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Mein Bild nach außen und warum es nur ein Teil von mir ist

Hallo Community,

ich bin hier neu im Forum, 20 Jahre alt/jung und momentan in der Ausbildung zum Logopäden.

Mein persönliches Problem besteht darin, dass ich es anstrengend finde, mich auf unterschiedliche Leute und wie sie sind immer etwas anpassen zu müssen, weil ich oft in Gedanken damit beschäftigt bin, darüber nachzudenken wie ich und mein Verhalten auf andere wirkt, obwohl es nicht unbedingt nötig ist etwas ändern zu müssen.
Oft ist es so, dass wenn ich z.B. im Gespräch mit Bekannten aus der Klasse bin, ich das Verhalten nach außen von anderen viel auf mein Verhalten zurückführen will (im negativen Sinne).
Das sieht dann so aus, dass wenn ich zu einem Gruppengespräch beitrete, ich oft nachdenke, dass das was ich sage evtl uninteressant ist, oder mich nervig erscheinen lässt.
Also projiziere ich quasi das Geschehen um mich oft als Ergebnis auf mein Verhalten.

Kennt das jemand?
Ich weiß, dass es nicht gut ist, das zu machen, aber ich mache es immerwieder.

Kommentare

  • Hallo Markus und willkommen im Forum für Introvertierte.

    Wenn Du magst, nutze zusätzlich die Vorstellungsrunde, um noch ein wenig über dich mitzuteilen :)

    Dein beschriebenes Problem kenne ich sehr gut!
    Wobei ich erst gestern wieder feststellen mußte, daß man mich manchmal selbst in 4 Augen Gesprächen offenbar mißverstehen will..

    Zu deiner Introversion könntest du dich auch mal in Richtung "Hochsensibel" informieren. Dies könnte auch auf dich zutreffen.

    Ich habe dir leider keinen konkreten Tipp, wie du dein Gedankenkarussell abstellen kannst.

    Mag sein, daß zunehmende Gelassenheit, wie man auf andere wirkt, mit dem Alter kommt. Gänzlich egal, was andere von einem denken, wird es jedoch den wenigsten Menschen jemals sein.

    Gibt es konkrete Anläße, die dich glauben machen, daß du in Gruppengesprächen als nervig rüber kommst?
  • Hallo @Markus,
    "Kennt das jemand?
    Ich weiß, dass es nicht gut ist, das zu machen, aber ich mache es immerwieder."
    Ja, kenne ich. Ganz konkret (manchmal): ich schreibe einen Kommentar mit dem Gedanken 'muss ja nicht abgschickt werden'. Denn das könnte sein - nicht verständlich, zu persönlich, und ähnliches. Sich zeigen spielt wohl eine große Rolle dabei. Das führte früher dazu am besten gar nichts zu sagen, da kann man ja nichts falsch machen. So habe ich mir irgendwann einen Tritt gegeben und praktiziere es bis heute: im Zweifel für das Sichtbar werden. Einfach machen. Es geht nicht anders. Wie sollte sich sonst etwas bewegen? Also: trau dich!
    Bis später...
  • Hallo @Markus,
    mir geht es genauso wie dir. In Gesprächen mit fast allen Leuten rödelt es irgendwo in meinem Gehirn ohne Pause: In dieser Ecke des Gehirns werden dann unablässig Fragen diskutiert wie: Wird mein Gesprächspartner mich richtig verstehen, wie drücke ich das für ihn verständlich aus (dabei wird auch immer abgeglichen, was mein Wissen über den Gesprächspartner hergibt). Oder ich mache mir vorher schon Gedanken, was das was ich sagen will wohl für das Gespräch bewirken wird und was die anderen denken werden, wenn ich das jetzt so sage. Das ist wahnsinnig anstrengend und hemmt auch total die Kommunikation. Oft entscheidet mein Gehirn dann halt auch, Sätze eben nicht auszusprechen.
    Ich glaube da hilft zum einen wirklich nur Tritt, wie Fanny ihn beschrieben hat, und zum anderen muss man sich immer klar machen: In der Regel denken andere Menschen gar nicht wirklich so intensiv über das nach, was man gesagt hat und sie schließen gar nicht daraus auf einen selber. Sie denken nicht, "oh, der hat das und das gesagt, der ist nervig." Ich meine das macht man ja selber auch nicht.
    Ich habe auch mal was schönes gelesen, was mir als "Wenig-Sprecher" manchmal hilft: "Der Mensch an sich liebt es einfach sich zu unterhalten und auszutauschen, der Inhalt ist dabei ziemlich egal." Ich glaube, in diesem Satz steckt schon etwas Wahres, ich habe daraus mich geschlossen, es ist egal ob das was ich sage vielleicht nervig, uninteressant oder falsch rüber kommt, andere Menschen werden sich trotzdem gerne mit mir unterhalten, einfach des Unterhaltens wegen.

