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Und nun bin ich hier...

edited August 20 in Vorstellungsrunde
Hallo, mein Name ist Polly und ich bin 25 Jahre alt. Seit ich denken kann, werde ich (wie viele von euch auch) von den anderen als ein Außenseiter abgestempelt. Jemand, der nicht den Erwartungen der anderer entsprechen kann/konnte, ein Querdenker oder sogar...(ich sage mal das böse Wort) "AUTIST" oder (wahrscheinlich schon aus der Mode gekommen) "AMOKLÄUFER". Wie dem auch sei, ich bin nicht hier um mich großartig über meine Vergangenheit auszuheulen. Das einzige was ich diesbezüglich äußern möchte ist, dass meine Schul-/Abi- und Ausbildungszeit ziemlich anstrengend gewesen ist. Mit anstrengend meine Dinge wie z.B.:

- Rausgehen mit anderen Spielen zu müssen, obwohl man es nicht möchte (bzw. es als sinnlos ansieht oder niemand einen leiden kann/gemein ist und ich lieber etwas in meinen Augen sinnvolleres im Moment machen wollte z.B. zeichen/basteln)
- zur Gruppenarbeit gezwungen zu werden, obwohl niemand mich leiden konnte und i.d.R. ich die genauso wenig bzw. die Aufgabe x auch in Einzelarbeit zu bewältigen wäre
- SMALL TALK... (so ein belagloser Sch***d****!)... "Wie gehts?" oder noch schlimmer (zur Begrüßung) "Alles klar bei dir?"...ICH KRIEGE DAS KOTZEN VON SOWAS!...wo wir schon beim nächsten Punkt wären
- sich verstellen/ sich anderen anpassen zu müssen, damit man sympathischer rüberkommt. Ich verstehe es nicht. Immer wenn ich mich verstellt habe, wurde ich besser akzeptiert als wenn ich, ich selbst war. Ich wollte bspw. die Fragen unter Punkt 3 nicht stellen, wenn mir nicht danach war, aber ich spürte den Druck, dass die anderen es von mir erwartet haben (auch wenn häufig, dies geleugnet wurde -.-'). "Sei so wie du bist" hieß es häufiger, was anschließend zu "werd mal locker", "was ist mit dir?" oder "du sorgst für schlechte vibes" führe und mit ignorieren und sozialer Isolation endete.
- das Flüchten in stille Räume, weil man den Lärm und die oberflächlichen Gespräche der anderen nicht aushält. Was soll ich sagen... die Toilette war in meiner Ausbildung meine beste Freundin. ;)
- beschuldigt zu werden, weil man höflich, fleißig ist (auch wenn nicht immer erfolgreich mit seinem Fleiß) oder tagträumt
- u.v.m
Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht schüchtern, gehe an sich gerne raus, bin offen für neue Begegnungen (wahrscheinlich, weil ich jedes mal so naiv bin und die Hoffnung hab doch noch einen introvertierten Gleichgesinnten zu finden ohne direkt entthäuscht zu werden ^^') und bin an sich schon seit 6 Jahren in einer glücklichen Beziehung ohne die ich womöglich nicht mehr hier wäre.
Sowohl bin ich am glücklichsten, wenn ich allein bin und ein gutes Buch lese oder koche oder Videos/Filme/Serien ansehe als auch mit meinem Freund und/oder mit Leidensgenossen über tiefgründige Themen (z.B. aus dem Bereich Psychologie, Politik, Philosophie, Naturwissenschaften) diskutieren kann. Häufig empfinde ich (mit den richtigen Leuten) insbesondere letzteres als inspirierend und lehrreich. Daher schäue ich mich im Grunde genommen nicht mich mit anderen zu unterhalten.

