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Wie ladet ihr auf trotz Familienleben

Hallo,
ich habe erst vor kurzem herausgefunden, dass mein Verhalten das eines Introvertierten ist und mich deshalb hier angemeldet. Ich erkenne mich in vielen Beiträgen wieder und das tut mir sehr gut.
Ich wohne seit ca 15 Jahren mit meiner Frau zusammen und anfangs war sie Vollzeitbeschäftigt und ca. 10 Stunden aus dem Haus. Ich habe Schichtdienst an wechselnden Tagen und hatte so immer genügend Zeit um meine Akkus aufzuladen. Das schlimmste war immer der gemeinsame Urlaub, Feiertage usw. Ich habe meinen "Alltag" geliebt!! Ich hatte einige gute Freunde mit denen ich mich regelmäßig getroffen habe und auch andere Hobbies im Verein.... Soweit so gut. Ich wollte eigentlich nie Kinder und Heiraten. Aber Mittlerweile habe ich eine lebhafte fünfjährige Tochter. Sie geht in der Regel bis mittags in den Kindergarten und meine Frau arbeitet nur noch dreimal in der Woche halbtags. Beide können sich nicht alleine beschäftigen und fordern sehr viel von mir, was ich aber nicht geben kann. Beide haben auch kein Verständnis für mein Bedürfnis alleine zu sein und Ruhe zu haben. Wenn es schlecht auskommt habe ich nur ein-zwei Stunden in der ganzen Woche für mich alleine. das macht mich fertig!! Ich bin dann dazu übergegangen mir möglichst früh einen Wecker zu stellen um wenigstens dann für mich zu sein. Aber das reicht nicht und im laufe des Tages bin ich immer sehr gestresst und gereizt. Ich habe das Gefühl ich stehe kurz vorm Burnout und der Dauerstress macht sich auch körperlich bemerkbar. Es tut mir im nachhinein immer leid wie ich häufig gegenüber meiner Familie reagiere.
Ich hatte mich einige Jahre in den Alkohol geflüchtet und jeden Abend getrunken um vom Stress runter zu kommen. Das habe ich aber zum Glück überwunden. Ich weiß nicht weiter und von meiner Familie getrennt sein will ich auch nicht. Wie macht ihr das um genügend Zeit für euch zu haben?
LG

Kommentare

  • edited Mai 2018
    Dein Text könnte von mir stammen!
    Nun, rede mit deiner Partnerin. Versuche ihr es irgendwie verständlich zu erklären. Zur Not lass sie Texte über das Thema lesen, wie du dich fühlst.

    Ich erzähle mal ein bisschen was von mir.

    Bei mir hat es leider nicht funktioniert. Meine Partnerin verplante mein Leben ohne mich zu fragen, bevormundete mich und so entstanden immer wieder Probleme mit irgendwelchen Terminen. Verbote die einem aufgebrummt wurden, war auch nicht schön. War der Kleine im Bett, wollte sie Aufmerksamkeit. Rückzugsraum hatte ich dann auch nicht mehr außer die 30 Minuten Autofahrt auf dem Weg ins Büro. Nach einem knappen Jahr gab es anschließend nur noch Stress. Dies schlug auf meine Gesundheit und mit Reizdarm ist nach einigen Wochen nichts mehr lustig und spaßig.
    Sicher war ich nicht unproblematisch in der Beziehung und habe dazu beigetragen, das diese scheitert. Jedoch ohne Verständnis ist es unheimlich schwer seine Energien wieder aufladen zu können. Die Trennungsphase von meinem Sohn und der Ex war schwer. Es tat mir unendlich Leid meinem Sohn keine heile Familie bieten zu können und auch für meine Ex, sie so vor dem Kopf zu stoßen.

