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ROLLEN - sich seiner selbst bewusst sein

Aus einem spirituellen Ratgeber ('Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung' von Eckhart Tolle) wurde ich das erste Mal über die Rollen die uns im Leben begleiten aufmerksam gemacht.
Ich hatte das Buch zwar jetzt über 2 Jahre nicht mehr in der Hand, aber irgendwie habe ich da heute sehr viel drüber nachgedacht. Ich möchte meine Gedanken dazu euch nicht vorenthalten. Hoffentlich finde ich Anklang und finde den ein oder anderen externen ergänzenden Gedanken dazu.

Vielleicht wird sich der ein oder andere denken, was hat das Ganze mit Introversion zu tun? Ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich so meine Anpassungsschwierigkeiten hatte/habe (naja es wird immer besser xD)
mir ist aufgefallen ich bin damit gar nicht Alleine und das war eine sehr große Erleichterung
Die Wurzel des Übels ist nicht die Introversion, sie ist das Geschenk. Wurzel des Übels ist, dass wir uns vielen Dingen einfach nicht bewusst sind. Mir helfen diese Gedanken sehr bei meinen 'Anpassungsschwierigkeiten' und deswegen möchte ich das mit euch Teilen.

Ich hab mir erst mal Gedanken darüber gemacht warum gibt es Rollen überhaupt?
Evolution bedingt macht es schon sehr viel Sinn, dass es sie gibt. Eine Rolle die wir alle hinter uns haben, ist Kind zu sein. Dazu benötigen wir im besten Fall unsere Eltern, die uns beibringen wie wir unseren Kühlschrank voll kriegen und die Familie zu ernähren.
Es gibt sehr viele verschiedene Rollen z.B. den Anführer, Mentor, Schüler, Mitläufer etc.
Sie sind alle wichtig, ohne seine Angestellten ist der Chef ausgeliefert. Auch Selbstständige sind dem Staat untergeordnet und somit helfen auch die dabei dem ganzen Konstrukt zu bestehen. Das ist jetzt mal auf unsere moderne bezogen, aber früher in der Anfangsgeschichte des Menschen gab es genau dieselben Rollen. Ohne Rollen fällt das ganze System wie ein Kartenhaus zusammen bzw. es hätte nie eine solche Zivilisation entstehen können.

ABER die Evolution ist nicht perfekt. Ist zwar ein sehr weit her geholtes Beispiel, aber rein Theoretisch können wir an unserem Essen ersticken. Es ist nicht die optimale Anpassung an das Leben. genug abgeschweift.

Rollen sind etwas Temporäres. Wir bleiben nicht ein Lebenlang Kind. Das Zepter wird immer weiter gereicht. Irgendwann wird eine Mama wieder eine Frau mit weniger Verantwortung.
Leider gewöhnen wir uns an unsere Rollen. Es fällt einigen schwer diese Rollen abzustreifen und erzeugt damit ein gewisses Leiden. Ich denke mal unser Ego will uns darin halten, weil es eine gewisse Sicherheit gibt. Einen neuen Platz zu finden ist gar nicht so einfach.

Hier mal ein kleines Zwischenfazit: Jede Rolle ist gleich viel Wert.

So jetzt kommt es zu dem eigentlichen Thema.

Es gibt aber auch Abfallrollen. Abfall weil sie in den Müll gehören. Wir werden oft in Rollen gesteckt und gehalten die uns nicht gerecht werden. Sie sorgen dafür, dass wir an uns selbst zweifeln und uns klein halten. Es liegt dann an denjenigen dem diese Rolle innewohnt Sie abzustreifen.
Wir alle haben ein Anrecht darauf Glücklich zu sein.
Der erste Schritt ist meiner Meinung nach sich dessen Bewusst zu werden. Rollen sind da um über sie hinauszuwachsen. Wenn man sich ihnen Bewusst wird, hat man die Gelegenheit sie zu akzeptieren, erst dann kann man diese Abstreifen. Ich möchte es nochmal betonen sich BEWUSST WERDEN und Akzeptieren ist der Schlüssel dazu diesem Leid ein Ende zu setzen. Erst dann lässt sich daran arbeiten.

Was hat mich dazu veranlasst hierüber zu schreiben?
Man liest in diesem Forum sehr oft, dass man schon in der Schule ein Außenseiter war. Daraufhin haben Klassenkameraden und evtl. Lehrer einen in die Opferrolle gesteckt. Diese Opferrolle wurde Widerwillen hingenommen und manifestiert, dadurch kann kein Selbstwert entstehen. Das Ego spielt hier meiner Meinung nach eine ganz große Rolle. Einmal die der Menschen, die dadurch ihr schwaches Selbstwertgefühl aufbauen wollen. Letzten Endes wissen sie nicht was sie tun, weil sie von ihrem Ego geleitet werden, bei dem Gedanken hat man die Gelegenheit diesen Menschen zu verzeihen. Und zweitens das eigene Ego hat im gewissen sinne seinen 'Platz' gefunden.
Durch die Manifestierung der Opferrolle haben sich Verhaltensweisen eingeschlichen. Ich hab das auch schon öfter beobachtet, dass Leute so wehleidig sind und sich auch so in der Opferrolle wieder finden, dass sie auch dementsprechend behandelt werden.
Wie entsteht eigentlich die Manifestierung?
Sie entsteht durch unseren Sprachgebrauch, Ich bin ruhig.. Ich bin verschlossen.. Das klingt als ob das in Stein gemeißelt wäre. Nein. Man verhält sich ruhig. Man verhält sich verschlossen. ICH BIN KEINE VERHALTENWEISE. Die Hoffnung ist hier, dass sich mit Verhaltensweisen arbeiten lässt. Man kann sich verändern. Man muss sich dessen nur mal ins Bewusstsein rufen.