Ich bin auch froh, dass ich im Studium Leute finden konnte mit denen ich mich zumindest die meiste Zeit (zumindest auf der oberflächlichen Ebene) vertehen kann. Dennoch merke ich, ab und an, dass meine Art nicht ganz akzeptiert wird (d.h. ich sorge mit ernsten Themen, mal wieder für schlecht "vibes" ... btw es gibt nie den richtigen Zeitpunkt über Dinge zu reden, die mich interessieren... hoppla na sowas Dummes...ich spreche lieber über Ernste Themen als auch über mögliche Lösungsansätze, die mir einfallen und gehe die gerne in meinem Kopf, aber viel lieber mit anderen durch als über belanglose Themen wie "Instastories", dumme Floskeln, Lästereien u.Ä. zu schwafeln... MEIN GOTT, LASST MICH DAMIT IN RUHE....BITTE! >.<... Wo ist das nächste stille Örtchen? ^^').
Vielleicht kennt dieses Problem die ein oder andere.
Ich bin die meiste Zeit still, zurückhaltend und habe auch am liebsten eine ruhige Umgebung um mich herum (und ja selbst die Bib ist für mich kein Ort zum Lernen, weil ich kleinste Zwischengespräche (meist langweiliger Smalltalk) als Belastung empfinde).
Auch draußen unterwegs, habe ich den Eindruck kognitiv überfordert zu sein...es gibt zu viele Reize, die mich überfordern. Ohne Kopfhöhrer bin ich alleine aufgeschmissen. Habe entwickel dann Gedanken, die zusätzlich meist auch noch sehr negativ sind, sodass ich erst zu Hause Entspannung finde, was nicht selten in Tränen endet. Jede Begegnung mit einem Fremden/Arbeitskollegen o.a. Bekannten löst in mir innerlich Panikattacken aus (es sei denn ich habe mich einigermaßen an die Umgebung gewöhnt). Daher bin ich auf der Arbeit meist eine halbe Stunde eher da, um mich zu aklimatisieren..ansonsten brauche ich sofort eine stille Ecke, weil ich es nicht aushalte. Sogar wenn ich meine halbe Stunde vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn habe oder jemand nach Hause kommt.. erster Gedanke.. f*** ein Eindringling...es war gerade so schön... oder ähnlich.
Bei den Panikattacken versuche ich schon auf meine Atmung zu achten. Mir fällt sowas mittlerweile schnell auf, sodass ich durch lansames, tiefes Einatmen und Selbstüberreden es schaffe mich zu beruhigen (nach dem Motto, dass es keine Gefahr ist, die Probleme, ja nicht so groß seinen, wie die gerade erscheinen etc.). Dennoch geht die "Energie" nicht weg. Das bedeutet, dass die eigentliche Anspannung wieder kommt, sich akkumuliert und nur dann weg ist, wenn ich wieder zu Hause bin. Mein Freund ist mir dabei eine große Hilfe. Wenn ich alleine bin geht es meist nur über den Weg einer depressiven Verstimmung, die manchmal auch paar Tage oder bis zu einer Woche andauern kann.

Übrigens fällt es mir warnsinnig schwer jemandem in die Augen zu schauen, wenn ich rede. Es ist nämlich so, dass ich dabei meine Konzentration verliere. Ich bemühe mich dies zu verbessern.
Eine letzte Sache über mich: Ich bin leidenschaftlicher Tagträumer d.h. ich vertiefe und verliere mich gerne in meinen eigenen Gedanken (so war auch zu Schulzeiten mein Spitzname neben "Amokläufer" auch "Dreamer". zum ersteren Spitznamen fragt mich nicht, warum ich den erhalten habe, was ich aber gewiss weiß, dass ich NIE einen Amoklauf geplant habe. Lediglich Videospiele gespielt habe (was ich noch bis heute gerne mache ;))... Aber wie manche von euch wissen, ist allein dadurch ein Kind in seiner Entwicklung schon geschädigt ;D.

Wie auch immer, wir leben in einer Gesellschaft, in der (so mein Eindruck) Beziehungen vergänglicher und austauschbarer werden, was ich persönlich wiederum schade finde. Ich schätze nämlich nette Menschen Ich finde, dass man trotz Entfernung Beziehungen pflegen und aufrecht erhalten kann.
Warum ich das gerade schreibe ist, weil diesbezüglich häufig entthäuscht wurde. Vielleicht der ein oder andere von euch auch. Lasst uns diskutieren!
So viel zu meiner Person... und nun bin ich hier.

Kommentare

  • Hallo Polly,

    Willkommen von mir im Forum.

    Ich kann mir gut vorstellen dass diese Eigenheiten Konflikte im Umgang mit Anderen auslösen. Dennoch denke ich dass es in nahezu jeder Umgebung auch erfahrenere verständnisvolle Menschen gibt die Dich tatsächlich so akzeptieren wenn sie verinnerlichen können dass Du die Stille und den Rückzug für Dich brauchst und Du sie nicht als Mensch ablehnst.
    Auch wenn viele den Begriff Autist mit einem Makel verbinden würde ich darin eher einen besonderen Menschen mit ein paar schützenswerten Eigenheiten sehen.
    Wahrscheinlich würde auch ich Deine Reaktionen erst einmal fehlinterpretieren. Deine Vorstellung hier weckt aber Verständnis und lässt Dich trotzdem sympathisch erscheinen.
    Es ist gut dass Du jemanden in deinem Privatleben hast der dieses Verständnis schon mitbringt.

