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Einladung absagen mit dem Hinweis „Bin introvertiert“?

Hallo,

in meiner Vorstellung habe ich es ja schon geschrieben, so lange weiß ich noch nicht das es "Introvertiert" überhaupt gibt und dass ich es bin. In der Zwischenzeit habe ich recherchiert und einige Artikel gelesen und mich da sehr oft wiedergefunden.

Die Erkenntnis, dass man nicht alleine auf der Welt ist, mit diesen Eigenschaften, hilft einem schon mal, sich selbst besser zu verstehen.

Was ich mich jetzt aber frage, ist, ob es auch im Auftreten gegenüber anderen hilfreich sein kann. Zum Beispiel, man lernt Leute kennen, trifft sich in der einen oder anderen Art und Weise, versteht sich gut und irgendwann wird man zu einer Feierlichkeit eingeladen. Man sagt entweder ab oder man geht stressgeplagt hin und sitzt dann dort mehr oder weniger rum und fühlt sich alles andere als wohl.

Kann es da irgendwie hilfreich sein, wenn man sagen würde. „Danke für die Einladung aber ich tue mir sehr schwer mit Ansammlungen von mehreren (fremden) Leuten, weil ich introvertiert bin. Und mich da nicht gut aufgehoben fühle.“ Oder das ganze irgendwie anders formuliert, aber immer mit dem Hinweis „Kann nicht, weil ich introvertiert bin“

Meine Frage nun: Hat mit so etwas jemand Erfahrung?
Kann diese Vorgehensweise nützlich sein, oder sollte man besser die Finger davonlassen?
Wie geht ihr mit Einladungen um?

Danke schon mal vorab!

Kommentare

  • Hallo @Dobolo, besser die Finger davon lassen, diese Vorgehensweise ist nicht nützlich. Du musst nichts erklären. Vielleicht ist mein Beitrag im Thread "Thema: Einsamkeit" für dich hilfreich...?
    Willkommensgrüße von Fanny
  • Hallo Fanny.

    danke für deine Ausführungen.

    Natürlich hast du mit vielem Recht, das ist gar keine Frage.

    Nur bei mir sind schon etliche Freundschaften kaputt gegangen nur wegen meinen ständigen unbegründeten Absagen zu Einladungen. Irgendwann kamen dann keine Einladungen mehr und irgendwann gab es auch keinen Kontakt mehr. Ok, letzteres war dann auch noch durch meinen Umzug in eine andere Stadt zumindest begünstigt worden.

    Die haben mich aber zum Teil auch mit Ausdrücken belegt, die ich hier nicht wiedergeben möchte und dass nur, weil ich zu keiner Feierlichkeit gekommen bin. Und wenn ich mich wirklich mal überwunden bzw. dazu gezwungen hatte, hinzugehen, dann habe ich da einen „komischen“ Eindruck hinterlassen. Was keiner, der mich aus dem Alltag kennt, eigentlich vermuten würde. Und das alles kann dann schon belasten.

    Deshalb denke ich, wenn man die „Absagen“ begründen würde und sagen würde, ich kann nicht kommen, weil ich Intro bin..., dass dann das oben aufgeführte nicht mehr so passieren würde.

    Bin natürlich offen für andere Meinungen und Ansichten, deshalb schreibe ich ja hier... :)

    Dobolo
  • Hey @dobolo, ich kann verstehen, dass die Erkenntnis "Ach, ich bin gar nich verrückt, einfach nur Intro!" so einen Eindruck auf dich gemacht hat, dass du denkst, sie könnte auch allen Anderen ziemlich leicht und schnell erklären, warum du so bist wie du bist und die Dinge so machst wie du sie machst.
    Ich bin tatsächlich in dieselbe Falle getappt. Hab Leuten versucht, klar zu machen "Ich mag das nicht, weil ich Intro bin!" In meiner Erfahrung klappt das eher nicht gut. Du selber kanntest die Verhaltensweisen eines Intros schon in- und auswendig, bevor du zum ersten Mal das Wort gelesen und verstanden hast, was das alles zusammenfasst. Diese Freunde kennen die Verhaltensweisen nicht und das Wort an sich erklärt es ihnen auch nicht. Das Unverständnis bleibt das gleiche.
    Vielleicht ist es eher hilfreich, deine einzelnen Verhaltensweisen und Bedürfnisse fallgenau zu erläutern (vorausgesetzt, es ist Zeit dafür und es steht nicht grade eine Einladung im Raum, die schnell zwischen Tür und Angel geäußert wurde und nun auch eine schnelle Antwort benötigt). Sinnvoller ist es sicherlich, nicht zu sagen "ich mag das nicht, weil ich intro bin" sondern "ich mag das nicht, weil ich mich in großen Menschenmengen extrem unwohl fühle/ich keinen Anschluss finde/es mir peinlich ist, ganz allein rumzustehen/die Gespräche meistens langweilig für mich sind/oder was auch immer DEIN spezifischer Grund ist"
    Wirkliche Freunde sollten dir zuhören, wenn du ihnen das sagst. Aber dafür solltest du ihnen auch die Möglichkeit geben, dich verstehen zu können, indem du ihnen erklärst, was konkret in dir vorgeht. Dass das in dir vorgeht, weil du Intro bist, ist im Grunde egal, bzw. damit können die meisten eh nichts anfangen, die nicht von sich aus schon wissen was es bedeutet, Intro zu sein. Du muss auch ehrlich nicht begründen, WARUM du fühlst, wie du fühlst. Es reicht vollkommen als valider Grund aus, DASS du fühlst, wie du fühlst. Und das sollte respektiert werden.

