Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, drücke einen dieser Buttons!

Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung ist es wichtig, auf das Impressum sowie die Informationen zum Datenschutz hinzuweisen. Hier sind die entsprechenden Seiten: Impressum – Datenschutzerklärung. Außerdem möchte ich auf die Hausordnung des Forums verweisen.

Huhu, ihr Intro- und Ambivertierten :)

Für alle, die etwas mit den Begriffen INFJ, 5w4, HSP und Pansexualien anfangen können, wissen dann eigentlich schon sehr viel über mich. Ich bin introvertiert seit ich denken kann, hatte schon immer Schwierigkeiten, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, aufzutauen und brauche viel Zeit mit mir allein. Würde ich nicht im Zeitalter des Internets leben, wäre ich Eremitin geworden, aber ohne religiösen Bezug. Irgendwo in einer Hütte im Wald hätte ich gelebt und fauchend hinter dem Fenster (mit meinen 38 Katzen) gestanden, sobald sich jemand meinem Häuslein genähert hätte. xD
Große Gruppen und Menschenansammlungen stressen sehr - Einkaufen ist Krieg. (Vor allem riesige Supermärkte mit vielen Leuten, lauten Geräuschen, grellem Licht, viel zu vielen verschiedenen Düften und Gerüchen. Hatte in einem Supermarkt nicht nur eine Migräneattacke, die mich fast umgehauen hat.) Einkaufszentren meide ich daher wie das Coronavirus. Mein Humor ist manchmal etwas trocken und/oder bissig, meine nichts davon böse.

In zwischenmenschlichen Situationen bin ich leider ungewollt awkward, ich merke es den Leuten oft an, dass sie mich komisch finden. Das versuche ich dann mit schlechten Witzen zu überspielen. Ich bin eckig, während sie rund sind. (Versteht ihr, was ich damit sagen will…? Besser kann ich es nicht ausdrücken.) Da wir es gerade von Ecken haben: Ich bin jemand, der um diese denkt, sich trotz Übereinstimmungen keiner Gruppe zugehörig fühlt und zu den optimistischen Zynikern zählt.
Eigentlich bin ich ein wandelnder Widerspruch in sich. Hochsensibel, trotzdem hart im Nehmen; irgendwie ein bisschen einsam, sobald ich unter Menschen bin, aber es mangelt mir an nichts, während ein guter Song läuft. Ich mag allein sein, aber ohne Nähe kann ich nicht. Gefühle anderer verstehe ich häufig mühelos und kann sie nachempfinden, während ich meine immer erst entschlüsseln und mich dabei auseinandernehmen muss, bis ich weiß, was mein Problem ist. Die Liste kann ich bis in alle Ewigkeit weiterführen.

Smalltalk ist für mich DER Horror, nehme deshalb lieber die Treppe. Nur bei 13 Stockwerken knicke ich ein. :D Dabei finde ich es spannend, wie gut manche Leute darin sind, Smalltalk zu führen.
Manchmal diskutiere ich mit mir selbst, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie ich über ein Thema denken soll – the struggle is real. Tja, die idealistische Seite verträgt sich eben nicht immer mit der realistischen. ._.
Als Einzelgängerin arbeite ich ungern in Teams, weshalb ich die Selbstständigkeit gewählt habe. Noch ist es zwar nicht offiziell, das wird es bald. Beruflich war ich bisher nicht erfolgreich, hab mich den Schritt in die richtige Richtung nie zu gehen getraut. Hatte auch jahrelang keine Ahnung, was ich mit mir anfangen soll und ich habe enorme Mengen an Zeit und Energie darauf ver(sch)wendet, mich in vorgefertigte Formen zu pressen.
Früher wollte ich ans Ende der Welt flüchten, vor Problemen, Sorgen, Menschen, vor Kindheitserfahrungen, heute nicht mehr.
Kontakt zu Menschen halte ich möglichst one-on-one, kleine Gruppen sind in Maßen okay, sofern es die richtigen Leute sind. Ich beobachte lieber, als wirklich in Aktion zu treten, wenn man mir die Wahl lässt. Außerdem bin ich schüchtern. Mein Partner musste seinen Schüchternheitspanzer ablegen, um meinen zu knacken. Bin da vielleicht extrem. Nehme an, dass wir auch nicht zusammen wären, hätte er sich damals nicht getraut. :x

Hobbys:
Ich spiele viel am PC bzw. an der Konsole und Pen-&-Paper (momentan DSA). Yoga und Meditation helfen mir, ruhig und in Bewegung zu bleiben. Lese alles, was mir in die Hände fällt, darunter auch wissenschaftliche Artikel und Studien über Spinnen, um herauszufinden, ob sie wirklich in Münder krabbeln, während man schläft (Die Antwort lautet nein). Viel unnützes Wissen speichern und philosophieren liste ich auch auf. Spaziergänge abseits von Städten sind ganz angenehm. Besonders Horror- und Science-Fictionfilme und -serien haben’s mir angetan, während ich Fantasy oft lieber lese, fällt mir auf. Ich interessiere mich für fast alles, auch für witzige GIFs und Memes. :D
Meine Lieblingshobbys mache ich gerade zu meinem Beruf: Das Schreiben und das Malen bzw. Zeichnen. Meine Spezialität ist das Erfinden von Charakteren, die es auch im echten Leben geben könnte. :)

Ich bin auf der Suche nach Gleichgesinnten. Nach interessanten Gesprächen, Themen, Gedanken, Ideen. Und, ich wage es kaum, das zu schreiben, weil ich gar nicht hoffen mag: Eine Freundschaft, eine Verbindung zu jemandem, der mich versteht oder es wenigstens versucht, mit dem ich reden kann und jemanden, der sich mir anvertraut. Die Erlaubnis, mitfühlen und miterleben zu dürfen. Ich habe vor einer Weile meinen besten Freund verloren – nein, er lebt, alles gut -, nur hat er mehr oder weniger entschieden, mich durch jemand anderen zu ersetzen. Mehr, weil er mich ständig versetzt, mir nicht oder erst Tage/Wochen später antwortet, keinen Kontakt von sich aus zu mir sucht. Weniger, weil noch Kontakt besteht, oberflächlich und belanglos. Kurz und knapp, ohne Tiefe, ohne das Gefühl von Verbundenheit. Was eben nicht das ist, wofür ich gemacht bin, so etwas brauche ich nicht. Ich könnte auch in einem Fahrstuhl über das Wetter plaudern. Fühle mich durch das Verhalten meines Freundes gezwungen, die Treppe zu nehmen. Hab mehrfach versucht, die Freundschaft zu retten, die Reaktionen waren allerdings ernüchternd. Das hat mich so verletzt und tut es auch jetzt noch, weshalb ich diesen Text hier gefühlte 1.000-mal geändert habe. Wer gibt schon gerne zu, abgeschrieben worden zu sein. Das kratzt und nagt an mir. Ich stelle mir dadurch die Frage, ob ich denn nichts mehr zu bieten habe. Zu früher, meine ich. Ob meine Loyalität denn gar nichts wert ist, und die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, die vielen geteilten Erlebnisse. Ob ich etwas falsch gemacht hab und wenn ja, was. Der Verlust schmerzt. Weiß gar nicht, was davon am schlimmsten ist… Für mich fühlt es sich tatsächlich so an, als wäre er gestorben. Und meine Reanimationsversuche sind gescheitert. v.v

Sorry für den Ballast, den ich gerade abgeladen habe. :/ Mein Tag hat trotzdem gut und mit einer wärmenden Tasse Tee begonnen, und das wünsche ich euch auch. Übrigens lese ich bestimmt schon seit einem Jahr mit, ab und zu sehe ich hier rein. Jetzt bin ich zum ersten Mal Teil eines Forums. o.o Freu mich hier zu sein und hoffe, ihr könnt etwas mit mir anfangen. :)

Samstägliche Grüße, V.
«1

Kommentare

  • Herzlich willkommen bei uns, Iconoclast!

    Deine Vorstellung habe ich sehr gern gelesen. Keine Spur von Ballast.

    Und ein gutes Stück erkenne ich mich in deinen Zeilen wieder.

    Auf einen spannenden Austausch und gute Erkenntnisse.

    Es grüßt freundlich
    Enjoythesilence
  • Moin,

    denk bloß nicht, dass du hier Ballast wärst, Foren wie dieses sollen genau das Gegenteil bewirken. Ich persönlich habe den Text auch gerne gelesen, weil ich Vieles davon kenne.

    Trau dich also ruhig, auch in andere Diskussionen einzusteigen :)

    Ich habe mir mal eine Sache rausgesucht, die ich kommentiere: "In zwischenmenschlichen Situationen bin ich leider ungewollt awkward, ich merke es den Leuten oft an, dass sie mich komisch finden. Das versuche ich dann mit schlechten Witzen zu überspielen."

    Gelegentlich passiert mir das auch noch, aber mittlerweile stehe ich einfach in 95% der Fälle dazu, dass ich nen Knall habe. Wenn man sich genau so akzeptiert, dann kann es einem nämlich auch egal sein, wie die Leute reagieren. Außerdem ist das der einzig gute Weg, um die Leute rauszufiltern, mit denen man eine Verbindung hat. Das sind in meinem Fall sehr wenige, aber die kennen mich und scheinbar mögen sie mich auch so wie ich bin. Das ginge nicht, wenn ich versuchen würde, meine komischen Seiten zu überspielen oder zu verstecken - man zieht sonst einfach die falschen Leute an und gerät in einen Teufelskreis, weil man sich immer wieder fragt, warum man außen vor, komisch, etc. ist.

    Das waren dann mal meine 2 Cent dazu.

    Liebe Grüße
  • Hallo Iconoclast,

    ich habe ebenso Deine Beschreibung mit Faszination gelesen; auch, weil Deine sprachliche Gewandtheit Freude bereitet :-))

    In vielem von Dir Beschriebenem kann ich mich selbst auch gerne zuordnen, wobei ich ohnehin sehr häufig zur Einsicht gelange, dass - sofern man sich am typischen Mainstream eher vorbeibewegt - man von vielen Menschen als "exzentrisch" wahr genommen wird. Wobei das Wort selbst für mich in seiner Bedeutung immer mehr einen intensiv gefühlten Wahrheitsgehalt gewinnt, weil man sich eben von den typischen (Epi-)Zentren der vielen Erdbeben, die die Menschen oftmals so bewegen, meistens fernhält ...
    Man wird nicht selten als EigenbrötlerIn eingeordnet, vor allem auch dann, wenn man nicht so gerne small-talkt ;-)

    Deine Zeilen, in denen Du den Verlust Deiner Beziehung zu einem für Dich so wertvollen Menschen schilderst, sind sehr berührend! Ich kann auch sehr klar nachvollziehen, dass Du diesen Abschnitt öfter formulieren musstest ...
    Ich wünsche Dir Heilung ...


  • Danke euch Dreien, fühle mich ordentlich willkommen geheißen. :) Ist ein tolles Gefühl, verstanden zu werden. Hätte nicht gedacht, jemandem zu begegnen, der sich mit mir identifizieren kann.

    @enjoythesilence Ebenso! :) Bin mal gespannt, wo ich mich einbringen kann, auch wenn ich mir denken kann, dass ich oft nur mitlese. Plane, mein Schneckenhaus hier aber häufiger zu verlassen.

    @Wanderlust_Introvert Mir fällt es unheimlich schwer, mich zu akzeptieren, wie ich bin. Daran arbeite ich noch. Am besten behalte ich im Hinterkopf, dass ich sonst im Teufelskreis gefangen bin und Menschen anziehe, die nicht zu mir passen. So geht's mir nämlich die meiste Zeit. :/ Das waren zwei sehr gut investierte Cent, finde ich. :D Den besagten Teufelskreis hab ich bisher nie gesehen.

    @seelenbilder Danke für deinen lieben Worte. :) Das tut gut zu lesen, im Ernst. Bin gerade richtig froh, hier zu sein.

    Liebe Grüße an alle, V.
  • @Iconoclast
    zu (un-)menschlichen Begegnungen noch Beobachtungen von mir ...
    Ich habe heute ein Buch fertiggelesen, in dem ich diese Worte fand: "Manche ertragen es nicht, wenn man ihnen hilft - wenn man sie rettet. Sie halten das Gefühl nicht aus, jemandem verpflichtet zu sein. Das nährt eine Wut in ihnen, eine Art Wahnsinn, bis sie einen dafür hassen. Und dann sind sie zu allem fähig."
    Vielleicht kennst Du solcherart Erfahrungen auch? Ich habe derart - mich anfangs überraschende - Verhaltensweisen und Entwicklungen bei Menschen beobachten können, wobei sich mir niemand jemals verpflichtet fühlen sollte. Verstehen konnte ich diese Entwicklungen lange nicht, bis ich lernen durfte, dass es vielen Menschen ein Dorn im Auge ist, wenn jemand sein Leben möglichst nicht von den Launen der Welt gestalten lässt, sondern sich wahrhaftig selbst entdecken möchte ...

    Auch habe ich miterlebt, dass es nicht wirklich toll ist, von Menschen auf einen Sockel gehoben zu werden. Das ist mir das eine oder andere Mal passiert, dass ich auf so ein Podest gehievt wurde. Es war furchtbar, denn es kann irgendwann nur ein ziemlich freier Fall geschehen ...

    Ich denke, hier können durchaus Gleichgesinnte getroffen werden ... ;-))
  • Ich grüße dich @Iconoclast,
    von mir auch ein Willkommen.

    ich kann viele deine Erfahrungen sehr gut nachvollziehen und manche auch nicht weil ich in den punkten keine erfahrung gemacht habe. mir fällt es sehr schwer mit leuten ins gespräch zukommen, hauptsächlich deswegen weil ich nicht weis ob sie das thema interessiert, dann grübel ich das thema so durch das ich am ende einfach den mund halte. ich freue mich auf jeden fall darauf mit dir ein gutes gespräch zuführen. :)
    ich möchte noch hinzufügen das du und seelenbilder wundervoll mit worten umgehen könnt. schon ziemlich beneidenswert. ich kann leider nicht so gut mit worten umgehen, in dem punkt bin ich durch aus ein klotz.

    mit besten Grüßen

    Battlehut

  • Ich wünsche Dir einen schönen Tag, @Battlehut,

    bei mir ist es völlig tagesabhängig, ob ich mich mit Menschen unterhalten möchte oder nicht. An manchen Tagen bin ich derart verinnerlicht, dass es mir schwer fällt, mein grundsätzlich sehr offenes Wesen ans Tageslicht zu holen. Es hängt meine Verbindung zu Personen auch davon ab, ob ich sie als "Menschen" oder "Leute" wahr nehme. Für mich gibt es da einen gravierenden Unterschied ...

    Zur Selbstbeurteilung: Darf ich Dir mitgeben, dass viele "von uns" wohl dazu neigen, sich selbst wie ein gnadenloser Staatsanwalt zu beurteilen, andere Personen allerdings gerne als Richter, der Gnade walten lässt?! Ich merke es zuoft, dass sich manche selbst in einer Art und Weise kritisieren, die wir uns von niemandem sonst gefallen ließen. Wir würden uns von Personen, die uns so hart (wie wir uns selbst) anfassen, wahrscheinlich ehestmöglich zurückziehen ...
    Insofern möchte ich Dir gerne sagen, dass Du ganz, ganz sicher Talente hast, die so viele andere an sich nicht entdecken können ... Unsere Welt braucht viele Talente und nicht nur ein paar. Unsere Welt braucht die Leisen, wie die Lauten, sie braucht die, die lieber im Hintergrund agieren, wie die, die sich nach vorne stellen und sagen, was nötig ist. Sie braucht die Menschen am Bau wie die, die Einkaufswaren über den Scanner ziehen. Sie braucht die ganze Vielfalt, welche die Menschen vereint für diesen Planeten aufbringen können ...
  • SanSan
    edited März 2
    Meeh.. bei dem ex-besten-Freund musst ich direkt an meinen Ex-besten-Freund denken. Ich war immer diejenige, die den Kontakt gesucht hat. Er war stets derjenige, der ihn wieder hat einschlafen lassen. Das letzte Mal, das wir geschrieben haben, schrieb er sinngemäß "Ich hab lange Zeit nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich dich in meinem Leben haben will, weil du ein so wichtiger Mensch bist. Deshalb hab ich mich bei dir gemeldet." 1) Hatte ich mich (wieder mal) bei ihm gemeldet, nicht andersherum. 2) Was das das letzte, was ich von ihm gehört habe.
    Es war immer so, dass er derjenige war, der als erster nicht mehr schrieb, aber der SATZ diesesmal ist blanker Hohn, eine schallende Ohrfeige mit der flachen Hand.
    Es tut weh, ich kann mich da vermutlich gut in dich hineinversetzen. Manchmal überlege ich, ihm das alles in nem Brief an den Kopf zu klatschen. Andere Kontaktmöglichkeiten hab ich nicht mehr.
    Aber, ja, wozu Wiederbelebungsversuche? Diese Menschen wollen kein Teil unseres Lebens sein. Wir sind abgeschoben worden. Nicht gut genug. Nicht das Richtige. Manchmal komm ich auch aus der gedanklichen Spirale nicht wieder raus. Ich versuche mich damit zu trösten, dass ich in einem Laden auch nicht alles gerne kaufen möchte, andere Leute die Produkte aber durchaus wertschätzen und in den Korb legen. Und dass ich auch früher Dinge gekauft habe, die ich heute stehen lasse. Wenn ich das so mache, dürfen alle anderen Menschen das auch, auch wenn das bedeutet, dass mehr als einmal ICH das liegengelassene Produkt sein werde.

