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Ich komme mit den Freunden meines festen Freundes nicht aus

Hallo, liebe Mitglieder! Ich bin neu hier und mich hat das Forum sehr angesprochen, zumal ich auch introvertiert bin.
Nun zum Thema, welches in der Überschrift schon ersichtlich wird: Der Freundeskreis meines Freundes ist furchtbar für mich. Es handelt sich dabei aber nur um seine Kerngruppe- mit allen anderen "einzelnen" Freunden, die er hat, versteh ich mich super und bin dann auch nicht introvertiert.

Jedenfalls sind diese Freunde und deren Freundinnen für mich "Energiefresser". Sie sind so sexistisch, ihnen geht es nur ums feiern. Mein Freund hat mich damals, als ich sie kennenlernen sollte, auch sehr in eiskaltes Wasser geschmissen. Er schleppte mich zu einer Party- und diese war furchtbar. Ich war mega gestresst, mein Freund merkte auch, dass ich kurz vorm Weinen war und Angst (oh vielleicht erwähnenswert- ich habe eine Form der Sozialphobie; Situationsängste) hatte und er hat nichts unternommen. Auch bei weiteren Treffen hat er mir nicht geholfen, mich zu integrieren, trotz mehrmaliger Bitte, dass er bei mir bleiben soll und mir helfen soll.
Seitdem sind diese Menschen schrecklich für mich. Zwei habe ich zwar schon vor der Party kennengelernt- aber dort haben sie sich genauso blöd aufgeführt.

Meinem Freund zuliebe habe ich es dann noch ein paar Mal versucht, mitzugehen. Aber es endete jedes Mal auf die gleiche Weise. Sobald ich sie sehe, legt sich "ein Schalter um". Ich bin dann völlig im Stressmodus, bringe kein Wort heraus und versuche verkrampft, nicht zu weinen. Ich merke ja auch, dass von ihnen Abneigung kommt- ich fühle mich einfach so unwohl in dieser Gruppe! Ihre Gruppendynamik ist für mich so negativ behaftet.
Dazu kommt, dass ich das Gefühl habe, dass sich die "beste" Freundin meines Freundes an ihn ranmacht. Sie führt mit ihm Gespräche über ihre Brüste, auf diesen blöden Parties stellten sie mal Sexstellungen nach- da werde ich wie Luft behandelt. Ich meine, nach diesen Vorfällen habe ich meinen Freund mal ordentlich zur Rede gestellt und ihm auch gesagt, dass sie solche Handlungen unterlassen müssen- weil jetzt einfach eine Partnerin in seinem Leben existiert.

Vor einiger Zeit reichte es mir dann und ich zog einen Schlussstrich- ich habe meinem Freund gesagt, wie ich mich fühle, was ich von seiner Gruppe halte und auch, dass ich nicht mehr mitkommen werde und ihm keinen Gefallen bezüglich seiner Freunde mehr tun werde. Mein Freund akzeptiert es, aber dennoch dockt er regelmäßig damit an, dass es ihm wichtig ist, dass ich mit seinen Freunden auskomme (oder eher sie mit mir?) und wir gemeinsam was unternehmen. Ich weiß nicht, was ich tun soll- einerseits bin ich stolz auf mich, dass ich irgendwann Nein gesagt hab und mir geht es besser, seitdem ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben muss. Aber sie sind wegen diesen Aussagen meines Freundes ständig präsent und werden es auch bleiben und ich fürchte um unsere Beziehung. Denn ich weiß, dass ich es irgendwann nicht mehr aushalte und das wäre schade- denn ich liebe meinen Freund sehr, trotz seiner Fehler, die er gemacht hat.

Kommentare

  • Hallo @feltbyheart,

    die Situation ist recht vielschichtig. Einerseits wirkt es beim Lesen so, als würden deine Sorgen und Ängste nicht komplett Ernst genommen. Andererseits ist die Situation aber auch für ihn vermutlich keine ganz leichte, da es ausgerechnet der engste Freundeskreis ist, mit dem du nicht zurecht kommst.

    Dass das belastend ist und das Miteinander auf eine harte Probe stellt, liegt dabei auf der Hand. Ich mag da keine Empfehlung aussprechen sondern eher hinterfragen.

