (was ich aus eigener Erfahrung bestäigen kann, auch wenn der Sohn sich mit der Family ja gut versteht ist und bleibt das ein großer Konfliktherd für die Frau).

    Das hat nix mit ONS zu tun, aber selbst da glaub ich hat da eben kaum jemand Lust drauf, wenn sie das hört (denke ich jedenfalls mal). Und auch im Job, bei den Vorgesetzten, auch die wissen ja oft vom Umfeld und ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, es wird immer viel geredet und sich ein Bild gemacht.
    Wenn einen das alles nicht kratzt, ok...

    Ich hab in deinem Alter auch schon alleine gewohnt und es noch nie bereut. Manchmal denke ich, es wäre toll, wenn alle Freunde, Verwandte etc. wie früher im Dorf und Umgebung wohnen und man einen Katzensprung entfernt ist. Dann wieder finde ich es großartig, dass es hier keine "soziale Kontrolle" gibt und man total ungesört machen kann, was man will..

    Findest Du es nicht toll, kochen, einzukaufen, TV zu gucken, was auch immer an Alltagsdingen, ohne dass jemand da mitbestimmt?

    Ich denke mir auch, deine Wohnung ist ja noch gar nicht dein Zuhause.. bei deiner Familie ist es sicher wohnlich, gemütlich und mit Leben gefüllt. Eine "kalte" moderne Wohnung, vielleicht in einem Mehrfamilienhaus nur als Ort zum Schlafen ist da kein Vergleich. Aber da kann man sicher was machen.

    Ich kann auch verstehen, dass einem die Stadt auf den Keks geht, geht mir auch so, ich würde aber eher noch etwas sparen und mir dann ein eigenes Haus kaufen, dass ich nach meinem Geschmack einrichten kann.
    Ansonsten kann ich vieles nachvollziehen, es gibt eben Dinge, die alleine überhaupt keinen Spaß machen und man dann lieber lässt (ich hab daher neulich ja Konzerte ausfallen lassen, aufgrund der Trennung von meinem Freund). Ich merke es selbst jetzt auch, die Unternehmungen mit meinem Freund sind jetzt weggefallen und ich muss quasi immer wieder irgendwo bei Freundinnen anfragen, ob sie Zeit haben etc. und das nervt mich derzeit auch, da diese alle sehr beschäftigt sind und immer einige Wochen "ausgebucht". So muss ich jetzt einige schöne Veranstaltungen entweder alleine besuchen oder lassen und das ärgert mich auch sehr.

    Und da ich auch eben kein Partymensch bin oder so, lasse ich Gelegenheiten ausfallen, wo Freundinnen mit noch anderen unterwegs sind, weil mir das oft zu "extrovertiert" zugeht und ich lieber nur mit wenigen, dafür ausgewählten^^ Leuten unterwegs bin.
    Von daher habe ich auch höchstens die Ideee, einfach weiter online nach Leuten mit ähnlichen Interessen zu suchen..

    Alles Gute!
    Kila


  • Hallo Kila,

    ich denke, man sollte schon noch wahrnehmen, wie andere Menschen einen sehen. Aber man sollte sich nicht von ihrer Meinung abhängig machen. Aber das kommt sehr darauf an, um was es genau geht.

    Dein Beispiel mit dem Kollegen ist etwas, weswegen ich mir auch den Kopf zerbreche.
    Ich sehe so ein kleines Dilemma vor mir, egal wie die Entscheidung ausgeht, es wird wehtun.

    Wieso finden ihn 99% (geschätzt, hoffe ich? :))
    unattraktiv, nur weil er im Haus der Eltern oder in ihrer Nähe wohnt? Ich verstehe das nicht.
    Ich denke, ich hätte kein Problem, in der Nähe der Eltern des Partners zu leben. Oft haben die Eltern ähnliche Lebensansichten, wie die Kinder, oder nicht? Zudem ein eigener Teil im Haus günstiger, man hat mehr Geld für schöne Dinge.

    Sollte ich, unglücklich mit der Situation, hier in der Wohnung bleiben, nur um meine Chance auf eine Partnerin zu erhöhen.

