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Start in neuen Job


Hallo zusammen,

wie ich in meiner Vorstellung schon geschrieben habe, ist eines meiner Ziele für die nächsten Jahre die Erschaffung eines intro-gerechten Umfelds :) .

Ganz elementar ist für mich dabei natürlich der Job - einfach weil er mich die meiste Zeit und Energie kostet. Eigentlich ist es immer so, dass ich nach der Arbeit zu nichts mehr in der Lage bin. Ich will nur noch schnell nach Hause und kriege da außer TV schauen oder zocken nicht mehr viel auf die Reihe. Ich bin völlig platt. Das nimmt mich übelst mit, weil ich ungefähr eine Trillionen Interessen habe, die nun schon seit Jahren brach liegen :( .

Ich habe vor anderthalb Monaten nun meinen alten Job gekündigt, weils da echt gar nicht mehr ging. Cholerische Vorgesetzte, chaotische Zustände, unglaubliche Lästerorgien überall (Chefetage, Verwaltung... überall), der Chef ein Benehmen wie ein verwöhnter, unerzogener Dreijähriger und eine ständig angespannte finanzielle Situation. Dazu ein ständiges Gezerre an mir, weil mich jeder auf seiner Seite wissen wollte. Das alles hat mich an den Rand des Burn Outs getrieben.

In den letzten Monaten habe ich mich gefragt: Wo soll die Reise hingehen? Was will ich von meinem Job? Ich habe erkannt, dass ich genau so viel verdienen will um davon gut zu leben. Da ich völlig freiwillig und zufrieden auf kleinem Fuß lebe, habe ich dieses Ziel schon vor meiner letzten Gehaltserhöhung erreicht. Dazu möchte ich sowenig Energie wie möglich im Job verschwenden.

Aus meinen bisherigen Erfahrungen weiß ich, dass die Leute "leider" recht schnell "mein Potiential erkennen". Das klingt erstmal schmeichelhaft, aber was passiert dann wirklich?
- ich kriege immer mehr Arbeit aufgedrückt, weil ich alles passend machen kann
- jeder will was von mir -> ich werde ständig unterbrochen und kann nicht mehr in Ruhe arbeiten
- früher oder später werde ich in Entscheidungen der Geschäftsführung miteinbezogen, was ich nicht will und was mich stresst

Das alles habe ich schon zigfach erlebt und es macht mich einfach nur müde. Ich will keine Karriere im Job machen. Es reicht schon, dass ich der ganzen Sache Stunden an Stunden kostbarer Lebenszeit opfern muss. Es schmeichelt mir nicht, wenn Leute mir viel zutrauen, mir Verantwortung übertragen oder mich in wichtige Entscheidungen einbinden, das stresst mich nur. Ich will 8 Stunden arbeiten und dann in meinem Privatleben durchstarten, nicht umgekehrt.

Für den Start in den neuen Job bedeutet das für mich:
- so wenig Verantwortung wie möglich übernehmen
- mein Licht bewusst unter den Scheffel stellen
- mich so gut es geht aus Lästereien heraushalten

Das habe ich in den letzten Monaten im alten Job so praktiziert und es hat gut funktioniert. Dadurch sind einige Kelche an mir vorüber gegangen. So möchte ich es beim Neustart auch handhaben.

Soviel erstmal von mir :)

LG
Yenji

Kommentare

  • Ich wünsche dir alles Gute im neuen Job und dass du ein gutes Gleichgewicht zwischen Job und deinem Privatleben findest, Yenij! Im Grunde bin ich da wie du, ich brauche nicht viel Schnickschnack zum leben. Ich bin auch permanent am tüfteln, wie ich die Zeit in der Arbeit und den Stress möglichst gering halten kann, damit ich nicht zu sehr ausgelaugt bin. Da ich aber nicht nur mich, sondern auch meine Familie versorgen muss, ist das leider nicht ganz so einfach. Aber irgendwann werde ich das bestimmt auch schaffen!

    Viele Grüße,
    Igel_82
  • Hallo Igel,

    wer immer als erstes etwas Tolles heraustüftelt, möge laut schreien :) .