Mir ist auch Bewusst, es ist meine Theorie. Eigentlich ist es ein zusammentrag aus Interviews und Büchern mit Psychologen und 'Spirituellen Lehrern'. Wo ich sehr viel rein interpretiert habe.

Ich hab da auch noch meine Meinung zum Ego aber ich möchte das jetzt erst mal so Sacken lassen.
Ich hoffe doch, ihr diskutiert mit mir über dieses Thema, vielleicht sagt der ein oder andere das ist völliger Bullshit was du hier schreibst.
Ich freu mich drauf :)

Kommentare

  • Hallo @Sternenschauer, vielleicht ist gar nicht die Rolle (z.B. Opfer) das Problem, sondern das Identifiziert sein damit? Ein Schauspieler freut sich über Rollenangebote der verschiedensten Art. Aber wehe, er wird eins mit der Rolle! Es kommt ja vor...
  • edited Juli 2
    Hi @Fanny
    Stimmt. Gestern hab ich einer der wesentlichen Dinge außen vor gelassen. Das passiert wenn man seine wirren Gedanken mal auslaufen lässt ^^ danke für deinen Hinweis
    Die Identifikation ist ein Hauptbestandteil des Problems.
    Schließlich erwarten wir von uns (oder erwartet es unser ego?), dass wir unsere Aufgabe in der Gesellschaft finden. Oft sehen wir uns auch in Rollen, wo uns andere nicht sehen. Dann identifizieren wir uns mit etwas, was in unsere Umgebung scheinbar nicht rein passt. Oder andere geben uns eine Rolle mit der wir uns perse nicht Identifizieren wollen.

    Apropo Schauspieler. Ich hab mal von einer sehr unpopulären Theater Therapie gehört. Sie soll eine Form der Verhaltenstherapie sein. Die Patienten schlüpfen in Rollen, um sich mit neuen Perspektiven zu beschäftigen. Ich finde die Idee irgendwie genial. Ich glaube durch das Spielen einer anderen Rolle wird man auch ganz anderen Emotionen ausgesetzt und lernt dadurch wie man mit ihnen umgehen kann.
  • SanSan
    edited Juli 4
    Bei Schauspielern finde ich, ist es sehr selten, dass die Menschen eins werden mit ihrer Rolle. Viele spielen ja doch immer dieselbe Rolle, aber nur, weil sie der Rolle eh schon entsprechen.

    Wenn ich dich richtig verstehe, @Sternenschauer, dann willst du dazu aufrufen, mal an negativ behafteten, selbst auferlegten Rollenbildern zu rütteln, zu prüfen, ob da überhaupt (noch) wirklich etwas dran ist?
    Das find ich gut. Aber manchmal schwer. Mir ist mal gesagt worden, dass ich mich sehr in der Opferrolle befinde. Die Person, die das sagte, hat mir sehr weh getan und meine verbal geäußerte Verletztheit als Anlass für diese Beschreibung meines Charakters genommen. Im Grunde wälze ich den Vorfall seitdem ertragslos umher, denn mir fehlen die Chats von damals (das Gespräch fand schriftlich statt), um es mit Abstand noch einmal nachlesen zu können.
    So kann ich mich nur immer und immer im Kreis drehen bei dem Versuch, die Situation zu entschlüsseln. Denn es kommen keine neuen Informationen hinzu, aber ich komme auch mit den gegebenen Informationen zu keinem entgültigen Schluss.
    Das Bewusst-werden ist, was ich versuche. Ich versuche, mir über meine objektiven Charaktereigenschaften in der Beziehung zu besagtem Menschen bewusst zu werden und herauszufinden, ob seine Aussage tatsächlich der Wahrheit entspricht und ich seine subektiv verletztenden Verhaltensweisen wirklich dazu nutzte, mich in die Opferhaltung zu begeben, oder ob ich emotional gesehen da jetzt ein "Recht" zu habe, verletzt zu reagieren und das nicht bedeutet, dass ich ein Opfer bin, sondern dass Arschlöcher auch mal überlegen sollten, wie sie andere menschliche Wesen behandeln und ob oder wie sie für ihr Verhalten Verantwortung übernehmen.

    Ich sagte "Recht", weil es um Verantwortung geht. Es geht auch beim Opfer darum, Verantwortung zu übernehmen. Für die eigenen Gefühle. Die habe ich mir gemacht, nicht die andere Person. Die andere Person hat Dinge gesagt oder getan, auf die ich mit der Herstellung meiner negativen Gefühle reagiert habe. So gesehen kann man die Aussage "DU hast mir weh getan" durchaus als Aufhalten in der Opferrolle werten, denn die Person hat eine Aussage getroffen oder sich in einer Weise verhalten, auf die ICH mir mit meinen Gefühlen weh getan habe.

    Soweit die graue Theorie vom Ego und der Opferhaltung.

    Die Praxis sieht nun mal so aus, dass wir alle Menschen mit Vorbelastungen sind und ich kein Dalai Lama bin, an dem JEGLICHE Aussage oder Tätigkeit schadensfrei abprallt. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es nun mal beigebracht wird, kein Arschloch zu sein, auch wenn es nach der oben geschilderten Theorie im Grunde nicht das Problem des Arschlochs wäre, wenn alle anderen sich auf das Arschlochverhalten hin auf den Schlips getreten fühlten.
    So sind wir alle nicht erzogen worden und darum bin ich froh, denn sonst müsst ich schon lange auf eine einsame Insel gezogen sein, um mein Seelenleben vor Arschlöchern zu schützen und wer weiß, wie dort das WLAN wär.

