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Nachbarn und Ehrlichkeit

Meine Nachbarn:" Schon lustig, wie selten wir uns treffen. Dabei wohnen wir doch direkt gegenüber."
Was ich antworte: "Haha, ja, irgendwie verpassen wir uns immer."

Was wirklich passiert: Ich warte manchmal mehrere Minuten bevor ich das Haus verlasse, damit ich mit niemanden reden muß.

Klingt erst mal lustig, ist aber ein echtes Problem. Mir ist es früher wirklich oft so ergangen.
Heute kann ich damit umgehen. Wenn ich nicht reden will, dann rede ich eben nicht. Treffe ich dennoch die Nachbarn, reicht ein kurzer, formaler Gruß, der Höflichkeit wegen.

Das ist einfach ehrlicher und wird eher akzeptiert als ein Versteckspiel, das die Nachbarn natürlich irgendwann durchschauen.

Mein Aufruf an alle: Seid ehrlich mit Euren Gefühlen !

Kommentare

  • ui.... das kenn ich von mir selbst auch...

    Manchmal warte ich tatsächlich auch, bevor ich wo raus- oder rein- oder vorbeigehe. Egal, ob Nachbarn, Kollegen etc.
    Richtig häufig kommt das zwar nicht vor, aber durchaus schon mal...

    Was mir in dem Zusammenhang aber bei mir auch auffällt: Ich mag kaum mehr meinen Garten nutzen, wenn ich weiß, oberhalb sitzt wer am Balkon oder im Bürogebäude gegenüber wird noch gearbeitet und es könnte jemand aus dem Fenster herunterschauen.
    Das bedrängt mich irgendwie, das greift mir zu sehr in meine Privatsphäre ein.
    Schad, um den Garten, aber ich bin auf der Suche nach einer anderen Wohnung mit nur Balkon...
  • SanSan
    edited November 27
    Storytime:
    In meiner letzten Wohnung waren auf meinem Stockwerk noch drei weitere Wohnungstüren und ein Aufzug um die Ecke. Morgens hörte ich manchmal, wie der Nachbar gegenüber seine Wohnunsgtür aufschloss, da die Türen recht hellhörig sind und es durch den Flur schallte. Ich fror auf der Innenseite meiner Tür ein, die Hand schon halb zum Schlüssel ausgestreckt, der sich nur für den Nachbarn vernehmlich würde drehen lassen können. Ich war gar nicht da. Hörte kurzzeitig auf zu existieren. Dachte, na okay kannste noch warten, bis der zum Aufzug gegangen ist.
    Und wartete.. und wartete...

    Ich weiß nicht, was mein Nachbar in den Jahren macht, die zwischen dem Umdrehen des Schlüssels im Schloss und seinem tatsächlichen Verlassen der Wohnung vergehen.
    Hat er vergessen, die Blumen zu gießen? Legt er sich noch mal für eine Schlummerphase ins Bett? Geht er noch schnell kacken? Macht er sich noch ein Pausenbrot, während das Türschloss schon mal "warm offen-sein" kann? Muss er schnell noch seine Steuererklärung machen? Jeden Morgen?

    Mit Methusalem-Bart schlich ich mich schließlich zum Aufzug, nachdem ich durch meine Tür endlich vernommen hatte, wie er seine Wohnung verließ und sich die quietschende Aufzugtür hinter ihm schloss.

    Zu einer anderen Begebenheit fuhr ich mit ihm mit, weil ich zwischen Schlüssel-im-Schloss und Wohnung-verlassen nicht schnell genug gewesen war.
    Er fragte Dinge. Sprach mit mir. Am Morgen. Vor dem ersten Kaffee. Zusammengefercht in einem 2qm großen Raum.

    Nie wieder!!! (Es passierte natürlich wieder.)

    Ich würde gern sagen, ich entwickelte Routine. Das würde lässiger klingen.
    Aber die letzte Begebenheit, zu der ich ihn morgens durch meine Tür den Schlüssel drehen hörte, sollte mir in nachhaltiger Erinnerung bleiben.
    Ich wusste, ich würde noch schnell Zeit haben, das Abendessen für meinen Freund und mich schon mal vorzukochen. Rief meine Mutter an, würgte sie nach einigen Stunden wieder ab und sagte ich müsse zur Arbeit. Lernte noch schnell Geige spielen und puzzelte ein wenig. Fand Carmen SanDiego und Waldo und das Bernsteinzimmer. Strich das Badezimmer in einer schöneren Farbe. Weiß ist doch arg langweilig.

    Als ich in den Flur hinaustrat, erschrak mich der Gedanke fürchterlich, ob ich eigentlich die Fahrstuhltür gehört hätte oder ob mein Nachbar dort wohlmöglich noch auf den Aufzug warten und ich würde mitfahren müssen???
    Ich lauschte angestrengt um die Ecke, ob ich Atmen oder sonstige Lebenszeichen vernähme, während ich die Tür von außen leise zuzog und nach dem Schlüssel griff, um zuzuschließen....
    und ins Leere griff.

    Panik.

    Mein Blick wanderte zum Schloss. Der Schlüssel war nicht da. Er steckte von innen.
    Ich war so fokussiert darauf gewesen, meinen Nachbarn nicht zu treffen, dass ich mich und meinen Freund ausschloss und dieser nach seiner Arbeit den Schlüsseldienst holen musste, um in die Wohnung zu kommen. (Der Schlüsseldienst hätte beinahe die Tür aufbrechen müssen.)

    Wenn das nicht der Inbegriff von Introvertiertheit ist, weiß ich auch nicht.
  • @San
    Also dass du deine Mutter nach einigen Stunden schon abwürgen konntest, finde ich jetzt etwas unrealistisch...

    Tatsächlich lausche ich auch immer erst, ob ich jemanden im Treppenhaus höre, bevor ich die Wohnung verlasse. Hauptsächlich aber wegen einer bestimmten Nachbarin, die absolut kein Gespür dafür zu haben scheint, dass nicht jeder am Klatsch und Tratsch der Wohnanlage interessiert ist.
  • @soultattooed Ich gebs zu, ich hab einfach den Hörer beseite gelegt...
  • @San - deine Mutter spricht also heute noch???

    und ja: Du hast Introvertiertheit erfunden :-D

    Danke für die schöne Geschichte!!! :-)
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