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Freund oder sein Vater ... weiß nicht mehr weiter

Ich bin 28 Jahre alt und mit meinem Freund seit 2 Jahren zusammen.

Er versteht sich mit meiner Mutter gut und ich mich auch mit seinen Eltern. Allerdings läuft es in derer Ehe nicht mehr so gut, seit mein Freund vor 10 Jahren dort ausgezogen ist.

Bei meinen Schwiegereltern ist die Situation wie folgt:
Mein Schwiegervater ist vom Sternzeichen Fische und meine Schwiegermutter Schütze. Sie ist sehr dominant und vorlaut, er dagegen steckt ziemlich viel ein und zieht sich zurück, wenn es anstrengend wird. Beide sind typische Vertreter ihres Sternzeichens.
Die beiden streiten sich nie offensichtlich, wenn jemand anderes dabei ist, allerdings verteilt meine Schwiegermutter sehr viele kleine Gemeinheiten gegen ihren Mann, wenn sie etwas erzählt oder irgendetwas macht. Bei der Gartenarbeit geht er ihr aus dem Weg, weil er angeblich nicht richtigmachen würde. So sitzt jeder in seiner Ecke im Garten und macht dort seine Arbeit.
Mein Freund, ihr Sohn, ist ein Adoptivkind, genau wie ich. Wenn wir bei den beiden zu Besuch sind, ist es generell so, dass sich mein Freund (Sternzeichen: Löwe) auf die Seite seiner Mutter stellt und ich mich als Pendant zum Vater. Ich bin Sternzeichen Waage und hier ebenfalls eine sehr typische Vertreterin ihrer Art.

Mein Freund hält nicht viel davon, mir seine Liebe zu zeigen. Denn die alltäglichen Sachen wie hinter mir die Treppe hochgehen und mir nicht die Tür zu versperren um die Tür aufzuschließen und als erstes hineinzugehen, obwohl ich bereits barfuß hinter ihm stehe; mir schwere Sachen abnehmen oder mir die Autotür zu öffnen; die tut er nicht. Geschweige denn auch mal zärtlich zu mir zu sein und mich zu küssen und zu streicheln wie ich es mir wünsche und ich es ihm auch so sage.
Alle Informationen, die ich hier aufzähle, hat mir mein Schwiegervater im Vertrauen erzählt, die aber eine wichtige Rolle in meinem ganzen Problem spielen.

Ich habe mich gleich von Anfang an sehr gut mit meinem Schwiegervater verstanden. Wir hatten eine ähnliche Auffassung vom Leben, wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten in unserer Art und auch gleiche Verhaltensmuster, sodass wir uns immer öfter Tätigkeiten gesucht haben, die wir gemeinsam erledigen können. Und dabei hat er mir viel aus seinem Leben erzählt.
Wir hatten schon oft Momente zu zweit gehabt, wo wir uns mit der Zeit immer nähergekommen sind und er letztendlich offen zu mir sagte, dass ich seine Traumfrau wäre. Daraufhin haben wir uns geküsst. Bei diesem einen Kuss ist es nicht geblieben.

Bei einem Fernsehabend, wo wir einen Horrorfilm schauten, sind wir allerdings nicht so sehr zum Schauen gekommen, da er plötzlich angefangen hat, zu weinen und mir erzählte, was ihn alles bedrückte. Die Sturheit meines Freundes in Sachen Alkohol, dass er hier zu viel trinke und sein Maß nicht kenne. Dass er mit seiner Frau nicht mehr klar komme, er keine Streicheleinheiten mehr von ihr bekomme. Bei einem Streit vor ein paar Jahren wollte sie ihm sogar eine Wassermelone an den Kopf werfen, die jedoch vorher kaputt ging. Er bekäme von ihr nur noch Gehässigkeiten ab, und das alles, seitdem der Sohn ausgezogen war. Ich konnte nicht anders, als ihn zu umarmen und zu sagen, dass alles wieder gut werden würde. Dann meinte ich allerdings, dass er sich wohl deswegen in mich verliebt haben müsste, weil ich ihm so ähnlich war und ich sein kaputtes Herz sehen könne, egal auf welche Art er es zu verstecken versucht. Ich sagte ihm, wie toll ich es fand, dass er sich für meine Hobbys interessierte: Bücher, Englisch, Kultur (Museumsbesuche oder Theater) und das mir zeigte, wie er sich für mich als Person interessierte.

