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Freundschaften aufgeben?

Hallöchen!

Zunächst mal: Ich habe mich schon so lange nicht mehr gemeldet, dass ich überlegt hatte, noch mal in den Vorstellungs-Thread zu schreiben :D. Ich muss aber sagen, dass hier immer mal wieder reinschaue und gerne mitlese. Oft komme ich nur nicht zum schreiben und meistens... kann ich auch einfach meinen Vorrednern nur zustimmen. Ich hatte zwischenzeitlich irgendwie Angst, mich hier zu oft zu melden, weil ich dachte, vielleicht suhle ich mich dann zu sehr in meiner Introversion und nehme das als Entschuldigung für alles. Versteht jemand, was ich meine?
Ich habe mich in letzter Zeit extrem zurück gezogen, aber ich muss sagen, dass ich mich dennoch etwa 99% der Zeit wohl fühle und wenn nicht, dann hat das eben meistens mit andere Menschen zu tun.

Ich habe den Kontakt zu fast allen meinen Studienkollegen so gut wie verloren. Mich hat heute dann doch eine Email einer ehemaligen Freundin dazu gebracht, hier zu schreiben. Sie hatte mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich nach Weihnachten Zeit hatte, weil sie da wieder in der Stadt ist. Einige Zeit zuvor hatte ich ihr schon mal abgesagt und jetzt hatte ich mich auch nicht gemeldet. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nach Weihnachten einfach nur meine Ruhe haben wollte. Jetzt schrieb sie mir noch eine Email, dem Inhalt nach "Da du dich nicht gemeldet hast, nehme ich an, es besteht kein Interesse mehr an einem Kontakt. Ich wünsche euch noch alles Gute!".
Das fand ich im ersten Moment schon hart aber im nächsten dachte ich mir auch: Vielleicht macht es ja wirklich keinen Sinn mehr, ich meine, wenn mich ein geplantes Treffen eher stresst als dass ich mich auf die Person freue.
Bei einer anderen Freundin ist es ganz ähnlich. Wir haben früher total viel miteinander unternommen und es war sehr spassig aber mittlerweile... irgendwie nicht mehr. Da ist einfach nichts mehr, man prokelt ewig in denselben Erinnerungen/Themen rum. Es ist nichts neues, oft auch wenig positives. Ich habe keine Lust über mich zu reden und höre dann meistens nur zu. Wirklich gemeinsame Themen gibt es irgendwie nicht. Dennoch fällt es so schwer los zu lassen. Ich glaube, das ist auch etwas, das ich seit Ewigkeiten schon hier im Forum vor mir hertrage.

Ich verstehe mich mit fast allen Leuten gut, aber ich kann mit den wenigsten so viel anfangen, dass ich sagen würde: Der Kontakt ist mir wirklich super wichtig und ich möchte ihn für immer halten. Kennt ihr das Gefühl?! Leute, mit denen ich Interessen teile sind mein Freund, meine Familie oder Leute, die ich übers Internet kenne :D. Aber das reicht mir eben auch.

Dennoch habe ich das Gefühl, dass mir dieses zwischenmenschliche außerhalb der Familie fehlt und ich würd irgendwie gerne versuchen im nächsten Jahr herauszufinden, ob es nicht doch noch Leute in meiner Nähe gibt, mit denen ich mich wohl fühle. Ich wollte unbedingt mal Urban Sketching probieren, ich glaube das wäre eine gute Möglichkeit... wenn man da Leute findet... :).

Wie ist das bei euch so mit Freundschaften? Sind meine Erwartungen auch einfach zu hoch?

Kommentare

  • Ich glaube, eine Freundschaft ist einfach eine Sache, die sollte von Herzen kommen.

    Es wird immer mal Zeiten geben, in denen man mehr ruhebedürftig ist, sich nicht mitteilen mag und keine Kraft für ein Treffen vorhanden ist. Und ich bin der Meinung, wahre Freunde verstehen das auch.

    Ich stelle mit den Jahren fest, daß selbst Treffen mit meinen nächsten Verwandten mich im Vorfeld leicht stressen. Und die Gesprächsthemen sind auch nicht jedes Mal gleich erbaulich und interessant.

    Am allerliebsten bleibe ich ohne Termine und Plan zu Hause und lebe in den Tag hinein.

