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Entsteht Introvertiertheit durch falsche Erziehung?

Hallo, eine Frau sagte gerade folgendes zu mir: Nein, so wird man nicht geboren. Meistens ist das Erziehung. Darf Ich etwas sagen, darf Ich meine Gefühle und Gedanken äussern. Werden sie gehört.

Ich dachte immer man wird mit Introvertiertheit geboren. Was sagt ihr dazu?

Kommentare

  • Einfach in Worte fassen kann man wohl nicht, was dazu führt, dass man eher introvertierter oder extrovertierter in der Welt auftritt.

    Äußere Einflüsse, wie das frühe soziale Umfeld und das Elternhaus dürften ebenso eine Rolle spielen, wie, dass man von sich aus schon bevorzugt eher in Gesellschaft oder allein etwas zu unternehmen.

    Zumindest schätze ich das so an mir ab, der als Kind tatsächlich fast nur mit Kindern anderer Mietparteien oder Bekannten meiner Eltern gespielt hat.
    Hierbei kann es natürlich genauso gut sein, dass ich schon früh mit den Impressionen einer größeren Gesellschaft übersättigt wurde.

    Jedoch denke ich, haben mich eher negative Erfahrungen außerhalb und in der Schule dazu verleitet, mein ruhigeres Wesen weiter zu füttern und damit die in mich gekehrte Seite soweit zu stärken, als dass ich mich im Umfeld vieler verschiedener Menschen eher unwohl fühle, sofern ich denn keinen so dicken Draht zu ihnen pflege.

    Ist das etwas negatives oder gar positves?
    Weder noch vermag ich zu behaupten, es ist einfach eine Fügung der Ereignisse, mit welcher ich leben muss, inklusive ihrer teils nicht so schönen Folgen, wofür ich noch heute hin und wieder gern etwas offener wäre.

    Doch zu behaupten, das sei Erziehung alleine, daran glaube ich persönlich nicht.
  • edited Februar 20
    Eine interessante Fragestellung, über die ich selbst schon das ein oder andere Mal nachgedacht habe.

    Meine Eltern, so weit ich mich erinnern kann, haben in meiner Kindheit nämlich kaum Bekanntschaften oder Freundschaften in der Freizeit gepflegt, weshalb wir wirklich nur sehr selten Gäste im Haus hatten. Ich habe mich schon oft, aufgrund meiner eigenen Wesenszüge, gefragt, ob man als Kind denn zu wenig "sozialisiert" werden könnte, wenn man wenig Kontakt mit Außenstehenden hat?

    Weiters glaube ich auch, dass diverse Einflüsse, wie z.B. in der Schule, gewisse Charakterzüge noch mehr prägen können. Meine Schulzeit bzw. die damaligen Gegebenheiten mit den Mitschülern haben auch, glaube ich, dazu geführt, dass ich noch mehr in mich gekehrt bin.

    Ich denke aber auch nicht, dass man sich durch bloße Erziehung einen Intro heranziehen kann. Vielleicht hat es ja erziehungsmäßig ein bisschen eine Auswirkung auf das Kind, wenn man ihm permanent eintrichtert, es soll sich gefälligst ruhiger verhalten, aber schlussendlich glaube ich immer noch, dass man irgendwo einfach die Veranlagung dazu hat um ein Intro zu sein oder eben auch nicht.
  • “Was sagt ihr dazu?”

    Die Frau hat nicht viel Ahnung davon was Introvertiertheit bedeutet. Denn eine Hemmung seine Gefühle und Gedanken auszudrücken hat nichts mit Introvertiertheit zu tun.

    Mal allgemein: Man wird mit bestimmten Anlagen geboren und äußere Einflüsse wie diejenigen von den Eltern können diese verstärken. Wenn z.B. die Eltern einem Kind vermitteln das Äußern von (negativen) Gefühlen sei schlecht und zu unterdrücken, dann wird das bei einem Kind, das die entsprechende Veranlagung dafür hat, auf fruchtbaren Boden fallen, bei einem Kind ohne diese Veranlagung dafür allerdings nicht solch einen großen Einfluss haben.
  • @seelenheil87 - Das hab ich gerade zufällig gefunden, (internet) Abschnitt aus:
    Daniel Nettle, "Personality: What makes you the way you are", 2007 (auf deutsch)
    "Wie wir sehen, ist die Persönlichkeitspsychologie noch lange nicht dort, wo sie uns befriedigende Antworten auf Fragen wie "Wer bin ich und warum?" oder "Wie kann ich mit meiner persönlichen Ausstattung am besten leben?" geben kann.
    Die alte Diskussion um Vererbung oder Umwelt (nature vs nurture) ist in diesem praktischen Zusammehnhang vielleicht auch weniger interessant. Auf einer theoretischen Ebene ist es sehr wohl eine spannende Frage, für die wir uns von der Psychologie in Zukunft sicher noch einiges erwarten dürfen.
    In der Zwischenzeit müssen wir unsere Leben führen und es ist uns sicher am besten dadurch geholfen, dass wir uns selbst kennen und lieben lernen und ganz bewusst das beste aus unserer je ganz individuellen Ausstattung machen."

