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Ist gut denn nicht gut genug?

Hallo, ich grüße Euch! *wink*

Mit einem weiteren Thema melde ich mich wieder zu Wort - es beschäftigt mich schon sehr lange...

Ich bin seit vier Jahren verheiratet (insgesamt acht Jahre zusammen). Meine Frau ist ein absoluter Herzmensch, liebevoll und sehr lieb und stützend! Auch wenn sie nicht der introvertierte Mensch ist, gibt es doch Momente in denen sie sich zurückzieht, um Energie wieder aufzutanken.
Gemeinsam hatten und haben Themen, bei denen wir z.T. verschiedene Meinungen haben - was bestimmt auch normal ist, wir sind ja auch zwei verschiedene Menschen eben!

Auf der einen Seite stehe ich mit meinen Glaubenssätzen aus Kindheitstagen, die sowohl positiv jedoch auch negativ behaftet sind. Als Beispiel: es gibt Momente, Situationen, die in mir bestimmte Ängste auslösen - Existenzängste, Verlustängste und die Angst, nicht verstanden zu werden. Aber auch das Gefühl, ich muss mich "hinten an stellen" und nur für andere da sein, damit es denen gut geht - aber mir geht es dabei immer schlechter.
Ebenso hat meine Frau für sich Ängste, die sie seit langem mit sich trägt und ebenso "auflösen" will.

Bei Diskussionen, in denen wir mit Meinungen auseinandergehen und keinen gemeinsamen Nenner finden, verlieren wir uns schnell in "Vorwürfen" (Du bist ja so und so, wieso kannst du das und das nicht...).

Als Vorgeschichte zu mir: Ich bin ein Mensch, der zu jeder Zeit immer das Beste geben will, sei es auf Arbeit, Beziehung, Familie, etc (Glaubenssatz??). Ebenso bei meiner Frau und ich habe immer das Gefühl, es ist noch nicht genug (von meiner Seite und bei Diskussionen auch von ihrer Seite).

Oft nehme ich sehr Rücksicht, weil ich es absolut wichtig finde, sie nicht zu überfordern bzw. sie nicht so (schnell) kann wie ich.
Bei gemeinsamen Themen erhalte ich ebenso Vorwürfe, dass sie sich es so wünscht wie sie es sich vorstellt. Und oft denke ich mir "Ja, okay, das verstehe ich. Aber ich kann es a) nur in meinem Tempo und b) ich bin doch schon längst dabei, mit zu gehen?"
Versteht ihr mich vielleicht??
Ich spiegele ihr das oft dann und sie verneint dies bzw. für sie ist es dann nicht so. Es macht mich mittlerweile wahnsinnig. Und sie ist enttäuscht, was ich ebenso nicht verstehe... Es macht mich traurig.

Ein großes Thema ist "Wo ziehen wir hin? In meine Heimat oder bleiben wir in ihrer Heimat, wo wir noch gerade wohnen?"
Wir könnten mein Elternhaus übernehmen - wird zwar mit Kosten und Erbe ein bissel Rechnerei, aber es ist machbar! Meine Frau ist bei dem Thema mal total euphorisch und kann es sich grundsätzlich vorstellen, bei Neuigkeiten diesbezüglich schreckt sie jedoch dann wieder zurück und sucht lieber da nach Wohnungen, wo wir schon wohnen...
Ich versuche mich in Gelassenheit und Entspannung, doch bei dieser Sprunghaftigkeit fühle ich mich oft traurig. Dazu kommt mein Heimweh nach meiner alten Heimat. Und da werden wieder meine Ängste irgendwie angetriggert.

Ich fühle mich so herbe unverstanden manchmal, dass ich in so 'ne Traurigkeit falle, doch bin ich eigentlich gar nicht so. Manchmal sind meine traurigen Gefühle dann so groß, dass ich aufgrunddessen am liebsten raus aus meinem Körper will und/oder tonlos Sachen packen könnte und eine Auszeit fürs Durchatmen gebrauchen kann! Aber so will ich nicht reagieren!
Ich bin ein wirklich lebensfroher Mensch!

Ach herrje, langer Text und ich könnte so viel mehr schreiben!

Liebe Grüße,
Micha

P.S.: Danke für Eure Zeit!!

