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Allein wohnen - Einsamkeit

Hey,

Mitte September zog ich aufgrund meines Studiums (Soziologie) nach Duisburg. Ich war ziemlich zuversichtlich, freute mich auf die Zeit abseits meines "alten Lebens" und abseits meines Elternhauses. Ich hatte zudem die Hoffnung, dass es mir mit meinen Depressionen gut tut, wenn ich schon haushaltsbedingt jeden Tag ein bisschen was zu tun habe.
Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich es wirklich angenehmer finde allein zu leben, eine Wohnung für mich zu haben und nicht dazu gezwungen bin jeden Tag mit noch so gespannten Nerven Menschen um mich haben zu müssen. Es hat mich nicht einmal gestört, dass ich bis Anfang dieses Monats kein Internet hatte.

Was mich aber stört ist, dass ich hier einfach niemanden kenne. Ich lebe in keinem Wohnheim, sondern habe eine normale Wohnung. Und ich kenne einige Leute von der Uni, klar. Die meisten davon leben aber nicht in Duisburg. Und überhaupt sind das eher so "Kumpels" , mit denen ich nie und nimmer privat was unternehmen könnte. Ich muss dazu sagen, dass ich generell besser mit "weniger maskulinen" Freunden oder auch gleich Freundinnen zurecht komme. Ich brauche schon Freunde, mit denen man auch wirklich vertraulich reden kann, nicht nur "Kumpels". Schon allein weil ich ansonsten auch gar nicht wüsste, worüber man so redet. Ich habe einen ziemlich eigenen Humor und ziehe es oft vor zu schweigen, weil jede Äußerung meinerseits für gewöhnlich übergangen oder nicht verstanden wird. Und naja, Depressionen halt. Kurz: Ich bin nicht unbedingt ein Magnet für soziale Kontakte.
Ich finde es im Prinzip auch nicht unbedingt schlimm mal längere Zeit allein zu sein, aber so völlig ohne jeden sozialen Kontakt ist es eben auch sehr... schwierig. Dass meine Mutter regelmäßig anruft und sich erkundigt ob ich schon Leute kenne, macht es auch nicht besser.

Vorher hatte ich prinzipiell auch keine sozialen Kontakte. Aber ich hatte zumindest theoretisch jederzeit die Möglichkeit jemanden zu nerven oder mal mit jemanden trinken zu gehen. Trotzdem war ich schon vor meinem Umzug ziemlich einsam. Das hat sich jetzt zugespitzt und anders als vorher könnte ich niemanden kontaktieren, wenn ich es absolut nicht mehr aushalte allein zu sein.
Ich habe über Internet einige Lokalitäten in Duisburg gefunden, wo ich vielleicht Leute kennenlernen könnte. Allerdings traue ich mich auch nicht allein irgendwohin zu gehen und das Risiko einzugehen nur allein rumzusitzen und seltsam angeguckt zu werden. Außerdem überfordert es mich schon mir die richtigen Busverbindungen rauszusuchen, da ich wirklich keine Ahnung hab, wie das hier läuft.

Ich habe auch keine Ahnung, in welcher Hoffnung ich hier schreibe. Vielleicht will ich es nur von der Seele schreiben. Vielleicht gibt es mir unbewusst das Gefühl zumindest ETWAS zu tun.

Freundliche Grüße, Fuzzlfux (21)

Kommentare

  • Ich finde es mutig, dass Du ganz alleine in einer Stadt zu leben versuchst, in welcher Du scheinbar niemand kennst.

    Helfen kann ich Dir leider nicht, mein Hauptumfeld nahm ich aus der Schulzeit mit, meine Arbeitskollegen sind eben diese und daher immer irgendwie da.

    Weils mir aber genauso mit dem kennenlernen ergeht, wie Dir, hab ich auch schon vor langem aus dem Kopf gestrichen, irgendwann umzuziehen.

    Viel Erfolg, dass sich Deine Lage irgendwann ändert.
    Dass ich besseren Kontakt zu manch Kollegen aufgebaut hat, ergab sich auch eher zufällig, vielleicht ists bei Dir mit der Uni ja ähnlich.
  • Hallo Fuzzlfux!

    Sich einmal etwas von der Seele schreiben zu können, dafür ist das Forum doch da :)

    Oft hilft es schon, seine Gedanken auszuformulieren. Manchmal ist in dem entstandenen Text die Antwort schon enthalten. So geht es mir zumindest beim Tagebuchschreiben.

