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Wert wiederfinden

Kennt ihr das...? Eigentlich kommt ihr klar von Tag zu Tag ohne größere Selbstzweifel und Selbstkasteiung vor euch hin zu leben. Aber dann passiert irgendetwas, das euer Selbstbewusstsein IMMENS zerstört und plötzlich ist alles so.. schwierig?
Ihr stellt euch plötzlich mehr infrage, denkt viel mehr über Dinge nacht, die ihr seid, tut, könnt (oder eben all das NICHT) und das schlägt sich in der Ausstrahlung nieder und treibt die Leute weiter weg von euch, weil sie die Unsicherheit spüren...?
Und das resultiert in einem Teufelskreis und ihr werdet immer unsicherer und unsicherer...

Wie findet man seinen Selbstwert wieder, nachdem er einem aus der Hand geschlagen wurde?

Kommentare

  • Oh ja, es gibt die Tage da fühle ich mich wort gewandt und super produktiv und dann gibt es die Tage wo ich mich einfach nur dumm fühle.
    Es ist so als ob ich einen Berg besteige, an Guten Tagen Blicke ich zum Gipfel und er ist zum greifen nah. An schlechten Tagen Blicke ich zum Gipfel und ich stehe am fuße des Berges. Das ist so ein erdrückendes Gefühl.

    Dieses zum Gipfel gucken sollte ich vermeiden. Vielleicht sollte ich eher am Wochenende die Woche Review passieren lassen und gucken was war gut und wo kann ich mich verbessern und nicht täglich über so etwas nachdenken wie weit ich gekommen bin. Der selbstwert stellt sich bei mir wieder ein wenn ich ein Fuß vor den anderen setzte. Rückschläge wird man immer wieder erleiden, ich finde der Umgang mit ihnen ist das entscheidende.
  • Ich denke, die letzten beiden Sätze sprechen zu mir... das ist vermutlich, was ich tun muss. Aufstehen, Krönchen richten und weiter...? Ich schätze.
  • Es gibt ein Zitat von Albert Einstein was mich begleitet. Das Leben ist wie Fahrrad fahren, um die Balance zu halten musst du in Bewegung bleiben.

    Bei mir ist es so, wenn ich anfange zu schmollen wird dieses Loch immer größer. Alles erscheint plötzlich so mühselig und aus keine Lust wird noch viel weniger Lust. Ich kann für mich nur sagen, dass ich keine Wahl habe als einfach weiter zu machen, auch wenn das scheitern manchmal schon vorprogrammiert ist. Ich kann Kraft und den Wert aus dem nicht aufgeben schöpfen.
  • "Wie findet man seinen Selbstwert wieder, nachdem er einem aus der Hand geschlagen wurde?"

    Eine sehr gute Frage...!

    Lässt er sich finden? Oder kommt er von alleine?

    Wie "bemisst" sich der Selbstwert? Wer "legt" ihn "fest"?

    Was tun, wenn da mal wieder dieser Scherbenhaufen ist?

    Eine zeitlang habe ich geglaubt, dass Zeit alle Wunden heilen kann. Joa, kann sie auch... allerdings: Wenn eine Wunde geheilt ist, bleibt da nicht eine kleine Narbe zurück?

    Interessant - denn ich darf ja gerade jetzt das physiologische Thema der Wundheilung für mein Examen bearbeiten. Ok, hier gehts dann aber um die richtigen großen physischen Wunden... ;-)

    Aber heißt es nicht so: Wie im Großen, so im Kleinen?

    Physisch gesagt: Was braucht eine Wunde, um (optimal) heilen zu können?
    (Vielleicht ist ja was fürs Psychische dabei?)

    - gute/ausreichende Durchblutung
    - möglichst enger Kontakt der Wundränder (für die primäre Wundheilung... ist kein Kontakt möglich, heilt die Wunde über die sekundäre Wundheilung, hinterlässt dann aber eine größere/breitere Narbe...)
    - Ruhigstellung
    - möglichst keine Faktoren, die die Wundheilung ungünstig beeinflussen (aber das würde nun zu weit führen!)

    Sorry für den kleinen Ausflug - aber vielen Dank für die kleine Wiederholung ;-)
    So, wie ich meine derzeitige Pechsträhne einschätze, kommt diesen Thema für mich nun NICHT im Examen dran... :-(

    Zurück zum Selbstwert!

