Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, drücke einen dieser Buttons!

Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung ist es wichtig, auf das Impressum sowie die Informationen zum Datenschutz hinzuweisen. Hier sind die entsprechenden Seiten: Impressum – Datenschutzerklärung. Außerdem möchte ich auf die Hausordnung des Forums verweisen.

Die Sache mit der Empathie

edited Januar 25 in Zwischenmenschliches
Hallo zusammen!

Mich beschäftigt seit einiger Zeit das Thema Empathie.
Introvertierte Menschen werden ja als sehr empatisch beschrieben.
Ist das grundsätzlich so? Könnt ihr das von Euch sagen? Was bedeutet Empathie für Euch? Wie zeigt sie sich?

Diese Fragen klingen jetzt vielleicht etwas befremdlich, aber ich meine sie ernst. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, was Empathie bedeutet und ob ich sie habe, oder nicht. Mir wurde seit vielen Jahren eine fehlende oder mangelhafte Empathie bescheinigt. Oder aber eingeredet. Am Ende glaubte ich das auch, aber war nicht in der Lage, das zu hinterfragen.

Es stimmt, dass es durchaus Phasen in meinem Leben gibt, in denen ich mich nicht für andere Menschen oder ihre Befindlicheiten interessiere. Das sind aber meist Phasen, in denen es mir selbst seelisch und energetisch nicht gut geht.
Das hängt möglicherweise miteinanders zusammen.

Andererseits kann ich mich - im Gegensatz zu vielen anderen Menschen - in die Perspektive anderer hineindenken und Situationen aus dieser Perspektive beurteilen. Nicht unbedingt emotional, aber die Motivation zu bestimmten Handlungen oder Denkweisen der anderen kann ich auf diese Weise sehr gut erkennen. Diese Fähigkeit scheint vielen anderen Menschen völlig zu fehlen. Ist DAS Empathie?

Ich bin da grad sehr ratlos.

LG Unikum

Kommentare

  • Moin Unikum,

    das, was Du von Dir beschreibst, könnte vielleicht die rein kognitive Ebene von Empathie sein. Ja, da fehlt dann der emotionale Teil.

    Empathie ist meines Wissens nach die Gesamtheit, die ein Mensch bei einem anderen Menschen "mitfühlenen" kann: sowohl die seelisch-emotionale, als auch die kognitive Ebene.

    Mir gehts so, dass ich beides wahrnehme. Oft mehr, als mir lieb ist. Dann ists eher "mitleiden" als "mitfühlen", wenn es um Unangenehmes geht.
    Bei schönen Anlässen bin ich natürlich gerne dabei ;-)

    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Mensch in einer krisenhaften Phase vielleicht weniger empathisch ist, da man ja leider viel mit sich selbst zu tun hat und Empathie da nicht unbedingt einen Teil zur Lösung stiften könnte.

    Was hat Dich zu Deinen Fragen "motiviert"?

    Grüßle von wuw
  • Ein wichtiger Faktor bei der Empathie ist sicherlich, sich die Zeit zu nehmen, andere Menschen zu beobachten, ihr Verhalten zu erkennen und zu analysieren (mehr oder weniger bewusst: auf emotionaler Ebene vielleicht eher unterbewusst als auf kognitiver/rationaler).

    Das geht natürlich leichter, wenn man nicht gerade sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Diesen Vorteil hat also wohl nicht jeder Introvertierte gleich stark, sondern vor allem jener, der gerade ausgeglichen ist und dazu bereit ist, eine fremde Persönlichkeit für den Moment als wichtiger anzusehen als seine eigene.

    Die kognitive Ebene hat wohl eher damit zu tun, in den Handlungen anderer Menschen ein Ziel, einen Plan, eine Strategie zu erkennen. Emotional geht es eher um das Einfühlen, ob jemand sich bei seinen Handlungen wohlfühlt, bei der Sache ist.