    Die Vermeidung oberflächlicher Themen kann ich gut nachvollziehen.

    Du möchtest es vermeiden über Dich selbst zu sprechen oder nur mit Menschen zu Denen Du starkes Vertrauen hast um tatsächlich über das zu reden was Dich tief bewegt.
    Den Menschen gegenüber die Dich schon eine Weile kennen musst Du Dich vermutlich wirklich nicht verstellen, sie ahnen sicher Deine Schwierigkeiten auch wenn sie es nicht alle verstehen können.
    Mach es den verständnisvolleren unter ihnen immer einmal wieder deutlich wie Du bestimmte Situationen empfindest, dass Du Stille und Rückzug brauchst und versuche auch sie mit ihren Normalo-Eigenschaften nicht abzulehnen.
    Lehne nicht die Menschen ab sondern zeige dass Du nur Schwierigkeiten hast mit akustischer Überlastung oder speziellen Erwartungshaltungen.
    Du schreibst dass Du nette Menschen magst. Zeige ihnen dass achtsamer Umgang mit Dir gelingen kann, ohne Dich verstellen zu müssen. Es ist ein Lernprozess für beide Seiten.

    Würde ich mit meinem jetzigen Verständnis von Deinen Schwierigkeiten wissen würde ich nicht wollen dass Du Begegnungen als Stress empfindest, sondern mich immer wieder um besondere Achtsamkeit bemühen. Deshalb wäre es wichtig dies von Dir zu wissen.
    Auch ich schaue lieber in eine unbewegte Richtung um mich beim Sammeln meiner Worte zu konzentrieren. Du suchst gedanklich immer nach Lösungsansätzen, dies kommt mir ebenfalls bekannt vor.

    Ich wünsche Dir dass Du hier ein paar gute Anregungen und Gesprächspartner findest. Lass Dich nicht entmutigen auch wenn der Diskussionspartner gerade mal nicht optimal erscheint, sag was Dich stört und sucht gemeinsam einen Weg.