    Oder sollte ich auf mein Inneres hören und das für mich "Richtige" entscheiden.

    Ich tendiere zu Letzterem.

    Und dir viel Glück, damit du bald nicht mehr alleine auf Konzerte gehen musst.
  • @EmbraceYourSense

    so, nun habe ich die restlichen Posts in diesem Thread ebenfalls gelesen und möchte mich gern noch zum Thema "Attraktivität" eines möglichen Partners und zu Hause wohnen äußern.

    Das eine muß mit dem anderen ja nichts zu tun haben!

    Sondern hängt wohl vielmehr von den Umständen ab, wie gut sich jemand abgrenzen kann.

    Es gibt auch neugierige, nervige und aufdringliche Nachbarn. Und entspannte Eltern.

    Sicher, es herrscht das Klischee vor, wer mit 40 noch zu Hause wohnt, ist ein unselbstständiges Muttersöhnchen - um es mal platt zu formulieren. Man kann dies aber ebenso sein, indem man in einer eigenen Wohnung fernab der Familie lebt! Wenn man zu Hause wohnt, drängt sich in unserer Gesellschaft der Verdacht nur viel eher auf ;)

    Klar ist auch, daß wenn man sich entschließt, nah bei der Familie zu leben, eine gewisse Abgrenzung und Eigenständigkeit hilfreich ist. Dies erfordert mitunter viel Arbeit, Zeit und Geduld. Den Eltern klar zu machen, daß man ein erwachsener, eigenständiger Mensch ist und zwar immer ihr Kind bleiben wird, aber dennoch kein Kind mehr ist.

    Dies scheint mir jedoch ein normaler und unvermeidlicher Prozeß unabhängig davon, wo jemand wohnt. Meiner Erfahrung nach zumindest.

    Mir hat es letztendlich geholfen, nicht mehr davonzulaufen, sondern stehen zu bleiben und mich zu konfrontieren. An mir zu arbeiten, besser zu werden, für meine Interessen einzustehen und wenn nötig, sachte zu kämpfen.

    Daran bin ich gewachsen.

    Konflikte gibt es immer und überall. Die Frage ist, wie wir lernen können, mit ihnen besser umzugehen. Und dies sollten wir tun!

    Es bringt sicher Annehmlichkeiten, Zuhause zu wohnen. Erfordert mitunter aber auch ein klares Ziel vor Augen, sehr genaue Vorstellungen von dem, was man möchte und was nicht und eine Eselsgeduld. Glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung :)



  • “Wieso finden ihn 99% (geschätzt, hoffe ich? :))
    unattraktiv, nur weil er im Haus der Eltern oder in ihrer Nähe wohnt? Ich verstehe das nicht.
    Ich denke, ich hätte kein Problem, in der Nähe der Eltern des Partners zu leben. Oft haben die Eltern ähnliche Lebensansichten, wie die Kinder, oder nicht?”

    @EmbraceYourSense

    Das ist manchmal der Fall, andere Male eben nicht. Für mich sind die 99 % der Frauen von denen @Kila sprach, die nicht im Haus der Schwiegereltern mit wohnen wollen, zu hoch angesetzt. Es gibt doch einige, die es zumindest versuchen, sonst würde es nicht so viele Geschichten geben bei denen die Nerven der Beteiligten bei solchen Konstellationen ordentlich strapaziert werden.