    VG
    Hannah
  • edited November 24
    Danke für eure netten Antworten :)

    @enjoythesilence
    Ich habe einen Persönlichkeitstest auf Hochsensibilät gemacht und gemerkt, dass die Punkte erhöhte Schmerzsensibilität, das intensive Wahrnehmen von Reizen (vor allem von Musik und Gerüchen) und das Gefühl einer starken Bindung zu meinen Bekannten/Freunden sehr stark auf mich zutreffen!
    Herauszufinden, dass das normal ist und dass es das auch bei andern gibt, hat mir am Freitag, als ich das gelesen hab einen kurzweiligen Glücksschub gegeben!
    Ich hab mich schon seit Kindesalter gefragt, warum anderen Schmerzen weniger wehtun und warum andere weniger in Musik schwelgen können als ich.

    Als Beispiel für das verkrampfte Nachdenken kann ich z.B. das Nachdenken über das Verhältnis zu meinem Vater anführen.
    Er ist ein weniger empathischer Mensch als ich, und ich habe ein für mich kraftraubendes Verhältnis zu ihm was mich manchmal zu innerer Panik bringt in Situationen, in denen ich weiß dass er eher negativ reagieren würde. Ich hab seit Kindesalter ertragen, wenn er "ausgerastet" ist, geschrien hat wenn ihn etwas auf die Palme gebracht hat (auch wegen mir), denn er kann seine Wut nicht zügeln und kann schlecht verstehen dass ich damit nicht umgehen kann. So habe ich in meiner Jugend gelernt solche entstehenden Situationen zu umschiffen, wie z.B. dass ich mich möglichst nicht mit ihm in einem Raum aufhalte, weil ich nicht meine innere Ruhe bewahren kann wenn ich mit einem Menschen in einem Raum bin der mich im Inneren so schlecht versteht.
    Denn es fehlt ihm ein gutes Stück an Selbstreflektion.

    Heute war es so dass er vor dem Fernseher war und ich mir Essen machte (hinter der Couch ist Esstisch und Küche) und er schaute zu mir als ich aus der Küche kam und ich hab eher vermeidend zum Tisch geschaut.
    Danach hab ich wieder darüber nachgedacht ob er wieder negativ darüber denkt, dass ich mich so vermeidend verhalte, weil er dass schon ab und zu, aber von eher eindeutigen Situationen ausgehend geäußert hat.
    Dabei ist die momentane Situation in den letzten Tagen nichtmal angespannt.

    Und dieses Gedankenmuster wende ich auf nahezu jeden Menschen an.
    Ich sammle sozusagen die Teile von meinem Verhalten gegenüber anderen, von denen ich (unnötigerweise) davon ausgehe dass sie jemanden gestört haben könnten (siehe den Beitrag von @Die_Hannah).
  • edited Dezember 3
    @Markus

    Du bist. Du bist (am) Leben, du hast ein Anrecht hier zu sein, deinen Platz (Raum) einzunehmen und deine Meinung zu äußern. Du musst dich nicht dafür entschuldigen das du da bist, du musst dich nicht dafür entschuldigen das du eine Meinung hast und vor allem musst du dich nicht "schuldig" fühlen.

    "darüber nachzudenken wie ich und mein Verhalten auf andere wirkt" Wenn du das während dem Gespräch machst, ist das kontraproduktiv. Machst du das allerdings nach dem Gespräch nennt man das (Selbst)Reflexion und dazu kann ich dir nur gratulieren.

    "Oft ist es so, dass wenn ich z.B. im Gespräch mit Bekannten aus der Klasse bin, ich das Verhalten nach außen von anderen viel auf mein Verhalten zurückführen will (im negativen Sinne)." Viele Menschen begehen diesen äußerst selbstzerstörerischen Fehler, verhalten anderer auf sich zu reflektieren.


    Wenn du bisher keine Selbstreflexion betrieben hast, kann ich dich nur dazu ermuntern. Wenn deine ehrliche Selbstreflexion ergibt, das alles in Ordnung ist. Dann kannst du aufhören dich während Gesprächen selbst madig zu machen. Ergibt deine Selbstreflexion das bei dir etwas nicht passt (nervige Stimme, dumme Sprüche, egoistisches Verhalten...oder oder oder), dann kannst du darüber nachdenken ob du diesen Aspekt verändern möchtest oder ihn als wesentlichen Teil deiner Persönlichkeit einstufst und ihn als solchen anerkennst und beibehältst.

    Das wenigste was gewöhnliche Menschen tun oder äußern, hat tatsächlich mit dem anderen zu tun, meist stecken eigene Bedürfnisse oder im Zweifelsfall steckt die eigene Unsicherheit dahinter. Wenn beispielsweise jemand über jemanden lästert...sagt das mehr über den lästernden aus, nämlich das dieser sehr Unsicher ist und nichts besseres mit seiner Zeit anzufangen weiß.
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