    Zu den Figuren aus dem echten Leben, die du erschaffst: :D Bitte bitte einfach mal ohne love interest! Ich kann doch nicht die einzige sein, die dessen überdrüssig ist? Die im Laden ein Buch wieder weglegt, weil auf dem Klappentext beschrieben wird, wie der Held (ein Waise) mit der widerspenstigen, aber gutaussehenden Antagonistin loszieht, die Welt zu retten. Weil klar ist, dass die beiden einander necken, bis sie einander lieben. *augenroll into oblivion*. Ich kann nicht die einzige sein, die einen Film bis zu dem Moment genießt, an dem die sorgsam und krampfhaft orchestrierte Liebesbeziehung zwischen zwei Charakteren mit einem tollpatschig ins Skript geklatschten Kuss besiegelt wird. Just for the sake of having love in the movie.
    Sonst braucht man die eine Quotenfrau zwischen all den wichtigen Männern dort ja gar nicht.

    Außerdem: zocken, DSA (D&D bei mir), Yoga/Meditation, Zeichnen und Malen, Memes... I already like you.
  • Huhu @Battlehut :) Also für @seelenbilder kann ich nicht sprechen, nur für mich. Obwohl ich mir das bei dir, @seelenbilder, auch gut vorstellen kann: Wenn man Bücher verschlingt, entwickelt man nach einer Weile ganz automatisch ein Gespür für Wörter, Formulierungen und was gut klingt und was nicht. :)
    Und manchmal ist es einfach nur die angestrengte Suche nach Synonymen mit Googles Hilfe. :D Aber die Hauptsache ist regelmäßiges Schreiben. (Viele Profis empfehlen, ein Tagebuch zu führen.) Merke das bei mir sehr, denn nach Pausen (sei es durch Frust, Zeitmangel, Blockaden usw.) bin ich jedes Mal eingerostet. Dann lesen sich meine Texte, als hätte ein Roboter sie verfasst. o.ö

    Das mit dem ewigen Grübeln kenn ich auch, leider. Manchmal lege ich mir ein paar Sätze oder Themen in Gedanken zurecht, wenn ich weiß, dass ich um Smalltalk wahrscheinlich nicht umhin komm. Was nur bedingt hilft. Vor Telefongesprächen notiere ich sogar, was ich sagen will. xD
    Freu mich auch auf angenehme Gespräche hier. Angesichts der lieben und interessanten Willkommensgrüße hätte ich mich hier besser schon früher angemeldet. :)

    Abendliche Grüße, V.
  • Kurz Off Topic
    @San
    Du solltest Bücher von Bettina Belitz lesen :)
    Ich empfehle "Vor uns die Nacht", "Mit uns der Wind" oder "Gelebte Zeit"
  • edited März 2
    @San Witzig, das ist bei mir nicht anders. ._. Ständig habe ich mich gemeldet. Er hat sich nur bemerkbar gemacht, wenn er irgendetwas wollte, sonst kam nichts. Oder wirklich nur nach Wochen oder sogar Monaten ohne Kontakt, aber auch dann kam nicht immer was. (Und jedes Mal hab ich mir vorgenommen, ihm nicht zu schreiben…) Mich ärgert, dass er kein Verständnis für mich aufbringen will, er mag sich nicht damit befassen. Er blockt mich ab, sagt, er erkenne kein Problem, das gelöst werden müsse. Dabei hat er mich nicht auf dem neuesten Stand gebracht, wie es ihm geht oder was in seinem Leben passiert. Auf die Frage, warum er mir nichts von seiner neuen Partnerin erzählt hat, würde ich heute noch warten, so ich denn noch Erwartungen an ihn hätte. Unsere beiden ex-besten Freunde sind weder ehrlich zu sich noch zu uns. Es muss ja einen Grund geben, weshalb das Interesse verblasst, weshalb die Motivation fehlt, mit uns zu quatschen oder etwas zu unternehmen. Ich hab den Verdacht, dass er mich warmhalten will, falls einer seiner neuen, besseren, tolleren, intelligenteren [Man füge hier ein Adjektiv ein, das eindeutig beweist, wie abgeschrieben ich bin.] Freunde mal keine Zeit für ihn hat und er Gesellschaft braucht. Anders kann ich mir sein Verhalten nicht erklären.
    Je länger die Geschichte schon dauert, desto weniger empfinde ich, desto weniger macht mich das alles wütend. Die Verzweiflung kommt trotzdem noch, und das ist dann der Moment, in dem ich der Spirale, die du erwähnt hast, nicht ausweichen kann. Ich hab uns schon als klapprige Rentner gesehen, beide mit Enkelkindern gesegnet und im Schaukelstuhl ein PC-Strickspiel zockend. (Mit Stricknadel-Tutorial.) xD Deine Art, damit umzugehen, finde ich gut. Nüchtern, distanziert. Würde mir vielleicht auch guttun. Glaube, ich kann das noch nicht. Wie krass das ist, jemanden zu treffen, dem das auch passiert ist. Kenne in meinem Umfeld niemanden, der sich damit herumplagen musste oder es immer noch muss. Es ist schön, verstanden zu werden. Wünsche ich natürlich niemanden, bitte nicht falsch verstehen.

    Meine Protagonistin hat komplett andere Ziele als Familiengründung oder die Suche nach der großen Liebe. Irgendwo und irgendwann habe ich gelesen, Frauen hätten in Filmen/Serien/Büchern keine Existenzberechtigung, wenn sie nicht wenigstens einen Mann anschmachten und währenddessen vor Sehnsucht vergehen. Meine Figur jagt nicht ihrer besseren Hälfte hinterher, sondern gefräßigen Monstern, um sie zu töten und untersuchen. Platz für Liebe bleibt nicht, ihre Passion ist die Jagd, vor allem aber das Sammeln und Auswerten von Informationen über Ungeheuer. Da die Geschichte in einer Mittelalterwelt spielt, zeichnet sie Gesehenes auf Pergament und notiert sich Verhaltensweisen, Muster, Eigenarten, die sie beobachten kann. Dass eine Frau zu der Zeit Jägerin und Forscherin ist, erkläre ich mit dem Mangel an bereitwilligem Nachwuchs, der diese Aufgaben zu übernehmen bereit ist – in der Not lässt man dann auch Frauen in diese Gesellschaft eintreten. (Ist zwar meine erfundene Welt, weshalb ich an sich Regeln nach meinem Geschmack aufstellen kann, nur sollten sie sich begründen lassen.) Man kann sich übrigens am Bechdel-Test (Kennst du den?) orientieren, der (drei oder vier) Fragen stellt: Gibt es mehr als zwei Frauenrollen? Und sprechen sie miteinander? Wird nur über Männer/Romantik/Ehe/Beziehung/Kinder geredet? Haben die beiden Frauen auch Namen? Die Antworten entscheiden dann, ob ich das ertrage oder mich besser augenrollend abwende. :D

    Wir haben sogar die gleichen Hobbys, cool! <3 Bin hier wirklich richtig, muss mich jetzt mal für meine Entscheidung loben. *mich lob* :D Macht man leider ja auch viel zu selten.

    Gute-Laune-Grüße, V.
  • SanSan
    edited März 3
    @Iconoclast Aaah nach der Beschreibung klingt dein Ex-Besti ein wenig mehr nach meinem.. ich nenn ihn mal Ex, obwohl das implizieren würde, dass das, was da zwsichen uns war, den Namen "Beziehung" verdient hätte.
    Mein Ex-Besti hielt mich nie warm. Ich glaube, er zog sich aus mehreren Problemen zurück. Er erinnert mich immer sehr an meinen Vater. Mein Vater ist inzwischen so in sich selber zurückgezogen, dass in der Familiengruppe "Er lebt" geschrieben und nicht als Witz gemeint wird, wenn ihn mal jemand zu Gesicht bekommen konnte. Ich bin noch nicht dahintergekommen, warum es manche Menschen gibt, die dieserart des Lebens nicht mächtig sind (ich verstehe jeden, der sich zurückziehen muss, Himmel ich bin doch selber Intro. Aber diese Menschen verstecken sich. Hardcore. Vielleicht ist es Depression, ich weiß es nicht.)
    Ein weiterer Grund war kolossaler Selbsthass und ein dritter, dass er meine Nähe nicht ertragen konnte, vermutlich, weil ich Punkt 1 und 2 nicht "bedienen" konnte. Erstens kann diese Dinge niemand wirklich "bedienen", zweitens war ich nie so und vermutlich hat meine Nähe ihm das immer wieder vor Augen geführt und beide Punkte bei ihm verstärkt.

    Mein "Ex" wiederum hat mich mit Lovebombing an die Angel geholt und anstatt mich als Fisch dann einzuholen, vom Haken zu nehmen und mit nach Hause zu nehmen, hat er die Angel bis auf einen Meter eingeholt, sie aufgestellt und mich außerhalb des Wassers zappeln lassen.
    Das klingt mir eher nach einem Äquivalent zur Beziehung zum deinem Ex-Besti (nur ohne Liebesinteresse) und ich verstehe komplett, warum du dich von der Angel nicht lösen kannst. Ich hab 2 Jahre gebraucht, um 3 Monate zu verarbeiten. (Okay da war leichter emotionaler Missbrauch dabei, davon kommt man immer schlecht los)

    Du wirst hier im Forum vermutlich viele Leute finden, die ebenso enttäuscht von einem alten Freund sind, der sie inzwischen links liegen lässt. Normalerweise versuche ich immer, meine im vorigen Post geschilderte Sichtweise anzuwenden, zumal ich selber für einige Menschen vermutlich auch dieser Mensch bin, für den die Freundschaft einfach nichts mehr bringt, bzw, der die Freundschaft nach einer Zeit des Auseinanderlebens losgelassen hat.
    Aber ich verstehe auch jeden, der nicht loslassen kann, da mir das selber ja auch schon passiert ist.

    Deine Idee zu der weiblichen Protagonistin, die keinen Platz für einen Mann hat, begrüße ich sehr :D Ich bin raging feminist im Schweiße meines Angesichts (und des Internets Angesichts). Ich kenne den Bechdel-Test und ja, es fällt mir zuehmend immer mehr auf, wenn es "die eine Quotenfrau" irgendwo in Filmen oder Büchern gibt, die dafür sorgen soll, dass die ganze Veranstaltung kein Gayfest von stolzen Nudelträgern ist. Man muss sich ja auch FÜR jemanden prügeln, da muss schon diese eine, lästige Frau dabei sein, aber man darf sich über stereotype Charaktereigenschaften lustig machen und weil sie "die coole Frau" (not like most girls) ist, findet sie es auch sehr lustig und wird gar nicht zickig oder hysterisch.

    Oh, und wenn mal "eine starke weibliche Hauptrolle" dabei ist (wenn sie nicht gleich den kompletten Cast weiblich besetzen, als wenn das irgendwie ausgeglichener wäre), dann schreiben sie so oft einfach ne männliche Rolle und geben der Person Titten und ne Vagina.

    Ich könnt dir Romane zu dem Thema schreiben.
    Ein weiterer, ziemlich widerlicher Standard-Trope im Storywriting ist "Born sexy yesterday". Da bin ich neulich drauf gestoßen und.. I can't unsee it.

    Es ist enttäuschend, wie viele Dinge, die ich eigentlich mag, auf diesem Trope beruhen. An solchen Sachen merke ich immer, dass wir alle glauben, wie seien doch fortschrittlich, aufgeklärt und gleichberechtigt. Aber im Grunde haben wir uns an den kranken Shit einfach so sehr gewöhnt, als dass wir ihn nicht bemerken.

    Ebenso hab ich mal gelesen, nagel mich nicht drauf fest, ich kann spontan keine Quellen nennen, dass bei einer Umfrage Männer eine Repräsentierung von ~30% Frauen in einem Film als gleichberechtigte Repräsentierung oder sogar Überrepräsentierung empfunden haben, ähnlich wie mit der Sprechzeit einer Frau (bei über 30% oder sowas hatten die Männer tendenziell das Gefühl, die Frau würde den Hauptteil der Zeit reden) Ich vermute, das war in den USA, in denen die Gleichberechtigung nach meiner eigenen Auffassung im Gegensatz zu der hier in Deutschland KA-tas-tro-PHAL is.

    Oder die Tatsache, dass Männer in dieser Gesellschaft reifen wie guter Wein, während Frauen welken wie tote Blumen!

    Ehrlich, ich bemühe mich, kein Feminazi zu sein, der in das Gegenteil des Männerhasses überschwappt. Manchmal ist es schwer, weil es immer noch so viele als vollkommen normal angesehene Ungleichheiten gibt, die mich einfach aufregen, wenn ich zu viel drüber nachdenke (und da muss ich im gleichen Rahmen natürlich auch die LGBTQ Community und People of Color mit einbeziehen, denen es exakt genau so geht. Auch wenn das dann leicht in Richtung "what-about-ism" schwappen kann, da ich weder zur einen, noch zur anderen Gruppe gehöre und man endlos weiter mit einbeziehen kann [es gibt auch männliche {auch weiße} Opfer von Missbrauch und Vergewaltigung und wenn ich so weiter mache, komm ich nie wieder aus den Meta-Ebenen raus, aber das hier is das Internet und jeder braucht heutzutage diesen Disclaimer]).

    Ja Mann, lob dich! :D Auch für anderen Kram!
  • Klingt tatsächlich ein bisschen nach Love Bombing – ohne romantisches Interesse -, was mein ex-bester Freund da bei mir betrieben hat. Parallelen gibt’s. Mir war der Begriff bisher nicht bekannt und ich muss das erst mal verdauen. Er hat narzisstische Züge, ist sehr charmant... Außerdem war es immer schwierig, mit ihm über verletzendes Verhalten zu sprechen, er ist verbal aggressiv geworden oder hat mich einfach stehen lassen. Den Liebesentzug, der Bestandteil von Love Bombing ist, wie ich nun weiß, kenne ich, wenn ich ihn auch Freundschaftsentzug nennen müsste. Klingt paradox, ich kann das jetzt endlich benennen. Tut nicht weniger weh, aber vielleicht hilft mir das, den ganzen Mist zu akzeptieren und hinter mich zu lassen.
    Wir haben mehr gemeinsam, als ich zuerst angenommen habe. o.o Mein Vater hat sich schon früh zurückgezogen, bis es irgendwann kein Durchkommen mehr zu ihm gab. Schlimmer ist das durch die Scheidung geworden. Und kurz danach ist der Kontakt abgebrochen. (Es ist natürlich viel mehr passiert, bevor es zum Bruch kam. Die Distanz, die er zu uns gehalten hat, ist unter anderem Folge seiner Wut.) Vor Jahren habe ich ihn mal beim Einkaufen gesehen – ergraut, dünn. (Glaube, er hat mich erkannt, aber sofort weggesehen.) Mit jeder Menge Fertiggerichte auf dem Band, und zwar nur dieselben, von derselben Marke mit demselben Inhalt. Das hat mich richtig traurig gemacht. (Trauriger als das Wegsehen, falls er mich denn wirklich erkannt hat, was ich nur mutmaßen kann.) Und ich kann sagen, dass ich definitiv nicht seinen Stoffwechsel geerbt habe, da Fertiggerichte bei mir an der Hüfte ansetzen würden. (So, blöden Witz zwischengeschoben.)