    Und vielleicht hilft es den Freundschaften ja weiter, wenn du ihnen klar machst, dass es nicht gegen sie persönlich geht sondern einfach deine Abneigung zu Partys ist. Und du solltest auf jeden Fall auch von dir aus versuchen, deine Freunde zu Dingen einzuladen, zu denen du selber Lust hast. Sagen dann wiederum SIE immer ab, kann es leider sein, dass ihr einfach keine guten Freunde (weil nicht sonderlich kompatibel) seid, sondern einfach aneinander gewöhnt seid.
  • In einem Kurs, den ich mit meinem Freund besuche, wollte der Kursleiter mit allen essen gehen und es wurde wie selbstverständlich von der Teilnahme aller ausgegangen. Solche Situationen sind immer blöd, gerade wenn man sich als einzige abseilt. Als ich dann angesprochen habe, daß mein Freund und ich nicht mitkommen werden, kam dann auch prompt von jemandem “Mögt ihr uns etwa nicht?” Nein, unsympathisch finde ich die Menschen dort nicht, einen engeren Kontakt jenseits des Kurses strebe ich jedoch wiederum nicht an. Nachdem ich mich da herausgewunden habe, kam dann im Anschluss noch jemand auf mich zu, man wolle uns gerne einbeziehen und an der Stelle habe ich dann erklärt, daß mein Freund ich und ich introvertiert sind und es nicht so mit solchen Versammlungen haben. Antwort: “Das sehe ich nicht so!” Tja.

    Introversion wird unterschiedlich verstanden bzw. so einige mißverstehen es als Schüchternheit. Ich hatte auch mal den Fall als ich einer Frau gegenüber erwähnt habe ich sei introvertiert und sie meinte zu mir “Aber du redest doch!” Der Hinweis “bin introvertiert” funktioniert dann natürlich nicht, auch bei Leuten nicht, die sich schlichtweg nicht vorstellen können wie jemand nicht gerne unter Menschen sein will.

    Letztlich ist es ein Mittel um sich herauszuwinden, denn es gibt durchaus Feierlichkeiten zu denen ich hingehe bzw. in der Vergangenheit gegangen bin. Nicht oft, aber doch mehr als gar nicht. Und in dem Kurs waren zwar überwiegend Extravertierte, aber mein Freund und ich waren nicht die einzigen Introvertierten, es sind also Introvertierte aus dem Kurs mit zu diesem Essen gegangen.

    In der Situation oben ist es für mich auch ein Mittel zu sagen, schau es liegt an mir, nicht an dir.
  • Hallo San,

    danke, das hast du absolut klasse argumentiert.

    Andere werden mit dem Hinweis auf „Intro“ nicht viel anfangen können, jedenfalls nicht ansatzweise so viel, wie es mir ging als ich davon gelesen habe. Genau das ist ein gutes Argument gegen meine Idee.

    Auch deine Alternative werde ich beherzigen und bei meinem nächsten Fall so übernehmen.
    Ala „Das hat absolut nichts mit dir / euch zu tun, ich mag einfach keine Partys…“

    Das ist wirklich super. Danke.

    Meine „spezifischen Gründe“, hast du übrigens alle genannt. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen!

    Danke und bis dann…

    Dobolo
  • “Nur bei mir sind schon etliche Freundschaften kaputt gegangen nur wegen meinen ständigen unbegründeten Absagen zu Einladungen. Irgendwann kamen dann keine Einladungen mehr und irgendwann gab es auch keinen Kontakt mehr. Ok, letzteres war dann auch noch durch meinen Umzug in eine andere Stadt zumindest begünstigt worden.”


    @Dobolo

    Wenn in einer Gruppe Feiern und Partys “dazugehören”, dann machst du dich durch wiederkehrende Abwesenheit zum Außenseiter. Da wirst du nicht drumherum kommen. Bei einer Einzelperson mag es funktionieren, wenn du wie @San vorschlägt die Person selber zu etwas zu dem du Lust hast einlädst. Allerdings mag es auch vorkommen, daß die Person im Gegenzug erwartet auch Sachen zu machen, die sie mag und auf die du eventuell keine Lust hast. Die bessere Lösung für Freundschaften wäre es Leute zu finden mit denen man Gemeinsamkeiten und Interessen teilt. (Das ist natürlich einfacher gesagt als getan) Dann kommt es auch nicht dazu, daß dich deine “Freunde” mit unschönen Ausdrücken bezeichnen.
  • @wanderingstar
    Nun ja, von Gruppen habe ich ja nichts gesagt. Jeder einzelne hat jährlich Geburtstag und es kommt eine Einladung. Wenn man jährlich absagt mit irgendwelchen Ausreden, dann glaubt das natürlich früher oder später kein Mensch mehr.

    Ich würde selbstverständlich eine solche Absage niemals nur mit „Bin introvertiert“ ablehnen, sondern eine ausführliche Begründung dazugeben, das ist ganz klar. Steht ja auch oben in meiner Frage.

    ABER: Wenn dieses Phänomen einen Namen hat, dann kann er danach suchen und selbst wenn er nicht danach sucht, besagt der Name alleine schon, dass es bekannt ist und es somit noch mehr gibt, die sich so seltsam verhalten wie ich mich / wir uns verhalte(n).

    Das kann jeder natürlich anders sehen, aber mir hilft das selbst und auf jeden Fall auch bei der Begründung gegenüber dem Einladenden.

    Und das ist genau in diesem Zusammenhang wichtig:

    > auch bei Leuten nicht, die sich schlichtweg nicht vorstellen können wie jemand nicht gerne unter Menschen sein will.

    Genau diese Menschen gibt es nämlich fast ausschließlich. Ich habe jedenfalls bisher noch keinen getroffen, der das versteht, dass jemand Angst vor Partys hat.

    Und wenn sich jemand für mich interessiert, und ich mit ihm oder ihr darüber gesprochen habe, dass ich introvertiert bin, dann wird er / sie nach diesem Begriff recherchieren und lesen und anschließend ein ganz anderes Verständnis dafür haben. Ich würde diese Personen auf jeden Fall darauf hinweisen, das es zu dem Thema "Introvertiert" umfangreiche Informationen im Internet gibt.

    Hinz und Kunz bekommt ja davon nichts mit, nur Leute die mir in irgendeiner Form näher sind als die Allgemeinheit.

