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persönliche Vorstellung und Versuch mein Leben besser zu verstehen und zu verbessern

Hallo liebe Intros,
als ich vor wenigen Tagen auf die angeschlossene Website zum Thema Inroversion gestossen, alle Beiträge und Kommentare verschlungen und gleich das Hörbuch Kopfsache gehört. Ich habe mich in sehr vielem wiedererkannt und war erleichtert nicht der einzige mit einigen "introvertierten" Problemen zu sein. ich will meine neuen Erkenntnisse zu meiner Person in diesem Forum zusammen mit euch vertiefen und einen Weg finden mein Leben zu verbessern und würde mich auch freuen wenn ich dem Einen oder Anderen mit meinen Erfahrungen helfen kann.
Um Gemeinsamkeiten mit euch Aufzuspüren möchte ich "kurz" (Sorry, das wird vermutlich doch ziemlich lang werden, da ich nichts wichtiges unerwähnt lassen will) meinen Lebenslauf wiedergeben.
Vielleicht kann man durch den gegenseitigen Austausch Ursachen für Probleme besser herausfinden, Lösungsstrategien erarbeiten, Schwächen umgehen oder Stärken hervorheben.

Ich bin 36 Jahre und war schon in jungen Jahren fleissig in der Schule, recht ruhig und wenig gesellig.
Ich hatte schon als Kind eher wenig Freunde und später quasi gar keine mehr. Ich hatte mit niemandem wirklich Streit, bin aber auch selten mit "jemandem" wirklich warm geworden. Ich war eben ein etwas schrulliger Einzelgänger.
Da ich körperlich auch schmächtig und unsportlich war und kein Interesse an Musik im Allgemeinen hatte, war ich auch in keinem Sport- oder Musikverein.
Als die anderen Schüler in ein Alter kamen, in dem man sich üblicherweise für Parties, Alkohol, laute Musik, das andere Geschlecht etc. interessiert war ich in keiner Clique, wurde i.d.R. daher nicht eingeladen und weis auch gar nicht ob ich hingegangen wäre.
Ich habe mich eher für andere Dinge interessiert. Z.B.: Wissenschaft, Lesen, Filme und Serien, Videospiele
In der Schule war ich stets gut, musste aber auch relativ viel dafür tun.
Versuche nach der Schule eine kaufmänische Lehre zu beginnen scheiterten vermutlich am unsicheren Auftreten und mangelden Selbstbewusstsein.
Ich lies mich daher von meinem Umfeld (Eltern, Verwandte) zu einem BWL-Studium überreden, dass ich mir erst nicht zugetraut hatte. Ich habe das Studium mit sehr erfogreich abgeschlossen. Ich musste mich aber Auf jede Prüfung sehr gut vorbereiten umm in der knappen Zeit während der Prüfung alles aufs Papier zu bringen (auch wegen meines langsamen Schreibtempos)

Vor ca. 10 Jahren hab ich dann eine Arbeitsstelle im Controlling gefunden.
Meine Vorgesetzen waren zwar stets zufrieden mit meiner Arbeit, ich persönlich war aber zum Teil unzufrieden mit meinem Arbeitstempo und meinem Anspruch auf Perfektion.
Privat fand ich über ein Online-Rollenspiel einige Spielgefährten mit denen ich virtuell durch dick und dünn ging und einen örtlichen Pokerclub und entdeckte meine Leidenschaft fürs Pokern.
Über viele Jahre hinweg habe ich mich quasi nur um meinen Job gekümmert, Onlinegames gespielt, gepokert und ein paar Kleinigkeiten im elterlichen Haushalt erledigt.