    Das heißt, im Grunde stell ich mir permanent die Frage, wo hört berechtigte Reaktion auf und wo fängt die Opferhaltung an?

    Treff ich damit noch inetwa den Kern deiner Diskussion oder bin ich schon volle Kanne vorbei?
    Das mit der Opferhaltung war primär das, was mich angesprochen hat.

    Edit: Ich entschuldige mich für den inflationären Gebrauch des Wortes Arschloch.
  • edited Juli 5
    Hi @San
    können wir uns darauf Verständigen, dass es mehr eine Einladung ist als ein Aufruf. Jeder kann sich rausnehmen was er braucht. Womit man nichts anfangen kann bleibt liegen.

    Warum konnte dich das gesagte so treffen? Ist es eine Person die du schon lange kennst? Was hatte sie für eine Rolle in deinem Leben? Hat sie überhaupt das recht so eine Aussage zu tätigen?
    Wenn die Person so eine Aussage tätigt, muss sie ja eine Urteilskraft haben, damit die Worte so durch gedrungen sind, wie sie es getan haben.
    In einer Beziehung oder in einem Gespräch kommt es nicht nur darauf an, wie ich etwas empfinde und bewerte, sondern es kommt auch darauf an wie mein gegenüber es bewertet und empfindet. Denkst du die Aussage wurde getätigt um dir gezielt zu Schaden? Vielleicht war es kein Angriff sondern es sollte viel mehr ein Hinweis sein. Die Empfindung war offensichtlich ein Angriff.
    Ich kenne es von mir, dass sich die fronten zwischen mir und meinem großen Bruder so verhärtet haben, dass man gar nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kommen konnte. Dann wurden Aussagen so überspitzt getätigt, dass sie einfach nur noch verletzt haben. Wir haben uns zwar vertragen, aber ich möchte derzeit keinen intensiven Kontakt zu ihm haben.

    "Ich sagte "Recht", weil es um Verantwortung geht. Es geht auch beim Opfer darum, Verantwortung zu übernehmen."
    Das sehe ich genauso. Ich hab nur die Gelegenheit mich zu ändern, dass sollte auch kein Ziel sein, sein gegenüber zu verändern. Ich kann daran arbeiten, dass es zu gewissen Diskrepanzen gar nicht erst kommt. Z.B. nicht immer die Faust in der Tasche zu ballen und auf seinen Zähnen zu Beißen. Man muss reden, aber auch kompromissbereit sein. Wenn man für einen Kompromiss nicht bereit ist, dann sollte man die Beziehung mal hinterfragen oder eben seine eigene Einstellung.

    Ich finde aber auch die innere Haltung hat sehr viel Einfluss darauf, auf das was wir nach außen verkörpern. Negative Gedanken können sich wie ein Mantra einbrennen. Wenn du denkst alles ist scheiße, dann ist es das auch. Man sich mal bewusst sein, dass das eine Entscheidung ist. Natürlich spielen da auch Erfahrungen eine Rolle. Nur dürfen sie eben nicht so eine Große Rolle spielen, wie man mit sich selbst umgeht. Man hat immer eine Wahl.

    Es geht sich hier auch nicht um gar keinen Schmerz zu erfahren. Der Schmerz hat die Funktion, dir mitzuteilen das etwas nicht stimmt. Hätten wir kein Schmerzempfinden, dann wäre das Überleben unmöglich. Wir müssen aber trotzdem an der Bewertung und dem Umgang des Schmerzes arbeiten. Das Leid um den Schmerz, können lediglich Fehlinterpretationen sein.

    "Das heißt, im Grunde stell ich mir permanent die Frage, wo hört berechtigte Reaktion auf und wo fängt die Opferhaltung an?"
    Wir wollen alle akzeptiert werden, dabei spielt Respekt eine entscheidende Rolle. Wenn ich mich Respektlos behandelt fühle, dann könnte ich ausflippen. Von den Menschen mit denen ich mich umgebe, fordere ich sowas ein.

    "So gesehen kann man die Aussage "DU hast mir weh getan" durchaus als Aufhalten in der Opferrolle werten, denn die Person hat eine Aussage getroffen oder sich in einer Weise verhalten, auf die ICH mir mit meinen Gefühlen weh getan habe."
    Kommt drauf an, wie gesagt es kommt nicht darauf an wie etwas wirken soll, sondern wie es wirkt. In einer Freundschaft möchte ich keine Bösen Absichten. Sich mal gegenseitig auf den Arm nehmen ist ok.
    Freunde sollten doch der Wind unter deinen Flügeln sein, anstatt der Beton an deinen Füßen.

