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Extro braucht Hilfe Intro zu verstehen

Hi ihr Lieben,
vorab: Ich freue mich auf eure Kommentare und Meinungen, denn ich brauche eure Hilfe. ;)
Im Zeiten des Internets habe ich über eine Dating Platform einen Intro kennen gelernt. Ich selbst bin definitiv Extro. Der Kerl fasziniert mich und wir unternehmen hin und wieder was zusammen, was bei 2 Std. Autofahrt Entfernung auch nicht ganz so easy ist. Dennoch fällt es mir als Extro unglaublich schwer ihn zu verstehen und ich glaube es gibt auch viele Missverständnisse.
Auf der Webseite lernt man viel über Intros. Allerdings wäre ein Ratgeber auch toll, wie ein Extro damit klarkommen soll.  Ich verstehe, dass ihr Zeit für euch braucht und dass ihr nicht so viel redet, aber ich, als Extro, habe auch Bedürfnisse und habe keine Ahnung wie man mit einem Intro auf einen Zweig kommt, ohne ihn zu verprellen oder auf den Schlips zu treten. Ich möchte mit euch daher ein paar Situationen und meine Gedankenwelt teilen… ihr Werdet merken, dass mir das unglaublich schwer fällt mit verschiedenen Dingen um zu gehen. Vielleicht fehlt mir ein bisschen Akzeptanz für einen Intro, aber auch ich habe eine Gefühlswelt und Emotionen, die trotz allem Verständnis sich melden.

Distanz:
Mir fällt auf, dass er teilweise sehr distanziert ist….und dann auf einmal doch nicht. Sind wir unterwegs, dann wahrt er oft den Abstand. Gefühlt könnte man sich im Restaurant nicht weiter weg von einander setzen. Auch Berührungen erfolgen nur sehr selten. Weil er so distanziert ist, habe ich selbst bedenken, einfach seine Hand zu nehmen, ihn einfach zu küssen. In meinem Kopf spielt sich folgendes ab: «Mh, wenn er so distanziert ist, dann ist’s ihm vielleicht unangenehm…?» «Vielleicht mag er mich gar net so sehr…?» Die Gedanken wiedersprechen aber vollkommen dem Gefühl, wenn wir abends einschlafen. Noch nie hat mich ein Kerl beim Einschlafen so festgehalten und auch die ganze Nacht im Arm gehalten. Verabschieden geht hingegen unglaublich schnell und ohne viele Emotionen, was sich für mich dann auch wieder sehr kalt anfühlt.
Was mache ich also mit dieser Distanz? Mag er mich nun oder ist es ehr sone Bett Geschichte? Will er körpernähe oder nicht? Wenn ich ihm zu nah komme, fühlt er sich dann überrollt oder in Situationen gedrängt in denen er nicht sein will? Ist es besser ihm die Zeit zu lassen, oder soll ich auf ihn zugehen, was sich anfühlt wie eine Ewigkeit?