    Aber selbst wenn du jetzt zu deinen Eltern wieder zurückziehen solltest, muss es nicht für immer sein. Vielleicht sind die Voraussetzungen in ein paar Jahren anders.
  • ja, klar, Du könntest ja auch jetzt zurück ziehen und wenn eine Partnerin auftaucht, mit ihr nochmal einen neuen Anlauf auszuziehen starten?
    Ich glaube, bei den jüngeren Leuten (wie ich es so von Kollegen um die Mitte bis Ende 20 wahrnehme) ist es auch teilweise wieder eher normal, sehr oft "nach Hause" zu fahren, das war vor 10-15 Jahren gefühlt noch anders, kommt mir jedenfalls so vor.
    Ich sag ja nicht, dass es sooo wenige sind, die im Haus der Schwiegis mitwohnen (mein Bruder tut es auch, eine Freundin auch) und einige sind auch zufrieden, glaube aber, wenn man die Wahl hat und nicht aufs finanzielle achten muss, ist es nochmal ne andere Sache.
    Warum es unanttraktiv macht, ist ja auch Ansichtssache.. liegt immer im Auge des Betrachters ;-) Je nachdem, ob man selbst eher freiheitsliebend oder ein Familienmensch ist, was man so für Erfahrungen gemacht hat und klar, Klischees hin oder her, oft ist schon was dran.. was anderes ist es evtl. bei einem Mehrgenerationenwohnen, wo die Kinder selbst wieder eine Familie haben.
    In meiner Familie war es früher ähnlich, aber auch da eben nicht grad einmischungs- und konfliktfrei.

    Auch noch ne eigene Erfahrung, was ich z.B. persönlich ja gar nicht mag, wenn jemand Dinge nicht macht oder genauso macht, "weil es die Mama so sagt/gemacht hat".. wenn man das aus dem Mund eines erwachsenen Menschen hört.. nuja (auch schon öfter im Kollegenkreis oder beim Ex gehört). Das kommt dann teilweise rüber, als ob alles kritiklos so gemacht wird, wie von den Eltern vorgemacht (was ja nicht immer falsch ist, aber ich selbst z.B. mach mir gern meine eigenen Gedanken und die Dinge so, wie ich es selbst für sinnvoll erachte^^).

    Tja, der erwähnte Kollege.. er wirkt halt teils etwas altbacken und so, als ob Mutti ihm die Klamotten einkauft. Sie kocht auch für ihn und entsprechend isst er alles, was ihm vorgesetzt wird. Es kommt gar keine richtige eigene Meinung oder Persönlichkeit rüber, als wenn er sich mit sich selbst nicht auseinandergesetzt hätte.. und das passt eben in das Bild eines Menschen, der es eher bequem hat. Alles nur meine Meinung und bitte nicht als Pauschalisierung verstehen ;-)
  • Hallo,

    wie sehe ich das Verhältnis zu meinen Eltern? Beide sind ebenfalls eher introvertierte Menschen, meine Mutter weniger, mein Vater dafür mehr. Das heißt, beide wissen selbst, wie wichtig einem Freiraum und auch Ungestörtheit ist. Sicherlich macht sich meine Mutter oft zu viele Sorgen um uns, insbesondere, wenn es um Krankheiten geht. Krebs (welchen aber zum Glück keiner bei uns hat) ist ein echt schwieriges Thema für sie, wahrscheinlich weil ihr Opa daran starb. Aber das hat sich in den letzten Jahren auch gebessert.

    Ich handele nicht nach ihrem Kopf und sie wissen das, ich denke, es könnte also mit einem Leben im gleichen Haus grundsätzlich funktionieren.

    Was ich seit vielen Jahren schon mache, ist ihre Hilfe (da mal hinfahren, etwas mitbringen etc.) ausschlagen. Es sei denn, ich brauche wirklich welche, wie beim Umzug. Das mache ich nicht, um sie zu verletzen sondern um zeigen, dass ich ohne sie zurecht komme.

    @Kila
    Ja, wenn die Beziehung "stark" ist, würde ich natürlich auch mit meiner Partnerin zusammenziehen. Aber dahin scheint es noch ein weiter Weg zu sein :)



    Tatsächlich sehe ich mittlerweile einen möglichen Wiedereinzug bei meinen Eltern als "Rückzug", nicht als Niederlage oder dergleichen. Was mittelfristig danach kommt, weiß ich nicht. Es wird kein Stillstand sein. Der letzte Monat hat mir aber einige wichtige Aufgaben gezeigt, die ich angehen muss.
  • Mir ist noch etwas eingefallen, hast Du schon einmal an eine WG gedacht? Du könntest ja auch selbst eine gründen?
  • Hi,

    wieder knapp 2 Wochen vergangen, in denen ich meine Gedanken etwas sortieren konnte.