    Ich kann deine derzeitige Situation nachempfinden. Auch ich bin einmal zu Ausbildungszwecken in eine mir fremde Stadt gezogen. Allerdings sehr freiwillig. Und ich wollte dringend den Abstand von zu Hause.

    Wie EinNerd schon anmerkt, so ging es mir auch: mein Umfeld bestand vor allem aus meinen Arbeits- und Schulkollegen.

    Mit denen konnte ich ab und an etwas unternehmen - es blieb jedoch bei einem - wie du es definieren würdest - sehr kumpelhaften Kontakt. Unter den "Leidensgenossen" Freunde zu finden, dauerte auch bei mir eine Weile.

    Beim lockere Kontakte knüpfen half mir, an verschiedenen Kursen teilzunehmen. Was nicht wirklich mein Ding ist und keiner der Kontakte war von Dauer.

    Ich glaube, da muß man wirklich unterscheiden zwischen "Zweckkontakt" und echten Freundschaften.

    "Dass meine Mutter regelmäßig anruft und sich erkundigt ob ich schon Leute kenne, macht es auch nicht besser. "

    Das glaube ich dir aufs Wort! Baut dieses nachfragen doch nur noch mehr Druck auf. Sag ihr vielleicht einmal freundlich, daß es sicher lieb gemeint ist, aber daß sie bitte künftig von solcher Art Nachfragen absehen sollte ;)

    Nun, was könnte ich dir raten, wie du Anschluß findest?
    Vielleicht dir selbst nicht so viel Druck zu machen, den ich da zwischen deinen Zeilen spüre. Ich bin sicher, Duisburg ist es wert, von dir entdeckt zu werden. Fotografierst du gern? Geh raus, such interessante Motive und mach etwas Schönes aus den entstandenen Fotos.

    Du bist mit Bus und Bahn unterwegs? Erkundige dich über die Linienpläne und Abfahrtszeiten von deiner Haltestelle. Wenn du mobil bist, das ist schonmal viel wert!

    Ich weiß, das sagt sich so leicht, aber gib dir auf deiner Suche nach Freundschaften etwas Zeit. Versuche, zufrieden mit dem zu sein, was ist. Es dir in deinen eigene vier Wänden gemütlich machen.

    Das war bereits ein großer Schritt, den du da gegangen bist, indem du von zu Hause ausgezogen bist und nun dein Leben so gestalten kannst, wie du es möchtest.

    Hab Geduld. Und wenn du jemand zum "zuhören" brauchst, ist das Forum vielleicht kein Ersatz für Kontakte im Real Life, jedoch ein sehr geduldiger Zuhörer :)

    Freundliche Grüße zurück,
    enjoythesilence
  • Moin Fussel,
    das mit dem Bus in fremden Städten is für mich auch jedes Mal der absolute Horror. Ich verstehe es NIE. Da lauf ich lieber, wenns sich einrichten lässt.

    Muss mich EinNerd anschließen, ich find das auch sehr mustig, dass du in eine fremde Stadt gezogen bist.
    Was sind denn das für Lokalitäten, die du rausgesucht hast? Gibt es vielleicht irgendwelche "Neu in Duisburg" Gruppen auf Facebook (falls du da bist) oder an anderen Stellen im Internet oder vielleicht über die Uni?

    Generell würd ich sagen, lass dir Zeit. Verbissen versuchen, dich Leuten an den Hals zu schmeißen, dürfte wenig bis gar nichts bringen. Ich bin vor 9 Jahren aus Berlin nach Heidelberg gezogen und kannte hier nur meinen Freund. Mit seinen Freunden bin ich irgendwie nie warm geworden. Es kamen und gingen viele Menschen, die ich teilweise als Bekannte, teilweise als Freunde bezeichnen würde, die mir aber nicht gut taten.
    Nach 6 Jahren gab ich es auf. Hatte keine Lust mehr, es zu versuchen und damit auf die Nase zu fliegen.
    In dem Moment muss ich mich unterbewusst dafür geöffnet haben, den richtigen Leuten die Tür aufzumachen. Damals hab ich den Job gewechselt und die damaligen neuen Kolleginnen sind heute die besten Freunde, die ich in meinem gesamten Leben hatte und die ich mir überhaupt vorstellen kann. Und anfangs sah es überhaupt nicht so aus, als könnte das passieren. Klar waren sie nett, aber die eine fand ich etwas nun, püppchenhaft und naiv, die andere etwas bossy und distanziert.
    Wir haben die Mittagspause verbracht und ansonsten ein gutes Arbeitsverhältnis gehabt, mehr hab ich auch gar nicht erwartet. Bis wir wirklich Freunde geworden sind, hat es auch gedauert.
    Ich hab dort nur ein halbes Jahr gearbeitet. Freunde sind wir erst danach geworden (ich bin überglücklich, dass ich weiter in Gruppenaktiviäten inkludiert wurde, obwohl ich nicht mehr bei ihnen gearbeitet habe) und so richtig gute Freunde sind wir vermutlich erst nach einem Jahr gewesen.