Dinge Ansprechen:
Beispiel 1: Ich spreche Dinge direkt an, wie z.B. frage ich ihn nach einem Treffen, wann wir uns wiedersehen. Er sagt fast nichts, er lächelt und küsst mich. Für mich fühlt sich das trotz Lächeln und Kuss an wie ein Korb und in meinem Kopf geht folgendes ab: «will er mich überhaupt wiedersehen?», «warum sagt er nicht einfach konkret ja oder nein?», «was heisst das Grinsen und der Kuss?» (Ich frage ihn, was das Lächeln bedeutet und er küsst mich einfach nochmal und grinst.) «Was zur Hölle soll das bitte heissen?» Daheim angekomme bekomme ich dann eine whatsapp, dass er sich auch freut mich wieder zu sehen und das WE total schön war. Mein Hirn meldet sich mit «Ist das jetzt ernst oder nur dahin geschrieben?» (Für mich hat geschriebenes weniger Bedeutung als persönlich gesagtes) «Warum kann er mir das nicht ins Gesicht sagen?»
Beispiel 2: Ich sag ihm, dass ich ihn mag und der Sex toll mit ihm ist. Er reagiert kaum. Ähnliches sagt er nicht. Mein Kopf dazu: «Puhlala…du sollst mir ja keinen Heiratsantrag machen, aber magst du mich gar nicht?» «Siehst du das mit dem Sex anders?» Mh….also Frage ich ihn « meinst du wir könnten am WE noch öfter Sex haben?» Er: «warum nicht?»…Okay immerhin ne Antwort, aber soll ich da jetzt interpretieren, dass der Sex schön für ihn ist? Ich muss gestehen, dass ich teilweise echt nicht weiss, was er mir sagen will.
Aber wie verhalte ich mich nun, denn ich mag ihn ja…Bring ich ihn in Verlegenheit, wenn ich ihn Frage, wann wir uns wiedersehen? Ist es ihm unangenehm? Soll ich warten, bis er mich fragt? Ich habe natürlich Angst, dass er gar nicht fragen würde, wenn ich es nicht tue.
Ist es für euch unangenehm, wenn man euch sagt, dass man euch mag? D…oder, dass der Sex toll ist?
Ich habe versucht ihn auf das ein oder andere Thema anzusprechen. Gefühlt macht es das aber für mich nicht besser und für ihn auch nicht. Oft habe ich z.B. das Gefühl, dass ich ihn «gegen die Wand fahre» mit meiner direkten Art. Das will ich eigentlich nicht, aber ich will auch wissen woran ich bin. Was mache ich also damit?

Erzählen und reden:
Ich erzähle viel und gerne. Er erzählt er wenig. Ich würde gerne viel mehr über ihn wissen, aber ich weiss nicht, wie ich ihn einladen kann zu erzählen. Er ist unglaublich aktiv und viel mit Freunden unterwegs…er hat, glaube ich, viel zu erzählen, weil er auch viel erlebt. Er hat auch ein Kind was bei der Mama wohnt… Es gäbe also einen Haufen Themen. Aber von alleine erzählt er nichts. Ich bin verunsichert, denn ich will nicht, dass er denkt, dass ich mich nicht für ihn interessiere. Allerdings erzählt er eben auch nur geringfügig was auf nachfragen. Deswegen erzähle ich ganz viel. Vieles oberflächliches, weil er mich auch wenig nach Dingen fragt. Da will ich ja nicht mit der Tür ins Haus fallen und ihm mit den «Abgründen meiner Seele» zu häufen. Gleichzeitig meldet sich mein Hirn: «Will er gar nichts über dich wissen?» «Will er nichts mit dir teilen?».
Wie soll ich das interpretieren und wie soll ich mich verhalten? Muss ich auch hier warten, bis er von alleine kommt? Was ist, wenn er nicht aus sich raus kommt und denkt, dass wir nicht genug konnekten?

Zeit zwischen den Treffen:
Die Zeit zwischen den Treffen fällt mir auch ziemlich schwer. Ich will Nachrichten schreiben und erzählen und hören, was bei ihm so am Tag passiert. Schnell stellte ich jedoch fest, dass ich Romane schreiben kann und dann ein oder zwei Sätze zurückkommen. Auf Antworten kann ich zudem Stunden warten. Das war noch anders, als wir uns noch nicht das erste mal gesehen hatten. Da schrieb er viel. Nun meldet sich mein Hirn also mit: «Nerve ich ihn, wenn ich ihm schreibe?», « Freut er sich überhaupt drüber, etwas von mir zu hören?» «Will er gar nicht wissen, wie mein Tag so war?» All die Gedanken werden dann erschlagen, wenn eine kurze Nachricht kommt von ihm mit « Ich freue mich bereits aufs Wochende, wenn wir uns wieder sehen.»
Mh… ist das normal oder ist es tatsächlich mangelndes Interesse? Aber wie passt das dann alles zusammen? Zudem haben wir uns über eine Dating Seite kennen gelernt? Schreibt er vielleicht lieber tausend anderen Mädels anstatt mir?

