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Kaum noch Kontakt mit Freunden und deswegen einsam

Verzeiht, dass ich mich nicht erst vorstelle. Ich wollte einfach gleich zur Sache kommen.

Meine Freunde und ich haben dieses Jahr unseren Abschluss gemacht und obwohl uns das eigentlich sehr wichtig war, weiterhin in Kontakt zu bleiben, hatten wir praktisch seitdem kaum noch was miteinander zu tun. Eine Freundin habe ich letztens zum ersten Mal seit einem halben Jahr wiedergesehen und wir sind irgendwie gar nicht mehr auf einer Wellenlänge.

Auch meine anderen Freunde habe ich die letzten Monate sehr vermisst, aber als wir uns endlich wiedergesehen haben, hatte ich das Gefühl, dass wir uns total auseinander gelebt haben.

Ich sehe mich selbst eigentlich nicht als introvertiert - liegt aber nur daran, dass ich die genaue Definition nicht kenne bzw. verstehe. Es ist aber nun mal so, dass sich das Verhältnis zu meinen Freunden nun sehr verändert hat und wir nicht mehr so viel Zeit füreinander haben. Und ich habe sonst niemanden und kämpfe nun sehr mit der Einsamkeit.

Ich studiere gerade, komme aber mit meinen Kommilitonen nicht allzu gut klar. Ich habe noch einen Nebenjob, wo ich die Kollegen auch ganz gern habe, aber da sie deutlich älter sind, haben wir auch nicht allzu viele Gemeinsamkeiten.

Und ich bin nicht der Typ für Fitnessstudio oder Vereine oder ähnliches, aber leide sehr darunter praktisch niemanden mehr zu haben, mit dem ich etwas unternehmen und mich tatsächlich von Angesicht zu Angesicht unterhalten kann. Kennt ihr das auch und wie geht ihr damit um?

Kommentare

  • Hallo Emily01,

    was du uns hier beschreibst, kenne ich tatsächlich aus eigener Erfahrung.

    Ich glaube, es ist normal und der Gang der Zeit, dass man die Klassenkameraden aus der Schulzeit (zunächst) immer mehr aus den Augen verliert, auch wenn man dies gar nicht vorhatte.

    Jedoch geht eben erst einmal jeder seinen eigenen Weg, was ich im Nachhinein betrachtet als gut und wichtig finde. Die Konzentration auf sich und die eigenen Ziele läßt einen wachsen.

    Und wenn man wie ich damals zur Ausbildung in eine fremde Stadt zieht, besteht die Chance, noch einmal neu zu starten ohne irgendwelchen Druck, ein bestimmtes Bild von sich selbst bedienen zu müssen, oder für immer in der Schublade "Die Stille" steckenzubleiben.

    Ich weiß was es bedeutet, grade auch im Studium nicht wirklich Anschluß zu den Mitstudierenden zu bekommen, aber auch an einer Uni mit vielen Menschen gibt es (zumindest inzwischen) Nischen.

    Verliere nicht den Mut, auch im Studium neue Leute kennenzulernen.
    Und mache dir vielleicht ein paar weniger Gedanken, nun doch den Kontakt zu den "Ehemaligen" nicht so zu halten, wie ihr dies vorhattet.

    Es kommt die Zeit, da rückt der engere Kreis Klassenkameraden wieder näher zusammen.
    Und dann kommt es auf einen selbst drauf an, ob man mit etwas Abstand die alte Freundschaft wieder mit Leben füllen möchte.

    Es klingt so, wie wenn das mit dem Studium bei dir noch recht frisch wäre. Schätze ich das richtig ein?
  • Hallo @Emily01,

    ich denke, dass das, was du beschreibst, ganz normal ist, wenn sich Lebenswege trennen. Gerade nach Zeiten, die man intensiv gemeinsam verbracht hat, also z.B. nach der Schule, nach der Ausbildung oder nach dem Studium. Man selbst denkt, dass man Freundschaften für die Ewigkeit geschlossen hat. Und nachdem sich dann der gemeinsame Weg getrennt hat und man dann vielleicht auch weit voneinander entfernt wohnt, entsteht bei vielen ein neuer Wirkungskreis und ein damit verbundenes neues soziales Umfeld. Und damit kann sich auch die Persönlichkeit weiterentwickeln, so dass frühere Freundschaften dann nicht mehr so kompatibel sind.