    @Kila
    Hab ich schon mal dran gedacht, lässt sich aber mit der Raumaufteilung kaum vereinbaren (zu wenig Platz). Auch ist es seitens der Vermietung nicht gestattet, aber grundsätzlich finde ich die Idee nicht verkehrt.


    Nun, das Bild, von dem ich erzählte, ist aufgehangen. Ich war/bin auch nah dran, mich für die Wohnung zu entscheiden und mich auf die neue Situation einzulassen. Aber es kommen doch immer wieder Zweifel auf.

    Momentan suche ich nach dem Grund für diese Phasen. Mit dem Alleinsein komme ich relativ gut klar mittlerweile und versuche das positive darin zu sehen. Ich habe derzeit Urlaub und habe mir einige Beschäftigungen überlegt, die ich in Zukunft machen könnte (Etwas größeres Schreiben, Basteln, weiteres Instrument lernen).

    Um mehr unter Leute zu kommen habe ich mir auch etwas überlegt. Ich schätze, eine relativ konstante Gruppe mit gleichen Interessen, ist geeignet für mich. Zum Beispiel ein Gruppensportkurs, ein VHS-Kurs oder ähnliches. Etwas anderes, spontaneres, traue ich mir ehrlich gesagt nicht zu.



    Was mir weiterhin fehlt ist die Weite und Menschenleere des Landes, hier in der Stadt ist einfach immer was los. Das Haus ist recht hellhörig, mein Nachbar beim Fußball schauen deutlichst zu hören. Er hört auch sicherlich viel von mir, obwohl ich leise bin.

    Kennt ihr das Gefühl, manchmal komplett losgelöst sein zu wollen? Schreien zu können und es würde einfach niemand hören? Kein Mensch, auch keiner meiner Familie, weit und breit. Für eine gewisse Zeit.

    Ich glaube, ich muss mal raus.



  • Guten Morgen @Patrick,
    gerade beim lesen deiner Zeilen freue ich mich über das, was du da mitteilst. Es klingt, trotz Zweifel, so wunderbar nach Aufbruch ins Neue und Ungewisse, dass ich dich hiermit im Grunde nur bestärken möchte.

    Es ist auch meine Erfahrung: in dem Moment der Zustimmung zu dem, was gerade läuft, kommen auch die Ideen wie's weitergeht
    "...bin auch nah dran, mich für die Wohnung zu entscheiden und mich auf die neue Situation einzulassen" / "Ich schätze, eine relativ konstante Gruppe mit gleichen Interessen, ist geeignet für mich".
    Nur ein kleiner Tipp am Rande: suche nicht nach dem Grund für diese Phasen des Zweifelns.
    Da beisst sich die Katze in den Schwanz. Du wirst keine Ursache finden und drehst dich nur im Kreis.

    Dass dir die landschaftliche Weite und Menschenleere fehlt ist sehr verständlich.
    Die Weite und Stille, die im außen, in der Landschaft gefunden wird, ist wie ein Abbild von dem was im tiefsten Inneren ist - unberührt von dem Trubel der Stadt - und die Chance das zu entdecken scheint da, wo immer was los ist, ungleich viel größer. Manchmal braucht es den Kontrast.

    Das Gefühl, komplett losgesöst sein zu wollen kenne ich so nicht, zuminest würde ich es so nicht formulieren. Doch ich weiss, dass es gut ist sich völlig auf dieses Erdenleben einzulassen, richtig im Kontakt zu sein damit. Dann kann sich sich die Entsprechung dazu im Gewahrsein zeigen.
    Das trifft dein beschriebenes Gefühl bestenfalls, nehme ich an, andeutungsweise, vielleicht. Es ist egal, dein Erleben ist ohnehin einzigartig, so wie du auch. Grüße in den Tag...
  • Hallo Fanny,

    danke für deine Zeilen, die erst nach ein paar mal Lesen ihren Sinn preisgeben :)

    Meine Antwort, wenn ich gefragt werde, ob ich in der Wohnung bleibe, ist seit einiger Zeit: "Ich weiß es nicht". Der Grund für die Antwort ist kompliziert. Ich will mir eigentlich keine Frist mehr setzen, bis wann ich mich entscheiden will. Der Weg hier soll so weit gehen, wie ich es für sinnvoll halte, ihn zu gehen. Dabei richte ich den Blick aber (zu) weit nach vorne, geht nicht anders. Wenn ich jetzt sagen möchte, so ist es okay, dann soll es auch in einem Jahr noch okay sein. Es muss Bestand haben. Und es muss Sinn haben.

