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gibt es hier auch ältere Menschen ...?

Liebe Forumteilnehmerinnen
ich stamme aus der Schweiz, bin Mutter von zwei erwachsenen Kindern, seit 10 Jahren bin ich geschieden und lebe alleine. Ich bin 58 Jahre alt. Mein Geist ist jung.
Ich habe am Wochenende für 3 Tage meine Tochter besucht und war die ganze Zeit unter jungen Menschen, habe schlecht geschlafen, mich phasenweise fehl am Platz gefühlt, ein paar gute Gespräche gehabt und war danach sehr ausgelaugt, deshalb gehört dieser Montag mir alleine, das habe ich mir vorgenommen, und dann geschah dies:
Ich bekam über FB ein Video, es hat mich berührt, und es hat mich auf diese Spur geschickt: introvertiert... Ich habe (danke spotify!) das Buch "Kopfsache" angefangen zu hören, darum bin ich jetzt hier. Ich habe erkannt, dass es hinter der Bezeichnung, die mir gegenüber oft negativ benutzt wurde, wichtige Informationen für mich gibt. Endlich!

Meine erste Bezugsperson ist momentan meine Schwester, die stark extrovertiert ist. Wir führen seit einem Monat zusammen einen Secondhand-Laden. Der ständige Kontakt mit ihr stellt mich vor mächtige Herausforderungen. Daraus lerne ich viel, aber auch meine Grenzen werden klarer. Ich habe meine Empfindlichkeit gegen böse Worte entdeckt, meine Neigung, mich nach einer Auseinandersetzung zurückzuziehen, meine Spuren zu verwischen, unsichtbar zu werden, wobei sich Worte und Vorwürfe aus der Auseinandersetzung tief eingraben und bleiben wollen während ich das starke Bedürfnis fühle, diese sofort zu widerlegen.
Ich wollte immer so sein wie meine Schwester, wurde auch von den Eltern dazu angehalten, anders zu sein als ich bin, damit ich auch mal Freunde finde. Wenigstens bist du eine Ruhige, das bekam ich öfter zu hören. Oder auch: sonderst du dich wieder ab? Seit meinem 9. Lebensjahr lese ich, um mich und die Menschen besser zu verstehen.

Ich bin eine Entdeckerin, alles Wissen was ich brauche fliegt mir im richtigen Moment zu. Ich liebe Gespräche und Sachbücher über psychologische, gesellschaftsphilosophische und -politische Themen, Mode, Gestaltung, Kunst. Energie tanken kann ich bei Spaziergängen, beim Nähen, Kochen, Zeichnen, Malen, manchmal praktischerweise auch beim Putzen und aufräumen. Da können meine Gedanken fliessen. Ich möchte am liebsten meine Wahrheiten und Entdeckungen alle aufschreiben. Ich wollte immer ein Buch schreiben, schiebe es aber noch vor mir her. Das Reflektieren macht mein Leben interessant.

Es wird mir auf irritierende Weise die Möglichkeit bewusst, dass ebenfalls introvertierte Menschen, die ich sehr gerne mag, deshalb nicht meine Gesellschaft suchen, weil auch sie eventuell damit beschäftigt sind, die Extrovertierten in Schach zu halten...

Ich freue mich hier zu sein und lasse mich vertrauensvoll(er als an anderen Orten) überraschen von dem was sich ergeben mag,

mit herzlichen Grüssen
Eva





Kommentare

  • Ja, ich denke wir alle kennen das: Wollten das introvertiert Sein irgendwie wegdrücken. Dieser "Druck" entsteht sehr schnell, in dieser oft extravertierten Gesellschaft.
    Sich immer besser verstehen ist ein großer Segen. Herzliche Grüße zurück.
  • Willkommen im Forum der Introvertierten Eva!

    Ich freue mich, dass du (dank spotify) zu uns gefunden hast und wünsche dir hier wertvolle Erkenntnisse.