    Wenn ich ehrlich bin, hat mich die Idee, wie Frauen und Männer sein sollen, schon immer eher irritiert. (Frage mich, ob ich weniger Mensch bin, weil ich hin und wieder Wimperntusche trage und mich über 'nen verschmierten Kajal aufrege.) Als Kind bin ich Bäume hochgeklettert und in Hosen rumgelaufen, Röcke und Kleider habe ich nicht getragen. Mit Dinos und Lego hab ich gespielt, weniger mit Barbies. Denen hab ich aus Protest die Haare abgeschnitten. Meine Mutter hat sie versteckt, wenn wir Besuch hatten. War ihr wohl peinlich. xD
    Uff, der Trope aus dem Video ist mir echt nie aufgefallen, gut zu wissen. Hab noch ein Beispiel gefunden. Cheza aus Wolf’s Rain (Anime), sie passt nicht perfekt, denn sie ist nicht direkt ein Love Interest für die (fast ausschließlich) männlichen Charaktere. Naiv, unerfahren, unschuldig, dafür auf irgendeine Art weise, freundlich, wunderschön und stark sexualisiert, obwohl sie, wenn man’s genau nimmt, synthetisch hergestellt und eine Pflanze ist. (Yeah, sexy Pflanze! Sei die Pflanzenmutter meiner Kinder!) Sie muss ständig gerettet werden, so wie Peach oder Zelda. Auch die beiden können fast nix, geraten ohne eigenes Zutun in Schwierigkeiten – sind also hauptsächlich passiv, treffen keine Entscheidung, schreiten nicht zur Tat, lassen sich entführen, rumschieben, tragen – und müssen dann vom mutigen Helden gerettet werden. Muss leider zugeben, dass ich wie du einige Filme und Serien mag, in denen solche Idealisierungen von Frauen und Mädchen, die eindeutig für Männer geschrieben wurden, vorkommen und das ärgert mich richtig. Gibt es überhaupt eine Story, die solche idiotischen Tropes nicht hat? ._.
    Ein Charakter, der mir wirklich gut gefällt, ist Cristina Yang aus Grey’s Anatomy. Zitat: “Oh, screw beautiful, I’m brilliant. You wanna appease me, compliment my brain!” Ambitioniert, intelligent, hart arbeitend und eiskalt. Sie hat Spaß, Beziehungen, versucht Karriere und Liebesleben unter einen Hut zu bringen. In manchen Momenten glaubt man, sie bricht unter der Last aller Erwartungen zusammen. Sie wird bedrängt, sich "wie eine Frau" zu verhalten, Kleider zu tragen, eine gute Ehefrau zu sein. Und falls sie Kinder bekommt, die Karriere hintanzustellen. Ich mag ihre Standhaftigkeit. Durch einen Teil ihrer Persönlichkeit, der sich nach Zuneigung sehnt (Wer nicht?), knickt sie beinahe ein. Schade, dass es solche Figuren nicht häufiger gibt, sie sind viel spannender und nicht so langweilig eindimensional. :/
  • edited März 4
    Oh Gott, fang bloß nicht mit dem Altern an, das Männer nur noch sexier und Frauen eben einfach nur älter aussehen lässt. Nicht umsonst kaufen sich überwiegend Frauen Anti-Faltencremes, lassen sich von Schönheitschirurgen helfen. Weil eben die Definition von Schönheit in unserer Kultur leider unrealistisch ist, sie ist nicht umzusetzen ohne Knochenbrüche und Liftings, gerade für Frauen. (Niemand soll jetzt denken, dass ich Anti-Schönheits-Op bin. Jeder darf mit seinem Körper machen, was und wie er will. Das verurteile ich ehrlich nicht. Was ich hingegen verurteile, sind Sprüche und Verhaltensweisen, die Body positivity überlebenswichtig machen.) Die fortschreitende Zeit beschert uns eben Krähenfüße und schlaffe Haut, das kann man so gut wie nicht verhindern, nur abmildern. (Vielleicht interessant: 80% der Hautalterung wird durch UV-Strahlung verursacht, weshalb die Empfehlung gilt, sich täglich mit Sonnenschutz SPF 50 einzucremen, Studien bestätigen das. Ebenfalls im Winter und nicht nur, wenn die Sonne knallt.)
    Hey, da bin ich ganz bei dir. So von Feminazi zu Feminazi. :D Mir hat man schon gesagt, ich wäre viel zu streng, was meine Ansichten bezüglich Sexismus betrifft. Das Wort Hysterie ist gefallen. Liegt auch daran, dass ich niemanden brauche, der mir die Tür aufhält. Kann ich allein. (Ich weiß, traut man mir nicht zu. Meine zarten Hände sind so zart, dass sie die schwere Mega-Tür aus Extra-Schwer-Metall nicht aufhalten können. Hach, hätte ich nur grobe und männliche Pranken, dann könnte ich sogar Schraubverschlüsse öffnen. Oder noch besser: Penis! Ich brauche einen Penis! Vergiss 42, Penis ist DIE Antwort auf alle Fragen!) Und wer mir jetzt mit „Aber das machen Männer doch nur aus purer Höflichkeit!“ ankommt, den frage ich, was daran höflich sein soll. Es ist höflich, jemanden an der Kasse vorzulassen, wenn er nur sehr wenig kaufen will. Oder höflich, wenn jemand alle Hände voll hat und der Person dann die Tür öffnet. Es ist höflich, all das dankend abzulehnen. Sobald ein Mann einer Frau die Tür öffnet, trifft er eine Unterscheidung, sofern er sie nicht auch generell Männern aufhält. (Nein, ich will keine Türöffnungspolizei einführen, die kontrolliert, ob und warum ein Mann einer Frau die Tür aufgehalten hat.) Ich frage eben, warum er in dem Moment zwischen Frauen und Männern eine Linie zieht, diese Unterscheidung trifft und klar abgrenzt, warum Frauen es ihm wert sind. Soll das vielleicht ein Danke sein? „Danke, dass du der Menschheit Kinder schenkst.“ oder „Danke, dass du uns Männern abends pünktlich das Essen auf den Tisch stellst.“ oder „Danke, dass du das Loch in meiner Socke stopfst.“? Oder ist es als Entschuldigung gedacht, weil Frauen in unserer Gesellschaft Menschen zweiter Klasse sind? (Man lese mal ein paar Artikel über Sicherheit rund um Autos und wie Frauen in der Hinsicht benachteiligt sind, weil die Tests und die Fahrzeuge an sich gar nicht für Frauenkörper konzipiert wurden. Klar, Frauen fahren ja auch nicht mit dem Auto. Niemals. Wer eine Frau am Steuer sieht, hat eindeutig Halluzinationen.) "Sorry, dass du für deine Rechte schon seit Jahrhunderten kämpfen musst! Hier, ich halte dir die Tür auf als Entschuldigung!"
    Ich will gar nicht allzu politisch werden und hoffe, folgender Satz bringt mich hier jetzt nicht in Teufelsküche, falls mich der obige Abschnitt nicht schon reingeritten hat [Die Autokorrektur hat mir btw vorgeschlagen, Teufelsfische statt Teufelsküche zu schreiben. xD]: In einer Zeit, in der ein Merz sich aufzuschwingen versucht und es wirklich Leute gibt, die so einen Kerl gut finden und wählen würden, obwohl er damals gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt hat… In so einer Zeit muss man klar Stellung beziehen. Mir wären Männer wesentlich lieber, die sich für die Rechte der Frau einsetzen, als solche, die mir Mega-Türen aus Extra-Schwer-Metall aufhalten, weil sie ja so um Sorge um meine zarten Hände sind. Letzteres können wir Frauen in der Regel allein prima, bei Ersterem ist jede Hilfe allerdings mehr als gern gesehen. Und ja, als Feministin sage ich, es gibt größere und dringendere Baustellen, das stimmt. Thematisieren muss man das dennoch, allein um Gewohnheiten und Traditionen unter die Lupe zu nehmen, die in allen Ehren gehalten werden, als wären sie nötig. Die meisten hinterfragen nicht, sie nehmen es einfach hin und halten es dann für richtig, klammern sich regelrecht daran. Weil man’s halt so macht. Und aus Angst vor Veränderung. Muss also korrektes Verhalten sein. Die Schlussfolgerung ist einfach falsch.

    Ich versteh dich da wirklich, sobald das Thema auf den Tisch kommt und sich jemand finden lässt, mit dem man darüber diskutieren kann, bin ich kaum zu bremsen. Muss gerade an eine Situation denken, als mein Freund und ich bei seinen Eltern zu Besuch und dort miteinander am Essen waren. Ich hatte meinem Freund und einigen seiner Kumpel die Bewerbungen korrigiert, Vorschläge gemacht und optisch hier und da aufgehübscht. Mein Freund hat das beiläufig erwähnt, allerdings war er bei der Formulierung unbeabsichtigt ungenau, sodass nicht klar war, wer sich die Arbeit gemacht hat. Seine Mutter so: "Dann gründe doch ein kleines Unternehmen, das Bewerbungen überarbeitet. Mit dir als Sekretärin, V.!" (Die Unternehmensgründung war ein Scherz, das mit mir als Sekretärin nicht.) Mann = Gründer eines Unternehmens, Frau = seine Sekretärin. Mein Geschlecht legt verdammt noch mal nicht den Platz fest, an den ich angeblich gehöre. Mein Geschlecht steht auch nicht für bestimmte Aufgaben oder Pflichten, die ich erfüllen muss. Wenn andere mich als Feminazi abstempeln wollen, bitte. Leider läuft man schnell Gefahr, jemandem auf die Füße zu treten. Das ist nicht meine Absicht, möchte ich an der Stelle betonen. :/ Weshalb meine Antwort auf die beschriebene Situation bei der Familie meines Freundes so karg wie möglich ausfiel: Schweigen.

    Ich lob mich mal für meine Selbstbeherrschung. Dich lob ich, weil du an den Disclaimer gedacht hast. :D

    Jedem-gerecht-werdende-Grüße, V.
  • @Iconoclast
    Es ist begeisternd, wie sehr Du es verstehst, so vieles, was tatsächlich an unserer Gesellschaft beobachtet werden kann, auf eine höchst treffende, pointierte Weise zu bringen. Es sind die angesprochenen Bereiche genau jene Themen, die ich auch immer wieder wälze und ich werde ebenfalls nicht müde, sie aufzuzeigen. Dafür hat Mann mir auch schon einige "Ehrentitel" verliehen und erschreckenderweise gibt es auch genug junge Frauen, die sich freiwillig selbst erniedrigen.

    Mütter, die Frauen zu Sekretärinnen stempeln und Söhne auf den Gottesthron hieven, erschrecken auch dadurch, dass sie vielleicht sogar in ihrer Zeit schon die Möglichkeit gehabt hätten, sich auf Augenhöhe zu Männern zu begeben, dies allerdings unterlassen haben, weil damit - das muss ich leider feststellen - auch eine Art von Bequemlichkeit verbunden ist, Frau konnte (und kann sich damit auch heute noch) fast unbemerkt aus ihrer Verantwortung davonschleichen.

    Ich bin aus dem Schoß einer Frau geboren, die dieses System mitgetragen hat, auch, wenn sie mitunter dagegen revoltiert hat. Doch verantwortlich für ihre Ungleichstellung hat sie immer Männer gemacht ...

    Es gibt einen Film, der mir spontan einfällt, solche Themen beleuchtend - ich kann ihn empfehlen: "Das finstere Tal" - Regie: Andreas Prochaska.
  • @seelenbilder Stimme dir zu; ich hätte mir von meiner Mutter mehr Unterstüzung gewünscht, mehr Werkzeuge, um mich leichter zurechtzufinden, und überhaupt Hilfe beim Aufbau von Selbstvertrauen. Stattdessen hat sie sich gehässig über Männer geäußert und alle über einen Kamm geschert. Im gleichen Atemzug fragt sie ehrlich besorgt, ob mein Freund nicht wütend wird, da ich ihrer Meinung nach die Wohnung nicht ordentlich genug halten würde. Das ist so verdreht. Ich wusste nicht, was ich dazu noch sagen soll, war einfach nur sprachlos. o.o
    So einer Mutter bin ich nicht nur einmal begegnet, die den Sohn in den Himmel lobt, während die Tochter (oder die Freundin, Schwiegertochter) nie gut genug sein kann. War bei meiner Mutter so. Der Bruder genoss Immunität - Strafe musste er nicht fürchten -, während sie nicht einmal Nagellack tragen durfte. Sie ist in einer streng katholischen Familie aufgewachsen, in der jegliches Aufbegehren sofort im Keim erstickt wurde.

    Jedenfalls ist es wichtig, das Thema von allen möglichen Seiten zu beleuchten. In meinem Umfeld gibt es überwiegend Leute, die mich der Übertreibung schuldig sprechen, was zuweilen ganz schön entmutigend ist. ._. Bevor das dann in eine nie enden wollende Diskussion ausartet, ziehe ich auch hin und wieder Bequemlichkeit vor, ich geb's zu. >.<

    Danke für die Filmempfehlung, werde ich mir mal ansehen. :)

    Demonstrativ-protestierende-Grüße, V.
  • edited März 6
    @Iconoclast
    Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen, kann ich Dir da nur zurückmelden!
    Ich weiß auch aus meinem persönlichen Umfeld, dass ich mit diesen Erfahrungen nicht allein bin.
    Ich habe mir vieles selbst erarbeitet, was mich heute ausmacht - Unterstützung und Werkzeuge -> Fehlanzeige! Ich habe allerdings im Rückblick immer wieder das Gefühl, dass der Mensch meist nur dann an sich arbeitet, wenn er sich aus herausfordernden Situationen oder Verhältnissen selbst aufrappeln muss. Wäre alles glatt und in bester Ordnung, hätte wohl keiner eine Veranlassung dazu ...

    Ich finde die Frage Deiner Mutter aufschlussreich, ob denn Dein Freund nicht wütend werde, wenn die Wohnung nicht so ordentlich sei, wie es für SIE passend ist. Ich kenne ähnliche Überlegungen meiner Mutter, in anderen Zusammenhängen, aber ich weiß schon seit längerem, dass meine Mutter äußerst narzisstisch geprägt ist, ich habe mich damit intensivst auseinandergesetzt und über Narzissmus und Sozial-Autismus einiges verfasst. Sie hat sich ständig und überall mit ihrer Umwelt konkurriert, also hatte auch sie immer die sauberste Wohnung, sie war zu den größten beruflichen Leistungen fähig, etc.

    Lässt Du Dich tatsächlich von Leuten "schuldig sprechen"? Diese Macht musst Du ihnen überhaupt nicht gewähren!!! Es steht niemandem zu, Dein Leben zu beurteilen, denn niemand IST DU! Es geht niemand in Deinen Schuhen, also spürt er nicht, was und wo's Dich drückt! Es gibt wahrscheinlich Leute, die unter den Schikanen und Herabwürdigungen ihrer Eltern (oder anderer Menschen) weniger zu leiden haben als andere, diese empfinden mitunter manche Schilderungen möglicherweise als übertrieben. Sie haben allerdings wahrscheinlich eine andere Resilienz - es tickt ein jeder anders.
    Ich bin inzwischen längst dazu übergegangen, mich nur noch mit Menschen auszutauschen, von deren Empathie ich mich überzeugt habe. Es ist nicht bequem, sich aus Diskussionen zurückzuziehen, sondern hat mit Selbstfürsorge zu tun!!! Was einem nicht gut tut, sollte man nicht weiter fortsetzen.
    Was ich mit Bequemlichkeit meine, ist, für alles und jedes, das man im Leben nicht erreicht oder getan hat, immer anderen den Vorwurf zu machen oder ihnen die Verantwortung zuzuschieben.

    Liebe Grüße!
  • Damit könntest du Recht haben. Manchmal muss der Leidensdruck größer sein als die Bereitschaft zu ertragen, aus welchen Gründen auch immer man Schädliches auf sich nimmt. :/ Ich bin u.a. - natürlich nicht hauptsächlich, aber auch - ein Produkt widriger Umstände, aus denen ich mich erst befreien musste.
    Mh, ich lerne noch, mich von Menschen zu trennen, die mir nicht guttun. Seitdem ich einige Personen aus meinem Leben verscheucht hab, fühl ich mich auch freier, als könnte ich besser und tiefer Luft holen. Nicht in jedem Fall ist das leicht. Mir ist bewusst, dass ich mir mit meinem Zögern ins eigene Fleisch schneide, was ein Verbrechen gegen mich selbst darstellt. v.v So ehrlich muss man dann schon sein. ._.

    Ich kann kein Urteil über mich verhindern. Viele korrigiere ich nicht, sobald ich weiß, dass das ohnehin vergebene Liebesmüh ist. (Das würde voraussetzen, dass ich an ihrer Antwort interessiert wäre.) Weshalb ich ja hier bin, weil die meisten, auf die ich treffe oder mit denen ich von klein auf verbunden bin, mit mir nicht kompatibel sind. (Oder ich nicht mit ihnen.)

    Zur Bequemlichkeit: Es kommt darauf an, in welcher Situation man sich befindet, denke ich. Manchmal ist es gar nicht so falsch, Rückgrat zu zeigen, manchmal ist das sogar nötig. (Und das finde ich als eher konfliktscheuer Mensch.) Ein Akt der Selbstliebe sozusagen. Womit ich nicht sagen will, dass man in toxische Personen auch nur eine Sekunde länger investieren soll. Das muss jeder für sich selbst wissen und ggf. Abstand nehmen.

    Grüße zurück, V.
  • Hallo @Iconoclast,
    ich glaube, diese Befreiung von schädlichen Einflüssen kann ein ganzes Leben in Anspruch nehmen, aber mein mir eigener Trost ist, es wird mit zunehmendem Alter immer "leichter", sich zu befreien, Ballast loszulassen und auch zu sich selbst zu stehen.
    Ich denke, in einem gewissen privaten Umfeld kann man sich von Leuten eher zurückziehen, die einem nicht guttun, als im beruflichen Kontext.

    Ich merke es von Jahr zu Jahr, ich kann immer besser für mich entscheiden, wo es Sinn macht, mit Menschen das Gespräch zu suchen und sich auch zu öffnen und wo es einfach keinen Sinn macht, weiterhin auf Missstände oder Distanzlosigkeiten, die kränken, hinzuweisen. Bis vor drei Jahren hat mir mein unbedingter Wille, für faire Arbeitsplatzbedingungen und ein kooperatives Miteinander zu sorgen, jede Menge Ärger von Seiten derer, die am längeren Ast sitzen, eingebracht. Es gab KollegInnen, die sich ständig hintenrum über die Gepflogenheiten einer eingeschworenen Gruppe rund um die Führungskraft geäußert haben, doch keiner wollte mehr unternehmen, als immerzu in Abwesenheit der anderen zu mauscheln. Ich habe vieles unternommen, um die Karten auf den Tisch zu legen, da ich Intrigen hasse.
    Doch ich blieb allein, mit vielen Hinweisen auf "Ich bin auf diesen Arbeitsplatz angewiesen", "Ich finde es scheußlich, dass Du gemobbt wirst, aber ich möchte den Zorn der anderen nicht auf mich lenken" bishin zur Aussage, man würde den Gegenwind, den ich ertragen müsse, nicht aushalten, weshalb man froh sei, dass ich das alles zu ertragen habe - und eben nicht die anderen.