    Aus eigener Erfahrung kenne ich Situationen, in denen ich mir eine Meinung bilde, ob ein Schauspieler für seine Rolle eine geeignete Besetzung ist...
  • edited Januar 26
    Danke für Eure Meinungen.
    Mir scheint da echt der emotionale Anteil zu fehlen oder ich keinen Zugang zu ihm zu haben. Die sogenannte kognitive Empathie scheint vorhande/ausgeprägt zu sein.
    Das muss ich mal beobachten und ergründen.

    @wind_und_wellen
    Anlass zu meiner Frage ist ein Buch, was ich gerade lese und da wurde mir bewusst, wie oft in der Vergangenheit mir diese Fähigkeit abgesprochen wurde. Das hat mich erneut zum Grübeln gebracht.
  • Schauspieler und Empathie - ein faszinierender Gedanke! Ja, ich glaube, dass ein Schauspieler so etwas wie Empathie "braucht", um seine/ihre Rolle mit Leben ausfüllen zu können. Besonders bei biographischen Rollen, zu denen es auch wirklich eine Person gab oder gibt.

    Nochmal etwas schwieriger stelle ich es mir vor, wenn es eine Rolle ist, zu der es keine reale Person gibt/gab oder deren Verhalten nur in groben Zügen bekannt ist. Da ist es ja dann ein "Glücksspiel", ob das Einfühlungsvermögen und der Ausdruck zu den Vorstellungen der Regie und der Zuschauer passen.

    Ja, der Faktor "Zeit" und der eigene Wille, andere Menschen zu beobachten, können Empathie sicherlich "schulen". Ich bin mir auch sicher, dass da im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch etwas verfeinert werden kann.

    Allerdings vermute ich auch, dass es da Grenzen geben könnte. Dass ein Teil der Empathie eben auch angelegt ist. Mir fallen da die Spiegelneuronen ein.

    @Unikum

    Lieben Dank für Deinen Hinweis, wieso Du die Sache mit der Empathie hinterfragst und bei Dir ergründen möchtest.

    Nehme ich das "richtig" wahr, dass Du Dich da vielleicht ein bisschen sehr intensiv damit identifizierst, dass Dir Empathie pauschal abgesprochen wurde?

    Ja, nun kommt gleich ein ungefragter "Ratschlag"... daher nenne ich es eher einen gut gemeinten "Tipp", damit es kein "Schlag" wird ;-)

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass "Empathie" seit einiger Zeit ein Modewort geworden ist. Dass man/frau nur jemand ist, wenn man/frau Empathie hat.

    Ich finde das grenzwertig. Denn Empathie hat sooo viele Erscheinungsformen. Und, wie schon erwähnt, gehe ich davon aus, dass ein großer Teil auch genetisch angelegt ist.

    Und Empathie ist auch nur EINE Schattierung eines Menschen. Da gibts noch viel mehr!

    Ja, und hin und wieder wird Empathie bzw. angeblich nicht vorhandene Empathie in Auseinandersetzungen "missbraucht", um andere Menschen als unvollkommen zu degradieren. So als Vorwurf, man/frau könne sich doch gar nicht in eine andere Person hineinversetzen... (fragt sich, WER in so einer Situation NOCH "keine" Empathie hat... ;-))

    Allerdings beschreibst Du doch, dass Du das Denken und Handeln von anderen Menschen verstehen kannst. Oder?

    Na, dann ist da doch Empathie bei Dir! ;-)

    Was will ich damit sagen?

    Ich gehe davon aus, dass JEDER Mensch die Fähigkeit für Empathie hat - eben in einer individuellen Ausprägung.

    Ja, wenn ich mich richtig erinnere, dann ergründest Du vieles gerne - aber mach Dir da mal keinen großen Kopf darum.
    Schau weniger darauf, was Du angeblich nicht haben sollst. ;-)

    Oder wie siehst Du das?
  • Allein die Tatsache, dass du das Thema hier aufwirfst und dich selbst hinterfragst, ist für mich ein erstes Anzeichen von Empathie. Du versuchst zu verstehen, warum andere Menschen bei dir möglicherweise einen Mangel gesehen haben - ein Mensch, der sich nicht für andere und deren Befindlichkeiten interessiert, würde diesen Schritt wahrscheinlich schon gar nicht gehen.