Daraufhin meinte er, es gäbe niemanden, der ihn so gut verstehe wie ich und an sich machte er mir eine Liebeserklärung, in der er folgendes sagte: „Ich habe dich sehr gern in meiner Nähe. Du gibst mir Ruhe und Kraft. Du beruhigst mich. Du tust mir so gut. Ich habe dich sehr sehr gern. Ich müsste alle Zelte abbrechen und mit dir noch einmal von vorne beginnen.“
Wir küssten uns erneut, er küsste verschiedene Körperstellen an mir: Ohr, Stirn, Nase, Wange, Hals, Nacken, die Brüste, meinen Bauch und natürlich auch meinen Mund. Wir landeten daraufhin miteinander im Bett.
Dort gestand er mir, wie sehr er mich begehrte, nicht als Sexobjekt, sondern als Gesamtpaket. Dass ich neben ihm schlafen solle, weil er mich so gern in seiner Nähe hat.

Allerdings bekam er nicht aus dem Kopf, dass ich seine Schwiegertochter war und er an sich noch nie seine Frau betrogen hatte. Klar, als Frau sollte man nicht viel auf ein „Ich liebe dich“ von den Lippen eines Mannes höre, der mit einer Frau schlafen will, weil es sich bei diesem „Ich liebe dich“ nur um ein sexuelles Liebesgeständnis handele.
Sein Herz sagte ihm, dass er mich in diesem Moment einfach nur spüren wollte. Sein Kopf sagte ihm, dass er es nicht solle. Dementsprechend entschuldigte er sich bei mir, dass er nicht konnte, eben weil er nicht seine Ehe aus dem Kopf bekam und dass ich die Schwiegertochter war. Er bat mich darum, ihm Zeit zu geben. Ich versprach, ihm so viel Zeit zu geben, wie er brauche um sich emotional von seiner Frau zu lösen.

Als letztes haben wir im Garten zusammen Dart gespielt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich nur dann viel Punkte warf (über 40 Punkte), wenn er nicht dabei stand und im Garten herum stromerte. Als er an der Reihe war, ging ich jedes Mal weg, um zu testen, was er für Punktzahl warf. Auch er erreichte Ergebnisse von über 40 Punkten. Als wir dann nebeneinander standen, flüsterte er mir zu: „Das ist wie Hexerei. Du hast mich verzaubert.“

Ich sehe an der Art und Weise, wie er mich behandelt und mir die Zärtlichkeiten gibt die ich von meinem eigenen Freund nicht erhalte, dass er mich wirklich liebt, aber Angst hat, dass seine Frau und sein Sohn etwas mitbekommen. Obwohl es beiden eigentlich hätte auffallen müssen, so oft, wie wir in der letzten Zeit miteinander Horrorfilm geguckt und miteinander gekuschelt haben.

Es kristallisiert sich langsam heraus, dass eine Scheidung bei meinen Schwiegereltern anbahnt, wenn Schwiegermutter weiterhin so bösartig zu meinem Schwiegervater ist, er diese seelischen Verletzungen mit Unnahbarkeit und Gleichgültigkeit überspielt und es dann Situationen gibt, wo er meine Schulter zum Anlehnen braucht und wir uns innig umarmen und küssen können.

Mein Freund weiß, dass sein Vater sich für mich interessiert und er findet es in Ordnung, wenn ich viel Zeit mit ihm verbringe, aber er hat auch gesagt, ich solle ihm sagen, wenn er etwas machen will, was er nicht dürfe.
Ich bin mir sehr unsicher, was ich machen soll. Weil wir haben ja bereits mehr getan, als mein Freund weiß. Mein Herz hat sich schon lange für meinen Schwiegervater entschieden, aber mein Verstand pocht dagegen.

Könnt ihr mir einen Rat geben?

Vielen Dank.