    Letzendlich ist es aber auch so, dass ich froh bin diesen Schritt getan zu haben. Meine Ex und ich verstehen uns richtig gut, fast so wie beste Freunde. Wir unternehmen viel gemeinsam (zu dritt). Das tut unserem Sohn gut und uns schadet es auch nicht. Wir helfen untereinander wo wir nur können. Jedoch ist dies nicht normal.
    Dies musste sich nach einem guten halben Jahr einspielen und ist sicher nicht bei jeder Trennung, selbst nach Monaten, so umsetzbar, vor allem nicht für den Part welcher verlassen wird.

    Rede viel mit deiner Partnerin, versuch es ihr zu erklären.
    Vorwürfe, wieso man keine neuen Leute kennenlernen möchte oder wieso man keine Lust auf Partys oder Familienfeiern habe, waren in meiner Beziehung das Problem Nummer eins. Bei diesen Verständnisproblem hilft nur reden, reden, reden, auch wenn das Gerede enorm anstrengend ist und einem gefühlt das doppelte an Energie raubt.
    Selbst wenn sie es nicht versteht, wünsche ich dir/euch, dass sie es dennoch akzeptieren kann, dass du Zeit für dich benötigst.

    Nach einer Trennung hast du zwar sehr viel Zeit für dich, jedoch ist es finanziell eine andere Sache. Dein Lebensstandard muss, je nach Einkommen und Ausgaben, ordentlich nach unten korrigiert werden. Deine Partnerin wird Zeit benötigen in der sie eine Trennung verarbeitet, dies wird sicher länger ausfallen als bei dir. So wird sie dir einige Monate nicht verzeihen können, wenn überhaupt, und macht dir das Leben unglaublich schwer. Trifft natürlich nicht auf jede(n) zu. Bei manchen geht dies sogar bis zu Gerichten hoch, wenn es zum richtigen Streit kommt.

    Nun sehe ich meinen Sohn fast jeden zweiten Tag und habe ihn jedes zweite Wochenende. Bei mir verlief alles ohne Gerichte oder Jugendamt. Habe meinen zu zahlenden Unterhalt für Kind und Kindesmutter von einem Fachanwalt für Familienrecht berechnen lassen und so läuft es ganz gut.

    Mir ist mittlerweile klargeworden, dass ich ein absoluter Einzelgänger bin. Beziehungen stressen mich nach einigen Jahren enorm, besonders wenn ich fremdbestimmt werde.
    Viele kleine Probleme/Faktoren, die man hier nicht alle erläutern kann, rufen Probleme hervor, besonders bei Partnerinnen die einen nicht verstehen und es nicht akzeptieren wollen oder können.
    Daher bleibe ich nun lieber allein für mich, das tut mir gut.
    Mit einem Sohn ist man sowieso nie ganz allein über eine längere Zeit. Aber ich habe Energien die ich meinem Sohn schenke und ich bin froh dass es ihn gibt. Auch wenn alles nicht optimal (gelaufen) ist, ist es so besser, als wenn Kinder täglichen Streit zwischen den Eltern erleben.

    Hoffe ich werde hier nicht an den Pranger gestellt. Dies ist kein leichtes Thema.
    Alles genau zu erklären kann man nicht und würde auch den Rahmen sprengen.
    Viele Faktoren die das Fass überlaufen lassen und für das Scheitern einer Beziehung könnte ich auch so gar nicht genau beschreiben. Es gibt gravierende Faktoren und manche die letzendlich nur unterbewusst wahrgenommen wurden.

    Falls du Fragen hast versuche ich sie passend zu beantworten.
    Wünsche dir aber, dass ihr eure Beziehung in den Griff bekommt und ihr Wege findet, dass ihr beide eine glückliche Partnerschaft und vor allem das Familienleben genießen könnt.
  • @Jano

    Wieso solltest Du an den Pranger gestellt werden?

    Ich finde Deine Aussagen sehr treffend und durchdacht.

    Meine Eltern z.B. haben sich endgültig getrennt als ich ungefähr 14 war. Nach Jahren voller Streiteren, die der Trennung vorausgingen, kehrte danach endlich so langsam etwas wie Ruhe ein. Das kannte ich vorher schon fast gar nicht mehr.