    Und bei der Sinnfrage drehe ich mich im Kreis, da hast du Recht. Da geht es immer noch darum, ob ich das hier für mich mache, oder für Andere...
    Muss ich etwas lernen? Lernen Allein Zusein, mit mir selbst auszukommen, mich alleine meinen Problemen zu stellen.
    Oder muss ich diese Sachen nur beweisen, nur mir beweisen, oder Anderen beweisen um nicht Vorverurteilt zu werden...

    Ich schreibe das zum Teil nur für mich selbst auf, ihr müsst es nicht beantworten ;)


    Ich habe die Nachricht bekommen, dass mein Vermieter das Mietshaus verkauft. Das heißt, es wird wohl bis in den Sommer regelmäßige Besichtigungen der Wohnungen geben. Weiter kann es auch, wenn auch unwahrscheinlich, heißen, dass ich eine andere Bleibe suchen muss. Das bringt die Lage wieder etwas durcheinander.


    Das Gefühl. Es geht um zeitweilige, komplette Ruhe, da nicht mal jemand in der Nähe ist, der diese Ruhe stören könnte. Ich bin hier zwar alleine in meinem Zimmer, aber nicht alleine in meiner Umgebung. Das Gefühl hatte ich bisher nur, wenn ich draußen, im Feld oder Wald, unterwegs war. Es war schön.
  • was ich mich grade frage: liegt es vielleicht gar nicht daran, daß du gerade lernst, auf eigenen Füßen zu stehen, sondern ist die derzeitige Wohnung vielleicht einfach nicht die Richtige für dich?
    Grade für Intros ist es doch besonders wichtig, sich in ihren eigenen vier Wänden wohl und sicher fühlen zu können.

    Wohnungsbesichtigungen bis in den Sommer hinein? Da schüttelt es mich schon beim lesen. Für mich gilt absolut der Spruch: my home is my castle :)

    Ich tu mich schon schwer damit, Handwerker in meine Wohnung zu lassen, geschweige denn Menschen, die sich wegen Kauf des Hauses mein Reich anschauen wollen und mir die Ruhe stören.

    Selten hat das jemand verstanden. Erst hier im Forum bekam ich zum ersten Mal Rückmeldung, daß dieses ungute Gefühl, wenn jemand in den persönlichen Bereich eintritt, völlig normal sein kann, auch wenn Menschen in meinem näheren Umfeld gegenteiliger Meinung sind und mir Spinnerei anhängen wollen.

    Ich ziehe inzwischen einen Nutzen aus dem Phänomen:

    der Mensch, den ich mir (und sei es nur gedanklich) freiwillig und gern in meine Wohnung einlade, der ist ein Freund. Mit diesen Menschen kann ich so sein, wie ich bin. Ohne mich zu verstellen.

    Dies nur am Rande.

    Überlege und spür mal selber in dich rein, ob die Wohnung die Richtige für dich ist. Und ob es vielleicht schon helfen kann, eine andere Wohnung fernab deines Elternhauses zu finden, in der du dich wohl fühlst und ankommen kannst.
  • Ich denke, ich habe eine Lösung gefunden.

    Hier werde ich wohl nicht glücklich werden, die Zweifel werden auch nächsten Monat noch da sein, noch in einem Jahr da sein. Diese Wohnsituation ist nicht das, was ich mir wünsche und etwas tief in mir wehrt sich dagegen.

    Womöglich hat mich mein bisheriges Leben soweit geprägt, dass ich dem nichts abgewinnen kann. Mit viel Zeit und Leidensdruck lässt sich das vielleicht ändern, aber wozu? :)

    Nach allem, was ich bisher aus meinen Gedanken gezogen habe, scheint mir die Lösung diese zu sein: Eine Wohngemeinschaft.