    Ich gebe einigen meiner Vorredner Recht, dass das Wort "Empathie" viel zu lapidar durch die Gegend geworfen wird. Viele Introvertierte sind außergewöhnlich empathiefähig, weil sie nun mal länger und intensiver über die Welt und die Menschen darin nachdenken. Gleichzeitig hast du dann aber so Introvertierte wie mich, die gleichzeitig sehr direkt sind und damit anecken. Es gibt Menschen, vor allem die, die mir nahestehen, die würden sagen, dass ich sehr gut darin bin, die Gedanken und Gefühle anderer nachzuempfinden. Andere würden sagen, dass ich zu forsch und direkt bin - diese werfen mir dann vor, ich wäre empathielos (nicht in diesen Worten, aber es ist impliziert), weil ihnen nicht gefällt, dass ich auch mal objektive Lösungen für ein subjektives Problem anbiete.

    Wenn man Kritik bekommt, sollte man meiner Meinung nach immer eine Pause machen, um zu reflektieren. Doch in unserer Gesellschaft ist man ja sofort "nicht kritikfähig", wenn man entscheidet, dass die gegebene Kritik nicht auf Fakten basiert. Dadurch kommen manche von uns in einen Strudel der ständigen Selbstreflexion und wissen am Ende gar nicht mehr, wer sie noch sind, weil sie so Angst davor haben, als stur oder beratungsresistend zu gelten.

    Und abgesehen von Menschen mit einem Helferkomplex machen wohl alle dasselbe: Wenn es uns schlecht geht, dann fällt es uns schwer, die Energie aufzubringen, die Situation eines anderen auch noch zu verstehen. Das ist menschlich und das kann dir auch keiner vorwerfen - denn das tun wir eigentlich alle. Häufig kommen solche Aussagen von Menschen, die keinerlei Selbstreflexion betreiben und sich für besser halten als sie sind.

    Liebe Grüße
  • edited Januar 26
    Danke für Eure Antworten.
    Die beruhigen mich gerade sehr und ich nehme das Thema nicht mehr ganz so kritisch, wie am Anfang.

    @wind_und_wellen
    Nach ein Bischen Recherche habe ich nun herausgefunden, dass die kognitive Empathie bei mir durchaus vorhanden ist (bei vielen anderen aber nicht, wie ich bereits beobachtet habe), jedoch die emotionale Empathie durchaus unterentwickelt ist.
    Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich generell zu meinen Gefühlen einen schlechten Zugang habe. Dieser Zugang fehlt mir dann auch bei den Gefühlen anderer.
    An der Baustelle arbeite ich aber und mache auch Fortschritte, von daher sehe ich das nun etwas entspannter :)

    @Wanderlust_Introvert
    Du hast da erstaunlicherweise Recht und triffst mit Deiner Einschätzung ins Schwarze.
    Diese Kritik kam in der Tat immer nur in Konfliktsituationen aufs Tablett und denen ging eine lange Zeit voraus, in der es mir nicht gut ging. Das erklärt dann, warum ich in der Zeit keine Nerven und Energie für die Befindlichkeiten der Person hatte.
  • @Unikum