    Viele Grüße,
    Nightworker
  • Danke für die ausführliche Antwort, Nightworker. Du hast schon recht mit "Es ist ein Lernprozess für beide Seiten". Natürlich bedeutet das, wenn ich mich öffne, gebe ich dem anderen überhaupt erst eine Ahnung, was in mir vorgeht. Auf der anderen Seite (und vielleicht liegt es auch an mir selbst), wenn ich mich öffne, dann überfordere ich häufig die anderen, weil ich Gedanken/Gefühle anspreche, die (nach meiner Erfahrung) kaum jemand hat (bzw. als geselschaftlich unangemessen erscheinen), sodass (und das kann ich überhaupt nicht leiden) oberflächliches, "aufheiterndes" Gelaber zurückkommt (was meist eine überflüssige Floskel ist, welche in Wahrheit ein getarntes Verpflichtungsgefühl ist). Es mag auch nett gemeint sein, aber dann mag ich es lieber, wenn man mir direkt ins Gesicht sagt "sorry, da kann ich dir nicht weiterhelfen" oder so ähnlich. In anderen Worten, lieber sehe ich, dass sich jemand Mühe gibt mich zu verstehen, obwohl er/sie am Ende nicht weiter weiß, als mich mit irgendwelchen 08/15 Gelaber zu belästigen. Ich mein, ich würde auch das Gleiche für jemanden anders tun. Würde ich jemanden so oberflächlich abspeisen, hätte ich ein schlechtes Gewissen (naja wobei nach meiner Erfahrung manche es sogar bevorzugen sich mit simplen Floskeln abspeisen zu lassen und es sogar als unheimlich empfinden, wenn sich jemand Mühe gibt sie zu verstehen).
    Das kann ich wiederum nicht verstehen und entthäuscht mich, sodass ich noch mehr Abstand halten möchte. Kurzes Beispiel: Am liebsten hätte ich auf der Arbeit nur Themen, die mit der Arbeit zu tun haben, als über die nächste Party oder den aktuellsten Klatsch zu quatschen. Denn ich sehe Tratsch als eine Arbeitsbehinderung an und außerdem finde ich es langweilig. Natürlich können oberflächliche Gespräche für den ein oder anderen die Atmosphäre auflockern, mich stresst so etwas enorm. Dies hatte ich auch schon vor Kollegen angesprochen, dass ich es nicht verstehe, warum man auf der Arbeit über sowas reden muss. Früher wurde mir unterstellt ich sei nicht teamfähig, wobei ich immer versucht habe für Fortschritt und Harmonie in der Gruppe zu sorgen.
    Naja ersteres ging und beim letzteren war ich immer das Problem....(ich sorge ja immer für schlechte Stimmung...und jaa ich bemühe mich stehts humorvoll und/oder höflich mich zu geben, wenn weitergearbeitet werden muss. Aber wenn man schon in der Rolle des Spielverderbers steckt, kommt man nicht mehr so leicht wieder raus. ^^')
    Ich habe auch häufig in Gruppenarbeiten bzw. in Teams gebeten, dass ich meinen Teil alleine mache und zum Schluss die die Gruppe/Team korrigieren lassen. Meist waren die anderen dagegen oder ich war meistens als erste fertig und musste auf die anderen warten. Ich weiß nicht warum, aber Fleiß und Höflichkeit macht sehr viele Personen regelrecht wütend (und ich denke nicht, dass es Neid ist).
    Ich denke mir immer, dass diese 2 Eigenschaften zu denjenigen zählen, die förderlich für ein harmonisches Miteinander sind. Aber in der Realität ist dies häufig das Gegenteil. Die Leute fühlen sich dadurch gestresst, unwohl und feiern lieber die Antihelden (was ich auch nie verstehen konnte). Ich habe keine Probleme meine Gefühle anzusprechen, nur ich empfinde es als Verschwendung von Ressourcen vor den falschen Leuten, die sowieso meine Inhalte nicht an sich heranlassen würden (weil wie gesagt die Stimmung ja darunter leiden könnte)
    Versteht mich nicht falsch.. das klingt alles ein wenig arrogant. Es stimmt schon, dass ich von manchen Personen viel erwarte, aber Gleiches (wenn nicht noch mehr) erwarte ich von mir.
    Ich bin eigentlich gerne unter Leuten, wenn ich mich mit ihnen verstehe (auch wenn ich danach auch immer (aus mir unerklärlichen Gründen) erschöpft bin). Aber wenn ich merke, das ich wie oben beschrieben "veräppelt" werde, dann werde ich traurig und einseim. Ich finde auch, dass die schlimmste Form der Einsamkeit, die jenige ist, welche man unter Leuten erfährt, die einen nicht schätzen. Kurz, ich fühle mich weniger einsam, wenn ich alleine durch einen Park spazieren gehe als in der Stadt mit einer großen Gruppe von Leuten unterwegs zu sein, in der ich niemanden zum reden hab.
    Vielleicht kennt kommt das jemandem hier bekannt vor.
    Aber zurück zum Thema (also das mit dem Ansprechen, was einen stört, um einen angenehmeren Umgang mieinander zu schaffen).
    Ich habe den Eindruck, dass verdrängen akzeptierter ist, als sich mit sich selbst auseinander zu setzten. Ich finde es schade. Aber jeder hat so seine eigene Strategie die Welt mit ihren alltäglichen Herausforderungen zu meistern. Ich persönlich lasse Probleme von anderen an mich heran, weil ich dies als einzige Möglichkeit sehe, mich in meinen Gesprächsparter einzufülen. Ich spreche nicht davon sich komplett aufzugeben und sich komplett von dem anderen hinunterziehen zu lassen. Aber selbst das ist dem ein oder anderen schon zu viel. Ich versuche es zu respektieren, wenn es jemandem schwer fällt, über seine Gedanken und Gefühle zu reden bzw. seine Bedürfnisse anzusprechen. Aber, wenn man das tun kann, ist das schon ziemlich befreiend, weil es ja doch um einen selbst geht.
  • Hallo und willkommen bei uns :)

    Ich muss dir da widersprechen, jede Form der Einsamkeit ist gleich schlimm, aber es gibt da viele Gesichter der Einsamkeit. Einsamkeit darfst du nicht mit dem alleinesein verwechseln. Ich hatte auch schon Phasen wo ich absolut keine bezugsperson hatte und ich mich kein bisschen einsam gefühlt habe und dann eine Zeit wo ich versucht habe Freundschaften aufzubauen die kläglich gescheitert sind und ich mich danach sehr einsam gefühlt habe. Während der suche nach Freundschaften gab Phasen wo ich dachte 'das sind aber nicht meine leute' und ich mich dadurch sehr einsam gefühlt habe. Das schöne daran ist, dass man die Gelegenheit bekommt sich selbst besser kennen zu lernen.

