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Die Zeit der Intros

edited März 22 in Allgemeines
Hallo zusammen,

das Coronavirus und die Angst davor lähmt Deutschland und den Rest der Welt.
In diesen Tagen/Wochen/Monaten wird die Gesellschaft gezwungen innezuhalten und das übliche extrovertierte Treiben einzustellen oder auf ein vermutlich unerträgliches Minimum zu reduzieren.

Ich selbst habe mich freiwillig zu Hause eingerichtet und mache alles, was ich kann, aus dem Home-Office.
Und dabei pendele ich zwischen Angst und Zufriedenheit.
Klingt paradox, ist aber so:

Angst vor Infektion (ich gehöre leider aus medizinischen Gründen zur Risikogruppe), Angst vor dem Wirtschaftlichen Ruin meines Unternehmens, Angst vor der Ungewissheit, was die Zukunft bringen wird.

Bei all dem Schrecken dieser zugegeben noch nie dagewesenen Situation, empfinde ich aber auch eine gewisse Zufriedenheit, dass ich mit meiner Art zu sein und meinen Bedurfnissen genau das machen SOLL, was ich ohnehin gerne mache :) Für mich sein und die Zeit zu Hause geniessen. Das ist wie Urlaub, ohne den latenten Zwang, "unbedingt was tolles erleben zu müssen". Die Entschleunigung, die gerade statt findet, tut mir gut.

Was mir fehlt, ist die Bewegung an der frischen Luft und Sport. Das ist jetzt nur noch eingeschränkt möglich.



Wie geht es Euch in dieser Situation?


LG Unikum
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Kommentare

  • @Unikum... ich kann nur bestätigen, was du schreibst.
    Wir in Ö sind seit 8 Tagen "verkehrsbeschränkt". Und abgesehen von 1 Sache, die sich doch schwerwiegend auf mcih auswirkt, empfinde ich keinerlei Einschränkung. Wir dürfen "spazierengehen".
    Mein Glück ist dabei auch, dass ich im öffentlichen Dienst beschäftigt bin und damit von der Jobsorge enthoben.
    Wenngleich mir doch die Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit im Umkehrschluss auf die Beschäftigungssituation Sorge bereitet.
    Also ja... klingt komisch, ist aber so - ich seh auch Vorteile in der Tragödie :-/
  • edited März 22
    Ich finde die derzeitige Situation in mehrerlei Hinsicht beklemmend, bin aber eurer Meinung. Auch ich habe mit den ganzen Einschränkungen keine Schwierigkeiten, weil mein Lebensstil sich kaum von den Vorgaben unterscheidet.

    Momentan habe ich Urlaub, aber nicht wegen Corona, sondern schon länger so geplant. Und wie meistens hatte ich mal wieder keine Reise geplant, sondern das, was ich am liebsten mache: zu Hause bleiben und ganz entspannt von einem Tag zum anderen leben. Andere können oft nicht verstehen, dass ich im Urlaub „Nichts“ mache. Wobei ich aber jede Menge mache: Ich gehe meinen Interessen nach und habe dadurch keine einzige Minute Langeweile. Und das kann ich auch in der aktuellen Situation, ohne persönlich eingeschränkt zu sein.

    Das, womit ich ansonsten auf Unverständnis stoße, ist nun plötzlich normal. Ich fühle mich momentan nicht unter dem Druck, mich für meinen Lebens- und Urlaubsstil rechtfertigen zu müssen. Das ist durchaus ein positiver Nebeneffekt.
  • SanSan
    edited März 23
    Wenn ich ehrlich bin, dann hoffe ich, dass diese Krise noch sehr lange andauert. Ich hab größten Respekt vor dem Virus, der Krankheit, der Gefahr, der Überbelegung in Krankenhäusern, den sozialen und wirtschaftlichen Folgen.
    Ich hab allergrößten Respekt vor den Leuten, die da draußen jeden Tag weiter dafür kämpfen, dass der Rest von uns sein Leben möglichst gut weiterleben kann. Leute wie ich, die faul Zuhause auf ihrem Arsch im Home Office sitzen können und keine Repressalien fürchten müssen, weil das Unternehmen, in dem sie arbeiten, offenbar gut mit Home Office funktioniert.
    Ich bin grad am oberen Ende der Nahrungskette. Schon lange vor der Apokalypse habe ich gesagt, dass erst in der Apokalypse auffallen wird, wie wenig wichtig Manager sind und wie wichtig die Leute sind, die die kleinen Dinge für uns erledigen, die niemand sieht und niemand bezahlt. Soziale Dinge. Menschen, die uns heilen wenn es uns schlecht geht. Menschen, die unser Essen herstellen. Solche, die uns hinterherputzen. Die unsere Amazon-Pakete bringen.

    Ich hoffe, dass die Krise lang andauert. Erstens würde ein langer Verlauf vermutlich einen langsamen Verlauf bedeuten, was im Umkehrschluss heißt: Wenig Leute erkranken und immer möglichst so wenige, dass den Kranken geholfen werden kann.
    Und je länger die Krise andauert, desto mehr sind die Menschen gewzungen, ihre bisherigen Wege zu hinterfragen. Wäre das Ganze in zwei Wochen vorbei, kämen alle aus ihren Höhlen gekrochen und würden die eingestürzten Gebilde 1:1 wieder aufbauen, ihre Wunden lecken und sich zurück in das Kapitalismuis-RatRace begeben.
    Wenn die Sache hier noch länger dauert, müssen Empathie und Sozialismus mehr denn je mobilisiert werden, um so viele Menschen wie möglich unbeschadet über die Runden zu bringen. Alte Systeme, die in der Krise nicht funktionieren, müssen durch neue ersetzt werden. Möglicherweise muss auch die Schule endlich reformiert werden. Es gäbe so Vieles, was wir in dieser Krise neu gestalten können.
    Wir könnten alle einsehen, wie wenig wir eigentlich konsumieren müssen. Selbst die, die gehortet haben, könnten einsehen, dass die Hälfte davon eher Anderen zugute hätte kommen können. Wir könnten einsehen, wie gut es ist, Essen lokal zu beziehen. Wie schön es ist, sich um ältere Nachbarn kümmern zu können. Wie sinnlos das 9-5 Herumgesitze im Büro ist und dass das eigene Kind mehr zu sagen hat, als man bisher dachte.
    Ich bin hin und her gerissen zwischen "das ist eine (schreckliche) Chance, die wir Menschen die ganze Zeit gebraucht haben" und dem nihilistischen Ansatz, dass wir gierige Drecksäcke sind und bleiben werden, egal wie lange das hier dauert.
    Und ich halte mich für feige, weil ich selber nichts tue, um das System zu ändern. Ich halte mich für feige, weil ich diesen Kampf einer Einzelperson als aussichtslos ansehe und dann lieber auf meinem vom in der selbstauferlegten Quarantäne und vom Snacken immer feister werdenen Arsch im Home office sitzen bleibe.
  • Mir geht es ähnlich wie euch, in erster Linie fühle ich mich entlasted, weil nun der ruhige zurückgezogene Lebensstil für alle gilt. Aber Beklemmung und Angstgefühle sind auch da. Ich versuche mich ihnen zu stellen ohne mich darin zu verlieren.
    Aber ich habe auch Hoffnung und eigentlich sogar die Überzeugung, dass das eine Chance zur Umkehr ist, die einfach dran ist. Hier mal sehr optimistische Gedanken dazu:
    https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/
  • vielen herzlichen Dank für den Link, @Nanno!!!!!!!!!
    Wunderschön zu lesen!!!
  • Sehr schön geschrieben @San
    Ich habe mich auch schon bei dem Gedanken erwischt, dass die Menschen (alls gesamte Rasse) genau sowas verdient haben, was jetzt passiert.
    Das ist traurig für jeden einzelnen Betroffenen, keine Frage. Und vielleicht wird es auch mich erwischen. Aber von aussen betrachtet, ist das eine ganz normale Entwicklung und ein Regulationswerkzeug der Natur.
  • @Unikum Ja, die Menschheit hat eine riesen Chance durch diese Tragödie, aber vor allem hat die Welt eine riesen Chance und eine wirkliche Verschnaufpause von unserem destruktiven Verhalten.
  • Lustig. So etwas wollte ich vor ein paar Tagen auch schon schreiben und damit eine Diskussion eröffnen.