    Sowas braucht Zeit und das hab ich bei meinen ganzen Abenteuern vorher nie mit eingerechnet. Dass nicht irgendwann DIE einsame Person ankommt, die genau für MICH einen Platz in ihrem Leben hat und best friends mit mir sein will. Erstmal muss man eine Person treffen, mit der man auf derselben Wellenlänge ist, und dann muss man so viel Zeit mit ihr verbringen, obwohl man noch gar nicht befreundet ist, dass eines Tages eine Freundschaft daraus wird.
    Gleichzeitig muss man dabei aber in sich ruhen und auf sich selber vertrauen, damit man sich nicht unterbewusst auf diese Person wirft und sich emotional in ihr festkrallt. Die Person bleibt dann nämlich nicht lange genug da, um eien Freundschaft entstehen zu lassen.
  • Hi,

    ich kann da hoffentlich ein kleines bisschen weiterhelfen, da ich vor 6 Wochen genau das gleiche gemacht habe, wie du. Raus bei den Eltern, rein in eine neue Stadt. Wobei ich wahrscheinlich nicht soweit von meinem alten Leben entfernt bin, wie du. Es sind keine 20km.

    Ich habe derzeit, bis auf meine Familie, auch keine tiefgreifenden, ja eigentlich nur geradezu oberflächliche Kontakte. Und wie bei dir gerade, habe/hatte ich daran sehr zu denken.

    Was ich dir sagen will:
    - Gib dir Zeit! Auch, wenn alle sagen, es wird bald besser und man das gar nicht nachvollziehen und glauben mag.
    - Besinne dich auf die Vorteile, die sich dir nun bieten. Auch wenn sie dir erst mal noch so klein und unbedeutend erscheinen, solltest du sie nicht außer Acht lassen.
    - Wie die Vorposter schon gesagt haben, kann man sich die gewünschten Kontakte nicht herbeizaubern. Zeit, Gelegenheit, Arbeit und auch Glück spielen da die Hauptrolle. Deswegen, auch wenn es hart ist, muss man sich teilweise damit abfinden, dass es derzeit einfach nicht so ist, wie man es sich wünscht.
    Aber!
    - Wichtig ist, und das wird mir glaube ich auch helfen, dass du das Ziel vor Augen behältst und beständig, in kleinen Schritten, Tag für Tag, daran arbeitest.
    - Ein Tipp, den ich bekommen habe: Mache dir klar, was du suchst und dann, wo du es finden kannst.
    - Was hast du für Hobbys und Interessen? Da kannst du ansetzen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Viele Grüße

    EmbraceYourSense
  • Ach ja ich bin vor 3 Monaten auch in eine neue Stadt gezogen, allerdings in ein Wohnheim. Mit den Freundschaften ist das so ne Sache... ich bin nicht besonders gut darin neue Freundschaften zu schließen. Doch da ich in einem Wohnheim wohne ist es einfach lockere Freundschaften zu schließen, (vor allem da Ich kein WLAN habe und dann aus Langeweile Leute frage was sie noch so machen^^) von denen hab ich einige, aber tiefe Freundschaften sind schwieriger zu schließen. Ich kenne momentan nur 2 Leute bei denen ich das Gefühl habe, dass sich daraus eine tiefere Freundschaft entwickeln könnte. Allerdings wird das schwierig, da ich Ende des Jahres wieder umziehe und dann nach Österreich in ein Studentenwohnheim ziehe.