Eure Emilia

Kommentare

  • Liebe @Emilia, ich bin gerade so beeindruckt und 'entzückt' von deinem Bericht, dass mir momentan gar nichts einfällt, zumal ich gleich los muß. 'So ist das Leben' könnte ich sagen, und es könnte ein tragik-komischer Film sein den ich mir in jedem Falle anschauen würde. Du bist die Regisseurin und Haupt-Darstellerin zugleich.
    Spiel ihn zuende und genieße jede Szene, das wäre mein Kurz-Rat.
    Es ist einfach köstlich, du bist auch die Zuschauerin, vergiß das nicht !
    Gruß - Fanny
  • Hallo Emilia

    was du dort schilderst...also ich finde keine Frau sollte in so einer lieblosen Beziehung gefangen sein.
    "Mein Freund hält nicht viel davon, mir seine Liebe zu zeigen. Denn die alltäglichen Sachen wie hinter mir die Treppe hochgehen und mir nicht die Tür zu versperren um die Tür aufzuschließen und als erstes hineinzugehen, obwohl ich bereits barfuß hinter ihm stehe; mir schwere Sachen abnehmen oder mir die Autotür zu öffnen; die tut er nicht. Geschweige denn auch mal zärtlich zu mir zu sein und mich zu küssen und zu streicheln wie ich es mir wünsche und ich es ihm auch so sage. "
    Für mich ist es selbstverständlich alle diese Dinge zu tun wenn ich eine Frau liebe und respektiere.

    Deine Wahl sollte nicht lauten müssen Freund oder Vater. Deine Wahl sollte lauten. Emilia. Sei dir treu und umgib dich mit Menschen die dir gut tun. Alle anderen lasse ziehen. Gewinne Abstand von der Situation und den Menschen die damit verbunden sind und fühle in dich hinein.


    Mehr Rat kann ich dir leider nicht geben - jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen, auch die schmerzlichen.
  • Mir fällt dazu spontan nur die Inschrift des Auryn aus der Unendlichen Geschichte ein: Tu was du willst
  • Ich bin grad' ganz froh über deinen Beitrag @Stefan87, er hört sich angemessen an.
  • Hallo ihr alle,
    mein Schwiegervater hat mich gestern angerufen und ich habe ihm alles erzählt, was mich bedrückt und bewegt. Dabei erwähnte ich ebenfalls, dass ich mich von der ganzen Familie lossagen sollte. Er meinte daraufhin sofort, dass ich mir das gut überlegen solle, denn wenn ich dies täte, hätte er keinen Seelenpartner mehr und das tät ihm sehr weh, wenn ich ihn verlassen würde. Sein Sohn würde das auch nicht verkraften.

    Mein Freund hat ein großes Problem mit der Sucht nach Bier. Ich habe ihn allerdings schon auf 2 Bier pro Abend heruntergebracht - durch gutes Zureden.
    Mein Schwiegervater und ich haben Angst, dass wenn ich mich von ihm trenne, er sich komplett abschießt und unter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommt.
    Ich kann nur schwer mit meinem Freund darüber reden, denn er ist so stur und macht nur das, was er will.
    Mein Schwiegervater allerdings hat mir jede erdenklich Hilfe angeboten, dass ich mit meinem Freund glücklich werde. Aber gleichzeitig gibt er mir seine Liebe zu mir tagtäglich zu spüren (Guten-Morgen-SMS, Gute-Nacht-SMS, gelegentlich MMS von sich). Wahrscheinlich muss er auch mal über seine Beziehung nachdenken, und was er sich von der Zukunft verspricht.

    Mein Schwiegervater will sich mit mir noch einmal persönlich unter 4 Augen unterhalten. Er will mir wirklich helfen, das habe ich im Gespür. Ich werde das ganze Gespräch abwarten und mich danach entscheiden, was das Richtige für mich ist.
  • SanSan
    edited Juni 18
    Liebe Emilia,
    du sagst es selbt: Dein Freund lebt dir vor, was du auch tun solltest. Was das Auryn auch sagt: Tu, was du willst.
    Wenn er sich auf eine Trennung mit Bier abschießt und ins Krankenhaus kommt, dann war das seine Entscheidung. Es ist vielleicht hartherzig, das krankhafte Suchtverhalten eines Menschen eine Entscheidung zu nennen. Letztendlich bist du sehr gefährdet dafür, Co-Abhängig zu deinem Freund zu sein, wenn du "schaffst", sein Trinkverhalten herunterzuregeln (es für ihn zu managen, was seine Aufgabe ist!) und wenn das Ende der Bezieung zu dir zu einem Breakdown führen würde. Im Umkehrschluss heißt das nämlich, dass du seine Stütze bist, er in dieser Beziehung abhängig ist von dir und der Tatsache, dass du nicht gehst - aus einer lieblosen Beziehung.
    Er sollte an sich selber arbeiten und sich in seiner Sucht nicht komplett auf andere Menschen lehnen. Das ist weder gesund für die Lehne, noch für ihn, weil er dadurch zwei Abhängigkeiten entwickelt - Bier und seine Lehne. Er sollte sich Hilfe suchen, bei den anonymen Alkoholikern, bei einem Therapeuten, Ursachenforschung betreiben und Kompensationsmechanismen finden, die ihm helfen, trocken zu werden.
    Nicht, sich auf seine Freundin stützen, der er keine Liebe zu geben scheint.

