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Hallo liebes Forum :)

edited Juni 25 in Vorstellungsrunde
Guten Morgen,

auf einem Blog bin ich über den Link zu diesem Forum gestolpert. Ich habe schon viel in euren vielen und interessanten Beiträgen gestöbert, war bisher aber nur ein stiller Mitleser. Das möchte ich jetzt gerne ändern :-) Möchte mich aber auch gerne zuerst einmal bei euch vorstellen.
Ich bin 35 Jahre alt, hauptberuflicher Tontechniker, komme aus NRW vom schönen Niederrhein und habe die Fotografie jetzt wieder für mich zurück entdeckt.

Eigentlich hatte mein Leben zuletzt einen Rahmen, der mir eine gute Struktur geboten hat - dann kam Corona und Kurzarbeit, viel zu viel Zeit zum nachdenken. Das führte dazu, dass ich mich wieder mehr mit dem Thema Introversion und Sensibilität beschäftigt habe.

Schon relativ früh habe ich festgestellt, dass ich so ein bisschen ... anders bin. So habe ich mich als Kind und Jugendlicher zumindest immer gefühlt. Meine Kindheit verlief eigentlich sehr geborgen und perfekt, von einem inner-familiären Problem abgesehen, das ich als Kind aber noch nicht so wirklich verstanden habe und welches ich hier vorerst nicht genauer thematisieren möchte.

Die Schulzeit war dann im großen und ganzen der blanke Horror. Ich war ruhig, in mich gekehrt, tagträumerisch. Das führte schnell zu Unverständnis bei Lehrern und noch viel schlimmer bei meinen Mitschülern. Das führte dann eine lange Zeit zu massivem Mobbing. In einem "Krisengespräch" mit meiner Klassenlehrerin (ich hatte mich mit regelm. "Schule schwänzen" aus der Situation "gerettet") wurde mir knallhart gesagt, ich sei ja selbst Schuld, würde mich nicht integrieren wollen und sei nicht offen genug. Dem früh-Macho-Gehabe meiner Mitschüler konnte ich mich aber nicht öffnen, ich habs schlicht und einfach nicht verstanden, mich haben eben andere Dinge interessiert. Das war der Punkt an dem ich erstmals für mich realisiert habe dass ich bin wie ich bin, und dass ich daran eigentlich auch nichts ändern möchte. Verunsichert hat mich das alles (insbesondere das Mobbing) aber natürlich extrem.

Durch einen Freund habe ich dann erste mal die Tontechnik, damals noch durch eine örtliche Kirchenband, kennengelernt. Schnell stand für mich fest, dass ich das richtig machen will. Durch Veranstaltungstechnik große Emotionen schaffen.
Habe dann auch schnell eine Ausbildungsstelle gefunden. Hier habe ich schnell viele ... ich nenne es mal "alternativere" Menschen kennengelernt, das war und ist meine Welt. Veranstaltungstechnik bedeutet Stress, alles geht auf Zeit, es gibt viel Trubel. Eigentlich ein krasser Gegensatz zu mir selbst. Ich konnte aber einen Weg finden mir doch immer die nötige Ruhe einzuräumen. Immer? Nein, mein damaliger Chef hat mich gefördert - was mich natürlich gefreut und motiviert hat. Ich wurde aber immer weiter ins Planungsgeschäft integriert. Viel Kundenkontakt, eine Mail hier während dem Telefonat dort, Volle eigene Verantwortung für größer werdende Veranstaltungen, immer weniger Schlaf - dann hats irgendwann bumm gemacht, und ich war am Ende meiner Kräfte ... nennt man neudeutsch wohl "BurnOut". Ich bin danach dann noch einige Zeit an diesem Arbeitsplatz verblieben, weil das Team und Kollegium einfach absolut einmalig war, ich will die Zeit nicht missen.
Habe dann aber irgendwann die Leine gezogen und an ein örtliches Stadttheater gewechselt. Hier kann ich mich jetzt, bei geregelten Arbeitszeiten, vollkommen auf meine Passion, die Tontechnik, konzentrieren.

