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Manchmal ist der Abgrund auch ganz schön...

Das Leben ist hart, eines der Härtesten.
Kennt ihr das, wenn das Leben in den letzten Jahren immer geradeaus geht. Man hat einen Job und na ja lebt einfach so nebenher. Ich habe in den letzten acht Jahren einen Job ausgeübt, der mir auf Dauer einfach keinen Spaß macht. Ich gehe arbeiten um Geld zu verdienen, mehr aber auch nicht. Aber ist es das wirklich im Leben? Ich denke nicht. Also habe ich meinen Job gekündigt. Und es ist das erste Mal, dass ich keinen Plan habe, wie es weitergehen soll.
Ich habe mich nochmal auf eine kaufmännische Ausbildung beworben, um zu sehen, ob das eventuell was für mich ist. Nun kann ich den kompletten Mai Probearbeiten und sitze hier am Schreibtisch und vertreibe mir so die Zeit und stelle fest, also irgendwie ist es das auch nicht. Und ja ich weiß, es ist erst der dritte Tag, aber ich kann jetzt schon sagen, dass der Beruf nichts für mich ist. Natürlich werde ich den Mai noch komplett durchziehen, aber was kommt danach?
Ich habe absolut keine Ahnung und weiß einfach nicht was ich mit meinem Leben anfangen soll. Mir schweben ständig andere Ideen im Kopf herum, aber ich habe Angst etwas zu wählen, was mir dann wieder keinen Spaß macht. Überfordert mit dem Leben. Ich bin einfach fertig und kann nicht mehr, am liebsten würde ich einfach mal nichts tun und mich nur auf mich konzentrieren, aber das ist in der heutigen Zeit gar nicht so einfach. Wer ist schon gerne arbeitslos. Ich befinde mich also gerade in einer absoluten Krise. Im Moment denke ich mir einfach, scheiß drauf und dann wiederrum, nein das geht nicht du kannst dich nicht hängen lassen und dann denke ich wieder…nein du brauchst einfach mal eine Pause. Und ich rede nicht nur von läppischen zwei Wochen. Ich rede von ein paar Monaten.

Mir kam der Gedanke, Mensch du musst irgendwas arbeiten, bei dem du Home Office machen kannst. Es geht mir nicht darum, in den Tag zu leben. Aber ich will meinen Tag selbst strukturieren, ich will früh anfangen zu arbeiten, mir die Zeit selbst einteilen und mich nicht immer nach irgendwelchen Gleitzeitrahmen oder festen Arbeitszeiten richten.
Im Moment denke ich darüber nach, ob ich Germanistik studieren soll, um danach als Lektor oder so zu arbeiten. Fände ich tatsächlich interessant, habe aber Angst, dass ich von den Inhalten her nicht mitkomme. Obwohl ich mir immer denke, andere Menschen haben es auch geschafft, warum sollte ich es also nicht schaffen.

Ich stecke also in einer absoluten Lebenskrise. Da kann mir auch meine Familie nicht helfen und wahrscheinlich auch sonst niemand.
Und das ist das erste Mal, dass ich so etwas als Introvertierte sage: ich fühle mich einsam und alleine.

Schonmal vorab danke fürs Zuhören

Kommentare

  • Hey Pau, vielleicht gehst du mal zum Jobcoach, um das alles auf professioneller Ebene durchzuhakeln? Kann man von der Steuer absetzen.
  • Hallo Pau,

    ich kann dir sehr sehr gut nachfühlen. Du bist mit deinem Problem also auf keinen Fall alleine. Hut ab, dass du den Mut hattest den Job zu kündigen, ohne eine neue Stelle zu haben. Ich könnte das nicht (zumindest im Moment).

    Wäre Selbstänigkeit etwas für dich? Dann könntest du dir die Zeit denke ich besser so einteilen, wie du es möchtest.
  • @Igel_82 Selbstständigkeit fände ich super, aber zur jetzigen Zeit keine Option, weil ich nicht wüsste mit was beziehungsweise hilft mir da auch mein erlernter Beruf nicht weiter. Deshalb war die Überlegung zu studieren und mich dann als Lektor oder ähnliches eventuell selbstständig zu machen, aber ich weiß noch nicht so recht...Wie gesagt, die Gedanken kreisen und kreisen, aber irgendwann sollte man schon mal einen Weg gehen:
  • Hallo Pau,

    ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du deinen Weg findest. Wenn du dieses Studium interessant findest, und du das wirklich möchtest, dann bin ich überzeugt davon, dass du es auch schaffen wirst!
  • Hallo @Pau,

    ich erkenne mich in deinem Text weitestgehend wieder, weil ich gerade in einer sehr ähnlichen Situation bin. Und ich bewundere dich dafür, dass du den Absprung geschafft und deinen Job einfach gekündigt hast. Du hast auf dein Gefühl gehört und den für dich richtigen Schritt gemacht. Darauf kannst du wirklich stolz sein.