    Ich glaub, du steckst im Kern meiner Diskussion. Schön dass du es als Diskussion wertes, ich hatte schon die Befürchtung, dass es als Monolog gewertet wird. x)

    Edit: Kein Problem, ist doch ein Forum für Erwachsene ^^ Man muss seinem Frust doch auch mal Raum geben.
  • Ach die Rollen.
    Bis heute haben sich die Sozialpsychologen noch nicht darauf geeinigt, wie sehr man als Individuum Rollen ausgestalten kann. Zumindest sind wir etwas weg von Parsons Zeiten, der ja meinte wir würden alle von der Gesellschaft in ein Rollenkorsett gezwungen und mit aller Macht darin gefangen. Obwohl... sind wir das?
    Aus der Rolle fallen wird immer sanktioniert und unser Umfeld, so es uns nicht sonderlich wohlgesonnen ist, wird uns immer bestrafen, wenn wir das tun. Jemand der uns immer runterputzt wird entsetzt reagieren und seinen Ton verschärfen, wenn wir anfangen aufzumucken. Jemand, der uns für beschränkt hält, wird uns auslachen, wenn wir unsere (guten) Gedanken einbringen.
    Trotzdem ist der erste Schritt immer zu erkennen in welcher Situation man sich befindet und welche Rolle man gerade einnimmt. Dann muss man aus der Rolle ausbrechen, was extrem schwer, aber möglich ist. Die Erwartungen der anderen an das eigene Verhalten machen schließlich die Rolle im soziologischen Sinne aus - und niemand wird gerne in seinen Erwartungen enttäuscht ;-)
    Aber mal ein aufbauendes Beispiel zum Thema Rollen: Ich hatte neulich einen echten Hänger-Tag. Einen Tag an dem alles grau war und ich felsenfest davon überzeugt war, dass alles in und an meinem Leben Scheiße ist und immer so bleiben wird. 90% des Tages habe ich im Bett verbracht und nur mit Mühen meine sehr besorgte (und in dem Moment echt verflucht lästige!) Freundin abgewimmelt. Am nächsten Tag bin ich genau so aufgewacht, habe geduscht und gefrühstückt, bin erfolgreich mit dem Auto an 3 Selbstmörder-Brücken vorbei zur Arbeit gefahren, habe mit keinem Kollegen ein Wort gewechselt, mürrisch meinen Kaffee in mich hineingekippt, mir die Plakate unter den Arm geklemmt und bin in meine sechste Klasse marschiert. Ich habe tief durchgeatmet, den ersten dummen Spruch des Tages gerissen, gelacht, allen einen guten Morgen gewünscht und mit dem Lächeln den Vormittag lang nicht mehr aufgehört. Das Grau kam an dem Tag nicht mehr wieder.
    Letztendlich, wäre ich zuhause geblieben, wäre der Tag wie der davor gewesen. Der Rollenwechsel hin von zu hat mir den Hintern gerettet. In der Schule - vor Schülern! - bin ich einfach jemand anderes. Meine Rolle im Kollegium ist übrigens auch wieder eine andere. Da bin ich der trockene Typ, der nicht viel redet, der aber gerne hilft und sich mit Computern auskennt. Das reicht mir, für den Moment.
    Mein Fazit zum Thema Rollen: Ausgestalten, so viel wie geht, ablegen, wenn es für einen selbst die falschen sind. Das geht aber und das sollte man dann auch tun!
  • Guten Morgen @Ashrok
    schön das du dich hier beteiligst und deine Erfahrung teilst.

    Ist nicht eher die Frage, sind wir es nicht selber Schuld in so ein Rollenkorsett gezwungen zu werden, weil wir nur dabei zu schauen, anstatt aktiv dagegen vorzugehen? Sind es nicht eher die eigenen Ketten die uns davon abhalten. Was ist wenn wir anders auf unser Empfinden reagieren würden, wenn uns jemand runter putzt oder für beschränkt hält? Fehlt da einfach dann das nötige Selbstvertrauen um sich durch zu setzen?
    Bist du nicht viel mehr du wenn du in die Klasse rein gehst, weil du eher Erwartungen an dich selber stellst, das du evtl Freude am lernen vermitteln möchtest. Ich hab während meiner Schulzeit festgestellt, wenn ein Lehrer Spaß am unterrichten hat, dann habe ich auch Spaß an seinem Unterricht.

    Bevor ich wusste das ich introvertiert bin und auch Allgemein über diese ganze Sachen nachgedacht habe, habe ich mich gefragt 'Wer bin ich eigentlich?'. Ich finde es viel mehr wichtig seine innere Stärke auszubauen, als sich in Rollen zu befinden. Für mich bedeutet das allen voran Unsicherheiten hinterfragen und abbauen, dass Außenstehende mir nicht mehr mit einer Aussage ans Bein pissen.
  • Also was ich an so Persönlichkeiten wie beispielsweise Ghandi, Martin Luther King oder Mandela so bewundere ist das sie einfach standhaft geblieben sind obwohl sie sehr viel Gegenwind erfahren haben. Sie wussten einfach wofür sie einstehen und das es sich lohnt an sich fest zu halten. Ich würde auch nicht sagen, dass sie außergewöhnliche Menschen waren, sie waren einfach nur sehr 'natürlich'. Ich fühle mich dadurch sehr inspiriert. Das bedeutet jetzt nicht das ich raus gehe und für Menschenrechte mich einsetzen werde, aber diese Menschen waren doch sehr Erfolgreich. Erfolg sollte nicht gleich zu setzen sein mit sehr viel Geld verdienen oder andere Menschen dazu zu bewegen die Welt zu verbessern. Ich sehe Erfolg als solchen, sich einfach selbst zu verbessern, jeden Tag ein Stückchen mehr.
  • Also die Textmengen-Messlatte, die hier teilweise geschaffen wurde, werde ich nicht erreichen, aber mir fällt eine kleine Geschichte zu dieser Thematik ein:

    Auf einer schönen Wanderroute in Neuseeland bin ich einmal einem älteren Ehepaar begegnet. Da man aus dem gleichen Land kam, war man relativ schnell im Gespräch und kam auf seine Interessen zu sprechen. Die Frau erzählte mir, dass sie als Schriftstellerin für alternative türkisch-deutsche Kochbücher tätig sei, der Mann als freiberuflicher Informatiker.
    Man merkte schon anhand der Jobwahl, dass sich die beiden außerhalb der normal anerkannten Rolle befanden. Spätestens als wir dann auf das Thema Spiritualität (hier definiert als Suche nach dem Lebenssinn) zu sprechen kamen, wusste man, dass man ähnlich darüber denkt und hat sich ungezwungen über seine eigene Erfahrungen unterhalten.
    Ich sagte der Frau, dass ich der einzige von meinen Freunden bin, der sich mit Selbstverwirklichung und Spiritualität auseinandersetzt und manchmal Personen vermisse, mit denen man sich austauschen könnte.
    Die Frau entgegnete: ,,Dann bist du genau diese Person für deine Freunde".

    Interpretation überlasse ich jedem selbst. Mir hat es auf jeden Fall sehr weitergeholfen und ich denke selbst jetzt noch manchmal darüber nach. (:
  • @Sternenschauer vermutlich bin ich da etwas zu verkopft, da ich Soziologie studiert habe ;) Soziale Rollen sind aus der Perspektive eine sogenannte Tatsache der Gesellschaft, also nicht wirklich wegzudiskutieren. Aber eben ausgestaltbar und da hast du schon recht: Andere stellen Erwartungen an uns und wollen die erfüllt sehen, aber wir entscheiden, ob wir das tun.
    Allerdings würde ich nicht sagen, dass ich mehr ich bin, wenn ich in eine Klasse marschiere. Ich bin beides. Mal das grumpy Individuum mit depressiven Awandlungen, mal der fröhliche Lehrer.
  • Hi @Carpenter
    Eine sehr schöne Geschichte, die du da mit uns teilst. Hier und da tauchen gelegentlich Menschen auf, nennen wir sie mal Freunde, die sehr zum Nachdenken anregen.

    Hi @Ashrok
    Ich denke eher mal das ich mich hier in etwas verrenne. Du hast da schon recht, man steckt immer in einer gewissen Rolle. Aber ich denke man sollte die Rollen viel mehr mit sich selbst ausfüllen, oft lässt man sich ja auch davon beeinflussen, wie man in dieser Rolle wahrgenommen wird. Ich denke das unbewusste steuert einen in solchen Situationen. Man hat doch die Möglichkeit die Rollen luzid auszufüllen. Oft reagieren wir in unserem Leben nur, ich finde nicht dass dieses Verhalten viel über uns aussagt, ausser das wir uns viele Sachen nicht wirklich bewusst sind. Wenn wir die Dinge in unser Bewusstsein schaffen, haben wir eher die Gelegenheit zu agieren.

    Hi @San
    Da gibt es noch eine Frage an dich, die mich brennend interessieren würde.
    In gewissen Situationen, vor allem mit anderen Menschen, treten manchmal Gefühle auf, aus einer Zeit wo ich doch daran geglaubt habe diese längst überwunden zu haben. In solchen Situationen treten oft Gedanken und Gefühle auf die mich sehr an meine Tiefpunkte errinnern. Kennst du das? Ich spiele gewissermaßen auf die Reaktion an, die du oben in deinem Text wiederfindest. Musst aber nicht antworten :)
  • Hey @Sternenschauer!
    Ja, das kenne ich. Ich hab das auch oft, dass ich glaube,hey inzwischen geht's mir voll wieder gut ich kann wieder lachen und an guten Tagen kann ich sogar über DAS/IHN lachen und am nächsten Tag zieht mich alles wieder runter, ich wälze Dinge in meinem Kopf, die mich eigentlich schon lange nicht mehr beschäftigt hatten, ich spiele Dialoge zum x-ten Mal durch, die eigentlich schon am Haken hingen, ich fühle mich plötzlich wieder unsicher und hinterfrage Dinge, mit denen ich geglaubt hatte, abgeschlossen zu haben.

    Meine Vemutung ist, dass nach einer groben Verarbeitung unser Kopf das Thema erstmal fallen lässt, damit er sich mit momentan wichtigeren Dingen beschäftigen kann. Oder einfach, um mal ne Pause zu haben. Wenn der Kuchen aber noch nicht komplett gegessen ist, wird unser Kopf eines Tages wieder zum Kühlschrank schleichen und sich ein Stück nehmen. Und das solange, bis der Kuchen komplett leer gegessen ist.
    Ich hab das Gefühl, dass es jedes Mal wenn die Verarbeitungsschlaufe wieder losgeht, ein wenig milder wird als der vorherige Durchlauf. Der Kuchen wird sozusagen so hingestellt, dass die Platte voll aussieht, aber die Stücke an sich werden immer weniger und weniger. Die Intensität wird verwässert.

    Manchmal komm ich mir selber vor wie ein kompletter Idiot, wenn ich für psychologische Beispiele Kuchenbilder verwende ^^'
  • Das mit den Kuchenbildern finde ich gut @San. "...aber die Stücke an sich werden immer weniger und weniger. Die Intensität wird verwässert."

    Aber es ist immer (noch) Kuchen da, im Kühlschrank. Es werden immer noch paar Stücke zu gegebener Zeit zur Verfügung stehen. Stell dir mal vor, er geht nicht alle bis zu deinem vorletztem Atemzug. Du schaust noch einmal in den Kühlschrank - und siehst diesen Kuchen, noch zwei Stücke. Du hast noch ein Atemzug - wirst du dir die Kuchenstücke in den Mund stopfen? Oder wirst du sagen: na und?