    Enjoythesilence
    (Ü40)
  • Hallo Eva,
    ich kann mich direkt mit deiner Beschreibung von Konlifkten identizifieren. Das bin soo ich. Das Bedürfnis, zu widerlegen, was über mich gesagt wurde oder in irgendeiner Form mich begreiflich zu machen, warum ich so bin, für das ich gerade kritisiert wurde. Das Bedürfnis, zu verschwinden, unsichtbar zu sein, vielleicht kurz die eigene Existenz ausknipsen wie einen Lichtschalter, bis die schrecklichen Gefühle wieder nachgelassen haben. Die schrecklichen Gefühle, die sich wie die Klauen eines Pflugs in die Erde meiner Seele krallen und dort Stücke von mir rausreißen und umgraben...Selbst wenn der aktive Konflikt vorbei ist, steh ich innerlich vor dem aufgewühlten Feld meiner eigenen Seele und weiß nicht, wie das jemals wieder glatt und eben werden soll. Mir blutet das Herz bei der Erkenntnis und der verzweifelten Frage, warum zarte, zerbrechliche Seelen immer wieder von Menschen Risse und Splitter zugefügt bekommen nur weil diese Menschen Zartheit nicht verstehen und mit etwas Schlechtem gleichsetzen. Warum müssen wir uns anpassen? Wie sollen wir uns denn anpassen? Warum dürfen wir nich einfach sein..

    Eva, ich finde dich anhand von deiner Beschreibung schon mal sehr sympatisch. Ich hoffe, ich lese noch viel von dir hier.
    Liebe Grüße
    San
  • Hallo Eva, es tat echt gut, Deinen Text zu lesen. In vielen Dingen, die Du schreibst, erkenne ich mich so wieder.

    Gerade auch dieses Zurückziehen nach Auseinandersetzungen ist mein Weg. Ich fühle mich danach immer so extrem ausgelaugt und denke stundenlang darüber nach. Wahnsinn!

    Deine Frage, ob hier auch ältere sind: Jup, ich bin 49 Jahre, verheiratet, ein Sohn, 19 Jahre alt. Und meine Familie ist echt mein Anker. Wir sind eine Einheit, wir 3. Ich glaube, sowas können nicht viele von sich behaupten. Dafür bin ich auch sehr, sehr dankbar.

    Ansonsten lebe ich zurückgezogen, liebe meinen Garten, da kann ich stundenlang rumwerkeln. Ich bin liebend gerne in der Natur unterwegs, und das am allerliebsten alleine. Weil ich dann stundenlang durch die Gegend ziehen kann, ohne mich auf jemand anderes konzentrieren zu müssen. Wenn jemand dabei ist, habe ich das Gefühl, dass derjenige mir meine Energie abzieht.

    Ich lege mittlerweile auch keinen Wert mehr auf tiefe Freundschaften, lockere Bekanntschaften, mit denen ich mal was unternehmen kann, sind okay. Aber mehr auch nicht. Ich bin jemand, der etwas länger braucht, um mit jemanden warm zu werden. Bei einigen geht es auch schneller. Aber die meisten geben mir die Zeit nicht, sondern hauen mir meine Unzulänglichkeiten gleich an den Kopf.

    Ich habe aber auch eine andere Seite: ich gehe total gerne auf Veranstaltungen, Konzerte, Theater und tanzen. Also mit Menschenmassen habe ich nicht so das Problem.

    Ich wünsche Dir viel Spaß hier beim Lesen, ich finde es immer wieder interessant, wenn andere Leute berichten, dass es ihnen ähnlich ergeht wie mir.
  • @Nethi "Aber die meisten geben mir die Zeit nicht, sondern hauen mir meine Unzulänglichkeiten gleich an den Kopf."
    Wow. Das zu lesen, tut mir so leid für dich. Ich denke mir grad erbost "wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein"
    Niemand ist perfekt, aber irgendwie werfen dennoch arg viele Menschen mir Steinen.

    Ich freu mich, dass du und deine Familie so eine tolle Einheit sind :) Das ist glaub ich echt rar. Halt deine zwei Beiden gut fest!
  • Hallo Eva,

    ich habe mich sehr gefreut, deinen Text zu lesen. Vieles was du beschreibst kann ich sehr gut verstehen und kenne es von mir ähnlich oder genauso ;-)

    Ich heiße Daniela, bin 46 Jahre alt, verheiratet, Mutter von 2 Töchtern (15 und 17) und wohne in einem kleinen Dorf in Hessen.

    Mir ist es immer sehr schwer gefallen meinen Teilzeitjob, Haushalt und Kinder unter einen Hut zu bringen... trotz Unterstützung durch meinen Mann haben mich diese Anforderungen immer extrem gefordert - in meinen Augen mehr als andere und das hat mich mich mich immer "anders" fühlen lassen, anders als andere Mütter.