    Ich würde vorschlagen, dass du deinen Interessen nachgehst, dabei kann man auch gut neue Leute kennen lernen, und da man gleich eine Gemeinsamkeit hat, bietet sich direkt eine Gesprächsmöglichkeit. Außerdem kann man online auch gute Freundschaften schließen, das hilft auch gegen die Einsamkeit. Meine beiden besten Freunde hab ich auch online kennengelernt, und sie sind die Freunde, denen ich am meisten vertraue. Dummerweise Wohnen sie auf der anderen Seite des Planeten...

    Das Ding ist ja einfach das es Zeit braucht, bis sich eine gute Freundschaft entwickelt. Außerdem müssen beide dazu bereit sein sich zu öffnen, damit sich Vertrauen aufbauen kann.

    Auf jeden Fall viel Glück!
    Luna
  • Danke für die Antworten und die Anregungen. :)

    @San
    "Was sind denn das für Lokalitäten, die du rausgesucht hast?"
    Größtenteils szenenbezogene Kneipen und ein multikulturelles Zentrum, das beispielsweise auch Gesprächsabende für Depressive und andere psychisch angeschlagene Menschen bietet. Das Problem ist einfach, dass ich da nicht allein hingehen möchte. Ich hatte es mir schon dreimal fest vorgenommen, bin dann aber doch jedes Mal zuhause geblieben. (Na hoppla, ich finde keinen Bus, so ein Pech aber auch!)
    Ich weiß ja nicht was das da jeweils für Leute sind und wenn ich dann nur rumsitze und mich umso einsamer fühle, wird mich das eher noch demotivieren... .

    "Dass nicht irgendwann DIE einsame Person ankommt, die genau für MICH einen Platz in ihrem Leben hat und best friends mit mir sein will."
    Ja, irgendwie hoffe ich sowas in der Art unbewusst immer. Das habe ich generell in allen Lebensbereichen. Ich stolpere irgendwie durch den Tag und hoffe unbewusst, dass die Welt morgen plötzlich völlig anders aussieht und ich auf all die unangenehmen Dinge nicht mehr angewiesen bin. Ist natürlich ziemlich irrational, aber es ist ja auch mehr eine in den Geist eingefressene Grundstimmung als eine bewusste Hoffnung.

    "Gleichzeitig muss man dabei aber in sich ruhen und auf sich selber vertrauen, damit man sich nicht unterbewusst auf diese Person wirft und sich emotional in ihr festkrallt."
    Ich habe eher oft das gegenteilige Gefühl. Ich bin mir nie so ganz sicher wie sehr ich andere "belästigen" sollte und daher fällt mir schon ein einfaches "Hast du Lust heute Abend mal was zu unternehmen?" ziemlich schwer. Ich bin wirklich nicht gut darin Kontakt zu halten, einfach weil ich das Gefühl habe, dass jeder Anruf, jede Whats-App-Nachrichten usw. eine Zumutung für mein Gegenüber ist. Und mit Depressionen hat man dazu ja oft auch einen Reaktionszeitraum von ein paar Wochen bis Monaten bis man sich zu irgendwann durchringt.


    @EmbraceYourSense
    "Wobei ich wahrscheinlich nicht soweit von meinem alten Leben entfernt bin, wie du. Es sind keine 20km."
    Bei mir sinds knapp 250 km. :D

    "Gib dir Zeit! Auch, wenn alle sagen, es wird bald besser und man das gar nicht nachvollziehen und glauben mag."
    Die Frage ist halt wann "bald" ist. In Emden war ich auch ca. 4-6 Jahre mehr oder weniger ohne engere Kontakte. Und beim Einkaufen oder in der Uni scheine ich nicht wirklich in Gespräche zu kommen. Gerade bei letzterem... die meisten Studenten haben bereits ihre festen Cliquen, sind offenbar teilweise zu zweit oder dritt an die Uni gekommen oder haben sich direkt in der Einführungsphase gefunden.


