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Das Problem mit dieser schnellen und lauten Welt

Ich komme gerade für mich zu der Erkenntnis, daß nicht meine introvertierte Art und Lebensweise das eigentliche Problem ist, sondern das schale Gefühl, meine Fähigkeiten werden nicht anerkannt oder gar genutzt und ich persönlich fühle mich in letzter Zeit immer mehr übergangen und nicht gesehen.Dabei halte ich mich für recht strukturiert und mit Hilfe meiner sensiblen Art nehme ich Dinge wahr, die meinem Umfeld tatsächlich von Nutzen sein könnten, würden sie mir zuhören (und mich aussprechen lassen ;) und sich darauf ein paar Gedanken machen, um dann entsprechend zu handeln.

Es tut grade verdammt weh, so wenig gesehen und gehört zu werden.

Andere würden vielleicht noch mehr darum kämpfen und sich Duchsetzungsvermögen aneignen.

Ich komme manchmal zu dem Schluß, daß es im Umgang mit bestimmten Menschen besser - oder sagen wir einfacher ist, sich zurückzuziehen.

Und daher habe ich inzwischen auch für jeden, der sich für Rückzug und Selbstständigkeit entscheidet, volles Verständnis.

Geht es jemanden hier ähnlich? Und wie sieht eure Strategie aus? Rückzug oder Konfrontation? Oder gibt es da auch noch was dazwischen?

Kommentare

  • Hallo @enjoythesilence,

    im Hinblick auf den Beruf habe ich tatsächlich mit 39 Jahren nochmal ganz von vorn angefangen und mich selbstständig gemacht. Ich hatte das gleiche Problem wie du. Besonders weibliche Kollegen haben mir das Leben schwer gemacht. Das artete oft in Mobbing aus. Die Chefs haben mich kaum wahr genommen und Lorbeeren ernteten nur die Anderen ...... "die Lauten".

    Heute bin ich mein eigener Herr und kann selber bestimmen. Ich habe direkten Kundenkontakt und bekomme oft Lob. Ich muss mich nicht mehr mit Kolleginnen oder cholerischen Chefs herumschlagen und meine Kunden kann ich mir selbst aussuchen.

    Aber es ist auch nicht leicht davon zu leben. Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine Existenz nicht davon abhängt. Darum sollte man sich den Schritt in die Selbstständigkeit auch gut überlegen.

    Auch privat bin ich seitdem wesentlich selbstbewusster geworden. Ich lasse nicht mehr andere bestimmen, wie ich mein Leben zu leben habe und sage auch mal NEIN, wenn mir etwas nicht passt.

    Es war allerdings auch ein langer Prozess bis ich zu dem Menschen geworden bin, der ich heute bin. Insofern braucht es viel Geduld. Auch Rückschläge muss man immer wieder hinnehmen. Aber es lohnt sich immer neue Wege zu gehen und sich auszuprobieren. Man kann dadurch nur an Stärke und Willenskraft gewinnen.
    Und wenn der Weg sich am Ende als richtig erwiesen hat, ist man glücklich und stolz darüber, ihn gegangen zu sein.

    Also, sei mutig.
    Alles Gute.

  • Liebe enjoy!
    Ich erlebe gerade etwas ähnliches im beruflichen Alltag...ich glaube, dass es bei mir wenig mit Introversion oder Extroversion zu tun hat...ich denke oft, dass ich etwas zum Lösen der anstehenden Probleme beitragen könnte. Ich mache sogar die Vorschläge, aber sie werden nicht gehört.
    Ich fühle mich übergangen, nicht wertgeschätzt und finde die momentane Vorgehensweise extrem unstrukturiert. Lange habe ich überlegt, warum das so ist. Und mir ist aufgefallen, das viele um mich rum momentan so handeln, dass für sie selbst ein eigener Vorteil entsteht und nicht die Lösung des Problems im Vordergrund steht.
    Wir haben einen neuen extrem extrovertierten Chef und alle möchten beeindrucken und verlieren den Fokus.
    Mich hat diese Erkenntnis sehr beruhigt, da ich die Ursache immer zuerst bei mir suche.
    Ich werde jetzt mal eher die Beobachterrolle einnehmen und abwarten.
    Wollte dir diese Ansicht mitteilen, weil ich nicht glaube, dass es an dir liegt. Ich erlebe viele Menschen im Moment extrem oberflächlich und auf den eigenen Vorteil bedacht...
  • Hallo @enjoythesilence,

    das Problem kenne ich auch, übersehen und übergangen zu werden. In der Arbeit gibt es nur wenige, die meine Fähigkeiten wirklich zu schätzen wissen. Die meisten gehen zu anderen Kollegen, wenn sie ein Problem haben, das eigentlich in meinem Fachgebiet liegt.

    Aber auch im privaten leben werde ich zur Zeit immer mehr übersehen. Leute, mit denen ich mal sehr gut befreundet war, legen im Grunde keinen Wert mehr auf meine Anwesenheit. Aber auch andere Bekannte grüßen mich kaum oder reden nur mit meiner Frau und tun so, als ob ich gar nicht da wäre. Ich bin da immer der komische introvertierte mit dem keiner etwas anfangen kann. Bei mir führt das alles dazu, dass ich mich immer mehr zurückziehe.