    Einerseits denke ich, dass diese Entwicklung ganz normal ist. Aber auf der anderen Seite kann ich dich auch sehr gut verstehen und kenne das selbst auch. Ich bin auch so eine treue und loyale Seele, die sich Freundschaften für die Ewigkeit wünscht. Und es hat lange gedauert, bis ich die Zusammenhänge, die ich im ersten Absatz beschrieben habe, verinnerlicht und akzeptiert habe. Bewusst war mir das schon lange, aber ich wollte es viele Jahre lang nicht wahrhaben. Damit kann ich heute viel besser umgehen, indem ich es realistisch sehe.

    Hier im Forum wurde mir schon öfter der Hinweis gegeben, dass ich mir selbst der beste Freund und wichtigste Mensch sein solle (sehr kurz zusammengefasst). Auch wenn ich die Bedeutung verstehe und weiß, dass das ein gut gemeinter Ratschlag ist, kann ich das nicht wirklich verinnerlichen. Denn ich glaube, dass ich die Sehnsucht nach echten und dauerhaften Freundschaften nie ganz abstellen können werde. Ich denke, dass die Leere, die ich dadurch empfinde, nur von einem damit kompatiblen Menschen gefüllt werden kann. Dennoch kann ich inzwischen gut damit umgehen, indem ich meine Freizeit mit Dingen gestalte, die ich gerne mache und die mir gut tun. Von Vorteil ist da, dass ich sehr gerne Zeit allein verbringe.

    Und genau das ist das entscheidende Merkmal der Introversion. Intros erholen sich am besten und laden ihre Akkus am besten auf, indem sie Zeit allein verbringen. Extros dagegen brauchen zum Auftanken die Stimulation von außen, also viele Menschen um sich herum. Das bedeutet nicht, dass Intros nicht auch mal gern unter Menschen sind oder dass Extros nicht auch mal Zeit für sich allein brauchen. Entscheidend ist dabei aber die Tendenz. Letztlich ist es auch gar nicht so wichtig, in welche „Schublade“ du gehörst. Du bist wie du bist. Aber mir (und sicher auch den meisten hier) hat das Hintergrundwissen dazu sehr geholfen, mich selbst zu verstehen und nachvollziehen zu können, warum ich so bin wie ich bin. Und vor allem, dass Introversion keine Krankheit ist.

    Im Grunde ist ein Studium doch sehr gut geeignet, um neue Menschen kennenzulernen. Es werden Projekte gemacht oder gemeinsame Hausarbeiten geschrieben. Auch wenn du bisher nicht so gut mit den anderen zurecht kommst, kann sich das dennoch ergeben. Und man merkt dadurch auch, mit wem man sich nicht so gut versteht, das ist auch eine wichtige Erkenntnis.

    Leider kann ich dir keinen brauchbaren Tipp dafür geben, wie du Freunde findest (zumal du ja geschrieben hast, dass du nicht einen Verein möchtest). Mir hilft es, die Dinge realistisch zu sehen. Ich laufe „alten“ Freunden nicht mehr hinterher, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mich nicht mehr in ihrem Leben brauchen. Mir dies einzugestehen, ist schmerzhaft, hilft mir aber, damit abschließen zu können. Und ich versuche, mich mit Dingen zu beschäftigen, die mich erfüllen statt viel zu grübeln und somit meine Zeit und Energie positiv zu nutzen. Das klappt nicht immer, aber schon deutlich besser als es mal war. Wobei hier von Vorteil ist, dass ich mich sehr gut mit mir allein beschäftigen kann und das auch gerne tue.

    Wichtig ist auch, wie du selbst „Freundschaft“ definierst. Also ob für dich z.B. gleiche Interessen und gemeinsame Aktivitäten Vorrang haben oder ob dir z.B. gemeinsame Interessen gar nicht so wichtig sind, dafür aber eher auf emotionaler Ebene über bestimmte Themen reden zu können. Da gibt es sicher auch noch etliche weitere Abstufungen.
  • Vielen lieben Dank für eure Kommentare.