    Ja, einfach gesagt, legt man ja den Selbstwert selbst für sich fest: Was bin ich mir wert?

    Ich finds dann eben im Kontakt mit anderen schwierig... und das meinst Du wahrscheinlich, @San?

    Und was tun, wenns mal wieder passiert ist?

    Tja, mir hilft: Rückzug! Ruhe!

    Da ist zwar noch der Wunsch, sich mit einer Person auszutauschen, die einen versteht und für den Moment halten kann... aber so eine ist leider nicht immer da... :-(

    Also dann doch: Zeit heilt alle Wunden!
    Blöd nur, wenn ein und dieselbe Wunde immer mal wieder aufgerissen wird... :-(

    Dann so, wie @sternenschauer geschrieben hat: Ein Schritt nach dem anderen!
  • @wind_und_wellen Ich beobachte schon sehr häufig das Phänomen "wie im Kleinen so im Großen" von daher fand ich deine physische Wundheilungs-Zusammenfassung gerade schon inspirierend. Wie man das auf die Seele überträgt, ist natürlich so die Frage, nicht? ^^ (Hat eine Seele Wundränder? Und wenn ja, wie kriegt man die näher anreinander...?)

    Hm, tatsächlich muss ich dir wohl recht geben, obwohl ich die Vokabel "Selbstwert" natürlich bewusst gewählt habe, habe ich gerade Probleme, darin zu unterscheiden, was "ich mir selbst wert bin" und was "ich anderen wert bin/war", was zu dieser Verletzung geführt hat.
    Ja, Kontakt mit Anderen ist schwierig, besonders mit denen, bei denen ich meinen Selbstwert habe liegen lassen.
    Personen, die mich verstehen und mich für den Moment halten können, habe ich schon, nur...
    Warum ist es so irre leicht, den eigenen Selbstwert über Bord zu werfen, weil da Leute sind, die ... nicht mal mit Worten sagen "Du bist schlecht." sondern eher deren Ausstrahlung sagt "du bist anders, geh zurück in deine Freak-Ecke, wir wollen dich hier nicht".
    Und wenn jemand kommt, der einen aufrichtig liebt und der mit echten Worten sagt "Hey, ich find dich aufrichtig super so wie du bist und ich bin froh, dich in meinem Leben zu wissen"
    Warum fällt es mir so leicht, der einen Gruppe zu glauben, und der anderen nicht? Warum kann die eine Gruppe bewirken, dass ich mir meinen Selbstwert nehmen lasse, aber die andere Gruppe kann nicht bewirken, dass ich ihn mir zurücknehme (oder geben lasse, wenn man sich den Selbstwert mal eben so vorstellt wie eine Kugel, die ich wie eine heiße Kartoffel hab fallen lassen und die mir nun wieder angereicht werden möchte).

    Ich verstehe schon das Prinzip, "Selbst" Wert. Er ist meiner, gehört nur mir und was ich mit ihm anstelle, geht immer von mir aus. Ob ich ihn fallen lasse oder mir zurücknehme (geben lassen geht nicht, weil ich ihn nehmen muss, denn an dieses spezielle Regal in meinem Kopf komme nur ich ran).
    Wenn ich ihn so schnell über Bord werfe, aber Probleme habe, ihn wieder anzunehmen, hatte ich ihn dann überhaupt oder war das nur eine Illusion? Der Glaube, dass ich mich selber wertschätze?
    Ist die Wunde als kaputtes Regal zu betrachten, von dem der Selbstwert solange wieder herunter kullert, wie es nicht wieder fest in der Wand verankert sitzt?
  • Ist es denn deine Angelegenheit, wie viel Wert du bei anderen hast? Da hast du kein Einfluss drauf. Wichtig ist da eher wie viel Wert die anderen bei dir haben.
  • Während meiner Ausbildung hat mein Ausbilder mal gesagt wenn du einen Vortrag hältst und du jemand stirnrunzelnd siehst bedeutet das nicht das du was falsches gesagt hast, er kann genauso gut eine kackwurst quer hängen haben.
    Ich hab letztens meine Arbeitskollegin etwas gefragt während sie Erdbeeren gegessen hat. Ihr Gesichtsausdruck auf meine Frage war so 'das ist das dümmste was ich je gehört habe' obwohl ihr die Erdbeere nicht geschmeckt hat. Man lässt sich sehr schnell verunsichern.
    Du solltest das verunsichern lassen eher als Illusion betrachten als deinen selbstwert an sich.
    Ich denke da sind spiegelneuronen für verantwortlich, dass wir uns verunsichern lassen.