    Ups - kognitive Empathie ist bei vielen Menschen nicht vorhanden? Damit hätte ich nicht gerechnet... hast Du durch Zufall bei Deiner Recherche auch einen Grund gefunden? Sofern es denn einen gibt... ;-)
  • @wind_und_wellen
    Leider nein, ein Grund war da nicht zu lesen.
    Ich hab schon mehrfach diese Art von Situation erlebt:
    Jemand erzählt mir eine Geschichte in der er sich über jemanden anders (Mensch, Firma, etc) ärgert und erklärt mir sein Problem.
    Ich verstehe das, versetze mich dann aber in die Perspektive des "Gegners"und erkenne auch dort, warum und weshalb er sich so verhalten hat. Wenn icch das dann mitteile, wird das oft als ein Partei-Ergreifen für den "Gegner" empfunden, was aber gar nicht so ist. Ich kann lediglich vertehen, warum dies oder jendes gesagt oder getan wurde.
    Diese Fähigkeit vermisse ich bei vielen anderen.
    Ich selbst fühle mich auch ganz oft nicht verstanen, dafür müsste man sich nicht emotional, sondern "nur" kognitiv in mich bzw. meine Lage hineinversetzen.
  • edited Januar 26
    @Unikum

    *ping*
    Deine Beschreibnung Deines Gefühls, dass Du Dich oft nicht verstanden fühlst, kommt mir (leider) bekannt vor... und hat bei mir gerade wieder ein paar Erkenntnisse ausgelöst. Danke! :-)

    Man fühlt sich nicht verstanden - Ursache 1: Das Gegenüber KANN einen wirklich nicht verstehen. Vielleicht, weil die Erfahrungstiefe dafür nicht ausreicht oder eben nicht genügend kognitive Empathie da ist?

    Ursache 2: Das Gegenüber WILL einen nicht verstehen. Weil vielleicht durch das Verstehen ein Eingeständis (Zugeständnis) erforderlich wäre, was aber derzeit nicht erbracht werden kann?

    Wie komme ich da drauf?

    Zu Ursache 1: Da ist eine Person, die z.B. schwere Neurodermitis hat. Und eine andere Person, die zum Glück von Neurodermitis verschont ist. Frage: KANN die von Neurodermitis betroffene Person verstanden werden? Wie das ist, Tag und Nacht von Juckreiz und schmerzender Haut gequält zu sein?

    Meine Erfahrung: nur sehr schwer bis gar nicht.

    Erst dann, wenn die nicht betroffene Person zum Beispiel vorübergehend eine Phase von juckender Haut erlebt, KANN sie durch die Erfahrung am eigenen Körper nachvollziehen, was es bedeuten könnte, so etwas am ganzen Körper und über Wochen, Monate und Jahre zu ertragen.

    Es sei denn, eine nicht betroffene Person besitzt eine sehr ausgeprägte Empathie - dann könnte es vielleicht sein, dass auch ohne die entsprechende Erfahrung ein "Verstehen" möglich ist.

    Was meinst Du?

    Zu Ursache 2: Da sind zwei Personen A und B - Person A, die sich über eine dritte Person (C) ärgert und Person B davon erzählt.

    Person B kann beide Seiten, die von Person A und C, verstehen und bringt das zum Ausdruck. Darüber ärgert sich wiederum Person A, weil es so aussieht, als ob Person B Partei für Person C ergreifen würde.

    Nun kommt der Kasus knaxus: Person A WILL (wenn auch vielleicht unbewusst) in diesem Fall vielleicht nur schwer verstehen, dass Person B beide Seiten verstehen kann. Denn Person A ist ja in das Ärgernis mit Person C verwickelt - Person B allerdings ist "neutral", also nicht verwickelt. Somit kann Person C wie eine außenstehende Person "über den Dingen" stehen.

    Person A könnte in diesem Fall nur über den eigenen Schatten springen und eine ähnliche Position wie Person B einnehmen (oder auch eine Meta-Ebene), um Person C zu verstehen.
    Im Extremfall formuliert: Person A versucht sich in Person C zu versetzen, um dann vielleicht auch zu erkennen, an welcher Stelle sie selbst "unpassend" gehandelt hat?

    Und wer macht das schon "gerne"...?

    Und vielleicht hat sich auch Person A von Person B erhofft, Unterstützung zu bekommen - um dann zu erfahren, dass Person B die Person C verstehen kann?