    Versteh mich nicht falsch, anfangs dachte ich, es gibt diese Menschen, die einfach keine Liebesbekundungen zur Schau stellen. Es gibt die 5 Sprachen der Liebe und es kann sein, dass ihr beide einfach unterschiedliche Liebessprachen sprecht.

    Nur das Ding ist - du hast das Recht, glücklich zu sein. Selbst wenn er seine Liebe anders zeigt und das einfach nicht bei dir ankommt, weil du eine andere Liebessprache sprichst... und dich das unglücklich macht, dann hast du JEDES Recht dahin zu gehen, wo du glücklich bist! Du hast verdient, glücklich zu sein! Ja, auch wenn das bedeutet, dass du ihn möglicherweise temporär unglücklich machst. Dein Glück ist nicht weniger wert als seines.
    Ich hab es schon oft an anderen Stellen im Forum gesagt und mach mir vermutlich nicht nur Freunde mit meiner Ansicht, aber ich bin absolut für Trennungen. Ich bin der Meinung, die Gesellschaft zementiert einen krankhaften Anspruch an "Für immer und ewig" ein, der die Leute kaputt macht, wenn sie sich daran zu halten versuchen. Sowohl in Freundschaften als auch Beziehungen. Alles muss immer für die Ewigkeit sein. Wenn es eines Tages endet, dann ist es nichts wert. Dann wird auch die komplette Beziehung plötzlich wertlos.
    Das verstehe ich nicht.
    Es gab einen Grund, warum ihr euch damals verliebt habt. Damals passtet ihr zueinander, strahltet ein Muster aus, das den anderen anzog. Jede Sekunde in dieser Welt bedeutet Veränderung. Für jeden Organimus, jedes Wesen, jeden Quadratcentimeter. Davon auszugehen, dass in diesem Meer aus Auf und Ab von Veränderungen eine Beziehung für IMMER UND EWIG gleich bleiben kann, finde ich gleichermaßen putzig und vermessen.

    Es ist okay, dass du dich entliebt hast. Wenn es Zeiten gab, in denen dein Freund dir durchaus Zärtlichkeiten entgegenbrachte und es nun nicht mehr tut, hast du die Antwort auf die Frage, ob auch er sich entliebt hat. In diesem Fall braucht er dich nur noch als Füller einer Position. Die Position "Freundin" oder vielleicht auch "Suchtregulatorin".
    Es ist auch okay, dass dein Schwiegervater sich entliebt hat. Auch er hat besseres verdient, als täglich einer Furie ausgeliefert zu sein, die kein gutes Haar an ihm lassen kann. Ich vermute, deine Schwiegermutter hat sich selber vor einer Weile entliebt und macht nun ihren Mann mit harschen Worten und Taten dafür verantwortlich, dass sie schon lange nicht mehr glücklich ist.

    Ganz ehrlich: Ich rate euch allen zur Trennung. Ich bin kein Freund davon, beim ersten Streit das Handtuch zu werfen und alle Erinnerungen und guten Momente fahren zu lassen. Aber ich vertrete die Meinung, irgendwann muss man einsehen, wenn eine Schlacht verloren ist, die Segel setzen und sich auf zu neuen Horizonten machen.