    Vielen Dank auf jeden Fall für eine Beiträge!
  • Huhu,
    Anbei eine Rückmeldung von mir, ich stufe mich eher als ambivertiert ein. Wenn dir die Menschen wichtig sind, würde ich mir eine Erklärung wünschen. Oftmals wird eine Absage falsch interpretiert, weil man merkt, dass es eine Ausrede ist. Eine Erklärung sollte ehrlich sein , natürlich musst du nicht sagen, dass du nicht kommst, weil du introvertiert bist. Eher (so wie San es geschrieben hat), erklären, wie es dir damit geht...und vielleicht einen Gegenvorschlag machen, was du gern mit der Person machen würdest...ein Außenstehender weiss manchmal nicht, wie er sich richtig verhalten soll, geht auf Distanz und der Kontakt wird immer weniger...
    Die Vorgehensweise hängt natürlich davon ab, wie wichtig dir die Freundschaft ist.
  • Ich erkläre in so einem Fall auch lieber die Umstände genauer (z.B. dass ich keine Partys mag und mich da verloren fühle) als theoretisches Wissen über Introversion. Mit einem Gegenvorschlag (z.B. dass du dich gerne allein mit der Person treffen und mit ihr essen gehen möchtest) kannst du der Person zeigen, dass deine Absage nicht persönlich gegen diese Person geht, sondern dass sie dir trotzdem wichtig ist.

    Theoretische Grundlagen über Introversion erkläre ich nur einer Person, bei der ich mir sicher bin, dass sie es ernst nehmen und es nicht ins Lächerliche ziehen wird. So habe ich mal einer Extro-Freundin, mit der ich aber sehr gut und vertraulich reden kann und die auch psychologisch interessiert ist, davon erzählt. Ich kenne sie gut und vertraue ihr und war mir sicher, dass sie es verstehen würde. Und genauso war es auch. Obwohl sie vom Wesen her ganz anders ist als ich, war sie interessiert und hat das ernst genommen und sich mit mir darüber unterhalten. Aber dass ich mit ihr darüber gesprochen habe, war eine Ausnahme, weil ich wusste, dass sie die richtige Person dafür ist. Hausieren gehe ich damit nicht, weil meiner Einschätzung nach die wenigsten Menschen Verständnis dafür haben und sich eher darüber lustig machen. Deshalb ziehe ich eine fallbezogene Erklärung vor.
  • Also ich habe da so einige Erfahrungen sammeln können. Wenn ich zu Geburtstagen, Hochzeit usw eingeladen wurde habe ich immer gelogen. Ich weis das es falsch ist aber ich wollte die Leute nicht verletzen. Was ist am Ende passiert ich habe zu keinem mehr von diesen Leuten Kontakt. Sie waren durch mein Verhalten beleidigt was ich von ihrer Sicht auch verstehen kann. Irgendwann habe ich dann für mich entschieden das ich die Wahrheit sagen will das ich mich einfach gefühlsmäßig nicht gut fühle unter vielen Menschen. Das wurde aber auch nicht verstanden nur komische blicke und geläster. Mittlerweile läd mich niemand mehr ein, und wenn ich doch mal ne Einladung zu irgendeiner Veranstaltung bekomme antworte ich erst garnicht mehr. Ich gehe einfach offen damit um weil es so oder so dahin führt.
  • edited Juni 13
    @Ambi, @Herbstbube und @Aries danke für eure Beiträge!

    Mir stellt sich da immer wieder die Frage, warum ist das so? Es geht ja hier im Prinzip jedem mehr oder weniger genauso, wie du es geschildert hast Aries.

    Was wir haben ist doch eigentlich nichts so Schlimmes, was im Alltag auch fast nicht auffällt.

    Und trotzdem werden wir vollständig in eine Ecke gestellt bzw. stellen uns selbst in eine Ecke wo wie wir eigentlich gar nicht sein wollen. Wir leben einsam und alleine, womit man sich wohl arrangieren kann aber womit auf Dauer wohl keiner so richtig glücklich sein wird.

    Ist das nicht irgendwie auch diskriminierend? Diskriminierung wird ja in unserem Land sehr großgeschrieben, vielleicht sollte man das mal unter diesem Aspekt sehen?

    Und warum ist das so?

    Ich vermute, weil es in der Öffentlichkeit, in der Allgemeinheit einfach zu wenig bekannt ist. Weil es niemand weiß, dass es ganz einfach Menschen gibt, die Angst davor haben, z.B. auf eine Geburtstagsfeier zu gehen.

    Wenn man darüber nachdenkt, dann kann man da ja auch durchaus selber drüber lachen, ist ja schon ein bisschen verrückt.

    Hat sich eigentlich noch kein Psychologe diesem Thema angenommen? Vielleicht gäbe es ja eine Methode um das wieder hinzubekommen?

    Und wir alle, sollten es vielleicht mehr zur Sprache bringen, wenigstens mehr oder weniger anonym im Internet. Dann würden mehr Leute zumindest wissen, das es dass öfter gibt, das eine(r) eine Feierlichkeit absagt, weil er / sie nicht hin gehen kann.

    Wie denkt ihr darüber?
  • @Dobolo

    Du hast jetzt zum zweiten Mal das Wort “Angst” verwendet. Meinst du damit wirklich Angst? Denn Ängste haben wie auch Schüchternheit nichts mit Introversion zu tun. Wobei introvertierte Menschen natürlich schüchtern sein und unter Ängsten leiden können, das gilt allerdings ebenso für extravertierte Leute. Der Grund warum Introvertierte Gesellschaft eher meiden ist aufgrund von sensorischer Überladung und einem Energieabfall. Die Außenwelt muß einigermaßen der Innenwelt entsprechen damit sich jemand Introvertiertes wohl fühlt, grundsätzlich wird sie als Fremdkörper empfunden.

    “Hat sich eigentlich noch kein Psychologe diesem Thema angenommen? Vielleicht gäbe es ja eine Methode um das wieder hinzubekommen?”

