Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, drücke einen dieser Buttons!

Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung ist es wichtig, auf das Impressum sowie die Informationen zum Datenschutz hinzuweisen. Hier sind die entsprechenden Seiten: Impressum – Datenschutzerklärung. Außerdem möchte ich auf die Hausordnung des Forums verweisen.

Wird es mit den Jahren mehr?

edited Februar 20 in Allgemeines
Hallo Zusammen!
Nachdem ich gerade in einem anderen Thread geschrieben habe fiel mir eine Frage ein, deren Antworten mich sehr interessieren und die ich gerne mal in die Runde geben möchte.
Mit heute 53 merke ich, dass ich mehr Zeit für mich brauche als früher, so dass ich immer wieder das Gefühl habe, dass ich deutlich dünnhäutiger geworden bin, was die Zeit mit anderen und/oder Stress angeht. Je älter ich werde, desto mehr Zeit alleine ist von Nöten, um den Akku wieder aufzuladen.
Merkt ihr einen Unterschied bei euch? Oder war es schon immer so?

Kommentare

  • Das ist eine sehr interessante Frage!

    Ich glaube fast, es war bei mir schon immer so, inzwischen stehe ich nur dazu, wenn ich genug habe.

    Aktuelles Beispiel:

    ich war heute ein wenig feiern und habe deutlich gemerkt, als ich keinen Spaß mehr an der Gesellschaft hatte. Früher wäre ich vermutlich geblieben, weil sich das ja so gehört.

    Heute bin ich weitergezogen, als ich genug hatte. Und das fühlte sich sehr befreiend und selbstbestimmt an.

  • @SanneHB und @Enjoythesilence
    Bei mir ist es eine Mischung aus Beidem. Zum einen brauche ich noch mehr Zeit für mich selbst um wieder aufzutanken und zum anderen kann ich heute besser dazu stehen. Vor zwanzig Jahren hätte ich mich nie getraut, sowas auszusprechen. Da war ich noch auf jeder Party dabei. Aber ausgelaugt hat mich das ehrlich gesagt damals schon. Ich habe ständig zu viel gegessen und auch getrunken damals gegen die inneren Spannungen und die Nervosität durch den ständigen Overload. Das würde ich mir heute nie wieder antun. Man braucht eben ganz genau so viel Zeit für sich selbst wie man eben braucht. Alles andere wäre missbräuchlich gegenüber sich selbst.
  • Mir geht es da ähnlich wie Dir @SanneHB. Ich bin zwar ca. 15 Jahre jünger als Du, aber dennoch merke ich, dass ich mit 20 Jahren Lärm und größere Gesellschaften noch besser ausgehalten habe. Die Akkus lassen mit der Zeit auch etwas nach und brauchen länger bis sie wieder voll sind.

    Ich dachte immer, dass es genau umgekehrt ist und dass man mit zunehmendem Alter gelassener wird und die für uns Intros anstrengenden Dinge dann besser erträgt. Das ist scheinbar nicht so. Ich empfinde es eher so wie @enjoythesilence schreibt. Ich werde mit der Zeit zwar gelassener, aber versuche es nicht zu ertragen, sondern gehe, wenn es reicht.
  • Interessant finde ich, dass bei (fast) allen es so ist, dass man erst, je älter man wird, umso mehr dazu steht und dies auch nach außen hin vertritt.

    Es ist so schade, dass man so lange dafür braucht bzw. man in jüngeren Jahren (bei mir war es so) keine Ahnung hat, was mit einem ist und es einem auch niemand sagt. Stattdessen hat man das Gefühl anzuecken, wird schief angeguckt oder man wird mit Sätzen wie "man, komm mal aus deinem Schneckenhaus raus", "wenn du dazugehören willst, musst du schon mitmachen/-kommen" usw.

    Für mich kann ich sagen, dass ich froh gewesen wäre, wenn jemand mit mir gesprochen hätte und mir vieles erklärt hätte. Stattdessen wurde sogar von den Lehrern, Eltern (obwohl mein Vater selbst ein Intro war und somit hätte erkennen/wissen können...) gar nichts unternommen.