    Ich persönlich sehe die Ernsthaftigkeit der Situation und ich sehe auch, dass sowohl wirtschaftliche, gesellschaftliche aber auch gesundheitliche Folgen kommen werden.

    Im gleichen Atemzug stelle ich mir aber die Frage, ob das alles zwingend negativ sein muss. Ähnlich wie @san denke ich, das das Ganze noch lange anhalten wird und ehrlich gesagt auch muss. Denn nur so gibt es überhaupt die Chance einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Neuordnung. Ich lese viele Stimmen, die diese Zustände, wie wir sie jetzt haben und die damit verbundenen Einschnitte als furchtbar ansehen. Viele leiden auch jetzt schon unter den Einschränkungen obwohl sie eigentlich gar nicht so extrem sind. Und dann fällt mir ein, dass es jetzt umgedreht ist: Jetzt leiden die Extros unter der erzwungenen Lebensführung der Intros, entwickeln teilweise psychische Probleme und wissen schlichtweg nicht, damit umzugehen.

    Für uns ist die Situation momentan nicht schlecht. Aber ich frage mich, ob wir eine Art Vorreiterrolle bekleiden können und in dieser Situation etwas Stabilität vermitteln. Und doch habe ich nicht die geringste Ahnung, wie das gehen soll.

    Und doch: Gehe ich raus, was sehr sehr selten passiert, erlebe ich, wie in fucking Berlin nicht gemeckert wird sondern sozial auf einander zugegangen wird, während man brav physischen Abstand hält. So entspannt war ich als blinder Mensch wohl noch nie in einer Millionenstadt unterwegs. Keiner, der einen jetzt unbedingt einen halben Meter vor der Treppe am Arm packt und die Situation damit erst gefährlich macht und keiner, der wegen Unachtsamkeit den Stock weg tritt.

    Wenn sich also eins gezeigt hat dann wohl, dass Menschen durchaus aufmerksamer durchs Leben gehen können. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind nicht zu vernachlässigen. die Kanäle kommen mal wieder zur Ruhe und in Italiens Häfen siedeln sich Delfine an. Die Luftqualität in Industriestandorten wird erschreckend schnell besser und es wird endlich mal vernünftig über den Wert von Arbeit diskutiert. Außerdem hört keiner mehr den Schnullernazis der AfD zu. Egal mit was für Marketingstunts sie es versuchen, wieder in den Medien stattzufinden.

    Schließen möchte ich diesen Roman damit, dass ich gespannt bin, wie es weiter geht und, dass sich eine Zuversicht bei denen breit zu machen scheint, die nach vorne schauen und nicht panisch an dem festhalten, was bisher war. Ja, die Welt ist im Umbruch. Formen wir sie doch ein Stück mit.
  • edited März 23
    Ich glaube auch, dass die Situation noch andauern wird. Und ich sehe darin auch die Möglichkeiten, die @MindSneaker und @San schon sehr gut auf den Punkt gebracht haben und die auch in dem von @Nanno verlinkten Artikel genannt werden. Von daher kann ich dem Ganzen durchaus auch etwas Positives abgewinnen.

    Ich persönlich empfinde die Einschränkungen auch gar nicht als so stark, was aber daran liegt, dass ich kaum etwas anders machen muss als sonst auch. Und es ist ja immer noch sehr vieles möglich. Auch wenn die meisten Geschäfte geschlossen sind, bieten doch viele lokale Händler Lieferung oder Abholung an. Ich habe z.B. heute in der Buchhandlung telefonisch eine Bestellung aufgegeben. Wenn die Artikel angekommen sind, ruft mich die Betreiberin an und dann kann ich die dort abholen. Die einzige Einschränkung dabei ist, dass ich nicht einfach so in den Laden gehen und dort stöbern kann. Aber ich kann dort trotzdem etwas kaufen. Es ist nur eine andere Art, aber es ist möglich. Das ist für mich keine große Einschränkung.
    Das ließe sich sicher auch auf viele weitere Beispiele übertragen.

    Fatal ist es insofern, als hier eine touristische Hochburg ist und sehr viele Existenzen vom Tourismus abhängen. Die Ostersaison fällt auf jeden Fall schon mal aus, wenn nicht sogar die komplette diesjährige Hauptsaison. Wenn meine Bewerbung in der Tourismusbranche letzten Sommer Erfolg gehabt hätte, wäre ich jetzt möglicherweise schon arbeitslos. Vielleicht sollte es so sein, dass es nicht geklappt hat.

    Ehrlich gesagt bin ich ganz froh darüber, dass der Touri-Ansturm erst mal ausbleibt. Die letzten Tage habe ich es sehr genossen, bei schönstem Wetter durch die menschenleere Stadt und am Strand spazieren zu gehen. So leer war es noch nicht mal im November.

    Was ich aber eigentlich äußern wollte: Bei aller Tragik habe auch ich die Hoffnung, dass die Situation zu einem Nachdenken und Umdenken anregt und dann einiges in Bewegung kommt … weg vom Ellenbogeneinsatz und hin zu mehr Solidarität … weg von der Höher-Schneller-Weiter-Mentalität und hin zu mehr Gelassenheit … ein Nachdenken darüber, was wirklich wichtig ist und worauf verzichtet werden kann. Und wie @San bereits erwähnt hat, finde ich auch, dass sich in dieser Situation zeigt, wer die wahren Helden sind … nämlich die Menschen, die dafür sorgen, dass wir trotzdem gut versorgt sind.
  • @Unikum
    Du sprichst mir aus der Seele, Endlich DARF man Abstand halten ohne dafür für komisch gehalten zu werden. Das waren auch meine Gedanken zu dem Thema. Ich habe mir auch gedacht, dass ich froh bin, introvertiert zu sein. Ich habe keine Probleme damit stundenlang zuhause mit mir selbst zu verbringen. Für Extrovertierte muss das jetzt die Hölle auf Erden sein.
  • edited März 24
    Ein herzliches HALLO in die Runde,
    ich bin dankbar, dass dieses Thema eröffnet wurde. Vieles von dem, was auch mich bewegt, wurde bereits festgehalten.

    Ich habe ebenfalls keine persönlichen Probleme mit den in Österreich sehr engen Vorgaben, denn es sind ja auch manche "positive" Aspekte mit dieser "Situation" verbunden. (Ich möchte hier wirklich Anführungszeichen setzen, da ich mir all die positiven Aspekte VIEL LIEBER ohne diese erschreckende Pandemie gewünscht hätte! Für tausende Menschen hat diese Zeit nur mit Schrecken zu tun und endet für Tausende leider auch mit dem Tod!!! Daher bin ich mit dem Wort "positiv" sehr vorsichtig!)