    Introversion ist weder behandlungsbedürftig noch behandelbar, Ängste schon und die werden von Psychologen durchaus behandelt.

    “Dann würden mehr Leute zumindest wissen, das es dass öfter gibt, das eine(r) eine Feierlichkeit absagt, weil er / sie nicht hin gehen kann.”

    Das ist bei mir nicht der Fall. Ich kann zu Feierlichkeiten hingehen, ich fühle mich jedoch meist nicht wohl und es raubt mir Energie weshalb ich es selten mache. Aber es ist grundsätzlich möglich.


    Entweder Menschen akzeptieren wenn jemand nicht zu einer Feier geht oder nicht. Ich glaube der Grund ist nicht so entscheidend.
  • edited Juni 13
    @wanderingstar

    Sorry aber das ist weitestgehend Wortspielerei, sowohl mit dem Wort „Angst“ als auch mit dem „nicht hin gehen kann…“

    Natürlich kann auch ich auf Feierlichkeiten gehen. Ich war schon auf x Hochzeiten, auf zig Geburtstagen, Konfirmationen, Beerdigungen, Weihnachtsfeiern usw. Aber eben mit den bekannten Problemen / Hürden / Handicaps wie du es nennen willst. Ich habe es eben Angst genannt.

    > Introversion ist weder behandlungsbedürftig noch behandelbar...

    Ich wäre froh wenn ich es nicht hätte. Das kann ich zu 100% sagen. Und wenn es eine Therapie geben würde, wo man nahezu garantiert sagen könnte, wenn du diese Therapie machst, ist es nachher weg, dann will ich den sehen, der darauf verzichten würde.
  • @wanderingstar Deinen letzten Kommentar kann ich so unterschreiben. Ich persönlich finde Differenzierung von Angst und Introversion tatsächlich auch sehr wichtig und richtig. Oft geht es zusammen einher, doch hat wenig Gemeinsamkeit.

    @Dobolo Ich hebe die Hand. Mein Persönlichkeitsmerkmal introvertiert zu sein, möchte ich mir nicht "wegtherapieren" lassen, selbst wenn es die Möglichkeit gäbe. Doch vor Jahren habe ich das auch noch völlig anders gesehen. Tatsächlich habe ich mich aber dem gestellt, was du Wortspielerei genannt hast. Ausschlaggebend dafür, dass ich mich heute glücklich nennen kann, war für mich die Auseinandersetzung damit, was Ängste sind, die mich hemmen. Und viel blieb für mich dann nicht mehr übrig, was ich auf Introversion "schieben" kann. Ich schaue drauf, dass ich bei z. B. Feierlichkeiten mich immer wieder zurück ziehe und für mich bin. Das gelingt meist sehr gut und ich kann sie tatsächlich genießen.
    Ich mag es, dass mein Geist arbeitet, ich Gedanken und Argumente in neue Blickwinkel verarbeiten kann. Mir gefällt, dass ich meine Umgebung so detailliert mit all meinen Sinnen wahrnehmen kann.

    Und ich wünsche dir, dass du dein Glück finden kannst.
  • edited Juni 13
    @NomaDie

    >Ich hebe die Hand. Mein Persönlichkeitsmerkmal introvertiert zu sein, möchte ich mir nicht "wegtherapieren" lassen, selbst wenn es die Möglichkeit gäbe.

    Wenn jemand zu viel Alkohol getrunken hat und sich das „Trinken“ abgewöhnen will oder einen Entzug mitmacht, dann bekommt er da auch nicht das Wasser trinken abgewöhnt, sondern nur den Alkohol.

    Ich würde auch keine Therapie haben wollen wo ich nachher als Eisklotz rumlaufe. Mein Einfühlungsvermögen, meine Empathie und auch die vielen sonstigen positiven Eigenschaften möchte ich dann natürlich behalten.

    Aber alle diese positiven Eigenschaften, finden hier in dem gesamten Forum fast keine Erwähnung, weil sie eben positiv sind und für den Einzelnen kein Problem darstellen.
    Probleme haben aber viele mit dem Aufenthalt in Menschenmengen. Auf Partys, auf Versammlungen usw.

    Und das weiß ein jeder der sich hier im Forum aufhält und mitliest oder auch selber schreibt.

    So, wenn das o.g. bekannt ist, dann ist es natürlich logisch, wenn ich von Therapie spreche, dass ich dann von einer Therapie rede, wo o.g. Probleme behandelt werden und eben NICHT die positiven Merkmale.
  • Hallo @Dobolo. Eine Antwort auf deine Fragen zu finden scheint eine echte Herausforderung zu sein (für mich), das gefällt mir.

    Du fragst wiederholt, warum das so ist (diese Intro-Nachteile).
    Darauf wirst du nie und nimmer eine Antwort erhalten, deshalb empfehle ich, die warum-Fragen gleich über Bord zu werfen (denn falls du doch eine Antwort findest steht dahinter gleich das nächste 'warum' und so weiter...)

    Du möchtest also die Nachteile weg haben (Therapie z.B.) und die Vorteile der Introversion behalten? Es wäre ganz schön furchtbar, wenn diese Haltung sich erfolgreich durchsetzen könnte. Zum Glück geht es nicht. Die Intelligenz verhindert es. Sie 'benützt' die Ecken und Kanten des Lebens für unser geistiges Wachstum. Ohne Leidensdruck ist es meistens nicht möglich, es würde sich nichts bewegen außer an der Oberfläche.

    „Aber alle diese positiven Eigenschaften finden hier in dem gesamten Forum fast keine Erwähnung, weil sie eben positiv sind und für den Einzelnen kein Problem darstellen.“

    An dieser Aussage kannst du sehen, wo dein Fokus ist: im Negativen.
    Hier im Forum wird noch und noch das Positive der Introversion gesehen und besprochen. Das nehme ich für mich jedenfalls voll in Anspruch.
    Es ist aber allgemein verbreitet, fast nur auf das Negative zu schauen, und so muss man sich nicht wundern, wenn es sich immer mehr verdichtet (das Negative). Es fällt vielen Menschen gar nicht auf.