    Wie würdest du handeln, wenn die Rollen andersrum verteilt wären? Würdest du dich von deinem engsten Freundeskreis lossagen? Was, wenn die Beziehung nach Monaten oder Jahren in die Brüche geht? Dann hättest du in dem Gedankenexperiment deinen engsten Freundeskreis verloren. Ich mutmaße mal, dass du so weit nicht gehen würdest und, das es nicht dein Anspruch ist, dass er den Freundeskreis aufgibt.

    Korrigiere mich, wenn ich falsch liege. Es liest sich so, als hätte sich auch nach deiner Ansprache erschreckend wenig geändert. Was ist deine Konsequenz, wenn sich nichts ändert? Bist du überhaupt bereit Konsequenzen zu ziehen? Im schlimmsten Fall würde das bedeuten, die Beziehung zu beenden. Das muss dir klar sein. Aber nochmal: Was ist es genau, das du erreichen möchtest?

    Woher kennt ihr euch? Kanntest du seinen Freundeskreis vorher gar nicht? Grundsätzlich solltest du auch oder vielleicht gerade aus Liebe nichts tun, was sich für dich und nur dich allein nicht gut anfühlt. Warum aus Liebe? Weil Selbstliebe auch bei der Liebe zu einem anderen Menschen nicht zu kurz kommen sollte.

    Diesen Gedanken verfolgend: Was, wenn du nicht mit auf die Partys gehst, er es aber trotzdem weiterhin in der bisherigen Regelmäßigkeit tut? Was machst du für dich als Individuum?

    Wichtig ist es meiner Meinung nach, dass ein "Wir" nicht zum Verlust von "ich" und "du" führt. Vielleicht ist da ein bisschen was bei, über das du nachdenken kannst. Vielleicht hilft es dir dabei, neue Blickwinkel einzunehmen.
  • edited September 16
    @MindSneaker Danke für deine ausführliche Antwort.

    Wären die Rollen umgekehrt, denke ich, wäre es leichter. Denn wenn er mit meinen Freunden nicht auskommt und nicht mitkommen will, dann hätte ich kein Problem damit. Immerhin zwinge ich ihn nicht. Umgekehrt ist das leider schon passiert. Meinen Freundeskreis würde ich natürlich nicht aufgeben und das erwarte ich auch nicht von meinem Freund, aber ich bin überzeugt davon, dass man damit leben kann und es nur eine Frage der richtigen Organisation ist.

    Eine Konsequenz, die ich bereits gezogen habe, ist, dass ich einfach nirgends mehr mitgehe. Mein Freund kann ja hingehen auf diese Partys, dann muss er halt alleine.

    Ich kannte vorhin niemanden. Wir leben auch etwas weiter voneinander weg. Ehrlich gesagt möchte ich auf keinen Fall, dass unsere Beziehung an so etwas scheitert. Immerhin bin ich mit meinem Freund zusammen und nicht mit seiner Gruppe.
  • SanSan
    edited September 19
    @mindsneaker Ich finde deine Fragen extrem gut.
    "Was ist deine Konsequenz, wenn sich nichts ändert?"
    "Was ist es genau, das du erreichen möchtest? "
    und ultra-wichtig: "Wichtig ist es meiner Meinung nach, dass ein "Wir" nicht zum Verlust von "ich" und "du" führt."
    Du schreibst wie so oft, was ich denke, bist dabei aber in der Lage, sehr viel milder zu formulieren als ich das könnte.

    @feltbyheart Ich hab noch die Fragen hinzuzufügen: "Was genau liebst du an deinem Freund?" "Wie genau zeigt er dir, dass er dich liebt?" Ich stelle diese Fragen nicht hypothetisch. Ich wüsste wirklich gerne, was genau es ist, was euch zueinander zieht.

    Ich fang mit dem Positiven an: Du kannst sehr, sehr sehr stolz darauf sein, für dich selber eingestanden zu sein und deinem Freund zu etwas Nein gesagt zu haben, was dein allergutestes Recht ist. Etwas nicht tun zu müssen, was du nicht tun willst. Dass er dich schon gezwungen hat, dennoch mitzugehen, ist extrem besorgniserregend. Ich kann mir vorstellen, du wirst an dieser Stelle zurückrudern, was den Zwangcharakter der erwähnten Situation angeht und sagen, na so schlimm war es nun auch nicht. Auch das finde ich besorgniserregend, denn das bist du, die besorgniserregendes Verhalten deines gleichgestellten (!) Partners kleinredet und relativiert.