    Das was du beschreibst, dass dich der Besuch bei deiner Tochter so gefordert hat und danach deine Akkus leer gewesen sind, kenne ich auch nur allzu gut. Nach Familienfeiern habe ich regelmäßig am nächsten Tag einen "Introvertiertenkater" und brauche Zeit für mich....

    Ich finde es toll, dass du zusammen mit deiner Schwester einen Laden aufgemacht hast, allerdings kann ich mir auch sehr gut vorstellen wie schwierig das Zusammenarbeiten sein kann ;-)

    Auch mir geht es so, dass ich wenig introvertierte Freunde/innen habe. Mit vielen meiner extrovertierten Freundinnen von früher habe ich kaum noch Kontakt, ehrlicherweise bin ich darüber aber überhaupt nicht unglücklich. Ich bin gerne alleine oder verbringe Zeit mit meinem Mann und meinen Töchtern - das reicht mir.

    Vor einigen Jahren habe ich zum ersten Mal über Hochsensibilität gelesen und dadurch vieles für mich heraus gefunden, warum ich manchmal etwas anders "ticke" als andere. Dazu ist dann irgendwann das Introvertiertsein gekommen, was vieles für mich noch viel klarer gemacht hat. Besonders das Buch "Still" von Susan Cain hat mir den Unterschied von introvertierten und extrovertierten Menschen noch mal sehr deutlich gemacht.

    Ich genieße mein introvertiertes Leben sehr, merke aber auch immer wieder, dass es nicht der Norm entspricht... Ja, und deshalb freue ich mich sehr auf Austausch hier im Forum.

    Liebe Grüße Daniela
  • Liebe mich willkommen Heissende
    @Dominic_Sch @enjoythesilence @San @Nethi @Daniela_S
    danke für eure Zeilen, die mich sehr gefreut haben. Hier ist eine neue Welt für mich aufgegangen. Ich weiss seit Anfang dieser Woche dass ich introvertiert und hochsensibel bin. Bisher fand ich mich einfach anders und wollte mich ändern. 58 Jahre lang!
    Wie es so unsere Art ist, vertiefe ich mich jetzt in dieses Thema. Ich lese darüber so viel ich kann, ich reflektiere, meine Erkenntnisse und Aha-Erlebnisse schäumen nur so hervor.
    Ich wache in der Nacht auf und erinnere mich, dass nun alles klarer wird, dass ich ok bin und ins So-Sein eintauchen darf: beobachten statt mitreden, absagen statt mich zwingen irgend wo hin zu gehen. Das erleichtert mich unheimlich!
    @Daniela-S ja der Laden ist toll, doch meine Schwester ist extrem extravertiert. Wir haben beide den 16 Persönlichkeiten-Test gemacht, da sind wir 170 Punkte auseinander!

    In diesem Forum auszutauschen ist ganz anders als in anderen Gruppen. Ich freue mich sehr. Ich fühle mich angekommen. Danke! Ich werde mich noch vom Anspruch an mich selbst befreien müssen, hier möglichst chronologisch korrekt auf Beiträge eingehen zu wollen. Aber ich liebe es, umherzustreifen und mitzureden.

    Herzliche liebe Grüsse
    Eva
  • Liebe Eva, es ist immer schön zu lesen/hören, wenn jemand sich selber entdeckt und langsam zu der Erkenntnis kommt, dass er haargenau so richtig ist, wie er ist. :) Ich freue mich so für dich! Mach weiter!
  • edited Juli 2
    Zitat:
    "(...)
    In diesem Forum auszutauschen ist ganz anders als in anderen Gruppen. Ich freue mich sehr. Ich fühle mich angekommen. Danke! Ich werde mich noch vom Anspruch an mich selbst befreien müssen, hier möglichst chronologisch korrekt auf Beiträge eingehen zu wollen. Aber ich liebe es, umherzustreifen und mitzureden. "


    Hallo Eva, auch von mir (58) ein Willkommensgruß! Mich zog vor nicht langer Zeit der tolle Umgang der User miteinander zur Registrierung bei introvertiert.org.
    Was Du beschreibst, kenne ich von mir, als mir Hochsensibilitaet (= ein Guetesiegel!) vor vielen Jahren Begriff wurde, garniert mit vielen "Aha"s und so weiter. :-)
  • Lieber @Spaziergaenger
    danke! ich attestiere mir alles selbst, noch nie hat mich eine psychologisch geschulte Person oder ein Coach auf dieses Thema hingewiesen, was ich im nachhinein doch erstaunlich finde... Der jetzige Moment passt sehr gut, darum ist es so genau richtig.