    Und, glaubst du wirklich an die Wichtigkeit, dass es „...mehr Leute zumindest wissen, dass es das öfter gibt, dass eine(r) eine Feierlichkeit absagt, weil er / sie nicht hin gehen kann.“?

    Aus meiner Sicht liegt die Lösung in einem selbst, ganz individuell.
    Ich würde mich freuen, wenn du etwas Positives aus dem Forum mitnehmen könntest.
    Herzlichen Gruß von Fanny
  • @Fanny
    Danke für deinen Beitrag.

    Zu dem einen oder anderen Punkt habe ich aber noch mal kleine Anmerkungen.

    > Du möchtest also die Nachteile weg haben (Therapie z.B.) und die Vorteile der Introversion behalten?

    Ich habe gefragt ob es eventuell Möglichkeiten in der Psychologie gibt, dachte dieses Forum wäre für eine solche Frage der richtige Platz.

    > Du fragst wiederholt, warum das so ist (diese Intro-Nachteile).
    > Darauf wirst du nie und nimmer eine Antwort erhalten,

    Sorry, aber das ist eine sehr negative Aussage. Denn wer kann heute schon sagen, was morgen sein wird? Vielleicht sind wir ja eine der letzten Generationen die so frei leben, wie wir leben. Unter Umständen wird in Zukunft jedem Menschen gleich nach der Geburt ein Chip eingepflanzt, der Gedankenströme kontrolliert und negatives ausfiltert.
    Jetzt möge mir bitte keiner unterstellen „Du willst also das jeder einen Chip eingepflanzt bekommt…“ Nein, das will ich nicht, aber mir ist bewusst, das schon in der nahen Zukunft ganz gewaltige Veränderungen auf die Menschheit zukommen werden. Und ich halte nichts für ausgeschlossen.

    > An dieser Aussage kannst du sehen, wo dein Fokus ist: im Negativen.

    Absolut „NEIN“. Ich bin alles andere als negativ. Wer mich kennt, der weiß das ich ein sehr positiv denkender Mensch bin. Aber ich bin eben auch kein Tagträumer der sich vor der Realität verschließt.

    Foren sind dazu da, dass sich gleichgesinnte unterhalten und austauschen können. Und in der Regel tauscht man sich darüber aus, wo man Fragen dazu hat, wo man Problemchen mit hat usw.
    In einen Forum für PC-Technik wird man z.B. auch keinen Beitrag finden, wo einer schreibt, „Ich bin so glücklich mit meinem Rechner, der läuft jeden Tag perfekt, macht immer genau das was er soll…“
    Nein, es wird in der Regel gefragt, wie funktioniert das Eine oder das Andere bzw. wie kann man dieses oder jenes Verhalten korrigieren.
    Und das hat absolut, überhaupt gar nichts mit „Negativ“ zu tun.

    Ich habe übrigens schon sehr viel positives aus diesem Forum vermittelt bekommen. Mein Dank dafür!

    Dann möchte ich noch anmerken, dass ich grundsätzlich niemals jemanden anderen mit meinen Fragen und Aussagen verletzen, angreifen oder etwas unterstellen möchte.
    Wenn das doch mal passieren sollte oder schon passiert ist, dann ein ehrliches gemeintes Sorry dafür von mir.

    Danke und Grüße

    Dobolo
  • Ich nehme aus dem bisher Geschriebenen Folgendes mit:

    es scheint ein durchaus verbreitetes Phänomen unter uns Intros zu sein, sich zu Einladungen eher durchringen zu müssen. Sowohl, Einladungen anzunehmen als auch welche auszusprechen.

    Kenne ich sehr gut. Und es ist momentan auch mein Thema.

    Vor allem aber mit eher ungeduldigen Menschen, die viel Action benötigen, um sich wohl zu fühlen und bei genau diesen beobachte ich auch gewisse Prinzipienreiterei und Erwartungshaltung, weswegen ich auch nicht den Eindruck habe, daß da viel Verständnis für meine Situation (keine Energie oder auch keine Lust, sich über Belangloses zu unterhalten) vorhanden wäre.

    Warum sollte ich also - um auf die Eingangsfrage einzugehen - meine Bocklosigkeit damit begründen, daß ich introvertiert bin?

    Das glaubt mir kein Mensch :)

    Ich lese Frustration bei dir heraus @Dobolo

    korrigiere mich bitte, sollte Folgendes nicht zutreffen:

    du würdest gern "bei den Extros mitspielen" fühlst dich jedoch aufgrund deiner introvertierten Art dazu nicht im Stande?

    Ich habe das Jahre versucht. Und bin kläglich gescheitert. Ich habe diese Energie nicht, es ihnen gleich zu tun.

    Aber ich weiß inzwischen, wie ich Energie gewinne :)

    Und so sorge ich dafür, daß ich vor einer Veranstaltung ausreichend Alleinzeit hatte, dann stehe ich auch relativ problemlos eine Party oder sonst irgendein Event durch.

    Auch mit Fremden. Wobei es natürlich leichter ist, ein paar bekannte Gesichter gerade bei einer Feier dabei zu haben.

    Ich mache mir inzwischen einen Sport daraus, gesellige Runden zu analysieren. Da lernst du sie kennen, die Blender, Quasselkasper, Lügner, falsche Schlangen

    Dann weißt du, von wem du dich künftig besser fern hälst.

    Aber du lernst auch die Gleichgesinnten kennen. Sie sagen zunächst nicht viel, beobachten erst einmal die Lage, sind manchmal sichtlich nervös, halten aber tapfer durch und wenn du das Glück hast, zu wissen, welches Thema sie interssiert, verspricht der Abend sehr interessant und gesellig zu werden!

    Versuchs mal :)
  • @enjoythesilence

    herzlichen Dank dir!