    Mich stört vor allem das Ausgelaugt-Sein NACH der Arbeit. Das spitzt sich bisweilen sogar derart zu, dass ich am Freitag Nachmittag regelrecht depressiv bin. Eigentlich müsste das eine Yay!-Zeit sein, stattdessen geht es mir genau dann am schlechtesten. Ich habe tatsächlich mal testweise vor, zu versuchen morgens später zur Arbeit zu gehen. Morgens bin ich immer noch am fittesten - die Zeit für mich selbst zu haben wäre echt cool. Nach der Arbeit ist mit mir dann ja eh kaum noch was los. Mal sehen inwiefern das umsetzbar ist.

    Was mich in der alten Firma so fertig gemacht hat, war in der Tat fast ausschließlich die Chaotik und die soziale Komponente. Ich habe für mich gemerkt, dass mich vor allem fertig macht:
    - exzessive Lästereien und Bürotratsch
    - allgemein zuviel privates Gequatsche während der Arbeit
    - das Verhalten von Chef (cholerisch, impulsiv, rechthaberisch, ständig irgendwelche Geräusche absondernd...)
    - die Lagerbildung in der oberen Führungsebene mit mir dazwischen; fast täglich "Lästermeetings" von der einen oder anderen Seite, die einfach nur extrem negativ, zeitraubend und emotional auslaugend waren

    Mal 10 Min. zwischendurch quatschen ist ja okay. Aber in der Firma artete das in 1-3 Stunden täglich aus. Da es hierbei natürlich vor allem um negative Themen ging, haben mich diese Läster- und Quatschorgien total runtergezogen. Außerdem fühlt es sich richtig sch... zu wissen, dass ich noch drei Mio. Sachen erledigen muss, und die wegen des ganzen Bla Bla Bla nicht fertig werden.

    Mein Problem: Ich komme schlecht mit Quasselstrippen zurecht, die mir Gespräche aufdrängen. Ich weiß inzwischen, dass subtile Andeutungen nicht helfen (z.B. demonstrativ auf den Monitor schauen, einsilbig werden etc.) und ich direkt werden muss. Z.B. "Du, ich muss hier jetzt weiterarbeiten." Das fällt mir enorm schwer.

    Ich hoffe im neuen Job gelingt mir die Balance zwischen Lästerschwester und sozialem Schmelz. Es ist ja umgekehrt auch so, dass man schnell ausgeschlossen oder als komisch angesehen wird, wenn man Läster- und Quatschorgien nicht mitmacht.

    LG
    Yenji
  • Hey, ich drück noch mal alle Daumen für den neuen Job.
    Das mit dem erkannten Potenzial erinnert mich grade daran, wie mich ein Kollege aus dem Serverbereich immer wieder darum bat, die Laufwerke meiner Kunden auf einen anderen Server umzuziehen. Das is nervig, mehrere GB umzuschaufeln weil man es auch immer mit den Kunden abstimmen muss, damit die weiterhin auf ihre Daten zugreifen können. Nach dem zweiten Mal war ich ziemlich angefressen und der Kollege sagte ein wenig schuldbewusst, er würde MICH fragen und nich meine anderen Kollegen, weil er bei mir wüsste, dass es erledigt werden würde.
    Das hat mir ein wenig die Augen geöffnet und ich glaube, dass ich auch mein Licht unter den Scheffel stelle, obwohl ich dir eigentlich raten wollte, das nicht zu tun sondern zu lernen, öfter Nein zu sagen. Aber da muss ich mich wohl grad an die eigene Nase fassen.
    Ich finds übrigens beeindruckend, dass du von dir aus sagst, du willst keine Karriere machen und keinen Kontakt mit der Chefetage, schon gar nicht in beratender Funktion.
    Ich musste für diese Erkenntnis erst ein Job-Coaching machen, weil ich so internalisiert hatte, was man im Job zu wollen hat... ständig mehr Geld und Beförderungen.
    Mir geht's wie dir, ich will so wenig wie möglich Energie in die Arbeit investieren und so viel wie möglich für mich übrig haben.
    Vielleicht kannst du ja eines Tages Stunden reduzieren. Wenn du gut mit deinem Geld auskommst, wirst du vermutlich keine Probleme haben, wenn du dann auch weniger Gehalt bekommst - aber dich über die zusätzlichen freien Stunden freuen.