    Von daher bin ich da ganz bei Dir. Lieber trennen, wenn es nicht mehr passt. Wenn man danach einen guten Umgang miteinander pflegt, dann ist es doch auch für das Kind sicher viel besser als vorher.
  • Den Worten von Ina möchte ich mich sehr gern anschließen.

    Aus der Sicht eines frühen Scheidungskindes erlaube ich mir die Anmerkung, daß es mir zwar sicherlich gut getan hätte, in einer intakten Familie aufzuwachsen, aber:

    es hätte mir sicherlich nicht gut getan, wenn sich meine Eltern fortwährend gestritten hätten.

    Nach allem, was ich die letzten Jahre über mich lernen durfte, hätte ich die Unstimmigkeiten und den Streß gespürt. Und das hätte mir auf Dauer mehr geschadet, als eine räumliche Trennung von meinem Vater.

    Zu meinem großen Glück waren meine Eltern beide immer sehr bedacht darauf, daß ich unter ihrer Trennung möglichst wenig zu leiden habe. Und ich denke, die ist ihnen recht gut geglückt.

    Mein Vater ist ebenfalls introvertiert. Noch dazu etwas menschenscheu ;)

    Meine Mutter, ihres Zeichens ohne Zweifel Extro, sorgte dafür, daß ich meinen Vater einmal in der Woche sehe und Zeit mit ihm verbringe.

    Heutzutage gibt es da noch andere Modelle, bei denen die Kinder unter der Woche bei dem einen Elternteil leben, am Wochenende bei dem anderen, wöchentliche Wechsel stattfinden, Urlaube mal mit dem einen oder dem anderen Elternteil verbracht werden - die Möglichkeiten sind da grenzenlos.

    @Silent

    Ich war wohl einmal in einer ähnlichen Situation wie deine Frau - wenn auch ohne Kind.

    Erkannte nicht, daß mein Freund noch mehr Rückzug benötigt, als ich. Versagte mir deneigenen Rückzug damals aber auch meist, aus Unkenntnis meiner eigenen Natur.

    So nach dem Motto: das Leben funktioniert auf die eine Art, die einem von der Gesellschaft vorgelebt wird.
    Ich habe mich beeindrucken lassen, davon, was mein Umfeld über die Beziehung zu meinem Freund dachte. Ja, auch was meine Familie über meinen stillen Freund dachte.

    Und sicher ist der Umgang mit jemandem, der gut mit seinen Mitmenschen kann, die meiste Zeit gut drauf ist und Power hat, anzupacken, wenn Hilfe nötig ist, manchmal angenehm. Es ist auch ein gutes Gefühl, wenn der Partner von der eigenen Familie akzeptiert wird.

    Aber es ist nicht alles. Und schon gar nicht das Wichtigste.

    Wichtig ist, daß ein Paar seinen Weg findet.

    Dabei hilft, wie Jano bereits geraten hat:

    reden.

    Wäre es meinem damaligen Freund und mir damals gelungen, frühzeitig über entstandene Schwierigkeiten und gegenseitige Vorstellungen zu sprechen und dadurch einen Weg zu finden..

    nun, immerhin wäre es besser gelaufen, als es dann tatsächlich gelaufen ist.

    Im Nachhinein hätte ich mir z.B. vorstellen können, in getrennten Wohnungen zu leben. Denn es waren vor allem auch die Tücken des Alltags, die Unstimmigkeiten verursachten.

    Und der Druck, den ich mir selbst gemacht habe. Die Unkenntnis über meine eigene Introversion.

    Da bist du eindeutig im Vorteil. Nutze ihn!

    Vielleicht besteht ja sogar die Möglichkeit, daß du innerhalb eurer 4 Wände einen Rückzugsort für dich schaffst. Das würde meiner Ansicht nach voraussetzen, daß du zuvor mit deiner Frau sprichts und ihr deine Bedürfnisse nach Ruhe und Alleinsein erklärst. Ich bin zuversichtlich, daß du Verständnis findest, wenn du mit ihr sprichst.