    "sondern eher deren Ausstrahlung sagt "du bist anders, geh zurück in deine Freak-Ecke, wir wollen dich hier nicht". "

    Kannst du beurteilen wie deine Ausstrahlung dann ist? Mir ist schon öfter aufgefallen, dass ich genau die Blicke ernte, die ich auch ausstrahle. Wenn ich lächel dann werde ich auch angelächelt, genauso umgekehrt.
  • Weiß ich ja alles, dass ich das anziehe, was ich austrahle.
    Ich hab es auch schon ganz früh am Tag gemerkt, noch bevor das Event überhaupt gestartet hatte, dass ich verunsichert bin und mich fehl am Platz fühle. Als wir noch ganz wenig Leute waren.
    Und klar ist mir auch den ganzen Tag bewusst gewesen, dass ich mich mit dieser Einstellung quasi selber macbathe und die Leute nicht in der Nähe von jemandem sein wollen, der sich selber grad unsicher in ihrer Nähe fühlt.
    Nur was soll ich in so einem Moment dann machen? Ich hab mir das ja auch nich ausgesucht, mich so zu fühlen und "fake it till you make it" funzt in so einer Situation nur oberflächlich insofern, als dass ich mir nich vor Unsicherheit in die Hose mache oder sichtlich die Schultern hängen lasse und ich somit wenigstens nicht vollkommen offensichtlich auffalle. Unterbewusst nehmen die Leute es dennoch wahr.

    Jetzt davon auszugehen, dass Spiegelneuronen dafür gesorgt haben, dass ich mich unsicher fühle, fänd ich irgendwie feige, mich dahinter zu verstecken. Der sicherheitsbedürftige Teil meines Gehirns will sofort drauf anspringen und sagen "klar, du bist empathisch und kannst oft nicht zwischen dem trennen, was Andere denken und was du denkst. Erst wenn du wieder alleine bist! Also hast du bestimmt nur die Unsicherheiten aller Anderen aufgesaugt und potenziert und du selber bist eigentlich in Ordnung und müsstest nur deine Empathie in Griff kriegen"
    Es ist wirklich verlockend, das glauben zu wollen. Das wäre ne Erklärung und irgendwo die Absolution, dass ich nicht der Freak und Außenseiter bin, als der ich mich abgestempelt gesehen habe, sondern dass ich einfach n fucking magisches Medium für die Emotionen Anderer bin.
    Njaaaa und jetzt hab ich mir grade selber zugehört und denke "klar, fucking magisches Medium am Arsch, du stichst einfach unangenehm aus der Masse und das war schon alles."

    Das Ding is, what's done is done. Is vorbei, Rafiki sagt selber, es liegt in der Vergangenheit und lässt sich nicht ändern. Nur wird das nich die letzte Familienfeier gewesen sein und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich machen soll. Die letzten beiden Male waren so grässlich, aber auf unterschiedliche Weise (waren teilweise auch unterschiedliche Leute da), dass ich Angst hab, das jetzt als die absolute Wahrheit anzusehen, wie der Himmel blau is, sind solche Feiern Gift für meine Seele und es wird mir dort beschissen gehen.
    Yay, mit der Einstellung wird es das garantiert mit 100%-Unwohl-fühl-Garantie. Und nun? Entweder die fixe Vorstellung aus meinem Unterbewusstsein herauskriegen (Bewusst sagen "das wird total toll und ich werde riesig Spaß haben kann jeder, aber wie überzeugt man sein Unterbewusstsein davon, dass es tatsächlich so sein könnte?)
    oder für immer meiden und (wieder der feige Weg) wegbleiben, wenn ich erwarte, dass es wieder so'n ekliges Event werden könnte, bei dem ich mir doch nur die Seele schrotte? Reden tun die Leute dann auch über mich, aber dann krieg ichs wenigstens nich mit.
  • ...abstürzen, sich wiederfinden an einer Abssturzstelle, der man mit viel Geduld entkommen zu sein glaubte. Es wiederholt sich so lange, bis dem Schmerz dieser Stelle/Wunde, erlaubt wird zu sein. Dazu müssen wahrscheinlich einige Vorstellungen von sich und dem Leben aufgegeben werden (meine Erfahrung).