    Ich spaziere übrigens sehr gerne und hörte darüber schon vor Jahren eine Radiosendung, ich glaube es war eine Buchbesprechung... das war auch eine Offenbarung!

    Liebe Grüsse
    Eva
  • Liebe Eva,

    was empfindest du denn als größte Schwierigkeit im Alltag mit deiner extravertierten Schwester? Kannst du dich gut abgrenzen und wenn ja, wie schaffst du das? Und ja, was machst du für dich, was tut dir gut und gibt dir Energie um den stressigen Alltag im Laden zu bewerkstelligen?

    Ich hoffe, du hältst mich jetzt nicht für allzu neugierig... Doch ich finde es immer sehr spannend, welche Strategien andere (leise und introvertierte) Menschen für sich entwickelt haben ;-)

    Ich habe vor 2 Jahren meinen Teilzeitjob als Ergotherapeutin gekündigt, da es mir damals sehr schwer gefallen ist, mich abzugrenzen. Außerdem gab es da noch so einen Rattenschwanz an gesundheitlichen Problemen (Migräne, Magen-Darm-Beschwerden, Allergien und Unverträglichkeiten) den ich hinter mir her gezogen habe. Seit damals habe ich viel über mich und meine Bedürfnisse gelernt und bin immer besser darin geworden, dafür einzustehen. Trotzdem stresst mich längeres Zusammensein mit lauten, extravertierten Menschen immer noch sehr und ich habe außer Rückzug noch keine passende Strategie für mich gefunden...

    Liebe Grüße Daniela
  • Liebe Eva, gerne möchte ich auf das Thema der Psychologen eingehen. Denn genau diese Gedanken gingen mir in letzter Zeit durch den Kopf. Als ich 35 Jahre alt war, hatte ich einen ziemlichen Tiefpunkt in meinem Leben. Mit Klinikaufenthalt und auch anschließender Gesprächstherapie. Und auch dort wurde niemals die persönliche Struktur von mir erarbeitet. Es fiel niemals das Wort introvertiert oder hochsensibel. Das verwundert mich heute sehr, aber das Thema Therapie ist für mich wirklich abgehakt. Die Gesprächstherapie hatte ich damals nicht weitergeführt, es war nichts für mich.

    Ich habe dann angefangen, Bücher zu lesen zu den Themen Introvertiertheit und auch Hochsensibilität. Und da wurden mir die Augen geöffnet. Und heute geht es mir wirklich sehr gut damit. Es ist wie eine Befreiung.

    Mir ging es eigentlich ein Leben lang genauso wie Dir, ich wollte immer sein wie die anderen. Und habe mich als falsch empfunden. Aber das ist nicht mehr relevant für mich. Ich fühle mich mehr zu den ruhigen Menschen hingezogen, die sind einfach angenehmer für mich.

    Viel Freude wünsche ich Dir beim weiteren Forschen und entdecken und auch hier lesen!

    Bis bald mal wieder!


