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Berufsfindung

Halli Hallo. Wenn ihr euch heute noch einmal nen Tipp geben könntet bezüglich: Wie finde ich den Beruf, der zu mir passt als introvertierter Mensch? Was wäre der EINE super Tipp, der euch weitergebracht hat?

Kommentare

  • edited Juni 21
    Hi Dominic_Sch,

    kaum habe ich mich auf dieser Plattform registriert,
    schon melde ich mich zu Wort.

    Ich stehe zwar erst am Anfang meiner beruflichen Karriere dennoch will ich hierzu was sagen . Ich habe in den vergangenen Wochen und Monate mich selbst sehr stark analysiert und beobachtet was ich kann und was ich möchte bzw. nicht möchte.

    Ich selbst bin technisch interessiert. Habe meine Ausbildung im Januar 2019 mit 1,3 abgeschlossen. Ich war schon in der Ausbildung immer eher an der Theorie interessiert, dennoch konnte ich mich auch im Praktischen immer behaupten und war daher der Meinung, dass ich in den Service gehen muss, um eine Mischung aus analytischem Denken und handwerklicher Arbeit zu haben und um als "eigener Herr unterwegs zu sein und ggf. meine Ruhe vor Kollegen zu haben, die einen ständig mit belanglosem Zeug volllabern.

    Im Service wurde ich bisher jedoch nicht glücklich. Die Theorie, die jeweils hinter der Technik steckte interessierte mich stets sehr, jedoch bei den praktischen Aufgaben wurde es mir immer zu stupide und ich begann mich zu langweilen. Das Problem sah ich dann immer im Aufgabengebiet und argumentierte beim Wechsel immer damit, dass mir die Tätigkeit passender zu meinen Vorstellungen "verkauft" wurde als sie es tatsächlich war.

    Ich bin jetzt bei meinem dritten Arbeitgeber (wie gesagt meine Ausbildung endete im Januar 2019) weshalb ich nach kürzester Zeit einen wechselreichen Lebenslauf habe. Ich habe erkannt, dass etwas nicht passt und habe mich stark mit mir auseinander gesetzt und eine Antwort auf die Frage was los ist gefunden und stehe nun vor dem ersten Schritt zur Besserung.

    Ich stehe kurz vor dem Beginn zur Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in Medizintechnik. Ich habe für mich erkannt, dass ich als introvertierter Mensch lieber denke als handle und das obwohl ich keine zwei linke Hände habe.

    Wichtig dabei ist, dass ich mich für die Fachrichtung Medizintechnik entschieden habe, weil sie mich wirklich interessiert. Ich hätte mich auch für Elektrotechnik entschieden können, aber ich bin überzeugt davon, dass ich Probleme bekommen hätte, da es mich persönlich nich sehr interessiert und ich somit keine Motivation gehabt hätte.

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Gerade für Intros ist es denke ich unerlässlich, das man sich beruflich mit etwas beschäftigt was einen auch wirklich interessiert. Alles andere wäre Energieverschwendung. Das heißt im Umkehrschluss, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzen muss und wissen sollte was man möchte und was nicht, was einen interessiert und was nicht und ganz wichtig worin man einen Sinn sieht, denn Intros gehen tief...

    Ich hoffe es hilft dir weiter!

    LG Dettinger
  • Ach, wie toll! Ich wünsche dir grandiosen Erfolg! Viele scheuen den Aufwand, sich tiefgehend rein zu fuchsen - was sie wirklich WIRKLICH wollen.

    Sich stetig auch mutig dem zu stellen, was einen langweilt oder überfordert oder warum-auch-immer nicht glücklich macht: Wow.

