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To be or not to be

Hallihallo,
sehr lange habe ich überlegt, ob ich mein aktuellstes Anliegen in eine meiner bereits bestehenden "Diskussionen" mit einfließen lasse oder es in einer neuen "Diskussion" dann doch ganz neu poste!

Ich beschäftige mich zurzeit viel mit mir, sprich mit mir als Mensch, als Identität und als Rolle im sozialen Umfeld!
Dazu hatte ich im Vorfeld ja bereits in anderen Threads etwas geschrieben - zur Familie insbesondere!
Jetzt brennt mir ein Thema auf der Seele - und zwar meine Introvertiertheit (Introversion?) die ich irgendwie in der Kindheit entwickelt hatte. Ich erinnere mich zurück, dass ich im Kindesalter, bis so ca. 8-9 Jahren, sehr offen und zugänglich war für andere Menschen. Ich ging initiativ auf Gleichaltrige zu, fand auch regen Kontakt zu meiner "Elterngeneration" (Eltern, Tanten, Onkels, Großeltern sowieso!).

Irgendwann ab einem Alter zwischen 9-11/12 (verwischt zu sehr, kann es nicht genau sagen!) wurde ich zunehmend zurückhaltender, zog mich immer häufiger zurück, machte viel mehr alleine. Heute mich 35 Jahren bin ich deutlich sensibel, sensitiv, introvertiert und oft froh, wenn ich "mal ganz alleine" meine Akkus wieder aufladen kann. Eigentlich mag ich es, Menschen um mich herum zu haben. Da kommt es mir auf die sog. Schwingungen an!

Mmh, wie soll ich euch das konkreter beschreiben??
Ich meine damit, dass Menschen, die mich so sehen wie ich bin und auch "dort lassen, wo ich stehe" (sprich, mich nicht drangsalieren mit "Mach doch mal... Ach komm schon! ... Wieso nicht/doch?" und das permanent), in mir eine Ruhe und Entspannung auslösen - da komme ich gut mit zurecht. Auch Menschen die zusätzlich auch mal fragen, "Wie geht's? Was los? Alles klar?" ... großartig. Ich sage dazu, dass ich auch so empathisch bin, soll sich ja die Waage halten.

Natürlich ist mir die heutige Dramatik innerhalb der Gesellschaft bewusst - Leistung bringen, Schnelllebigkeit, dutzende Dinge bloß gleichzeitig erledigen und am besten Gestern fertig stellen. Mir klaut dies zunehmend Energie, v.a. merke ich dies auf meiner Arbeitsstelle!

Ebenfalls bin ich traurig, enttäuscht (und evtl verbittert??), dass ich in meiner Familie feststelle, dass dort der Wunsch nach solchen familiären Treffen und mehr Kontakt bestehe... jedoch bleibt es beim Gesagten und der erste Schritt fehlt. Ich gab z.B. diese Initiative, mir fehlte die Resonanz jedoch und bin an einem Punkt, an dem ich mich zurückziehe (und trotzdem Angst habe, kaum noch Kontakt zu haben!)


Ich denke, dass ein bestimmtes Ereignis in meiner Vergangenheit mich doch sehr beeinflusst hatte:
Wie oben schon geschrieben, war ich um die 8 Jahre und offen und zugänglich. In dieser Zeit starb meine Oma! Gleichzeitig verließ mein Vater meine Familie!
Zu meiner Oma hatte ich das innigste Verhältnis überhaupt - sie hat mich so genommen, wie ich war. Ohne sich zu verstellen! Ich glaube, sie und ich... da haben sich zwei gleiche Seelen getroffen! Es hat so gut und perfekt einfach gepasst!
Ich spüre heute noch diese harmonische Energie, wenn ich an sie denke! Das Gefühl, dass ich so richtig und gut bin!!!

Ich vermisse sie so sehr, dass es mir körperlich richtig schmerzt dass sie nicht mehr lebt!

Und genau nach diesem Gefühl suche ich so sehr, ich möchte so wieder empfinden!


Mein Vater war dann ebenfalls weg, verließ uns! Er war nur noch sporadisch da und dann irgendwann ganz aus dem Fokus! Vor zwei Jahren dann die Nachricht seines Todes, das gab wieder einen Schlag (auch wenn damit ein Kapitel gefühlt geschlossen wurde!

Mein Bruder hat dies irgendwie selbst verarbeitet und war älter und kam anders damit klar.
Und meine Mutter? Sie war und ist selbst so sensibel, hätte Hilfe brauchen müssen. Sie war natürlich auch für mich da, aber konnte verständlicherweise nur soviel geben wie sie konnte - sie hatte ja auch seelische Verletzungen, die sie (bis heute sogar) bearbeiten musste.

