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Entscheidungsschwierigkeiten

Ich nehme Mal an dieses Problem kennen alle Menschen.
Aber Introvertierten fällt es wahrscheinlich schwerer als Extrovertierten.
Es geht um das Treffen von Entscheidungen.
Es geht sowohl um eher unwichtige wenig komplexe Entscheidungen (wie z.B. kleine Kaufentscheidungen für 10 EUR Produkte oder was esse ich heute zu Abend), als auch schwierigere Entscheidungen ( wie soll ich jetzt kündigen, oder welches Haus will ich bauen)

Mir geht es oft so, dass ich bei einer Entscheidungen ewig darüber nachdenke,
welche Möglichkeiten es gibt mit einer Situation umzugehen, dass ich Vor- und Nachteile und deren Gewichtigung überlege
und dadurch nie wirklich zu einer Entscheidung komme, geschweige denn zu einer Umsetzung.


Wie ist das bei euch?
Wie schnell kommt ihr zu Entscheidungen?
Was ist euer "Geheimrezept" nicht zu viel Zeit auf eher unwichtige Entscheidungen zu verschwenden?

Kommentare

  • SanSan
    edited Juli 11
    Ich hab da unterschiedliche Tagesformen.
    Momentan hab ich das ganz schlimm beim Thema Essen, aber es ist hier eher nicht so, dass ich mich nicht zwischen zu vielen Ideen entscheiden könnte, sondern mir fehlt sogar komplett die Motivation, über unterschiedliche Möglichkeiten überhaupt nachzudenken.
    Passt das noch zum Thema?
    Dann konnt ich mich gestern auch nicht entscheiden, will ich mir die Haare färben? Ja/Nein? Und wenn Ja, welche Farbe? Was Normales? Lila? Türkis? Diese Frage führt prompt wieder zur ersten Frage.
    Eingestreut wurden auch ein paar Kommentare von den billigen Plätzen, die mir die einzelnen Möglichkeiten madig gemacht haben: "Du kriegst dann wieder dumme Sprüche von den Kollegen. Soll ich dir ein paar nennen, damit du dich schon mal dran gewöhnen kannst?" "Das färbt voll ab. Für ewig!" "Da steht zwar drauf, das wäscht sich raus, aber du und ich wissen genau, das wird es nicht tun" "Nach ner kurzen Weile wirst du wie ein Assi aussehen wenn sich das nach und nach wegwäscht." "Ich dusch ja nich mehr täglich, das sollte schon recht lange halten." "Apropos, mach mal Schnuppertest. Solltest du mal wieder duschen?" "DIE Farbe passt gar nich zu deiner Garderobe. Dann schon eher die andere Farbe." "DIE Farbe wird bestimmt so wie früher, als du rote Haare wolltest und dann so'n hässliches Kirschrot rauskam und du aussahst wie an Schwindsucht erkrankt" "Aber normal is langweilig" "Also ist es so wie es jetzt ist, langweilig." "Ja, das auch! Aber..."

    Ich hab auf dem Weg zur Drogerie, um eine Packung Haarfärbemittel zu kaufen, dann gemerkt, dass ich finde, dass Leute mich und meinen Kauf anstarren (ich hatte dazu zwei Chipspackungen und eine Capri-Sonne, was das Ganze nicht besser machte). Was sie vermutlich nicht mehr als sonst getan haben, aber ich kam mir plötzlich sehr nackt und unselbstbewusst vor. Hat das mal einer beobachten können, ob das Phänomen der Entscheidungsunfähigkeit vermehrt in Zeiten von niedrigem Selbstbewusstsein auftaucht?

    Ich hab mich auch schon tot-recherchiert bei der Entscheidung, welches neue Handy [alternativ kann hier jedes x-beliebige Technikgerät eingesetzt werden] ich mir besorgen will. Ich hab Vorteile und Nachteile gewälzt und dann - jetzt kommt einer meiner "Geheimtricks" - wars mir zu dumm, meine Geduld hat mich verlassen und ich hab endlich auf die kleine Stimme gehört, die mir schon ganz zu Anfang gesagt hat "Nimm das rosane!" und die das immer wieder eingeworfen hat, obwohl ich ihr dutzende Alternativen präsentiert und ihre Worte hartnäckig ignoriert habe. Möglicherweise, und der IT-Supporter in mir läuft gerade rot an vor Peinlichkeit- sogar, obwohl andere Geräte eine technisch bessere Ausstattung haben. Möglicherweise wollt ich auch nur DESHALB nich auf die Stimme hören. Könnt ich mir auch als möglichen Grund für Entscheidungsunfähigkeit für andere Thematiken und Menschen vorstellen.