Sodele….also Extro hat man es wirklich nicht einfach mit einem Intro wie ihr seht….Was denkt ihr so zu all meinen Fragen im Kopf? Wie seht ihr die Sachen so?

Ich freue mich wirklich auf eure Meinungen.
Herzlichen Dank schon mal im Voraus und lieben Gruss
Natti

Kommentare

  • Hi Natti,
    ui, schwierig, da von außen zu urteilen, wenn du selber ihn kennst und er dir solch ein Buch mit 7 Siegeln is. Das kann ja im Grunde alles sein! Es kann sein, dass du ihm nicht so viel bedeutest wie er dir, es kann sein, dass er sich nicht sicher ist, oder dass er es schlichtweg nicht weiss. Dass er verletzt wurde und dir (noch) nicht vertraut. Dass er nicht verletzt wurde, aber dir (noch) nicht vertraut. Dass es ihm unangenehm oder peinlich ist, wie er empfindet. Dass er nicht drüber reden kann. Nicht drüber reden will. Vielleicht weiß er schlicht nicht, wie es dir dabei geht. Es gibt tausende Ideen und Gründe und nur er kennt die Antwort.
    Wie happyGeorge mach ich mir da ein bisschen Gedanken über eure Kompatibilität. Es ehrt dich, dass du sogar im Internet Wege suchst, ihn zu verstehen. Aber ein "ich will ihn ja so gut finden wie er ist, aber.." wird wohl immer ein "ABER..." bleiben. Du kannst es nicht wirklich, ihn so annehmen wie er ist. Denn du hast Bedürfnisse. Und das ist vollkommen okay, die zu haben!
    Nur scheint er diese Bedürfnisse nicht befriedigen zu können oder wollen. Und ich würd ihm auch nicht dazu raten, wenn es bedeuten würde, dass es seinem Wesen widerspricht und er sich für eine andere Person dauerhaft verbiegen müsste.
    Da komme ich zurück zur Kompatibilität. Wenn die nicht gegeben ist, muss geschaut werden, ob man nicht weiterzieht. Eine unglückliche Beziehung ist NICHT besser als keine Beziehung.
    Zur Kompatibilität hätte ich noch die Frage an dich: bei den ganzen Unterschieden zwischen euch erschließt sich mir nicht, was dir an ohm liegt. Was sind die Gründe, die ihn, unaustauschtbar ihn zu dem Mann machen, mit dem du deine Zeit verbringen willst. Und sind diese Dinge wirklich nur auf ihn anwendbar oder theorerisch auf die gesamte "Zielgruppe Mann"? (Sowas wie " er bringt mich zum lachen" ist etwas ganz anderes als "sein humor ist exakt so schwarz wie meiner und doch schießt er nie übers Ziel hinaus und wird geschmacklos")

    Egal wie du diese Frage für dich beantwortest, solltest du 1) mit ihm reden. Auch wenn du es als unehrlicher empfindest, fragt ihn per Text. Es scheint ihm leichter zu fallen.
    Und 2) solltest du entgegen aller Bedürfnisse ein wenig zurück treten. Such dir ein Hobby, das dich erfüllt. Nicht nur zum Zeitvertreib. Eines, das dir wirklich etwas gibt. Vielleicht stellst du fest, dass er nicht zu 100% die Quelle deines Glücks sein muss sondern dass du das in der Hand hast. Ich könnte mir vorstellen, dass er unterbewusst spürt, dich glücklich machen zu müssen und ihn das verprellt.

    Sorry für den undurchdachten Text, ich steh grad in der Bahn und muss gleich raus, wollt aber dennoch was dazu sagen.

    Was dir passiert ist, HappyGeorge, tut mir sehr leid.

    Euch beiden viel Glück!
  • Wollte hier auch was schrieben über einen gewissen "Flow" den man einfach verspürt wenns mit einer Person passt und dass das holprige zwischen euch kein "Intro-Extro-Inkompatibilitäts" Problem im Speziellen sondern eher auf eine Inkompatiblität zwischen euch beiden hindeutet.
    Einfaches Beispiel: Er drückt seine Gefühle durch Taten aus. Dir fehlt da anscheinend die Schnittstelle dafür, weshalb du es lieber in Worte übesetzt hättest.
    usw...