    Ein Partner ist nicht dafür da, deine zweite Hälfte zu werden. Du bist mit deinem Partner zusammen. Nicht mit seiner Familie, nicht mit seinen Freunden, nicht mit seinen Hobbys, nicht mit seiner Arbeit. Er darf natürlich den Wunsch haben und äußern, dass du mit seinem Leben (=Freunden) klar kommst. Aber in dem Moment, in dem sich herausstellt, dass es nach mehrmaligen Versuchen nicht passiert und dass du dich äußerst unwohl fühlst, ist es ein Zeichen von nicht vorhandenem Respekt dir gegenüber, dich weiterhin dazu zu drängen, sich ihm zuliebe anzupassen und Dinge zu tun, die dir erwiesenerweise schlecht bekommen. Das ist keine Liebe. Liebe will das Beste für die geliebte Person. Was er will, ist das Beste für sich selber.
    Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass du für dich eingestanden bist. Denn er wird es für dich nicht tun. Er schaut nach sich selber. Du schaust nach euch beiden. Das ist ein Ungleichgewicht, das auf lange Sicht zu großer Unzufriedenheit führen wird.

    Um dem Ganzen noch eine Krone aufzusetzen, du erwähnst die sexistischen Sprüche seiner Freunde. Das sind die Personen, die deinem Freund wichtig sind. Das sind die Personen, mit denen dein Freund auf einer Wellenlänge liegt. Du magst vielleicht noch niemals direkt solche Sprüche von ihm selber gehört haben. Aber die Tatsache, dass er Umgang mit Leuten pflegt, die ganz offensichtlich und laut respektlos einem gesamten Geschlecht gegenüber sind, sagt aus, dass er MINDESTENS diese Meinungen akzeptiert, im schlimmsten Fall derselben Meinung ist.
    Darüber solltest du vielleicht auch in einer ruhigen Minute nachdenken. Ich würde mit so einer Person nicht zusammensein wollen, ohne zumindest ein sehr langes, intensives Gespräch darüber geführt zu haben, was die Beziehung zu seinen sexistischen Partyfreunden ihm gibt (und da muss mehr kommen als "wir haben eine gemeinsame Vergangenheit und die Jungs sind lustig/chill". Es gibt tausend Menschen da draußen, die lustig/chill sind und dabei andere Menschen respektieren).

    Ich muss noch ein Edit einfügen, weil ich deinen ersten Beitrag noch mal gelesen habe mit dem Absatz über die Partys, auf denen er trotz deinem deutlich sichtbaren Stresslevel nichts unternommen hat, um dich aus der für dich schadhaften Situation zu entfernen.
    Ich... ich weiß nicht mal, was ich dazu sagen soll. Ich bin gerade extrem wütend, dass dieser Mann dich benutzt und herumschleudert wie sein Handtäschchen und du auf keinen Fall willst, dass die Beziehung daran scheitert. Ich bin emotional, deshalb gebe ich dir in diesem letzten Absatz vermutlich wirklich nicht den allerbesten Rat, aber: DU BIST ZU GUT FÜR IHN. Punkt. Absatz. Punkt. Erneut für die auf den hinteren Plätzen. DU gibst dir Mühe, entgegenkommend zu sein. DU gibst dir Mühe, seine grässlichen Freunde zu verstehen. DU gibst dir Mühe entgegen deinem Wesen seine Bedürfnisse zu befriedigen.
    Ich muss meine Fragen von oben in einer Reprise wiederholen: Was hat er in diese Richtung jemals für dich getan? Ist er außerhalb der geschilderten Situationen, an denen die Beziehung nicht kaputtgehen soll (für die er aber komplett selber verantwortlich ist, by the way) ein Heiliger, der dir deine Wünsche von den Augen abliest? Oooooder ist es vielleicht mehr so, dass er sich in das von dir gemachte Nest setzt und genießt, was du alles für Opfer für ihn bringst, weil du ihn liebst, während er selber keinen Finger rührt, damit auch du dich in der Beziehung wohl fühlst? Musst du das auch selber übernehmen?
    Falls sich auch nur kleinste Zweifel einschleichen: Dies ist keine (gleichberechtigte) Liebe. Dies ist keine gesunde Beziehung.

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