    >Ich lese Frustration bei dir heraus

    Nein, ganz gewiss nicht. Frustriert bin ich nicht.
    Aber es gibt Situationen im Leben, wo ich ganz einfach und unkompliziert einer Einladung folgen wollen würde.

    Bei meinen engsten Verwandten gehe ich zu den Feiern, das ist es auch kein so großes Problem. Man kennt jeden, man hat schon die Leute mit denen man zusammensitzt und hat seine Themen über die man spricht. Die entfernteren Verwandten wissen, dass sie mich nicht einladen brauchen. Ich verstehe mich trotzdem mit jedem gut aber der Kontakt ist natürlich nicht so als wenn ich an deren Familienfeierlichkeiten teilnehmen würde.

    Aber, ich bin seit 25 Jahren selbstständig und habe auch Kunden die ich persönlich besuche. Die übrigen Kunden sind Kunden im Bereich Internet / Webdesign / Webshops und überall in Deutschland, teilweise Europa verteilt.

    Bei Kunden die man persönlich über viele Jahre kennt, wachsen Beziehungen. Ich bin normalerweise überall beliebt. Und so kann es sein, das von einem Kunden auch mal eine Einladung zu einer Weihnachtsfeier kommt oder auch zu einer privaten Feier. Das ist eine hohe Auszeichnung für mich, weil dieser Kunde dann nicht nur mit meiner Arbeit zufrieden ist, sondern auch mich als Person gut leiden kann und wertschätzt.

    Ich weiß nicht, wem ich dann mehr weh tue, dem befreundeten Kunden oder mir selbst, wenn ich diese Einladungen dann irgendwie abwenden muss. So etwas sind die doofsten Situationen in meinem Leben, die ich sehr gerne vermeiden würde.

    Und ich vermute, dass es da helfen könnte, wenn man eine Begründung abgeben könnte, wo man nichts dafür kann. Ich kann nichts dafür das ich so geboren wurde und wenn Teile durch die Erziehung verstärkt wurden, dann kann ich auch da nichts dafür.

    Genau das war der Grund für meine Anfrage, vielleicht hätte ich das alles gleich so schreiben sollen, dann wäre nicht so viel vermutet worden in den verschiedenen Beiträgen.

    >du würdest gern "bei den Extros mitspielen" fühlst dich jedoch aufgrund deiner introvertierten Art dazu nicht im Stande?
    Also da muss ich dich zu 100% korrigieren :) NEIN, ich würde nicht gerne bei den Extros mitspielen. Ganz bestimmt nicht. Wobei natürlich nicht jeder der Extro ist ein schlechter Mensch ist, aber viele Idioten darunter gibt es schon.
    Insgesamt bin ich absolut zufrieden mit mir, da soll sich insgesamt gar nichts ändern. Nur der eine Punkt in meinem Leben und der nimmt leider manchmal einen dominierenden Platz ein.

    Ich kenne das übrigens aber auch, das man auch auf Feierlichkeiten, wo nur Fremde sind, trotzdem einen schönen Abend verbringen kann. Wenn man einen Gesprächspartner findet, der dann ja wohl ähnlich drauf ist. Sich auch nicht mit dem ganzen Tisch gleichzeitig unterhalten will und der mir auch einigermaßen sympathisch ist, dann kann das ein schöner Abend werden.

    Aber wenn das nicht der Fall ist, dann wird es ein eher langweiliger Abend, wo man die Zeit vertreibt, sich mal da und mal dort dazustellt, nirgends ins Gespräch findet, weil die eh alle durcheinander reden usw. Man ist letztlich froh, wenn man es hinter sich gebracht hat.

    Und wie es kommt, das weiß man vorher nie, die Nervosität davor, die bleibt auf jeden Fall.
    Ich habe über viele Jahre gelernt, irgendwie damit umzugehen aber schön ist das keineswegs.

    Aber deshalb bin ich ganz sicher nicht frustriert, nicht mal ein ganz klein wenig :)

    Danke und Grüße

    Dobolo
  • @Dobolo

    Cool, da konnte ich dir mit meiner Fragerei ja doch noch ein paar Details entlocken, die bei der Beurteilung deiner Situation hilfreich sein können.

    Das gleich vorweg:

    ja, die Nervosität wird vermutlich bleiben.
    Ich übe mich jetzt schon Jahre und trotzdem drehen sich vor gesellschaftlichen Anlässen meine Gedanken immer noch im Kreis.

    Aber ich habe gelernt, zu den wichtigen Anlässen möglichst hinzugehen. Mich nicht davor zu drücken.

    Deinen Zeilen entnehme ich, daß es dir für dein berufliches Vorankommen ja durchaus nützlich sein könnte, so Termine wie eine Weihnachtsfeier zu besuchen, um Kontakte zu knüpfen.

    Ich weiß, das gehört nicht unbedingt zu unsereiner Lieblingsbeschäftigung. Aber vieleicht magst du es trotzdem einmal versuchen?
  • Hm, habt ihr schon einmal in Betracht gezogen, dass die Veranstalter der Feierlichkeiten vielleicht selbst Intros sind und die Feier nicht ausrichten, weil sie das selbst unbedingt wollen, sondern vielmehr, weil sie glauben dass das von ihnen erwartet wird? Und dass sie vielleicht sogar Verständnis für euer Unbehagen hätten, weil sie es selbst nur zu gut kennen? Wenn man davon ausgeht, dass ca. 50 Prozent der Gesellschaft Introvertiert ist oder zumindest Anteile von introversion hat, besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass dies auf einen signifikanten Teil der Gastgeber zutrifft.

    So oder so, ich bin sicher dass auch Extrovertierte wissen was es bedeutet, dass man viel um die Ohren hat, die Batterien entsprechend leer sind, man dankbar für die Einladung ist, aber im Moment Ruhe braucht um die Batterien aufladen zu können. Ich glaube, wenn man derart seiner Befindlichkeit ausdruck gibt, fühlt sich niemand auf den Schlips getreten.
  • Das noch:

    Ein Forum für Rechner (z.B.) unterscheidet sich grundsätzlich von einem wie dieses.
    Wenn ich glücklich bin und alles läuft rund - dann schreibe ich in dieser Stimmung besonders gerne.
  • @enjoythesilence

    vielen Dank.

