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Introversion und körperliche Leistungsfähigkeit

Ich persönlich bin leider sehr unsportlich und körperlich wenig belastbar.
(Immer einer der schlechtesten im Schulsport gewesen, keine gute Motorik, 2 linke Hände etc.)
Ich kann eher Begreifen wie etwas funktioniert als es mit eigenen Händen anwenden zu können.

Ich hab mich jetzt gefragt, ob introvertierte Menschen körperlich tendenziell Schwächer sind als der "Durchschnittsmensch",
weil Introvertierte möglicherweise eher mehr Denken (Hirn) und Extrovertierte eher Handeln (Körper) .
Was haltet ihr von dieser sehr gewagten These?
Kennt jemand irgendwelche wissenschaftlichen Studien dazu?
Wie sind eure persönlichen Erfahrungenen?
Wie steht es mit der Intelligenz? Sind Introvertierte im Schnitt intelligenter?

Kommentare

  • Huhu Sinnsuchender!
    Also empfindsam is mein Körper auf jeden Fall sehr. Ob sich das auf die Leistungsfähigkeit überträgt, kann ich nicht sagen. Bin allerdings auch ein ausgeprägter Sportmuffel.
    Bei Intelligenz weiß ich immer nich genau, wie sich das definiert... Street-Smarts, Book-Smarts, Gebildet, Intelligent, Informiert? Bin gespannt, was Andere hier vielleicht noch für Ideen haben.
  • edited Juli 10
    Hallo zusammen,

    den Schulsport mochte ich nie und so blieb ich in der Jugendzeit eher unsportlich, wenn auch es Zeiten gab, wo ich in einem Fußball- und Basketballverein gespielt habe.

    Erst mit Ende 20 kam wieder die Lust nach sportlicher Aktivität, das aufgrund schwieriger Lebenumstände und einem Bürojob mehr als notwendig war und mir sofort gut getan hat. Ich kann und möchte daher nur empfehlen, aktiv(er) zu sein und hier reicht zum Einstieg schon schnelles gehen. Vielleicht ist auch Wandern oder Radfahren für Dich interessant. Was denkst Du?

    Kurze Zeit später hatte ich von der Introvertiertheit erfahren - mit vielen Aha-Wow-Effekten, habe es aber selten zum Unterschied gemacht, ob in die positive oder negative Richtung. Ich würde es daher niemals so begründen können, wie Du es tust. Ich sehe hier einfach keinen Unterschied. Wenn ich aktive Menschen treffe, ob beim Joggen, Radfahren oder zu Fuß, so bin ich mir sicher, dass es sowohl introvertierte als auch extrovertierte Persönlichkeiten sind.

    Viel mehr ist der Wille entscheidend. Möchtest Du hier eine Veränderung und mehr Aktivität im Alltag, so ist es grundsätzlich möglich. Und noch viel mehr. Überhaupt ist der menschliche Körper sowas von stark - ich spreche aus Erfahrung, dass wir im Alltag und bei sportlichen Aktivität selten an unsere Leistungsgrenze gehen, es ist also immer Reserve da, egal ob Du sportlich bist oder nicht.

    Auf meiner letzten und ersten richtigen Radreise in Europa, im letzten Sommer, da bin ich 2x über die Alpen gefahren und hatte solche Momente, wo ich vom Körper und Kopf her einfach fertig war, denn ich hatte schon eine lange Tagesdistanz hinter mir, großen hunger, war einfach erschöpft und doch war da noch die Spitze des Gipfels zu überwinden - nur ein Weg oder der Weg zurück, also noch etwa 20 Kilometer bis zum Campingplatz und gar keine andere Möglichkeit. Nach wenigen Pausen und viel Kopfarbeit tat sich plötzlich etwas, ich hatte auf einmal ganz viel Kraft und Willen und habe den Gipfel auf knapp 2.000 Hm überwunden und war sehr beeindruckt, weil ich nicht damit rechnete, dass da noch im Körper und Muskeln so viel Kraft war. Ich hatte übrigens nur noch ein Stück Brot dabei -über den Nachmittag hinweg, also keine externe und schnelle Energiequelle.

    "Wie steht es mit der Intelligenz? Sind Introvertierte im Schnitt intelligenter?"
    Auf diese Frage gibt es wahrscheinlich keine Antwort. Ich würde es auch gar nicht trennen und unterscheiden wollen. Und ich versuche auch nicht alles mit Introvertierheit und Extrovertiertheit in Verbindung zu bringen, weils sonst zu kompliziert wird und überhaupt und wahrscheinlich nicht sinnvoll ist. ;-)

    LG, Eagle
  • Hallo Sinnsuchender,

    das ist ja eine gewagt-interessante These, die Du da aufstellst ;-)

    Meine Erfahrungen - denn ich denke, dass es Studien hierzu noch nicht gibt...

