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Richtig "eintauchen", oder nur plantschen

Hallo zusammen! :)

Da Corona einem momentan die Zeit zum nachdenken lässt, wollte ich einmal teilen, was mich immer wieder umhertreibt ... manchmal auch runterzieht, aber hauptsächlich umhertreibt: Ich studiere jetzt im ersten Mastersemester und habe unser verrücktes Bologna-Modell tatsächlich dazu genutzt, mich einmal komplett umzuorientieren (auch wenn es immer Punkte gibt, die sich überschneiden) und von meinem Kern- in mein Ergänzungsfach, Politikwissenschaft, zu wechseln. Momentan fühle ich mich auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort, und finanziell und emotional werde ich auch langsam unabhängig. Die Introversion zu balancieren und zu nutzen gehört da wohl mit dazu.

Trotzdem spüre ich, dass ich zuweilen oft nur an der Oberfläche schwimme, da ich es nicht schaffe, mich auf einen Teilbereich (des Teilbereichs den ich studiere ^^) zu beschränken. Klar schnappe ich mal hier und mal da Sachen auf, die meine Sichtweise auf alles stark prägen, und dann bin ich auch sehr glücklich. Manchmal treffe ich jedoch Entscheidungen, die mich mit Aufgaben zurücklassen, die mich zumindest augenscheinlich wirklich nicht weiterbringen. Bislang ist das immer einigermaßen gut gegangen, aber ich habe Angst, dieses Momentum von Freiheit, das man als junger Mensch nunmal hat, zu verlieren, und in einem Beruf zu enden, wo ich mit meiner zurückhaltenden Art untergehe, oder als zu alt empfunden werde, um mich noch einmal umorientieren zu dürfen.

Was ich also immer wieder versuche, ist über Praktika in Tätigkeitsfelder "einzutauchen", die mir auch gefallen. Vor allem das Schreiben macht mir Spaß, aber im 24h-Journalismus etwa kann es ganz schnell passieren, dass man da über die Not zu berichten seinen eigenen Zugang zum Thema verliert. Außerdem hatte ich da das Gefühl, Themen nur zu streifen, da ich die Sprache immer stark ans Publikum anpassen musste.Gerade beim Radio, wo ich war, muss man sich teilweise derart verstellen, dass ich dann bald denke, irgendwie plätschert da mein ganzes Wesen nur vor sich hin. Während ich in Texten für die Uni viel näher an der Materie bin, also auch an dem, was ich denke (da kommt dann auch noch oft die ein oder andere Synapse dazu). Allerdings fehlt mir da bislang der Biss zu sagen: "das will ich machen!" Gerade auch, da mir da die Noten fehlen, und ich den Eindruck habe, vielleicht einfach noch nicht genug Erfahrung zu haben. Dann kommt dazu, dass die Notwendigkeit, ständig am PC zu lesen in meinem Gedächtnis irgendwie einen Durchzug ausgelöst hat; ich kann mir bei Weitem nicht so viel merken, wie etwa meine eine gleichaltrige Freundin, was mir in Klausuren schon sehr zu schaffen macht, in Hausarbeiten zum Glück weniger (vielleicht Sucht nach Medien).
Irgendwie hat mein Gehirn mit 20 auch nochmal einen Sprung gemacht, sodass ich mich mittlerweile gar für Themen interessiere, die mir sonst "zu trocken" oder "technisch" erschienen. Sicher liegt das auch daran, dass man das als Frau immer wieder eingetrichtert bekommt. Schließlich habe ich eben auch ein reiches Innenleben, und manchmal kann och nicht ganz außeinanderhalten, was meiner Phantasie nach passen würde, und was tatsächlich angebracht wäre, zu tun. Ich möcht ein Leben, in dem ich meine inneren Ressourcen nicht verbrennen muss sondern sie "zum Bewässern nutzen kann".

Was sind eure Eindrücke zu dem Lebensabschnitt (muss auch kein Studium sein)? Habt ihr Erfahrungen mit Umorientierungen gemacht? Und kommt da ein Punkt, an dem man einfach in eine Rolle gedrängt wird, oder konntet ihr immer noch irgendwo frei wählen? Der Austausch würde mich freuen!!
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