    Ich finde es super, wenn jemand den Mut hat sich selbständig zu machen. Wäre irgendwie auch für mich was, aber mit Familie ist das schon ein Risiko. In der Firma, in der ich momentan arbeite stehen umfassende Restrukturierungsmaßnahmen an, und wenn ich denen zum Opfer falle, dann werde ich wieder in einer anderen Tretmühle landen. Dann geht das Ganze wieder von vorne los, dass man übersehen und übergangen wird und nur die Fähigkeiten der extrovertierten wirklich zählen.

    Viele Grüße
    Igel_82
  • @enjoythesilence
    Meine Taktik ist auch eher der Rückzug. Arbeite aber momentan im Verkauf auf Provision, da ist das gar nicht förderlich. Ich dachte auch, ich könnte vielleicht lernen mich besser durchzusetzen, aber es wird jetzt eher immer noch schlimmer, weil ich einfach nur noch merke, dass das nichts für mich ist und ich bin einfach nur noch demotiviert. So werden wie die "guten" Verkäufer will ich aber auch gar nicht, dieses Geschäftsmodell unterstützt die miesesten Charaktere. Egoismus und Gier ganz groß geschrieben und von den Chefs unterstützt.
  • Hallo @enjoythesilence,

    ich kann so gut nachfühlen, was du derzeit empfindest, denn der Schmerz, der dadurch entsteht, von anderen - oder zumindest von wenigen ganz bestimmten Menschen, von denen man es sich innigst wünschen würde - nicht gesehen und gehört zu werden, keimt bei mir in letzter Zeit wieder immer öfter auf.

    Dabei bewundere ich jede Person, die es schafft sich hier durchzusetzen und gegenzusteuern. Ich bin ja total auf Rückzug getrimmt, wenngleich mir zu 100% bewusst ist, dass das keinesfalls förderlich sein kann und in den meisten Fällen mit Sicherheit bloß dazu führt, dass man für andere noch unsichtbarer wird. Zu groß ist gleichzeitig die Angst davor, trotz Energieaufwand weiterhin unsichtbar zu bleiben und wieder enttäuscht zu werden. Es ist ein ewiger Teufelskreis.

  • edited Dezember 2018
    Ich insbesondere, aber auch viele andere Menschen empfinden die Welt als laut und nervig. Mein Zuhause ist meine Oase der Ruhe und es hilft ungemein sich bewusst dem Trubel zu entziehen und Freiräume zu schaffen. Aber @enjoythesilence du sprichst ja auch noch etwas anderes an, und zwar das gehört werden.

    Ich finde es gibt grob gesagt zwei Typen Menschen. Die einen, die auf einer eher sozialen und sympathiesierenden Art zu Erfolg im Leben und Beruf kommen. Und die anderen, die eher durch schlichte Leistung vorankommen. Tatsächlich zähle ich mich auch klipp und klar zu zweiterem, da ich auch häufig im Büroalltag merke, nicht derjenige zu sein der von Natur aus gehört und ernst genommen wird. Ich fühle mich wohl, wenn ich weiß was ich tue und auf selbstbestimmte Art gute Ergebnisse erzielen kann, die dann geschätzt werden. Solange ich das tun kann, wirke ich auch sympathisch, da ich auf Grund meiner Leistung respektiert werde.
    Auf Grund meines bloßen Erscheinungsbildes kann ich selten etwas erreichen. Das ist häufig ärgerlich, aber wenn man sich damit abfindet und aus der Situation das beste macht, findet man einen Weg der für sich funktionieren kann.
    Dazu gehört auch zu erkennen, wenn es keinen Sinn hat, sich mit Gewalt anzustrengen um irgendetwas vor anderen zu erreichen. Da lasse ich lieber anderen den Vorrang und investiere meine Energie, um für mich selber eine neue Nische zu finden und daran zu arbeiten, wo die anderen nicht weiterkommen. Natürlich mache ich mich bemerkbar, wenn etwas sichtlich daneben läuft oder ungerecht ist, aber es schadet nicht zu wissen, die eigenen Stärken und Schwächen zielgerecht einzusetzen. Ein Beispiel: Wenn ich mal eine Mittagspause ausfallen lasse und dafür etwas fertigbringe, was mir Vorteile verschafft, ist das aus meiner Sicht besser, als sich am Tisch anzupassen und irgendwelchen Öden Gesprächen zu folgen.

    Und solang man mit dem was man tut erfolgreich ist, wird das von den Leuten auch anerkannt und man hat beim nächsten Mittagessen ganz viel zu erzählen. Man muss sein Ding nur wirklich durchziehen und nicht so viele Gedanken an unwesentliches verschwenden. Das ist natürlich nicht immer so einfach zu entscheiden wie gerade dargestellt, aber man kann ein gutes Gefühl dafür entwickeln..
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