    Ups... ;-)

    @Unikum - um Missverständnisse zu vermeiden: Ich kann Dich verstehen - ich hab nur versucht zu erklären, dass es vielleicht auch Umstände gibt, in denen Dich Dein Gegenüber nicht verstehen kann, weil es vielleicht unüberwindbar wäre... und wenn nur auf einer unbewussten Ebene...
  • @Unikum
    Für mich ist Empathie folgendes: Mann nimmt Gefühle war, aber nur der Kopf weiß, dass es nicht die eigenen sondern die vom Gegenüber sind. Gefühlsmäßig lässt es sich kaum auseinander halten.
    Wenn dir eine solche Situation einfällt besitzt du auf jeden Fall Empathie.
    Gruß
    Julia
  • @jjj
    Sowas kenne ich nicht. Ich kanns mir vorstellen, aber nicht dran erinner, das jemals gehabt zu haben.
  • Laut Definition ist für mich Empathie genau das was @jjj beschreibt.

    Für mich war es wohl der Grund warum ich mich weitestgehend aus meinem sozialen Leben zurück gezogen habe.
    Ich konnte nicht unterscheiden was die Gefühle von anderen oder von mir sind.

    Dadurch, dass ich das nicht unterscheiden konnte habe ich mich total von meiner gefühlswelt abgespalten und verfalle oft in einer trägen Monotonie. Und die dunkle Jahreszeit tut dazu ihr übriges.

    Erst seit einem halben Jahr ist es mir wirklich bewusst geworden, dass ich sehr feinfühlig auf andere Menschen reagiere.

    Ich kann mit Menschen die sehr viel Jammern nichts anfangen und Menschen die ihr Mitleid anderen Menschen spenden kann ich noch weniger abverlangen.

    Mitleid ist das schlimmste was einem Menschen passieren kann.

    Es gibt auch Menschen die teilen ihr Mitgefühl, dass sind menschen die einem Kraft geben. Aber das ist auch sehr subjektives empfinden, welcher Mensch auf einen diese Auswirkungen hat.

    Mein Fazit ist:
    Es ist gut empathisch zu sein, aber egoistisch zu sein ist auch sehr wichtig.
  • @Rocco und @jjj
    Dann scheint ihr eine sehr Ausgeprägte emotionale Empathie zu haben.
    Das kommt sicher bei den Mitmenschen sehr gut an, stelle ich mir aber auch sehr anstrengend und durchaus auch belastend vor.
  • @Unikum
    Nicht wirklich. Mitgefühl bedeutet nämlich dass man sich emotional weit genug distanzieren kann um für die andere Person da zu sein. Nicht dass man Mitleiden.
    Gruß
  • @Unikum
    Derzeit bin ich sehr Einzelgängerisch unterwegs. Daher weiß ich nicht ob das gut bei meinen Mitmenschen ankommt.

    Es gibt zurzeit keine Menschen in meinem Leben, wo ich eine emotionale Nähe zulassen möchte.
    Es gibt Menschen mit denen ich mal mehr und mal weniger in Kontakt trete, davon wollen auch einige emotional in meine Nähe kommen, aber ich hab bei denen eh das Gefühl das sie das bei allen machen. Ich nehme es oft nur so wahr, dass es von solchen Menschen ein Schrei nach Aufmerksamkeit ist.
    Ich kann denen einfach kein Vertrauen entgegen bringen, weil ich sie für willkürlich einstufe, im Gegenzug möchte ich auch nicht das sie mir vertrauen entgegen bringen.

    Die Rede ist von emotionalen Vertrauen, nicht von Vertrauen (z. B.) "ich leih dir kein Geld, weil ich denke du wirst es mir nicht zurück geben.
  • @Rocco
    @Unikum

    Ich denke der Haupt-Unterschied zwischen mir und Rocco ist, das er HSP ist und ich nicht.
    Ich kann mich über nette Kleinigkeiten im Verhalten von Menschen freuen, zu denen ich keinen engeren Kontakt möchte.
    Das macht das soziale Miteinander für mich nicht so anstrengend.