    Aber Sans Betitrag trifft es einfach auf den Punkt.
    Les dir den aufmerksam merhmals durch und dann denke drüber nach.
    Auch die Anmerkung zum Hobby ist Gold wert.

    Viele Erfolge dir, ihm und euch beiden.


    Btw coole Frisur San^^
  • @salami: Thanks! :D Ich überlege, die Farbe zu wechseln (es wächst langsam raus und sieht aus wie der charmante Ranz eines punkigen Obdachlosen.)
  • Hallo Natti.

    Auf viele deiner Fragen kann ich dir leider keine Antwort geben, da das aus meiner Sicht nichts mit Introversion zu tun hat, sondern mit persönlichem Verhalten.

    Distanz.
    Hast du ihn mal gefragt, ob er da schlechte Erfahrungen gemacht hat? Nähe & Distanz sind eher nichts, was in der Introversion seinen Ursprung hat. Da hat jeder so seine Bedürfnisse oder Vergangenheit denke ich.

    Dinge ansprechen.
    Grundsätzlich DIE Lösung für Probleme ;) aber auch kein Allheilmittel.
    ~Oft habe ich z.B. das Gefühl, dass ich ihn «gegen die Wand fahre» mit meiner direkten Art.~
    Auch hier denke ich, hat das eher etwas mit ihm als Mensch zu tun. Nicht jeder kann gut über Gefühle sprechen und z. B. brauch ich mit Menschen eine tiefere Verbindung dafür. Sowas wächst langsam.

    Ich lese aus deiner Schilderung auch viele Selbstzweifel (korrigiere mich, wenn ich mich irre). Das spürt er vielleicht auch und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Introvertierte sind oft sehr mit ihren Gedanken beschäftigt. Wenn du ihn mit deiner Unsicherheit darüber, ob er dich mag z. B. in die Ecke drängst, weil du einfach eine Reaktion brauchst, wir er wohl erst recht "dicht machen".
    Wie @San schon sagte, es ist dein gutes Recht diese Gefühle und Bedürfnisse zu haben aber wenn er sie dir nicht geben kann/will, wird wohl einfach nichts draus.

    Viel Erfolg!
  • hallo natt,

    ich hab im Januar so ein Exemplar kennegelernt, beim lesen habe ich mich und meine Konstellation mit ihm so wiedererkannt.

    Ist auf jeden Fall nicht einfach, ich bin auch hier gelandet um mehr über das Wesen Introvertierter Menschen zu verstehen.

    Schade das du biser so wenig Anwort erhalten hast.

    Ich versteh aber was dich hält, die unglaubliche Nähe Nacht und der gute Sex, war von Anfang an auch bei uns überragend und ich hatte noch nie so schnell zu jemanden so eine Verbindung und so was intensives.
    Ausserhalb den ganzen gestaltet sich das auch etwas holpriger.
    Anfangs haben wir uns auch nur am frühen Abend gesehen oder morgens, evtl. auch mal 2 Nächte hintereinander.
    Weil ich beruflich immer mal wieder in seiner Nähe war, wo er beruflich war.
    Waren essen, ahben essen bestellt, konnten uns gut unterhalten, ab seien Pausen zwischen drin habe ich mich schon gewöhnt, obwohl das für mich schon manchmal unangenehm ist, aber sinnloses bla bla will ich ihm auch nicht zumuten.

    Jetzt ist er wieder nur 45 min von mir weg und wegen Corona ist er auch weniger am We unterwegs und ich auch.

    Also verbringt man plötzlich mehr Zeit, die er sich aber auch so raussucht, weil wenn ich ihn Frage will er auch das ich am We komme und nicht mal unter der Woche für eine Nacht.