    Was Lästertanten angeht, hab ich grade den Tipp im Netz gelesen: Rede hinter dem Rücken von Leuten positiv über sie. Das hat zur Folge, dass dir die Leute vertrauen (so wie sie unbewusst Leuten misstrauen, die negativ über andere tratschen) und vielleicht schafft man es sogar, andere Leute anzustecken, positive Dinge über andere zu reden. Im mindesten Fall aber kann man ihnen damit den Wind aus den Segeln nehmen, was das negative Getratsche angeht. Ich konnte die Theorie leider nicht testen, weil bei meiner Arbeit nicht gelästert wird.
  • Hallo Yenji,

    ich mag es auch nicht wenn mir Quasselstrippen Gespräche aufzudrängen versuchen, und schon gar nicht, wenn ich auf meine Arbeit konzentriert bin. Diesen Fall hatte ich erst neulich, dass ein Kollege ständig zu mir rüber quasselte. Ich habe dann nur ganz spärliche Antworten gegeben und prompt bekam ich zu hören: "Bist du heute angefressen?" Warum ist man angefressen, wenn man sich auf seine Arbeit konzentrieren möchte? Ich gehöre einfach nicht zu den Leuten die von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends im Büro hocken wollen. Ich bevorzuge es, meine Arbeitszeit möglichst effizient zu gestalten um dann zeitig nach hause zu kommen.

    Und das schlimme ist, dass diejenigen, die täglich 10 Stunden oder mehr im Büro verbringen, bei den Vorgesetzten auch noch die Helden sind, weil sie ja sooooo lange im Büro bleiben. Auch wenn ein großer Teil der Arbeitszeit nur mit sinnlosen Gesprächen vertan wurde.

    Viele Grüße,
    Igel_82
  • @San: "Licht unter den Scheffel" stellen beschreibt leider auch nicht ganz was ich meine. Aber dein Beispiel mit dem Serverumzug trifft es sehr genau! Ich will zusehen, dass ich mich nicht mehr über Gebühr engagiere, ständig Überstunden mache - ich mache meinen Job einfach gut, ich teile den Chefs öfter mit "Hey ich habe grad das und das gemacht" (aus irgendeinem Grund finden die Chefs es cool wenn man das macht - sei's drum, sollen sie haben :D ) und fertig.

    "Zu" positiv hervor zu stechen führt über kurz oder lang dazu, dass ich mit Aufgaben zugeknallt werde. Jede Stunde, die ich mir durch Steigerung von Effizienz freischaufele, wird mir mit was anderem vollgeklatscht. Dann lieber kleine Brötchen backen und hoffentlich weniger Stress haben ;)

    Das mit dem positivem "Geläster" ist ja eine geniale Idee :D ! Das probiere ich beizeiten mal aus! Vielen Dank dafür :) .

    @Igel_82: Ja, genauso ist es! Ich möchte auch gerne einfach 8 Stunden konzentriert arbeiten und nach Hause gehen. Bei mir war es besonders eklatant bei dieser quatschenden Abteilungsleiterin. Die hat ohne Unterlass darüber geklagt wie viel es zu tun gäbe - und hat jeden Tag stundenlang (ohne Übertreibung) mit wechselnden Kollegen geschnattert. Als ich gegangen bin, war so ziemlich jeder in der Firma genervt von ihr.

    Cal Newport hat in "Deep Work" mal geäußert, dass diese Leute nicht konzentriert über einen längeren Zeitraum arbeiten können - da ist wohl etwas dran.

    LG
    Yenji
  • Uuuh ich bitte um ein Update, wenn du (oder jemand anderes hier) das mit dem positiven Gerede ausprobiert hat :D
  • Hallo Yenji,

    da muss ich immer etwas schmunzeln, wenn die Leute pausenlos darüber klagen, dass sie so unendlich viel zu tun haben. Wie soll man mit seiner Arbeit auch fertig werden wenn man den ganzen Tag nur am labern ist. :-)

    Ich würde mich freuen, wenn du mal wieder darüber berichten würdest, ob du in deinem neuen Job alles so umsetzten kannst, wie du es dir vorstellst.

    Viele Grüße,
    Igel_82
  • @San: Kommt auf jeden Fall! Irgendwie ist es so versuchstechnisch grad schon fast doof mit dem neuen Job, als Neuling kann ich nicht wirklich lästern, weil ich keinen kenne. Aber die Gelegenheit wird sich wohl noch ergeben!

    @Igel: Ich werde nächste Woche auf jeden Fall berichten. Die letzten zwei Tage hatte der Arbeitsvertrag zwar schon angefangen, aber ich war außerordentlich freigestellt weil erst nächste Woche jemand zur Einarbeitung da ist. Ich bin gespannt!

    LG
    Yenji
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