    "Wenn der Kuchen aber noch nicht komplett gegessen ist, wird unser Kopf eines Tages wieder zum Kühlschrank schleichen und sich ein Stück nehmen. Und das solange, bis der Kuchen komplett leer gegessen ist."

    An diese Möglichkeit glaube ich inzwischen nicht mehr. Der Kuchen mitsamt dem schleichenden Kopf, der ihn vollkommen wegputzten sollte, ist die Vorstellung von perfekt sein, dann erst... Solange du den Kuchen weghaben willst bleibt er.
    Lass ihn, er tut dir nichts mehr (s.o. na und?)

    (soll aber nicht mit deinem echtem vorletzten Atemzug assoziiert werden, ein wenig makaber das Bild, aber bei dir wage ich es :-D
    Fanny
  • @San, ach was ^^ Menschen denken nunmal in Bildern, das sagt doch nur das dein Kopf noch funktioniert.
    Ich finde dein Beispiel sehr anschaulich.
    Und es zieht das schon ein bisschen ins lächerliche, vielleicht genau das richtige was diese Gedanken brauchen.

    @Fanny, danke für diese Erkenntnis ^^ du hast damit verdammt recht. Bei mir sind derzeit sehr alte Geister sehr präsent. Naja das kommende Jahr wird wahrscheinlich das beschissenste von allen, aber was soll es, nicht wahr?! xD
    Ein Baum braucht auch den Dreck unter sich, damit er Wurzeln kann. :)
  • @fanny Nein ich fand das mit dem letzten Atemzug sehr sprechend. Ähnlich wie eine Kollegin, die den Trick fand, immer wenn sie im Begriff war sich über etwas aufzuregen, sich ein kleines Männchen auf der Schulter vorzustellen, das sie fragt: Wenn du in einem Jahr nicht mehr am Leben wärst, würde dich DAS hier dann jetzt wirklich so sehr berühren? Oder wäre es dir eher egal?

    Ja, vielleicht ist es Perfektheitsanspruch zu sagen, der Kuchen muss irgendwann weg sein. Vielleicht ist es eher so zu sehen, dass andere Lebensmittel vor den Kuchen gestellt werden, die aktuell wichtiger sind und der Kuchen an der Rückwand des Kühlschranks irgendwann in Vergessenheit gerät und schimmelt.
    Ich persönlich such mir das allerdings gar nicht aus, dass mein Kopf sich manchmal noch mal ein Stück nimmt. Im Gegenteil, ich dachte eigentlich, wir hätten uns überfressen und würden uns ohne Kuchen nun viel besser fühlen. Und prompt sitzt der wieder mit nem Teller und ner Kuchengabel und überschlagenen Beinen auf beiden Backen kauend im Ohrensessel und schaut mich mit einem Blick an, der sagt "Waff demm?!"
    Da hilft es, unfehlbare Logik anzubringen: Wenn ich noch dran kaue, kaue ich noch dran. Wenn nich, dann nich. (Tadaa!)
    Vielleicht ist unser Kühlschrank im Grunde heimlich VOLL von nicht aufgegessenen Kuchen, weil wir Dinge nicht komplett verarbeiten. Vielleicht ist eine Sache erst komplett verarbeitet, wenn ich nie wieder dran denke, aber wenn ich nie dran denke, wie soll ich mir dann dessen bewusst sein, dass ich das Thema "weg hab"? So ähnlich wie "ich weiß doch nich, was ich mal vergessen hab, weil ich mich nicht dran erinnern kann"
  • Gut getroffen @San! Nach fast jedem Abschnitt musste ich lachen - eine bessere Antwort kann man sich nicht wünschen. Besonders am letzten Abschnitt gibt's ... nichts mehr zu meckern ... :-D
  • edited Juli 19
    Hi @San
    https://verbockt.com/2019/07/die-denkfabriken/
    Dieser Blogeintrag hat mich doch sehr an meine Frage an dich erinnert.
  • Ich finde der Film passt irgendwie ganz gut zum Thema.

  • Es gibt da so ein eine Clique mit der ich gelegentlich mal was unternehme, aber mich auch nicht dazu gehörig finde, sind teilweise Leute aus meiner Jugend wo ich den Kontakt letztes Jahr reanimiert habe.
    Aufjedenfall hatte wir gestern was unternommen und mir wurde erzählt, dass mich einer aus der Gruppe suspekt findet. Ich finde dieses Wort ganz schön gewaltig weswegen ich auch sehr amüsiert bin.
    Hab das Wort heute morgen mal gegoogelt

    - Das Adjektiv suspekt bedeutet „verdächtig“, „fragwürdig“ oder „zweifelhaft“.

    Objekte, Ereignisse oder Personen werden als suspekt bezeichnet, wenn ein Betrachter Zweifel an deren Qualität, Echtheit, Nützlichkeit oder – bei Personen – Beweggründen hat.

    Weitere Synonyme wären „bedenklich“, „zwielichtig“ oder „dubios“.
    Quelle: https://neueswort.de/suspekt/ -

    Witzigerweise finde ich ausgerechnet diese Person sehr unauthentisch. Auf mich wirkt er immer so als ob er unheimlich auf cool tut. Ich hab das gefühl er verstellt seine Stimme und auch die Art und Weise finde ich sehr aufgesetzt. Ich finde ihn nicht unsympathisch und das soll hier auch eigentlich nur als Beispiel dienen.