    Was auf mich auch negativ ausgewirkt hat, war was ich bei dir auch sehe. Die da und ich. Der Fokus ist nicht richtig. Damit verschwendest du Zeit und Energie an die falschen Dinge im Leben. Diese Denkweise hat mich in die Isolation getrieben und das ist ein Sumpf, aus dem man sehr schwer alleine herausfindet. Mein Fokus liegt inzwischen viel mehr auf ein 'WIR' egal was die anderen da quatschen, es werden schon Menschen auftauchen die in dieses wir rein passen. Wenn was nicht passt spricht man es an oder man geht. Aber ich werde nie wieder irgendwelche Sachen in mich rein fressen.

    Ich habe gestern noch hier im Forum gewühlt und da ist mir ein Beitrag von @Peloquin sehr nahe gegangen
    Wenn du Liebe und Zuneigung erwartest musst du diese auch geben können.
    Etwas umformuliert ^^ Ich glaube das war im thread Freunde finden zu finden

    Wenn ich das jetzt mal so beurteilen darf lese ich aus deinen Zeilen heraus, dass du genau das schon hast, bist aber leider auch von sehr vielen negativen Gedanken umgeben, die dies erschweren.
    Ich kann mich leider auch nicht von negativen Gedanken frei sprechen aber ich versuche nichts mehr mit ihnen zu assoziieren, weil das einfach unnötig ist.
  • Hallo Polly, herzlich willkommen bei uns!
    Ich hoffe, du findest hier Gleichgesinnte und anregende Diskussionen, so wie du es dir wünscht!

    Du hast meiner Meinung nach gute Ansätze, mit denen ich mich direkt identifizieren kann. Ich find Höflichkeit auch sehr wichtig, hab so meine Probleme mit dem Small Talk und oberflächlichem Gequatsche und lege inzwischen nicht mehr wirklich Wert auf Leute, die ich nicht als meinem Tribe zugehörig identifizieren kann.
    Ein bisschen muss ich den letzten Zeilen von @sternenschauer zustimmen. Mir ist aufgefallen, dass du sehr starke Meinungen hast und diese gut zu vertreten können scheinst (finde ich gut, denn ich habe oft keine starken Meinungen und selbst wenn, kann ich oft nicht dafür einstehen. Sowas finde ich erstrebenswert).
    Allerdings ließen deine beiden Posts mich etwas Empathie vermissen. Empathie und Verständnis dafür, dass Andere eben nicht so sind wie du. Ich weiß, dass du die Maßstäbe, die du an Anderen ansetzt auch an dir ansetzt. Das ist im Grunde auch das Mindeste, was du tun kannst. Alles andere wäre tatsächlich sehr arrogant.
    Nur denke ich, dass man auf Dauer sehr aneckt und nicht weiter kommt, wenn man an Menschen überhaupt irgendwelche Maßstäbe absetzt und eine Erwartungshaltung alá "Ich mach das doch auch so, warum hält sich niemand daran?!" aufbaut. Damit kann man meiner Meinung nach nur unglücklich sein, weil die wenigsten Menschen dieselben Moralvorstellungen haben wie man selber.
    Ich weiß, easier said than done, ich sitz auch in der Bahn und ärger mich sehr über die, die offenbar keine Ahnung haben, was das Wort "Rücksichtnahme" bedeuten soll und laut Musik hören oder die Füße auf den Sitz legen.
    Man kann immer etwas sagen (was du auch zu tun scheinst und das find ich gut!) und man kann wie Sternenschauer schon erwähnt hat weggehen (war bisher immer meine Art, mit derlei Dingen fertig zu werden, da ich Konfrontation absolut nicht kann), aber man kann nie die Erwartung an Menschen richten, es so zu sehen wie man selber, schon gar nicht VOR dem Konflikt. Aber auch nach einem Gespräch nicht. Ich denke da gerade an deine Kollegen, denen du im Grunde nahegelegt hast, sie mögen von seichten Gesprächen absehen, weil dich das nicht interessiert/es dich anstrengt. (Vermutlich hast du es nicht mal so gemeint, wie ich es gerade ausgedrückt hab, aber es könnte sehr gut sein, dass es bei den Menschen so ankommt.)
    Was deine schnelle Reizüberflutung angeht, würd ich dir empfehlen, dass du dich ins Thema Hochsensibilität einliest. Vielleicht findst du dich dort wieder und findest Tipps oder Ideen, wie du solchen Situationen Herr werden kannst!
  • Willkommen im Forum. Schau dich ruhig etwas um. Du wirst sehen, dass es mit dem einen oder anderen mal mehr und mal weniger Überschneidungen gibt.

    Mich haben deine Schilderungen tatsächlich einerseits an Hochsensibilität und andererseits an Autismus erinnert, wobei ich ausdrücklich betonen möchte, dass beides absolut nichts Negatives ist.

