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Kontakt zur Mutter

Hallo Zusammen,
Gerade bin ich auf dieses Forum gestoßen und sehr dankbar dafür, da mich Momentan ein Thema ganz besonders beschäftigt.
Es geht um die Beziehung zu meiner Mutter.

Ich bin vor kurzem in eine 500km entfernte Stadt gezogen, nachdem ich als Übergang noch einmal bei meiner Mutter und ihrem Lebenspartner untergekommen bin.
Meine Mutter und Ich haben erst in den letzten 12 Monaten wieder mehr zueinander gefunden, da es vorher viele unausgesprochene Themen aus meiner Jugendzeit gab, die ich mir erst letztes Jahr eingestanden habe zu erwähnen und die es zu verarbeiten galt. Unter anderem habe ich mich auch erst in dieser Zeit als introvertiert eingeordnet und begonnen, mein Leben danach auszurichten.
In der neuen Stadt angekommen, brauchte bzw. brauche ich erst einmal viel Ruhe, um für mich voranzukommen. Einen Job zu finden, die neue Stadt etwas kennenlernen etc. Außerdem stand der Prozess der Abnabelung ebenfalls im Raum, da die 5 Monate bei ihr Zuhause natürlich nicht dazu beitrugen.
Es fühlt sich momentan einfach so an, als würde ich jeden Schritt nach vorne nicht für mich, sondern für sie und meinen Bruder tun. So als müsste ich ständig über WhatsApp erreichbar sein und mindestens einmal am Tag irgendwas schreiben. Die Benachrichtigungen habe ich schon ausgeschaltet, aber dadurch das jeden Tag mindestens eine Nachricht kommt, fühlt es sich so an, als würde ich jeden Moment wieder damit rechnen müssen.
Ich habe meiner Mutter am Tag meines Umzugs gesagt, dass zwischen uns (wirklich) alles wieder in Ordnung ist (sie hat eine Reha gemacht und macht momentan auch eine Therapie, hat sich wirklich sehr gewandelt). Nur irgendwie geht sie jedes Mal davon aus, dass unsere Mutter-Sohn-Beziehung den Bach runtergeht, sobald wir ein paar Tage mal nicht geschrieben haben.
Ich habe ihr schon mehrmals gesagt, dass ich die Tiefe unserer Beziehung nicht daran festmache, wie oft wir uns schreiben und in Kontakt sind und dass unsere Beziehung auch dann noch wichtig für mich ist, wenn wir nicht jeden Tag Kontakt haben. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass mein Bruder um die Ecke wohnt, sich zwar nicht oft blicken lässt, sie aber dafür so gut wie jeden Tag schreiben und er versteht auch nicht, warum ich so viel Zeit für mich benötige, weil sie als Mutter ja so wichtig ist und Priorität hat.

Natürlich ist sie mir wichtig, aber ich kann doch nicht die Beziehung zweier Menschen daran festmachen, wie oft sie sich über WhatsApp schreiben? Das messe ich doch eher daran, über welche Themen sie sich unterhalten und wie intensiv das Gespräch ist, oder?


Ich musste das einfach mal loswerden, weil mich diese ganze Angelegenheit echt runterzieht, zusätzlich zur neuen Situation in einer neuen Stadt zu sein.

Es wäre schön, wenn ihr mir dazu einmal eure Meinung sagen würdet :)

Kommentare

  • Hi du! Mutiger Schritt mit den 500km!
    Hierzu kann ich schon mal aus eigener Erfahrung sagen: Es wird irgendwann leichter. Versuch nicht, neue Bekanntschaften zu erzwingen, das ist für mich (600km) voll schief gegangen. Bei mir hat es erst geklappt, als ich das Mindset und den Druck, unbedingt neue Freunde finden zu müssen, ziehen lassen konnte. Ich hab mich zu Kursen angemeldet, die mir Spaß gemacht haben und meine Kolleginnen nicht mehr darauf abgecheckt, ob sie Freundschafts-Material sind oder nicht. Und lass einer Beziehung Zeit. Eine Freundschaft entsteht nicht von heute auf Morgen, nur weil man das will.