    Allerdings, wenn ich schon bei den "positiven" Auswirkungen bin: Nicht nur unsere Umwelt kann sich erholen, es passieren auch wesentlich weniger Unfälle und ebenso geht die Kriminalität zurück.

    Ich finde wie Ihr, dass es jetzt sehr viele HeldInnen gibt und vor allem werden jetzt endlich auch mal jene Menschen genannt, auf die in unserer Hochleistungsgesellschaft immer vergessen wird! Was jetzt im Handel geleistet wird, ist fantastisch! Dass auch endlich einmal die Arbeit aller Reinigungskräfte wertgeschätzt wird, halte ich auch für ganz wichtig. Gerade jetzt ist nämlich Hygiene besonders wichtig!
    Natürlich auch allen ein riesiger Dank, die für die PatientInnen Tag und Nacht zur Verfügung stehen, so wie all jenen, die sich um Menschen kümmern, die Pflege brauchen, ... Und nicht zu vergessen die Menschen, die an den Telefonen sitzen und anderen Menschen ein Ohr leihen, den Einsamen und unfreiwillig Isolierten, die nicht einmal kurz an die frische Luft können, weil sie durch andere Erkrankungen an ihr Heim gefesselt sind. Es wird wohl leider auch zu einem großen Anstieg von Depressionen und Panikattacken kommen ... Wir stehen ja erst am Anfang einer Zeit von Entbehrungen (was sie für viele ja definitiv ist!) und wir müssen noch länger durchhalten!
    Alle, die in systemrelevanten Bereichen arbeiten, sind HeldInnen - ich kann sie gar nicht alle aufzählen, da vergesse ich vermutlich eine Berufsgruppe! (Das Wort "systemrelevant" wird wohl ein oder DAS Wort des Jahres 2020 werden ... neben "Pandemie"?))

    In Österreich darf man sich ruhig auch bei einer sehr effizienten und entschlossenen Bundesregierung bedanken! Ich persönlich finde, dass diese Damen und Herren Tolles leisten - und eine Tatkraft zeigen, wie sie bedauerlicherweise längst nicht in allen Ländern der Fall ist ...

    Was die nachhaltigen positiven Auswirkungen auf unsere Bussi-Bussi-Gesellschaft betrifft, bin ich mit meinem Optimismus etwas zurückhaltend! Und leider gibt's immer noch solche Leute, die noch überhaupt nicht begriffen haben, wie gefährlich ihre Verhaltensweisen sind! Auch, wenn sie meinen, diesen Virus zu überleben, falls sie ihn abbekommen - mit ihrer Egozentrik gefährden sie auch ihr Umfeld und das ist völlig unangebracht!!!
  • Hallo zusammen,

    mit den ganzen Kontaktbeschränkungen habe ich auch keine Probleme. Für mich ändert sich an meiner Lebensweise kaum etwas. Wenn man jetzt alleine rausgeht ist das sogar positiv, vorher fühlte ich mich immer etwas komisch. Zur Zeit ist es bestimmt ein Vorteil introvertiert zu sein.
    Was ich schon merke sind die leeren Regale im Supermarkt, die 2m Abstand sind dort auch nur bedingt möglich, auch wenn ich sehe, dass viele versuchen sich daran zu halten.
    Beruflich bin ich jetzt im Homeoffice tätig. Das ist etwas was ich schon seit längerem bei meinem Arbeitgeber angefragt hatte. Auf einmal ist es möglich, was vorher immer konsequent abgelehnt wurde. Bin mal gespannt was daraus wird, wenn diese Krise überstanden ist.
    Man liest auch viel darüber jetzt mal die Zeit zu nutzen und mal etwas runterzukommen aus dem hektischen Alltag. Leider kann ich davon gar nichts spüren. Ob nun Homeoffice oder nicht, die Arbeit und die Arbeitsweise bleibt die gleiche und Termine bleiben Termine. Alles muss genauso fertig werden wie vorher, nur jetzt von Zuhause aus.
    Ich habe deshalb ja nicht mehr Zeit wir vorher, es wird nur halt per Telefon oder online erledigt. Auf der anderen Seite ist mir natürlich bewusst, dass ich auch viel Glück habe von zuhause aus arbeiten zu können und jetzt nicht beim Arbeitsamt stehen muss.

    Ob das Virus eine "Rache" der Natur ist, für das was die Menschen ihr durch ihre Lebensweise und den Turbo-Kapitalismus antun: möglich ist es schon. Vielleicht ist es einfach so, dass durch die ungleiche Verteilung von Arm und Reich und deren Folge die Armen immer weniger haben und dadurch die Hygiene immer schlechter wird und das dazu führt das solche neuen Viren entstehen. In unserer vernetzten Gesellschaft können sich Viren natürlich problemlos verbreiten.

    Was mir neben dem Virus selbst schon etwas Sorgen bereitet sind die moralischen Entscheidungen, die jetzt schon in anderen Ländern getroffen werden müssen. Wenn Ärzte entscheiden müssen wer behandelt werden kann, weil er die besseren Chancen hat, ist das schon schlimm. Ich denke solche Entscheidungen werden nach der Krise, wenn sich alles beruhigt, zu psychologischen Problemen führen. Man kann nur auf die Kontaktbeschränkungen vertrauen, damit es bei uns nicht auch so dramatisch wird, aber ich denke es muss auch jedem klar sein, dass die Beschränkungen für eine auf Ökonomie ausgerichtete Gesellschaft nicht längerfristig bestehen bleiben können.
    Welche Entscheidungen dann getroffen werden (müssen) möchte ich mir nicht vorstellen.
  • Wenn wir uns die Infos zu Corona anschauen, die täglich auf uns einprasseln, so können diese widersprüchlicher kaum sein. Die einen wollen belegen, der Virus sei völlig harmlos und die anderen berichten davon, wie gefährlich dieser ist und dass die Maßnahmen nicht weit genug gehen würden. Beides garniert mit Zahlen, Daten, Fakten. Für mich schafft das keine Orientierung. Vielleicht werden wir irgendwann einmal mehr darüber wissen, vielleicht auch nie.

    Bei manchen Dingen, die aktuell geschehen, kann ich erkennen, dass sie mehr Freude bereiten. Schlange stehen war noch nie so entspannt. Bei 1,50 m Abstand gibt es kein nerviges Gedränge von hinten mehr. Bei anderen ist es zumindest so, als ob sie mir für einen Moment den Boden unter den Füßen wegreißen, auch wenn sie eigentlich banal sind. Z.B. auf dem Wochenmarkt, zu dem ich samstags in aller Frühe immer gegangen war und wo sonst nur wenig los war um die Uhrzeit, ist jetzt ziemlich viel los. Und überall rot-weiße Bänder, die die Kunden auf Abstand zu den Ständen halten und die Verkäufer mit Gummihandschuhen.

    Ich glaube, bei all dem Leid, den die Krise mit sich bringt, sei es Krankheit, Tod oder Existenzängste, dürfen wir trotzdem darauf schauen, welche positiven Auswirkungen die Krise mit sich bringen kann.

    Und ja, die Welt kommt endlich zur Ruhe. Das ist gut für die Umwelt und kann auch für uns eine Chance sein. Endlich mal innehalten.

    Auch ich habe mich nicht erst jetzt gefragt, warum ich eigentlich noch diesem für mich sinnlosen 9-5-Job nachgehe, die ganze Pendelei auf mich nehme, in einem Büro sitze, was nicht meines ist und mich als Betriebsrat mit der Geschäftsführung herumärgere. Jetzt mit Stundenabbau und anschließend Kurzarbeit ist endlich Zeit zu reflektieren, was anders werden kann. Und endlich kann ich mich auf die Dinge konzentrieren, die sinnvoller sind.