    Okay, die Stimme ist nicht immer da.
    Manchmal ist man aber auch nur so sehr darauf trainiert, ihr nicht zuzuhören, dass mein zweiter "Geheimtrick" helfen kann:
    Münze werfen.
    Wenn die Münze in der Luft is, kreischt die kleine Stimme manchmal auf oder man hört sie einfach plötzlich sehr deutlich, während sie sagt: "Oah Mann, ich hoffe, sie landet auf Kopf."
    Und selbst wenn man sie immer noch nicht hört: Das nehmen, was die Münze gesagt hat.
    Denn Fakt ist: Einen Tod muss man sterben und manchmal muss man einfach springen und dann nicht zurückschauen. Sich nicht entscheiden zu können rührt, glaub ich, oft daher, dass man sich mit einer Entscheidung FÜR etwas eben auch immer GEGEN andere Möglichkeiten entscheidet und die Vorstellung "was-wäre-wenn" hält viele davon ab, sich dann für überhaupt irgendwas zu entscheiden. Wobei dann auch gerne vergessen wird, dass keine Entscheidung auch immer eine Entscheidung ist.
    In meinem Fall: Ich hab das Haarfärbemittel Zuhause, aber immer noch braune, "langweilige" Haare, weil ich mich [noch] nicht dazu entschieden habe, es zu benutzen. Im Grunde kann man es so sehen, dass das Vertagen einer Entscheidung (oder anders gesagt: die Entscheidung für das Belassen des Status Quo) nur dazu führt, dass man diese Entscheidung immer und immer und immer wieder auf den Stapel bekommt und sich jedes mal erneut für eine der Möglichkeiten oder den Status Quo entscheiden muss.
    Das heißt, auch ich werde mich weiterhin fragen, ob ich mir die Haare färben will. Und solange ich mich nicht definitiv für ein Nein entscheide, werd ich das auch weiterhin tun.
    Könnt mir vorstellen, dass dieses ständige vor-sich-herschieben von Entscheidungen auch irgendwann zu nem stack overflow führt und man sich quasi entscheidungsunfähig-teufelskreist.

    Nachtrag: Also Angaben ohne Gewähr, ne? Wer jetz auf Basis der Entscheidung einer Münze und "weil San im Internet mir den Tipp gegeben hat" ein Haus kauft, der äh.. also.. ich war's nich!
  • Entscheidungsschwierigkeiten - kenne ich auch ;-)

    Ich hab mir mittlerweile folgendes angewöhnt: Da ich mir ja über mein Kopfkino bewusst bin, switche ich auf eine Meta-Ebene. Ein innerer Dialog. Ich stelle mich dann selbst vor die Wahl, ob ich mich weiter im Kreis drehen möchte oder ob ich mich zu einer Entscheidung durchringen kann ;-)

    Klappt nicht immer - aber immer besser und leichter und mir wird immer schneller bewusst, wo und wie ich mir selbst im Weg stehe :-)
  • Na danke. Was soll ich jetzt mit nem Haus in Bielefeld, nur weil die Münze auf Zahl gelandet ist. Hab deinen letzten Absatz erst später gelesen^^
  • Das mit der Münze erinnert mich an The big bang Theorie wo Sheldon alles mit Würfeln entscheiden wollte und die Würfel haben sich immer gegen ihn entschieden ^^
    Alea ecta est oder wie hieß das nochmal

    Ich bin auch so ein zu Ende Denker. Vor Entscheidungen versuche ich immer die Konsequenzen daraus zu ziehen. Oft ist es nützlich, aber meistens steht man sich tatsächlich im Weg rum.
    Ich bekomme sehr oft den Spruch zu hören, soweit habe ich noch gar nicht gedacht.
    Wenn man es dann aber wagt ins kalte Wasser zu springen, stelle ich oft fest dass die Konsequenzen dann doch nicht so schlimm sind wie angenommen.

    Wenn ich meine Entscheidungen nicht konsequent durchsetze habe ich immer das Gefühl, mir nicht zu vertrauen. Da frage ich mich gerade eher ob das geringe Selbstbewusstsein kommt weil man sich in einer entscheidungsunfähigen Zeit befindet. Aber ich glaube es ist der selbe Teufelskreis von dem wir reden @San
    Rein vom philosophischen Standpunkt aus würde ich sagen man ist selbstbewusst weil man entschlossen handelt und nicht man handelt entschlossen weil man selbstbewusst ist.

    Am Dienstag hab ich mich entschieden früher aufzustehen, weil ich mal ein Morgen ritual einführen möchte. ich glaube es gibt mir etwas mehr Lebensqualität. Also habe ich mir den Wecker auf 5:30 gestellt und Sport Klamotten raus gelegt, damit ich nach dem aufstehen in meine Laufschuhe springen kann und direkt raus zum joggen. (ist jetzt bestimmt 3jahre her wo ich das letzte mal laufen war)
    Also.. ich wache um 5:30 auf, da kam auch diese Stimme 'ist das jetzt dein Ernst' meine Antwort war 'JA MEIN ERNST'. Heute morgen war ich aber total willensschwach. Muskelkater und üblichen wehwehchen am Morgen da kam diese Stimme sooo hinterlistig an nach dem Motto ich weiß ja jetzt das du es ernst meinst 'komm gönn dir die halbe Std. Wenigstens bis 6uhr' ich war aber standhaft und Habs durch gezogen. Dieses konsequente macht einen dann schon stolz und ich fühle mich geistig wesentlich fitter.
    Ich hoffe die Stimme gewinnt diesen Kampf nicht ^^ mal schauen ob ich es weiter durch ziehen werde.
  • Ich hatte solche Entscheidungsprobleme früher auch sehr häufig. Habe vieles tausend Mal durchdacht, aber mich seltenst entschieden.