    Zwar bin ich froh, dass ich nicht mit den ganzen Medien, die es heute so gibt, aufgewachsen bin ;-)
    Bei der Suche, was denn mit mir ist, wären die allerdings eine große Hilfe gewesen. In einer Bibliothek findest du nichts, wenn du nicht genau weißt, nach was du suchst. Bei z.B. G.... gibst du nur vage ein paar Wörter ein und schon sprudeln dir mehrere Antworten entgegen und geben den vielleicht entscheidenden Hinweis...
  • @sanneHB Ich denke, wir alle werden mit den Jahren ruhiger und "introvertierter", sogar die Extros. Nach der Kindheit und Jugend hat man einfach nicht mehr diese viele Energie, die man braucht, wenn der Körper sich noch entwickeln muss. Ich denke, der wird dann zum Selbstläufer ohne diese krassen Energieschübe.
    Ich mein, man sieht es doch bei ganz vielen Leuten, die irgendwann "sesshaft" werden, sich nen Partner und ne Couch suchen und das Partyleben an den Nagel hängen (Ausnahmen wie immer ausgenommen).
    Ich glaube, dass viele Leute, ganz besonders die Extros, ein wenig entsetzt über diesen Trend sind. Da denen das Partyleben immer Spaß gemacht hat, trauern sie den guten alten, energiegeladenen Zeiten natürlich hinterher, erinnern sich daran, dass sie mit 20 noch die ganze Nacht durchtanzen und am nächsten Morgen zum Brunch gehen konnten ohne sich das ganze WE scheiße zu fühlen.
    Ich glaube, wir Intros sind viel besser auf diese ganz natürliche Entwicklung zur Ruhigkeit vorbereitet. Wir hassten in der Regel die Partyzeiten schon immer. Ich sag öfter mal "Wenn es DANACH geht, war ich nie jung", wenn sich jemand darüber aufregt, nicht mehr so gut Party machen zu können wie früher.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass sich in der Lebensmitte alles aus der Not heraus, keine Energie mehr für alles zu haben, etwas mehr zum Intro-sein (oder weils per Definition eigentlich falsch ist: zum Ruhigsein) neigt und dass die Intros endlich langsam sie selber sein dürfen, weil es allen so geht und dass die Extros nicht begreifen, was mit ihnen passiert, weil sie so nie waren.

    Dennoch sind auch wir Intros natürlich nicht davor gefeit, dass auch wir mit den Jahren weniger Energie haben und ich vermute, da wir uns nicht an vergangene Zeiten klammern müssen und damit beschäftigt sind, lautsark zu trauern, können wir in diesen Momenten genauer in uns hineinhorchen. Vielleicht werden wir automatisch sensibler, oder vielleicht tragen wir dazu bei, indem wir hinsehen. Vielleicht beides.
    Aber ich merke auch, dass ich sensibler werde (um nicht "empfindlicher" zu sagen, weil das schon zu oft als Waffe gegen mich verwendet wurde). Und das ich das nicht immer schön finde, sondern in Teilen recht lästig.
  • Ich fürchte, ich mache bei mir (44) die gleichen Beobachtungen. Inzwischen habe ich zwar ein wenig den Vorteil, deutlich mehr über meine Introvertierung zu verstehen und auch zu wissen was ich damit machen muss und was besser nicht. Gleichzeitig aber auch den Nachteil, es es so ganz langsam mehr wird.
    Wo früher nur das übliche Akku aufladen notwendig war, stelle ich immer öfter fest, dass es nicht immer reicht. Dass sich hin und wieder auch unangenehmere Effekte wie etwa leichtere Streß-/Panikattacken zeigen. Und das sind Sachen, die mich im Moment doch etwas beschäftigen. Ja, ich habe kein Problem (mehr) damit ein Introvert zu sein und kenne die Regeln, aber solche Entwicklungen machen dann schon Sorge. Sorge vor dem Punkt, an dem die Lebensqualität beeinträchtigt wird.
  • @gastra998
    "Ja, ich habe kein Problem (mehr) damit ein Introvert zu sein und kenne die Regeln, aber solche Entwicklungen machen dann schon Sorge. Sorge vor dem Punkt, an dem die Lebensqualität beeinträchtigt wird."
    Genau das denke ich auch oft. Wenn ich in der Arbeit Stress habe (kommt nur in Vertretungsphasen vor), dann brauche ich recht lange, um den Akku aufzuladen. Nach fünf Tagen Arbeit brauche ich dann das ganze Wochenende, die Abende in der Woche schaffen das nur bedingt und das empfinde ich schon als Beeinträchtigung der Lebensqualität, wenn ich mich tagelang einigele, um wieder "voll da zu sein".

    Bitte nicht falsch verstehen. Ich hadere nicht mit dem introvertiert sein, aber dass es bei mir gefühlt, je älter ich werde, stärker wird bzw. ich weniger belastbar bin, das empfinde ich als Einschränkung.
Sign In or Register to comment.