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Reduzierung der Arbeitszeit

.. um mehr Zeit für sich und die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu haben

In dem Thread von Fabio klang es schon an.
Offenbar wünsche nicht nur ich mir weniger zu arbeiten um lieber mehr kostbare Zeit für mich und mein Umfeld zu haben.

Vor allem geht es dabei auch um die Tatsache, die San so schön beschreibt: ich will mich nicht weiter für einen Bullshitjob krumm machen, bei dem meine Fähigkeiten ohnehin nicht gewürdigt werden.

Weniger Bullshitjob und mehr Zeit für sich muß ja nicht gleichbedeutend sein, zu Hause zu sitzen und Fern zu schauen.

Aber genau das tue ich derzeit, weil die vielen Eindrücke beim Job mich leer zurück lassen und ich zum Feierabend und am Wochenende erst einmal wieder meine Akkus aufladen muß.

Aus dem Teufelskreis möchte ich künftig raus.

Und mir kam grade noch ein Gedanke:

vielleicht wäre der Gesellschaft sogar mehr gedient mit weniger Bullshitjobs hin zu mehr Kreativität und Entfaltung des eigenen Potentials eines jeden Einzelnen.

Vielleicht gibt es hier Leute, die mit erfolgreicher Stundenreduzierung Erfahrungen gesammelt haben oder eine Idee haben, wie man seine Zeit sinnvoller verbringt, trotzdem nicht am Hungertuch nagen muß.

Die Diskussion ist eröffnet :)

Kommentare

  • edited Januar 11
    Guten Morgen @enjoythesilence!

    Genau das war einer der Punkte, die ich in dem anderen Thread gemeint habe, mit Wünschen/Zielen, die ich mir erfüllt/erreicht habe.

    Ich hab meinen damaligen Vollzeitjob zugunsten einer Selbständigkeit, in einem Bereich, der meinen Talenten/Interessen entspricht bzw. wofür ich brenne, aufgegeben.
    Inzwischen habe ich zwar ebendiese Selbständigkeit wieder reduziert, weil ich einen Teilzeit-Job in genau diesem, "meinem" Metier erwischt habe, der mich sehr glücklich macht.

    Mein finanzieller Verzicht beläuft sich ca. auf die Hälfte des früheren Gehalts. Mir fehlt es aber an nix.

    Anmerkung noch am Rande zu "Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens" - für mich ist Arbeit sehr wichtig - bietet mir persönliches Wachstum, "Erfüllung", aber eben nur dann, wenn ich persönlich voll hinter dem Job/der Institution/der Tätigkeit... stehe, was ja aber der Fall ist.
  • Gutes Thema! Das Problem an der Eigenständigkeit ist für mich ganz massiv der Verlust der Sicherheit. Es kann jeden Tag den Bach runtergehen bzw. muss es den Bach erstmal jeden Tag und jeden Tag aufs Neue raufgehen, damit ich überleben kann. Damit stecke ich mehr Energie hinein, als ein 40h Bürojob von mir fordert. Sicher, ich stecke Energie in etwas, das ich mir freiwillig ausgesucht habe und das ich gerne mache, das mag ein Unterschied sein.
    Nur ist meine Erfahrung auf dem Gebiet: Kreativdruck kann ich nich gut. Ich bin phasenweise gar nich kreativ und will das nicht erzwingen müssen. Das ist dann nämlich nicht kreativ sondern einfach nur kräftezehrend.
    Und schon wär ich nach 3 Monaten Selbstständigkeit verhungert.

    Bei Bullshitjobs (den Begriff gibt es seit Kurzem wirklich) ist es so, dass sie eigentlich keinen Mehrwert für die Gesellschaft oder irgendwen bringen. Und dass man auf einer künstlich auf 40h aufgeblasenen Stelle sitzt, die in 15h der Woche ebensogut und ohne den ganzen Leerlauffrust erledigt werden kann. Nur ziemt sich das nicht. Der Fortschritt in Automatisierung und Co. macht viele Stunden im Büro überflüssig, aber wo kämen wir denn da hin, wenn einige plötzlich nach 15h schon fertig sind und andere nich? Dann lieber die anderen die restlichen 25h auch noch rumsitzen lassen, damit es bewertbar und auf gleicher Basis entlohnbar bleibt.