    Sport: Als hochsensible Introvertierte mag ich Sport - auch wenns für mich früher in der Schule nicht einfach war. Bin eben nicht die Schnellste - aber konnte dafür mit Bällen sehr gut umgehen, alles mit Gymnastik und Tanz und Ausdruck ist mir sehr leicht gefallen. In Leichtathletik mag ich die ausdauernden Disziplinen - im Sprint bin ich eher die Schnecke ;-)

    Von Volleyball über Pferdesport bis Triathlon war früher alles dabei - heute "nur" noch Triathlon und Langstreckenlauf. Und ja, die sportlichen Einheiten als Physio ;-)

    Um es fachlich auszudrücken: Ich hab eher die Slow-Twitch-Muskelfasern - also jene, die für die Ausdauer zuständig sind. Und die trainiere ich sehr gerne ;-)

    Der entscheidende Tipp kam damals von einer Sportlehrerin, die meinen Frust beim Sprint erkannte und mir den Hinweis gab, dass man nicht in allen Disziplinen gleich gut sein kann - meine Stärke liegt in den ausdauernden Sportarten. Und seit dem macht mir Sport noch mehr Spaß :-D

    Insofern kann ich Deine These mit "introvertiert = körperlich schwächer als der Durchschnitt" (leider) nicht bestätigen - aber auch zum Glück, denn das bedeutet ja, als introvertierter Mensch nicht automatisch als weniger belastbar zu gelten.

    Zu Intelligenz und Introversion - ehrlich gesagt bekomme ich Bauschmerzen, wenn ich beides gleichsetzen würde. Es würde auch evolutionsbiologisch wenig Sinn machen, dass "nur" die Introvertierten intelligenter wären.

    Meine Erfahrungen hierzu: Intelligenz ist zum einen das, was man als Anlagen hat - und die ist nicht an Introversion gekoppelt. Auch Extrovertierte können sehr intelligent sein - sie setzen sie nur wahrscheinlich anders ein ;-)

    Intelligenz ist aber auch das, was man draus macht - und das setzt voraus, dass man seine Stärken kennt und sie auch "sinnvoll" einsetzen kann.

    Ich vergleiche das mal mit der Hochsensibilität - da gibt es auch eine sehr variable Bandbreite, wie sie sich zeigen kann. Da gibt es Menschen, die sehr zurückgezogen leben - aber auch Menschen, die die Herausforderung und die "Sensation" suchen (High-Sensation-Seaker). Und eben alles zwischendrin!

    Klar, jeder Mensch hat seine eigenen Grenzen - und kann sich nur mehr oder weniger begrenzt darin entwickeln. Aber jeder Mensch hat auch seine Stärken - und egal wo diese sind: Lebe Deine Stärken!

    Und da kann ich @Eagle auch aus eigener Erfahrung zustimmen: der Mensch ist viel belastbarer, als er denkt. Vor allem: Der eigene Wille kann ein bahnbrechender Motor sein :-)

    Problematisch finde ich es allerdings, Menschen untereinander zu vergleichen - ich bin der Meinung, dass es da viel zu viele individuelle Faktoren gibt.

    Liebe Grüße von wind_und_wellen
  • P.S.: das soll nun bei mir nicht heißen, dass ich auf allen Ebenen sehr belastbar bin. Nein, auch ich habe so meine "Schwachstellen" ;-)

    Insbesondere bei zu viel Kopfarbeit erkenne ich meine persönlichen Grenzen ;-)
  • Motorik, Koordination und Kraft sind sicherlich keine Konstanten. Klar gibt es Talente, wie in jedem Bereich, aber das sollte nie zur Ausrede werden, nicht selbst zu üben, lernen und zu trainieren. Du musst dir nur einmal anschauen, was die Sportlichen in der Schule gemacht haben. Meistens waren sie in einem oder mehreren Vereinen oder sie sind, wie ich, joggen gegangen und haben mit Fitness angefangen. Vielleicht findet man Introvertierte weniger in Vereinen, weswegen sie dann nicht die gleiche Fitness aufbauen konnten.

    Aber zu sagen, dass Introvertierte generell unsportlich sind, erscheint mir - genau wie das mit der Intelligenz - unlogisch. Sport fördert sogar kognitive Prozesse.

    Wenn man ein Defizit in körperlicher oder kognitiver Hinsicht hat, bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als sich Methoden anzueignen, um das zu kompensieren. Aber ich würde die Mühe auch nur empfehlen, wenn man diese Leistung auch wirklich braucht. Ich denke ein Kletterer sollte sich vor enormen Muskelbergen hüten. :D
    Aber moderater Sport wird ab einem gewissen Alter als Prävention einfach zur Pflicht, sonst erhöht sich das Krankheitsrisiko sowie die Leidensphase am Ende des Lebens einfach unverhältnismäßig.


  • Ich habe eigentlich eher das Gefühl, dass ich durch meine innere Einstellung, die sehr durch die Introvertiertheit bestimmt ist, mehr Körperkontrolle habe, als der ein oder andere extro. Seit ich bodyweight-training mache, merke ich regelmäßig, wie leistungsfähig mein Körper sein kann.
    Wobei mein Eindruck ist, dass extros viel Mannschaftssport machen, was halt aus dem üblichen gepose und gegröle und viel homoerotischer umkleide-romantik besteht. Ich finde hingegen beim Taichi und Bogensschießen viele ruhige Menschen, die auch einfach ohne ein Wort zu sagen auftauchen, 36 Pfeile schießen und wieder gehen.
  • Es gibt zig Beispiele von introvertieren Spitzensportlern. Denke nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt. Gerade Triathleten z. B. sind eher introvertiert, aber unglaublich fit.

    Im "Psychologie Heute" Sonderheft über stille Menschen, steht, dass Introvertierte nicht grundsätzlich intelligenter sind als Extros, dazu gäbe es Studien.
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