    Nun möchte ich mir diese Art von Bumerangs, die lange auf mich zukamen, weil ich gesagt habe, was Sache ist, nicht mehr zumuten, es werden sich die Handelnden nicht ändern. Das habe ich deutlich erkannt, doch ich habe auch erkennen dürfen, dass es doch eine Möglichkeit gibt, etwas anders zu gestalten, nämlich mein eigenes Verhalten zu ändern: Ich mache meine Arbeit und ich mache sie so, dass ich vor mir selbst bestehen kann. Alles andere kann ich nicht beeinflussen, Du hast recht, ein Urteil kann nicht verhindert werden. Aber ich kann daran arbeiten, mich nicht mehr schuldig zu fühlen, nur weil mich jemand anderer so sieht. Ich unterlasse heute alle privaten Kontakte - nach der Arbeit setze ich komplett andere Prioritäten. Und damit geht es mir besser ...
  • herzlich willkommen im Forum!
    Als ich mir deinen Text durchgelesen habe dacht ich mir nur so, wow same xD
    Ich finde es echt cool, dass du das alles einfach niedergeschrieben und hier geteilt hast und ich hoffe man wird mit dir auch öfters mit dir über ein paar Themen reden können, du scheinst eine verdammt interessante Denkweise zu haben und einen echt guten Humor! Also pass auf, dass der Coronavirus dich nicht erwischt ich wünsche noch eine schöne Zeit hier und im Reallife!
    Liebe Grüße vom Ende der Welt, Cloud
  • @Cloud Freut mich, dass ich nicht nur anecke. :D Erfahrungsgemäß kann ich mich mit vielen identifizieren, wenige wiederum mit mir. Bin gespannt auf sämtliche Gespräche, zu denen ich etwas beisteuern kann. Glaube, dass das Forum so etwas wie eine Goldgrube an Austauschmöglichkeiten ist, was natürlich den Mitgliedern geschuldet ist, die sich hier rege beteiligen. :)
    Tja, da ich ein Fan von Vollkornnudeln bin, wird es mich bestimmt bald dahinraffen. xD

    Starke Immunsystem-Grüße, V.
  • @seelenbilder Vor ein paar Jahren hab ich mich von einem Freundeskreis - man darf diesen Zusammenschluss von Menschen eigentlich gar nicht so nennen - getrennt. Und ja, es fiel mir leicht und ging schnell. Auf der Arbeit ist das wesentlich komplizierter, kann das bestätigen.

    Ich hab mir schnell abgewöhnt, Störendes anzusprechen. Klingt fatal, und das ist es wohl auch, aber ab einem gewissen Zeitpunkt ist es wichtiger, sich selbst zu schützen. (Fatal in der Hinsicht, dass es manchmal noch eine weitere Person gibt, die gemobbt wird, z.B. Kollegen, die neu ins Unternehmen kommen. Andererseits ist es natürlich schwierig, mit den begrenzten Möglichkeiten, die man hat, etwas zu bewirken.) Insbesondere dann, wenn dir niemand zur Seite steht, da passt kein Blatt zwischen uns.
    Heute gibt es keine Kollegen und Vorgesetzte mehr, die meine Arbeit bremsen und meinen Frieden gefährden. Und meine Fresse (Entschuldigung für den Ausdruck.), ich kann gar nicht in Worte fassen, wie froh mich der Umstand macht!
    Erinnere mich an eine Kollegin, die ich eines schlimmen Arbeitstages auf der Damentoilette angetroffen habe. Weinend. Hätte am liebsten eingestimmt. Und mein anderes, inneres Ich, hätte ich sich am liebsten gleich in eine Kabine gesperrt. Manchmal hab ich mich auch gefragt, warum sich der Boden nicht unter mir auftun und verschlucken kann.
    Deine Lösung für die von dir beschriebenen Situation ist beeindruckend. Sicher sehen nicht viele Leute ein, das eigene Verhalten zu ändern. Vielleicht deshalb, weil nicht das eigene Verhalten Ursache des Problems ist. (Wie sagt man? Wer heilt, hat Recht. Abgewandelt heißt es, was hilft, hat Recht.)

    Uff, Schuldgefühle blieben früher an mir kleben, und sie haben mir das Leben schwergemacht. Inzwischen prallen sie an mir ab, sofern sie nicht begründet sind. Aber oft frage ich mich, wieso Schuldgefühle nötig sind, wenn man doch den Fehler finden und korrigieren bzw. ablegen kann? Alles andere ist irgendwie... unlogisch. Es führt nur dazu, sich klein zu fühlen. Und das ist doch sinnlos, oder...? (Die Frage meine ich ernst.) Deshalb bin ich auch keine Freundin von Entschuldigungen, so ehrlich sie auch gemeint sind. Das Verhalten zählt, nicht Worte des Bedauerns.

    Solidarisierende Grüße, V.
  • @Iconoclast
    Ich bin grundsätzlich ein sehr couragierter Mensch, doch habe ich inzwischen durchaus eingesehen, dass gerade unter Frauen wenig Solidarität herrscht. Es ist erschütternd, in so vielen Themen erlebe ich es.
    Da ich auch tiefe Einblicke in die Lebenswelten von Flüchtlingen habe, bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell Frauen, die gerade noch im Leid vereint waren, auf einmal zu hartherzigen Konkurrentinnen werden können ...

    Stw. Arbeitsplatz: Ich hatte / habe keine andere Möglichkeit, als an meiner Haltung zu arbeiten. Ein Arbeitsplatzwechsel hat sich (noch) nicht ergeben, ich weiß allerdings genau, wie ich mir meinen neuen Weg wünsche, weshalb ich meine Visionen durchaus nähre, auch mit der Kraft von inneren Bildern. In Teilen ist mir diese Veränderung auch schon gelungen ...
    Du hast Recht: Ich habe mein Verhalten ja nicht geändert, weil es Ursache für die Vorgänge am Arbeitsplatz war. Die Ursachen liegen schlicht und auf den Punkt gebracht u.a. in Unterlassungen von Anstand, Ehre und Moral.
    Ich habe nur eines Tages begriffen, dass ich gewisse Dinge lernen darf, mich weiter entwickeln darf, denn ich wollte im Rahmen meiner Möglichkeiten alles tun, um in diesem Haifischbecken weiter zu bestehen. Ich hatte / habe null Unterstützung am Arbeitsplatz, allerdings außerhalb umso mehr. Diese Menschen waren und sind Gold Wert!
  • SanSan
    edited März 23
    Huhu @Iconoclast Aaah ich hab voll nich gemerkt, dass es hier im Thread weitergegangen ist.. *schäm*

    Ich hatte noch ein paar Gedanken zu deiner langen Antwort an mich...
    "Er hat narzisstische Züge, ist sehr charmant... Außerdem war es immer schwierig, mit ihm über verletzendes Verhalten zu sprechen, er ist verbal aggressiv geworden oder hat mich einfach stehen lassen."
    Dein Ex-Besti und mein Ex-Freund klingen da wieder sehr ähnlich. Ich weiß noch, dass ich ihm mal sagte, wie verletzend ich sein Verhalten finde. Darauf sagte er, dass ich mich in der Opferhaltung befinde, wenn ich sage "ich bin traurig, wenn du..." Ich hab Jahre gebraucht, um den Zweifel über die Korrektheit dieser Aussage erfolgreich zu hinterfragen. Selber hatte ich mich schon mit Opferhaltungen beschäftigt und eigentlich hab ich den Eindruck, dass ich den Fehler immer zuerst bei mir suche. Aber ich sagte ihm tatsächlich Dinge wie "ich bin traurig, wenn du dich so verhältst". Ich hab versucht, ihm meine Sichtweise klar zu machen. Ursache und Wirkung. Gemeines Verhalten und resultierende Traurigkeit auf der anderen Seite. Er rastete aus und fragte mich, ob ich glaube er sei bescheuert, dass ich ihm das wie einem Kind versuchen würde zu erklären.
    Nun, offenbar verstand er ja nicht, worauf ich hinauswollte und hatte durchaus Erklärungsbedarf, aber ich hielt den Mund. Bis heute bin ich nicht vollkommen davon überzeugt, dass ich im Recht war. (Nicht weil ich nicht an das glaube, was ich sagte oder tat. Sondern weil ER mir sagte, dass ich nicht im Recht war. Mancher Leute Worte sind wie schleichendes, lähmendes Gift)

    Meinem Vater hat die Scheidung den Rest gegeben, aber er hielt sich solange zusammen, wie er gebraucht wurde, weil wir Mädchen noch nicht erwachsen waren. Danach konntest du den Verfall schleichend beobachten. Und ja, am Schlimmsten ist, zu beobachten, wie es an der Stelle keinerlei Selbstfürsorge gibt. Wie der eigene Vater sich komplett aufgegeben hat. Ich glaub, wenn ich ihn jetzt sehen würde und sähe, wie alt er seit unserem letzten Kontakt geworden ist, würde mir erneut das Herz brechen. Meine Tante, seine Schwester, schrieb vor Kurzem in der Familiengruppe, dass sie seit dem letzten Mal, das sie ihn rausgeklingelt haben, eingesehen hat, dass er nichts mit der Familie zu tun haben will. Das sagt schon einiges aus, wenn auch sie ihn aufgegeben hat. Sie, die meiner Schwester und mir immer die "euer Vater und ihr" Vorträge gehalten hat. Die immer der Meinung wäre, wir müssten nur alle mal zusammengestaucht werden und uns berappeln und dann wären wir schon wieder eine heile Familie (die wir nie waren. Zu keinem Zeitpunkt). Sie, die mal vorschlug, Mediatorin zwischen ihm und uns zu sein. Ohne zu begreifen, dass wir ablehnten, weil wir wussten, er hat nichts zu sagen. Gar nichts.
    Ich hab grad erst auf Pinterest einen Pin gesehen, in dem aufgeführt war, was mit dem Körper eines Gestorbenen passiert. Mein Gedanke war, als ich die letzte Zeitrubrik "drei Wochen" las "Hm, eigentlich müsst ich das lesen um zu wissen, wie lange wir nach seinem Tod haben, um ihn zu finden, um keine disintegrierte Brühe aus dem Sofa und dem Boden (oder wo auch immer er dann liegt) wischen zu müssen, bzw. müssen wir den Boden und das Sofa dann vermutlich eh verbrennen."
    Ich hab es nicht gelesen. Kann mich nicht erinnern, ob ich den Pin für später gespeichert habe. Das ist auch eigentlich nichts, was ich meiner Schwester sagen möchte. "He, wenn Papa stirbt, haben wir [Zeitraum] Zeit, um seine Leiche zu finden, oder das Haus wird unverkäuflich" Da kommen auch Gedanken auf an Amerika, in denen ein Tod in einem Haus vermutlich für Käufer angegeben werden muss und ich frage mich, muss man das hier auch? Kann man das verschweigen? Kann man entsprechende Gerüche aus den Wänden bekommen?
    Auf jeden Fall danke, dass ich hier drüber reden kann (aargh da kommen so unschöne Erinnerungen auf an das eine Mal [im Ferienlager {Scherz}], wo ich eine Freundin wegen ihrer Mutter zu einem Treffen für Angehörige von Alkoholikern begleitete und mich auch vorstellen sollte und sowas sagte wie "Hi ich bin San, mein Vater ist Alkoholiker. Ich hab mich inzwischen damit abgefunden [der Rest meiner Vorstellung erfolgte schluchzend und heulend] Himmel, das is mir heute noch peinlich. Jaja, voll abgeklärt. Super abgefunden.)

    Ah ja, wie Frauen sein sollten. Ich bin irgendwann in das krasse Gegenteil umgeschlagen. Mit 12 bestimmten meine Freundin und ich, dass wir "anders" sind. Wir sprachen da nich so explizit drüber, aber wir gingen beide in dieselbe Richtung. Deshalb find ich es umso schlimmer, den Subreddit "not like most girls" zu lesen, weil ich mal genau so dachte. Meine internalisierte Misogynie sagte mir 1), wie ALLE Frauen sind, nämlich dumme Püppchen (was ich zweifelsohne durch die Medien gelernt hatte, aber das sah ich zu dem Zeitpunkt nicht so und 2) dass ich sehr viel cooler bin als all die hirnlosen Püppchen, wenn ich einfach bin wie n Kerl mit Titten. Im Grunde is das doch, was Männer wollen, oder nicht?! Eine heiße Frau, die sich aber nicht so zickig und nervtötend verhält wie eine Frau, sondern die genau so cool und lässig is wie ein Mann! Yeah! Jackpot! Nach dem leichten Mobbing in der Schulzeit war ich in der Ausbildung die Wucht in Tüten!
    Ich hab in meiner zweiten Therapie dann irgendwann mal thematisiert, dass ich da ein großes Problem zu haben scheine. Was ich merkte, als ich bei Orsay in der Umkleide stand mit einem rosa Kleid, das das Mädchen in mir unfassbar geil fand, der Rest von uns aber mit laut schrillenden Sirenen und brennenden, fliegenden Klorollen im Hintergrund massiv und panisch ablehnte.
    Meine Therapeutin fragte mich auf meine Charakterisierung von Frauen (zickig, hohl, stress, oberflächlich, hilflos, alles Schlechte im Buche) hin, ob es nicht eine Frau gäbe, die ein Vorbild für mich sein könnte.
    Damals dachte ich, Barbara Schöneberger. Barbara Schöneberger erschien mir nämlich cool, WÄHREND sie gleichzeitig weiblich war. Nicht trotzdem. (Sidequest-Ergebnis: Neulich in ner Sauna mal zufällig das Magazin "Barbara" gefunden und reingeschaut und entsetzt gewesen, wie wenig [die heutige?] Barbara meinem Bild von einer unabhängigen, coolen, weiblichen, sinnlichen Frau mit ihrem eigenen Kopf entspricht. Wie unfassbar wenig. Wie traurig ich ihre passend für die Medien zerhackte Hülle fand. Wie lächerlich. Und das war mal die Heldin, die mich aus meinem internalisierten Frauenhass holen konnte. RIP Barbara. Ich danke dir noch immer.)

    Was das Türen aufhalten angeht, hab ich mal versucht, meinem Ex zu sagen, dass ich das aus bestimmten Gründen hasse. Neben dem Herabsetzen der Frau in der Gesellschaft gibt es nämlich noch die Gegenbewegung: Den Sockel. Die Frau auf einen Sockel stellen und anbeten. Als den Problemlöser. Als den Heilsbringer. Als die Mutti, die alles richtet, alles erledigt, sich um alles kümmert. Nicht minder sexistisch, aber es reduziert die Frau auf das Erbringen von kostenfreier Fürsorgearbeit für den Zweck, dass der mann für immer ein kleiner Junge sein kann, der nicht eigenständig nachdenken muss. Nicht umsonst nenne ich meinen Ex "Sohn2", wenn ich über ihn rede. (Hat ein bisschen gedauert, bis ich selber aus dem Muster ausbrechen und Partner finden konnte, die mich nicht als Mutti betrachten und die ich nicht wie einen Sohn erziehen muss.)
    Was das Türenaufhalten angeht, hab ich es mal so versucht zu erklären. In Icewind Dale, einem Spiel, in dem man mit 5 Charakteren durch die Lande zieht und Monster schlachtet, gehen die Monster immer sofort auf den Charakter, den sie zuerst entdecken. Wenn auch alle anderen 4 direkt dahinter sind, sie gehen auf den, der ganz vorne zuerst in ihr Blickfeld kommen.
    Wenn nun also mir, einem Intro, der nicht gerne mit Fremden redet, die Tür zu einem Restaurant aufgehalten wird, weil es "höflich" ist, und ich zuerst reingehe, dann kommen die Kellner sofort auf MICH zu und ICH muss den Gesellschaftstanz tanzen. ICH muss sagen, "wir haben reserviert" oder "Tisch für 2 bitte". Ich weiß, seems not like a big deal. Aber ich hab mehrere Probleme damit. Manchmal ist es kein Big Deal. Manchmal aber schon. Manchmal bin ich besonders unsozial und hab erhöhtes Unwohlsein, wenn ich mich Menschen reden muss. Und sobald mir die Tür aufgehalten wird, "weil man das so macht" oder auch nur "weil ich dich liebe und dir gerne die Tür aufhalte" oder aus welchen Gründen auch immer, werde ich in die Pflicht gesetzt, diese Anfangssozialisierung auf mich zu nehmen. In einer Beziehung, in der ich die Mutter bin und das EH schon jedes Mal für uns beide machen muss, empfinde ich das Tür aufgehalten bekommen mit seinen Folgen als "nach vorne gestoßen werden, damit sich jemand hinter mir verstecken kann". Ich HASSE es, die Tür aufgehalten zu bekommen und als erste reingehen zu müssen. Ich bin generell der Typ, der gerne am Schluss der Party kommt (ich rede immer noch von von Icewind Dale, nicht von Sauf-Partys) und erstmal beobachtet.
    Und außerdem: Warum darf ICH dir als Mann nich auf mal die Tür aufhalten??? ICH will das auch gerne tun, weil ich dich liebe und es als etwas Höfliches erachte.
    Neulich hab ich den Spruch gelesen: I don't think boy understand girls and flowers. We want them on a Thursday when we've had a bad day or just because, not on our birthday or a holiday because you're expected to. Random flowers are seriously the easiest way to make a girl smile from ear to ear.
  • Disclaimer, nich jede Frau bekommt gerne Blumen aber es geht ums Prinzip. Ich hab lange zwischen zwei Dingen gekämpft "Mein Typ kann keine Gedanken lesen also erwarte nich von ihm, dass er dir Wünsche erfüllt, die du nicht ausgesprochen hast" und "warum kommt nie etwas aus Eigeninitiative? Warum bin meistens ich diejenige, die sich Gedanken macht? Die Dinge macht, die sich kümmert? Ich WILL nicht um jede Kleinigkeit bitten müssen, auch wenn ich weiß, dass sie dann erledigt wird. Wenn ich darum bitte, macht er es, weil ICH das gesagt habe, nicht weil es ihm selber aufgefallen ist und es IHM wichtig ist. Das setzt MICH wieder in die Mutterrolle, die Aufgaben delegiert. Und das habe ich hassen gelernt."
    Dazu habe ich endlich, nach Ewigkeiten, diesen Comic gefunden, der mir endlich mein ungutes Gefühl in Worte fasst und der mir sagt, dass wir da ein generelles Problem zwischen den Geschlechtern haben:
    https://english.emmaclit.com/2017/05/20/you-shouldve-asked/
    Und es macht mich immer noch wütend, ihn zu lesen, aber ich fühle mich wenigstens verstanden.