    Außerdem klappt es bei mir ganz gut die Gefühle vom Kopf her zuzuordnen. "Neue" Gefühle kommen vom Gegenüber. Auch Gefühle die quasi ohne Kontext sind. Und auch einige Gefühle die quasi den sozialen Cliches entsprechen. Meist kann man diese Gefühle dem Cliches zuordnen und der Person die an dieses Cliche glaubt.
  • @jjj @Rocco
    Dann scheint mir aber die Empathie nicht ein Bestandteil oder eine Begleiteigenschaft der Introversion zu sein. Wir hätten ja da bei der emotionalen Empathie mit uns Dreien bereits 3 unterschiedliche Ausprägungen von einem Extrem zum anderen und etwas dazwischen.
  • @Unikum
    Die meisten Menschen weiße typische Charakteristika von introvertierten und extrovertiert auf. Die extreme, dass nur einseitig Charakteristika suftauchen, sind sehr selten.
    Bei mir ist es in etwa 50:50.
    Da starke Empathie aber zur den Eigenschaften von Introvertierten zählt bist du hier richtig.
  • @jjj
    Ja, dass ich hier richtig bin, das weiss ich ;)
    Ich bin eher am Intro-Ende der Skala, bis eben auf die Sache mit der emotionalen Empathie. Habe aber eine Theorie, warum die fehlen könnte oder verkümmert ist.
  • Nach meinen Beobachtungen sind die extreme eher bei Männern zu finden.
    Selbst die nerdigen Frauen sind dann doch irgendwie angepasster als der blasse Computer Nerd. Und klassische Entrepreneurinnen gibt es wie mir scheint auch deutlich weniger.

    Würde mein Into/Extro Eigenschaften auf grob 70/30 setzen und bei mir sieht es mit der Empathie auch nicht so gut aus. Bei mir liegt das meiner Meinung nach daran weil ich selber keinen guten oder sagen wir direkten Zugang zu meinen Gefühlen habe. Daher ist mein emotionales Verständnis sehr rational geprägt und kann oft noch nicht wirklich mitfühlen.

    Was ist deiner Theorie @Unikum ?
  • edited Februar 2
    @Salami
    Ja, da hast Du meine Erklärung quasi vorweg genommen. Genau das ist meine Theorie.
    Wenn man keinen guten Zugang zu seinen eigenen Gefühlen hat, dann auch nicht zu denen der anderen.
    Und bei mir ist es definitiv so. Ich habe Gefühle, mehr als mir lieb ist, aber ich kann ihre Ursache nur schwer greifen und sie auch schwer benennen und erkennen. Drüber reden ist *ganz* schwierig. Ich bin ihnen ausgeliefert und immer bemüht, mich nicht von ihnen beeinflussen zu lassen, da ich ein sehr rationaler Mensch bin.
    Warum, das so ist, weiss ich nicht.
    Ich würde mein Intor/Extra Verhältnis auf 90:10 einschätzen. Also schon extrem gelagert.
  • Hallo @Unikum,
    ...ich habe bezüglich dem was du geschrieben hast, eine Frage...ich bin wohl eher ein Herzmensch :-)
    Du schreibst, du hast viele Gefühle und bist Ihnen ausgeliefert...du möchtest dich von Ihnen nicht beeinflussen lassen...
    Welche "Wertigkeit" haben von für dich Emotionen/Gefühle? Ich lese bei dir zwischen den Zeilen, dass sie nicht mit dem rationalen Seite Schritt halten können. Ich denke, die rationale Seite ist dir verständlicher, du kannst einer Gedankenkette folgen und damit eine "gute Entscheidung" treffen. Emotionen möchten dir auch ggf. etwas mitteilen, ggf. ist die "Rationale" dahinter nicht verständlich, ich glaube, deshalb ist es für einen "Kopfmenschen" schwierig, Emotionen Raum zu geben, bzw. sie mindestens zu akzeptieren. Ich möchte nur einen Denkanstoß geben, dass manchmal uns genau das "plagt", wo wir uns am meisten dagegen wehren. Aber ist es nicht wichtig, dem anderen auch Raum zu geben und vielleicht auch etwas mehr Beachtung? Ich hoffe, dass ich es nicht falsch verstanden habe, aber ich hatte den Eindruck, dass du diese Seite vielleicht eher gerne "wegsperrst", da dadurch ggf. alles komplizierter wird, oder man wird dadurch verletztbarer…
    Vielleicht ist es gut in einer ruhigen Minute mal hinzuschauen. Emotionen sind aus meiner Sicht unterbewusst und schneller, und man wird von Ihnen überrascht, obwohl man keine Sekunde aktiv darüber nachgedacht hat. Es geht nicht darum, es über das Rationale zu stellen, bitte nicht falsch verstehen...
    LG Ambi
  • Hallo @Ambi und vielen Dank für Deinen Beitrag :)
    Und was soll ich sagen... Du hast damit genau ins Schwarze getroffen!
    Ganz lange Zeit hatte ich keinen richtigen Zugang zu Gefühlen und habe sie nicht verstanden, ja noch nicht mal genau benennen können. Inzwischen weiss ich, dass sie richtig und wichtig sind und zugelassen werden müssen. Daran arbeite ich, das ist aber ein langsamer Prozess.
    Ich denke, durch das Defizit hat sich bei mir auch rationale Seite stärker entwickelt/ausgeprägt, um nicht zu viele Fehler im Leben zu machen. Die Kombination aus beidem ist vermutlich das Optimum. Ich kenne Menschen, die zwar stark emotional sind und reagieren, dabei aber v:ollig irrational handeln. Das finde ich ganz furchtbar ;)
    Viele Menschen können auf ihre Emotionen viel schneller und vor allem intuitiv reagieren. Ich dagegen muss sie mir in Ruhe "ansehen" und bewerten.