    Im Gegenzug könntest du vielleicht ein wenig auf sie und ihre Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit eingehen.

    Trefft Absprachen. So blöd das klingen mag, verabredet euch, Zeit gemeinsam zu verbringen.

    Das wären ers einmal meine Gedanken, die Situation ein wenig zu entlasten.

    Zu @Janos Geschichte möchte ich noch sagen:

    es freut mich sehr zu lesen, daß es trotz der Trennung so schön klappt, Zeit mit deiner kleinen Familie zu verbringen :) Das macht Mut.
  • @Jano: Ich bin so glücklich, dass es bei Dir auch "erst" nach ein paar Jahren anfing. Besonders:"Mir ist mittlerweile klargeworden, dass ich ein absoluter Einzelgänger bin. Beziehungen stressen mich nach einigen Jahren enorm, besonders wenn ich fremdbestimmt werde."

    Auch ich habe permanent das Gefühl, fremdgesteuert zu sein, da ich immer Dinge tun MUSS, die ich nicht will, weil sie mich auslaugen. Und das konnte ich eben 3-4 Jahre "aushalten", jetzt bin ich (wieder) ausgebrannt.

    Leider bringt bei mir Reden nichts, da mein Mann kein Verständnis und Null Akzeptanz hat. Und das bringt mich noch mehr auf die Palme, stresst mich erst richtig, weil ich in die "Abartigenecke" gedrängt werde.

    Nur meine beiden Katzen geben mir etwas Kraft, gerade weil ich mit ihnen nicht reden muss, sie mich einfach "nur mögen", ohne Forderungen zu stellen.

    Ich versuche, die endgültige Trennung vollziehen zu können, versuche, mir Kraft und Hilfe von Außen zu holen.

    Mein Mann sagt immer, dass ich, wenn ich alt bin (ich bin jetzt 53), einsam und verlassen sein werde, wenn ich mich von ihm trenne, da ich ja sowieso nur ihn habe. Aber das beunruhigt mich nicht - mit z.B. 75 "alleine" zu sein. Ist das naiv gedacht? Braucht man einen Partner im Alter??? Nur damit einer da ist, der einem helfen kann, wenn alles "nicht mehr so klappt"?

    Was meint Ihr?

    Ich hatte 2014 einen kompletten Zusammenbruch (Sehnerventzündung, Taubheit des Körpers ab Brustbereich abwärts), von heute auf morgen. Man hat angeblich MS bei mir festgestellt, was ich allerdings nicht wirklich glaube, da das für mich die einzige Möglichkeit meines Körpers war, mein "Nicht-mehr-können" zu zeigen.

    In den letzten 3 Jahren habe ich mich dann wieder "zusammengerissen", zumal meine Krankheit von meinem Mann nicht ernst genommen wurde/wird. Fühle mich jetzt aber wieder ausgebrannt, habe Angst, wieder krank zu werden.
  • edited Juni 2018
    @tinifee

    "Mein Mann sagt immer, dass ich, wenn ich alt bin (ich bin jetzt 53), einsam und verlassen sein werde, wenn ich mich von ihm trenne, da ich ja sowieso nur ihn habe. Aber das beunruhigt mich nicht - mit z.B. 75 "alleine" zu sein. Ist das naiv gedacht? Braucht man einen Partner im Alter??? Nur damit einer da ist, der einem helfen kann, wenn alles "nicht mehr so klappt"?"

    Nun, da musste ich etwas schmunzeln.
    Seine Ideologie wie er ein Leben für gut oder schlecht empfindet, ist sein eigenes Empfinden, aber doch nicht deine.
    Es ist naiv von deinem Mann, wenn er Sätze sagt wie: "Du wirst einsam und verlassen sein, wenn du dich von mir trennst."
    Da würde ich ihn einfach auslachen und antworten, dass dies genau das ist was du dir wünschst und es dir gut tut wird dein Leben ohne ihn zu verbringen.