    "Ist die Wunde als kaputtes Regal zu betrachten, von dem der Selbstwert solange wieder herunter kullert, wie es nicht wieder fest in der Wand verankert sitzt?"

    Mit viel Mühe wieder das Regal in der Wand verankern, bis zum nächsten mal?

    JA zum kaptten Regal. JA zum herunter gekullerten Selbstwert. Was ist das für ein Gefühl? Vor dem läufst du weg. Was passiert, wenn du stehen bleibst und es anschaust?

    Sieh es als Experiment. Nur hinschauen genügt, auf das, was so furchtbar ist.

    Liebe Grüße für @San
  • Guten Abend!
    Das ist eine nicht einfach zu beantwortende Frage, denn hier gibt es wahrscheinlich mehrere Möglichkeiten bzw. ist es doch eher individuell.

    Für mich resultiert der Selbstwert aus den Gedanken und wie wir damit umgehen, wenn wir also zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigt sind und damit uns sowie unsere vergangenen Entscheidungen hinterfragen, so hat dies großen Einfluss darauf. Machen wir uns zu viele Gedanken um die Zukunft, so ist es ähnlich, denn wir können hier z.B. denken, dass wir für etwas nicht gut genug sind oder etwas nicht schaffen würden.

    So glaube ich und versuche immer mehr - immer besser umzusetzen, mehr in der Gegenwart zu sein, mich in negativen Tagen über auch positives an diesem Tag oder kurz davor zu erfreuen, also nicht alles "schwarz" zu sehen - ich sag das mal so, denn das ist eigentlich nicht so mein Fall, jedenfalls, im hier und jetzt zu sein und sich selbst einzugestehen, dass ich selbst, meine Persönlichkeit weder irgendwann ein volles Maß erreicht noch perfekt ist. Mit sich selbst im Reinen sein - das könnte das Lebensglück sein und für Einfachheit im Alltag sorgen.

    Ich zitiere gerne noch ein Zitat und dann bin ich auch wieder weg. :-)

    "Verdirb dir nicht die Freude an dem, was du hast, indem du dir wünschst, was du nicht hast; denke daran, dass das, was du heute hast, einst zu den Dingen gehörte, von denen du nur träumtest." Epikur, griechischer Philosoph (341 - 270 v. Chr.)

    In Zufriedenheit und Stolz - der Welt und sich selbst gegenüber, finden wir unser Glück und Bescheidenheit.

    LG, Eagle
  • @San

    Zunächst mal zu deiner Ausgangsfrage: Ja, das kenne ich auch sehr gut. Bei mir sind das immer so Phasen. Ich habe mal eine Phase, in der ich mich gut fühle und dann mal wieder eine, in der ich mich unwichtig, wertlos und ungeliebt fühle. In so einer negativen Phase dreht sich mein Gedankenkarussell ständig. Und ich kann mir gut vorstellen, dass andere das merken und deshalb von mir Abstand nehmen. Dabei wünsche ich mir gerade in so einer Phase einen Menschen, der bei mir ist (in erster Linie in emotionaler Hinsicht, ob nun physisch oder nicht ist dabei nicht so entscheidend), habe dann aber in der Regel niemanden. Das ist für mich nur schwer auszuhalten, aber ich weiß aus Erfahrung, dass das wieder vorbeigeht und dann wieder eine gute Phase kommt. In diesem Fall heilt tatsächlich die Zeit die Wunden, aber es bleiben Narben zurück. Das heißt, wenn dann mal wieder so eine negative Phase kommt, kann es schon sein, dass ich mich da rein steigere und solche Gedanken habe wie „IMMER wenn mir schlecht geht, habe ich niemanden … ich werde IMMER so einsam bleiben und NIE WIEDER echte und tiefe Freundschaft erfahren …“.
    (Zu diesen Phasen möchte ich noch erklären, dass ich nicht nur in „gut“ und „schlecht“ unterscheide, also die Extreme sind nicht so stark. In einer guten Phase fühle ich mich überwiegend gut und in einer negativen Phase überwiegend nicht gut. Das ist also nicht so krass schwarz-weiß, wie es vielleicht den Anschein hat.)

    Unter „Selbstwert“ verstehe ich das, was jemand von selbst hält und wie jemand sich selbst sieht. Das, was man sich selbst wert ist, unabhängig vom Einfluss anderer Menschen.