    Es wird auch damit zu Situationen kommen, die mir nicht passen werden. Aber ich wäge jetzt seit einiger Zeit die Vor- und Nachteile einer WG ab und halte es für eine gute Möglichkeit, die zumindest ausprobiert werden sollte.

    Aber, das Ganze will wieder gut geplant und vor allem die richtige WG gefunden werden...

    Ein paar Tage lasse ich mir den Gedanken durch den Kopf gehen und dann ist Schluss mit Zweifeln, Hadern, Nachdenken.


    @enjoythesilence
    Die Besichtigungen sind schon blöd, ja, wenn ich aus der Wohnung ausziehe, käme es auch zu Besichtigungen, wobei die sich nicht so lang ziehen würden. Ich schätze, das spielt kaum eine Rolle bei meiner Entscheidung.

    Was meinst du mit fernab? Wenn ich die Idee mit der WG durchziehe, dann werde ich erst mal einige Monate wieder zu meinen Eltern ziehen, einfach um wieder Boden unter die Füße zu kriegen und Energie für die nächste Aufgabe zu sammeln.


    Eigentlich sollte es mich nicht überraschen, dass ich mit dem Auszug Probleme habe. Bei mir läuft es selten normal...









  • Das ist schön, wenn dieser thread und der darin enthaltene Gedankenaustausch dich dahin gebracht haben, eine Lösung gefunden zu haben! @EmbraceYourSense

    Mit fernab deines Elternhauses wollte ich ausdrücken, daß ich eine Wohnsituation meine, die nicht gleichbedeutend damit ist, eine Wohnung im Elternhaus zu wählen. Fernab im Sinne von nicht bei den Eltern sondern eher in der Nähe deiner Arbeitstselle.

    Die Idee mit einer WG ist sicher eine gute Aussicht!

    Nun kommen ja sowieso erst einmal die Feiertage, ich schätze, die wirst du zu Hause bei der Familie verbringen. Und im Januar werden die Karten dann wieder neu gemischt.

    Gutes Gelingen mit deiner Entscheidung wünsche ich und sende viele Grüße
    enjoythesilence
  • Guten Abend,

    ich habe mir nochmal den gesamten Thread durchgelesen und bin erstaunt über mich selbst. Über mein Empfinden und Gefühle zu Beginn, über das endlose Schwanken und die Pläne, die daraus entstanden sind.

    Der Auszug hat mir wahrlich den Boden unter den Füßen weggezogen und hat mich, mein Inneres, aus dem Gleichgewicht gebracht. Der Auszug hat mich dazu gebracht über wichtige, teilweise meine Lebensgestaltung betreffende, Entscheidungen nachzudenken und Ziele zu hinterfragen. Ob das sinnvoll war, weiß ich nicht...

    Es sind jetzt fast genau 2 Monate nach dem Einzug vergangen und die "Entscheidung" ist da. Ich bleibe hier.

    Vor einer Woche hatte ich mir bereits ein Ende des Grübelns gesetzt, hatte die Idee mit der WG im Kopf und schrieb meiner Vermietung, dass ich eine Kündigung aufsetzen werde. Am gleichen Abend lag ich im Bett, die Gedanken rasten und ich zweifelte noch mehr als zuvor.

    Am Tag darauf schrieb ich, dass ich Bedenkzeit bräuchte.

    Ich habe nun alle Möglichkeiten durchdacht, alle Vorteile, Nachteile, vermeintliche Unwichtigkeiten abgewägt und mich gefragt, wie die Zukunft aussehen soll.

    Ich habe mich, soweit es ging, von der Meinung Anderer gelöst und dennoch kann ich es mir nicht wirklich vorstellen, "dauerhaft" wieder bei meinen Eltern zu wohnen. Dennoch ist es für mich gut zu wissen, dass es einen sicheren Hafen gibt.

    Auch wenn eine WG sicherlich Vorteile hätte, ich brauche ab und zu Zeit und Raum, in dem keiner um mich herum ist. Ein Bedürfnis, welches in einer WG nicht immer gegeben ist.