    Dieser letzte Abschnitt gefällt mir. Bezüglich des Forums hier eher nichts Neues, im Gegenteil, kommt in vielen Antworten vor.
    Manchmal ist die Frage (Anlage oder Sozialisation?) auch bei mir aufgetaucht, allerdings ohne den Trieb, sie beantworten zu müssen. Es ist einfach nur interessant zu sehen, welche Art 'Werkzeug' diese meine Gesamt-Körperlichkeit ist.
    Wenn sich also mit der Zeit herausstellt, dass ein Intro eher ein Teelöffel ist statt ein Brotmesser, dann wird er sich auch besser selbst lieben und einfügen können in die Gesamtheit. Oder: Wenn die Körperlichkeit eher eine Harfe ist statt eine Trompete und das bewusst geworden ist, warum sollte die Trompete beneidet werden?
    Jeder spielt auf seine Art im gesamten Orchester.

    In diesem Sinne einen schönen Orchester-Tag !
    Fanny
  • @Fanny

    Wenn es um einen selbst geht, dann stimme ich dem Fazit deines Zitats zu, letztlich ist es am hilfreichsten sich selbst anzunehmen und das beste aus seiner Ausstattung zu machen. Wenn es allerdings darum geht anderen Menschen zu vermitteln man sei introvertiert, dann ist die Frage nach nature vs nurture nicht gerade uninteressant. Geht Introversion auf eine angeborenen Veranlagung zurück, dann kann man diese nicht einfach ändern, ist sie jedoch die Ursache von falscher Erziehung, dann kann umerzogen bzw. gelernt werden die Introversion abzulegen.
  • @wanderingstar, so ganz verstehe ich deine Aussage noch nicht.
    Es geht ja immer um 'einen selbst' (?).

    Möchte ein Introvertierter anderen Menschen vermitteln, dass er introvertiert ist?
    Ist das nicht ganz von alleine offensichtlich?
    Und wenn Introversion auf angeborene Veranlagung zurück geht, kann man diese meines Erachtens überhaupt nicht ändern, und wozu auch?
    Wenn (scheinbare) Introversion in Wirklichkeit Blockaden aufgrund falscher Erziehung sind 'kann umerzogen bzw. gelernt werden die Introversion abzulegen' sagst du.
    Vielleicht - ich glaube eher, dass Intro-Veranlagte bei falscher Erziehung dazu neigen zu still, schüchtern, zu zurückhaltend zu werden. Sie bleiben in ihrer Grundhaltung.
    Extravertierte gehen bei falscher Erziehung ins Gegenteil, sie werden aufsässig, agressiv unkontrollierbar, und bleiben auch in ihrer Grundhaltung.

    Oft gibt es beide Anteile in einer Person, die sogar im Wechsel sein können.
    Etwas Greifbares darüber herausfinden und ändern zu wollen scheint mir jedoch sehr müßig und überflüssig. Es bleibt Theorie - aber eine spannende Frage

    Ich glaube, dass alle, die hier im Forum schreiben, introvertiert sind - mehr oder weniger, sonst wären wir nicht hier.
    Danke für deine Anregung!
  • @Fanny

    “Möchte ein Introvertierter anderen Menschen vermitteln, dass er introvertiert ist?”

    Naja, es wurde schon von einige Leuten hier im Forum erwähnt, dass sie dies anderen Menschen mitgeteilt haben. Meistens deshalb weil sie auf Verständnis für so manche ihrer Eigenheiten hoffen.

    “Ist das nicht ganz von alleine offensichtlich?”