    In der Realität glaube ich aber, dass wir uns viel zu sehr davon beeinflussen lassen, was andere von uns halten und was andere über uns denken könnten. Wir nehmen Rückmeldungen anderer Personen oder Situationen, die wir für uns interpretieren, in unser Selbstkonzept auf und fühlen uns entsprechend gut, unsicher, nicht akzeptiert oder was auch immer.

    Mir geht das auch so, dass ich oft in Situationen, Blicke oder auch Worte in Bezug auf meine Person etwas hinein interpretiere und dabei im von negativen Dingen ausgehe. Negative Empfindungen nehme ich sofort an, aber bei positiven Dingen fällt es mir schwer, diese selbst von mir zu glauben. Ich gehe davon aus, dass das bei mir schon in der Kindheit begründet liegt, da ich für meine Eltern nie gut genug war und immer noch hätte besser sein müssen. Lob annehmen kann ich zwar, aber es fällt mir sehr schwer, dieses in mein Selbstkonzept aufzunehmen, während das aber bei negativen Dingen ziemlich schnell geht. Und so lasse ich mir leider auch schnell meinen Selbstwert nehmen.

    Dieses Thema beschäftigt mich auch immer wieder mal, und ich habe dafür noch keine optimale Lösung gefunden. Das heißt, ich habe zwar eine Idee, aber bisher funktioniert die bei mir noch nicht so richtig. Aber ich teile sie gerne mit dir, vielleicht kannst du ja was damit anfangen: Ich möchte gerne in Zukunft mehr versuchen, nach außen hin zu mir selbst zu stehen und mich nicht gleich dafür zu rechtfertigen, warum ich so bin wie ich bin. Um das zu erreichen, verinnerliche ich immer mehr, dass jeder Mensch sein Leben so leben darf, wie er es für richtig hält. Dass ich nicht weniger wert bin, nur weil nicht so bin wie die breite Masse. Dass ich mich für eine Entscheidung gar nicht rechtfertigen muss, weil es MEINE Entscheidung ist. Weil ich es mir wert bin, so zu sein wie ich es möchte.

    Und deshalb finde ich es überhaupt nicht feige, wenn du nächstes Mal nicht mehr zur Familienfeier gehst. Im Gegenteil, ich finde das sehr stark. Weil du erkannt hast, dass du dich dort nicht wohlfühlst und es dir danach nicht gut geht. Weil es dir deshalb viel besser gehen würde, wenn du da nicht mehr hingehst. Du hattest vorher schon kein gutes Gefühl. Und es war ja auch nicht die erste Familienfeier, auf der du dich nicht wohlgefühlt hast, du hast das ja schon öfter mal erwähnt.

    Frag dich, was DU SELBST möchtest. Und dann sei es dir wert, entsprechend zu handeln. Wenn du dann entscheidest, dass du an der nächsten Familienfeier nicht teilnimmst, triffst du diese Entscheidung für dich. Nicht weil du feige bist, sondern weil du es dir wert bist. Und so kannst du es auch nach außen hin vertreten: „Ich möchte nicht. Meine Entscheidung.“ Und du hast völlig recht, wenn sie dann über dich reden, bekommst du es gar nicht mit. :-)
  • Was @fanny sagte, spricht zu mir. Gehört wohl ins Thema "Schattenarbeit" hinein, das mich vor einer Weile viel beschäftigte und in dem es genau darum geht: Das anschauen, was man nicht haben will, was aber da ist.

    Tat auch gut weh. Aber musste wohl mal sein. Ja, was war da? Angst. Angst, tatsächlich wertlos zu sein. Allein zu sein. Trauer wegen der Ablehnung. Wegen dem Gefühl, "das bin ich. Das ist alles, was ich kann. Und das war nicht genug für die." Tiefe Schwärze irgendwo.
    Ich versteh das schon, was du meinst. Denke ich. Das Regal an sich ist auch nur ein Werkzeug, nicht hinschauen zu müssen. Irgendwie ist es besser, sich den runtergekullerten Selbstwert da unten anzuschauen und ihn dort liegen zu lassen, weil er dort und auf dem Regal immer noch derselbe ist. Und er liegt grad nun mal da unten. Is so.
    Danke für die Erinnerung an das Schatten-liebhaben, ich hatte das in meinem Alltag schon wieder vollkommen vergessen. Nur gemerkt, dass sich in mir eine Art Unzufriedenheit mit den Dingen aufbaut, von der ich im Hinterkopf hatte, dass es gar nicht so lange her war, dass mir das über Dinge NICHT so ging. Vor gar nicht allzulanger Zeit ging ich noch anders mit Dingen um, ich wusste nur nich mehr, wie und warum.