    Aber ab und an brauche und suche ich schon den Austausch. Gut, denn sonst würde ich vermutlich eingehen, wie eine Primel.
    Noch dazu: selbst wenn ein Gespräch mir wenig gebracht hat, dann zumindest dies, daß ich den nächsten Tag auf dem Sofa umso mehr genieße :)

    Freundschaften, die sich totgelaufen haben, sollte man jedoch nicht mehr künstlich beatmen.

    Manchmal muß man loslassen, um Platz für Neues zu schaffen.

    Was in dem konkreten Fall zu tun ist, kannst jedoch nur du allein entscheiden.
  • edited Januar 16
    .
  • Danke für eure Antworten! Grade heute ist problematisch... ich habe eigentlich keine festen Pläne, würde am liebsten einfach nur zuhause hängen, aber ich weiß dass ich mich darüber wahrscheinlich am Ende auch ärgern werde ^^.

    @enjoythesilence
    Du hast recht. Es sollte von Herzen kommen. Aber ich habe bei vielen Freundschaften das Gefühl, dass es das nicht mehr tut. Man sieht sich vielleicht 1-2 mal pro Jahr und irgendwie fehlt mir da die Verbindung. Je seltener ich die Leute sehe, desto unangenehmer finde ich es meist, sie dann doch irgendwann wieder zu treffen. Und meistens merke ich dann auch, dass wir eigentlich gar nichts gemeinsam haben. Versteh mich nicht falsch, ich vergesse die Leute nicht sofort. Eigentlich war ich früher immer diejenige, die zumindest schriftlich versuchte, Kontakt zu halten. Aber das bricht aus meiner Erfahrung auch immer irgendwann ab. Und wenn ich dann gar nichts mehr von den Leuten höre, aber nach einem Jahr so tun soll als wäre alles wie früher, das geht irgendwie nicht.

    Ich fühle mich halt mittlerweile schon seit Jahren so, als hätte ich keine Energie für solche Treffen. Eben seitdem ich die Leute nicht mehr regelmäßig sehe... Aber ich habe halt auch genug zu tun und selten Langeweile. Es ist jetzt nicht so als würde ich den ganzen Tag erschöpft zuhause liegen :D.
    Daher: Ich lebe auch am liebsten in den Tag hinein. Ich habe immer tausend Ideen, die ich machen könnte. Verabredungen stressen mich auch weit im Vornherein, auch, weil ich dann denke weniger Zeit für anderes zu haben. Ganz selten habe ich einen Moment, in dem ich total gerne jemanden treffen würde, einfach nur zum Quatschen. Aber in dem Moment hat dann meist grad zufällig niemand Zeit :D. Ich versuche jetzt schon seit gefühlt einem Jahr einen Freund zu treffen, mit dem ich echt gerne reden würde, aber es klappt irgendwie nie.

    Ich glaube ich habe auch Angst, dass ich irgendwann deswegen eingehen werde. Aber ich habe ja immer noch recht intensiven Kontakt mit meiner Familie, meinem Freund natürlich und auch immer schriftlich zu einzelnen Freunden :). Deshalb ist diese Angst glaube ich größtenteils unbegründet.

    Künstlich beatmen ist ein gutes Stichwort. Genauso fühlt es sich für mich momentan an. So nach "Achja, wir müssen uns ja doch noch einmal im Jahr treffen, sonst verlieren wir den Kontakt!". Wenn ich Interesse hätte, würde ich mich ja auch von selbst melden.

    Du hast Recht, die Entscheidung muss ich natürlich selbst treffen. Dennoch fühle ich mich so... asozial ^^°

    @Bianca:

    Danke für deine Antwort! Interessant zu hören, dass es da noch jemandem so geht wie mir. In dem Punkt war ich mir echt nicht sicher, weil die meisten hier doch extrem im reinen mit sich zu seien scheinen. Aber mich beschäftigt es eben doch sehr oft, ob ich jetzt sagen kann, dass es okay ist wenn ich Verabredungen absage, weil ich eben introvertiert bin und das, grade in größeren Gruppen, nicht mein Ding ist, oder ob ich das jetzt einfach als bequeme Ausrede benutze, um fast gar nicht mehr raus zu gehen.