    Jein. Es gab/gibt z.B. Menschen die mich klar für introvertiert halten und mir das auch gesagt haben, allerdings auch solche die verwundert waren als ich mich als introvertiert bezeichnet habe. Eine Person meinte sogar sie würde das nicht so sehen. Introversion wird sehr unterschiedlich verstanden (z.B. als Schüchternheit), deshalb ist es nicht für alle offensichtlich bzw. verschiedene Leute sehen das sehr unterschiedlich.

    Ich versuche es mal anders zu erklären:

    Die Aussage der Frau im Eingangspost “Nein, so wird man nicht geboren.” klingt für mich so als ob sie keinerlei Veranlagung annimmt. Und bei dieser Theorie einer 0% Veranlagung 100 % falschen Erziehung als Ursache für die Introversion kommst du dann doch zwangsläufig dazu zu glauben eine Umerziehung könne dazu führen die Introversion loszuwerden.

    Deshalb finde ich die Frage nach nature vs nurture nicht uninteressant, eben weil die Schlussfolgerungen je nach Theorie unterschiedlich ausfallen. Wenn eine angeborene Veranlagung vorliegt, dann kann diese nicht verändert werden, bei reinen äußeren Einflüssen schon. Das betrifft dann auch die Frage ob man auf Verständnis von anderen Menschen hoffen kann. Im ersten Fall ja, im zweiten nicht so sehr, da man ja etwas ändern könnte.
  • Ich könnte meine Meinung schreiben oder raten, aber stattdessen übernehme ich mal einen produktiven Part und suche nach etwas aussagekräftigeren Quellen. Auf die Schnelle findet sich da nicht viel, aber folgender Artikel ist ein Anfang:
    https://www.apotheken-umschau.de/Psyche/Introvertiertheit-Eine-unterschaetzte-Eigenschaft-224883.html

    Dort findet sich folgendes:

    "Intro- beziehungsweise Extrovertiertheit ist nach bisherigen Erkenntnissen angeboren und eine über die Lebensspanne recht stabile Eigenschaft, die unter anderem mit einer unterschiedlichen Reizverarbeitung im Gehirn einhergeht. In Studien wurde bei introvertierten Personen eine höhere Hirnaktivität festgestellt – unabhängig davon, ob sie arbeiteten oder sich ausruhten. Möglicherweise dient diesen Menschen die Wendung nach innen als eine Art Schutzwall gegen zu viele Reize. [...]

    'Da sich unser Gehirn nach der Geburt noch stark weiterentwickelt, haben auch die Umgebung und die Kultur einen großen Einfluss auf die Ausprägung der Introvertiertheit', sagt Dr. Sylvia Löhken. Sie lebte mehrere Jahre in Japan, wo zurückhaltendes Auftreten geschätzt wird, und in den USA, wo ein hoher sozialer Lärmpegel herrscht. Auch im Laufe des Lebens könne sich das Ausmaß der Innengewandtheit verändern: 'Mit zunehmender Reife und Lebenserfahrung wird man unabhängiger von der Meinung anderer'.

    Das führt in vielen Fällen dazu, dass introvertierte Menschen deutlicher zu ihrer Meinung stehen als in jüngeren Jahren, dass sie eher auf andere Menschen zugehen und 'ihr Ding machen', sagt Dr. Löhken. So verlieren sie in den Augen ihrer Mitmenschen die einstige Schüchternheit – was allerdings häufig auf einer Fehldeutung beruht, denn introvertierte Menschen sind nicht zwangsläufig schüchtern. Hinter Schüchternheit, erklärt Sylvia Löhken, stecke die Angst vor sozialer Bewertung, und darunter leide ebenso manch extrovertierter Mensch. Und dann gibt es noch einen dritten Einflussfaktor: den freien Willen.[...] Der freie Wille gibt uns den Spielraum, die genetisch geprägte und kulturell gefärbte Persönlichkeit zu variieren, wenn ein Thema uns besonders am Herzen liegt."