    Diese Zustände werden gerade offen gelegt. Die Automatisierung und Entwicklung von KI läuft derweil weiter. Nicht nur Renten spitzen sich zu.
    Ich glaube - ich muss glauben - dass es sich alles in den nächsten Jahrzehnten ändern wird. Ändern muss. Dass das bedingungslose Grundeinkommen doch noch kommt. Ein Mietpreismaximum, dass die Lebenserhaltungskosten wieder bezahlbar macht oder zumindest verhindert, dass die Vermieter einfach so nach jedem Wechsel den Mietpreis ohne Wohnungsverbesserungen und jegliche Investitionen beliebig anheben können (in einer Studentenstadt mit hoher Fluktuation fatal). Irgendwas.

    Vermutlich bin ich auch einfach nur verzweifelt und das alles bleibt leeres Wunschdenken.
  • edited Januar 11
    Hallo,

    aus eigener Erfahrung kann ich dir leider nicht berichten, jedoch gibt es bei mir im Büro zwei kinderlose Kolleginnen, von denen ich weiß, dass sie auf Teilzeit gewechselt haben, weil sie sich einfach mehr Freizeit wünschen. Ich denke, es geht ihnen gut damit bzw. sowieso besser als vorher - die eine arbeitet z.B. nur noch von Montag bis Donnerstag. So ein verlängertes Wochenende jede Woche kann schon was. Aber ich muss dazu sagen, dass beide halt auch nicht alleinstehend sind und somit finanziell nicht ganz auf sich alleine gestellt sind. Da ist das dann natürlich einfacher ... aber irgendwie ist man dann schon auch von seinem Partner bissl abhängig?!

    Für mich persönlich wäre es im ersten Gedankengang auch verlockend Stunden zu reduzieren, doch dann muss ich wieder daran denken, dass sich das ja negativ auf die Pension auswirkt und so weiter und so fort (ja, jetzt kann man eigentlich wieder behaupten "wer weiß, ob wir überhaupt noch eine Pension bekommen werden, wenn es so weit ist" *g*). Realistisch gesehen würde es mein Chef für meine jetzige Position aber nicht zulassen, dass ich einfach so weniger Stunden arbeite, da ich für meine Gruppe die einzige Sachbearbeiterin bin und die brauchen mich vollzeitmäßig im Büro.

    Aber prinzipiell rein von der Fitness her würden mir 6 Stunden Arbeit am Tag auch echt reichen, denn meistens so um die Mittagszeit nach dem Essen, wenn dann auch diese 6 Stunden vorbei sind, werde ich eh müde und hätte eigentlich schon genug. :D

    Und wenn ich jetzt um ca. 16 Uhr nach Hause komme, fühle ich mich ebenso oft paniert genug um großartig irgendwas anzufangen, was irgendwie traurig ist, denn dann schmeiß ich mich meistens erst mal aufs Sofa zum Runterkommen und lass mich von der Flimmerkiste berieseln ... und bis ich mich dann mal aufraffen kann, etwas anderes zu tun, kann schon mal eine Weile vergehen. Echt schlimm irgendwie ...
  • Ein Kollege von mir hat seine Wochenstunden reduziert und er wirkt recht glücklich damit. Allerdings sind bei ihm die Kinder schon aus dem Haus und seine Frau ist auch berufstätig (auch in Teilzeit). Für mich ist es leider momentan keine Option, weil es meine Familiensituation nicht zulässt.

    Auch selbständig machen ist für mich keine Option auch aus dem Grund, der fehlenden Sicherheit, wie @San schon geschrieben hat. Das würde mich glaub ich zu sehr belasten.

    Die verringerte Rente aufgrund einer Stundenreduzierung würde ich für mich nicht so tragisch sehen, denn wer weiß denn schon mit welchem Alter ich mal in Rente gehen kann und ob ich das Rentenalter überhaupt erleben werde kann mir auch keiner garantieren.
  • edited Januar 11
    @Persephonia so wie du das in den letzten beiden Absätzen beschrieben hast, kann ich sehr gut nachempfinden.