    Gesellschaftlich wird letzteres allerdings nicht wirklich verstandenund es wird auf die Bedürfnisse nicht in angemessener Form eingegangen. Dies aber nur als kleinen Denkanstoß, denn eine Ferndiagnose oder igend etwas der Art wäre zu tiefst unseriös.

    Es gibt ein paar Voraussetzungen, die ich für sehr wichtig halte. Ganz oben auf der Liste steht Mut. Denn nur wer den Mut hat, sich zu öffnen hat die Chance als der Mensch gesehen zu werden, der man ist.

    Andere Menschen verstehen das vielleicht nicht oder wollen schlichtweg damit nichts zu tun haben. Darauf hast du keinen Einfluss. Das einzige Verhalten, das du unter Kontrolle hast ist dein Eigenes. Macht es deshalb aber Sinn, eine Rolle zu spielen? Nein, auf gar keinen Fall. Das funktioniert kurz, führt dann aber dazu, dass man völlig überfordert oder gar überlastet ist.

    Jetzt klingt das alles etwas, wie aus einer Glückskeksfabrik zusammengeklaut, aber ich bin mir sicher, dass jeder früher oder später den ganz persönlichen Weg findet, der zu Zufriedenheit führt.
  • "Übrigens fällt es mir wahnsinnig schwer jemandem in die Augen zu schauen, wenn ich rede. Es ist nämlich so, dass ich dabei meine Konzentration verliere. Ich bemühe mich dies zu verbessern."

    Dazu gibt es Resonanz. Ich war mir lange gar nicht darüber bewußt, dem Gegenüber nur auf den sprechenden Mund zu schauen statt in die Augen. Heute weiß ich, dass es auch wegen einer Hör-Schädigung geschieht und das Ablesen von den Lippen eine Hilfe darstellt (bis heute).
    Als mir das deutlich wurde führte ich im Gespräch meinen Blick absichtlich höher, zu den Augen. So wurde für mich erstmals sichtbar, dass manch einer beim Sprechen im Blick des anderen ist, oder eben 'Mund-Ableser' ist. Heute geschieht beides, je nach Gegenüber und Intuition und Gesprächsinhalt.
    Dazu muß ich noch sagen, wenn ich in die Augen schaue geht es mir ähnlich wie dir @MmeMiDoRi, Ich verliere mich darin. Dann höre ich nicht mehr richtig hin und weiß am Ende nicht, was da gesprochen wurde. Auf Arbeit konnte ich das überhaupt nicht anwenden. Privat habe ich es ausprobiert. Das war schon stark, man traf sich zufällig, blieb stehen für einen talk, und ich schaute nun dabei in die Augen.
    Verwirrung beim Gegenüber, ein Lächeln beiderseits, weitergehen. Alles (Gesagte) nicht so wichtig, doch fürs Stehenbleiben scheinen Worte immer noch eine Rolle zu spielen. Warum auch nicht? Für mich ist smalltalk eine Brücke... über die man auch gehen kann um sich 'auf Augenhöhe' zu begegnen. Dann ist Kommunikation kein so großes Drama mehr (was es für mich mal war).

    Es ist sehr berührend, sich in dem Augen-Blick eines anderen Menschen zu verlieren. Der asiatische Gruß 'Namaste' bedeutet 'Ich erkenne mich in dir'.
    Auf deutsch heißt es wohl 'Grüß Gott'... :-)
    Fanny

  • Hallo Polly, ich denke sehr oft, dass ich einfach nicht in diese Welt reinpasse. Dieses ganze Aufgesetzte, Unechte, das Laute überall. Aber deswegen kann ich mich ja nun nicht von der Brücke stürzen. Ich habe für mich entschieden, dass ich mir trotzdem das Leben schön gestalten werde und alles, was für mich schön ist, zu genießen.

    Dazu gehört auch, auch mal aus meiner Komfortzone herauszutreten und auch Dinge zu tun, auf die ich keine Lust habe. Z. B.auch mal Smalltalk zu halten, obwohl ich da überhaupt keine Lust drauf habe. Ich empfinde da Deine Ausdrucksweise sehr negativ (Zum Kotzen.... , was soll der Sch.....d....). Denn es kann auch sehr nett sein, man muss es nur mal zulassen.

    Ich habe auch keine Lust auf dieses ganze negative Gejammer der Leute oder Getratsche und was auch immer. Trotzdem möchte ich mich aber auch nicht permanent anderen Leuten gegenüber verschließen.