Vor etwa 2 Jahren erkrankte ich an einer schweren Depression.
Ich hab im letzten Urlaub kaum noch geschlafen und habe es über Tage hinweg nicht mehr geschafft einfachste Dinge wie Zimmer oder Bad putzen oder wirklich Freude an Hobbys zu haben. Ich hatte starke Konzentrationsprobleme, konnte selbst bei Kleinigkeiten bei der Arbeit keine Entscheidungen mehr treffen und die gesamte Situation hat sich irgentwie falsch angefühlt.
Ich habe mich dann wegen Depressionen krank schreiben lassen und bin zum Psychater zur Therapie und habe Medikamente bekommen.
Nach 2-3 Monaten daheim hab ich mich in eine Psychatrische Klinik einweisen lassen.
Leider hat auch das keine Besserung gebracht. Von Woche zu Woche bekam ich nur gesagt dass würde schon besser werden. Ich war mehr wie ein Zombie. Ein Stück halbwegs lebendiges Fleisch das keine wirklichen Intressen sondern nur noch ein paar Instinkte hat. Gesprächsrunden mit anderen Patienten habe ich nur als unangenehm und lästig empfunden. Zu "Psychofragen" was denn die eigenen Träume, Wünsche, Vorbilder etc. sind ist mir nicht wirklich was eingefallen.
Ich habe versucht zu verstehen was mit mir passiert.
Aber ich war nach ca 3 Monaten Psychatrie zu immer weniger im Stande und wollte mein Leben beenden, bin aus der Psychatrie rausmarschiert und habe mich von einer Brücke gestürzt.

Ich habe überlebt.
Jedoch war ich schwer versetzt. Vor allem einige Brüche an der Wirbelsäule und 2 beinahe komplett zertrümmerte Füsse. Nach 100 Tagen Intensivstation und 6 Monaten Psychatrie durfte ich wieder Heim. Es dauerte lange bis der lebenswille zumindest teilweise wieder zurückgekehrt ist.
Neue Operationen haben mich zum Teil auch psychisch wieder zurückgeworfen.
Ich bin jetzt leider stark gehbehindert und habe noch Schmerzprobleme an der Wirbelsäule.
Keine Sorge:
Ich arbeite mit Hausarzt, Orthopäde, Physiotherapie, Psychater und Psychologe an meiner körperlichen und mentalen Genessung und bin zum Glück finanziell recht gut abgesichert

Im Nachheinein denke ich dass die Introversion und der Umgang der Gesellschaft damit einer der wichtigsten Gründe für meinen Suizidversuch war. Ich hatte vor allem dass Gefühl in den Gesprächsrunden oder in losen Gruppen irgendwie etwas beitragen zu müssen und bekam das Gefühl nicht normal zu sein, weil mich viele der Themen überhaupt nicht interessierten über die geredet wurde. Vermutlich war ich auch gestresst, da ich quasi keine Rückzugsmöglichkeiten hatte oder die Ruhe gefehlt hat. Für Smartphone und Internet gab es kein Empfang. Am Gemeinschaftsfernseher wurde nur Mist geschaut und Störungen durch laute Gespräche waren normal. Für Introvertierte ungeeignete Zustände.

Danke für die Geduld beim lesen!




Kommentare

  • edited Juni 29
    Hallo @Sinnsuchender, sei herzlich Willkommen hier! Wundere dich nicht, dass hier im Moment wenig los ist, das hier ist ein kleines, aber feines Forum. Aber ich bin sicher, dass du beim durchstöbern der verschiedenen Threads den ein oder anderen hilfreichen Gedanken finden kannst.

    Alles Gute!
  • Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum für Introvertierte @Sinnsuchender

    Danke dir für diese sehr persönliche Vorstellung.
    Ich bin sicher, du wirst unsere kleine Runde mit deinen Erfahrungen bereichern und findest sicherlich deinerseits in den bereits bestehenden Beiträgen Anregung.

    Auf einen interessanten Austausch!

    Viele Grüße von
    enjoythesilence
  • edited Juni 30
    Hallo @Sinnsuchender.

    Dein Vorstellungsbeitrag ist sehr berührend und es treibt mich zu schreiben.
    Doch erst mal meinen Willkommensgruß hier im Forum.

    Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Schule und Beruf hast du offensichtlich erfüllt, ob nun mit Fleiß oder auf coole Art ist doch völlig schnuppe, doch hattest du vielleicht einen Anspruch an dich selbst, der nicht erfüllbar war? Vielleicht wurdest du schon sehr früh als Kind in deiner Art zu sein von Eltern/Erzieher nicht anerkannt?
    Ich glaube, man wird die Ursachen nie wirklich verstehen.

    Viele hier kennen die Idee und spielen damit, sich umzubringen. Für mich war dieser Gedanke früher eine Erleichterung, das 'Licht aus' machen zu können. Doch offenbar war das nicht in meinem Lebensplan (wenn es denn so etwas gibt) vorgesehen. Bei dir scheint es mit deinem 'Fluchtversuch' ähnlich zu sein.