    LG Unikum
  • Ich glaube, deine rationale Seite wird immer vorherrschend sein, somit brauchst du keine Befürchtungen haben, dass du irrationale Entscheidungen treffen wirst...das gibt doch Sicherheit, oder? ;-)
    Außerdem werden Emotionen ja nicht immer gegen die rationale Entscheidung stehen...
    Der schwerste Kritiker bist du selbst...Emotionen zu haben ist menschlich, wie man damit umgeht, bleibt jedem selbst überlassen. Sie sind oft der Weg zum inneren Selbst und das will man wohl nicht immer zeigen...manchmal auch nicht sich selbst!
    Viel Glück auf deinem Weg...ich glaube, es kann einen nur bereichern...
  • Muss jetzt doch noch mal meinen Senf dazu geben.....
    Emotionen sind nicht unlogisch, sie sind schlicht und ergreifend Abkürzungen.
    Es gibt sehr viele Situationen in denen die Zeit fehlt eine Situation zu analysieren. Dafür gibt es Gefühle: die fassen zusammen, priorisieren und kürzen ab.
    Nur weil sie nicht verständlich sind, meiner Meinung sind sie so verständlich wie einen Film den man vorwärts spult UND anschaut, sind sie nicht unlogisch. Aber um sie logisch detailliert auszuarbeiten braucht es sehr viel Zeit und sehr viel Arbeit. Und wer zu lange auf dem Schlauch steht und nicht reagiert bekommt halt den Wink mit dem Zaunpfahl, also STARKE Gefühle.
    Aber Logik und Gefühle schließen sich nicht aus.
  • @jjj Danke für diese Beschreibung von Gefühlen! So hab ich darüber noch nie nachgedacht, aber vermutlich macht es Sinn. Dass Gefühle und Logik sich nicht ausschließen, fand ich aber auch immer. Zumindest, dass nicht eines von beidem besser als das Andere ist. Es ist ungefähr so wie wenn man ne Wohnung ohne Küche oder wahlweise Badezimmer hätte. Lieber nicht, man braucht doch irgendwie beides für ein angenehmes Leben.
Sign In or Register to comment.