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Lesen vs. Vorlesen

Hallo zusammen,

Ich habe im Zusammenhang meiner Erkenntnis, dass ich zu den introvertierten Menschen gehöre, meine Schulzeit Revue passieren lassen. Dabei kam eine Frage auf, bei der mich eure Meinungen interessieren.

Ich war früher nie ein fleißiger Leser, weil mich die Bücher meist langweilten und ich noch nicht wusste welche Themen mich interessieren. Dennoch konnte ich immer im Kopf fließend lesen. Sollte ich aber laut vor der Klasse vorlesen, begann für mich die reinste Tortur und ich weiß bis heute nicht warum. Ich begann zu stottern, konnte Wörter nicht mehr so schnell identifizieren und aussprechen, obwohl ich sie klar lesen konnte.

War das bei euch auch so? Lag es eventuell daran, dass introvertierte einfach länger brauchen durch die langen Nervenbahnen?

VG
Dettinger

Kommentare

  • SanSan
    edited Juni 22
    Hi Dettinger,
    da hab ich neulich auch mal wieder drüber nachgedacht.. Die peinlichen Sachen vergisst man wohl nicht so schnell, wie? Ich war auch nie der flüssigste Vorleser und auch heute, wenn ich privat jemandem vorlese, wollen meine Worte oft schneller als der Mund kann und eventuell hab ich auch erwartet, dass der Satz anders weitergehen würde, Worte dementsprechend falsch gelesen und stehe dann in einer textualen Sackgasse.
    Ich erinner mich auch daran, wie ich im Unterricht (Grundschule) sagen sollte, was 3 x 5 ist. In Gedanken machte ich "fünf... zehn... fünfz.." und in dem Moment sagten schon meine Mitschüler "waaas so lange brauchst du dafür, das ist doch leicht!" Damals hab ich vor allem zu weinen angefangen.
    Ich sag heute noch oft von mir, ich bin Zahlenlegastheniker. Ich weiß nicht, ob es das wirklich gibt oder ob ich einfach ordentlich Kopfrechnen üben müsste, aber ich hab wirklich Probleme mit ungeraden Zahlen. Besonders, wenn ich 7 und 5 oder 8 und 5 addieren muss (was bei meinem phänomenalen Glück beim Dungeons&Dragons unverschämt oft vorkommt), muss ich immer erst überlegen, wie viel davon bis zu 10 sind (2 bzw. 3) und dann die 2 bzw. 3 von der 5 subtrahieren und das, was ürbig bleibt, auf die 10 aufaddieren. Das dauert, weil ich mir unsicher bin. Und aus irgendeinem Grund muss ich es jedes Mal neu rechnen, ich kann es mir nicht merken (und meistens muss ich noch mehr Würfel aufaddieren, was weiteren Zeitdruck mit ins Spiel bringt. Ist schon peinlich, auf 5 Würfel zu starren und es nich gebacken zu bekommen, irgendwie mit dem Addieren anzufangen)

    Und ich glaube, wegen dieser Unsicherheit hat das damals beim Vorlesen auch nich so einwandfrei geklappt. Unsicherheit und das Wissen "es hören gerade alle zu" und möglicherweise denken sie "waaas , so lange brauchst du dafür, das ist doch leicht!"
  • Hey San,
    nein, die peinlichen Sachen vergisst man leider nicht so schnell...
    Oh man das klingt als hättest du ne harte Schulzeit gehabt. Kinder können jedenfalls sehr grausam sein :D

    Hm ich hab zwar den Begriff Zahlenlegastheniker auch schön gehört aber ich glaube, dass das nur eine Wortkreation ist und nicht wirklich der Begriff dafür. Aber dennoch wird damit deutlich was du meinst!