    An euch alle: Danke für die Beiträge und fürs Zuhören und Tipps geben!
    Es ist immer schwierig, die ganzen sehr subtilen Empfindungen in harte Worte zu verpacken und sie so quasi in Stein zu meisseln. Sie sind deutlicher lesbar als dass sie fühlbar sind und das verfälscht die Empfindung irgendwie leicht, bzw. gibt eher einen verfälschten Eindruck beim Leser.
    Dieses Wochenende habe ich unter "meinesgleichen", Freaks verbracht und es war sehr schön und heilsam und stand in krassem Kontrast zum letzten Wochenende.
    Der Eindruck, ist bin nicht richtig, ist nun eher dem Eindruck gewichen, ich war einfach unter den für mich falschen Leuten.
    Und somit bleibt für die Zukunft genau die Frage, die du, @herbstbube stellst: Wie will ich in Zukunft damit umgehen, wenn ich weiß, dass ein Treffen mit den für mich falschen Leuten naht. Danke, dass du das so ausgedrückt hast, dass es dabei nicht um Feigheit sondern um meinen eigenen Wert geht, wenn ich beschließe, mich von solchen Treffen eher zurückzuziehen. Ich schätze, da sitzen wir in einem ähnlich designten Boot mit der Frage "Boah, kann ich es wirklich bringen, so GAR keine Zeit mehr mit meiner Familie zu verbringen?"
    Wo ich vorher noch dachte, ich kann mich in deine Situation mit deinen Eltern gut hineinversetzen, denke ich, gelingt mir das jetzt doch besser als vorher.

    und an @eagle: Ja, ich sollte mehr darauf schauen, was ich habe und mich daran erfreuen, anstatt anzuschauen, was ich nicht habe und mich darüber zu grämen.
    Danke!
  • @san

    Du fragst: "Boah, kann ich es wirklich bringen, so GAR keine Zeit mehr mit meiner Familie zu verbringen?"

    Klar kannst Du!

    Du hast jedes Mal die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob Du Zeit mit Deiner Familie verbringst oder nicht.

    Ich habe mit meiner Familie, bzw mit einem Großteil davon, ähnliches erlebt. Jedes Mal die Hoffnung: dieses Mal wirs schön.

    Neee...

    Nach unzähligen "blauen Augen" hab ich nun kapiert: meine Leute sind so, wie sie sind - und ich habe die Freiheit, zu entscheiden, ob ich sie sehe oder nicht... und WENN ich mich dann doch mal entscheide, in die Löwengrube zu gehen, dann weiß ich, dass es weh tun kann. Und ich habe die Hoffnung bzw diesen Wunsch aufgegeben, dass es schön werden kann.

    Und wenns dann doch mal widererwartend schön sein sollte, solls mir recht sein ;-)

    Fazit: für mich klappts immer besser, dass ich damit umgehen kann, dass es mir egal sein sollte, was die Family über mich lästert ;-)

    Die Family konnte ich mir nicht aussuchen (jetzt mal weltlich betrachtet. Denn esoterisch betrachtet hab ich mir die Family dann doch ausgesucht) - aber ich kann es mir aussuchen, ob ich sie sehen will! Selbst auf Beerdigungen oder sonstigen Anlässen, die "heikel" sind.


    Liebe Grüße von wuw
  • @San:

    Genau das Gefühl, dass wir beide in einem ähnlichen Boot sitzen, hatte ich beim Lesen deines Themas auch. Deshalb will und kann ich auch gar nicht den großen Lehrmeister abgeben. Denn ich hadere selbst genug mit mir und der Frage, ob ich das wirklich bringen kann. Aber in der letzten Zeit verinnerliche ich immer mehr, dass es in MEINEM Leben darauf ankommt, was ICH für gut und richtig halte. Dieser Gedanke mag im ersten Moment egoistisch erscheinen, aber wenn ich die „richtigen“ Menschen um mich herum habe, kann ich auch ich selbst sein ohne mich verstellen zu müssen und habe ganz viel Herzlichkeit zu vergeben. In der Umsetzung bin ich auch noch weit entfernt von Perfektion, aber ich merke, dass sich da bei mir etwas bewegt.

