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Hallo aus dem Saarland

Hallo zusammen!

Ich bin Tina, 36, Single, berufstätig, eigentlich zufrieden mit mir, stoße aber immer wieder an Grenzen die nicht vereinbar scheinen... Grenzen die ich kenne und einhalten muss um mich zu schützen, aber auch Grenzen die Freunde mir aufzeigen weil sie mich nicht verstehen. Habe das alles auf meine lange Vorgeschichte mit der Depression geschoben und dann ist mir aufgefallen, dass in den USA das Thema "Introvertiertheit" aber auch "Angststörung" immer öffentlicher besprochen wird und ich mich in vielem wiederfinde. Also hab ich mich auf die Suche im deutschen Netz gemacht. Habe das Gefühl hier wird darüber nicht so offensiv diskutiert, aber ich hoffe ich finde in diesem Forum Leute die mir das Gefühl geben nicht alleine zu sein.

Ich war schon ein ruhiges Kind, hatte zwar ein paar Freunde, war aber in der Öffentlichkeit ängstlich und ans Bein meines Papas geklammert. Habe selten mit fremden Kindern gespielt und lieber mit den Erwachsenen am Tisch gesessen und zugehört oder mich zurückgezogen und Bücher gelesen. Im Teeniealter wurde alles schlimmer, ich hatte wieder ein paar gute Freunde, war aber auch Mobbing-Opfer und eher stummer Zeuge in der Klassendynamik. Dank Alkohol und Gruppenzwang war mein Leben in der Oberstufe und am Anfang der Uni sehr gesellig, das hat mir geholfen Selbstbewusstsein aufzubauen. Was Jungs angeht war ich aber lange zu schüchtern, außerhalb meines Freundeskreises ständig überfordert... parallel dazu entwickelte ich immer schlimmere Depressionen. Mit Ende 20 war ich emotional noch ein Kind, überfordert von Menschen und dem Leben und war völlig am Boden. Dank 6 Jahren intensiver Therapie habe ich mein Leben wieder aufgebaut. Allerdings alleine und ohne Unterstützung durch Familie oder einen Partner. Das hat mich stark und unabhängig gemacht aber irgendwie auch emotional abgekapselt.

Nach außen bin ich stark und lustig, meine Kollegen mögen mich, aber das ist für mich nur Professionelles Verhalten am Arbeitsplatz. Meine Freunde hätte ich am liebsten nur über Whatsapp. So gerne ich alleine bin, ich weiß, dass ich gute Freundschaften brauche und investiere gerne meine Kraft in gemeinsame Unternehmungen. Das ganze macht mich nur so müde. Spätestens nach 2 Wochen "vernüftigem" Verhalten bin ich ausgebrannt und igel mich ein, bin dann 2 Tage alleine Zuhause, spreche mit keinem und kuschel meine Katzen.

Ich frage mich ob mein Leben so bleibt, ob ich für immer Single bleibe, ab und an Freunde treffe und mein Leben sonst für mich alleine führe. Ich bin zufrieden, habe aber das Gefühl anders sein zu müssen... Ruhe tut mir gut, aber ist sie in dem Maß gesund? Ist mein ständiger Rückzug und der Verzicht auf einen Partner eine Auswirkung der Depression? Bin ich einfach so veranlagt? Ist das eine Angststörung, bin ich introvertiert oder hochsensibel? und: brauche ich auf diese Fragen überhaupt eine Antwort?


Genug von mir, ich freue mich hier zu sein und wünsche euch einen tollen Tag!
...und keine Sorge ich erwarte auf meine Fragen keine Antworten, freue mich aber auf Denkanstöße ;)

Kommentare

  • Willkommen bei uns, liebe chaoskatze!

    In einigem, was du über dich schreibst, erkenne ich mich sofort wieder.

    War ebenfalls ein ruhiges Kind, hatte ein paar mir vertraute Freunde, in meiner frühen Kindheit in der Öffentlichkeit auch eher das, was man als schüchtern bezeichnet, ein Mamakind. Habe nie mit fremden Kindern gespielt. Entweder kannte ich die schon aus dem Kindergarten und konnte sie lange genug beobachten, oder das Mehrfamilienhaus in dem ich wohnte, hat uns zusammengebracht.

    Lustig, daß du es schreibst: auch ich bin lieber mit den Erwachsenen am Tisch gesessen.

    Allerdings fiel mir heute morgen wieder einmal ein, daß ich auch meist nach 2 Stunden "in der Fremde" wieder nach Hause wollte..

    Noch heute habe ich Schwierigkeiten, von einem fahrbaren Untersatz abhängig zu sein, der nicht nach Fahrplan fährt ;)

    Wirklich besser wurde es, als ich die Schule beendet hatte und zu Ausbildungszwecken in eine Stadt zog, wo mich niemand kannte. Ich konnte sozusagen nochmal neu beginnen ohne daß mir alte Geschichten nachgehangen wären oder jemand gesagt hätte: so kenne ich dich ja gar nicht!

    Freue dich, daß du fast 2 Wochen normales Verhalten an den Tag legen kannst, bis du zwei Tage Erholung brauchst.

    Ich bin schon nach 1 Tag im Büro platt und wenn Familienfeiern anstehen, muß ich inzwischen 2 Tage Alleinzeit im Voraus und danach tanken.

    Ich bin sicher, du findest hier schnell noch mehr Verständnis für deine Art und wünsche dir schon jetzt, daß du dich hier bei uns wohlfühlen wirst.

    Viele Grüße von
    enjoythesilence


  • ein herzliches Willkommen!
  • @enjoythesilence: Mit 2 Wochen meinte ich eher zusätzliche Termine am Wochenende.
    Da ich im Großraumbüro arbeite mag ich Feierabend in Gesellschaft garnicht, das gibts nur höchstens einmal pro Woche! Und dann vorab zeitlich begrenzt! Werde ja schon so früh müde... ;) Familienfeiern halte ich auch für völlig überschätzt! Verwandtschaft sollte man in kleinen Dosen aufs Jahr verteilen!
    Aber schön, dass wir da schon Gemeinsamkeiten in der Kindheit gefunden haben!

    @Axle: Vielen Dank und liebe Grüße
  • Willkommen chaoskatze,
    ich denke du bist hier genau richtig :)
    In einigen Zeilen deiner tollen Vorstellung finde auch ich mich wieder.
    Deiner Frage nach: "Ruhe tut mir gut, aber ist sie in dem Maß gesund?"
    Kann ich nur sagen, mach genau das was dir gut tut und worauf du lust hast, denn genau das ist gesund.
    Ich lebe gern allein und finde keineswegs, dass das unbedingt eine Auswirkung einer Depression sein muss. Lebe wie du magst, alles andere ist unwichtig.

    Viele Grüße und viel Spaß hier im Forum!
  • Hi,

    ein herzliches willkommen auch von mir.

    LG
  • Herzlich Willkommen
  • Hallo von mir, bin neu hier- Liebe Grüße Christian
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