Seit etwa vier Jahren wohne ich außerdem glücklich mit meiner Partnerin und einer kleinen vierbeinigen Diva (eine 13 jährige Britisch-Kurzhaar-Mix-Dame) zusammen.

Das soll es für den Anfang gewesen sein. Ich freue mich auf den Austausch mit euch :-).

Ganz liebe Grüße,
Comely

Kommentare

  • Willkommen im Forum der Introertierten Comely!

    Schön, dass du zu uns gefunden hast und danke, dass du dich uns zuerst einmal vorstellst.

    Schau dich in Ruhe um, beteilige dich an den bestehenden Diskussionen oder mach einen neuen Thread auf, sollte ein Thema, das dir wichtig ist, hier noch keinen Platz haben.

    Viele gute Erkenntnisse bei uns und auf eine gute Zeit.

    Enjoythesilence
  • Hi Comely, auch von mir noch mal herzlich Willkommen bei uns!
    Es ist frappierend, was für ein Geschiss und Drama in der Schulzeit darum gemacht wird, alle Kinder unbedingt gleich machen zu wollen und im Erwachsenenalter wird man damit dann größtenteils in Ruhe gelassen. ES IST JA FAST SO ALS WENN DER CHARAKTER EINES MENSCHEN SCHON IM KINDESALTER FEST STEHEN WÜRDE UND MAN DAS GAR NICHT SO OHNE WEITERES MIT DRUCK UND ZERSTÖRUNG ÄNDERN KÖNNTE...
    Ich hab diese Erfahrungen auch gemacht und garantiert noch viele Andere hier im Forum.
    Warum muss ich gerade an die Szene aus dem Film mit Haley Joel Osment als kleinem Kinderroboter denken, der die ausgemusterten Roboter am Lagerfeuer in der Pampa trifft, die niemand mehr haben will?
    Ich glaub, ich hab den Film nich mal komplett gesehen aber irgendwie musst ich da gerade dran denken. Manchmal fühl ich mich wohl wie einer dieser abgeschobenen, defekten Roboter, die ums Feuer sitzen und für ihr eigenes Verständnis vollkommen normal funktionieren und sich fragen, was sie falsch gemacht haben, warum sie verstoßen wurden, warum sie nicht genug sind....

    Uuuh dark turn, entschuldige. Viel Spaß hier ^^'
    LG
    San
  • Hi,

    vielen Dank für eure netten Begrüßungen :-)

    @San - du musst dich nicht entschuldigen, "dark turns" (wie blöd das in Mehrzahl klingt :D) sind doch oft die spannensten - ich mag das sogar irgendwie.
    Und ich finde der Filmvergleich klingt wirklich total passend, auch wenn ich den Film garnicht kenne :-). Wobei ich , wenn ich das Bild jetzt mal übernehme, irgendwie selbst da allein am Feuer sitzen würde, in meinem Umfeld hab ich leider kaum Begegnungspunkte mit anderen "Defekten" :D

    Liebe Grüße
    Comely
  • Ach ja. Manche Sätze hätten auch von mir sein können.
    Es ist sooooooooo toll zu hören, dass du von Passion sprichst.
    Und dazu noch eine liebe Partnerin. Viel Freude auf all deinen Wegen.
  • @comely Wieso, "Dark Turns" klingt doch cool, irgendwie wie die neueste Scheibe der lokalen Metal-Band. Ich denke an folgende Cover Art: Es ist dunkel, Nacht, im Fokus des Bildes ist eine dunkel, gewundene Straße, erhellt vom Scheinwerferkegel eines Autos (dessen Ursprung die Position der Kamera ist), der Mittelsteifen beginnt unten in der Mitte des Covers. Links und rechts der Straße sieht man im dunkeln/grauen Streifen von Natur, Gräser, aha eine Landstraße. In der Entfernung in der Dunkelheit vielleicht ein Farmhaus. Über allem der dunkel Himmel mit Sternen. "Dark Turns", erhältlich ab Juli 2020 in deinem Plattenladen!
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