    Und das möchte ich dir gerne in deiner Situation weitergeben, dass du deine Gedanken nicht so sehr darauf lenkst, was die anderen denken oder über dich reden könnten, wenn du beim nächsten Mal nicht hingehst, sondern darauf, was du wirklich möchtest. In dem Moment, in dem du dich selbst für feige hältst, orientierst du dich an den anderen und unterwirfst dich. Aber das musst du gar nicht, denn du bist ein erwachsener Mensch mit einer eigenen Meinung. Und ich schreibe dir das nicht einfach nur so, um dir Mut zu machen, sondern ich meine es ehrlich und aus vollem Herzen: Wenn du für dich selbst entscheidest, an der nächsten Familienfeier nicht teilzunehmen, weil es dir damit besser geht, finde ich das unglaublich stark, weil du auf dich selbst achtest. Da schließe ich mich @wind_und_wellen an: Natürlich kannst du das bringen, keine Zeit mit deiner Familie zu verbringen.

    Da ich ein Freund von konkreten Beispielen bin, hierzu mal eine wahre Geschichte: Je älter ich wurde, umso bedrückender habe ich die Weihnachtsfeste bei meinen Eltern empfunden, weil wir an diesen drei Tagen im Jahr immer auf heile Familie gemacht haben, weil sich das an Weihnachten eben so gehört. Im Laufe der Jahre habe ich das immer mehr hinterfragt und mir selbst eingestanden, dass Weihnachten in meiner Familie zwanghaft abläuft. Ich habe mich dabei zunehmend unwohl gefühlt und war froh, wenn es wieder vorbei war. Da ich in einem Job arbeite, in dem ich auch an Wochenenden und Feiertagen arbeiten muss, habe ich in den letzten Jahren freiwillig Dienste an Weihnachten übernommen, um ein Alibi dafür zu haben, dass ich nicht kommen kann. Dass ich mich von mir aus für diese Dienste gemeldet habe, habe ich aber nicht gesagt. Sondern ich habe gesagt, dass ich arbeiten muss und es nicht anders geht und ich deshalb nicht kommen kann.
    Vor zwei Jahren habe ich keine Weihnachtsdienste abbekommen, hatte aber keine Lust, zu meinen Eltern zu fahren. Ich habe dann meinen Mut zusammengenommen und ihnen am Telefon erklärt, dass ich nicht kommen möchte. Das war das erste Mal, dass ich das so offen ausgesprochen habe, ohne irgendeine Ausrede zu haben. Das ist mir sehr schwer gefallen. Aber nachdem es einmal ausgesprochen war, war es für mich letztes Jahr schon viel leichter zu sagen, dass ich nicht kommen möchte.

    Was ich dir damit sagen möchte: Ich kann total verstehen, dass du mit dir haderst. Und es wird sicher auch nicht leicht, deiner Familie zu erklären, dass du nicht an der nächsten Feier teilnehmen möchtest (wenn du dich denn so entscheiden solltest). Und wenn es ausgesprochen ist, hast du vielleicht auch erst mal eine ganze Weile noch ein schlechtes Gewissen. Aber wenn es einmal raus ist, wirst du dich langfristig gesehen sicher besser fühlen. Und es wird dir bei den darauffolgenden Malen immer leichter fallen, abzusagen.

    Ich finde es schön, dass du beim Vergleich deiner letzten beiden Wochenenden zu dem Ergebnis gekommen bist, dass es darauf ankommt, deine Zeit mit den „richtigen“ (= zu dir passenden) Menschen zu verbringen.

    So wie du bist, bist du gut und richtig. :-)
  • edited Juli 30
    Ein (noch lebender Weisheitslehrer) sagte mal:
    "Familie sollte man in homöopathischen Dosen zu sich nehmen" :-)
    (gemeint war natürlich die Herkunftsfamilie)
  • Also verdünnt und verwässert? :) Und was ist, wenn die Familie statt Wasser nur Alkohol zu sich nimmt?
  • ...dann befindet sie sich eh latent im Koma -
    das kann auch zum Vorteil sein für Außenseiter! ;-]
    (Liebe lässt sich ja auch per Gedanke versenden)
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