    Die Idee mit dem Dachgeschoss war sicherlich auch aus dem "Heimweh", der Sehnsucht nach meiner bekannten Umgebung geboren. Momentan würde es mich in vielerlei Hinsicht blockieren, diese Idee in die Tat umzusetzen.

    Mir ist aufgefallen, dass ich mich mit möglichen Antworten beschäftige, deren Fragen noch gar nicht gestellt sind.

    Und meine Wohnung?

    Das Alleinesein funktioniert immer besser, die Vorteile des Alleine Wohnens werden langsam stärker. Manchmal macht sich ein wenig Melancholie breit, aber in gewissem Maß ist sie für mich erträglich. Das Wetter tut da sein übriges.

    Die Einrichtung schreitet weiter voran und ich erschaffe im Wahrsten Sinne des Wortes (mehr oder weniger) mein "Castle". Ich mag das mittelalterliche irgendwie.

    Was mich recht traurig gemacht hat, meine Lautsprecher klingen hier in der neuen Wohnung ziemlich bescheiden. Es hat viel Zeit gekostet und es gibt noch einiges zu tun, aber mittlerweile klingen sie wieder.

    Ich habe hier mehr Raum für meine kreative Seite, ich habe Bücher weitergelesen, die ich seit 2 Jahren nicht angefasst habe. Auch komme ich hier gut zum Schreiben :)

    Ich habe die Kontaktanzeige für Mitmusiker geschaltet. Es haben sich mehr als eine Hand voll Leute gemeldet und Anfang Januar wird wahrscheinlich schon zusammen gespielt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das eine Gute Sache wird.

    Die Partnersuche werde ich mehr oder weniger weiterverfolgen, Online sowie Offline.
    Ich denke mir hier, ich sollte dem "Zufall eine Chance" geben, sehen was die Zukunft bereit hält. Wenn es nicht klappt, ja, dann habe ich es immerhin versucht.
    Als Kontaktquellen habe ich einen Sportkurs und einen Kochkurs im Kopf.


    Euch möchte ich wirklich sehr für eure Meinungen und Erfahrungen danken, es hat mir geholfen meine Gedanken nicht abgleiten zu lassen.

    Ich habe nun den Weg für die nächste Zeit :)


    Ich werde weiter hier im Forum vorbeischauen, vlt. fallen mir noch ein paar Andere Themen ein oder ich kann bei einem behilflich sein. Auch werde ich diesen Thread immer mal im Auge behalten...

    Schöne Restfeiertage!

    Patrick







  • Sehr spannend zu hören, was sich draus entwickelt hat und spannend was daraus wird.

    Viel Spaß dabei
  • "...und die "Entscheidung" ist da. Ich bleibe hier". --- :-) find ich echt gut.
    Ja, behalte diesen Thread im Auge! Die Kommunikation mit dir hat mir gut gefallen.
    Es macht einfach Spass, wenn ausführliche Rückmeldungen und Antworten auf Kommentare folgen,
    so kann die Energie wirklich fließen bis zu einem Punkt, wo alles gesagt ist.
    Wünsche dir einen passenden Übergang >2018 mit
    einer erfolgreichen Fortsetzung deiner Entdeckungsreise . . .
    Grüsse
  • Hi,

    @Sverige
    Ich bin genauso gespannt wie du, was daraus mal wird :)


    Über die Feiertage war ich größtenteils bei meiner Familie, es war sehr schön.
    Wie fast schon zu erwarten, kam dann auch wieder die Sehnsucht an die "alte" Zeit zurück.

    Die letzten beiden Tage waren sehr schwer, fast depressiv. Ich kann nichts dagegen machen, diese Phasen kommen immer dann, wenn es einfach zu viel wird. Die Arbeit ist anstrengend, weil ich jetzt auch die Einarbeitung neuer Kollegen übernehme, dann kommt der Haushaltskram dazu, die Besichtigungen und zu guter Letzt "grölt" mein Nachbar unter mir bis spät abends zu seinem Fußballspiel. Wir hatten schon darüber geredet, dass das Haus sehr hellhörig ist.