    Aber entschuldige, eigentlich ging es dir um was ganz Anderes.
    Ich bin da komplett wie du. Mit der Familie sprech ich eigentlich fast nur, wenn im Familienchat bei Whatsapp mal was los ist. Ich melde mich selten und sie melden sich (gottseidank) selten. Vorwürfe muss ich mir nicht anhören, meine Mum sagt manchmal "wenn du dich nicht meldest, weiß ich, dass alles okay bei dir ist".

    Ich hab nun das Glück, dass meine Familie nie so die großen Kuschler waren, die Nesthocker und -wärmer, die unbedingt miteinander kommunizieren müssen. Mich hat also nie jemand gedrängt.
    Meine Erfahrung mit anderen Leuten ist aber, dass man (du) an der Stelle einfach eisern bleiben muss, nachdem man (was du ja schon getan hast) den eigenen Standpunkt nachdrücklich vermittelt hat. Das tut anfangs immer ein bisschen weh, weil es Widerstand gibt, aber wenn man für sich selber die Lanzen gebrochen hat, dann lassen einen die Leute in der Regel in Ruhe.
    Ich würde dir empfehlen, noch einmal in aller Deutlichkeit deinen Standpunkt zu beschreiben (am besten deiner Mutter und deinem Bruder), wie du dich fühlst, dass ein Schweigen von deiner Seite keine Ablehnung ihrerseits ist, sondern du deine Zeit für dich und den Wachstum brauchst, und ich würde ganz klar ankündigen, was du zu tun gedenkst. Beispielsweise nur alle 5 Tage Nachrichten zu lesen oder so. Und das dann durchhalten. Wenn Gemecker kommt, solltest du nicht darauf reagieren, bzw kannst du schon sagen, dass dir leid tut, dass sie das so empfinden, aber rechtfertige dich nicht und lass dich nicht auf Diskussionen ein. Du hast deinen Teil bereits erklärt. Irgendwann werden sie merken, dass es kein Erweichen gibt und sie werden deine stete Anwesenheit nicht mehr als selbstversändlich ansehen.
    Auf Sprüche wie "kuck mal, wer sich auch mal wieder blicken lässt" kann man dann auch gelassen antworten mit "auf solche Sprüche bleibe ich übrigens noch viel länger weg, vielen Dank" und es dann auch so machen.
    Du bist gerade an einem Punkt, dich selber im Leben zu finden und herauszufinden, wer du alleine für dich bist. Manchmal gehört an dieser Stelle dazu, Menschen umzuerziehen, die einen in dieser Situation nicht loslassen wollen.
    Ich wünsche dir viel Erfolg!
  • @San Ich danke dir für deine Antwort. Es tut gut, mal etwas anderes als Widerstand zuhören zu bekommen.
    Ich habe meiner Mutter gestern noch einmal eine ausführliche Nachricht geschrieben und ihr erklärt, warum ich Handle wie ich handle. Außerdem habe ich ihr gesagt, dass sie sich, wenn es wirklich dringend sein sollte, natürlich jederzeit melden kann und ich mich in so einem Fall auch melden werde. Ich finde einfach, dass insbesondere durch WhatsApp viele Menschen denken, wenn man nicht regelmäßig schreibt, ist man der anderen Person egal. Das finde ich schade. Eine wirklich wichtige und tiefe Beziehung hält auch ohne permanentes Schreiben stand. Schließlich hat das vor WhatsApp ja auch funktioniert.
    Ich hoffe, dass es jetzt wirklich klappt. Mich vor meiner Mutter zu erklären finde ich gar nicht so schlimm, auch wenn ich es sonst wirklich hasse mich für meine Entscheidungen rechtfertigen bzw erklären zu müssen.
    Was mich allerdings störte, sind die Rechtfertigungen vor meinem Bruder. So als ob er bestimmt, wann ich ein "guter Sohn" bin und wann nicht. Das ist dann Keine Kommunikation auf Augenhöhe. Jedoch haben wir den Kontakt erst einmal komplett eingeschränkt und das ist meiner Meinung nach auch das beste für beide Seiten.