    Ich frage mich ob es das Unbewusste ist, das uns hier steuert. Er scheint ja genau das zu Empfangen was mir spontan über ihn in den Sinn fällt und genauso umgekehrt. Wir packen uns gleich in eine Schublade. Ich glaube nicht dass da eine Absicht dahinter steckt sondern viel mehr ein Schutzmechanismus. Denkt ihr man kann daran arbeiten solche denkmuster zu durch brechen. Ich möchte nicht so voreingenommen durchs Leben laufen ^^
  • Hallo Sternenschauer,
    ich glaube eher nicht, dass uns hier das Unbewusste steuert. Ebensowenig an einen Schutzmechanismus und an das an Denkmuster arbeiten um es zu durchbrechen.

    Wovor sollte man sich denn schützen wollen? Das, glaube ich geht auch gar nicht, denn bevor du dich versiehst ist der Gedanke/Gefühl schon da. Man kann natürlich daran glauben, sich schützen zu können durch eintrainierte Verhaltensweisen. Ich glaube nicht daran, denn alles ist ständig im Fluss...

    Alles ist Energie, ob sichtbar oder unsichtbar, und sie ist permanent in Bewegung.
    Sie ist in ständiger Anziehung bezügl. ähnlicher Energiestruktur aktiv, oder entfernt sich von jener, die gerade nicht passt. Manchmal ist Energie auf einem Level der wie Stillstand aussieht. Aber dennoch minimal aktiv, bis ein Reiz etwas in gang setzt.

    So wäre meine These, dass ihr beide ein ähnliches Muster aufrecht erhaltet, das ihr nicht akzeptiert und deshalb versteckt und so selbst blind dafür seid, es dann aber bei dem Gegenüber sehen könnt oder besser - genötigt seid euch anschauen zu müssen, also konfrontiert werdet damit.
    Du wirkst also auf ihn suspekt und er auf dich unauthentisch, aufgesetzt.
    Es scheint also bei beiden etwas zu geben, was weder angenehm noch angesagt ist.
    Aber diese Gemeinsamkeit, dieses 'etwas' beschäftigt, zumindest dich. Gut so!

    Wenn der 'Andere' nun in dir das sieht, was er bei sich selbst nicht sieht weil er's nicht mag und du machst es genau so? Gibt es unauthentische Züge in deinem Wesen und Verhalten, die du aber kaum kennst da du so nicht sein möchtest und deshalb ausblendest?

    Immerhin hat er es ausgesprochen, wenn auch nicht direkt. Stell dir vor, er würde dich anrufen für ein Treffen (sagen wir mal in der Vorstellung unkompliziert).
    Wie käme das bei dir an @Sternenschauer - wie würde sich das anfühlen?

    Das sind meine Gedanken dazu vom Vortag, entspeichert, immer noch gültig :-)
    Gruß von Fanny

  • Hola @Fanny :)
    Ich denke schon, dass es da sowas wie einen Schutzmechanismus gibt, schließlich haben wir nicht nur mit Dingen zu tun, die uns wohl gesonnen sind. Ich finde es auch legitim, wenn er mit seinen Freunden darüber spricht um sich da eine Meinung einzuholen. Letztendlich bin ich da ja so gesehen der Eindringling. Es sind für mich auch derzeit nur soziale Kontakte und es ist für mich nicht abzusehen, ob sich daraus eine Freundschaft entwickeln kann. Ich würde es nicht ansprechen, dass ich ihn unauthentisch finde, weil das ein Angriff gegen seine Person wäre. Ich Werte seine Aussage nicht als Angriff zumal es mir auch nur in seiner Abwesenheit mitgeteilt wurde.

    Deine These ist gar nicht so verkehrt. Mir ist schon seit längerem bewusst, dass ich mit einem emotionalen panzer durchs Leben streife, der sehr belastend für mich ist, weil er mich zu einem sehr unzugänglichen Menschen macht. Ich bin auch Wege am suchen ihn mal los zu werden, aber er gehört nunmal zu mir, wahrscheinlich wehre ich mich zu sehr, dass es ihn zu meinem Gefängnis macht.

    Jetzt aus dem Bauch heraus, würde es sich schon gut anfühlen, und ich würde wohl zustimmen, aber wie es sich tatsächlich an kommen würde kann ich nicht sagen.
    Es würde mich überraschen.

    Zudem Thema fließen hab ich gerade nicht die Zeit zu antworten, also sei gespannt ^^
    Fortsetzung folgt :-P
  • Hallo zusammen,