    @Nanno, der Artikel von Horx, den Du hier postest, ist großartig!
    Mein Blick zurück sagt, dass wir jetzt lernen können, bewusster zu leben. Und aufmerksamer auf unsere Bedürfnisse zu achten. Und unser Blick wird wieder mehr darauf gelenkt, wo wir etwas sinnvolles tun und wo wir vielleicht anderen helfen können. Deshalb folgende Fragen an dieser Stelle:

    Wer von Euch hat Existenzängste?
    Wer von Euch braucht Hilfe? Und hatte bei diesem Thema vielleicht die Hoffnung, hier fündig zu werden?
    Vielleicht können wir auch das lernen? Hilfe anzunehmen?
    Schreibt es doch hier rein. Was kann schon passieren? Im schlimmsten Fall gar nichts. Und im besten Fall erhaltet ihr ein paar Antworten, die Euch weiterbringen ...
  • edited April 3
    Hallo!
    Unzählige Menschen werden von Ängsten geplagt. An vielen Orten liegen die Nerven blank, kommen brüchige Systeme in Familien in Bewegung, fühlen sich Menschen unverstanden. Es kommt tiefe Verzweiflung hoch bei denen, die in beruflichen wie auch in privaten Belastungen versinken. Die ExpertInnen bei Hotlines sind gefragt wie nie ...

    Wenn ich wissen möchte, was andere bewegt, dann muss ich hinhören, sie fragen.

    Wenn Du, Mensch, vor mir stehst und ich Dich ansehe, was weiß ich von Deinem Sein?
    Ich habe Gedanken von Franz Kafka bearbeitet, sie passen so gut in diese Zeit:
    https://cml179.wixsite.com/lebenslinien/post/was-weißt-du-von-mir-und-was-weiß-ich-von-dir
  • edited April 3
    Ich wollte mich in diesem Thread nicht zu Wort melden. Weil er mich wütend macht. Ich lese eure Worte und kann auch alles nachvollziehen, teile gar einige Statements, die ich ebenfalls so empfinde. Und doch werde ich wütend, wenn ich hier hineinlese.

    Warum werde ich denn eigentlich wütend? Weil ich teilweise Egoismus sehe. Und eine Spur von "Jetzt ist UNSERE Zeit!" Unsere Zeit auferlegt von einer Naturgewalt. Das ist kein Grund sich selbst zu feiern, weil man hübsch im Homeoffice sitzt und Regularien einzuhalten sind, die für Abstand sorgen. Das ist nett, ohne Frage. Doch Angst ist der Treibstoff dafür. Nicht Verständnis oder Respekt - nein, Angst und Sorge halten den Abstand, den viele von uns gern im Alltag hätten. Das ist aber keine Grundlage für ein Beibehalten nach der Krise, wenn es sich nicht in Verständnis umwandelt. Und Verständnis ist derzeit das Letzte, was ich sehe - aktuell.

    Was ist mit jenen Intros, die in System relevanten Jobs oder Ehrenamt tätig sind? Jene profitieren wohl eher nicht, sondern sind mehr als voll gefordert. Ebenso die Extras und alle dazwischen.

    Klar sollte niemand von uns allen das Positive vergessen oder nicht mehr aussprechen dürfen. Dennoch macht mich die Grundstimmung hier ein bisschen wütend.

    Ich genieße derzeit auch einiges, andererseits mache ich mir große Sorgen um viele meiner nahen Menschen.
    Corona hat mir bereits viele Geschichten erzählt, mehr als zuhören konnte ich bisher nicht.
  • edited April 4
    Danke @NomaDie!!!
    Das, was Du ansprichst, hat mich hier auch stark irritiert. Es gibt keinen Grund, "unsere" Zeit zu feiern! Und Hoffnungen, dass dieser Zustand länger anhalten solle, verursachen auch in meinem Kopf Fragezeichen.
    Ich möchte es nicht hoffen, denn ich vernehme an allen Ecken und Enden viel Leid und auch schon wieder so altbekannte gesellschaftliche und un_menschliche Muster wie Rücksichtslosigkeit, ich vermisse vielerorts auch echte Empathie. Die Ellbogen werden ebenso schon wieder ausgefahren und es gibt genug Manager in Unternehmen, die beschlossen haben, die Situation für ihre positive Bilanz zu nutzen.
    Ich sehe und höre Ängste, die unverstanden bleiben - wenn Menschen nicht in der Lage sind, solche Ängste ernstzunehmen, dann haben viele einfach nichts aus dieser Situation gelernt.
  • edited April 4
    @NomaDie
    Vielen Dank für Deinen Beitrag.
    Als Starter fühle ich mich da jetzt persönlich angesprochen und möchte reagieren.
    Ich kann Dir versichern, dass Du die Stimmung hier falsch verstehst. Keiner hier wird das, was gerade in der Welt und bei uns passiert in irgendeiner Weise gut finden und feiern.
    Ich selbst gehöre zur Risikogruppe und habe neben meinen gesundheitlichen Sorgen auch gleichzeitig noch Angst um meine Existenz. Für mich steht sehr viel auf dem Spiel, denn ich bin nicht - wie die meisten - durch z.B. eine Arbeitslosenversicherung abgesichert. Aber jedes Ding hat 2 Seiten und neben der schrecklichen Seite, birgt diese Krise auch eine Kehrseite mit Chancen für Neues und zum Überdenken alter Muster und Strukturen. Und das ist dann wieder etwas Positives. Dies ist der Grundton meines Beitrags. Bitte nicht falsch verstehen!

    LG das Unikum
  • @Unikum
    Vielen Dank für dein Feedback. Dein Tenor war tatsächlich absolut unmissverständlich und auch kein Grund für mein Gefühl der Wut. Es tut mir leid, wenn du dich von mir angegriffen gefühlt haben solltest.
    Angst um die Gesundheit und Existenz sind hart und umso mehr freut es mich, dass du beide Seiten der Medaille angesehen hast und das Positive ebenfalls wahrnimmt. Ich wünsche dir, dass du gesund und wohlbehalten durch diese Krise kommst.

    Ich habe mir gut überlegt, ob ich meine Gefühle beim Lesen dieses Threads formulieren sollte. Ich habe mich dafür entschieden.
    Niemand soll oder muss sich verteidigen, richtig stellen oder etwas erklären.
    Mir war es nur ein Anliegen, meine Wahrnehmung mitzuteilen.

    In diesem Sinne, bleibt gesund!
    LG NomaDie

  • @ NomaDie Vorab: Ich habe die Diskussion nicht vollständig gelesen oder bisher etwas dazu geschrieben, kann also zu der ursprünglichen Diskussion nichts sagen, beziehe mich im folgenden also nur auf Deinen ersten Beitrag dazu.
    Also: Wann immer ein Mensch wütend war, weil ich Gefühle nicht hatte, die ich seiner Meinung nach haben sollte (Mitgefühl, Verständnis, Zuneigung z.B) oder welche hatte, die ich seiner Meinung nach nicht haben sollte (Gleichgültigkeit, Eigennutz, Ablehnung), hat er mit seiner Wut zwar erreicht, dass ich mich schlecht fühlte (Schuld, Scham, Wut), aber so weit ich mich erinnere nicht, dass ich die von ihm erwünschten Gefühle generiert habe.

    @ Unikum Du schreibst an NomaDie "Ich kann Dir versichern, dass Du die Stimmung hier falsch verstehst. Keiner hier wird das, was gerade in der Welt und bei uns passiert in irgendeiner Weise gut finden und feiern."
    Woher weißt Du das?