    Das wird im Artikel zwar eher nebenbei erwähnt, aber da findet sich doch einiges an Information.
  • Ich glaube den Schnipsel, welchen Du hier zitiert hast, sollte man immer mal als Broschüre mit sich tragen, nur falls wieder wer meint, jemanden in eine Schublade packen zu müssen.
  • Hier im Forum wurde schon an einigen Stellen etwas im Sinn gesagt "ich war in meiner Kindheit mal extro, bin jetzt aber intro, fands extro aber besser und würd gern wieder so werden."
    Ich hab mich immer gefragt, warum die Leute das glauben. Für mich war klar - logo, nachdem ich entsprechende Berichte gelesen hatte, die das explizit benannten-, dass Intro- und Extroversion angeboren sind. Ergo kann nach diesen Aussagen von irgendwelchen Forschern niemand als Kind extro und als Erwachsener intro sein.
    Letztendlich hab ich mir das dann immer so erklärt, dass man in seiner Kindheit und Jugend so viel mehr Kraft und Energie hat, die einem als Erwachsener dann irgendwo fehlt. Kennt bestimmt jeder, man fühlt sich irgendwie schneller müde und ausgelaugt, je älter man wird und erinnert sich an Zeiten, da konnte man bis in die Puppen aufbleiben oder Tonnen an Konzentration und Aufmerksamkeit in eine Sache stecken, ohne zu ermüden.
    Wenn ich die Leute - auch oder vllt gerade extros- um mich herum betrachte, fällt mir immer wieder auf, dass die meisten mit dem Alter ruhiger werden. Viele werden sesshaft, verzichten so langsam auf durchgefeierte Partynächte, entwickeln "Alte-Leute-Angewohnheiten", usw.
    Es scheint also spektrumübergreifend eine gewisse Entwicklung von "energiegeladen und aufgekratzt" zu "ruhig und bedacht" zu geben.

    Zusätzlich zu dieser Entwicklung glaube ich, dass die oben genannten Leute, die eine Entwicklung von extro nach intro bei sich beobachten konnten, sich durch ihre Erziehung verändert haben, was nun die Aussage der erwähnten Frau aus dem Threadbeginn aufgreifen soll.

    Wie hier schon gesagt wurde, verwechseln viele Leute, was Introversion wirklich bedeutet, gerne mal mit dem allgemeingültigen Bild des schüchternen und zurückhaltenden Menschen. Da es sich bei der schlichten Introversion ja nur um die Art handelt, wie das Gehirn vernetzt ist und mit seinen Reizen umgeht, glaube ich nicht, dass diese Veranlagung an- oder aberzogen werden kann.
    Wohl aber, wie der Mensch mit der Veranlagung mit seiner Veranlagung umgeht.
    Wird die Veranlagung in der Familie gefördert und akzeptiert, kann aus dem Menschen ein selbstbewusster, in sich ruhender, aber ruhebedürftiger Mensch werden. Oder einer, der laut herum krakeelt und dann drei Tage lang verschwindet, um seinen Akku aufzuladen. Ihr wisst, wie unterschiedlich die Ausprägungen sein können.

    Durch viele frühkindliche, negative Erfahrungen könnten dann wiederum die notorischen Schüchternen entstehen, für die wir alle oft gehalten werden. Damit hängt dann sicher wieder das Naturell des Menschen zusammen. Wird der Mensch in seinem familiären Umfeld nicht gefördert, kann er einknicken und sich anpassen oder aufbegehren und mit Trotz reagieren. Das ist alles eine bunte Mischung, die ich auf keinen Fall zu 100% bei der Erziehung sehen kann.
    Ich schließe mich der Meinung von - ich glaube?- wanderingstar an und würde sagen, die erwähnte Dame hat keine Ahnung davon, was Introversion wirklich ist.
    Letztendlich ist so eine Aussage "Introversion ist anerzogen" irgendwo auch mit einer Art unausgesprochenen Vorwurf verknüpft. Denn wie von wanderingstar und Fanny schon erörtert wurde, ließen sich anerzogene Sachen theoretisch auch wieder aberziehen. Wenn also nun ein Mensch in einer extrovertierten Gesellschaft quasi "freiwillig" intro ist, da er ja noch keine oder nicht genug Anstalten gemacht hat, sich umzuerziehen, und unter diesem Umstand möglicherweise leidet, weil er sich unverstanden von dem Großteil der Menschen fühlt...
    ja, dann ist er ja selber Schuld, oder?
    Und die Botschaft gefällt mir irgendwie nicht, denn die nimmt Extrovertierte aus ihrer Pflicht, Empathie zu lernen und Rücksicht auf ruhigere Gemüter zu nehmen, da ja "jeder ein Extro werden kann, wenn er sich nur genug anstrengt". Diese Einstellung finde ich irgendwie arg bequem für die Dame. Auch wenn es sicherlich nicht so gemeint und schon gar nicht bewusst so empfunden wurde.
  • Ein vieldiskutiertes Thema hier im Forum. Den Artikel von @Fuzzlefuxx finde ich sehr gut und kann dem zitierten Auszug zu 100% zustimmen.