    Dass die Mutter deines Freundes und deine eigene Mutter da so sexistisch sind, find ich krass. Ich muss zugeben, sehr offensichtlicher Sexismus ist mir nicht oft begegnet, oder ich hab ihn damals nicht als solchen erkannt. Mich fragte mal ein Arbeitskollege geschockt, als ich mit kurzgeschnittenen, blondierten Haaren in die Arbeit kam, ob Sohn2 das schon wisse und was ich machen würde, wenn er nun mit mir Schluss machen würde. Ich hab ihn damals fassungslos und wortlos angestarrt. Noch Jahre später hab ich ihn für seine Aussage aufgezogen, da war es ihm dann immerhin ein bisschen peinlich.
    Aber was mir eher begegnet, ist der unterschwellige Sexismus, der in der Gesellschaft innewohnt. Den man nicht gut bemerkt, weil er so eingefahren ist. Wie die Workload-Sache in dem Comic. (Hm okay jetzt muss ich an dumme Sprüche von meinen aktuellen Kollegen denken. Ich bin DOCH „normalem“ Sexismus ausgesetzt. Ich musste mal mit zwei Kollegen Weihnachtskalender eintüten, mehrere Hundert bis Tausend Stück. Ich wusste von vornherein, die Mischung aus beiden wird für mich tödlich. Die „harten Männer“ Sprüche“ folgten prompt und irgendwann riss mir der Faden und ich motzte irgendwas von Sexismus und dass ichs nich mehr hören kann oder sowas zurück. Als Frau kannste da ja dann nich gewinnen. Als Frau darfste dich nich darüber beschweren, dass man gönnerhaft von oben auf dich herabschaut und dich dafür lobt, wie hübsch und brav und konform mit deiner eigenen Herabstufung du bist.
    Der eine Kollege hat noch Wochen später immer wenn er mit mir sprach Dinge gesagt wie „ach aber das darf ich nicht sagen, das ist bestimmt wieder sexistisch“, vollkommen egal, ob es sich dabei um etwas Sexistisches oder nicht Sexistisches handelte. Einfach als schieren Disclaimer „Achtung, ich will mir keine Gedanken darüber machen müssen, ob ich dir als Frau zu nahe trete, aber da du darüber kein Drama machen sollst wie neulich, sag ich einfach jedes Mal wenn ich mit dir spreche, dass das jetzt bestimmt sexistisch war, damit du es mir nicht sagen musst!“
    Klasse. Deshalb geb ich dir recht: Anstatt dass Männer uns die Tür aufhalten, sollten sie lieber gegen solche Sprüche ihrer Geschlechtsgenommen gehen und ihnen sagen, wie geschmacklos sie sind. Aber dafür müssten halt mehr von ihnen begreifen, DASS und warum sie geschmacklos sind.
    Neulich sagte mein Ex-Chef, dass sie im Radio darüber diskutiert haben, ob es sexitisch ist, dass in einer Firma eine (studierte, aber eigentlich ist es fast egal) Mitarbeiterin zu einem Meeting voller Männer „als Farbkleks“ mitgenommen wurde. Anfangs kommt es einem vielleicht nicht schlimm vor, vor allem wenn ein Mann dir gegenübersteht, der die Schultern zuckt und sagt, er kann da nichts Schlimmes dran erkennen. Das zeigt, wie internalisiert das Ganze ist. Sogar meine Mutter konnte nichts Schlimmes daran erkennen und meinte, naja, es stimmt doch aber, dass Frauen in so einer Situation – keine Ahnung was sie genau sagte – verkaufsfördernd sein können, weil es einfach besser wirkt, wenn da noch ne Frau anwesend ist.
    Ja, das ist so. Weil wir uns dran gewöhnt haben. Siehe jegliche Filme mit tausend Männerrollen und EINER Frauenrolle. Als Farbkleks. Damit das Ganze hier kein Gurkenfest ist. Damit wir alle nicht schwul sind, weil schwul sein geht ja mal gar nich, damit is man ja nich mehr männlich, ihgitt.
    Ich halte es HÖCHST problematisch, eine Frau als Farbkleks einzusetzen. Dabei weiß ich nicht, was schlimmer ist, dass diese Frau tatsächlich studiert und vom Fach war und vermutlich sehr wertvolle (weil nicht vom Penisschüttel-Ego eingefärbte) Einsichten zum Thema gehabt hätte, aber nie gefragt wurde. Oder ob es besser wäre, gleich „ne blöde, blonde Sekretärin“ mitzunehmen, um das Sexismus-Klischee gleich komplett zu machen.
    Da kann ich mir nur an den Kopf fassen. Aber wie meine Mutter ganz richtig sagte: Sobald du emotional darauf reagierst, hast du eh verloren. Damit meinte sie meine Reaktion auf ihre Nicht-vorhandene Reaktion zur Farbkleks-Debatte aber auch die Schilderung meiner Reaktion auf die Kalender-Eintüt-Aktion.
    Ich bin noch nicht in der Lage, mein Recht auf Respekt als Mensch UND Frau zu verteidigen, ohne einem sexistischen Arschloch seinen ach so wichtigen Penis abhacken zu wollen. Hoffentlich kommt das irgendwann noch mal,
    Und jetzt lass ichs erstmal gut sein. Hat schon alles nicht in eine Nachricht gepasst.
  • edited März 24
    Kein Problem, @San. In den letzten Wochen ist ohnehin so viel passiert, da übersieht man mal eben etwas. :)

    Allerdings, und ehe man es sich versieht, korrumpiert dieses Gift immer mehr, bis man sogar die eigenen Gefühle in Frage stellt. Und wenn man dann jemand ist, der den Fehler häufiger bei sich selbst entdeckt als bei anderen… Fatale Kombination. Manchmal kommen mir vergangene Situationen in den Sinn und ich denke mir: Eigentlich war das damals gar nicht mein Fehler. Wie kam ich bitte dazu, mir die Schuld zu geben? o.o Es ist, als hätte ich mein inneres System geupdatet – neuester Patch und so -, und mit dem Neustart fallen mir wichtige Details auf und das, was ich in diesen Situationen ehrlich empfunden habe. (Verblüffend, wie sich dein Ex-Freund und mein ex-bester Freund sich ähneln. Frage mich, ob man sie anhand der erforderlichen Kriterien auch als Narzissten diagnostizieren würde.)

    Hach, für manch Mitlesenden ist es bestimmt makaber, solche Überlegungen über den Tod (eines Familienmitglieds) zu lesen. Ich denke auch darüber nach, was ich wohl in der Wohnung meines Vaters vorfinden werde. Ob seine Geschwister sich darum kümmern…? Ich weiß nicht, ob er Freunde hat, die seine Abwesenheit bemerken, oder Kollegen, die sich über unentschuldigtes Fehlen aufregen würden. Oder vielleicht einen Nachbarn, dem der Gestank auffallen würde. Was ist, wenn er in ein Koma fällt? Wer entscheidet dann, was mit ihm passiert? (Mann, ich hoffe, er hält eine Patientenverfügung bereit! >.< Ein paar Jahre dürfte er noch haben. Statistisch gesehen. Die nächste Station wäre eventuell das Altersheim.)

    Same here. Bei einer Therapeutin sollte/wollte ich über meinen Vater sprechen. Ich kam nur bis „Mein Vater-". xD Wenn es einen Moment gab, in dem ich mir wie eine Vollidiotin vorkam – abgesehen von sämtlichen Mathe-Klausuren -, dann war es dieser. Es sind doch bereits Jahre vergangen und trotzdem war da etwas, das ausbrechen musste. (Bewirkt tatsächlich Wunder, wenn man sich selbst erlaubt, Schmerzhaftes auszusprechen und zu empfinden. Mir hat das damals sehr geholfen, auch weil mir gar nicht klar war, wie sehr mich meine Familiensituation belastet bzw. belastet hat.) Zwar kann ich mit meinem Partner sprechen, aber da er in Geborgenheit aufgewachsen ist – ich kann’s nicht anders beschreiben, seine Familie ist von meiner Perspektive aus gesehen eigentlich eine eigene, kleine Welt -, sind Gespräche mit ihm über gewisse Themen kein Vergleich.

    „Neben dem Herabsetzen der Frau in der Gesellschaft gibt es nämlich noch die Gegenbewegung: Den Sockel. Die Frau auf einen Sockel stellen und anbeten. Als den Problemlöser. Als den Heilsbringer. Als die Mutti, die alles richtet, alles erledigt, sich um alles kümmert.“
    This! Die Frau einerseits abwerten und andererseits anbeten, aber sie keinesfalls die gleiche Ebene betreten lassen – und dann behaupten immer noch Leute, Sexismus gäbe es gar nicht und fragen auch noch, ob man denn nicht andere Sorgen hätte. Es ist doch ebenso problematisch, Frauen auf ein Podest zu stellen und ihnen viele positive Eigenschaften zuzuschreiben. Schon allein der Druck -, der mit diesen Lobpreisungen, die nichts anderes als Forderungen sind, einhergeht,- ist unmöglich zu stemmen. (Dein Beispiel mit dem Spiel hat mir übrigens gut gefallen, so geht’s mir nämlich auch! Wenn ich z.B. mit meinem Partner unterwegs bin, schieb‘ ich ihn immer vor. Er ist introvertiert, aber nicht so krass wie ich und ein Smalltalk-Gott. :D)

    Sich loslösen von gesellschaftlichen Konventionen, der kulturellen Programmierung ist und bleibt schwierig. Verirrungen sind da normal, glaube ich. Es wird so lange am Kind rumgezerrt, bis es schon selbst nicht mehr weiß, wie es sich zu verhalten hat und wer es ist. Deswegen werte ich dein Andersseinwollen in deiner Jugendzeit als Schritt in die richtige Richtung. Du hast festgestellt, dass das, was von dir verlangt wird, nicht zu dir passt und entsprechend reagiert, machen viele nämlich nicht. Aber im Ernst, ein Lernprozess ist genau das – in diesem Fall ein Vorgang, der eine Veränderung erst nach und nach mit sich bringt. Ohne jemanden, der das vorlebt – also Coolness und Weiblichkeit in einem – ist das auch heute noch anstrengend. Außerdem hat man in der Pubertät weitere Probleme, die das nicht einfacher gestalten. Ständig kämpfen zu müssen ist ermüdend. ._. Früher war ich der Meinung, als Frau müsse ich Karriere machen, besonders weil ich sonst nur Hausfrau und Mutter wäre (, falls ich mich für 1 Kind entscheide. Ja, 1 Kind, weil mir 2 Kind zu viel sind). Frauenfeindlich war ich vor Jahren ebenfalls, ich weiß nur nicht mehr, wann genau oder wodurch mir ein Lichtlein aufgegangen ist. Nur Hausfrau und Mutter. Wie traurig, dass ich das mal so gesehen habe. :(

    Mir ist offensichtlicher Sexismus früh begegnet, mich hat das schon im Kindergarten wütend gemacht. Ich hab mich – und andere, Erzieher, meine Mutter – gefragt, warum ein Junge aus meiner Gruppe mir ungestraft wehtun kann, während ich mich nicht verteidigen darf. Ihm wurde gesagt, er solle doch bitte keine Mädchen mehr schlagen, woran er sich aber nicht gehalten hat. (Er ist ausschließlich auf Mädchen los.) Ich bin damals draußen auf einen Stuhl gesetzt worden, von dem ich nur aufstehen durfte, wenn ich zur Toilette musste. Hätte ich mich bei ihm entschuldigt, wäre ich frei gewesen. Die Kinder vor mir haben gespielt – auch dieser Junge -, während ich dafür bestraft worden bin, mich gewehrt zu haben. Jungs wären halt Jungs, die müssen miteinander raufen. Wenn man ihnen das verbietet, würde man sie verziehen. Die Erinnerung macht mich auch jetzt noch aggressiv, merke ich. Was hatte ich für eine Angst, in den Kindergarten zu gehen, Mann. (Besagte Erzieherin hieß übrigens Silke. Seitdem kann ich Silkes nicht ausstehen. Sorry an alle Silkes, die das hier lesen.) Das Gute aber war, er hat mich nach meinem Kinder-Roundhouse-Kick endlich in Ruhe gelassen. Später sind wir uns in der Schule wieder begegnet, in der Oberstufe, und er hat sich entschuldigt. Zumindest hat er's versucht. „Heute schlage ich keine Mädchen mehr.“

    „Sobald du emotional darauf reagierst, hast du eh verloren.“ Stimme zu und irgendwie auch nicht. o.o Den letzten Nerv nicht zu verlieren, ist für mich manchmal auch eine Herausforderung. Emotionalität schwächt dummerweise die Argumente, die man vorbringt, obwohl sie dadurch natürlich nicht falsch (oder richtig) werden. Man wird schnell(er) belächelt und nicht ernst genommen. Dabei ist sie meiner Meinung nach ein Beleg dafür, was für ein Schaden das Verhalten mancher, erzwungene Rollenbilder und Vorstellungen, anrichten können. Denn die Wut ist ja nicht völlig aus der Luft gegriffen, sie hat eine Ursache, die man angehen muss. Stelle einfach mal die Theorie in den Raum, dass Menschen, die emotionale Reaktionen als Übertreibungen abtun, schlecht nachempfinden können, womit sich das Gegenüber gerade rumplagt.
    „Der eine Kollege hat noch Wochen später immer wenn er mit mir sprach Dinge gesagt wie „ach aber das darf ich nicht sagen, das ist bestimmt wieder sexistisch“, vollkommen egal, ob es sich dabei um etwas Sexistisches oder nicht Sexistisches handelte.“ Da juckt’s mir auch in den Fingern. Furchtbar, dass du dich mit solchen Weichbirnen rumplagen musst. Habe gerade dazu gelesen, dass Passiv-Aggressive andere mit ihrem Verhalten und Äußerungen bestrafen, sie fühlen sich dann überlegen und wollen auf keinen Fall verlieren. Man soll sich nicht provozieren lassen, nicht auf die versteckte Wut eingehen, indem man selbst wütend reagiert. Ich versuch das auch mal zu beherzigen, täte mir bestimmt gut.^^ Weiß jetzt schon, wie das nachher wird - ich will einschlafen, aber mein Hirn geht alle Aufeinandertreffen, die unglücklich verlaufen sind, durch und sortiert, welcher Satz passiv-aggressiv war. xD

    Den Comic hab ich gleich mal an ein paar Bekannte und Freunde versendet. Dafür hatte ich auch lange keine Erklärung, keinen Namen, warum es in meiner Beziehung in kleinen, kurzen Momenten so gekriselt hat, und der Comic zeigt das ganz gut.

    Pinterest nutze ich übrigens auch, finde immer wieder etwas Inspirierendes. :)

    Nicht-aggressive Grüße, V.
  • Hiho @Iconoclast,
    ich hab das auch mal so ähnlich beschrieben. Dabei habe ich aber vorrangig meinen Ex als Computervirus beschrieben, der sich so in das System geschrieben hatte, dass es ohne ihn keinen Bestand mehr hatte. Das Systemupdate nach dem Deinstallieren war ein langwieriger Prozess.
    Gute Frage, ob man die als Narzissten diagnostizieren könnte. Ich weiß definitiv, irgendwas is bei dem kaputt und zwar auf ne Art und Weise, wie auch andere Menschen das haben. Das is vermutlich ne Mischform aus mehreren Diagnosen und niemand wird es jemals genau herausfinden, ganz besonders ich nicht.

    Ja, das könnte morbide für Andere klingen. Ich glaub, ich hab aus Selbstschutz ne zeitlang solche Sachen bei der Arbeit gesagt und erst durch den Kommentar einer Kollegin gemerkt, wie das rüberkommt. Seitdem halte ich mich da natürlich zurück. Ich glaub für mich war es eine Art "beweisen, dass es mir egal ist", aber für Andere muss es sehr verstörend klingen, wenn jemand so über den eigenen Vater spricht. Und bewiesen hat es natürlich einen Scheißdreck. Es ist mir alles andere als egal und ich könnt vermutlich noch 20 Therapien machen und würde jedes Mal die komplette Stunde durchheulen. So bin ich halt, das wird sich nie ändern. Wo andere Leute nah am Wasser gebaut sind, steht mein Haus auf Stelzen IM Wasser.
    Ich hatte meiner Schwester das mit den Zeiten, wie lange wir maximal brauchen dürfen, um ihn zu finden, mal vorsichtig stecken wollen. Sie sagte recht trocken, da soll sich die Polizei drum kümmern. Einerseits hat sie da natürlich Recht- andererseits schafft sie es noch mal, mit einer Herzlosigkeit darüber nachzudenken, die ich nicht besitze.
    Altersheim wird für meinen Vater nicht passieren, da er sich niemals etwas sagen lassen wollen wird. Deshalb weiß ich ja schon, seit ich ein kleines Kind bin, dass ihn mal irgendjemand tot auf dem Sofa oder am Fuße der Kellertreppe finden wird.

    (By the way: Hier fellow Mathe-Trottel. Ich muss beim D&D meine Freunde meine Würfel zusammenzählen lassen, weil ich Probleme mit einfacher Addition habe. Besonders ungerade Zahlen machen mir Probleme. Natürlich muss ich deshalb sehr oft +5 oder +7 rechnen -_- Damit komm ich am allerwenigsten klar. Es ist peinlich, aber es ist wie es ist.)