    Ich weiß halt, dass ich mich früher auch häufig überwinden musste, aber dann im Nachhinein auch häufig Spass hatte (andererseits auch öfter mal unangenehme Situationen, ich glaub das blendet man aus) und das macht mich so unsicher, was denn nun das richtige für mich wäre...

    Ich hatte auch oft das Gefühl, dass Freunde mich runter ziehen. Manchmal in Kleinigkeiten, manchmal aber auch in größeren Sachen. Bei manchen Leuten hatte ich sogar das Gefühl, sie wollen meine Persönlichkeit ändern. Mittlerweile denke ich auch oft, ich weiß, wie Leute auf bestimmte Themen reagieren, die mir wichtig sind. Aber das ist vielleicht auch eine gefährliche Einstellung.

    Ich denke, ich habe schon ziemliche Probleme los zu lassen. Aber wenn ich ehrlich bin, erschöpfen mich glaube ich so "warm gehaltene" Freundschaften mehr, als konkret einen Schlussstrich zu ziehen. Als die besagte Freundin mir schrieb, dass ich wohl scheinbar kein Interesse mehr hätte, war ich erst etwas schockiert, aber danach auch irgendwie erleichtert, weil ich dachte: Im Grunde hat sie Recht.

    Es ist wirklich schwer, los zu lassen. Vor allem habe ich auch keine Lust, neue Freunde zu suchen, weil ich dann immer denke, dass es eh irgendwann wieder so endet.
  • edited Januar 16
    .
  • @Bianca

    Hm, vielleicht habe ich da echt eine verzerrte Sicht. Aber bei den "Alteingesessenen" hier, habe ich schon das Gefühl, dass sie gut mit ihrer Introversion umgehen können. Sicher ist niemand immer komplett im Reinen mit sich, da hast du natürlich recht! Ich meinte das jetzt generell auf die Introversion und Auswirkung auf Beziehungen gesehen. Mein großes Problem ist halt, dass ich nicht weiß, ob ich Leute wegen meiner Introversion ablehne, oder weil sie einfach nichts für mich sind.

    Ich muss auch sagen, dass es mir nicht generell an Antrieb fehlt, ich weiß mich schon sehr gut zu beschäftigen. Zudem muss ich momentan viel in meiner Familie aushelfen, das bekomme ich ja auch hin. Ich glaube daher einfach, dass meine sozialen Kapazitäten momentan ausgelastet sind.
    Aber du hast recht, ich kenne auch das Gefühl, dass ich weiß, ich müsste raus gehen/mich mit anderen treffen/Sport machen. Bzw. ich müsste es nicht, aber meistens geht es mir danach besser. Wobei das mit dem treffen momentan so ist, dass es mir danach nicht unbedingt besser geht. Es ist eher wie ein Termin, der halt abgehakt werden muss und ich bin danach froh, dass es erledigt ist (bei bestimmten Personen, natürlich nicht bei allen!).

    Ich fühle mich halt irgendwie egoistisch...?! Es geht mir eigentlich echt gut, aber ich habe bei bestimmten Leuten das Gefühl, dass bei denen immer nur alles negativ ist... immer... alles! Irgendwann denke ich mir reichts halt auch mal...
    Das Gefühl, dass mich jemand "systematisch" runtermacht, hatte ich hingegen lange nicht mehr.

    Hm, ich glaube an der Persönlichkeit hängt es nicht mal unbedingt bei meinen Freunden... oder doch?! Hm... ich glaube aber das Problem sind eher fehlende Interessengebiete irgendwie... und dann kommt es dazu, dass diese Leute fast nur aus ihrem Leben erzählen. Ich habe da hingegen meist weniger Lust zu "einfach nur" über mein Leben zu reden, bzw. es ist mir irgendwie einfach zu privat oder ich denke, es ist für andere uninteressant.

    Ich denke, die Freundin, die mir direkt unterstellte, ich hätte kein Interesse mehr an einem Kontakt, werde ich auch nicht noch mal von selbst anschreiben. Ich glaube, ich könnte es mit keiner Erklärung wieder gut machen und ich glaube, es wäre auch für mich nicht gut, wenn ich so unter Druck stehe, dass ich sie unbedingt immer treffen muss, wenn sie grad in der Stadt ist. Bei den anderen Freunden werde ich es wohl auch erstmal laufen lassen.
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