    Ich weiß gar nicht so genau, was ich noch sagen will.

    Ich meine diese Personen waren ja nicht nur irgendwelche Schulkameraden, sondern meine echten, besten Freunde und damit die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu meiner Familie und habe auch keinen Partner oder ähnliches, also waren das die einzigen Menschen die mir wirklich etwas bedeutet haben und ich komme nicht damit klar dass ich jetzt dabei bin, diese zu verlieren. Was ist denn, wenn ich nie wieder jemanden finde, der mir so wichtig ist und dem ich so vertrauen kann? Schließlich kannten wir uns ja zum Teil schon seit der Grundschule und nun ist auf einmal nach 10 Jahren Schluss.

    Die Sache mit meinen Mitstudenten ist wohl einfach, dass wir uns ganz am Anfang alle noch ziemlich freundlich begegnet sind und es mir ziemlich leicht gefallen ist Kontakte zu knüpfen. Aber je mehr wir miteinander Zeit verbracht haben, desto weniger Gemeinsamkeiten habe ich gefunden und fand dann Gespräche eher anstrengend. Ich finde es auch schwer eine Freundschaft zu definieren, und vielleicht bin ich bei dem Bereich doch einfach zum Teil sehr introvertiert, aber wenn man unterschiedliche Interessen und Weltansichten hat, finde ich wird ein Gespräch schnell ermüdend. Das klingt jetzt wahnsinnig eingebildet, aber vieles was mir dann erzählt wird interessiert mich überhaupt nicht oder verwirrt mich regelrecht. Aber ich habe umgekehrt auch das Gefühl, dass manche Leute mit meinen Geschichten nicht wirklich was anfangen können und das ist eben ein Problem, was ich bei meinen Freunden nie hatte. Da wollte man absolut alles wissen, was die Person gedacht oder gemacht hat und nun ist es bei diesen Leuten so, dass sie mich einfach nur langweilen oder teils richtig nerven und ich es vermisse, wirklich eine Verbindung zu jemandem zu haben.

    Und deswegen wie gesagt, habe ich Angst, dass es das schon war und ich nie wieder Freunde finde. Ich bin gerne allein und brauche das bis zu einem gewissen Grad auch, aber nun habe ich eben das Gefühl, als hätte ich seit einem halben Jahr nicht mehr mit einem netten Menschen geredet und das macht mich langsam richtig fertig. Ich habe auch während der Schulzeit die Wochenenden gerne alleine verbracht, weil ich wusste, dass ich meine Freunde in der Schule sehe oder wir uns wann anders treffen können, aber jetzt bin ich wirklich komplett auf mich allein gestellt und das ist mir dann doch zuviel.
  • @Emily01:

    Ich kann das alles total verstehen und auch nachempfinden, weil ich das selbst kenne. Und es tut mir leid, dass du dich so fühlst.

    Es kann natürlich sein, dass deine Situation eine andere ist als die deiner Freunde. Für dich sind diese Freunde extrem wichtig, weil du sonst keine Vertrauenspersonen hast. Aber ist das umgekehrt auch so? Das nur mal so als Denkansatz.
    Ich meine damit nicht, dass ihnen die Freundschaft egal ist. Aber eventuell verschieben sich die Prioritäten. Sie schließen wieder neue Bekanntschaften und Freundschaften mit Menschen in ihrer räumlichen Umgebung und sind dadurch eingebunden, studieren auch oder machen etwas anderes, haben vielleicht eine harmonische Familie. Dadurch haben sie dich möglicherweise einfach nicht mehr so auf dem Schirm.
    Das soll keine Rechtfertigung sein und ich sehe es auch so wie du. Aber vielleicht bekommst du dadurch ein paar neue Ansätze.

    Hast du dich ihnen mal offenbart? Also ihnen mal gesagt, wie du dich fühlst und dass du diese Entwicklung schade findest? Falls nicht, wäre das auch eine Möglichkeit. Denn vielleicht merken sie gar nicht und wollen auch gar nicht, dass da etwas zerbricht, weil du nicht mehr in ihrem Blickfeld bist. Du könntest z.B. einen Brief schreiben und dann mal sehen, welche Reaktion kommt.