    Ich danke dir für deinen Comment!
    Liebe Grüße :)
  • SanSan
    edited Dezember 3
    @sv95 Hey! Urgh ja, das kann ich mir vorstellen mit deinem Bruder. Im Grunde sagt es zwischen den Zeilen immer viel über eine Person aus, wenn sie andere Menschen nicht ihre Eigenheiten und Autonomie im Handeln lassen kann. Bei deinem Bruder kann ich natürlich nur grob spekulieren aber ich könnte mir vorstellen, dass es sich um mangelnde Abnabelung handelt, bzw. er ohne deine Mum ein bisschen verloren wäre und gerne hätte, dass es dir auch so geht, oder zumindest dass dein Verhalten ihm nicht das Gefühl geben würde, dass du damit besser klar kommst als er.
    Wie gesagt, ich vermute nur. Und jegliches Verhalten seinerseits fußt natürlich auf absolut unter- und unbewussten Gründen.

    Vielleicht ist es hilfreich für dich, wenn du dir bewusst machst, dass es im Grunde ein Problem ist, das ER hat, es aber gerne auf dich outsourcen will. Du sollst dich um etwas kümmern, das ihn stört. Näh.

    Ich drücke dir beide Daumen, dass das nun bald besser klappt und sich ein guter Kommunikation-Kompromiss für alle Beteiligten ergibt.
  • @San Genau so wird es sein. Mein Bruder brauchte immer jemanden in seinem Leben, hat sich bspw. immer schon die nächste Freundin gesucht, bevor die Beziehung mit der Vorgängerin beendet war. Seine aktuelle Freundin bzw. Ehefrau hat sich von ihrer Familie auch nicht abgenabelt. Sie wohnen 15 Minuten von der Familie entfernt, treffen sich mindestens 1-2 mal die Woche und müssen alles miteinander teilen. Streit und Diskussion gibt es noch dazu nie, weil ja alles perfekt ist.
    Noch dazu ist seine Frau sehr dominant und hat in der Ehe definitiv das Sagen, er ist also wie so ein kleiner Junge der macht was sie möchte :D

    Eigentlich bin ich ungern jemand, der sowas rausposaunt, aber das tat tatsächlich wirklich mal gut :D

    Danke dir :)

  • @sv95 Lass es raus" xD
    Und.. urgh. Boyfriends von Typus "Sohn" kenne ich. Ich selber kann heute meine wiedergewonnene Freiheit nach einigen Jahren der Trennung immer noch nicht komplett fassen. Ich war nämlich Typus "Mutter". Ich denke, wir beide zogen einander an wie Magnete, weil unsere Typen so gut passten. Nach einer Weile war ich es aber leid, als Kinderlose schon Mutter spielen zu müssen. Ich bin lieber mein eigener Chef und hab lieber einen Partner auf Augenhöhe, der wiederum sein eigener Chef ist.

    Na dann weißt du ja, dass dich an der Misere nun wirklich keine Schuld trifft, sondern dein Bruder einfach nicht außerhalb seines Tellerrandes denken und sich vorstellen kann, dass es da eine magische Sache namens "Abnabelung" und "Selbstständigkeit" gibt. (Tatsächlich hab ich heute fast schon so etwas wie Verachtung für Männer übrig, die sich von der Mutter zur nächsten Freunden als Ersatzmutter hangeln und jegliche Verantwortung für ihr eigenes Leben an den bequemen Nagel hängen und für immer kleiner Junge sein wollen.)

    Du kannst sehr stolz auf dich sein, dass du von dir aus dieses Abenteuer angehst. Ich glaub ich hab zu viele Männer getroffen, die es sich lieber bequem machen wollen, als das noch neutral und objektiv drüber sprechen zu können, deshalb hör ich jetzt auf damit. Mir persönlich bist du deswegen aber sehr sympatisch und meiner Meinung nach tust du einen enormen Schritt für die Emanzipation des modernen Mannes.
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