    In der Zeit der Suizidgedanken hatte ich so etwas wie einen Tag-Traum:
    Nach einem kurzen 'black out' sah ich von oben meinen Körper auf dem Boden liegen, Pistole neben der Hand. Da wurde mir mit einem Schlag klar: ICH WAR JA GAR NICHT TOT!!! Nur der Körper wurde getötet. Jetzt war ich eine körperlose Energie. 'Ich' als diese Energie war schwer geschockt, als das klar wurde. Dann kamen Gedanken – 'jetzt hatte ich die Chance auf Wandlung vertan'. Mit Wandlung meine ich, durch den Schmerz zu gehen, standzuhalten. Ein weiterer Gedanke: 'nun muss ich wieder Schlange stehen und warten, warten, bis ich erneut dran bin mich wieder zu verkörpern'! DAS war der Horror.

    Es war ein Tagtraum, und er sollte ständige Veränderungen einleiten.
    Du bist mit deinem Versuch gescheitert – welch ein Segen! Und genau das höre ich aus deinem Bericht heraus: trotz der Behinderungen geht es bergauf, einschließlich aller Unannehmlichkeiten.

    Jetzt bin ich froh, dass ich doch geschrieben habe,
    Sei herzlich gegrüßt von Fanny!

    Ps. (du musst natürlich nicht antworten,
    aber freuen würde ich mich... )
  • Hallo liebe Intros,

    Sorry für die späte Antwort

    vielen Dank für die Rückmeldungen

    @ Fanny:
    Danke für deine Aufmunterung.
    Ich muss aber sagen mit den Themen außerkörperliche Erfahrung, Nahtoterfahrung, Leben nach dem Tod, Reinkernation, Träume, Religion etc die du hier andeutest, kann ich nur wenig anfangen.
    Wahrscheinlich weil ich eher an nachweisbaren Fakten, Erklärungen aus der Wissenschaft interessiert bin. Das muss nicht heißen dass das alles falsch ist, es hilft mir persönlich nur nicht den "Sinn des Lebens" zu entschlüssel, konkrete Probleme zu bewältigen oder glücklicher zu werden. Wenn du Kraft daraus ziehst ist das aber super.
    Oder hab ich dich total falsch verstanden?
  • ...erstmal danke, dass du antwortest @Sinnsuchender.
    Ich glaube, wenn man nach dem ersten Lesen einer Antwort/Kommentar keinen 'Draht' dazu hat, kann es leicht zu Nicht- und Unverständnis führen. Das mag hier der Fall sein. Etwas aus meiner Vergangenheit fühlte sich angesprochen und ich habe erst auch gezögert, gleich in der Vorstellungsrunde von meiner Erfahrung zu berichten.
    Doch seit einiger Zeit überwiegt meist NICHT die Vernunft in solchen Situationen und ich schreibe einfach, ich halte mich nicht mehr zurück, kann es gar nicht mehr :-)
    Na ja, solange niemand dabei zu Schaden kommt...
  • Hat nicht weh getan^^. Nein im Ernst. Ich lerne auch immer mehr, dass es sehr befreiend ist, über das zu reden was einen beschäftigt.

    Ich stelle auch oft fest, dass Leute aneinander vorbeireden, weil sie den anderen nicht vor den Kopf stoßen wollen, aber im engen Familien-, Bekannten, oder Kollegenkreis-Kreis regen Sie sich dann über diese Personen auf. Die betroffene Person meint es wäre alles in bester Ordnung.
    Wen man sagen würde was einem nicht passt, könnte sich der Andere ja überlegen ob er die Kritik angemessen findet und sein Verhalten ändern oder Aufklären wieso er so handelt.
    Dann wären oft beide Seiten glücklicher.
  • @Sinnsuchender, hast du dir schon mal überlegt oder hat dich bereits jemand darauf hingewiesen, dass hinter deinem so sein und deine Depression und auch Suizidversuch eine ADHS stecken könnte? Es gibt auch nur ADS und es gibt drei Typen davon: hyperaktiv hyperaktiv und gemischte Form.