    Das alles weißt du schon, du hast nur noch nicht den Mumm, es dir einzugestehen. Und das ist vollkommen okay! Es dir einzugestehen würde bedeuten, dass du etwas gegen dieses Problem tun musst, um den Selbsterhaltungstrieb deines Wesens aufrecht zu erhalten. Solange wir ein Problem ignorieren können, ist es nicht "da", was bedeutet, wir müssen nichts verändern. Sobald wir unsere Augen nicht mehr vor dem Problem verschließen können, muss unser System demensprechend handeln, das Problem zu beseitigen, denn ein Problem zu erkennen und es weiterhin zulassen, ist selbstzerstörerisch und untergräbt unser komplettes Selbstbild, deshalb ist es so schwer, sich diese Dinge einzugestehen.
    Und es ist vollkommen okay, Angst zu haben. Nicht zu wissen, wie es gehen soll. Nicht zu wissen, was kommt. Nichts zu tun. Besonders das nichts-tun ist okay! Ich sag das explizit, weil Menschen dazu neigen, sich in dieser Situation dann zusätzlich fertig zu machen, was für Memmen sie sind, dass sie ein Problem erkannt haben, aber nicht schaffen, es zu ändern.
    Ein Trennung ist NIE leicht. Das kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es ist emotional aufwühlend und ein absolutes soziales Tabu.
    Du wirst an Moment kommen. Ganz von alleine. Vertrau darauf.

    Solltet ihr beide es schaffen, euch von euren lieblosen Partnern zu trennen, solltet ihr überlegen, ob ihr etwas miteinander anfangen wollt. Damit bleibt das gesamte Drama in der Familie, durch seinen Sohn wird er weiter Kontakt mit seiner Frau haben müssen und du wirst durch ihn weiter Kontakt mit deinem Freund haben müssen. Es sei denn, alles zerbricht komplett, das kann man wohl nicht voraussagen.
    Letztendlich bin ich aber ein Befürworter von "wo die Liebe hinfällt". Das kann man nämlich nicht steuern und die Liebe will, was die Liebe will. Wenn es wirklich keine rosarote Brille aufgrund eurer lieblosen Beziehungen ist, dann schlage ich vor: Make it work. Jemanden an seiner Seite zu haben, der einem Kraft und Geborgenheit schenkt, ist es allemal wert.
    Wenn es wirklich echt ist, geht kein Märtyrertum ein, indem ihr krampfhaft versucht, voneinander Abstand zu nehmen. Das Leben is zu fucking kurz für sonen Scheiß.
  • Hallo San,
    dein ganzer Kommentar ließt sich, als wärst du ein guter Psychologe, der einem die Augen öffnen kann.

    "Solltet ihr beide es schaffen, euch von euren lieblosen Partnern zu trennen, solltet ihr überlegen, ob ihr etwas miteinander anfangen wollt. Damit bleibt das gesamte Drama in der Familie, durch seinen Sohn wird er weiter Kontakt mit seiner Frau haben müssen und du wirst durch ihn weiter Kontakt mit deinem Freund haben müssen. Es sei denn, alles zerbricht komplett, das kann man wohl nicht voraussagen."

    An sich haben wir ja schon etwas miteinander angefangen, wir bezeichnen es nur nicht als Beziehung, eben weil wir an unseren Partnern festhalten. Ich weiß, dass das nicht gut ist, aber er hat mich gefragt "ob die 30 Jahre Altersunterschied dich stören?" Ich sagte ehrlich wie ich bin, dass dieser große Unterschied mir komplett egal ist, weil er derjenige ist, den ich immer gesucht habe. Und dass es jetzt ausgerechnet ein 58-Jähriger ist, macht ihm anscheinend mehr aus als mir, denn ich könnte ja seine Tochter sein. Gleichzeitig findet er es gruselig, dass er sich in ne viel Jüngere verliebt hat, es aber sehr schön ist, dass ich die Gefühle erwidere.

    Ich werde sehen, wie es weiterläuft. Auf jeden Fall danke für deinen langen Kommentar.

    Liebe Grüße, Emilia
  • Hallo Emilia,

    ich schwimme da etwas gegen den Strom. Einerseits bin ich da ganz bei @san in dem ich ebenfalls finde, dass dieses stigma, dass alles für immer halten muss, nicht viel mit der Realität zu tun hat. Andererseits lese ich aus deinen Zeilen extrem viel abhängigkeit dir gegenüber heraus. Dein Freund braucht dich, weil er sich sonst möglicherweise komplett abschießt, also bleibst du aus dem Pflichtgefühl heraus. Sein Vater beschwört, dass er dich braucht und vielleicht ist es deshalb, dass du ihm möglichst viel Zuneigung entgegenbringst, weil es das ist, von dem du meinst, dass es best möglich hilft?