    @Luna
    "Ich würde vorschlagen, dass du deinen Interessen nachgehst, dabei kann man auch gut neue Leute kennen lernen, und da man gleich eine Gemeinsamkeit hat, bietet sich direkt eine Gesprächsmöglichkeit."
    Ja, leider sind meine meisten Interessen eher Solo-Sachen. Ich hatte nie Bezug/Talent für Sport oder Kunst. Und an vielen Dingen verliere ich schnell die Lust. (Danke, Depressionen)
    Ich war in Emden z.B eine Zeit lang Bogenschießen und kannte da auch sowieso Leute, die ich sonst zu selten sah. Aber irgendwann blieb ich mal wegen Kopfschmerzen zuhause und dachte dabei so "Ohne eigenen Bogen isses eh doof" und seitdem bin ich einfach nie wieder hingegangen.
  • Hi,

    kann ich verstehen, manchmal frage ich mich das auch, wann das "Ziel" wenigstens in Reichweite scheint. "Einfach so" passiert aber leider nichts.

    Gibt es etwas, was dich motiviert? Nichts, was du dir für die Zukunft vorstellst, sondern etwas, was jetzt bereits da ist?


  • Ach, das gefällt mir! @EmbraceYourSense - Man kann ja den Spruch 'Der Weg ist das Ziel' schon fast nicht mehr hören - dennoch ist es so.

    "...manchmal frage ich mich das auch, wann das "Ziel" wenigstens in Reichweite scheint". Ja, das Ziel IST in Reichweite, und da erscheint es auch, nämlich in deiner Vorstellung. Und dort bleibt es immer in Reichweite, machst du einen Schrit so macht das Ziel ebenfalls einen Schritt, immer vor deiner Nase. Das ist gemein, oder? Das geschieht, wenn mit der Vorstellung in der Zukunft gelebt wird.

    Und dann sagst du:
    "Gibt es etwas, was dich motiviert? Nichts, was du dir für die Zukunft vorstellst, sondern etwas, was jetzt bereits da ist?"

    Schau einmal um dich herum, dann siehst du, was bereits da ist. Das ganz Konkrete: auf einem Stuhl sitzen, am PC schreiben, ein Schluck Kaffee schlürfen...
    DAS IST ES, und das ist alles. Es ist total desillusiunierend. Die ganze Illusion im Kopf verschwindet wenn dein Fokus HIER ist was GERADE geschieht. und mit der Illusion verschwindet noch etwas.
    Aber das wird nicht verraten - es zeigt sich von selbst. Dann entfällt auch die Frage, was einen motiviert.

    Hallo @Fuzzlfux - "Ich habe auch keine Ahnung, in welcher Hoffnung ich hier schreibe".
    Ich weiss auch nicht, warum ich hier geschrieben habe. Es passiert einfach, irgendein Satz oder Frage fordern mich dazu auf. Wer weiss, vielleicht ist ein Gedanke des einen ein zündelnder Funke für den anderen?

    Also schreiben wir einfach, wenn uns danach zumute ist. Grüße von Fanny
  • edited Februar 2018
    Vielleicht passt es in diesen Beitrag auf eine Initiative aufmerksam zu machen bei der Weihnachten und Silvester 2017 ungewollt einsame Menschen über einen Feiertag an teilnehmende Menschen vermittelt wurden. Es ist wohl auch in den Tagesthemen erwähnt worden und der Stern hat darüber berichtet. Die Aktion soll fortgesetzt werden und eine entsprechende Webseite ab Mai starten. Allerdings werden überwiegend Leute angesprochen die Facebook oder Twitter verwenden. Man findet die Seiten wenn man nach #KeinerBleibtAllein, hipsterfitness oder #KeinerTwittertAllein googelt.

    Solche Treffen sind zwar spontan noch keine Freundschaften, aber wer weiß was sich zwischen den Menschen in jeder Stadt auf Dauer entwickelt.
  • An einem Feiertag zu fremden Menschen gehen, nur um nicht allein sein zu müssen. Ist eine nette Idee, jedoch für mich perönlich absolut keine Alternative!
    Hat jemand Erfahrungen mit #KeinerBleibtAllein und kann davon berichten?
  • Naja an sich ist ja wohl nichts schlimmes daran Feiertage alleine zu verbringen, eigentlich ist es auch was total schönes - endlich mal Ruhe und für sich allein, weil ja alle gerade /mit den Drumherum beschäftigt sind - viele werden da - warum auch immer, melachonisch und wollen bzw. können nicht alleine sein. Für solche Leute kann das durchaus was sein.


    Mich erinnert das ehrlich gesagt an meine früheren Arbeitsstellen, da musste ich auch damit die "Leute, die niemanden haben" nicht alleine feiern müssen, an Feiertagen arbeiten. Da hat mich immer das Pauschale gestört - es kann ja sein, dass es manchen egal ist, oder gerade dann ihre Ruhe haben wollen etc.