    Ich muss tatsächlich zugeben, ich hab dieses "Heulen hilft" nie verstanden. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich wirklich ne Wahl habe, oder Mitspracherecht mit meinem Körper oder meinen Gefühlen. Wenn ich heule, dann weil ich nichts dagegen machen kann. Nicht, weil ich mich dazu entschlossen habe, meinen Gefühlen auf gesunde Weise den Lauf zu lassen. Und nach dem Heulen fühl ich mich auch nicht befreit, frei und leicht. Ich hab dann eher puffy eyes, Kopfschmerzen, bin einer Problemlösung kein Stück näher und gefühlt sind all die Tränen unter mein Haus auf Stelzen gelaufen und sorgen nur dafür, dass das Land NOCH weiter von meiner Haustür entfernt ist. Und ich hatte vermutlich nich eine einzige Therapiestunde, in der ich nich wie n Schloßhund geheult hab. Ein Teil von mir findet verachtenswert, wie egofixiert das is. Oh ich armes Hascherl, tu mir selber schrecklich leid, heul, heul.

    Tatsächlich hat sich mein Bild von Hausfrau und Mutter auch erst in den letzten Jahren langsam gewandelt. So modern und angeblich feministisch ich mich fühlte, das klang alles nach 2. Wahl. Ich wollt zwar auch nie ne Karriere, aber Hausfrau und Mutter wollt ich auch nie sein. Will ich tatsächlich immer noch nich, aber ich hab einen neuen Grund dafür: "unbezahlte Fürsorgearbeit". Ich will keine Kinder und ich will auch nich den ganzen Tag zuhause rumsitzen. Das hat sich nicht geändert. Aber ich weiß nicht, ob ich den "neuen" Grund immer schon hatte und es nur nich ausdrücken konnte oder ob.. nein ich vermute, ich wusste nichts davon und hab es erst die letzten Jahre bei befreundeten und verwandten Müttern und in meiner eigenen Rolle als Ersatz-Mutter für meinen damaligen Freund erkannt. Ich will nich für Andere denken und denen ihren Arsch hinterhertragen müssen. In meiner Freizeit. Ohne Entlohnung. Und "wenn es denn dann einmal lächelt" ist für mich keine gültige Entlohnung. Ja, vielleicht müsste man Mütter einfach mal für das entlohnen, was sie täglich tun. Vielleicht müsste man Hausfrauen bezahlen, so wie man ja auch seine Putzfrau bezahlen würde, die noch deutlich weniger als "nur die Haufrau" macht, dafür dann aber Geld bekommt.
    Aber hier greifen wir ziemlich schnell in Themen des bedingungslosen Grundeinkommens und wichtige Jobs, die in dieser Krise als solche erst erkannt werden, ein.
    Führt vermutlich zu weit.

    Deine Story aus dem Kindergarten macht mich auch grad extrem stinkig. Dieser scheiß Doppelstandard "boys will be boys" aber die Mädchen sollen bitte mehr lächeln. Bin im Internet ziemlich viel in amerikanisierter Kultur unterwegs und krieg davon ziemlich viel mit, da ist es noch deutlich schlimmer als alles, was mir hier in Deutschland persönlich widerfahren ist (ich versuche immer zwischen der Wut, die sich übers Hörensagen und der Wut, die durch wir tatsächlich Widerfahrenes, aufbaut, zu unterscheiden)

    Und, warste selber passiv agressiv? Ich versuch auch, diesbezüglich ehrlicher zu werden. Ich hab lang gebraucht, einige meiner typischen Verhaltensweisen nich als "typisch San" sondern eher als "typisch Deutsch" zu erkennen, dazu gehört glaub ich passive Agressivität und generell nich das Maul aufmachen sondern eher hintenrum sich zu beschweren. Meine Mutter hat das immer mit uns Kindern gemacht und ich merke auch, wie ich das mit Leuten mache. Ich versuche, ehrlicher, frontaler und aufrichtiger mit einer Prise Selbstzweifel und -reflektion zu sein, aber es gelingt natürlich nicht immer.
    (Und wieder Disclaimer, natürlich sind nich alle Deutschen oder andere Nationalitäten übern Haufen zu scheren aber Vorurteile gibt's ja nich umsonst, da is schon oft ma was Wahres dran)

    Uhuu, sollen wir uns auf Pinterest vernetzen in Zeiten der Krise und sozialem Distanzieren? Komplett ohre Viren aber ich kann nich versprechen, dass es von meinen Pins keinen Augen- oder Gehirnkrebs gibt!
  • Huhu @San,
    ich verstehe, was du meinst – dass dich Gefühle überrollen und dein Körper darauf reagiert, indem er losheult. Und ich empfinde das auch als Gewaltakt, weil der Körper sich über deinen Willen hinwegsetzt. Fühle mich dann hilflos, ohne Möglichkeit, das aufhalten zu können. (Und ja, die geschwollenen Augen nerven echt, auch weil man das dann noch eine Weile sieht. -.-)

    Weinen hilft mir trotzdem bei akutem Schmerz. Nach dem Ausbruch kann ich mich mit meiner Antwort beschäftigen, denn wenn ich noch zu traurig und aufgewühlt bin, kann ich mir nicht helfen.
    Mir fehlt der Panzer, die dicke Haut, von der immer alle sagen, dass man sich das zulegen soll. An mir prallt das nicht ab, weshalb ich zubeiße, sobald ich gestresst und wütend bin. Das mag ich an mir selbst nicht, eigentlich finde ich das sogar widerlich und hab mich entschieden, mich zurückzuziehen. Damit ich mich sammeln und einen prima Satz formulieren kann, der ausdrückt, wie es mir geht und was mich so wütend gemacht hat. Den Rückzug hat man mir auch schon als Schweigen und feiges Verhalten an den Kopf geworfen, obwohl ich das gar nicht als Strafe meine, und es ist auch kein passiv-aggressives Verhalten. Im Eifer des Gefechts bin ich einfach keine angenehme Gesellschaft, vor allem dann nicht, wenn das Thema/Verhalten mich triggered oder mir sehr nahe geht und man mir keine Zeit gewährt, mich zu beruhigen.
    Viel besser und weniger aufgezwungen finde ich aber das Beobachten der eigenen Empfindungen, woher sie kommen, wie lange sie da sind, ob sie sich verändern, schwächer werden oder erstarken, und wenn ja, wann. Dafür brauch ich aber 'nen kühlen Kopf, sonst kann ich nicht analysieren. Zudem ist es schwierig, aus Verhaltensmustern auszubrechen, die man von klein auf gelernt hat, weil du das Verhalten deiner Mutter ansprichst. Meine war auch so, hat uns mit Schweigen gestraft oder immer mal wieder kleine Sticheleien losgelassen. Das sind halt schlechte Voraussetzungen, mit denen man startet. Unsere Mütter sind in der Hinsicht tolle Beispiele dafür, wie man's nicht macht.

    Mit meiner Schwester kann ich darüber nicht sprechen, ob es sich um Erlebnisse aus der Kindheit oder andere tiefer sitzende Probleme handelt, sie mauert endlos, und so reden wir auch nicht über unseren Vater. Irgendwann erhalten wir vermutlich ein Schreiben, indem wir aufgefordert werden, die Kosten für die Beerdigung zu übernehmen, von allem anderen bekommen wir wahrscheinlich nichts mit. :/

    Ach, vor zwei Jahren oder so hätte ich den Gedanken an Kinder in Verbindung mit mir lächerlich gefunden. Also wirklich lachhaft, ich hab‘ mich nicht als Mutter gesehen. Nicht, dass ich keine mütterlichen Gefühle entwickeln könnte oder keine hätte, das ist wieder etwas anderes. Überhaupt hatte ich nie eine Vision von mir, in der ich mich mit Familie gesehen hab, nicht mal mit Partner. o.o Dass sich ein kleiner Kinderwunsch eingeschlichen hat, ist relativ neu. Dem ich mich vielleicht auch widersetze, wer weiß. (Meine ß-Taste klemmt ständig, argh!)

    Kostenlose Fürsorgearbeit ist eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt. (Das sehen wir jetzt wieder ganz deutlich, stimmt. Und wenn dann die Corona-Pandemie rum ist, wird das dann immer noch thematisiert? Stellt man mir bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld oder die Anerkennung der Gesellschaft mit ihren applaudierfreudigen Händen in Aussicht, hätte ich schnell gewählt. Aber du hast Recht, das würde den Rahmen sprengen, wie auch das Grundeinkommen und andere systemrelevante Jobs.)
    Die Arbeit, die Hausfrauen erledigen, ist nun mal keine Selbstverständlichkeit, und Mütter kümmern sich immer noch mehr um den Nachwuchs als Väter das tun.
    Elternzeit für Väter ist leider auch heute ein heikles Thema, je kleiner und ich sag mal, traditioneller ein Betrieb ist, desto eher weniger gut kommt der Wunsch des Arbeitnehmers an, auch mal Vollzeitpapa sein zu wollen, heißt es. ._. Vermutlich wird es viel Zeit brauchen, bis man dagegen etwas unternimmt oder sich die Betroffenen wehren. (Für Selbstständige ist das ja auch so ne Sache, werdende Mütter sind da klar im Nachteil. Das ist dann etwas, auf das ich mich freuen darf. Noch so ein Grund, warum ich mich doch noch gegen 1 Kind entscheiden könnte.)
    „Ohne Entlohnung. Und 'wenn es denn dann einmal lächelt' ist für mich keine gültige Entlohnung.“ Ist’s für mich auch nicht. :(
    Mein Kind käme übrigens nicht in den Kindergarten, hab null Vertrauen. Das beschriebene Erlebnis in meiner vorigen Nachricht hat mich noch lange beschäftigt, begleitet und entsprechend Spuren hinterlassen.

    "(By the way: Hier fellow Mathe-Trottel. Ich muss beim D&D meine Freunde meine Würfel zusammenzählen lassen, weil ich Probleme mit einfacher Addition habe. Besonders ungerade Zahlen machen mir Probleme. Natürlich muss ich deshalb sehr oft +5 oder +7 rechnen -_- Damit komm ich am allerwenigsten klar. Es ist peinlich, aber es ist wie es ist.)" Ich fühle mit dir, auch weil ich das selbst von mir kenne, mein Hirn macht einfach dicht. ._. Find's aber echt gut, dass deine Freunde das dann für dich übernehmen.

    Ich kann das auch nicht versprechen. Hoffentlich willst du dir dann nicht die Augen auskratzen, wenn du meine gemerkten Pins siehst. xD

    Garantielose Grüße, V.
  • @Iconoclast Das mit dem Panzer, der dicken Haut geht mir auch so. Du hast vermutlich auch oft schon gehört, du sollst "einfach nich so empfindlich sein", oder? Damals hat das offene Türen bei mir eingerannt und ich hab mich noch beschissener gefühlt. Heute macht mich der Spruch so wütend, dass ich jedem, der ihn noch bringen würde, den Kopf abreissen könnte (natürlich erst, wenn ich aus meinen Emotionen wieder raus bin, denn wie du das auch kennst, es lähmt für den Moment und macht komplett hilflos)
    Dummerweise hab ich das Gefühl, das Universum wirft einem Tests und Aufgaben nur so oft und lange hin, wie es weiß, dass wir sie nicht bewältigen können.
    Mich hat seit Ewigkeiten niemand mehr dazu aufgefordert, "einfach nicht so empfindlich zu sein" und ich vermute, es liegt daran, dass ich inzwischen eine Antwort darauf kenne.

    Aber ja, die Hilflosigkeit des emotionalen Moments kenn ich auch. Ich sehe das auch als großen Negativpunkt meines Wesens an, in solchen Momenten einfach nicht funktionieren zu können. Oft kommt ja die berüchtigte gute Antwort erst Tage später unter der Dusche, wo man zum x-ten mal auf aufwühlende Weise und seit Tagen den Dialog durchspielt, der einen so verletzt hat.
    Ich denke dann oft, die Person, mit der das passiert ist, hat das längst vergessen, während ich den Schmerz einfach viel zu lange mit mir herumtrage, weil ich ihn nicht bearbeitet bekomme.
    Oft merke ich auch viel zu spät erst, dass da überhaupt Schmerz ist! Das passiert leider auch erst nach der Situation, in der ich total ruhig bin und erst danach merke ich, dass ich mich mega angegriffen und beleidigt fühle aber für die andere Person kam es halt so rüber, als wär alles okay. Ich vergleiche das gerne mal mit dem Moment, in dem man sich mit nem Messer in den Finger schneidet. Da ist erstmal der optische Schock, der Schnitt ist auch sichtbar, aber es braucht eine Sekunde, bis das Blut aus dem Schnitt quillt. Vermutlich ist es wirklich nur eine Sekunde, aber unser Kopf weiß genau, worauf er starrt, wenn es gerade gesehen hat, wie scharfes Metall durch unser Fleisch gezogen wurde. Und aus der Sekunde wird eine halbe Ewigkeit, bis schließlich winzige kleine rote Punkte sichtbar werden, die sofort zu einer kleinen Flut anschwellen. Und dann kommt auch der Schmerz.
    So ähnlich ist das oft für mich in für mich schmerzhaften Gesprächen oder Dialogen.
    Umso schwerer fällt es mir, nachdem ich den Schmerz überhaupt erst verspätet wahrgenommen, dann meine Wunden geleckt und zu heilen begonnen habe, nachdem ich aus dem Schlimmsten raus bin, das bei einer Person anzusprechen, die glaubt, alles sei in Ordnung.
    An dieser Stelle wird aus dem Gefühl der Hilflosigkeit oft ein Teufelskreis.

    Ah ja, ich hab tatsächlich über Beerdigung oder sowas noch gar nicht nachgedacht. Als mein Vater noch relativ hm.. offen (?) war, hatte er mal was von Patientenverfügung gesagt, die er erstellen will und ich glaub wir hätten das dann auch unterschreiben sollen oder so? Ich muss aber sagen, diesbezüglich kenne ich meinen Vater, ich weiß genau er hat es nicht geschafft, sich darum zu kümmern als er noch fit war und er wird es jetzt garantiert nicht mehr tun. Sogar mein Ex-Stiefvater hat eine Patientenverfügung, in der wir beide eingetragen sind, weil wir das nächste an Kindern sind, was er hat. Und mein Ex-Stiefvater is noch um einiges jünger als mein Vater.
    Ich bin eigentlich froh, dass ich mit meiner Schwester einigermaßen darüber reden kann, aber wir sind da auch nich so hammer emotional drüber. Sie ist sehr verhärtet unseren Eltern gegenüber und erinnert sich auch an üblen Shit, von dem ich nie was mitbekommen hab. Mein coping mechanismus war damals immer Hans-kuck-in-die-Luft und in Wolkenschlössern wohnen. Meine Sicht auf meine Eltern mag deshalb vielleicht sogar noch relativ positiv verklärt sein. Andererseits könnte man meine Schwester vielleicht auch einfach als nachtragend bezeichnen und vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.
    Sie meinte nur, dass sie sicher ist, sein Haus nach seinem Ableben irgendwie verkauft zu bekommen, was ich beruhigend finde. Ich war davon ausgegangen, nach seinem Tod erstmal Schulden zu erben.

    Ich glaub, wenn ich plötzlich einen Kinderwunsch entwickeln würde, so klein er auch sei, würde mich das auch sehr misstrauisch machen. Vor allem, wenn ich mich nie als Mutter gesehen hätte. Ich mein, ich selber warte irgendwie misstrauisch schon mein ganzes Leben darauf, dass dieses Leben, diese Ziele, die man haben sollte... Ehemann, 1,5 Kinder, Haus mit weißem Gartenzaun am Stadtrand, Hund... dass der Wunsch nach diesen Dingen sich einstellt. Ich warte nich sehnsüchtig drauf, aber ich nehm mich halt immer noch nicht als das Maß aller Dinge. Ich nehm mich nich mal als das Maß MEINER Dinge, obwohl das dämlich is, aber wenn dir 30 Jahre lang eingeredet wird, dass du und deine Ideen bisschen blöd sind, dann is das schwer, einfach von einen aufn anderen Tag zu sagen "nö, ich und meine Ideen sind awesome"
    Also glaub ich Dinge, die die ganze Welt behauptet weil wer bin ich, als Einzelner zu widersprechen. Ganz nach dem Spruch "wenn alle Menschen scheiße sind, bist du derjenige, der scheiße ist".
    Aber der Wunsch, diese Sachen tatsächlich haben zu wollen... der kam halt nie. Kinderwunsch kommt immer mal wieder wie ich gerne Haustieren hätte. Bei Haustieren is der Wunsch sogar größer, weil ich die wenigstens niedlich finde und sie für ein Wochenende auch mal zur Pflege abgeben könnte und (ich weiß, zynisch und eine Arschloch-Aussage) weil die irgendwann sterben und ich dann wieder einen Moment des Verschnaufens habe, an dem ich neu entscheiden kann, ob ich diese Verantwortung noch mal auf mich nehmen kann und will. Bei Kindern kann man das halt nicht erneut evaluieren.
    Aber falls jetzt jemand total empört von dieser Aussage ist, dem will ich versichern, dass ich mir weder Kinder, noch Haustiere anschaffen werde.
    Niemand wird unter mir leiden.
    Zumindest niemand, der mir ausgesetzt ist. Falls mich jemand vollkommen unerträglich findet, ist diese Person in der Regel erwachsen oder auf keine Weise an mich gebunden und kann einfach weggehen.