    Das Ganze, egal in welcher Paarung liest sich für mich ehrlich gesagt total ungesund. Ich mag mich irren, und es ist wirklich die perfekte Liebe zwischen seinem Vater und dir. Ich kann aber nur bekräftigen, dass es auf mich so wirkt, als würdest du unglaublich viel geben und die Männer, ich formuliere es jetzt mal so, ob wissentlich oder unwissentlich herausgefunden haben, dass sie auf die eine oder andere Art und Weise ein Abhängigkeitsvrhältnis konstruieren können. Das Fazit ist, und das zeigt sich ja gerade, dass du weder von dem einen, noch von dem anderen weg kannst, ohne das Gefühl zu haben, einen der beiden oder vielleicht sogar beide im stich zu lassen.

    Mein Rat daher: Löse dich für eine Zeit konsequent von beiden und spüre dem nach. Was möchtest du eigentlich? Wie soll der Film deines Lebens verlaufen? Ganz wichtig dabei: Wie bedeutet nicht, mit wem. Und natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass aus euch etwas wird und vielleicht passt es sogar. Aber ich bin da ehrlich gesagt sehr skeptisch. Vielleiht ist es auch einfach so, dass ihr euch im Moment gut tut, weil du die Zuwendung bekommst, die dein Freund dir nicht gibt und er den Seelentröster hat, der bzw die es vermag, die Wunden zu heilen, die seine Frau ihm hinterlassen hat. Aber was dann?

    Ich wünsche euch allen von Herzen das Beste und ehrlich gesagt beneide ich keinen in dieser Situation. Vielleicht bieten diese Zeilen aber einen nicht sehr schönen, aber dennoch anderen Blickwinkel auf die Situation.
  • Hallo Emilia,

    was mir in der Überschrift der Diskussion etwas sauer aufstößt, ist das entweder oder.

    Wenn Du Dich in einer Beziehung nicht wohl fühlst und auch ein offenes Gespräch nichts ändert, dann solltest Du Dir überlegen, ob Du bis ans Ende Deines Lebens so weiterleben willst. Und Leben hat man nun mal nur eins.
    Wenn Du das nicht möchtest, mußt Du die Konsequenz daraus ziehen und die Sache beenden und zwar unabhängig davon, ob es eine alternative Beziehung gibt oder nicht.

    Wenn Du Dich aus dieser kranken Beziehung befreit hast, dann steht die Überlegung an, ob Du eibe neue Beziehung anfängst und ob Dich die glücklich macht.
    Da mußt Du in Dich reinhören, was Dein Herz Dir sagt. Keiner sonst kann wissen, ob diese neue Beziehung wirklich die große Liebe ist, oder ob Ihr nur für den Moment das im anderen findet, was Euch in der vorigen Beziehung gefehlt hat, und Ihr Euch da gerade gegenseitig die Wunden leckt.

    Was Trennungen betrifft, bin ich da ganz bei @San und die distanziertere Sichtweise von @MindSneaker ist auch nicht außer Acht zu lassen.

    Daß @San Psychologe ist, glaube uch nicht. Eher eine sehr emphatische Person, die ein bißchen Lebenserfahrung hat und viel analysiert. Liege ich da richtig.

    Dir, Emilia, wünsche ich alles Gute und viel Kraft.
    Sobald Du sicher weißt, was Du willst, findest Du auch den Weg dorthin.
  • @Veilchen Ja, ist korrekt. Bin kein Psychologe, nur jemand, der oft den Nerv zu treffen scheint und recht empatisch ist.
    Ich find auch, dass @Mindsneaker wichtige Sachen angesprochen hat, was diese scheinbare Abhängigkeit beider Männer angeht und das damit einhergehende Gefühl, entweder einen oder beide zu enttäuschen oder "fallen zu lassen". Der Rat, sich mal komplett aus beidem herauszuziehen und mit Abstand zu schauen, was du eigentlich selber willst, den finde ich sehr, sehr gut.
  • Hallo zusammen, ich danke euch für die ganzen Sichtweisen und Überlegungen . Was ich jedoch mache, hängt alles von mir ab. jetzt muss ich gucken, wie ich den Thread schließe :-) Liebe Grüße von Emilia
  • @Emilia_Holmes

    Hmh...das ist jetzt aber irgendwie kein so netter Abschluss...

    Das sind wir hier sonst eigentlich gar nicht so gewohnt.