    So richtig komme ich aber auch noch nicht an ihn ran.
    Das mit dem schreiben ist ähnlich, wenn ich mich nicht melde kommt da auch nichts, hat aber schon gesagt das er da nicht so ist, ich meld mich auch nur wenn ich was habe oder was anliegt und dann abwortet er auch meist recht schnell.
    Ist komisch und ungewohnt, aber wenn man sich überlegt, früher gab es sowas auch nicht und es ging bis zum nächsten Treffen und ich hab zum Glück ja noch ein anderes Leben.
    Mit Nähe und Distanze ist aber bei Ihm auch so, da war ich aber so das ich es angesprochen habe, weil ich auch einfach zwischen durch auch mal bissi was brauch, er hat es abgenommen, denke das brauch Zeit, kleine Schritte, einen vor dem anderen und wie oben schon gesagt wurde, man weiß nicht Recht was vorher war, brauch es vertrauen, brauch es Zeit oder bleibt es immer so, denn auch die Option gibt es.

    Ich will Ihn auch nicht verändern, aber wie du sagst, auch wir haben unsere Bedürfnisse.
    Und wenn da keine Entwickling stattfindet und mir was fehlt werde ich mich wohl oder übel auch zurück ziehen.

    Ich bin halt auch absoluter Kopfmensch aber auch ein positiv Denker und versuch mir aus allem was von ihm kommt was raus zu ziehen und das sind meistens schon sehr süsse Sachen, also konzentrier dich auf das was er dir gibt, als das was er dir nicht gibt, mach ne Pro und Kontra Liste, klingt blöd, aber glaub da kommt viel positives, denn eigetlich sind das ganz tolle Menschen, von denn man viel gewinnen kann.
    So wie sie von Uns, deswegen suchen sie auch unsere Nähe, aber dosiert
    und für mich auch ok, ich bin Wassermann und geniesse meine Freiheit zwischen unseren Treffen, treff mich mit Freunden, geh aus, hab Spaß.

    Ich geb ihn mir ja auch nur dosiert, brauch ja auch meine Zeit zwischen drin für mich.
    ich habe keine Ahnung wo was hinführt und was nach corona ist wenn sich alle wieder frei bewegen dürfen, wieviel Zeit uns dann bleib, wir uns sehen oder was auch immer.
    Man kann es nur laufen lassen, reden wenn was ist und hoffen das man immer mehr zueinander findet und einspielt, Unterschiede akzeptieren und annehmen.

    Ich denke das Intro und ich würde mich als ambivalent bezeichnen, funktionieren kann, wenn man erste Hürden gemiensam überwindet.
    Und sich immer seine Freiheiten/alleinsein lässt.

    LG Nici

    p.s. freu mich über ein update


  • edited Mai 4
    Liebe Natti

    Ich möchte mit dir gerne meine Erfahrung teilen. Mein Freund ist introvertiert. Ich selbst fühle mich nach Treffen mit Menschen voller Energie und kann nur schwer Energie aus mir selbst ziehen, bin per Definition also extrovertiert. Er ist das komplette Gegenteil Ähnliches was du beschrieben hast, habe ich am Anfang meiner Beziehung auch erlebt. Jedoch darf man das Folgende auch nicht verallgemeinern (jede Beziehung, jede Person ist anders):

    Distanz:
    Es hat 5 Monate gedauert bis ich den «Draht» zu ihm hatte und er mir nicht mehr «geheimnisvoll» war. Diese Distanz hatte damit zu tun, dass er seine Gefühle und Gedanken anfangs sehr selten mitteilte (ich war das komplette Gegenteil). Auch allgemein war er sehr ruhig. In meiner vorherigen Beziehung kannte ich dieses anfängliche Gefühl der Distanz nicht. Zu dieser Zeit wusste ich aber irgendwie intuitiv, dass er länger braucht, bis er sich öffnet. Es gab Gründe, warum ich an ihm festhielt:

    - Bei jedem Treffen gab er mir 100% Aufmerksamkeit
    - Niemand zuvor schaute mir so lange in die Augen
    - Auch der Sex war noch nie so intensiv und zärtlich
    - Er war total höflich und freundlich
    - Er ist sportlich und zielstrebig (beides war mir wichtig, weil ich es auch bin)
    - Ich finde ihn äusserlich attraktiv