  • @Friends_wanted Das, was du schreibst, ist korrekt. Geht auch mir nicht anders, es sei denn, ich sehe, dass ich falsch lag. Bis auf den Unterschied - den ich inzwischen für mich erreicht habe - dass ich mich schlecht fühle, wenn es denn Grund dafür gibt. Ich mich also tatsächlich nicht korrekt verhalten habe, in meinem eigenen Sinne. Entsprechend habe ich tatsächlich keine Erwartungshaltung, war nur so frei, mich zu äußern. Nicht mehr, nicht weniger. Es sind meine Gedanken. Nicht die eines anderen. Ergo gibt es kein Richtig oder Falsch.
  • @NomaDie Danke.

    Also ich fühl mich erstmal spontan schlecht, wenn mir jemand das Gefühl gibt, nicht das "richtige" zu fühlen. Dann denke ich darüber nach. Und dann werde ich meist sauer, dass jemand meine Gefühle kritisiert, weil mir bewusst wird, dass ich schon einen guten Grund für meine Gefühle habe und zudem keinen Knopf besitze, um diese mal eben abzuschalten.
    Sollte jemand mein Verhalten kritisieren, fühle ich mich spontan auch schlecht, dann aber handhabe ich es wie Du und überprüfe erst einmal, ob es einen Grund dafür gibt. Falls ja, korrigiere ich ggf. mein Verhalten.

    So, und ich habe jetzt wahrscheinlich die Erwartungshaltung, dass durch meine Ausführungen das Thema Gefühle, Gedanken und Verhalten differenzierter betrachtet wird, das hätte ich nämlich gern.

    Das Du Deine Wut geäußert hast, fand ich gut. Das Du damit keine Erwartung verknüpft hast, kann ich nicht glauben. Oder besser mir nicht vorstellen. Will man nicht immer irgendwas, wenn man mit anderen kommuniziert?

  • Ich glaube nicht, dass sich anschließend so viel ändern wird, wie wir es uns erhoffen. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase wird jeder wieder so leben wie vorher. Vielleicht hat der eine oder andere Erkenntnisse gehabt, aber auch von denen wird früher oder später der Großteil wieder so leben wie bisher. Vielleicht verbessert sich in manchen Bereichen etwas, z. B. dass Pfleger mehr Anerkennung und vielleicht Geld bekommen oder wir uns wirtschaftlich nicht so sehr von China abhängig machen, aber erst nach monatelangen Diskussionen und Beratungen und dann werden die Verbesserungen nicht merklich groß werden. Im Gegenteil: wahrscheinlich werden wir alle eine Extrasteuer bekommen, um den wirtschaftlich Schaden zu bereinigen.

    Ich hätte gerne das alte Leben zurück. Die 2 Meter Abstand können gerne bleiben, wird es aber leider nicht. Ich möchte meine Eltern und Freunde wieder besuchen, mit meinem Baby zu Eltern-Kind-Kursen gehen und in anderen Menschen keine potentiellen Virusträger mehr sehen.

    Und ich finde, dass man in der Situation viel über Menschen lernen kann. Es gibt welche, die total egoistisch alles weghamstern, welche, die alles leugnen und sogar Verschwörungstheorien verbreiten und welche, denen der Aktienkurs mehr wehtut als der Tod der vielen Menschen. Es gibt Menschen, die den Tod der Verstorbenen krampfhaft auseinander nehmen ("Ist er nun an oder mit Corona gestorben?) und / oder relativieren ("Das waren doch nur Alte über 90 Jahre."). Ekelhaft sowas!

    Es gibt aber auch Menschen, die helfen und das beste daraus machen, Ideen haben und Rücksicht walten lassen. Und das ist schön! Ich freue mich über die, die sich an die Regeln halten. Unf das für ein gemeinsames Ziel. Diese Kriese kann eine echte Chance sein, zu erkennen, dass wir alle in einem Boot sitzen und gemeinsam rudern. Vielleicht wird ja doch etwas besser, aber dafür hat es bei uns in Deutschland vermutlich nicht weh genug getan.

    Das ist meine persönliche Einschätzung. Am Ende weiß niemand, was auf uns zukommt.
  • @Bianca Du schreibst:

    "Und ich finde, dass man in der Situation viel über Menschen lernen kann. Es gibt welche, die total egoistisch alles weghamstern, welche, die alles leugnen und sogar Verschwörungstheorien verbreiten und welche, denen der Aktienkurs mehr wehtut als der Tod der vielen Menschen. Es gibt Menschen, die den Tod der Verstorbenen krampfhaft auseinander nehmen ("Ist er nun an oder mit Corona gestorben?) und / oder relativieren ("Das waren doch nur Alte über 90 Jahre."). Ekelhaft sowas!"

    Mögliche Erklärungen für die von Dir genannten Verhaltensweisen:

    - Ältere Menschen, die den Krieg erlebt haben hamstern, weil die derzeitige Situation alte Ängste reaktiviert.
    - Ältere Menschen hamstern, weil sie vermeiden wollen häufiger und/oder mehrere Geschäfte aufsuchen zu müssen und damit ihre Gesundheit zu gefährden.
    - Jüngere Menschen hamstern, weil sie sie vermeiden wollen häufiger und/oder mehrere Geschäfte aufsuchen zu müssen und damit andere zu gefährden.
    - Menschen jeden Alters hamstern, nachdem sie bemerkt haben, dass man sonst tatsächlich bestimmte Waren nicht mehr bekommt.
    - Menschen jeden Alters hamstern, weil ihnen tatsächlich andere Menschen egal sind, was meist nicht daran liegt, dass ihnen ihre Erziehung viel Grund gegeben hätte, das anders zu empfinden.
    - Menschen leugnen, weil sie Angst haben.
    - Menschen leugnen, weil ihnen Wissen fehlt.
    - Menschen leugnen, weil ihre persönlichen, wahren Gedanken sozial nicht akzeptiert werden.
    - Menschen verbreiten Verschwörungstheorien, weil sie ein tiefsitzendes Misstrauen den Erklärungen von Obrigkeiten gegenüber entwickelt haben.
    - Menschen verbreiten Verschwörungstheorien, weil ihnen Wissen und/oder die Fähigkeit fehlt komplexe Zusammenhänge zu verarbeiten.
    - Menschen tut ihre eigener Aktienkurs mehr weh als der Tod ihnen unbekannter Menschen, weil ihre eigene Existenz und/oder die ihrer Familie davon abhängt.
    - Menschen nehmen den Tod Verstorbener krampfhaft auseinander, um so wenigstens gefühlt Kontrolle über die Situation zu haben.
    - Menschen relativieren den Tod anderer, weil sie keinen Bezug zu den Menschen haben.

    So, das fällt mir spontan mal eben an möglichen Erklärungen ein.

    Das alles kann man als ekelhaft bezeichnen.
    Aber ich persönlich steh nicht so darauf, wenn ich oder meine Verhaltensweisen als ekelhaft bezeichnet werden und ich vermute anderen geht es da ähnlich.




  • Hallo @Friends_wanted,

    ich gehe mal von aus, dass es im Jahr 2020 Recht wenige Menschen gibt, die den Krieg bewusst miterlebt haben. Und selbst wenn eine Hans voll davon in einer Stadt leben, fällt das glaube nicht so ins Gewicht.