    Menschen mit ADHS haben co-morbid Ängste und Depressionen aber auch Süchte. Nicht nur Drogen Alkohol, Zigaretten auch Computer-/Spielsucht.

    http://dr-rothfelder.de/?p=1235
  • @philanthrop86,

    Danke für den Hinweis.
    Ich hab mir den Artikel durchgelesen und glaube nicht dass ich ADS habe,
    da das "Durchhalten" bei Kopfarbeit" und die Geduld immer eher eine meiner Stärken als meiner Schwächen war. Ich bin auch eher organisiert und eher wenig impulsiv also eher passiv.

    Auch das recht ausgiebige Computerspielen hab ich nicht wirklich als Sucht gesehen (was meine Eltern zum Teil auch anders gesehen haben), sondern eben als Lieblingshobby, da ich meinen Job nicht vernachlässigt habe und soziale Kontakte hätte ich mit einer anderen Beschäftigung vermutlich auch nicht mehr gepflegt als zu den Online-Kontakten.
    Bei Poker war und ist Spielsucht bei mir kein Thema auch weil ich nur um kleine Einsätze Spiele. Poker ist für mich eher wie ein Sport, bei dem man mit Gleichgesinnten Erfolge erzielen, besser werden und Spass haben will.
    Von klassischen Drogen wie Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen
    hab ich stets deutlich Abstand genommen. Einerseits aus Angst vor Kontrollverlust und Abhängigkeit, andererseits weil ich einfach keinen Nutzung gesehen habe.

    Ich denke mein Problem ist eher, dass ich teilweise aus Angst vor Überforderung und Überstimmulation und teilweise durch tatsächliche Überforderung und Überstimmulation immer weniger Dinge in mein Leben gelassen habe. So nach dem Motto: "Wenn ich sowieso immer das selbe mache muss ich mich nicht mehr entscheiden und kann auch nix falsch machen".
    Die Entscheidungsprobleme im Job (auch bei Kleinigkeiten) und das neue Motto der Vorgesetzen im Job "Schnell und Überzeugend ist wichtiger als Richtig und genau durchdacht", haben mir dann auch zugesetzt.
    Dies führte wohl zu der schweren Depression und dem Suizidversuch




  • edited Juli 11
    Guten Abend @Sinnsuchender,

    auch ich möchte Dich hier im Forum herzlich begrüßen und Dir schon jetzt eine schöne Zeit wünschen. Hier gibt es eine Mengen an Themen und tollen Beiträgen, da findet jeder etwas für sich oder man beteiligt sich hin und wieder und lernt interessante Menschen kennen, die auch Freunde werden können.

    Dein Beitrag hat mich jedenfalls bewegt und so liegt es mir am Herzen, schon eigentlich seit einigen Tagen, Dir endlich mal etwas dazu zu schreiben. Verstehe es bitte so, dass ich hier keine Vergleiche zwischen Menschen (ob zwischen uns oder anderen Personen) stellen möchte. Es sind lediglich meine Gedanken zu dem Leben an sich und weil ich auch Mitte 30 bin, habe ich wohl eine ähnliche Lebenszeit auf dem Buckel, vielleicht passt es deshalb ganz gut. ;-)

    Irgendwann und schon vor längerer Zeit wurde mir bewusst, dass das Leben nicht nur aus einer schönen Zeit besteht oder bestehen kann. Es ist also stets eine Herausforderung, ob in schwierigen Zeiten oder in Guten und dann auch noch diese Kraft zu haben, dieses Glück und Freude zu erhalten. Wir sind also vom Grundsatz her stets dabei nicht abzuweichen, der gesellschaftliche Druck ist aber hoch.
    Um in noch frühere Zeit zurück zu blicken, haben wir es als Kinder wohl am einfachsten gehabt, denn da arbeitete das Bewusstsein noch in der Gegenwart und weniger in der Vergangenheit (Verarbeitung von Erfahrungen) oder Zukunft (teils mit Ängsten, z.B. zu versagen, nicht geliebt zu werden usw.), so sind wir also eine Zeit fast sorglos, leben unsere Energie und Kreativität aus und sind einfach glücklich. Auch wenn wir öfter geweint haben als heute. ;-)