    Heute erzählt er mir von alleine, was in seinem Leben passiert und teilt auch seine Gefühle. Ich glaube es hatte damit zu tun, dass ich ihm Zeit liess und selbst meine Gedanken/Gefühle teilte ohne es auch von ihm zu erwarten. Ich habe ihm nie gesagt, dass sein Verhalten falsch oder komisch ist. Er hat sich nach einiger Zeit von selbst geöffnet…

    Erzählen und Reden:
    Ich rede gerne. Mein Freund hat einen sehr interessanten Beruf und ein spannendes Hobby. Ich habe mich anfangs aufrichtig für dies interessiert und Fragen gestellt. Er sprach gerne darüber. Sonst sprach er nicht viel. Wie schon oben erwähnt, hat er sich mit der Zeit immer mehr geöffnet. Das heisst aber nicht, dass er heute total viel spricht. Übrigens mag er tiefgründige Gespräche mehr als Smalltalk. Ich mag tiefgründige Gespräche über das Leben auch – ich liebe es mit ihm lange zu diskutieren!

    Zeit zwischen den Treffen:
    Er schreibt nicht gerne viel hin und her. Er schreibt mir erst (auch heute noch) Stunden später zurück und meldet sich auch nicht jeden Tag. Er ist einfach so und meint damit nicht, dass er mich nicht mag. Seinerseits war es toll, dass er mir am Anfang der Beziehung mitteilte, dass er nicht «der Schreiber» ist (vielleicht hätte ich sonst auch Zweifel gehabt). Ich selbst brauche nicht andauernd «Anerkennungsnachrichten». Wir schreiben einfach kleine Nachrichten. Seine Zeit, die er für sich braucht und ich nicht viel von ihm höre, nutze ich auch für mich, indem ich mich mit Freunden treffe, mein Französisch verbessere, koche, jogge, etc. Ich mag Freiheit in einer Beziehung, so kann man sich auch als eigenständige Personen weiterentwickeln. Hier musst du dich selber fragen, wie viel Distanz/Nähe brauchst du?

    Mein Fazit Extro/Intro Beziehung:

    -Es klappt, wenn du den anderen so liebst, wie er ist und du ihn in seiner Art nicht verändern möchtest. Eine introvertierte Person wird nie eine extrovertierte Person werden. Jedoch muss man sich beidseitig immer wieder entgegenkommen, da man als Extro/Intro vermehrt unterschiedliche Bedürfnisse hat (z.B. Freizeitgestaltung).

    -Kenne deine Bedürfnisse! Sprich sie lieb an. Kenne seine Bedürfnisse. Kommunikation ist einfach das Wichtigste (in allen Beziehungen).

    -Es klappt, wenn du auch gerne ohne ihn Sachen unternimmst. Ich habe z.B. berufliche Ziele, treibe gerne Sport oder treffe mich oft mit Freunden. Ich geniesse also auch die Zeit für mich. So hat er Zeit, sich «aufzutanken».

    -In allen Beziehungen: Der Partner ist eine Bereicherung und keine Ergänzung.

    -Ja, introvertierte Menschen brauchen tendenziell mehr Zeit, um sich zu öffnen. Gib ihm die Zeit. Nachher war es bei mir umso schöner - Ich habe mich immer stärker in ihn verliebt. Heute kann ich mir keinen besseren Menschen an meiner Seite vorstellen.

    -Ich finde es toll, dass wir gegensätzlich sind, aneinander wachsen können und eine solche intensive und bereichernde Beziehung haben.

    Das ist meine Erfahrung. Jede Beziehung ist anders… vielleicht konnte sie dir helfen? Lg Mayra
  • edited Mai 16
    Liebe Natti, liebe Mayra,

    ich kann es sehr gut nachvollziehen! Jede Beziehung ist anders. Einfach: es ist schwierig mit einer sehr in sich gekehrten Person. Wenn ihr miteinander reden könnt, ist schon viel gewonnen.