    Warum, wieso und weshalb manche hamstern, weiß ich nicht. Vielleicht wird auch gar nicht so viel gehamstert. Wenn plötzlich jede Familie 2 Packungen Nudeln und einmal Toilettenpapier mehr mitnehmen, sind die Vorräte auch alle. Komisch trotzdem, dass manchmal ein Zettel hängt, auf dem steht, dass man maximal 3 Artikel mitnehmen darf. Vielleicht wäre die für Bekannte etwas mitnehmen. Wer weiß, wer weiß.... Bei uns ist es glaube auch nicht so schlimm. Mich persönlich ärgert es nur, wenn plötzlich Kichererbsen alle sind. Hallo? Kichererbsen! Die isst doch sonst nie jemand. Und ich zur teureren Marke greifen muss. Oder mein Desinfektionsmittel teuer in der Apotheke kaufen muss, weil alles alle ist. Atemmasken werden auch teuer gehandelt und woanders fehlen die. Ja, das finde ich tatsächlich widerlich!

    Alles andere, was du schreibst, kann durchaus sein. Nur sollte man dann seine "Meinung" nicht als die einzig richtige darstellen und behaupten, dass nur die den Durchblick haben. Und wenn man dann nachfragt, was genau "die da oben" vorhaben oder warum sie denken, dass das alles völlig übertrieben ist, kommt auch nur Dünnes. Vor allem zumal sämtliche Wissenschaftler (weltweit!) und Infizierten- und Todeszahlen etwas anderes sagen. Ja, auch das finde ich mega überheblich und einfach widerlich. Dann sollen sie ihr Unverständnis nicht so zur Schau stellen und andere als verblendet bezeichnen.
  • @Bianca Ja kann ich verstehen, dass Dich das alles ärgert.
  • Ui, hier ist ja richtig was los:
    Mich erinnert diese Diskussion daran, was der Grund war, weshalb ich mich hier vor mittlerweile über einem Jahr angemeldet hatte. Weil es trotz kontroverser Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten respektvoll zur Sache geht.

    Nachdem jetzt eine kurze Zeit ins Land gegangen ist seit meinem letzten Kommentar bemerke ich, dass die Entwicklungen interessanter werden. Einerseits gibt es nicht wenig Menschen, die einfach wieder ihrem Alltag nachzugehen scheinen, andererseits sind zumindest hier in Berlin Straßen, die sonst regelrecht überbevölkert waren erstmals so leer, dass man sich ein wenig fühlt wie in einem Zombie film. Generell ist die Stadt an vielen Plätzen viel ruhiger. Und ja, das genieße ich sehr. Auch wenn es seltsam ist, bei einer Durchsage auf dem komplett stillen Bahnsteig beim Warten auf die S-Bahn zusammen zu zucken, weil eine Durchsage kommt. Einfach, weil die so unendlich laut die Stille zerschneidet.

    Die Mehrzahl der Menschen scheint sich an die Vorgaben zu halten. Und doch gibt es beispielsweise Polizisten, die eigenmächtig handeln, Bußgelder verhängen, wo eigentlich keine Straftat oder Ordnungswidrigkeit passiert und unendlich viele, die sich mit Verschwörungstheorien befassen.

    Und dann gibt es die vielen Menschen, denen jetzt endlich mal mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denen, die das Land tatsächlich am Laufen halten. Gleichzeitig geht es uns offensichtlich noch nicht schlecht genug, dass Veränderungen, egal ob im persönlichen Verhalten oder im gesamtgesellschaftlichem Kontext bestehen bleiben.

    Ich glaube wirklich, so blöd, wie es klingt, dass der aktuelle Zustand zur neuen Norm werden muss, oder dass es sich zumindest so anfühlen muss, damit nachhaltige Veränderungen passieren.

    Richtig ist, dass eine gewisse, nicht wirklich greifbare Angst den Anstoß für diese Veränderungen gibt. Dennoch kann sich diese Angst ja wandeln und vielleicht gelingt es zumindest einigen Menschen zu erkennen, dass einige Veränderungen im Grunde positiv sind. Manche sind negativ. Eine Gesellschaft aber verändert sich grundlegend nur in Krisenzeiten. Und es ist sinnvoll darüber nachzudenken, welche Veränderungen wir gesellschaftlich als positive Lehre mitnehmen wollen.

    Vielleicht passiert das aber auch nicht und die Welt dreht sich nach der Krise schneller als zuvor, weil sich das menschliche Handeln an der Wirtschaftsleistung orientiert und alles andere hinten anzustehen hat.

    Und obwohl das auch in diesem Beitrag von mir bisher nicht vorkam: Jeder Mensch, der in dieser Krise stirbt ist zu bedauern. Aber wenn das so ist: Warum waren "uns" dann die verhungernden Menschen in Ländern der so genannten dritten Welt egal? Waren sie nicht? Warum wurde dann nicht für eine faire Verteilung der Lebensmittel auf dem Planeten gesorgt? Genug da gewesen wäre ja... Zugegeben, sehr zynisch. Soll aber aufzeigen, dass die Verhinderung von Toten jetzt eine medizinische bzw virologische Herausforderung, langfristig aber eine weltweite Herausforderung ist. Und vielleicht kann die aktuelle Lage einen winzigen Anstoß dazu geben, durch den nach aktuellem Stand 180 Länder der Erde betroffen sind, dass man sich mal auf das konzentriert, das uns alle eint und für tatsächliche Chancengleichheit sorgen. - Im Kleinen klappt es doch beispielsweise beim Angebot von Gebärdensprache im TV auch langsam mal.
  • Bei 80 Mio Menschen kann man nicht erwarten oder erreichen, dass JEDER die Maßnahmen einsieht und sich daran hält. Das ist ja ähnlich wie mit der Impfpflicht. Die Mehrheit impft sich, damit für die, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, eine Herdenimmunität besteht. Auch Impfgegner profitieren davon. Die sagen dann, dass es ja gar nicht so schlimm ist und unterstreichen damit ihre "Meinung". Tja, warum ist es nicht so schlimm? Weil sich die andere Mehrheit daran hält. Es bringt aber nix, sich darüber aufzuregen oder die Betroffenen versuchen aufzuklären. Man reibt sich mit selber auf. Mich stört nur, dass sie ihre Unwissenheit zur Schau tragen mit irgendwelchen schwammigen "Argumenten" und auch noch versuchen, andere zu überzeugen. Was bilden die sich eigentlich ein!? Naja, wie gesagt, nicht aufregen.... ;-)

    Ich genieße das auch, wobei sich für mich kaum etwas geändert hat außer abgesagte Termine, die fehlende Möglichkeit, Familie und Freude zu treffen, der eine und andere Laden, in den ich nicht gehen kann und die Abstände bspw. in Supermärkten. In der Stadt hat sich gefühlt nix geändert. Die Menschen rennen trotzdem in Schweden hin zum Eisessen. Beim näheren Hinsehen erkenne ich aber, dass sich die meisten an die Abstandsregeln halten.

    Warum uns die Menschen in der dritten Welt, sagen wir mal, "egal" ist, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass wir keinen emotionalen Bezug zu ihnen haben. Das Virus mit den Verstorbenen ist aber eine ganz greifbare Gefahr für uns. Wie Menschen können das ganze Leid dieser Erde gar nicht fassen. Das fängt doch schon beim Flleischessenn an.... Oder bei den Kindern hierzulande, denen es schlecht geht. Ja sogar bei geschlagenen Kindern / Frauen in der Nachbarschaft schauen die meisten weg.