    Mit der Schulzeit (vielleicht schon teilweise im Kindergarten) steigen wir ein in das System; zu funktionieren und sich zu beweisen, hier bekommen wir die Bewertung, ob gut oder schlecht, hängt nicht nur von uns ab, denn manchmal hat man auf gewisse Ereignisse gar keinen Einfluss. Wir sind mitten im Leben und in der Mitte bereits mit unseren Volljährigkeit und dem, was da so dazu gehört. Hier steigt der Druck ernorm, denn der Übergang ins Berufsleben - das soll erst mal gut geschafft werden, denn eigentlich möchte man die Zeit für sich haben oder mit Freunden verbringen. Doch das Hamsterrad ruft und wir entscheiden irgendwann später, wie schnell und/oder schwer wir im Hamsterrad laufen möchten (eher passiv oder auf der Karriereleiter). Und so kommt es, wie es kommen sollte, wir haben die Unsicherheit und manchmal auch Menschen um uns, die uns zwar wichtig sind, aber zu großen Einfluss auf uns nehmen, ob aus der Familie oder Freundeskreis bzw. Partnerschaft. Wir treffen richtige aber auch immer wieder falsche Entscheidungen, mal sind wir mehr und mal weniger unter Menschen. Ein Teufelskreis, denn die grüne Mitte, die ist einfach schwer zu finden und zu halten. Wir lernen jeden Tag dazu und erfahren irgendwann von der Introvertiertheit. Eine neue Baustelle, eine neue Bewertung der eigenen Person und der Umgebung. Es hört einfach nicht auf.


    Wir sind nun erwachsen, stehen voll im Leben, gehen in der Regel einem Beruf nach, egal ob es uns erfüllt oder nicht, sind wir dennoch immer wieder mit etwas unzufrieden, denn entweder fehlt etwas oder wir schätzen nicht das, was wir schon haben.

    Warum schätzen wir nicht einfach das Leben und machen keinen Vergleich? Mal so gefragt und die Frage stellte ich mir schon öfter, besonders in Jahren, als ich in besonders schwierigen Momenten war.

    Ich bin mir sicher, dass es kein besseres Leben gibt, wenn man ein zweites Leben erneut leben würde. Es wäre ein anderes Leben, mit einer anderen Fülle an Freude, Leid, Schwierigkeiten und immer mit einem Schicksal, denn wir alle schon mit der Geburt erhalten haben. Wir würden dem also nie entkommen. Höhen und Tiefen gehören einfach dazu, wir spielen die Szenen unseres Lebens und sind manchmal der Regisseur. Lasst es uns öfter nutzen, denn wir haben doch oft das letzte Wort bzw. die Entscheidung. ;-)


    Kommen wir noch mal zurück zu der Zeit, in der wir waren oder sind, in einem Alter, wo wir sehen oder sahen, dass um uns herum viel passiert(e). Da gibt es Menschen, die Familien gründen, Menschen die ins Ausland gehen oder eine Karriere machen. So kommt es immer wieder zu Situation, wo es zu einem Vergleich zieht - gewollt oder ungewollt. So drückt es sich schnell im Neid, Zorn oder Hass aus. Oder aber, und das ist noch viel heftiger, hinterfragt man sich selbst so sehr, dass man unglücklich wird oder eben (zu) pessimistisch. Plötzlich ist das, wohin man hingearbeitet hat, ob im Umfeld oder eigenen Persönlichkeit, nicht richtig oder nicht zukunftssicher. Es kommt zur Unsicherheit und immer mehr zum Verlust der eigenen Kraft - der Lebenskraft. Wir sind außerhalb der eigenen Mitte, wir haben uns verloren, unser gesundes Bild (von sich selbst und dem Leben), es wackelt, ist gestört und wir sind zu verletzt. Wir haben aber die Möglichkeit, dorthin zurückzukommen, zu unserer Mitte. Wir können viele schwierige Momenten im Leben übersehen, wenn unsere gesunde Einstellung unsere Vorstellung entspricht und abrufbar ist.

    Und jetzt möchte ich zu einem Abschluss kommen, denn sonst liest niemand diesen langen Beitrag zu Ende. ;-)
    Wir sollten uns weniger von den äußeren Dingen beeinflussen lassen sondern den Frieden, die Zufriedenheit und Wertschätzung zu uns selbst und den Menschen, die uns umgeben und wichtig sind, ob aus der Nähe oder Ferne, immer wieder zu finden und versuchen stets in uns zu halten. Das ist die größte und machbarste Herausforderung, weil wir uns damit erden, identifizieren und daran festhalten können. Dazu gehört auch, dass eine Zeit des Alleinseins (hin und wieder etwas Rückzug) auch sehr hilfreich und bereichernd sein kann, weil es das erst ermöglicht. Ich selbst versuche immer wieder darauf zu achten. Es gibt Tage, da gelingt es mir weniger, da lasse ich mich z.B. vom Zorn eines anderen Menschen (Diskussion auf der Arbeit) mitziehen - doch schnell erkannt, ziehe ich die Grenze und bin wieder auf meiner eigenen Linie, meiner Lebenslinie und Philosophie. Bin ich mal einen Tag traurig, so lasse ich es zu aber nicht über mich über längere Zeit bestimmen, denn ich weiß, dass der heutige Tag ein Ende haben wird und morgen ist hoffentlich ein anderer Tag. Es ist die Hoffnung, die es gilt zu bewahren.