    @EinNerd hab mir den Artikel direkt ausgedruckt


    @San "Da es sich bei der schlichten Introversion ja nur um die Art handelt, wie das Gehirn vernetzt ist und mit seinen Reizen umgeht, glaube ich nicht, dass diese Veranlagung an- oder aberzogen werden kann.
    Wohl aber, wie der Mensch mit der Veranlagung mit seiner Veranlagung umgeht."
    beim 2. Stimme ich dir zu. Beim ersteren möchte ich erwähnen das man das lange geglaubt hat, neuere Erkenntnisse aber darauf hinweisen dass wir sehr wohl einen Einfluss darauf haben wie unser Gehirn vernetzt ist!


    @Thema allgemein (meine eigene Meinung und Erfahrung)

    1. gibt es für Introversion keine klare Definition, genauso wenig wie für Extraversion. Dementsprechend gibt es da auch keine "Grenze". Jeder Mensch hat introvertierte und extrovertierte Anteile in sich. In wieweit die Angeboren sind vermag ich nicht zu Beurteilen, allerdings bestätigt meine Erfahrung dass das Umfeld sehr wohl einen großen Einfluss auf die Prägung hat!

    2.Zudem belegt die Psychologie, was wir uns als Kinder aneignen, können wir uns als erwachsene nur schwer wieder abtrainieren! Dementsprechend kann ein introvertierter Erwachsener kaum noch extrovertiert werden...Aber er kann lernen mit seiner Introversion besser umzugehen und er kann sich zusätzlich extrovertierte Eigenschaften aneignen.

    3. Des Weiteren bestätigt die Psychologie dass wir als Kinder sogenannte "Schutzmechanismen" entwickeln, welche unsere Persönlichkeit stark prägen und uns ebenfalls ein leben lang begleiten können. Diese als Erwachsener wieder abzutrainieren ist aufwendig, aber möglich.

    4. Sehen sich viele introvertierte auch als "Sensibler" "Feinfühliger" "empfindlicher". Meine Wahrnehmung hat sich im laufe meines Lebens verändert. Mittlerweile bin ich von "vielen" reizen schneller überfordert als früher, dies fördert auch meine Verlangen nach mehr Ruhephasen, mehr Phasen des allein seins (ganz typisch für introvertierte).

    5. Zuletzt möchte ich noch kurz auf die Innenwirkung vs. die Außenwirkung aufmerksam machen. Also wie man eine Situation selbst wahr nimmt und wie man nach Außen wirkt, können sehr unterschiedlich sein. Dementsprechend lässt sich auch hier nur schwer etwas verallgemeinern.

    Achja und 6. Wir tun in unserem Kulturkreis leider immer wieder mal so als wär die Introversion etwas außergewöhnliches (und nicht erstrebenswertes)...tatsächlich gibt es Studien nach denen 40-50% der Deutschen zur Introversion neigen....also die Extrovertierten nur mehr "auffallen" und leider unsere Gesellschaft eher dem Extrovertierten ideal angepasst ist...in Asiatischen Ländern etwa ist der introvertierte das angestrebte Ideal und das aus guten Gründen!
  • Aus dem von mir an anderer Stelle verlinkten "Zeit"- Artikel:

    "Neurologen von der Harvard-Universität stellten in einer Langzeitstudie mit 500 Babys fest, dass gerade die sensibelsten Kinder später introvertiert wurden. Aus den Babys, die kaum auf äußere Reize reagierten, wurden später extrovertierte Erwachsene. Des Rätsels Lösung: Letztere suchen Stimulation (andere Menschen, laute Musik, Licht, Mannschaftssport, Drogen), während die sensiblen Introvertierten schon genug mit all den Reizen zu tun haben, die sie wahrnehmen. Nicht zufällig sind viele Introvertierte auch hochsensibel. "


    Also wird es einem offenbar in die Wiege gelegt.
    Gruß axle
  • @Axle

    in diesem Zusammenhang wäre die gesamte Studie interessant. Die Erkenntnisse erscheinen mir nur logisch. Aber wie sieht es mit den Babys aus die nicht zu einem dieser beiden offensichtlichen Extreme neigen (was vermutlich die Mehrheit sein dürfte).

    Also wird es einer Minderheit in die Wiege gelegt...bei der Mehrheit bleibt die Entwicklung offen? Schade das es die Studie nur auf Englisch und nur zum kaufen gibt...aber vllt. kauf ich sie mir demnächst
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