    Ich finde es bissl einseitig, dass jetzt NUR auf das Pflegepersonal geschaut wird, als ob nur die unsere Gesellschaft am Laufen halten. Am Ende halt meiner Meinung nach JEDER Mensch die Gesellschaft am Laufen. Schon alleine, weil durch deren Beiträge Senioren ihre Rente bekommen, in Krankenkassen gezahlt werden, Studenten studieren können, Kinder ihre Bildung erhalten.... Aber plötzlich wird nur auf Krankenschwestern und Einzelhändler geschaut. Warum!? Ich gönne es ihnen und bin auch dafür, dass sich deren Bedingungen langfristig zum Positiven wenden, sie arbeiten momentan auch wirklich hart, aber sie sind nicht die alleinigen, die das System am Laufen halten.

    Am Ende werden wir es Erfahrungen, wie wir alle aus der Krise rausgehen und v.a. wann....
  • Ich war heute einkaufen. Ich merke verstärkt, wie sehr Menschen belastet sind.
    Deshalb nehme ich heute ganz bewusst eine Auszeit von all den Nachrichten ...
    Es wird zunehmend auch deutlich, wie sehr die Seelen von Menschen schon leiden. Mir geht es sehr nahe, all das zu spüren. Ich möchte mich bewusst mit Hoffnung und Zuversicht umgeben.
    Deshalb setze ich meine Schritte in die heilsame Natur ...
    https://cml179.wixsite.com/lebenslinien/post/heilsame-natur

  • edited April 8
    @seelenbilder
    Ich hab nach einem Daumen-hoch-Smiley gesucht und keinen gefunden.
    Darum also so für Dich:
    https://www.pinterest.de/beyer6012/daumen-hoch/

    Hoffe das funktioniert :-)
  • Und für die anderen auch mal etwas zur Auflockerung:

    https://mademyday.com/36609
  • @Friends_wanted
    Vielen Dank, ich freue mich sehr über Deine Smileys!
  • @Biancadas sind sehr interessante und einordnende Worte von dir. Vielen Dank dafür. Ich kann den Frust durchaus verstehen, dass nur auf den Einzelhandel und das Pflegepersonal geschaut wird.Auch daran hängen ja mehr Menschen, als man meint, die nicht direkt in dieser Branche arbeiten. Ich vermute, dass darauf so viel geschaut wird, weil eben diese Berufsgruppen mit schlechten Löhnenund viel Arbeit traditionell die Arschkarte gezogen haben. Natürlich halten auch andere die Gesellschaft am laufen aber das Wegbrechen dieser Berufsgruppen von heute auf morgen wäre vermutlich deutlich dramatischer als wenn beispielsweise das Marketing weg brechen würde.

    Aber das nur meine 2 Cent dazu
  • „When the world is turning
    You'll find your true nature
    When the first is last and the last is first
    You'll be where you choose to be“

    In diesem Zusammenhang einfach mal ein paar Textzeilen eines Songs, die momentan sehr treffend sind, wie ich finde.

    In Krisenzeiten lernt man die Menschen um sich herum und vor allem auch sich selber noch mal sehr viel besser kennen.

    Und nicht alles gefällt. ;-)

    Die Psychologie kennt einen Begriff dafür, warum Menschen in Krisen oder nach traumatischen Erlebnissen trotzdem
    gut zurechtkommen können: Resilienz

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)

    Grundsätzlich glaube ich aber auch, dass wir Intros sehr viel weniger Schwierigkeiten damit haben, mit der aktuellen Situation bzw. den Einschränkungen zurechtzukommen.

    Endlich braucht man mal keine „Entschuldigung“ dafür, dass man am Wochenende nur zwei Stunden durch den Wald gewandert ist, viel gelesen hat und ansonsten seinen eigenen Gedanken nachgehangen hat. ;-)

    Ich möchte aber nicht herunterspielen, dass viele Menschen momentan wirklich ernsthafte Probleme haben, da sie nicht wissen, wie sie den Job und die Kinderbetreuung unter einen Hut bringen sollen. Oder wie es überhaupt mit dem eigenen Job weitergehen wird.

    Ich persönlich kann und darf aber ganz normal weiterarbeiten, weswegen ich in der glücklichen Situation bin, dass mein Alltag grundsätzlich recht geregelt weiterläuft. Und ich bekomme somit auch mein ganz normales Gehalt. Darüber bin ich sehr dankbar und weiß das auch wirklich sehr zu schätzen!

    Für den Kontakt zu meinen wichtigsten Leute nutze ich einfach sehr viel Skype. Dann kann man nicht nur miteinander reden, sondern sich wenigstens auch mal sehen.

    Ich hoffe sehr, dass ihr auch alle weiterhin gut durch diese ungewöhnliche Situation kommt und euch nicht unterkriegen lasst.

    Haltet die Ohren steif. :-)

    Viele Grüße,
    Ina

  • Also ich bin zwar auch introvertiert, aber ich kann dem nicht zustimmen, dass es jedem Intro die Corona-Einschränkungen keine Schwierigkeiten macht...
    Bei mir ist es so, dass ich am Anfang der Maßnahmen noch keine Probleme damit hatte, aber als ich realisiert habe, dass das eine sehr viel längere Geschichte werden kann, als ein paar Wochen, machten sich bei mir Beklemmung und Ängste breit. Ich lebe zwar nicht alleine, ich habe eine Frau und zwei Kinder, aber ich habe außerhalb der Familie nicht viele oder eigentlich keine Kontakte und keine Freundschaften. Vor den Corona-Maßnahmen machten mir diese Umstände keine Probleme, weil ich mir gesagt habe, dass ich ja jederzeit die Möglichkeit habe rauszugehen und neue Leute kennenzulernen. Da habe ich mich dann doch immer den Intro-Beschäftigungen hingegeben, die man alleine macht, habe meine Kontakte schleifen lassen, war vielleicht ein Riesen-Fehler.... Das ist jetzt mit den Kontaktbeschränkungen, die wahrscheinlich noch sehr lange andauern werden (wenn denn jemals irgentein Mittel/Impfstoff gefunden wird...) , sehr viel schwieriger geworden. Jetzt fehlen mir auf einmal die sozialen Kontakte, die mir vorher eigentlich noch nicht so wichtig waren, weil ich da ja die Freiheit hatte dies zu ändern. Glücklich sind jetzt vielleicht die Intros, die ein ausreichendes soziales Umfeld haben, aber es gibt eben auch Intros wie mich, die das nicht haben und mir fällt jetzt zum schlechtesten Zeitpunkt eben auf, dass ich auch mal andere soziale Kontakte brauche, außerhalb der Familie... aber jetzt höre ich besser auf mit dem Selbstmitleid... Wenigstens habe ich meine Familie und bin nicht ganz alleine. Ich hoffe irgentjemand kann das nachvollziehen.
  • Hey @Flo, hast du denn gar keine Möglichkeiten, deine eingeschlafenen Kontakte mal anzuschreiben? Vielleicht freuen die sich, mal wieder von dir zu hören!
    Meine D&D Gruppe und ich spielen beispielsweise per Skype, man muss sich also nicht immer direkt treffen können. Vielleicht kannst du mit sowas auch ein paar Leute zurück in dein Leben holen?
  • Ich fand die Corona-Zeit sehr angenehm, gerade weil ich so nach innen gekehrt bin, hat es mich überhaupt nicht groß gejuckt, dass ich lieber im Haus bleiben soll, sofern es nicht um den - am besten - Wocheneinkauf geht.

    Leider endet diese Zeit so allmählich, die Straßen füllen sich seit einer Woche wieder, gleichzeitig freut es mich aber genauso, dass so viele Menschen sich vernünftig verhalten haben und man den Virus gut in Schacht halten kann.