    Mein, ganz am Anfang angesprochener, Wasserstand sinkt durch dies alles kontinuierlich und an diesen Tagen kann ich keinen Ausgleich finden.
    Ich weiß nicht wieso, aber ich war heute Nachmittag auf der Arbeit den Tränen nahe, Erinnerungen an alte Zeiten im Kopf.

    In diesen Momenten kämpfe ich sehr mit mir selbst, um nicht der Sehnsucht und dem Heimweh nachzugeben.

    Jetzt geht es wieder, der Nachbar ist ruhig, ich höre Musik und schreibe.

    Ich denke, ich bin doch sensibler als ich dachte und manchmal habe ich das Gefühl, dass es keinen. erreichbaren, Ort für mich, meine Bedürfnisse gibt.

    Ich habe diese einmal zusammen getragen und merke, dass sie teilweise sogar gegensätzlich sind. Dazu kommt, dass sie immer in unterschiedlicher Stärke ausgeprägt sind.

    - Wunsch nach Ruhe
    Ich brauche diese Momente ab und zu in denen keiner in meiner Nähe ist oder mich anderweitig stört. Nur dann kann ich Musik ganz aufnehmen, meine Gedanken laufen lassen und reflektieren. Diesem Wunsch kann ich auch sehr gut draußen in der Natur nachkommen, brauche dies aber auch in meinem Zuhause. Das Stadtleben hat seine Vor- und Nachteile.

    - Wunsch nach Gesellschaft
    Ich bin es mein Leben lang gewohnt, alltägliches wie Essen, Kochen, Einkaufen und Wohnen mit jemandem zusammen zu tun. Ich kann einem tiefen, interessantem Vier-Augen Gespräch einiges abgewinnen. Bis ich aber eine Verbindung zu einem Menschen aufgebaut habe, die stark genug für diese Anforderungen ist, vergeht eine Menge Zeit. Solange brauche ich regelmäßigen Kontakt zur Familie.

    - Wunsch nach Effizienz
    Ja, ich bin ein recht sparsamer Mensch und sehe vieles pragmatisch. Das Leben bei meinen Eltern hatte u. a. den Vorteil, die Kosten aufzuteilen, sodass jeder weniger finanzielle Last hatte. Es stört mich doch, wenn ich nun für eine Person alles alleine zahlen muss. Ein ganzer Kühlschrank für eine Person allein ist aus meinen Augen nicht effizient. Ich versuche meine Ausgaben so gering wie möglich zu halten, das Gesparte verprasse ich jedoch nicht für Materielles. Wer weiß, wann ich es brauchen kann.

    Wenn jemand eine plötzliche Idee hat, wie man das alles miteinander verbinden kann, dann bitte ich um Mitteilung :)

    Mein Hirn sucht natürlich unentwegt nach Lösungen und Möglichkeiten. Dann wird eine WG wieder interessanter, aber es gibt einfach zu viele Unbekannte.

    Unterdessen arbeite ich an meinen sozialen Kontakten. Ich habe mich mit einem möglichem Bandmitglied getroffen und wir haben zusammen gespielt. Eine gute Sache.

    Der Weg geht weiter und ich werde sehen, wohin es sich entwickelt. Ich glaube aber, an einem bestimmtem Punkt sollte die Reißleine gezogen werden und ich muss nach einiger Zeit einen neuen Versuch starten.

    Mir hat sich ein weiterer Gedanke gezeigt: "Haushaltssplitting"
    Dinge, die ich in einer Wohnung eher schlecht machen kann, wie Musik über Lautsprecher hören, verlagere ich in die leeren Zimmer bei meinen Eltern.
    Das, was ich für den Alltag brauche: Bett, Rechner etc. lasse ich in der Wohnung.

    Das Konzept würde einige der genannten Punkte verbessern und würde sowohl in einer WG als auch in einer kleineren Wohnung funktionieren. Man könnte aber auch sagen, es würde verhindern, dass ich von meiner Heimat, meinem Elternhaus los komme...

    Danke für´s Lesen :)
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