    Ich glaube um ehrlich zu sein nicht mehr daran, dass Corona diese Chance bieten wird. Ich glaube, dass der Mensch in gewisser Weise funktioniert und dass er wie ein Gummiband in diese Weise zurückschnalzen wird, wenn das hier alles rum ist.
    Was ich aber hoffe, ist, dass wir einen Prozess anregen können. Dass jetzt langsam Stellschrauben in gelangweilten Köpfen zu Drehen anfangen, die für ein Umdenken in vielleicht schon 1 oder 2 Generationen sorgen.
    Das vergleiche ich grad mal damit, wenn ich ma wieder besessen mit irgendso nem Esoterik-Firlefanz oder ner Achtsamkeitsmethode oder was nich fürm Scheiß bin. Dann mach ich das ne Weile, aber ich behalte es nich bei und rutsche in mein fehlerhaftes, imperfektes San-Sein zurück. Nach einer Weile stell ich aber oft fest, dass sich Gedankenmuster oder Gewohnheiten tatsächlich in diese dann doch nich verfolgte Richtung verschoben haben. Man muss ja auch immer damit rechnen, dass wir Menschen schon in ner bestimmten "Form" sind, die wir nich einfach so ändern können. Nen Kreis-Bauklotz durch n Viereck zu stopfen funktioniert vielleicht momentan, solange wie die Vierecke blockiert sind. Aber sobald die Viereck-Löcher wieder benutzbar sind, werden sie auch wieder benutzt. Vielleicht umso vehementer. Bleibt zu hoffen, dass bei einigen Vierecken durch die Benutzung des Kreises ein paar Ecken rungescheuert wurden.

    (All Hail the mighty Kreis!!! Vorurteile gegenüber Vierecken! Fuck Vierecke!)

    Die Arbeit, die Haufrauen und Mütter erledigen, SOLLTE keine Selbstverständlichkeit sein. Ich fürchte aber, selbst bei Männern, die keine chauvinistischen Arschlöcher sind sondern liebevolle, relativ mitdenkende Typen... ist es dennoch oft immer noch selbstverständlich. Nicht aus bösem Willen, sondern weil Männer oft noch nicht gewohnt sind, die mentale Load, von der der verlinkte Comic sprach, mitzutragen.
    Und hier denk ich auch, beißt sich die Katze ein bisschen in den Schwanz, weil... ich glaube, Männer und Frauen ticken einfach anders? Ich bin da für mich noch zu keiner Lösung gekommen. Ich würd vermten, Frauen haben einfach an "den Nestbau" oft höhere Ansprüche und manchmal ist es auch einfach so, dass Frauen dann mal etwas nicht entscheiden wollen, aber dennoch eine Meinung zu etwas haben, ihren Typen fragen was er meint und der kann es nur verkacken, wenn sie nicht ihre eigene Meinung in tieferer Stimme von ihm hört, aber mein letzter Stand ist, dass Männer immer noch nicht gelernt haben, Gedanken zu lesen.
    Es ist die Mischung aus gesteigerter Eigeninitiative bei IHM und gesenktem Anspruch bei IHR, die es vermutlich braucht.

    Grad wenn du auch nicht vorhättest, dein Kind in den Kindergarten zu schicken (was ich anhand deiner Erlebnisse total verstehe), kommst du halt nich umhin, es irgendwann zur Schule schicken zu müssen. Spätestens da verkacken es die anderen wieder, weil die Penner ausm Kindergarten gibts leider in Schulen Zuhauf (meine Halsschlagader pocht, wenn ich an die Lehrerin ausm Englisch-LK denke. Hab die neulich stalken wollen, aber sie unterrichtet nicht mehr an meiner Schule. Ich hätte tatsächlich gerne einen offenen Brief an das gesamter Lehrerkollegium geschrieben und sie namentlich als Beispiel genannt, wie man es richtig falsch macht.)

  • uund nächster post... das waren schon wieder zu viele Zeichen *augenroll*
    Aber da kommt halt auch wieder die Unterstützung der Frau als "Oberhaupt des Apparates Kleinfamilie" ins Spiel. Oder eher die nicht vorhandene. Damit dein Kind den Kindergarten skippen kann, brauchst du das Geld, um Zuhause zu bleiben. Nagel mich nich auf die Aussage fest, ich bin keine Mutter. Aber nach allem, was ich von Müttern gehört hab, ist die Unterstützung, die man von außen als Mutter erfährt, eher mau. Teilzeiten werden eher belächelt, wenn man mal früher heim muss, weil Kindergarten oder Vorschule früher zumachen, wird man von Kollegen und Chefs angepampt, man wird bei Entscheidungen außen vor gelassen, benachteiligt, unterschätzt, und vom Staat gibts auch nur unzureichend Gelder und soziale Unterstützung. Und wenn du nen harten Tag hattest und dein Kind hungrig, müde und quengelig is und du es the fuck noch mal nich ruhig gestellt bekommst, glotzen dich Arschlöcher wie ich in der Bahn mit glutroten, hasserfüllten Blicken an und wechseln den Waggon.
    Ich bin der Meinung, als Mutter läd man sich freiwillig so viel Scheiße auf (von Schwangerschaft und Geburt will ich noch nich mal anfangen aber dazu könnt ich auch Romane schreiben), da sollte die Welt eigentlich n bisschen was an Dankbarkeit für das Fortbestehen unserer Rasse zeigen (dem ICH ganz sicherlich nichts beitragen werde!). Aber nein, Mütter kriegen irgendwie von allen Ecken einen drauf.
    Okay, ich sollt jetz mal langsam die Klappe halten. Ich stell mir das immer n bisschen fies vor, wenn ne Frau sich mein Gelaber über den Horror der Mutterschaft anhören muss, die aber in sich diesen kleinen Funken Kinderwunsch trägt. :X isch bin sch-till jetzt.


    @all sollen wir die diskussion eigentlich irgendwie in PNs übertragen oder interessiert das gequatsche hier irgendwen? ^^

    peinliche grüße
    san
  • @San

    Auf Deine Frage mit den PNs bezogen

    also ich lese interessiert mit ;)

    Es ist Iconoclast ihr Vorstellungsthread. Solange es sie nicht stört..

    diskutiert hier ruhig weiter :)

  • edited April 7
    @San

    Also ich lese die langen Texte hier nicht mit, also braucht von mir aus auch nichts in PNs übertragen werden.

    Ansonsten schließe ich mich enjoythesilence an, wenn es Iconoclast nicht stört, diskutiert hier bis die Schwarte kracht ;-)
  • @enjoythesilence & @Friends_wanted
    Ich hab mich auch schon gefragt, ob sich jemand an unseren ellenlangen Texten stört, wir singen hier gerade schon ein Duett. Was nicht so sein muss, hier wird selbstverständlich niemandem die über die Tastatur fliegenden Finger verboten. :D Wer sich einbringen will, ist gern gelesen!
    Aber jetzt bin ich beruhigt. :)

    Morgendliche Grüße, V.
  • Aloha @San,
    ja, ich bin auch schon Drama Queen genannt worden von jemandem, der mit Gefühlen anderer wenig anfangen kann und vorschnell sein Urteil fällt. Dabei versuche ich mich von Dramen fernzuhalten, so gut es mir möglich ist. Es ist so verdammt anstrengend und stressig, und ich hab die Kapazitäten – falls man das so ausdrücken kann und man mich versteht - dafür nicht, mich auf jeden Bullshit einzulassen. Bekloppt ist auch der Vorwurf „Du bist emotional zu involviert.“ in Kombination mit „Wieso bist du nur so gefühlskalt?“. Äh, was jetzt? o.o Wenn ich genug Abstand halte, untersuche ich das nüchtern, um herauszufinden, wieso, weshalb, warum. Ich kann das nicht immer, aber wenn, dann bringt mich das vorwärts. Trotzdem ist rational für die Leute gefühlskalt. Mh, will das nicht pauschalisieren, das sehen bestimmt auch manche wieder anders, vielleicht sogar wie ich.

    „Mich hat seit Ewigkeiten niemand mehr dazu aufgefordert, ‚einfach nicht so empfindlich zu sein‘ und ich vermute, es liegt daran, dass ich inzwischen eine Antwort darauf kenne.“ Das kann natürlich sein. Ich warte manchmal auch darauf, dass mir jemand in einer bestimmten Situation, nach meiner Reaktion, Übertreibung vorwirft. Aber möglicherweise spüren sie unser Lauern auch und hüten sich, in das Wespennest zu stechen. :D
    Dein Messervergleich passt sehr gut - bis man den Schmerz realisiert, sind oft Minuten, Stunden, Tage (oder sogar Wochen und Monate bei mir im krassesten Fall) vergangen. Gedanken, die mich für eine Weile beschäftigen, haben einen Grund, warum sie sich so lange in meiner inneren Welt halten, das weiß ich heute. Früher nicht, und ich hab mich selbst schon als Übertreiberin gesehen. Das wird irgendwann zum Eierschalentanz, den man auf keinen Fall zulassen darf. (Passt nur bedingt: Frauen neigen dazu, sich häufiger zu entschuldigen als Männer. Ich denke, dass das mit dem eigenen Verbiegen und Verstecken, was ich mit Eierschalentanz meine, zusammenhängt, nicht zu viel zu fühlen bzw. nicht zu viel Gefühl zu zeigen oder zu emotional reagieren. Frauen, die im von Männern dominierten Arbeitsumfeld tätig sind, kommen oft leichter zurecht, wenn sie ihren Kleidungsstil, den Haarschnitt und ihr Verhalten angleichen. Mich macht die Vorstellung wütend, wenn sich jemand anders geben muss als er ist, um akzeptiert zu werden.) So manche Erwiderung lässt darauf schließen, meine Glaubwürdigkeit wäre durch das verspätete Ansprechen verringert. Jedenfalls habe ich den Eindruck. Ist das auch deiner?

    Meine Schwester ist die jüngere, sie erinnert sich auch nicht an alles oder anders, was oder wie’s mir im Gedächtnis geblieben ist. Während sie mehr unter der Trennung und Scheidung unserer Eltern gelitten hat, war ich heilfroh und erleichtert. Der Schlussstrich war echt dringend nötig. (Die Scheidung hat sich fünf Jahre hingezogen. Weiß gar nicht, wieso das so lange gedauert hat. Ob das üblich ist? Muss das mal googlen.) Ihre Art, damit umzugehen, mit allem, was damals passiert ist, war den Sand in den Kopf zu stecken, während ich keine andere Möglichkeit gesehen habe, als mich da mitreinziehen zu lassen. Als Kind weiß man es nicht besser. Oder man ahnt es zumindest, aber kann das dann nicht umsetzen. Sehe da Ähnlichkeit zu dir und deiner Schwester, man könnte mich auch als verhärtet bezeichnen. Und nachtragend.
    Unsere Familienverhältnisse sind schwierig – oder, um genauer zu sein, gar nicht erst vorhanden -, da alle zerstritten sind. Was übrigens einer der Hauptgründe ist, warum ich mit diesem kleinen und für mich auch echt befremdlichen Kinderwunsch warte, wenn wir mal nicht an die Schmerzen vor und während der Geburt denken, die gesellschaftliche Haltung zur Mutterschaft und die finanzielle Problematik. Ist das nur so eine Hormongeschichte? Muss ich da wirklich durch? Verschwindet der Wunsch wieder?
    Ich hab Angst, dass ich die gleichen Fehler mach wie meine Eltern, dass ich den Teufelskreis nicht durchbrechen kann, der sich in frühere Generationen eingebrannt hat. Dass sich die Fehler in mich eingebrannt haben, zu tief, und an mein Kind weitergebe, was das Letzte ist, was ich will.

    Bin mir fast zu 100% sicher, sehr viele Eltern, die hier mitlesen würden, könnten dich verstehen: Sie würden ihr Kind oder ihre Kinder gern auch mal für ein Wochenende abgeben. (Während mancher Phase auch eine Woche. Monate? Jahre… xD) Und ich glaube, viele machen das sogar, man denke an die Großeltern. (Was nicht heißt, dass die Gedanken dann nicht automatisch zum Kind wandern und man total sorgenfrei ist. Das wird man nie mehr los.) Trotzdem gibt man ein richtig ordentliches Stück Freiheit auf, ob mit Kind oder Haustier, man muss auf Abruf bereit sein und will eigentlich auch gar nichts verpassen. :/ Aber wie wir beide bereits erwähnt haben, gibt es noch eine Reihe an weiterer Opfer, die man als (werdende/r) Mutter/Vater bringen muss. Zeit, Leben, Lebensqualität, Wünsche und Ziele… Abzüglich der nicht existenten Hilfe von überall.
    „Und wenn du nen harten Tag hattest und dein Kind hungrig, müde und quengelig is und du es the fuck noch mal nich ruhig gestellt bekommst, glotzen dich Arschlöcher wie ich in der Bahn mit glutroten, hasserfüllten Blicken an und wechseln den Waggon.“ Kann mir die Blicke gerade gut vorstellen und hab auch schon selbst Laser aus meinen Augen geschossen. xD So guck ich meistens Leute an, die laut Musik hören in der Bahn. (Als gäbe es keine Kopfhörer. -.-) Nein, das Muttersein klingt nicht verlockend.
    Kitas/Kindergärten schaffen schon Freiraum, und mir ist klar, nicht in allen Erziehern steckt 'ne Dolores Umbridge. Ich bilde mir ein, dass ich einfach zu viel Pech hatte. Auch in der Schule gab es die ein oder andere Lehrkraft, der ich ganz bestimmt nichts Gutes wünsche. Mein Problem mit Autoritätspersonen - mag das Wort schon nicht - kommt nicht von ungefähr. :D

    „Okay, ich sollt jetz mal langsam die Klappe halten. Ich stell mir das immer n bisschen fies vor, wenn ne Frau sich mein Gelaber über den Horror der Mutterschaft anhören muss, die aber in sich diesen kleinen Funken Kinderwunsch trägt. :X“
    Mir ist das viel, viel lieber als Aussagen wie: „Ach komm, so schlimm wird das schon nicht werden. Die Schmerzen vor und während der Geburt sind gar nicht so unerträglich, wie alle immer sagen. Wird schon.“
    Erschreckend finde ich gewisse Berichte über Krankenhausgeburten - es gibt tatsächlich medizinisches Personal, das sich über die Wünsche der Gebärenden hinwegsetzt und ihr eigenes Ding macht. So wird dann die Geburt zum traumatischen Erlebnis im schlimmsten Fall. Wie soll man sich da wehren, wenn man gerade ein Kind zur Welt bringt? Ich meine, man presst und ist am Ende seiner Kräfte, hat Schmerzen... Mir läuft’s eiskalt den Rücken runter. >.<

    „Nicht aus bösem Willen, sondern weil Männer oft noch nicht gewohnt sind, die mentale Load, von der der verlinkte Comic sprach, mitzutragen.“ Denke ebenfalls nicht, dass immer Absicht dahintersteckt. Mein Freund ist – als er noch nicht ins Home-Office gesteckt wurde – von Kollegen belächelt worden, weil er einkauft und nicht ich. Für viele ist das unüblich, und das wird gleichgesetzt mit falsch. Es wird vielleicht auch an Gewohnheit und innerer Weigerung durch Druck von außen liegen, warum das Umdenken nicht einfach und schnell in den Alltag übergeht und zu Routine wird. Denn es gibt keinen logischen Grund, warum ein Mann Haushaltsaufgaben nicht übernehmen könnte. Sein Penis disqualifiziert ihn nicht, sein Heim zu pflegen und den Kühlschrank zu füllen. :D (Wie kann sich das nur so hartnäckig halten in der heutigen Zeit? Uff.)
    Sehe ich auch so, die Eigeninitiative muss gesteigert und der Anspruch gesenkt werden. Hab mich mit meinen höheren Ansprüchen schon ertappt, das macht richtig unzufrieden. :x

    Ich mag Kreise, sie sind zukunftsorientiert. Vierecke sind eben veraltet und so sperrig, zu unflexibel. Der Mensch ist ein sturer Bock. Sind Vierecke zu bequem, wird er sich gegen eine runde Zukunft stellen. (Ich mag Kreise wirklich mehr als Vierecke. Aber dissen würde ich keine Form. xD) Ich wechsle mich da mit Optimismus und Pessimismus ab, weiß also gar nicht, ob ich mich auf die Zeit nach Corona in der Hinsicht freuen soll oder nicht. o.o Wir wissen, dass nichts so bleibt, wie es ist, dass sich alles stetig verändert, und es ein ganz natürlicher Vorgang ist. Das sollte uns schon in Fleisch und Blut übergegangen sein. Fortschritt ohne Veränderung gibt’s nicht. Und zurück sollte man auf keinen Fall wollen. ._. Da wäre mir selbst Stillstand lieber. Kann man den Zustand gerade eigentlich als Stillstand bezeichnen?

    Bewegte Grüße, V.
  • Hi an alle! Bin auch auf der Suche nach Gleichgesinnten und zerschelle dabei meist an meinem Charakter.

    Bin INFJ. Hab meist ein »wrong-planet-Gefühl«, wenn ich anderen Menschen so auf dem Planeten beim »Rumwuseln« zusehe. (Gut, zurzeit weniger.)
    Na ja, dazukommend hab ich Probleme mit Menschen der dunklen Triade (m,w,d), die selbstherrlich auf meinen Gefühlen herumtrampeln.

    Ich schreibe auch gerne, wenn auch nicht so viel. Jedes Jahr eine Geschichte, 50k war das Beste, mehr schaff ich nicht. Jetzt treib ich mich eher in Kurzgeschichten herum.
    Plotte Entwicklungsgeschichten, Märchen, Dramen. Träume vor mich hin.

    Tja, die Hütte im Wald wäre auch ein bevorzugter Ort von mir. An einer Lichtung mit See, bei Sonnenschein taoistische Gedichte lesen. Hach. (*still-drüber-nachdenk*)

    Mein Lieblingsort ist eine Ruine, also in echt.
    Dort würde ich gerne öfter verweilen, aber das Leben kommt mir immer wieder dazwischen.

    *handheb*, falls du noch jemanden brauchst.