    Nach zwei Monaten bin ich dann dann aber doch letzte Woche mal wieder zu Freunden, die selbst angefragt haben und da auch der willensstärkste Intro irgendwann wohl einen Tapetenwechsel braucht, hab ich das ebenso begrüßt.

    Konnte hier Zuhause mir schön die Zeit bisher mit Computerspielen und Netflix vertreiben, ich hatte eigentlich auch ein Buch ausgeliehen, schon vor dem Ausbruch der Pandemie hierzulande, welches ich immer wieder verlängert habe, aber das bekomme ich so eh nicht fertig, da ich daheim lieber meinen andern Interessen nachgehe.

    Vielleicht leihe ich es mir demnächst noch einmal, wenn es wieder auf Arbeit geht und ich für die Pausen eine Abwechslung brauche, rausgehen tue ich halt nach wie vor ungern aktuell.
  • edited Juni 25
    Als das Ganze mit Corona so langsam ins Rollen kam, hab ich mich irgendwie dabei erwischt innerlich nahezu zu hoffen, dass der Lockdown auch bei uns in .de kommt.
    Das meiste wurde so oder so ähnlich eigentlich schon geschrieben und ich kann mich euch nur anschließen:
    Wir (meine Freundin und ich) haben uns von Anfang an sehr strikt an alle Vorgaben gehalten und uns isoliert (sie arbeitet in einem Pflegeberuf).
    Diese totale, erzwungene, Entschleunigung der Welt tat erstmal richtig gut. Hielt aber nur eine Hand voll Wochen an. Jetzt bin ich da eher bei @Flo.
    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Inzwischen fühle ich mich irgendwie immer einsamer. Ich habe irgendwie viel zu viel Zeit mir Gedanken zu machen. Über die Zukunft, wie die Welt in einem Jahr aussieht, wie mein Berufsfeld (die Event-Branche) in einem Jahr aussieht, was dieses Jahr eigentlich hätte alles sein sollen und nun nicht ist. Soziale Kontakte außerhalb der Arbeit habe ich ein paar wichtige und wertvolle, aber nicht viele, und alle sind sehr vernünftig und halten sich doch ziemlich ans social distancing.

    Ich wohne in der Nähe von Moers - seit heute sind knapp 80 neue Fälle auf einen Schlag in einer Dönerfleisch-Produktion aufgetaucht - wir haben quasi einen kleinen lokalen Hotspot. Und die Leute hier , zumindest viele, interessiert das offensichtlich inzwischen eher nicht mehr so. Das macht mir doch irgendwie Sorgen.
  • Es tut gut, mal ein wenig inne zu halten. Nicht so viele Kontakte und gleichzeitiges Zusammenrücken bedeuten für mich eine schöne Zeit. Die Verpflichtungen gehen zurück. Beschränkung auf das Wesentliche - das ist schon sehr angenehm. Auch beruflich. Wir haben wohl alle so Vieles, bei dem wir glauben es tun zu müssen...
  • Ich find das auch besorgniserregend, wie wenig Leute sich noch dafür interessieren. Wir waren gestern aufm Weg zum Einkaufen. Auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite stand eine Frau, die den Daumen rausgesteckt hatte. Weil ich persönliche Erfahrung mit dem Anhalter-Fahren habe, hatte ich Mitgefühl mit der Frau und fragte, ob wir sie auf dem Rückweg mitnähmen, wenn sie noch da wäre. Sie sei ganz alleine, es war kurz vor 22 Uhr, wer weiß, an wen die noch geraten würde. Darauf bekam ich die Antwort, hm ja, können wir machen, aber wer weiß, ob sie Corona hat und uns gefährdet. Oder wir sie.
    Oh. Daran hatte ich gar nicht gedacht, weil das Auto ein Safe Place für mich ist, genau wie die Wohnung. Darin denke ich nicht drüber nach. Nur, wenn ich raus unter Menschen gehe. Und davon sind wieder verdammt viele draußen.
    Meine Erfahrung ist auch eher, dass alle der Meinung sind "chill, ich hab kein Corona". Hm aber an den Zahlen sieht man ja, dass zumindest ein Teil von denen es eben doch hat und dann reihenweise Leute ansteckt, die ge"chillt" haben. Niemand von denen ist in dem Wissen "joa, ich hab das, aber was solls" rausgegangen, sondern da kann davon ausgegangen werden, dass die wenn überhaupt erst Tage später Symptome bekommen haben (man is ja am ansteckendsten, BEVOR man die ersten Symptome hat).

    Da wir alle irgendwie dazu neigen, uns selber für ungefährlich zu halten und in für uns als sicher empfundenen Orten nicht mal mehr daran zu denken, sehe ich schon die zweite Welle anrollen.
    Ungefähr so:
    https://i.pinimg.com/originals/a5/e3/04/a5e304f1a92fa5adaffc99c2c822d9b3.jpg
  • edited Juni 30
    Die zweite Welle ist in Israel doch schon im Anmarsch, @San. Die haben "damals" ähnlich reagiert und sind jetzt ähnlich nachsichtig geworden. Und während hier viele nur noch oder immer noch meckern, können wir nur hoffen, dass eine zweite Welle bei uns oder generell eben nicht kommt.

    Es ärgert (oder entsetzt) mich, wie wenig manche Leute über den Tellerrand hinausschauen (können) und dazu auch noch dummes Zeug reden:
    "Es gab ja nicht mal eine erste Welle."
    "Das ist ja nur eine Grippe."
    "Die Toten waren doch eh alt und krank."
    "Es gibt tödlichere Krankheiten."
    "Corona ist nur erfunden."
    "Das ist nur Panikmache."
    "An oder mit Corona gestorben!?"
    "Merkel und Co. sind Schuld."

    Ohne Mist.... das wird hier wirklich gesagt, anstatt mal froh zu sein, dass wir hier mit einem blauen Auge davon gekommen sind.

    Man schaue sich Italien, Spanien, England, USA.... an --> "Lügenpresse!"

    Man höre sich an, was Wissenschaftler dazu sagen --> "Die werden doch vom Staat bezahlt und wechseln ständig ihre Meinung."

    "Ach, und die Politiker sind eh alle unfähig....."

    Das ist wirklich schlimm.

    Immer auf andere, anstatt mal selber Verantwortung zu übernehmen oder wenigstens einzusehen, dass man selbst kein Wissenschaftler, Politiker, Ökonomie, Arzt..... ist.

    Ich selber bin auch etwas nachsichtig. Ja, die Maßnahmen nerven auch mich. Und der Mund-Nasen-Schutz nervt, wenn ich im Laden mit meinem Baby schäkern will und mein halbes Gesicht bedeckt ist. Deswegen ziehe ich ihn öfter mal runter, aber nur, wenn wir alleine im Gang sind. Aber wenn ich sehe, dass viele ihren Zinken standartmäßig rausgucken lassen oder die Kassiererin gar keinen mehr trägt....
    Es besteht halt keine akute Gefahr (mehr), die ohnehin niemals direkt sichtbar war. Sie Menschen sind genervt, weil sie trotzdem immer noch eingeschränkt sind. Und dann kommen noch die teils gefühlt planlosen Lockerungen: "Woanders dürfen 100 Menschen...., aber ich darf nicht...."
    Es nervt wie gesagt auch mich mittlerweile. Trotzdem muss man mit neuen Infektionen und Einschränkungen rechnen und achtsam sein. Es hat mal mit einer Person angefangen. Warum sollte es sich also nicht nochmal ausbreiten....!?
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