    Das manche einfach nicht verstehen können, dass deren Meinung wie etwas zu sein hat, nicht für alle zutrifft, ist absurdes Denken.
  • @ Jano

    Stimmt, und genau in diesen Situationen versage ich: ich bin wie gelähmt, kann diese "klärenden" Worte einfach nicht aussprechen. Wie zugenagelt und abgewürgt. Und hinterher ärgere ich mich zu Tode, weil ich wieder eine Chance vertan habe. Daran muss ich arbeiten und eine Lösung finden, dass ich endlich mal sagen kann, was ich wirklich denke.

    Aber ich frage mich wirklich: Sollte das Alter ein "Schreckgespenst" sein, wenn man für sich lieber alleine ist und keine Beziehung "braucht"? Bisher habe ich mir immer (externe) Hilfe holen können, man muss für Dienstleistungen eben bezahlen, wenn man nicht in der Lage ist, selbst etwas zu tun.

    Vielleicht sieht man das ja anders im "hohen Alter".......
  • Es könnte auch passieren, daß wenn man sich aus einer offensichtlich krankmachenden, wie einengenden Beziehung befreit hat, man plötzlich offen wird für neue Kontakte. Menschen, die einen verstehen und so annehmen, wie man ist, wenn man sich dieses so sein endlich selbst zugesteht und traut zu zeigen.

    Abgesehen davon gibt es Menschen, die gern allein sind.

    Mich stresst dieser Anspruch der Gesellschaft inzwischen, was als normal angesehen wird und den Menschen, die glauben zu wissen, was gut für mich ist, kann ich nicht mehr anders begegnen, als ihnen zu widersprechen.

    Das ist manchmal sehr kräftezehrend, aber offenbar notwendig.
  • Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich gegen Windmühlenflügel ankämpfe, wenn ich widerspreche, da ich sowieso nicht ernst genommen werde, alles verläuft ins Leere.

    Ich bin mit der Zeit verstummt, da mein "Auflehnen" mit verbaler und körperlicher Strafe belohnt wurde. Auflehnen heißt, dass ich geäußert habe, dass ich etwas nicht tun möchte, obwohl es erwartet wird. Kein Selbstvertrauen mehr. Dafür rächt sich jetzt mein Körper.
  • @tinifee

    Du schreibst (Zitat): Ich bin mit der Zeit verstummt, da mein "Auflehnen" mit verbaler und körperlicher Strafe belohnt wurde. Auflehnen heißt, dass ich geäußert habe, dass ich etwas nicht tun möchte, obwohl es erwartet wird. Kein Selbstvertrauen mehr." (Zitatende)

    Das kenne ich nur zu gut. Von meiner ehemaligen Partnerin wurde ich oft blau und grün und blutig geschlagen, mit Gegenständen beworfen, bedroht oder mit gefährlichen Waffen angegriffen. Ich konnte das immer irgendwie abwehren, da ich ihr körperlich überlegen war, trug dennoch fast immer schlimme Blessuren davon.

    2006 schlug sie mit einer rund einen Meter langen Eisenstange auf mich ein. Das ist schwer abzuwehren, wenn man kein erfahrener Nahkämpfer ist. Ich fürchtete, sie würde mich umbringen, konnte sie dann aber doch zurückdrängen, aussperren und fliehen.
    Mit schmerzhaften und blutenden Wunden fand ich für die kommende Nacht Unterschlupf bei einem Freund.

    Ich hoffe und wünsche Dir, daß Du den Absprung schaffst, bevor es so weit kommt.

    Am nächsten Morgen mußte ich zurück nach hause. Ich hatte ein Geschäft, um das ich mich kümmern mußte.
    Sie war an diesem Morgen merkwürdig ruhig und wortkarg, lief nur provokativ in meinem Büro auf und ab.