    Deine Einstellung zu den Leuten im Studium finde ich nicht eingebildet, sondern du hast dadurch nochmal deutlicher gemacht, worum es dir geht. Ich lese heraus, dass gleiche Interessen dir zwar wichtig sind, aber dass Freundschaft für dich noch mehr ist, nämlich dass du dich mit jemandem so verbunden fühlst, dass du mit dieser Person über alles reden kannst. Habe ich das so richtig verstanden?

    Es stimmt sicher, dass so eine Verbindung zu empfinden sehr selten ist. Und ich kann deine Bedenken, so etwas nie wieder zu erleben, verstehen. Ich hatte solche Gedanken auch schon sehr oft und habe sie im Grunde heute noch, kann heute (ich bin Ende 30) aber besser damit umgehen. Es gab und gibt auch immer wieder mal vereinzelt Begegnungen mit Menschen, mit denen es eine solche Verbindung gibt. Von daher bin ich mir sicher, dass du so etwas auch nochmal erleben wirst. Aber das hilft dir jetzt in deiner aktuellen Situation auch nicht weiter.

    Ich weiß nur zu gut, wie schwer es ist einzusehen zu akzeptieren, dass jemand uns nicht mehr so sehr braucht wie wir ihn. Mich hat sowas auch schon oft fertig gemacht. Aber letztlich bleibt uns nichts anderes als das zu akzeptieren. Damit meine ich nicht, dass du kampflos aufgeben sollst. Mit deinen Freunden offen über deine Gefühle zu reden oder einen Brief zu schreiben, kann durchaus zu einer Klärung und/oder Klarheit führen.
  • Mir hat dein Beitrag wirklich sehr gefallen, weil er es genau getroffen hat. Und ich habe mit meinen Freunden nun auch gesprochen.

    Meine beste Freundin hat tatsächlich das gleiche Problem sagt sie, findet nicht so richtig Anschluss in der Uni, aber hat gleichzeitig so viel zu tun dass sie mit mir nicht wirklich den Kontakt aufrechterhalten kann wie früher (wohnen zwei Stunden auseinander).
    Wir hatten zwar jetzt über die Feiertage wieder etwas miteinander zu tun, aber da war sie eigentlich wegen ihrer Familie in der Gegend (was ich ihr nicht übel nehme, aber irgendwie schon).
    Sie ist auf jeden Fall eine tolle Freundin, mit der ich zumindest öfter mal telefoniere und die jetzt auch unbedingt an Silvester mich besuchen möchte, aber wer weiß wie lange wir das aufrecht erhalten.

    Dann gab es noch einen Freund, mit dem ich im Grunde die letzten Monate fast gar nichts mehr zu tun hatte und der auch sehr desinteressiert auf mich wirkt. Kurz gesagt, er hatte im Grunde auch gemeint keine Zeit, nur dass es bei ihm eher wie eine Ausrede klang, weil er noch in der gleichen Stadt wohnt wie ich und ich öfter mal über Social Media mitbekomme wie er mit anderen Leuten rumhängt.

    Und bei den anderen war es eigentlich genauso. Alle meinten sie hätten einfach viel zu tun und würden sich von nun an darum bemühen, sich öfter mal Zeit für mich zu nehmen und wir hatten auch jetzt über die Feiertage wieder viel Kontakt, aber bei manchen habe ich das Gefühl als hätten wir uns auseinandergelebt und ich gehe irgendwie davon aus, dass es nach den Semesterferien wie vorher sein wird.


    Ich meine das klingt ja alles erstmal ziemlich gut, meine Freunde waren sehr verständnisvoll. Aber ich bin das irgendwie nicht. Für mich klang das einfach bei genauerer Nachfrage so, als wären ihre Familien oder ihre Hobbys sind wichtiger als ich. Was ja erstmal nicht bedeutet, dass ich sie gar nicht interessiere - wie du ja schon sagtest. Aber trotzdem fühlt es sich mies an, weil sich kaum was ändert.

    Wobei wir aber dann wieder bei dem Thema wären, dass ich auch mit mir selbst auskommen muss und vielleicht einfach etwas anderes brauche worauf ich meine Energie konzentrieren kann. Soweit zu meiner aktuellen Erkenntnis.