    >Deinen Zeilen entnehme ich, daß es dir für dein berufliches Vorankommen ja durchaus nützlich sein könnte, so Termine wie eine Weihnachtsfeier zu besuchen, um Kontakte zu knüpfen.

    Ja, eigentlich schon. Aber mit den bestehenden Kunden ist der Punkt überschritten und neue Kunden bekomme ich im Bereich PC Service nicht mehr dazu, bzw. will ich nicht / brauche ich nicht mehr. Habe genug mit den Internetsachen zu tun.

    Bei einer Weihnachtsfeier war ich auch schon mal bei einem Kunden. Weil da sind ja dann auch die Mitarbeiterinnen aus dem Büro. Und die kenne ich ja, meist sogar richtig gut. Nur Privat kenne ich dann u.U. wirklich niemanden.

    Mit der Kernfrage dieses Threads bin ich bis jetzt aber genau so weit wie vorher. Ich verlasse mich also auf meine eigene Einschätzung. Muss es ja schließlich auch verantworten. Also alles gut.



    @Peloquin

    Danke für deine Antwort.

    Deine Einschätzung berührt im Prinzip meine Kernfrage dieses Threads „Einladung absagen mit dem Hinweis „Bin introvertiert“?“

    Wenn der Gastgeben selbst introvertiert ist, dann würde er sicherlich ein ganz anderes Verständnis dafür haben als andere. Aber das würde man ja nur dann herausbekommen, wenn man sagen würde, das man introvertiert ist.


    @Fanny

    Herzlichen Dank für deine Antwort, Fanny.

    Da gebe ich dir absolut Recht, was die Fragen angeht auf jeden Fall. Aber in dem Punkt, ob man eher Fragen postet oder positive Aussagen, da dürften die Ähnlichkeiten schon sehr hoch.

    Aber bitte nicht provoziert fühlen durch diese Antwort!
    Wichtig ist, dass du dich mit der Thematik beschäftigt hast und bemüht warst mir zu helfen. Und dafür danke ich dir von ganzem Herzen.

    Ein herzliches Dankeschön auch an @enjoythesilence und @Pelequin
  • @Dobolo Auf deine Antwort mir gegenüber zu erwidern ist zwischenzeitlich unnötig, da andere Foristen und du da schon viel weiter gekommen sind. @Fanny hat da auch wunderbar und wesentlich herzlicher geantwortet, als ich das gekonnt hätte und geschrieben, was ich ebenfalls zu formulieren versucht hätte.

    Offenes Bekennen der Introversion bei Erklärung von Absagen... mir erscheint das als nicht der richtige Weg. Ich glaube, es ist besser, im zwanglosen Gespräch einfließen zu lassen, was Einladungen bzw. die Wahrnehmung dieser für dich bedeuten. Mit 1, 2 witzigen Anekdoten gespickt, gelangt das wesentlich prägnanter in die Wahrnehmung des Gegenübers. Könnte auch dazu führen, dass künftige Einladungen „freier“ ausgesprochen werden. (?)
    Verständlich, was ich meine?
  • @NomaDie

    Danke für deine Antwort.

    Da sind die Meinungen aller hier Beteiligten ja ziemlich eindeutig. Kein einziger hält es für richtig in einem Gespräch „Introvertiert“ zu erwähnen.

    Ich kann das aber nicht wirklich verstehen, was wäre so schlimm, wenn man z.B. einen Satz wie den folgenden sagt?

    Ich habe Probleme mich in Gruppen zurechtzufinden gerade dann, wenn ich niemanden oder nur wenige Leute kenne und da ich eher introvertiert bin, fühle mich auf Partys jeder Art, grundsätzlich sehr unwohl und habe zudem schon Tage vorher Stress mit einer Einladung. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich leider keine Bereicherung für die Feier sein werde. Ich werde eher sehr schweigsam sein. Bin eben alles andere als ein Party Löwe…

    Wenn ich diese Begründung fünf Mal neue formulieren sollte, dann würden wahrscheinlich fünf komplett andere Sätze entstehen. Und wie ich das in einem Gespräch sagen würde, wäre wahrscheinlich eine sechste Variante.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, das an dem „introvertiert“ in diesem Satz irgendwas negatives ist und ich werde es deshalb auch auf jeden Fall zum gegebenen Zeitpunkt ausprobieren.
    Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich mich mit ihm genauer über „Introvertiert“ unterhalten.
    Ala „Hast du schon mal was von Introvertiert gehört? Weißt du was sich hinter dem Wort verbirgt?“ Ihn darauf aufmerksam machen, dass ein Drittel der Menschheit mehr oder weniger introvertiert ist. Das wird schon mal sein Interesse wecken. Und … und… und…

    Ich werde auf jeden Fall meine Erfahrungen damit machen und gegebenenfalls hier darüber berichten.

    Grüße Dobolo
  • @Dobolo

    “Da sind die Meinungen aller hier Beteiligten ja ziemlich eindeutig. Kein einziger hält es für richtig in einem Gespräch „Introvertiert“ zu erwähnen.”

    Dann lies doch mal bitte nochmal in dem Thread nach, denn das stimmt so nicht.

    Zuerst waren es bei dir “Leute”, dann “Freundschaften” und nun “Kunden”. Das sind unterschiedliche Voraussetzungen. Wem willst du solch einen Satz sagen?

    Introversion ist nichts negatives, allerdings meintest du in diesem Strang du wärest froh wenn du es nicht hättest. Wenn du selber nicht positiv dazu stehst, wieso sollten es andere Menschen positiv annehmen?
  • @wanderingstar

    Sorry, aber es dreht sich im Kreis, ich mag nicht mehr, es ist gut.
    Es ist aus meiner Sicht alles in Ordnung und alles geklärt. Danke.
    Mehr will ich dazu nicht mehr sagen.