    @San, die einzige aktuell sinnvolle Lösung die ich sehe um der "zeitfüllerei" eines 40 Stunden/Woche Jobs zu entgehen und weiterhin sein volles Gehalt zu kassieren, ist seinen Job möglichst oft im Home-Office zu machen...ich weiß das nicht jede Firma das anbietet oder wenn dann nur beschränkt und es sowieso nicht in jedem Job möglich ist. Aber oft wäre es möglich und der Arbeitgeber scheut nur den Aufwand der Umsetzung, der sich aber langfristig gesehen meistens lohnt. Wenn man dann nach 4 -5 Stunden mit seiner eigentlichen Arbeit fertig ist, muss man einfach nur noch "auf Bereitschaft" sein und kann nebenbei was anderes machen, wenn keine E-Mails oder Anrufe kommen kann man so viel Zeit für sich selbst investieren.


    @enjoythesilence ich kann deine Situation sehr gut Verstehen und habe mir selbst schon oft Gedanken darüber gemacht, bin aber bislang auf keine praktikable Lösung gekommen. Dennoch möchte ich ein paar Gedanken dazu anmerken.
    Ich kenne Leute die trotz Anstrengendem 40+Stunden Job/Woche noch mega viel Energie haben für diverse Aktivitäten danach und genauso kenne ich Leute die deutlich weniger als 40 Stunden arbeiten oder sogar gar nicht und trotzdem den ganzen Tag auf der Couch rum lümmeln. Ich denke letztlich liegt es auch an einem selbst wieviel Energie man in sein Leben steckt und aus seinem Leben zieht. Meiner Erfahrung nach sind Bewegung an der frischen Luft und in der Natur, Gesunde Ernährung und Sport mit die besten Möglichkeiten sein Energielevel hoch zu halten. Allerdings muss man da etwas Experimentieren um herauszufinden, was einem da in welcher Menge wirklich gut tut.
    Isst man zu viel fällt man ins Mittagskoma, zu wenig und es fehlt einem an Nährstoffen und letztlich an Energie...das falsche oder zu eintönig haben den selben Effekt. Ich hab Beispielsweise von einem befreundeten Arzt Nahrungsergänzungsmittel empfohlen bekommen. Zuerst war ich Skeptisch, hab ihm aber vertraut und es ein mal ausprobiert...zugegeben ich würde die ~200€ für 1 Monat nur ungern wieder ausgeben, aber der Effekt hat mich enorm positiv überrascht und hat mich wachgerüttelt. Jetzt weiß ich wie groß der Einfluss einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung sein kann.
    Lange Spaziergänge ermüden mich meistens, während kurze, so 10-15 Minuten mir einen richtigen Energieschub verleihen!

    Aber der wichtigste Faktor ist glaube ich ob man etwas hat auf das man sich nach der Arbeit freut...eine Aktivität oder Tätigkeit die man fortführt oder etwas gänzlich neues ausprobieren. Wenn ich Beispielsweise ein neues Buch, Computerspiel oder ähnlich faszinierendes für mich entdeckt habe, kann ich es kaum erwarten am nächsten morgen aufzustehen und mich ein wenig damit zu beschäftigen...so schlafe ich nicht nur besser, sondern springe regelrecht aus dem Bett, obwohl ich eigentlich eher ein Morgenmuffel bin. Wobei es manchmal auch den Negativen Effekt hat und ich mich während der Arbeit nicht mehr konzentrieren und an nichts anderes mehr Denken kann als an mein Spiel oder Buch auf das ich mich schon soooo freue.
    Meiner Frau geht es beispielsweise so, wenn sie wieder was zum Nähen hat. Da ist es egal wie anstrengend der Arbeitstag war, sie näht danach Stundenlang!
  • @Stefan87 Homeoffice wär eine schöne Alternative, aber dazu sind die Chefs hier leider zu misstrauisch. Wenn etwas nicht klappt, liegt es hier immer daran, dass jeder Mitarbeiter ausnahmslos faul und unfähig ist. Im Home-Office kann man seine bezahlten Sklaven nicht kontrollieren, also gilt Anwesenheitspflicht. Typisch eingestaubtes Denken von gestern. Ich seh es eher wie du: einfach die eigene Arbeit gewissenhaft erledigen, sobald sie anfällt und dann den Rest der Zeit für sich haben.
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