    Spannend finde ich jedoch deinen Lösungsweg, den ich jetzt auf Anhieb ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen kann :D Liegt aber vermutlich daran, dass ich grad n vollen (oder einen leeren) Kopf habe. Aber evtl. später, wenn ich es nochmals durchlese. Dennoch, da sieht man mal wieder es gibt nicht nur den einen Lösungsweg um ans Ziel zu kommen. Und dabei ist egal wie lange es dauert, Hauptsache man kommt an ;)

    Wie warst du denn in der Schule im mündlichen? War dir die Benotung deiner Mitarbeit auch immer ein Graus? Ich finde ja, dass das Schulsystem generell überholt gehört und das diese Benotung mit als Erstes abgeschafft werden sollte.
  • SanSan
    edited Juni 24
    Be-schissen war ich in mündlich, @dettinger.
    Ich seh das genau so wie du, das gehört abgeschafft. Kinder in ihren prägendsten Jahren in eine Form quetschen zu wollen, in die NIEMAND komplett reinpasst...
    Meine Mutter unterstützte leider meine Lehrer, nicht mein Seelenheil. Sie bot mir bares Geld an, wenn auf einem meiner Zeugnisse einmal nicht stehen würde, ich müsse mich mehr beteiligen. Ich hab das niemals geschafft und mich selber dafür am härtesten fertig gemacht. Ich hasse mich heute noch mit glühender Inbrunst, wenn ich das Gefühl habe, zu versagen.

    Ich finde, Kindern darf nicht systematisch beigebracht werden, dass was mit ihnen nich in Ordnung ist. Aber das zu erreichen ist meiner Meinung nach vollkommene Utopie. Diese Welt lebt davon, den Anderen klein zu machen, um selber größer zu wirken. Zumindest seine Systeme. Fragst du Einzelpersonen, so würde sich und sein eigenes Handeln wohl kaum jemand in Zweifel ziehen oder als überdenkenswürdig erachten.

    Edit: wie rechnet man das denn normal? Ich kann das nur so. 7 + 6 oder 7 + 8 rechne ich übrigens so, dass ich 2x7, also 14 bekomme. Die Zahlenreihen wurden damals auswendig gelernt, 7 war die letzte, weil die wohl am wenigsten mit Mustern errechenbar ist wie etwa die 5, wo ja am Ende immer entweder 0 oder 5 stehen. Die 7 hab ich also als siebenvierzehneinundzwanzigachtundzwanzig gelernt. Danach muss ich schon eine Millisekunde länger denken.
    Bei 6+7 geh ich also entweder über die siebenvierzehn minus 1 oder über die sechszwölf plus 1. Und 7+8 ergo siebenvierzehn plus 1 oder achtsechzehn minus 1.
    Ich wüsst tatsächlich nicht, wie ich es anders machen könnte, außer an den Fingern abzuzählen.
    Vermutlich erklärt das wohl auch meine Zahlenlegasthenie, wenn das echt so ungewöhnlich ist und mein Gehirn immer erst ein paar Runden um den Block fährt, bevor es mal hinne macht
  • Hallo!

    Ich hatte das auch so!! Ganz schlimm mit dem laut vorlesen! Ich hatte immer wirklich Streß und Druck vor den Fächern bei denen man öfter mal in die Lage kam, laut vorlesen zu müssen... Deutsche, Englisch, Geschichte, etc....!
    Hab mich meist schon vorab in die letzte Reihe gesetzt, mit dem Gedanken, dass der Lehrer mich schlechter sehen würde.
    Das ging bis zum Abitur so!

    Eine Situation in der 10. Klasse: ich saß leider mit dem Platz vorm Lehrerpult, der Lehrer saß gerne auf dem Tisch vor der Klasse. Die ersten 15 Minuten Hausaufgaben vorlesen. Ich habe vor Angst immer mit dem Stift im Heft herumgekrakelt, dass es so aussehen würde als ob ich fürs vorlesen keine Zeit hätte... Doof ey! Dann musste ich dann doch vorlesen und ich habe kaum Luft gekriegt, habe nur gestottert und wäre anschließend so gerne im Boden versunken, es war mir so peinlich!

    Im Mathematikunterricht musste ich an der Tafel mal was vorrechnen, einen Lösungsweg den ich in einer Klausur geschrieben hatte. Der war sogar richtig, aber ich hatte als Einziger einen ganz anderen Ansatz, den meine damalige Lehrerin mega cool fand. Alle anderen Schüler nur "häh? Wie doof.. Das is falsch "

    Meine Lehrerin hat mich weitermachen lassen und anschließend die Schüler zurecht gestutzt, die mich verunsichert hatten. Und mich gelobt! Das war aber geil!


    Ich war damals soooo froh als meine Schulzeit vorbei war. Ich hatte oft Angst vorm lesen und vor fiesen Mitschülern!
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