    Heute ist das etwas anders. Ich versuche entweder mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen oder aber ich versuche die Entscheidungsmöglichkeiten so gering wie möglich zu halten. Das konnte ich z.B. ganz gut beim Hausbau an mir beobachten. Als es zur Auswahl von Boden, Sanitär etc. ging. Sobald ich gemerkt habe ich bin mit der Auswahl überfordert habe ich mir die Dinge ausgesucht die mich von vorneherein angesprochen haben. Manchmal hat auch eine Nacht schlafen geholfen.^^ Wollte und konnte ich mir das am nächsten Morgen immer noch vorstellen wurde es gekauft. :D

    Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich mir selten von jemanden rein reden lasse. Ich muss mit meiner Entscheidung leben und nicht die anderen.
  • SanSan
    edited Juli 12
    @Sinnsuchender "Na danke. Was soll ich jetzt mit nem Haus in Bielefeld, nur weil die Münze auf Zahl gelandet ist. Hab deinen letzten Absatz erst später gelesen^^"

    Oh noooooo! ^^ Frag die Münze, was du mit deinem Haus jetzt machst! :D

    @Sternenschauer
    "Rein vom philosophischen Standpunkt aus würde ich sagen man ist selbstbewusst weil man entschlossen handelt und nicht man handelt entschlossen weil man selbstbewusst ist. "

    Uh, das kann sein!
  • @san das erinnert mich jetzt irgendwie an die lebenswichtige Entscheidung vor rund 13 Jahren (Oh fuck jetzt fühle ich mich alt...) welchen MP3-Player ich mir kaufen soll. Also in den örtlichen nach einem Planeten benannten Laden, eine halbe Ewigkeit nach einem Verkäufer gesucht, der gerade eine Frau beriet. Offensichtlichwollte er es mit Multitasking versuchen und zeigte mir einen. Die Frau völlig außer sich „Ihhhhh aber das Ding ist doch voll hässlich!“ und damit stand meine Kaufentscheidung fest. Frei nach dem Motto, wenn es schon nicht von anderen die nötige Wertschätzung erhält, dann muss ich doch...

    Entscheidungsschweirigkeiten kenne ich aber auchzu gut. Selbst die Entscheidung, was man essen will kann einen Großteil des Abends einnehmen oder welches Smartphone oder Notebook total überlebenswichtig wäre. Und ja, das steht im krassen Gegensatz zu meiner Frage was und wie viel man wirklich braucht *hüstel* Am Ende treffe ich eine Entscheidung, bin damit für ca. 0,3 Sekunden zufrieden, kaufe mir das andere auch noch und wundere mich dann, dass andere darauf mit Unverständnis reagieren.

    So ein Haus in Bielefeld ist doch okay. Ist doch alles nur Fasade. Man weiß doch, dass es die stadt gar nicht gibt. ;)

    Eine Münze zu werfen habe ich auch versucht. Gut, es war eine digitale Münze aber fast jedes Mal merke ich beim Ergebnis, dass mir das andere doch lieber gewesen wäre und ich frage mich dann: Wenn es so klar war, wieso dann die Entscheidungsschwierigkeiten?

    Seit ein paar Monaten gewinnt aber mein inneres „fuck it“ und ich entscheide einfach aus dem Bauch heraus. Da kommt dann schonmal bei heraus, das ich durch halb Deutschland fahre, um mir ein Konzert anzusehen oder ohne viel Recherche eine Gitarre kaufe, weil ich das Geld gerade mal übrig habe, wenn es den Rest des Monats Nudeln gibt und sie mir beim Spielen gefällt...

    Was hat das mit Entscheidungen zu tun? Ich denke mir mittlerweile, dass es bei kleineren Entscheidungen meistens relativ egal istund, dass man sich weitesgehend aufs Bauchgefühl verlassen kann. Ich habe eine Entscheidung aus dem Bauch heraus bisher jedenfalls noch nie bereuht.
  • edited Juli 12
    Ich gehöre leider auch zu den weniger entscheidungsfreudigen Menschen - das bezieht sich allerdings in erster Linie auf Situationen, wo auch andere Personen mitzureden haben. Vor allem bei solchen banalen Dingen, wenn ich z.B. gemeinsam mit meinem Partner überlege, was wir essen sollen oder was wir am Feierabend noch gemeinsam anreißen wollen. Leider ist er auch keiner, der gleich auf den Tisch haut und sagt, was er sich vorstellt und so bestehen solche Entscheidungsfindungsgespräche bei uns häufig erst mal aus einigen Gegenfragen ohne klare Antworten. xD
    Ich entscheide halt irgendwie nur ungerne für andere Personen, weil ich dann oft das Gefühl habe, dass ich anderen etwas auf die Nase binden könnte, was vielleicht nur ich möchte ... und in manchen Situationen, wo es vielleicht mal um mehr geht als nur Essen, fällt es mir auch schwer, offen auszusprechen was ich möchte.
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