    Herzlichen Dank für deine Ausführung!
  • Hallo Dominic, und willkommen im Forum, @Dettinger!
    Ich hab es gerade von einer lieben Freundin gesagt bekommen und noch blöde gefragt, was genau sie damit meint und jetzt prasseln die passenden Momente zu besagtem Thema nur so hinein:
    Authentisch sein.
    Ich denke, das war der Schlüssel für mich. Wissen, wer ich bin, was mir gut tut und was nicht... und dann mit jedem Arbeitsplatz ein paar faule Kompromisse weniger machen. Ich bin dann nach und nach einfach dahin gekommen, wo ich nun bin und könnte eigentlich keine bessere Aufgabenmischung (vor allem: ohne Kundenkontakt!) haben. Ich denke, wer sich selber kennenlernt und dann den Leuten offen und ehrlich zeigt, wer er ist, der hat am ehesten Erfolg.
    Nur als Beispiel.. ich war neu im Unternehmen und mein Kollege fragte mich, ob ich Schulungen bei seinem Kunden mit ihm machen würde. Ich hatte tatsächlich keine Ahnung, ob das zu meinem Aufgabenbereich gehörte (es stellte sich heraus: nein) und da ich neu war, wollte ich natürlich nicht Nein sagen. Der Kollege wollte nur jemanden, der die 6 Termine irgendwann für ihn übernehmen würde.
    Es blieb dabei, dass ich für diesen einen Kunden Schulungen durchführte, explizit auf Kundenwunsch, als besagter Kollege die Firma verließ und sein Nachfolger mit dem Kunden im Gespräch war. Ich mache das tatsächlich alle Jubeljahre mal, um aus meiner eigenen Komfortzone rauszukommen. Ein anderer Kollege/Chef bekam meine Schulungen bei dem Kunden spitz und fragte mich, ob man mich jetzt für Schulungen heranziehen könne. (Natürlich will die keiner halten *augenroll*)
    Ich sagte zu ihm, dass mir das ehrlich gesagt zu viel wäre, dass es nicht so mein Ding sei und ich nur diesen einen Kunden schulen würde.
    Der Kollege/Chef akzeptierte dies und ich wurde nie wieder gefragt, andere Schulungen zu absolvieren.
    Dieses eine Beispiel auf tausend andere kleine Momente übertragen, bekommen die Leute einfach ein Bild davon, wer ich bin und können damit umgehen. Wenn ich immerzu Ja sage und mich verstelle, Ärger, Bedürfnisse und Bedenken herunterschlucke, dann können die Leute auch nicht so auf mich reagieren, wie mir das gut tun würde.
    Deshalb: authentisch sein.
  • You made my day! Gar nicht so ohne, das auch durchzuziehen nicht wahr?
    Das Wörtchen "nein" zu benutzen. Wir tun so viele Dinge. Weil wir denken, wir müssten? Mit jedem Mal authentischer werden fühlt sich magisch an.
  • Nee, das ist echt nicht leicht, besonders anfangs. Deshalb meinte ich ja auch, jedes Mal ein paar faule Kompromisse weniger...
  • Berufsfindung ist für Menschen mit vielen Stärken, mit Tiefgang, mit Überlegtheit nicht einfach - unsere Außenwelt steht zu sehr auf Menschen, die mehr Schein verbreiten als zu sein. Man wünscht sich als Unternehmer noch viel zu oft bequeme Herdentiere als unbequeme Querdenker, selbst, wenn dieses Querdenken auch viele Vorteile für ein Unternehmen bringen würde. Da passt es oft nicht, wenn quer über die Zeilen geschrieben wird.
    Viele tun lieber rasch, als vorher über Auswirkungen nachzudenken. Zeit ist schließlich Geld! Also nicht die besten Voraussetzungen für Tiefschürfer, sie nehmen sich gerne Zeit!

    Ich habe auch einen langen Lebenslauf - viele Interessen, einige Ortswechsel, manchmal unbequem. Und auch auf Chefitäten gestoßen, die keine hinterfragenden Mitarbeiter schätzen. Time to say goodbye! In jüngeren Jahren jedenfalls.

    Inzwischen wissend, wofür das Herz schlägt, doch aufgrund des fortgeschrittenen Alters prüfender! Vielleicht sind die Sterne noch nicht reif genug ...

    Kompliment an Dich, Dettinger, spitze beschrieben, was hilfreich ist: die wahrhaftige Auseinandersetzung mit sich selbst!
  • Schöne Aussagen. Mit der Zeit ist man es sich selbst wert sozusagen. Sodass man sich auch mal zutraut, gegen den Strom zu denken und zu handeln.
    In vielen Hochschulen wird mittlerweile Führung gelehrt, die transparenter und kooperativer ist. Es gibt viele tolle Ansätze. Für potenziell wahnsinnig tolle Führungskräfte.
  • Bei mir benutze ich immer Linkedin oder Stepstone. Ich werde auch auf die Homepage der Firmen gehen, die ich mich interessiere.
    Du könntest auch die Website hier reinschauen. Da gibt's ein paar Tipps dafür und prinzipiell Jobcenter kann die Bewerbungskosten übernehmen, wenn man das vorher beantragt. :D
    https://www.hartz4.de/jobsuche/#Suche-Arbeit-Wie-finde-ich-einen-Job
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