    Mit total fremden Leuten ist das aber bestimmt irgendwie lustig. Das ist ja an sich nichts anderes als auf ne Grillparty zu gehen, auf der man keinen kennt. Das ist manchmal schöner als wohin zu gehen, wo man die Leute kennt.

  • Ich komme aus Duisburg.
    Wenn du magst können wir Telefonnummern austauschen und dann hast du schonmal jemanden aus der Gegend für Fragen etc.
    Man kann ja Interessen abstimmen und schauen ob und was man so machen kann. :)
    mfg
  • Hallo Fuzzlfux, noch ein Beitrag zum Thema Einsamkeit.
    Heute gab es einen Vortrag über 'Einsamkeit' in meiner Gegend. Ich war dabei um einfach mal zu hören, was da abläuft und weil es in meinem Leben immer wieder Thema war. Na ja, ne Menge Ratschläge, was man alles so machen kann. Nur ganz kurz ging es um Chancen und Selbstliebe. Anschließend ging man auseinander.
    Was ich mitgenommen habe ist, dass das Phänomen Einsamkeit, abgesehen von dem Schmerz, meistens von einem Makel behaftet ist, und fast jeder kennt das Gefühl dazu. Es wird unter Einsamkeit gelitten, ja, und dann noch unter der Scham, einsam zu sein. Diesen Makel gibt es nur in der Vorstllung und er enthält das gesellschaftliche Muster von versagt haben. So kommt es zu Vermeidungs-Strategien (wie im Vortrag empfohlen). Wie angepasst dieses Denken doch ist!
    Und das alles nur wegen dem ICH-Gedanken, dem Glauben, Jemand zu sein.
    Ist das nicht 'ne verrückte Weltsicht?
    Gruß von Fanny


  • SanSan
    edited Februar 2018
    @fanny

    Ich bin grade auf den Spuren meines Egos (ich glaube wir meinen dasselbe, wenn du von ICH sprichst) unterwegs und merke verstärkt, wenn ich drauf achte, wie es wie ein kleines Kind stampft und ruft "ich will aber!" So auch genau bei der Einsamkeit. Ich weiß genau, ich bin gerne allein. Es tut mir gut, ich kann machen was ich und nur ich alleine will, muss mich niemandem anpassen und niemandem gefallen. Doch mein Ego sagt mir *stampf* "Ich will aber die Aufmerksamkeit von Anderen! Ich leide grade mega! Alle sind gemein zu mir, niemand kümmert sich um mich!"
    Ich weiß noch nicht, was ich daraus mache, bisher ist es nur ein neues Statement im Kopf, eine neue Erkenntnis, aber noch ohne Früchte. Dafür ist es zu frisch.

    Was du sagst, dass oft Scham mit dazu kommt, find ich sehr wichtig. Damit kann ich mich glaub ich gut identifizieren, denn es kämpfen da oft zwei Fronten in mir. Die, die weiß, dass nichts Schlimmes am Alleinsein ist (und, spannen wir den Bogen mal weiter- auch an der negativ empfundenen Einsamkeit ist nichts Schlimmes, denn durch Negatives bekommen wir die Chance, nein das Geschenk, an uns selber zu wachsen) und die, die mal "gelernt" hat, dass Alleinsein kein wünschenswerter Status zu sein hat. Es ist so behaftet, dass "niemand etwas mit mir zu tun haben will" aber das stimmt nicht. Im Grunde hat sich gerade nichts ergeben (Treffen mit Freunden etwa) oder ich habe mich selber nicht genug darum bemüht, gerade mit anderen Menschen zusammen zu sein.
    Allerdings bleibt am Ende noch die Frage, ob ich weniger allein/einsam bin, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin. Oder ob es mir nur so vorkommt.
  • Hallo @San, interessant, was du da schreibst. Mir scheint, zur Zeit gibt es einige Türen in dir, die sich da öffnen. Ist das 'ne Wucht! :-!)
    Zum ersten Satz: ~ ja. Allerdings gibt es dann kein 'mein' Ego (=2ichs) - gemeint ist JEDES 'ich', auf welcher Ranghöhe es auch immer sich befindet. In dem Moment, wo 'ich' gesagt wird, ist die Spaltung da, und ein 'du'. Daran ist nichts verkehrt, wenn beide, 'ich' und 'du', in dieselbe Richtung schauen (nenn es Einheit, das Absolute, die Quelle...). Im inneren Dialog schaut einer nach vorn, der andere zurück, oder stampft 'will aber nicht'. Und das zerreisst einen so.
    Vielleicht hört sich das nach hohem Anspruch an (in dieselbe Richtung schauen), ist es aber nicht, es ist das ganz Natürliche, eben nur ohne eine Extra 'ich'-Abspaltung. Aber genau diese ist der Vorhang, hartnäckig, festhaltend, widerständig, ausdauernd, trickreich, täuschend, und so unglaublich zäh... geworden in tausenden von Inkarnationen. So ist ihm durch nichts beizukommen, bis... es in den Abgrund fällt. Und dagegen kann ebenfalls nichts gemacht werden, dem kann nicht ausgewichen werden (zum Glück). Diese 'Unfälle' passieren, und davor haben alle Angst, vor dem Tod des 'ichs'. Denn es wird gleichzeitig der Tod des Körpers damit verbunden, wegen der Identifikation mit ihm. Jemand stellt sich vor mit 'ich bin Erna'.