  • edited Dezember 2019
    Hallo @Emily01,

    das ist toll, dass du mit deinen Leuten gesprochen hast. Natürlich kann man nie wissen, ob die Antwort, die man dann bekommt, auch ehrlich ist. Denn es wird sicher kaum jemand zugeben, dass du ihm/ihr egal geworden bist. Es werden sicher alle sagen, dass sie den Kontakt aufrecht erhalten möchten. Aber indem du ihnen deine Sichtweise mitgeteilt hast, hast du sie (hoffentlich) für dich sensibilisiert oder (hoffentlich nicht) auch nicht. Das heißt, die Personen, denen du tatsächlich wichtig bist, haben deine Worte hoffentlich verinnerlicht und bedenken dich hin und wieder mal. Ich wünsche es dir.

    Dass der Kontakt mit deiner besten Freundin weniger wird, ist auch normal, denke ich. Ich habe auch einen besten Freund, den ich kenne, seit ich denken kann. Wir haben im selben Dorf gelebt und sehr viel Zeit miteinander verbracht. Irgendwann hat sich dann unser gemeinsamer Weg räumlich getrennt und der Kontakt ist zwangsläufig weniger geworden. Aber wir sind immer noch Freunde. Und wenn wir nach einigen Wochen mal wieder telefonieren, ist es so, als hätten wir erst vor wenigen Tagen das letzte Mal miteinander gesprochen. Persönlich sehen wir uns nur selten, aber wenn, dann sind diese Besuche sehr vertraut und intensiv. Und ich finde, dass es darauf ankommt. Ich verstehe deine Bedenken und deine Verlustangst bezüglich deiner besten Freundin, aber die Freundschaft kann trotzdem bestehen bleiben, auch wenn die Häufigkeit des Kontaktes abnimmt. Ich erinnere mich gerade daran, dass ich bei meinem besten Freund auch diese Gedanken hatte, als er aus unserem Ort weggezogen ist, während ich noch ein paar Jahre dort geblieben bin.

    Die „Ausrede“, dass jemand angeblich keine Zeit hat, aber anderweitig bei Whatsapp und Facebook sehr aktiv ist, kenne ich auch nur zu gut. Letztlich kann jeder Mensch seine Zeit so verbringen wie er es möchte, und es steht uns nicht zu, darüber zu urteilen. Aber mich ärgert sowas auch, wenn jemand mir gegenüber betont, soooo sehr im Stress zu sein und sich deshalb nicht melden zu können, ich dann aber über Social Media mitbekomme, dass die Person offenbar sehr wohl Zeit hat, eben nur für andere und nicht für mich. Aber das ist dann eben auch Gewissheit, auch wenn es schwer ist, sich das selbst einzugestehen.

    Dass bei den anderen die Familie und die Hobbys Priorität haben, finde ich absolut verständlich. Ich finde es richtig, auf sich selbst zu achten und die eigenen Bedürfnisse über die der anderen zu stellen. Deshalb meinte ich ja auch, dass es gut ist, wenn du dich mit Dingen beschäftigst, die dich erfüllen und du dafür deine Zeit gut nutzt. Damit wirkst du dem Gefühl der Einsamkeit zumindest etwas entgegen, auch wenn es dadurch nicht ganz verschwindet. Ich weiß, dass das leicht gesagt ist. Aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass da was dran ist.

    Ich finde, du hast eine sehr realistische Sichtweise. Möglicherweise hast du recht damit, dass sich nicht viel ändern wird, obwohl du mit deinen Leuten gesprochen hast. Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass ich mit Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit besser nicht rechnen sollte. Leider. Aber ich wünsche dir, dass du da andere Erfahrungen machst und deine Offenheit Erfolg haben wird.

    Darf ich fragen, wie alt du bist? Wenn du es hier nicht öffentlich verraten möchtest, kannst du mir auch eine PN schreiben und es bleibt unter uns. Und wenn du es gar nicht verraten möchtest, ist es natürlich auch okay. Interessiert mich nur mal so, weil ich dich noch für etwas jünger halte und ich in jüngeren Jahren mit dem Thema lange noch nicht so weit war wie du jetzt schon bist.

    Liebe Grüße
    Herbstbube
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