    Und dann sagte ich zu ihr ganz intuitiv die Worte, die mir den endgültigen Absprung ermöglicht hatten (auch wenn es danach noch mal einen Rückfall gab).
    Ich sagte:"Wenn sowas noch ein mal vorkommt, bringe ich Dich um. Es gibt dutzende Zeugen, die Deine Gewalttätigkeiten gegen mich bestätigen können. Wenn ich Dich umbringe, bekomme ich dafür maximal fünf Jahre. Die sitze ich gern ab.
    Vielleicht wird es sogar als Notwehr angesehen und ich bin frei. Du aber wirst tot sein."

    Ich erschrak vor mir selbst, direkt nachdem ich das ausgesprochen hatte.
    Noch nie habe ich eine leere Drohung ausgesprochen. Wenn ich etwas androhe, muß ich es gegebenenfalls auch durchziehen, um mich nicht der Lächerlichkeit preis zu geben.

    Von da an war mir klar, daß ich einen Schlußstrich ziehen mußte und tat es auch sehr bald, denn ich glaube nicht, daß ich tatsächlich in der Lage bin, einen Menschen zu töten.

    Wie gesagt, es gab danach nochmal einen Rückfall, hatte ich in einem anderen thread schon erwähnt. Doch nachdem sich schon bald das alte Verhalten wieder zeigte, brach ich wirklich ab und wanderte nach Indien aus.

    Die Geschichte geht noch weiter. Aber das ist ein anderes Thema.
  • @tinifee:
    "...da ich sowieso nicht ernst genommen werde"
    Das liegt an dein Handeln.
    Du trennst dich, er redet dir gut zu und du lässt dich immer wieder zurückholen.
    Klar dass dein Mann dich nicht mehr ernst nimmt.

    Erst wenn du deine Worte durchsetzt, wird er lernen, dich wieder ernstzunehmen.
    Auf deine Worte müssen Taten und Konsequenzen folgen.

    Du benötigst eine gewisse Scheiß-egal-Einstellung. Schmeiß deinen Noch-Mann raus und vor allem, wenn er dich schon fragt ob er gehen soll, sag einfach ohne nachzudenken "ja". Ohne Rücksicht auf Verluste.
    Wie beim Schach! Manchmal muss man etwas opfern um eine bessere Stellung zu bekommen um zu gewinnen.
    Aus deinen geschriebenen Wörtern opferst du noch nicht mal etwas, du kannst nur gewinnen.
  • @Jano

    Wie recht Du hast, was tinifee betrifft.

    Konsequenz ist unglaublich wichtig in unserem Leben. Ich hatte weiter oben geschildert, wie erstaunt ich selbst war, meiner tyrannischen Ex angedroht zu haben, sie umzubringen.

    Sie hat mich und meine Bedürfnisse nie ernst genommen. Aber eines wußte sie: wenn ich etwas androhe, ziehe ich es auch durch. Das nennt man Konsequenz.

    Diese Androhung und ihr Wissen darüber, daß ich es ernst meine, hat mir auf Umwegen erst den Weg geebnet, wirklich den Absprung zu finden.

    tinifee ist davon leider noch weit entfernt. Doch wir können ihr helfen, den Weg zu verkürzen.
  • Lieber Silent, ich hoffe du bist noch aktiv, ich würde gerne wissen ob und wie du etwas in deiner Familien ändern konntest?

    Ich selbst bin in einer Partnerschaft mit Kind mit einem introvertierte Mann und würde gerne auch Wege finden ihn zu entlasten ohne die volle Arbeit auf mich nehmen zu müssen...
  • @Raupe2018 wenn du den Namen von @Silent mit einem @ davor schreibst, bekommt er eine Nachricht angezeigt. So ist die Chance, dass er es sieht etwas höher.
    Leider verschwinden viele nachdem sie sich hier Rat geholt haben. So ist das halt in einem Forum.
    Drücke dir dennoch die Daumen, dass er dies hier noch liest und dir einen Rat geben kann.
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