    Dir und allen anderen ein herzliches Dankeschön für eure Unterstützung.

    Dobolo
  • Hi @Dobolo, wir wollten dir nicht zu nahe treten, hoffentlich nimmst du das nicht krumm.
    Natürlich kannst und solltest du es selber ausprobieren, deine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse zum Thema "Introversion ansprechen" zu machen! Klar kann es sein, dass dein Gegenüber total interessiert daran ist und du erklären kannst, was es damit auf sich hat. Ich drücke die Daumen und würd mich tatsächlich über einen Erfahrungsbericht freuen, wie es gelaufen ist.
  • Hallo San,

    danke für deine tröstenden Worte und keine Sorge, ich nehme nichts krumm.

    Nur schau doch, wenn ich @wanderingstar geantwortet hätte, dann hätte ich erklärt, dass „Leute“ „alle“ sind und das zwischen Freundschaften und Kunden die mich zum Geburtstag einladen, kein so großer Unterschied mehr ist. Diese Kunden sind dann entweder auch schon Freunde oder sie öffnen mit der Einladung die Türe hin zu einer Freundschaft. Eine solche Einladung ist eigentlich was Wunderbares, für mich wäre es aber eine Stress Situation.

    Und dann hätte ich wiederholt sagen müssen, dass ich Introversion überhaupt nicht negativ sehe nur mit diesem einen Punkt ein Problem habe.

    Und ich hatte einfach keine Lust mehr alles noch mal und immer wieder zu schreiben. Mich noch mal zu rechtfertigen. Jetzt habe ich es doch gemacht.

    Und ja natürlich, ein bisschen macht auch der Ton die Musik, ist doch logisch, oder?
  • @Dobolo Ach das mit den Kunden kann ich verstehen! Ich hatte früher auch so einige Kunden, wo unser Beziehungsverhältnis an der Grenze zu einer Freundschaft gekratzt hat. Ich versteh, dass es natürlich schwierig ist, diesem Schritt deines Gegenübers/Kunden in Richtung Freundschaft jedes Mal einen Riegel vorzusetzen, weil es für dich zu stressig ist, auf die Einladungen einzugehen. Die Beziehung ist zu zerbrechlich, um sowas dauerhaft zu überstehen und da du die Leute natürlich weiterhin betreust, ist es schwierig, wenn diese professionelle freundliche Beziehung durch die Einladung aus dem professionellen Setting versucht wird, in ein privates zu lenken und dann gegen einer Mauer fährt. Das ist inetwa so, wie wenn ein Mann eine langjährige Freundin fragt, ob sie mit ihm ausgehen will und sie sagt ihm, sie ist nicht "so" an ihm interessiert. Danach ist die Beziehung irgendwie awkward und in ner komischen Schwebe. (oder natürlich in ungekehrter Geschlechterverteilung)

    Ich glaube, ich hab vorher nicht begriffen, wo genau das Problem liegt, dass du Leuten absagen musst, aber nun hab ich das Gefühl, die kleinen präkeren Feinheiten dahinter besser begriffen zu haben.
    Deshalb würd ich auch nur noch mal kurz sagen (weil ich mich dann auch wiederhole und ich will niemanden damit nerven) Ja, versuch, den Leuten das mit der Introversion zu vermitteln. Genau wie bei dem "Ich bin nicht SO an dir interessiert" ist es wohl wichtig, seinem Gegenüber irgendwie zu sagen, dass es nicht an dieser Person liegt sondern an den eigenen, vollkommen validen Bedürfnissen und Präferenzen.
  • @San
    Danke, für deine professionelle Meinung mit dieser tollen und auf den Punkt kommenden Formulierung.
    Sag mal, bist du eigentlich Psychologin oder ähnliches? (Musst nicht drauf antworten, soll aber meine Anerkennung deutlich machen)

    Ich kann alles was du schreibst dick unterstreichen und dazu kommt noch, dass nach so einer Absage der Einladung, das Zukünftig immer irgendwie im Raum steht. Es kommt dadurch etwas mysteriöses in dieses Verhältnis und es kann sogar dazu kommen, dass es zerbricht. Was auch schon passiert ist…
    Und genau, man muss das auch direkt ansprechen, dass es überhaupt nichts mit ihm persönlich, seiner Familie etc. zu tun hat. Es liegt nur an mir selbst. Und wenn dabei das Wort „Introversion“ fällt, dann kann das meiner Ansicht nach in keinster Weise schaden. Weil genau dadurch, wird das vorherige ja noch unterstrichen, dass es nur an mir liegt.

    Tausend Dank für deine Unterstützung. Wie schon gesagt, ich werde es ausprobieren! Das kann aber Monate oder u.U. auch Jahre dauern und ich werde dann auch gegebenenfalls hier darüber berichten. Danke.
  • Huhu @dobolo Für ein Psychologiestudium hätt ich mich damals nach meinem Abi durchaus interessiert, aber ich hab den Numerus Clausus nich getroffen. So gesehen war ich gemessen an meinen schulischen Leistungen dafür zu dumm, was wieder mal die groben Fehler unserers Bildunssystems aufzeigt, denn gestern warst du hier im Forum nich die Einzige, der meine Fähigkeiten in die Richtung aufgefallen sind. Danke übrigens für das Kompliment :)
    Ich war nur selber zwei mal in Therapie (wie beim Friseur schau ich immer genau, was die Leute da mit mir anstellen und kann mir das irgendwie gut merken) und hab irgendwo ein Interesse für das Thema und irgendwie ist mein Gehirn da wie ein ausgetrockneter Schwamm, der alles aufsaugt und nie wieder hergibt, was ich in die Richtung mal gehört oder gelesen habe... :)

    Ich bin gespannt und hoffe, dass dein Vorhaben klappt! Drück die Daumen!
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