    Ich denke nicht, dass wir uns im Stillstand befinden. Nennen wir es einfach Sinneswandel.
  • Huhu @RuinenOase,
    das Gefühl, ein Alien unter Menschen zu sein, hab ich auch. Eigentlich fast durchgehend, wenn ich ehrlich bin. Kann recht unangenehm sein. Die Quarantäne mildert das aber ab, stimmt.
    Die dunkle Triade entzieht eindeutig die Freude am Leben. Hab vor ein paar Tagen einen Test gemacht, wie weit ich narzisstisch, machiavellistisch und psychopathisch ich bin. In geringem Maße machiavellistisch, psychopathisch bin ich nun wirklich nicht und Narzissmus ist das Schlusslicht. Finde es interessant, wie viel davon in jedem von uns steckt. Der Test hätte allerdings ausführlicher sein können.

    Schön, auf jemanden zu treffen, mit dem man Gemeinsamkeiten hat. :) Schreiben ist nicht einfach. Manchmal füllt sich die Seite wie von alleine, manchmal gerät die Kreativität ins Stocken, kein Wort will mehr raus. Dann pausiere ich für ein paar Tage. Kurzgeschichten lese ich ganz gern, hab auch die ein oder andere Sammlung im Regal stehen.
    Selten besuchte Orte sind auf jeden Fall viel besser als überrannte Plätze, nicht nur deshalb sind Wälder und Ruinen verlockend. (Letztes Jahr hab ich mich zum Weihnachtsmarkt gezwungen und war dann zwischen Körpern eingequetscht. >.<)
    Bisher kenne ich nur einen weiteren INFJ, meine Mutter, besser gesagt, weiß ich es nur von einem sicher. Freu mich, noch mehr von dir lesen zu dürfen. Bin neugierig, wo wir uns bezüglich unserer Persönlichkeit überschneiden. Hoffe, das klingt jetzt nicht nach Experiment im Labor und sezierten Fröschen, so ist es nicht gemeint.

    Nach einem Spaziergang bin ich etwas positiver gestimmt, das mach ich ab jetzt häufiger. Dann kommt es mir vielleicht nicht mehr wie ein Stillstand vor.

    Zuversichtliche Grüße, V.
  • Ich hab gestern Abend, gegen 22:15 Uhr tatsächlich eine 20 Jahre verspätete wörtliche Reaktion auf "Sei doch nicht so empfindlich" gefunden, die auch der letzte Volltrottel verstehen könnte (warum hab ich bei dem Satz immer meine Tante im Kopf? meine Tante ist nicht mal ein Volltrottel)
    Als ich im letzten Post meinte, ich hätte eine Antwort auf den Satz, da wäre es noch ein schnippisches "Sei DU doch nich so unempfindlich!" gewesen. Gestern ist es mir wie Schuppen aus den Haaren gefallen, wie gesagt 20 Jahre zu spät (als Antwort auf die von dir genannten Monate...^^) Ich würde heute sagen: "Wenn du mit deinen zarten Kristallgläsern ungehst, bist du doch auch vorsichtig und knallst sie nich einfach wie Humpen auf den Tisch und sagst 'seid doch nich so empfindlich', weil die Gläser nichts an ihrer 'Empfindlichkeit' ändern können. Ich kann das auch nicht. Also sag ich, ich soll was dran ändern."

    Ja, ich glaub ich weiß, was du meinst. Deshalb will ich ja so verspätet auch eher nicht mehr irgendwelche Sachen aufwühlen, die bei der anderen Seite schon lange wieder schlafen. Ich könnt gar nich zählen, wie oft ich anderen zuliebe (oder mir zuliebe?) irgendwelchen Scheiß runtergeschluckt (und dann die Person gemieden ^^) hab.

    Ich denke mal, solange du reflektiert genug bist, die Fehler deiner Familie zu erkennen, kannst du auch immer an den Stellschrauben drehen, sie nicht zu wiederholen. Nur manchmal muss man auch einsehen, dass das vollkommene Gegenteil auch nicht ideal ist. Meine Schwester macht einiges richtig, aber aber ich denke, dass sie innerlich schon immer getrieben war von dem Gedanken "ich mach mir eben meine eigene Familie. Mit Blackjack und Nutten!" und ich denke, sie will es absolut anders machen als unsere Mutter und baut sich damit ihre eigenen Probleme. Ich persönlich bin beim Reflektieren oft zu dem Schluss gekommen, dass ich heute nicht mal wüsste, wie ich Sachen anders händeln sollte als meine Mutter das damals getan hat. Mit einer der Gründe, kein Kind zu kriegen. Aus Erwachsenensicht kommt mir der Kram sinnvoll vor, vielleicht Stockholm Syndrom? Als Kind hat es Teile von mir zerstört.
    Will ich an keinen Menschen weitergeben.

    Ich hab schon mal überlegt, mir billo-Kopfhörer zu kaufen und die der nächsten, rücksichtslosen Person mit einem vielsagenden Blick zu reichen, die nicht gerafft hat, dass diese Dinger existieren..

    Haha, generell medizinischem Personal ausgeliefert zu sein, empfinde ich nicht mehr als die beste Idee, wenn man es vermeiden kann. Ich hab mehrmals im Leben denselben Fehler gemacht. "Oh, meine Eltern sind allwissend und weise." "Oh, meine Lehrer sind allwissend und weise." "Oh, Ärzte sind allwissend und weise." *edna krabbabbel lache" HAH!
    Ich weiß nich, ob's von meinem Ex kam, der im OP arbeitete und Schauermärchen von Geldmache und Pfusch erzählte oder ob das Internet maßgeblich zur Einstellung beigetragten hat "woah, wenn es nich unbedingt lebensnotwendig is, liefer dich denen nich aus. die machen ihre Arbeit natürlich nach bestem Wissen und Gewissen, aber du als Mensch bist denen scheißegal, du bist nur ne Nummer aufm Papier mit ner Diagnose und nem zu befolgenden Schnittmuster. Wenn die sich verschnippeln, verliern die nachts darüber keinen Schlaf, dass es DICH getroffen hat. Du bist dann allerdings verpfuscht und musst für den Rest deines Lebens damit verbringen."
    Ah ich glaub, die Storys meiner Oma haben auch beigetragen.

    " Sein Penis disqualifiziert ihn nicht, sein Heim zu pflegen und den Kühlschrank zu füllen. :D " Haha, geilster Spruch!
    Ich hab grad nen Artikel über die Frauen-Männer-Debatte in Zeiten der Corona-Krise gelesen und dann wie üblich den Fehler gemacht, einige Kommentare zu lesen.
    Ich werd dann immer 40 Jahre älter und kann innerhalb von Sekunden nicht mehr. Wie jemand, der mit dem ersten Schlag K.O. geht, aber eigentlich war der Schlag nich heftig. Ich muss das Thema dann immer aus meinem Kopf verbannen, weil ich nich drauf klar komme.


    @RuinenOase Herzlich willkommen an dich! Doch, ich will bitte Frösche und sezieren und zukucken, was die Ähnlichkeiten sind :D (Ich bin übrigens beeindruckt von jedem, der sich sein Kürzel merken kann. Ich hab den Test schon dutzend Mal gemacht, aber ich hab mir mein Kürzel nie merken können. Okay, hatte aber auch unterschiedliche Ergebnisse manchmal. Also es beginnt schon mal mit I :P)


  • @San @Iconoclast
    I-Alien trifft I-Aliens :)

    Das mit dem Schreiben hab ich erst spät für mich entdeckt, seitdem fräse ich mich durch die Materie. Schreib-Flashs wechseln sich mit »Aus-dem-Fenster-gucken« ab.
    Ich finde, dass man beim Nachdenken über die Figuren viel über Menschen lernt – wie sie ticken, was sie ausmacht und über sich selbst natürlich auch. Und der MBTI-Test ist da ja eine Steilvorlage.
    Tja, was soll ich zu den Fröschen sagen? (Persönliche Überschneidungen unter Laborbedingungen - sprich psychologisches Sezieren)...

    Ich liebe viele Dinge, auch Menschen. Beruflich bin ich in mechanischen und elektrischen Herzensangelegenheiten unterwegs. Mich schockt also nichts, zucke nicht bei Strom, ich schocke eher selber. Soll heißen: mir ist nichts Menschliches fremd.
    Ich merke schon, ich schreibe wieder wirres Zeugs.

    Wo waren wir ... selten besuchte Orte. Lost Places sind definitiv eine tolle Sache. Wenn Stille den Raum füllt. Wenn man mit sich selbst und der vergangenen Zeit näher kommt.

    Und das mit dem Weihnachtsmarkt. Ich hab ähnliches erlebt. Alter Schwede. (Anlass für Unmut.)

    Apropos Gemeinsamkeiten.
    Bis jetzt: INFJ, HSP, PAN-Flagge, ab und zu kommunikationsgestört, Ruhe-suchend, humorvoll, liebevoll, mitfühlend, auch Mitglied im Club der optimistischen Zyniker, menschliche Wärme ausstrahlend.
    Philosophieren, philosophieren, philosophieren ...

    »Ich mag allein sein, aber ohne Nähe kann ich nicht.«
    Guter Satz.
    Ich hab viel Negatives hinter mir gelassen und schaue aktuell nach vorne.

    Meine speziellen Features:
    Nach Telefongesprächen ewig analysieren, ob man das Richtige gesagt hat. In Gesprächen abdriften. Mich andauernd Fragen, wie Pippi Langstrumpf reagiert hätte.
    Und immerzu die Frage: Was wollen DIE alle von mir? :)

    Gute Freundschaften, Bekanntschaften, Gleichgesinnte befeuern die Fantasie und laden den Akku auf. Und gut wenn man sich über Grundeinstellungen nicht rechtfertigen muss.
  • edited April 24
    Ich verspäte mich mit Nachrichten momentan, das ändert nichts an meinem Interesse, die Unterhaltung(en) hier fortzuführen. Wollte ich einfach mal gesagt haben. :)

    @San
    Schuppen aus den Haaren! Hab das erst nicht kapiert. xD Mit Verlaub, dein Spruch ist gut, den klau ich mir. Die besten Einfälle sind wohl doch die, die einem im ungezwungenen Moment kommen. Der Vergleich mit dem Kristallgeschirr ist echt gut. Leicht verständlich und wahr. Wer sich trotzdem noch schwer damit tut, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

    „Aus Erwachsenensicht kommt mir der Kram sinnvoll vor, vielleicht Stockholm Syndrom? Als Kind hat es Teile von mir zerstört.“ Schwierig, da auf den ersten Blick herauszufiltern, was gut ist und was nicht. Dass es da einen Interessenkonflikt gibt, kann ich mir vorstellen. Aber sobald jemand etwas zerstört, klingt es für mich fragwürdig. (Das kommt natürlich auf den Kontext an. :D)

    „Meine Schwester macht einiges richtig, aber aber ich denke, dass sie innerlich schon immer getrieben war von dem Gedanken ‚ich mach mir eben meine eigene Familie. Mit Blackjack und Nutten!‘ und ich denke, sie will es absolut anders machen als unsere Mutter und baut sich damit ihre eigenen Probleme.“ Das ist vielleicht die Falle, in die von Eltern Geschädigte tappen können. Wir wollen den Kreis durchbrechen und schießen dann übers Ziel hinaus, so uns die Fehler von früher bewusst sind. Gedacht hab ich daran gar nicht. Sehe da Parallelen zu Helikopter-Eltern, aber vermutlich ist das zu einfach gedacht.

    Es ist erschreckend, wie oft man im Leben ausgeliefert ist. Als Kind, Heranwachsender, Erwachsener – man wird immer auf jemanden angewiesen sein, der dich aus- oder benutzen kann, der die Entscheidungsgewalt über dich hat, nicht nur im Krankenhaus. Von Manipulationen ist gar nicht erst die Rede. Und die Leute, die Nummern oder Diagnosen statt Menschen sehen, sind vielleicht sogar die angenehmeren unter den Gefährlichen. >.<

    Ja, manchen Kommentatoren mangelt es derart an Empathie, dass einem auch nix mehr zu einfällt. Dabei kann man Empathie lernen, man kann sich das antrainieren, auf die Empfindungen anderer zu achten und sie zu achten, mitzufühlen. Verstehe nicht, wieso es nicht die Mission aller ist, darauf ganz besonderen Wert zu legen, wenn ein Mensch großgezogen wird. Meine Güte, man muss es Utopie nennen, wenn man nicht mehr nur an das eigene, sondern auch an das Befinden anderer denken würde.
    Vor ein paar Tagen gab es einen Artikel, in dem über den (Achtung, Triggerwarnung!) Missbrauch im Piusheim in Bayern geschrieben wurde. Ich hab’s auch bereut, die Kommentare dazu zu lesen, gab es doch tatsächlich Aussagen wie „Damals hat mein Lehrer mir auch Ohrfeigen und Stockschläge verpasst, aber ich bin damit später nicht an die Öffentlichkeit und habe mich beschwert. Verstehe nicht, was das bringen soll, war auch ‚ne ganz andere Zeit, als die Prügelstrafe noch erlaubt war“. Der Kommentar war noch relativ harmlos, es gibt echt schlimmere. Mir wird dann auch ganz anders, ich kann das nicht immer. Den Fehler, die Sprüche zu lesen, mach ich trotzdem noch, obwohl ich ebenfalls so empfindlich darauf reagiere. Deswegen verschreib ich mir selbst Tage, an denen ich die Nachrichten nicht verfolge, sonst würd meine Hirnmasse aus meinem Schädel gesprengt.

    Den Myers-Briggs-Test hab ich zuerst vor etwa zehn Jahren gemacht, bekam ständig unterschiedliche Ergebnisse raus. Hab dann das Interesse verloren. Vor ein paar Jahren bin ich wieder darauf gestoßen und war neugierig, ob es denn überhaupt einen Typ gibt, der meiner Persönlichkeit nahekommt. Ich hielt das für Humbug, weil ich gelesen habe, dass das Konzept sehr umstritten sein soll. Außerdem verändern sich Menschen im Laufe der Zeit, in Stein gemeißelt ist das Ergebnis eines solchen Tests also nicht. Je nach Stimmung kommt bei mir manchmal auch INTP raus, was nicht zu 100% passt, aber es gibt Überschneidungen. Mir fällt es schwer, andere einzuschätzen. Allein E oder I ist meistens leicht. Ich lehn mich mal weit aus dem Fenster (Wollte gerade "Ich werf mich mal aus dem Fenster" schreiben. xD) und meine in dir auch ein F zu sehen. Und ich geh noch weiter und tippe auf N. Also INF. Angaben ohne Gewähr, das kann auch komplett falsch sein. (Bis auf das I. :D) Wenn du Lust und Zeit hast, kannst du ja den Test wiederholen und dir diesmal das Ergebnis aufschreiben. :) Und hier dann mitteilen. :D Wie heißt es in den Zeitungsannoncen ständig? Alles muss, nichts kann! xD

    PS: Manchmal hab ich 'nen Nelson im Kopf, der im gemeinsten Moment "Haha!" sagt. Mit Fingerzeig. :x

    Testfreudige Grüße, V.
  • edited April 25
    @RuinenOase
    Meine Figuren basieren zu großen Teilen auch auf den 16 Persönlichkeitstypen, das nehme ich als Richtung, wie sie denken und sich verhalten. So weiß ich relativ schnell, weshalb sie sich untereinander gut oder weniger gut verstehen. Ist ganz nützlich für Konflikte.
    Dein „Aus-dem-Fenster-gucken“ ist bei mir eher „Was-könnte-ich-jetzt-googlen“, manchmal auch „Verdammt-ich-finde-die-passenden-Songs-zur-Szene-nicht“. xD Aber das Träumen ist und bleibt eine schöne und essentielle (!) Beschäftigung.

    „Mich schockt also nichts, zucke nicht bei Strom, ich schocke eher selber. Soll heißen: mir ist nichts Menschliches fremd.“
    Für mich ist das nicht wirr, verstehe und kenne ich sehr gut. :) Das ist etwas, was ich an anderen vermisse. Wer weiß, vielleicht sagt mir meine innere Stimme deshalb unaufhörlich, dass ich vorsichtig sein muss, was ich von mir preisgebe.
    Zurzeit kann ich nicht alle Menschen lieben - hätte die Nachrichten nicht lesen sollen. Tja, ich halte mich an meine eigenen Regeln nicht…

    Darf ich fragen, inwiefern du (ab und zu) kommunikationsgestört bist? Kommunikationsgestört würde auch ich mich nennen. Manchmal bin ich unsicher, was ich sagen soll. Nicht, dass ich nichts zu sagen hätte. Ich mag nicht sofort reagieren, ich lass mir Zeit, denke nach. Außerdem bin ich nicht gerade ein Ass darin, Kontakt aufrechtzuerhalten. Mir kommt schnell und nicht selten der Gedanke, ich könnte auf die Nerven gehen und zu viel Nähe suchen, das bremst mich stark aus.

    „Ich hab viel Negatives hinter mir gelassen und schaue aktuell nach vorne.“
    Es fühlt sich gut und richtig an. Bis auf die Melancholie, die mich in manchen Momenten ergreift, ist das bei dir auch so?

    Deine speziellen Features sind mir bekannt, gerade das Analysieren nach Kontakt mit der Außenwelt stellt sich automatisch ein. Telefongespräche verunsichern mich, weil ich die Mimik und Gestik nicht beurteilen kann. Gut, dass man wenigstens ein Lächeln raushört. ._.
    Abdriften kann ich echt gut, und dann ein „Mhm“ oder Lachen rauspressen, weil der Gesprächspartner eine Reaktion zu Gesagtem erwartet. xD Mittlerweile frage ich vermehrt nach, so tun als ob ist mir einfach zu unehrlich.

    Ehrliche Grüße, V.
Sign In or Register to comment.