    Jetzt hab ich aber ausgeholt, dabei sollte es nur ein Satz werden. Es war aber gut, dieses Begreifen mal so in Worte fassen zu dürfen, danke dafür.

    "Allerdings bleibt am Ende noch die Frage, ob ich weniger allein/einsam bin, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin. Oder ob es mir nur so vorkommt".
    Das oben Gesagte ist im Grunde die Antwort auch darauf. Es gibt z.B. in meinem Leben zur Zeit zwei Frauen, mit denen ich mich treffe und mich ganz unbeschwert und natürlich fühle. Die eine kenne ich lange, die andere seit einem Jahr (hat also nichts mit Zeit zu tun). Meistens gehen wir raus in die Natur, oder treffen uns zufällig in der Innenstadt. Im Lokal sitzen wir nebeneinander (hab ich mal eingeführt mit der Begründung besserer Akustik). Wir schauen also auf das Geschehen vor uns und Unterhaltung entsteht ganz zwanglos. Auch Pausen sind ok. Es geschieht in dem Wissen, dass beide aus der einen Quelle schöpfen. Und dass es ein andauerndes Entdecken und Staunen gibt.
    Die Einsamkeit/Alleinsein ist mit anderen und ohne sie da, wenn der Zugang zur Quelle versperrt ist. Ist der Vorhang, die Sperre auf (='ichlos'), dann ist es gut allein zu sein, und wenn jemand kommt ist es auch gut. Die Beurteilung fällt weg und alles ist richtig, wie es ist.

    Für mich gibt es nichts mehr zu tun oder zu lassen, mal ist das 'ich' weg, dann ist es wieder da. Nicht zu ändern, keine Chance. Den Impulsen folgen, JA zu dem was ist - mehr ist nicht zu tun.