    Ich habe nach 4Jahren heraus gefunden, dass er erneut online auf der Suche nach einer anderen ist. Bei mir sagte er gleich zu Anfang er sei introvertiert und ich dachte mir, ich schau einfach einmal.

    Bei mir war immer alles heimlich, ich durfte nicht seine Familie kennen lernen etc., und meine wollte er nicht kennen lernen. Aber er sagt mir seit 2 Jahren: das er mich liebt (???). Auf Anfragen seine Familie kennen zu lernen, gab es nur, ja irgendwann. Und mir fehlte das Gefühl, Sicherheit in der Beziehung zu haben und wirklich geliebt zu werden. Eben weil er es nur sagte, und vom ihm nichts kam (keine Taten).

    Wenn es bei Euch nicht so ist, und er mit Euch Zeit verbringt, Euch der Familie vorstellt, mit Euch spricht, ihr die stille Zeit miteinander genießen könnt, kann es doch werden. Wenn er auf seine Art seine Liebe zeigen kann. Dann...

    Bitte passt auf Euch auf. Er sollte Taten zeigen, wenn er schon nicht spricht oder schreibt.
    Das, wenn es Antworten gibt: Es auch gut werden kann und nicht wie bei mir enden muss. Drücke Euch die Daumen, dass ihr das hinbekommt und es gut wird!
    Bei mir weiß ich nicht ,ob es geendet hat, da er nicht mehr mit spricht und/oder mir schreibt seit meiner Offenbarung ihn ertappt zu haben. Wünsche Euch alles Gute! Lg Nikki
  • Moin @natti,

    erst einmal finde ich es cool, dass du dir überhaupt die Mühe machst, ihn verstehen zu wollen. Daran scheitern viele nämlich schon und dann wird es schwer mit einer guten Beziehung.

    Du hast hier sehr konkrete Dinge geschildert, die selbst für uns Intros teilweise schwer zu verstehen sind, weil wir alle unterschiedliche Erfahrungen machen.

    Mir sind aber zwei Dinge aufgefallen: Es klingt, als wärst du schneller unterwegs als er. Wie andere schon meinten, braucht es mit Intros häufig Zeit, damit sie sich vollkommen auf jemanden einlassen. Zweitens (auch das wurde angesprochen) sind einige deiner Gedankengänge eigentlich typisch für Introvertierte. Denn du scheinst wirklich alles zu überdenken oder zu hinterfragen. Erst einmal bleibt dir nicht viel übrig, als ihn so zu nehmen, wie er ist. Wenn du dann irgendwann das Gefühl hast, mit dieser Unsicherheit nicht mehr umgehen zu können, musst du ihn wirklich direkt hinsetzen und das Gespräch suchen, solange bis er dir klar sagt, wie er sich in der Beziehung fühlt und was er will.

    Kann sein, dass er die Geschichte lockerer sieht als du. Aber als Intro sage ich dir auch, dass es klingt, als wäre er eigentlich recht zufrieden mit der Situation? Nur weil wir das nicht permanent nach außen tragen oder zeigen, heißt das nicht, dass wir nicht glücklich sind. Für mich persönlich wäre die Tatsache, dass ich mit jemandem Zeit verbringe, ihn heranlasse und nicht langsam weniger und weniger treffe eigentlich schon ein Liebesbeweis, denn Intros teilen ihre Zeit sehr gewissenhaft ein. Aber Intros sind verschieden - sorry für die schiefe Antwort, aber du hast dir einen Komplizierten ausgesucht. Es lohnt sich meist, aber bis man sich eingegrooved hat, ist es harte Arbeit.

    Hoffentlich konnte ich ein bisschen helfen.

    Liebe Grüße
  • edited Mai 23
    Die Mühe ist evtl., zumindest bezüglich natti, vergeblich - aus nattis Profil:

    "Nutzername natti
    Beigetreten Dezember 2019
    Besuche 3
    Zuletzt aktiv Dezember 2019"
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