    Und seien wir Introvierte doch mal ehrlich, unsere Gespräche sind auch nicht immer tief und auch bei uns findet seichtes Geplänkel und oberflächliches Gerede statt. Ich möchte mich eigentlich nicht anmaßen, zu behaupten, dass meine Gespräche mehr wert sind als die anderer Leute.

    Vielleicht kannst Du auch mal darüber nachdenken, wie wir auf andere Leute mit unserer Ruhe und Zurückhaltung wirken. Mir persönlich wurde auch schon vorgeworfen, dass ich arrogant bin und dass man an mich nicht rankommt. Ich denke schon, dass ich eigentlich immer erwartet habe, dass sie erkennen, dass ich introvertiert bin und eben anders bin als sie. Und dass sie mich so akzeptieren. Die Erkenntnis ist aber mittlerweile eine andere: sie denken gar nicht darüber nach! Weil es sie nicht interessiert! Und weil wir ihnen irgendwie auch gar nicht die Chance geben, uns kennenzulernen!

    Für mich gilt: entweder stimmt die Chemie mit meinem Gegenüber und dann funktionieren auch Gespräche, in denen ich mich öffnen kann. Oder die Chemie stimmt nicht und dann brauche ich auch keine Gespräche. Da kann ich auch sehr abweisend sein. Es ist für mich auch sehr befreiend, dass ich mich von der Meinung der anderen nicht mehr abhängig mache. Ich habe für mich akzeptiert, dass ich so bin wie ich bin. Und ich liebe mein Alleinsein....
  • Hi Polly,
    ich kann dich vollständig verstehen. Der Frust wird bleiben, doch du wirst immer besser damit umgehen können. In deinen Zeilen lese ich meinen Weg im Leben.
    Aktuell bin ich glücklich, obwohl hier alles zusammenbricht. Das finde ich erstaunlich und empfinde Dankbarkeit.
    Bleib hart und sei weich.
    Herzliche Grüße, NomaDie
  • Willkommen.

    -- Was soll ich sagen... die Toilette war in meiner Ausbildung meine beste Freundin. ;) --
    Da musste ich jetzt echt lachen, ich bin nämlich auch bzw. war auch so ein Toiletten-Flüchtling.

    Das "Glückskeksstückwerk" (: von @MindSneaker finde ich eine gute Zusammenfassung. Es ist nie einfach, wenn man immer wieder schlechte Erfahrungen damit macht, man selbst zu sein. Das ist wie ein Schlag in die Magengrube und natürlich versucht man sich dann beim nächsten Mal zu schützen. Völlig legitim. Aber (und das ist ein fettes aber) ohne geht es nicht. Man muss eine gute Balance finden aus Mut, Empathie, Selbstbewusstsein, Toleranz, Mitgefühl... und und und... das ist oft anstrengend, meistens zu anstrengend, gerade für Menschen wie uns, die eben Ansprüche/Maßstäbe haben. Alles im Leben ist ein Prozess und was du beeinflussen kannst, kommt von dir. Wie andere dazu stehen, musst du völlig ihnen überlassen. Ich bin auch kein Fan von Tratsch aber ich lass die Kolleginnen ruhig tratschen, während ich mir meinen Teil denke. Nach einiger Zeit des "stummen Erduldens" wurde ich nur noch selten damit konfrontiert.

    Ich finde es sehr schön, wie @Nethi es sieht. Entweder die Chemie stimmt und es läuft quasi von selbst, oder sie stimmt nicht aber dann kann man auf das Gegenüber auch gut verzichten.
    Menschen sollten nicht davon überzeugt werden müssen, dass man sympathisch, nett, intelligent usw. ist, weil das nicht klappt. Man ist es aber Andere sehen es nicht. Punkt. Man muss lernen, das zu akzeptieren.

  • Hallo Polly,
    Nun bist Du seit einer Weile noch nicht wieder zum Antworten gekommen und ich frage mich ob Dir die Gedanken hier ein Stück weiter geholfen haben, denn darauf kommt es an.

    Ich könnte mir vorstellen dass wenn man das Gefühl hat mit vielen Mitmenschen im Konflikt zu sein sich durch wenige mehrdeutige oder ablehnende Worte gekränkt zu fühlen. Falls dies der Fall ist möchte ich Dich bestärken dieses Kränkungsgefühl zu überwinden. Du wolltest diskutieren und ich glaube auch dass ein Austausch über das was Dich bewegt und was Dich am ausgeglichenen Umgang mit Deinen Mitmenschen hindert Dich und Andere weiterbringen kann.