    Sorry für den dicken Brocken - ich tausche mich gern mit dir aus!
    fun
  • Moin @fanny,
    danke für den dicken Brocken! Das ist tatsächlich all das, was bei mir auch grade im Kopf herumgeistert, nur bin ich noch ganz am Anfang und versuche mit meinem ICH zu begreifen, was aber natürlich einfach nicht klappt.
    Mit dem Flow gehen, alles ist gut wie es ist, WEIL es ist. Wenns nich gut so wär, wärs ja anders. Da bin ich immer noch viel zu sehr mit dem Kopf drin und nicht mit dem Herzen.
    "eigentlich" ist es ganz leicht, einfach loslassen, einfach sein lassen, einfach lassen.
    Aber irgendwie find ich das unfassbar schwer.
  • ...ja, es ist beides - das sehe ich auch so. Es ist wie ein Ringen zwischen Plexus (tierisch) und Herz (menschlich). Noch ist der Mensch das stärkste und gefährlichste Raubtier auf der Erde. Doch eins ist sicher: Herz ist stärker und gewinnt letztendlich immer (mehr). Also - gute Nachrichten, @San.
  • Yeeaaaah das sind ja tolle Nachrichten! :D Danke, @fanny!
  • Hallo. Ich arbeite momentan genau an diesem Thema in meinem jetzigen Semester. Unsere Gruppe hat sich Gedanken gemacht, wie man Einsamkeit, besonders in großen Städten, entgegenwirken könnte und wir sind da auf eine Idee gekommen. Vielleicht kann jemand von euch sagen, wie ihr folgendes finden würdet: Es geht um ein sogenanntes "Conneckticket". Dieses Ticket bringt Fremde zusammen, die sich vorher noch nie gesehen haben, aber dasselbe mögen (wenn man zb gerne auf Konzerte oder in die Oper geht, aber auch ein Theater- oder Kinobesuch). Wie findet ihr das? Würdet ihr mit Fremden, die dasselbe Interesse haben wie ihr, einen Film anschauen oder ein Konzert besuchen. Dann würde man sich besser kennenlernen und vll im besten Fall weniger allein sein. Könnt ihr euch das vorstellen und würdest das gerne mal testen oder gibt es da vielleicht eher Bedenken, wenn ihr euch vorstellt mit Fremden auf eine Veranstaltung zu gehen? Wäre super, wenn mir da jemand seine Sicht auf die Dinge mitteilt. Liebe Grüße :)
  • Hey @Charlie, klingt n bisschen wie ne Datingplattform für Freunde. Ganz ehrlich? Hab ich sogar versucht und GEsucht, als ich einsam und allein in meiner Stadt herumsaß. Kleiner Tipp.... FRIENDScout24 (sprich: FREUNDe finden 24) ist nicht dazu gedacht, Freunde zu finden, sondern Partner. San, 2009: The fuck?! Darf man im Netz jetz nicht mal mehr Freunde suchen?
    Ich hätt mir damals so ein Ticket (ich versteh nicht, wie das funktionieren würde aber ich vermute mal, als App oder so?) sehnlichst gewünscht. Gesucht und gefunden hab ich dann nämlich Leute in "Neu in BlablaStadt" Gruppen auf Facebook oder sogar entsprechenden Seiten. Nur wollen sich die Leute dort immer gleich direkt treffen, ohne gemeinsame Interessen ergründet zu haben, was zu einem sehr peinlichen ersten und letzten Treffen führt. Letztendlich hab ich eine kurze Zeit lang über so ein Forum eine Freundin gefunden, die aber eher eine Bekannte war und mit der ich schon ewig nicht mehr gesprochen habe. Erfolgreich war das nicht.
  • Also es würde so funktionieren, dass wir auf den Homepages von Veranstaltungen (zb ein Theaterbesuch) ein alternatives Ticket angeboten werden würde, das dich mit sagen wir mal 5 fremden Menschen, die aber dasselbe Interesse haben wie du in eine Gruppe packt. Dating soll es in erster Linie auf keinen Fall sein sondern es geht darum Verbindungen aufzubauen. Dass dadurch auch Beziehungen entstehen, wäre natürlich auch schön und kann ja durchaus vorkommen. Es ist ein reines Gedankenspiel und ein Studienprojekt. Deshalb in dem Fall, dass so ein Ticket existiert. Würdest du dir so eins kaufen? Nicht falsch verstehen, wir wollen hier auf keinen Fall Werbung machen, nur etwas mit dem Gedanken spielen, ob sich Leute das Ticket kaufen würden.
  • Wenn's nicht (viel) mehr kostet, würd ich mir das durchaus kaufen, ja.
    Ich hab das schon so verstanden, dass es kein Dating sein soll, sorry wenn das falsch rüber kam.
    Es gab kurz mal ein Konkurrenzunternehmen zur Deutschen Bahn, die locomore, die aber pleite machte (weil sie meiner Meinung nach von der Bahn torpediert wurde) und von Flixbus aufgekauft wurde (seitdem gibts Flixtrain). Was ich an der locomore sehr sehr cool fand, waren die - ich nenn sie jetz mal - Kontakt-Abteile. Es gab dedizierte Sitzreihen, die bestimmte Themen "vorgeschrieben" hatten. Man konnte also bei der Platzwahl direkt auswählen, ob man auf nem normalen Platz oder auf einem Themenplatz sitzen wollte - und wusste, die Leute um einen herum haben auch denselben Themenplatz gewählt und man hat nun also ein Gesprächsthema.
    Ich wollte mich damals in der Sitzreihe "Computerspiele" einbuchen aber ich hab den Zug leider verpasst.
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