Kommentare

  • edited November 9
    Für mich liest sich das so als ob du es immer allen recht machen willst. Und da du Verständnisvoll und emphatisch bist funktioniert das ja auch sehr gut für dich. Aber du hast deine Bedürfnisse und Wünsche (nicht nur in der Partnerschafft) zu oft hinten an gestellt. Und dieses Verhalten fällt dir nun auf die Füße.
    Dein Handeln ist von deiner frühkindlichen Verlustangst geprägt. Du wünscht dir Anerkennung und Sicherheit (auch von deiner Partnerin). Die wirst du aber nicht bekommen, selbst wenn du dich noch mehr anstrengst und versuchst alles noch besser zu machen als bisher schon.

    Die Lösung: Werder ein richtiger Mann.
    Die Umsetzung: Ist dann doch nicht so leicht wie es sich anhört, ich versuche mich auch gerade daran. Vor allen weil man sollte dabei eben auch immer noch Mensch bleiben und Arschlöcher mag auch keiner. :D
    So grobe Stichpunkte wären erstmal:
    -Kante zeigen! (Auch bei deiner Frau)(so wie in deinem "Zu Risiken und Nebenwirkungen..." Faden)
    -nicht wie ein Fähnchen im Wind drehen
    -die Richtung anzeigen, Führung und Verantwortung übernehmen und dann natürlich auch mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben

    Viele Erfolge
  • heyho!
    Dein Post ruft gerade die Erinnerung wach zu einem Artikel, den ich gestern eigentlich aus einem ganz anderen Grund gelesen habe.

    Es geht darin darum, seelische Verletzungen zu heilen. Klingt erstmal am Thema vorbei? Ja, ich weiß. Lass mich kurz erklären.

    In deinem Text lese ich immer wieder eine gegenseitige Enttäuschung heraus. Du bist davon enttäuscht, wie deine Frau sich verhält und sie ist davon enttäuscht, wie du dich verhältst. Damit kommen wir dem Inhalt im Text schon extrem viel näher, auch wenn der Titel immer noch nicht so klingt.
    Im Text geht es im Grunde um das Ego, auch wenn dieses Wort niemals fällt (was ich extrem gut finde, denn die Autorin schafft es so, den Sachverstand auch ohne hochgestochene Schlagworte zu erläutern.

    Du sprichst in einer Weise, die mich vermuten lässt, dass zu mindest mal du (ich hoffe, auch deine Frau) extrem reflektiert und psychologisch durchaus gebildet an das Thema rangehst. (Dinge wie "ich spiegele ihr", "Glaubenssätze", etc.)

    Von daher hoffe und glaube ich, dass du auch mit dem Artikel etwas anfangen kannst. Hier ist der Link:
    https://www.kontaktvoll.de/seelische-verletzungen-heilen/

    Entschuldige, dass ich selber keine Tipps geben kann. Ich glaub, ich könnte den Sachverhalt nicht so gut erklären wie in dem Artikel.
  • @salami:
    Danke für Deine Antwort. Finde ich gut, jedoch habe ich für mich persönlich Kritikpunkte.
    Natürlich verstehe ich, was du mit den Aussagen "Werde ein richtiger Mann" und "nicht wie ein Fähnchen im Wind drehen" eigentlich sagen wolltest, zeigen mir aber erstmal zuviel Klischee und stoßen sauer auf.
    Bestimmt meinst du, wie du auch schon betont hattest, Verantwortung übernehmen und "Kante zeigen". Das hört sich für mich auch so an, wie "Bleib bei dir" und "Hör auf dich und steh zu dem, was du meinst!"

    Ich hab auch schon oft früher gedacht - wobei das eigentlich ein eigenes Thema ist - dass ich verschiedene Glaubenssätze mitgekriegt habe. Diese versuche ich zur Zeit aufzulösen. Denn diese tuen mir nicht gut.
    Früher als Kind und Teenager hab ich das Gefühl gehabt, dass ich mich verbiegen muss um zu gefallen und es allen recht zu machen. Bah.... Ich habe mich so falsch gefühlt.
    Heute lasse ich das.... Auch wenn es schwer fällt, denn der falsche Automatismus will immer einschreiten.

    @San.
    Danke auch für deine Antwort! Ich bin dir sehr dankbar! Ich glaub dass ich schon gut reflektiert bin und auch auf psychologischer Ebene dran arbeite (ja meine Frau ist auch so:-)).



    Alles in allem..... Meine aktuelle Entwicklung gefällt mir.... Es tut sich was, dass sich gut anfühlt.


    Liebe Grüße,
    Micha
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