    Diesen Schritt zu machen und einfach zu kündigen, schaffe ich irgendwie nicht, obwohl er mir richtig erscheint und ich mir sogar eine Auszeit von mehreren Monaten leisten könnte. Aber dem gegenüber steht mein Bedürfnis nach Sicherheit, und wahrscheinlich könnte ich die Auszeit dann gar nicht richtig genießen, wenn ich nicht weiß, wie es langfristig weitergeht. Zum einen ist es bei mir explizit der Job, in dem ich mich nicht wohlfühle und zum anderen glaube ich immer mehr, dass ich allgemein in meinem Beruf, den ich mal sehr geliebt habe, nicht mehr richtig bin. Ich weiß aber auch nicht, was ich sonst machen soll bzw. überhaupt machen MÖCHTE. Motivation habe ich keine mehr und arbeite auch nur noch für das Gehalt. Diese Situation und vor allem meine Ratlosigkeit macht mir gerade sehr zu schaffen.

    Du bist da zumindest gedanklich schon ein paar Schritte weiter als ich und das ist etwas, worauf du aufbauen kannst. Dass du dich gerade ausprobierst, ist super. Und auch die Erkenntnis, dass deine jetzige Tätigkeit nichts für dich ist, ist wertvoll, auch wenn sie dich letztlich nicht allzu viel weiter bringt. Deine Idee mit dem Studium und dem Lektorat ist insofern gut, als dich das auch interessiert, das ist die Grundvoraussetzung. Aber wie es dann in der Praxis ist, weißt du vorher natürlich auch nicht.

    Einen vernünftigen Tipp kann ich dir leider gerade nicht geben. Aber wenn mir doch noch was einfallen sollte, wie wir herausfinden könnten, was der richtige Weg ist, lasse ich es dich gerne wissen.

    Liebe Grüße und alles Gute
    Herbstbube
  • edited Mai 9
    Hallo Pau,
    aus dem Strudel kommst Du auch wieder raus!

    @San hat Recht. Bei so einem Coaching wird einem auf die Sprünge geholfen, was man wirklich will.

    Bist Du eigentlich auch so eine Person, die nicht einseitig talentiert ist, sondern immer das gut kann, wofür sie sich gerade interessiert? Also man kann vieles ein bißchen, aber nix gscheit? Darüber gibt es inzwischen Bücher.
  • @Herbstbube danke für die Antwort. Ich bin tatsächlich auch froh und ein wenig stolz auf mich, dass ich den Schritt gemacht habe. Ich bin auch eher der Typ der extrem an der Sicherheit hängt, aber gut manchmal muss man halt den Sprung ins Ungewisse wagen. Außerdem kann ich kurzzeitig wieder in meinem alten Kinderzimmer einziehen, dann sitze ich nicht auf der Straße. Ich hoffe, dass du es auch vielleicht irgendwann schaffst den Absprung zu schaffen, dafür wünsche ich dir alles Gute!

    @Veilchen zu den Personen gehöre ich nicht. Es gibt definitiv Sachen, die ich gut kann und einfach Sachen die mir überhaupt nicht liegen. :)

    Aber gut mal sehen was die nächsten Wochen noch so bringen.
  • Hey Pau, mir geht´s ähnlich wie dir. Als ich meinen Beitrag "Ketten der Zeit" schrieb, viel ich in eine Sinnlos-Krise und irgendwie lebt man so vor sich her und die Zeit vergeht.
    Ich finde es stark von dir, dass du so radikal eine Veränderung herbeiführst.
    Gibt es wohl einen Traumjob? Ich glaube, nichts was mich irgendwo 8 Stunden am Tag hinzwingt kann zu einem Traum werden. So denke ich zumindest aktuell.
  • So denke ich auch @Jano. Für mich kann so etwas auch kein Traum werden.
  • @Jano ja das stimmt. Es bringt nichts sich jeden Tag acht Stunden oder mehr auf die Arbeit zu quälen. Das macht einen nur seelisch kaputt. Auch jetzt wo ich Probearbeiten bin, fallen mir die 6 Stunden am Tag schwer. Ich werde also heute mit denen reden und sagen, dass ich die kaufmännische Ausbildung nicht machen will. Am liebsten würde ich auch nicht mehr den kompletten Mai dort arbeiten, aber mal sehen was die sagen.
    Mittlerweile hab ich mich mit dem Gedanken des Studiums angefreundet und werde mich im Juni einschreiben. Komplette Umstellung für mich auch natürlich wegen des monatlichen Gehalts, dass ich ja dann nicht mehr bekomme, aber ich denke dass man sich da auch dran gewöhnen wird. Die Idee sich nachher selbstständig zu machen, gefällt mir immer mehr. Klar dass wird auch nicht leicht, aber seien wir ehrlich, das Leben wird nie leicht werden. Und wenn man was will muss man halt manchmal kämpfen.
    Ich habe immer Angst vor neuen Dingen, aber wenn man sich so festgefahren hat wie ich im Moment, schadet es ja vielleicht nicht?
  • @Pau
    Wow... Ich dachte, ich lese einen von mir selbst geschriebenen Beitrag hier. Mir geht's sehr ähnlich, jedoch stecke ich noch am Anfang des Gedankenkreisels...
    Bei mir ist es so dass ich einige Themen/Bereiche haben die mich brennend interessieren. Aber festgesetzte Gedanken sagen mir ständig "Bleibe beim Altbewährten, da weißt du was du hast. Du wirst sonst alles kaputt machen und auf der Straße landen."