    Übrigens: Du selber kannst den Thread nicht schließen.
  • Also ich persönlich würd mich auch über Updates freuen, wie es bei dir weitergeht. Aber das ist natürlich vollkommen deine Sache. Ist ja auch eine sehr intime Angelegenheit, das Thema, trotz Internet-anonymität.
  • Ein "...danke euch für die ganzen Sichtweisen und Überlegungen"
    und - ein Hinweis auf Abschluss des Threads'
    und - "Liebe Grüße"
    und - smile

    kommt mir absolut stimmig und ausreichend vor.
    Daher - Beste Wünsche für Gutes Gelingen im Beziehungs-Chaos,
    und danke für deine Offenheit im Forum,
    @Emilia_Holmes, Herzliche Grüße
    von Fanny
  • Nun gut, wenn ihr weiter Updates wünscht, dann kann ich ja weiterschreiben, was mich noch so bedrückt.

    Ich versuche mittlerweile mit beiden Männern nebenher eine Beziehung zu führen, nur ist es dieses Jahr extrem verhext. Ich bin eigentlich jedes Wochenende ausgebucht, ich treffe sehr viele von den Freunden meines Freundes und bin nur noch selten in dem Wohnort meiner Schwiegereltern.
    Zum Leidwesen vom Schwiegervater, weil er würde am liebsten seine Frau zu Hause lassen und mit mir ab diesen Donnerstag 2 Wochen lang Urlaub machen. Das geht natürlich nicht.
    Deswegen hat er sich eine Telefonflat geholt, damit er öfters mit mir telefonieren kann in der Zeit, in der wir uns überhaupt nicht sehen. Ich find das schon sehr süß von ihm, dass er einige seiner Gewohnheiten ändert, um sich mir und meiner Zeitplanung anzupassen. :-)
    Dann hat er mich eingeladen, mit ihm dieses Jahr zum Fußball zu gehen. Auch hier war es problematisch, ein freies Wochenende zu finden. Und so haben wir nach einiger Diskussion uns auf ein Wochenende im Oktober geeinigt, wo komplett alle Termine des Jahres abgearbeitet sind. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es in meinem Körper kribbelt, wenn ich daran denke, mit ihm zusammen seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Vor allem, weil er meinte "Danach gehen wir noch aus, also schön irgendwo essen und wir verbringen ein paar schöne Stunden zusammen. Ich möchte dich in den Arm nehmen, mich mit dir unterhalten und dich küssen."
    Das klingt definitiv nach einem Date, doch zugeben würde er es nicht, weil sein Gehirn ihm ja immer noch sagt, dass er verheiratet ist.
    Aber mal ehrlich: Kein Mann würde mit der Schwiegertochter ausgehen, wenn fremde Leute um ihn herumsitzen und ihn beim Küssen der jungen Frau zuschauen können. Wenn er in der Öffentlichkeit seine Gefühle zeigt, muss er es doch definitiv ernst mit mir meinen.

    Gruß, Emilia
  • Ich habe, ohne das böse zu meinen, das gefühl, dass du einen etwas stark romantisierten Blick auf die Situation hast. „Welcher Mann würde mit seiner Schwiegertochter ausgehen, sie in der Öffentlichkeit küssen, wenn andere Leute um ihn herum sind?“ Nun ja... Andere Frage: Wie viele Menschen, realistisch betrachtet, wissen in so einem stadion um das Verhältnis, in dem ihr zueinander steht? Vermutlich maximal eine kleine Hand voll. Der Rest sieht nur, dass ein älterer Mann eine ziemlich junge Frau an Land gezogen hat.

    Zudem möchte ich dir wirklich dringend empfehlen, dich zu entscheiden, was du eigentlich willst. Zwei Beziehungen zu führen ist zwar auch ein legitimes Beziehungsmodell, aber dann spiele wenigstens mit offenen Karten. Das ist etwas, das du beiden meiner Meinung nach schuldest. Natürlich zieht das Konsequenzen nach sich, aber früher oder später würde es ohnehin auf die eine oder andere Art heraus kommen oder ein Ende finden. Also was beziehungsweise wen willst du wirklich?

    Ich kann nur das nochmal bekräftigen, was ich dir vor ein paar Wochen geraten habe: Nimm dir Zeit für dich und finde heraus, wohin es dich, und nur dich, zieht um anschließend eine klare gefestigte Entscheidung zu treffen.

    Ich wünsche dir dafür jedenfalls viel Kraft, die du brauchen wirst.
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