    Ich wünsche für Dich, dass Du diese Hoffnung oft haben wirst und ein Leben lebst, worin Du dich entfalten kannst, ob mit den Gedanken, den kreativen Händen, vielleicht mit einem Blog oder einem Buch? Bei tollen Büchern zu Themen, die Dich interessieren oder dem oftmaligen bzw. gleichzeitigen Aufenthalt in der Natur, der Luft, Sonne, bei Wind, Regen und Nacht. Hier ist der Ursprung unseres Lebens, hier fühle ich mich immer wohl, daher bin ich gerne draußen. Und hier braucht man niemanden etwas zu beweisen. Hier sind wir so, wie wir sind, ohne eigene Bewertung oder Bewertung durch andere Menschen. Im Wald ist ein Baum klein, ein andere Baum groß, ein Baum weniger gesund, ein andere Baum sehr mächtig und doch alles voller Frieden und das Leben mittendrin. Die Tiere sind uns ein Beispiel und Vorbild.

    Du hast mit deinem bisherigen Lebensweg, insbesondere in dieser Zeit und dem Neuanfang an sich schon Dir selbst gezeigt, was Du kannst und das ist eine ganze Menge, denn Du kannst mit viel Kraft - aus Körper und Seele, die Vergangenheit hinnehmen wie sie ist und offen der Zukunft gegenüber stehen, weil Du es tust. Das finde ich beeindruckend und toll. Jetzt kannst Du dein Leben weiter teilen, wie mit deinem Beitrag, dich mit großer Freunde in Beschäftigungen entfalten, das Leben schätzen und lieber positiv (Optimismus) statt negativ geladen zu sein. :-)

    Dies hilft mir oft und auch in bisherigen schwierigen Situation war es stets eine Brücke und ein Weg(weiser). Die letzten Tage war ich sehr nachdenklich, heute hingegen verspürte ich mehr Leichtigkeit. Es ist eben mal so mal so. :D


    Ich hoffe es war nicht zu unverständlich oder merkwürdig geschrieben und Du konntest im Kern meinen Gedanken folgen. Wie gesagt, sind es eher so die Gedanken zum Leben und der Kunst, das Leben zu meistern. Absolut ohne Wertung an (d)einer Person und ohne Voruhrteile. ich hoffe, es ist auch so rübergekommen.

    Wenn es Fragen gibt oder Dir etwas unklar ist, so frage mich einfach. Ich antworte, sobald es möglich ist, da ich nicht oft im Forum anwesend bin.
    Liebe Grüße, Eagle

    Liebe Grüße aus Niedersachsen,
    Eagle
  • @ Eagle:
    Danke für deinen ausführlichen Beitrag. Ich finde ihn sehr zutreffend und super geschrieben.

    Wie du schon geschrieben hast ist vermutlich meist die Bewertung durch einen selbst das Problem.
    Besonders wenn man etwas gar nicht oder schlecht kann, was die meisten anderen problemlos können, oder wenn einen etwas zu erlernen besonders viel Zeit, Energie oder Kraft kostet, ist es oft schwer das zu akzeptieren.
    Manche machen sogar den Fehler sich immer mit den Besten zu vergleichen.
    Aber auch der Vergleich mit dem Durchschnitt oder z.B. den Schlechtesten 10% birgt die Gefahr der Demotivation.

    Auch gibt es leider (oder vielleicht auch zum Glück würden manche sagen)
    im Leben keinen klaren Fahrplan, wann man sich mit welchen unangenehmen Aufgaben auseinander setzen muss und wann man sich welchen erfreulichen Dingen zuwenden darf. Die menschliche Intelligenz ist ein Segen und ein Fluch.




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