    möglich, dass es vielleicht irgendwie nicht wirklich zum Thema passt und trotzdem würde ich mich gerne dazu äussern. Mir hat es geholfen/hilft es immer noch, meine ständige Opferrolle etwas abzulegen, indem ich mir das „Vier-Ohren-Modell“ von Friedemann Schulz von Thun zur Hilfe nahm/nehme. Damit mache ich mir immer wieder bewusst, dass ich mir vielleicht etwas völlig anders ausgelegt habe, als es der Sender eigentlich gemeint hatte. Dann kann ich hinterfragen und nicht selten lässt sich ein Missverständnis aufklären oder aber der Andere bekommt mit, wie ich mich durch sein Verhalten fühle und kann sich auch dazu äußern. Damit finde ich mich immer wieder aus der Opferrolle heraus und gelange, so fühlt es sich zumindest für mich an, immer wieder zurück in die Rolle einer sehr sachlichen Person, die sich lieber einen Durchblick verschafft, als ewig zu leiden.
  • @Paula
    Ich musste erst einmal nach dem 4-Ohren-Modell googeln.
    Ich finde es grundsätzlich hilfreich die Überzeugung zuzulassen dass der andere Gesprächspartner etwas anderes ausdrücken wollte als man voller Zweifel gewohnt ist zu empfinden, dass er nicht kränken und nicht provozieren wollte, auch nicht bevormunden.
    Wenn ich mir die Überzeugung bewahre dass ein häufiger Gesprächspartner nicht auf Konflikte aus ist und seine Achtung zum anderen Gesprächspartner bewahren will, kann ich Missverständnisse leichter verwerfen und nach der beabsichtigten Deutung suchen.
    Ich finde es gut dass Du bewusst auf mögliche Missverständnisse prüfst.
  • Ach, meine Gedanken zum Thema fließen hab ich verworfen. Aber eine Frage daraus ist trotzdem geblieben @Fanny
    Hast du noch Ziele bzw Bedürfnisse und gibt es einen drang dazu diese zu befriedigen? Eine ja nein Antwort würde mir genügen.
  • @Sternenschauer bitte genauere Definition von Bedürfnissen...

    Ziele habe ich...
    keine...
    In dem Moment des hin-denkens zerfallen sie schon

  • ...wie sieht es denn mit Zielen bei dir aus @Sternenschauer ?
  • @Fanny
    Bei manchen Leuten sind ihre Bedürfnisse an ihren Ziele gekoppelt.
    Ich hatte mich halt gefragt ob du noch evtl Reiseziele oder sowas hast.

    Es gab Zeiten die auch noch nicht so lange her sind, die mir Angst gemacht haben. Egal ob ich in die Vergangenheit oder in die Zukunft geblickt habe. Ich hab mich total handlungsfähig gefühlt. Dieses ich und diese Zeit sind die größten Hürden die ich zu überwältigen habe/hatte.
    Mir ist nur noch wichtig eine Richtung anzupeilen und einen Fuß vor den anderen zu setzen. Mir ist es nicht wichtig wie weit ich komme. Mein einziges Ziel ist nicht mehr in diese Handlungsfähigkeit rein zu geraten.
  • edited August 24
    Hallo @Sternenschauer, das möchte ich gern verstehen.

    "Dieses ich und diese Zeit sind die größten Hürden die ich zu überwältigen habe/hatte".

    Es sieht für nach einem Kampf mit sich selbst aus, und das ist ein alter Bekannter für mich. Es ist die Angst, die es zu diesem Mißerfolgs-Spiel kommen lässt. Dieses ständig wiederkehrende Verlieren bringt aber letztendlich die Erkenntnis, dass das Kämpfen keinen Sinn macht. Und - dass alles, alles, alles die ungetrennte, unendliche Energie ist.

    "Egal ob ich in die Vergangenheit oder in die Zukunft geblickt habe. Ich hab mich total handlungsfähig gefühlt."

    Gerade weil du in die Vergangenheit oder die Zukunft geblickt hast... denn dieser Blick ist nur mit Vorstellungen verbunden. Wenn du dir die Gegenwart anschaust siehst du, was wirklich ist, und wie sich diese Wirklichkeit ständig verändert.
    Aber 'ich' will nicht 'nur' Gegenwart, 'ich' will sich was Passenderes, Schöneres und Aufregenderes vorstellen und erreichen und strebt es an. Doch es kann das nicht machen denn alles passiert von selbst. Und sokommt es zur Handlungs-Unfähigkeit.
    Diese 'ich' - Energie ist ohne Substanz, besetzt alles was passiert um dann zu sagen:
    'ich' hab... gemacht, 'mir' ist... das passiert und so fort.

    So ist es nicht unbedingt verständlich, was hier geschrieben steht.
    Macht nichts, es wiederholt sich 'bis es mürbe wird'.
    Ist leider leidvoll, doch gleichzeitig der Antrieb.

    So meine Sichtweise
    Herzlichst - Fanny

    Ps,:
    Montag reise ich für 14 Tage aufs Land, hat sich so ergeben (bezügl. Reiseziel oder sowas) -
    und danke für's Nachhaken (das geschieht selten, ist aber sehr förderlich als kleine Herausforderung des Innenlebens) !
  • puhhh liebe @Fanny, ich weiß zwar wie ich darüber denke, aber ich hab das Gefühl, das ich es nicht auszudrücken weiß ^^

    Die gleiche Sprache zu sprechen ist was anderes als die gleiche Sprache zu verstehen.

    Ich finde zu Leben bedeutet immer in einem Kampf zu stecken. Wie die alten Griechen schon sagten, wenn du Frieden möchtest musst du bereit sein in den Krieg zu ziehen. Ich finde dieser Satz hat auf so vielen ebenen etwas auszusagen.

    Lass uns doch bitte nicht von einem Kampf reden, sondern wie viel Gewalt wir dort rein investieren. Es ist doch eher das biegen und brechen was einen so erschöpft. Ich möchte für mich einen Mittelweg finden, manchmal ist eine gewisse Gewalt ins spiel zu bringen erforderlich und manchmal eben nicht. Es ist ein Drahtseilakt zwischen Gelassenheit und Entschlossenheit.

    Apropo Ziele
    Ich freunde mich derzeit mit dem Gedanken an in den kommenden Jahren ein Fernstudium anzufangen. Ich befinde mich derzeit noch in "Aufräumarbeiten" ^^ das es mir derzeit nicht möglich macht darin zu starten.


    PS: unverhofft kommt oft ^^ viel spaß auf dem Land.
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