    Wie hat es sich denn bis jetzt bei dir entwickelt? Hast du dich beim Studium angemeldet bzw hat es schon angefangen oder ist es das Wintersemester? Interessiert mich sehr.
  • @Hollowman
    Das mit dem Gedanken "Du wirst sonst alles kaputt machen und auf der Straße landen" hatte ich auch. Na ja auf der Straße bin ich nicht gelandet. Aber erstmal wieder in meinem alten Kinderzimmer. Aber wenn man seit acht Jahren nicht mehr zu Hause wohnt, fällt einem das schon ziemlich schwer, deshalb bin ich froh, wenn ich jetzt die nächsten Wochen wieder ausziehen kann.
    Ich muss aber sagen, bis jetzt bereue ich es nicht, alles hingeschmissen zu haben. Ich glaube ich bin im Moment einfach in einer persönlichen Krise.
    Ich habe mich mittlerweile beim Studium angemeldet. Alle Unterlagen sind eingeschickt und wenn alles gut läuft bekomme ich einen Studienplatz. Da es kein zulassungsbeschränktes Studium ist bekommt jeder einen Studienplatz, der auch die Vorraussetzungen erfüllt. Es würde dann zum Wintersemester starten. Als Hauptfach habe ich Sprache, Kultur und Literatur genommen also Germanistik mit Schwerpunkt Sprache. Und zwei Nebenfächer einmal Soziologie und Geografie. Das waren die einzigen Fächer, bei denen man keine Fremdsprachenkenntnisse vorzeigen muss. Hätte gerne English Literatur als zweiter Hauptfach oder Nebenfach genommen, aber irgendwie bin ich schon so lange aus Englisch raus, das traue ich mich einfach nicht. Würde sagen, dass ich so auf einem Level von B1 bin und wenn dann auch die Vorlesung und so auf Englisch sind, dass würde ich bestimmt nicht schaffen...Bei allen anderen Fächern brauch man Latein oder Französisch und dass kann ich beides nicht, also sind letztendlich nur diese beiden Nebenfächer übrig geblieben. Tja eigentlich sollte ich mich freuen, dass es etwas Neues ist, aber im Moment denke ich mir einfach nur, ich habe überhaupt keine Lust irgendwas zu machen. Gar nicht. Am liebsten würde ich einfach mal für ein paar Monate wegfahren und nichts tun, aber das ist ja nicht so einfach. Ich sage ja: persönliche Lebenskrise und so....
    Außerdem plagt mich jetzt schon die Angst vor dem Studium, viele neue Leute, Vorträge halten und so weiter und so weiter. Klar es haben schon so viele geschafft, aber trotzdem macht man sich halt die Gedanken.

    Da ich wieder in meinem alte Heimat gezogen bin, beziehungsweise in die Nähe wäre es auch schön, wenn man mal wieder den ein oder anderen Freund finden würde. Ich bin ziemlich alleine, naja also was heißt ziemlich, ich bin alleine. Klar ich könnte es ändern, aber da stehe ich mir wieder selbst im Weg.
    Also du merkst ich bin immer noch nicht so ganz auf dem Kurs. Und ich weiß auch nicht ob es das Richtige ist....
  • Hallo @Pau, klingt gut in meinen Ohren, wie du dich entschieden hast!

    Eine Ausbildung/Studium und anschließend eine Weltreise ist etwas ganz anderes als umgekehrt (falls es dann noch zur Ausbildung kommen würde).
    Ein Haus (auch Tiny-Haus) braucht einen festen Untergrund/Fundament.
    Dann kann anschließend darin gefeiert werden oder meditiert...

    Du hast deine Möglichkeiten hier aufgezählt und sehr schlüssig begründet, warum es nur so geht wie beschrieben, lass den Zweifel da oben vorbeiziehen, er tut nur so als weiss er mehr. Dennoch - mein volles Verständnis betr. Studium mit alles Nebenwirkungen.

    Mein Spruch dazu: 'Alles was ein Anfang hat, hat auch ein Ende'.
    Und: Du kannst das!

    Grüße von Fanny
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