Ich glaube, dass diese Ereignisse mich so stark beeinflusst haben, dass sie heute nach 27 Jahren irgendwie hochkommen und bearbeitet werden wollen!

Danke für's Lesen! Das "einfach hier Schreiben" hat mir schon erstaunlich gut getan!!!!

Es grüßt herzlich,
Michael

Kommentare

  • Ina
    edited Januar 17
    Hallo Michael,

    manchmal erwischen eine alte Geschichten ganz fies aus dem Hinterhalt. Und man kann gar nicht genau sagen, was dazu geführt hat, dass irgendwelche Dinge hochkommen und unbedingt ans Tageslicht drängen.

    Wir müssen das wohl einfach so hinnehmen. Und es ist ja auch wichtig, dass wir uns mit alten und neuen Wunden beschäftigen und ihnen den Raum geben, den sie einfordern.

    Ich denke, dass es gut und hilfreich für dich war, dir diese Dinge einfach mal von der Seele zu schreiben.

    Im Moment bin ich dir wahrscheinlich keine große Hilfe, da ich selber erst mal über deine Worte nachdenken muss. Aber du sollst wissen, dass wir ja alle unsere mehr oder weniger großen Baustellen im Leben haben.

    Der Verlust deiner Oma tut mir von Herzen leid. Man spürt den großen Schmerz, der damit verbunden ist.

    Halte die Ohren steif. Ich wünsche dir für den Moment erst mal alles Gute.

    Viele Grüße,
    Ina
  • Hallo Michael,

    dein Text hat mich sehr berührt, denn ich habe viele Parallelen zu meinem eigenen Leben entdeckt. Im Gegensatz zu dir war ich soweit ich mich erinnern kann nie jemand, der sehr offen oder sehr zugänglich für andere Menschen war, allerdings war mein vielleicht etwas veränderndes Ereignis auch schon als ich knapp 4 war, und mein Vater starb. Meine Mutter war danach sehr mit sich selber beschäftigt und hatte nicht viele Gefühle für mich über. Meine Oma sagte mir mal, dass man schon gemerkt hat, dass ich zu diesem Zeitpunkt "einen Knacks" bekommen hätte. Ich bin dann mit 8 ganz zu meiner Oma gezogen, denn ich habe mich bei meiner Mutter nie wohl gefühlt. Meine Oma war daher auch immer der wichtigste Mensch für mich, so ein inniges Verhältnis werde ich auch nicht noch einmal zu einem Menschen haben. "Das Gefühl, dass ich so richtig und gut bin!!!" Ja das konnte mir bis jetzt auch nur meine Oma geben. (Mein Mann zwar auch, aber das ist nicht das gleiche)
    Ich habe das auch sehr stark, dass "Schwingungen" entscheiden ob mir Menschen und das zusammensein mit ihnen Energie gibt, oder ob sie mich Energie kosten. Und besonders viel kosten mich auch die Leute, wo ich merke dass sie mich nicht so akzeptieren wie ich bin. Da bin ich wirklich sehr empfindlich und ich beneide Leute, denen sowas egal ist. Ich lasse auch jedem Menschen so sein wie er ist, auf diese Weise komme ich super gerade mit den "schwierigeren" Leute klar, die von vielen wegen ihrer Art schon nur noch gemieden werden.
    Auf der Arbeit merke ich es gerade auch stark, dass mir Energie entzogen wird. Meine Aufgaben erfüllen mich einfach nicht so, dass sie mir auch mal Energie geben könnten. Und wenn dann, wie gerade heute geschehen, indirekt auch noch meine ruhigere Art dafür verantwortlich gemacht wird, dass Dinge vielleicht gerade nicht so gut laufen, dann fühle ich mich natürlich nicht akzeptiert und die "Schwingungen" saugen fleißig am Energiespeicher.
    Zu deinem Thema des Familienzusammenhalts wäre meine Meinung, dass du nochmal drüber nachdenken solltest, nochmal die Energie aufzubringen um die "Familie zusammenzubringen". Natürlich ist das frustrierend, wenn du keine Resonanz bekommst, aber noch ein letztes Mal wirklich hartnäckig sein und vielleicht zahlt es sich aus. Immerhin kannst du sehr, sehr viel gewinnen!

    Liede Grüße
    Die_Hannah
  • edited Januar 20
    Hallo @Ina und Hallo @Die_Hannah

    Danke für eure Antworten! So eine Resonanz tut mir sehr gut!

    @Die_Hannah
    Zum Thema Familientreffen. Es ist ja so dass wir uns immer mal treffen, selbst wenn es zu Geburtstagen oder Feiertagen ist. Also das läuft schon.