    Wenn man sich über lange Zeit unverstanden und von Anderen ausgegrenzt fühlt kann es sehr naheliegend sein nicht mehr durch Worte sondern durch die eigene Leistung und Arbeit überzeugen zu wollen. Man stellt hohe Ansprüche an sich selbst, versucht sich zu verbessern, wahrscheinlich möchte man auch sich selbst überzeugen und das eigene Selbstwertgefühl stärken. Diese Lebensmaxime kann ich gut verstehen. Dennoch möchte ich auch den Anderen zustimmen dass sich Mitmenschen durch sehr hohe Ansprüche leicht brüskiert fühlen können.

    Auch ich begrüße es Aufgaben eigenverantwortlich und ohne ständige Hin- und Her-Abstimmungen abzuarbeiten. Ich weiß dass Andere in Zusammenarbeit mit sich ständig präzisierten Abstimmungen und Nebendetails sowie unterschiedlicher Abarbeitungsgeschwindigkeit und Nachkorrektur selbst erkannter Fehler sehr viel Stress zusätzlich zu bewältigen haben was ich mit Ehrfurcht anerkenne.

    Es mag sein dass Deine Gedanken und Meinungen die ersten Male Deine Gesprächspartner überraschen und auf Unverständnis stoßen. Den Versuch Dich mit einer Entgegnung aufzuheitern würde ich aber nicht zurückweisen. Es zeugt davon dass sie mit Dir mitfühlen möchten aber zu dem Zeitpunkt nicht wissen wie sie mit Dir umgehen sollen. Du wirst sicher bei Einigen von ihnen feststellen können dass sie sich weiter ernsthaft um Verständnis und Entgegenkommen bemühen.

    Ich bin sicher dass es zumindest einige Mitmenschen gibt die nicht das Unangenehme im Umgang miteinander verdrängen wollen. Wie viele sensible Menschen gibt es die immer zuerst bei sich allein nach einem Fehler suchen. Die wollen nicht verdrängen, die wollen echtes Verständnis für den Anderen und für beide Seiten erfüllenden Umgang im Alltag. Sie reflektieren viel zu oft wie sie sich selbst isoliert und zurückgelassen fühlten als dass sie es jemandem wünschen.

    Menschen mit ein wenig Mitgefühl die wiederholt das Gespräch mit Dir suchen sind um ein Miteinander bemüht was für sie akzeptabel und für Dich befreiend ist.
    Ich könnte mir vorstellen dass man mit einem Gefühl ausgegrenzt zu sein sehr sensibel gegenüber einem Hauch von Kritik reagiert. Vielleicht hilft Dir der Gedanke dass es ernsthafte Gesprächspartner gibt die sich darum bemühen Dich zu verstehen und Dich gar nicht kränken wollen.
    Trau Dich zu sagen wodurch Du Dich gekränkt oder verletzt fühlst, doch nimm das Gespräch zu anderen sich bemühenden sensiblen Mitmenschen immer wieder auf.

    Letztlich kommt es darauf an wie Menschen durch Verständnis für den Anderen einander gut tun können. Wenn Du Dich mehr von Anderen angenommen fühlst könntest Du sicher auch freier auf sie zugehen und ihnen Schwächen zugestehen.

    Ich finde es toll dass Du Dich auf die Problemen Deiner Gesprächspartner einlassen kannst um Dich in sie hineinzuversetzen. Man erkennt daran dass Du gern ein offeneres und herzlicheres Verhältnis mit Deinen Mitmenschen hättest. Ich finde es gut das nicht aufgegeben zu haben auch wenn es manchmal schwer ist mit den Reaktionen der Anderen umzugehen.

    Was würde Dir helfen Deine Situation selbst verbessern zu können ?
    Was würdest Du Deinen Mitmenschen mitteilen wollen damit es erträglich für Dich wird ?
    Auf welchem Weg denkst Du könnten sie Dir entgegenkommen ?

    Liebe Polly ich glaube dass es Dir helfen wird mit aufgeschlossenen Menschen und mit der Sicherheit dass diese nicht kränken wollen im Gespräch zu bleiben.
    Ich bin sicher dass es auch Menschen gibt die immer wieder auf Dich zu gehen würden und einen übersichtlichen Platz im gemeinsamen Boot der Gruppe zugestehen möchten.
    Lernt voneinander, überwinde vermeintliche Kränkungsgefühle, erkenne die Nuancen wenn Menschen sich bemühen.

    Ich möchte Dich ermutigen im Gespräch zu bleiben, hier oder dort wo Dein Alltag stattfindet.

    Ich wünsche Dir ehrlich ein Stück voranzukommen und für Dich einen befreienderen Umgang mit Deinen Mitmenschen zu finden.
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