    Aktuell werden wir in zwei Monaten umziehen, innerhalb der Stadt.
    Ein Umzug war auch erst geplant, ins 120 km entfernte Elternhaus. Das hat sich aus neuen komplizierten Gegebenheiten erstmal um Jahre verschoben.
    Jetzt kam die spontane Möglichkeit, aus der Innenstadt an den stadrand zu ziehen.
    Ich habe letzten Donnerstag versucht es meiner Mutter zu erzählen. Sie hat dicht gemacht, es überhört und wollte nix wissen. Ich habe das auch bei anderen Situationen dass sie so schnell beleidigt ist, wie ein Kind das trotzig ist. Das macht mich so traurig. Ich habe da das Gefühl, es gibt einen Rollentausch zwischen meiner Mutter und mir.
    Anstatt dass sie mir Anerkennung gibt, ist sie traurig und ich versuche sie zu trösten. Aber sie und auch andere Familienmitglieder sehen nicht wie traurig ich auch manchmal bin....

    Ich hatte letzten Freitag mit einer Heilpraktikerin für Psychotherapie gesprochen. Sie sagte ich sei hochgradig empathisch und zu sehr sensibel. Ich sollte mir innerliche Regler einbauen um in stressigen Situationen die Empathie positiv herunter zu fahren... Aus Eigenschutz.
  • Hallo @Hollowman,

    Also wenn ich das jetzt mit deinen Familientreffen richtig verstanden habe, finden die "Standard-Treffen" zwar schon statt, aber du würdest dir darüber hinaus einen noch engeren Zusammenhalt wünschen? Auch einen vielleicht stärkeren emotionalen Zusammenhalt?
    Ich verstehe dass dich die Reaktion deiner Mutter traurig macht. (Kenne ich auch ein bisschen von meiner Mutter) Irgendwie lebt man sein eigenes Leben nach seinen eigenen Wünschen und manchmal ist für einen selber nur eine Option sinnvoll, wie vielleicht dein Umzug innerhalb der Stadt. Und was man natürlich immer insbesondere von seinen Eltern möchte ist Anerkennung und Verständnis. Wenn du dann nur negative Gefühle deiner Mutter zurück bekommst, fühlt sich wahrscheinlich fast jedes Kind schlecht, egal in welchem Alter.
    Aus meinem Blickwinkel auf deine Situation würde ich wohl sagen, dass es hilfreich sein könnte wenn du deiner Mutter alleine deine Situation und deine Gefühle erklärst. Aber ich weiß, wenn man selber in der Situation ist sind manche Sachen, wie Aussprachen, nicht wirklich "machbar".
    Mich würde interessieren, wie dir die Heilpraktikerin weiterhilft und ob es dich wirklich weiter bringt. Habe nämlich auch schon drüber nachgedacht, ob mir das helfen würde. Die "inneren Regler" erscheinen mir sinnvoll, aber das braucht bestimmt viel Zeit bis das halbwegs funktioniert. Wirst du jetzt regelmäßig zur Heilpraktikerin gehen?

    Viele Grüße
    Die_Hannah
  • Hey @Die_Hannah !

    Ja, Familientreffen... Die sogenannten Standardtreffen gibt es, Feiertage und auch der ein oder andere Geburtstag (wenn gefeiert wird).

    Ja, das sich für mich bekanntlich solche Situationen, in denen man steckt, aber es oft wirklich schlecht bis nicht "machbar" ist mit dem (er-)klären innerhalb dieser Situation. Als Außenstehender ist das für mich irgendwie leichter anzusehen, stecke ich aber drin dann ist es für mich teilweise unüberwindbar mit dem Auflösen. Und ist der Moment vorbei, dann ärgere ich mich, dass ich es nicht geschafft habe.... Mich befällt eine Ohnmacht und ich kann nicht sprechen obwohl mir die passenden Worte auf der Zunge liegen!

    Zur Heilpraktikerin:
    Ja, ich hatte ja erst ein Gespräch! Das war okay! Sie meinte, es sei schlau, erst einmal meine Symptomatik zu bearbeiten. Und zwar erst einmal mit diesen "inneren Reglern"! Bei späteren Sitzungen erst sei es dann okay, wenn die ursächlichen Themen besprochen und bearbeitet werden, um nicht zu Beginn diese zu verstärken.


    Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich kopfmäßig total reflektiert bin - ich weiß ganz genau, weshalb ich gerade emotional meine Energie verplempere. Kriege es aber empathisch und emotional nicht hin, diese Regler herunterzuschieben.
    Zu sehr ploppen Gefühle wieder hoch, die mich schlecht fühlen lassen... denn mein Verstand suggeriert mich wieder negative Szenarien!

    Doofer Kreislauf, was?
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