  • @Daniela_S
    Liebe Daniela
    ich komme leider nicht so gut klar mit meiner Schwester. Ich liebe sie sehr, wir können gut zusammen lachen und shoppen, auch Ausflüge geniesse ich mit ihr. Mit ihrer Unverbindlichkeit und Lautstärke kann ich umgehen. Das grösste Problem ist, dass sie (für mich aus heiterem Himmel) schlechte Laune hat und mich beschuldigt, ich hätte sie mit irgend einer Äusserung verletzt. Sie ist dann sehr emotional. Am Tag nach so einem Ausbruch hat sie alles vergessen, wohingegen ich nach einer schlaflosen Nacht völlig kaputt bin.
    Ich mache eine Therapie nach IBP (integrative body process) und "defragmentiere" mich. Ein wichtiger Schritt, der dritte in einer siebenteiligen Abfolge, ist: meine Grenze wieder herstellen. Ich bin froh um die Therapie. Jetzt ist meine Therapeutin im Urlaub, ich werde ihr erst Ende Juli von meiner Entdeckung erzählen können.
    Ich habe nun verschiedene Abgrenzungen im Alltag gemacht, was ich mich vorher nie getraute. Verabredungen absagen, am Balkon einen Sichtschutz anbringen, mich zurücklehnen und zuhören statt einen Gesprächsbeitrag leisten. Mich bewusst mit ruhigen Arbeiten beschäftigen, alleine mit dem Hund spazieren gehen. Vor allem aber: mir die Erlaubnis geben authentisch zu sein.
  • @Nethi
    ja die Therapien...
    ich war lange Zeit in einer (wie ich sie erst heute nenne) Psychosekte. D.h. mein damaliger Therapeut, den ich wegen meiner Angst aufsuchte, entwickelte sich in Richtung Guru. Ich möchte über dieses Thema einmal separat schreiben.
    Meine jetzige Therapie passt zu mir. Keine Emotionen die ausgelebt werden müssen in der Sitzung, kein Körperkontakt, Respektierung meiner Grenzen. Ich fühle mich da sehr gut aufgehoben.
    Auch für mich ist es wie eine Befreiung, dass ich jetzt meine Art definieren kann. Ich gehöre jetzt auch dazu, einfach nicht zu jenen, sondern zu diesen. Zu den Menschen mit denen ich mich wohl fühle.
  • Liebe Eva,
    wie schön, dass du so glücklich und zufrieden mit deiner aktuellen Therapie bist! Das ist bestimmt eine große Hilfe.
    Das was du über deine Schwester schreibst, dass sie dich - für dich - aus heiterem Himmel beschuldigt, sie durch eine Äußerung verletzt zu habe, ist dagegen weniger schön. Hauptsächlich für dich, da du ja nie weißt wie sie wieder reagieren könnte...
    Ich hatte den Gedanken, dass sie vielleicht auch hochsensiblel sein könnte, schließlich gibt es ja auch sehr viele extrovertierte Menschen, die hochsensiblel sind. Für mich ist es zum Beispiel immer wieder sehr spannend, wie unterschiedlich die Hochsensibilität sein kann...
    Liebe Grüße Daniela
  • Liebe Eva, das Thema Abgrenzung ist auch bei mir ein Riesenthema. Es fällt mir wahnsinnig schwer. Ich nehme viele Dinge persönlich und ich kann negative Dinge ganz lange mit mir rumschleppen, ohne zu einem Ergebnis zu kommen.
    Leider bin ich auch noch so ein „Depp“, der immer darauf achtet, andere Menschen ja nicht zu verletzen. Und so kommt es, dass ich mich bei manch einer Äußerung frage, ob ich das jetzt sagen kann, ohne dem anderen zu nahe zu treten. Auf der anderen Seite machen sich andere mir gegenüber solche Gedanken nicht. Die hauen alles raus, was denen in den Sinn kommt und ich muss eben dann mit den Äußerungen leben. Und ich will das auch nicht mehr. Aber es ist so schwer, es abzulegen. Ich bin eben so veranlagt.


    Dass Du jetzt eine gute Therapie hast, wo Du Dich auch sehr wohl fühlst, freut mich echt. Ich werde diesen Weg nicht mehr beschreiten, weil es für mich einfach nichts ist.

    Ob Deine Schwester hochsensibel ist, wie hier angemerkt wurde, vermag ich nicht zu beurteilen. Anmerken möchte ich aber, dass es viele laute Menschen gibt, die gut und gerne austeilen, aber einstecken können sie gar nix. Die sind dann regelrecht obersauer, wenn man denen mal was negatives sagt. Dass Deine Schwester am nächsten Tag alles vergessen hat, bestätigt mich in der Annahme, dass sie es eigentlich nicht ist.

    Letztendlich musst Du mit ihr klarkommen und Du schreibst ja, dass außer diesen „Aussetzern“ ja sonst alles ok ist für Dich. Es kommt sicherlich auch darauf an, wie oft sowas passiert (täglich, wöchentlich, monatlich).

    Viele Grüße nochmal

  • Liebe Nethi
    du beschreibst genau was mir auch passiert... Es gibt so Leute, da gejt man beim blossen Anblick in Deckung und weiss genau, sie finden immer etwas worüber sie beleidigt sein können....
    Nach einem geselligen Abend (nicht bei mir, aber ich werde hin und wieder eingeladen) wache ich häufig in der Nacht auf und erinnere mich an ganze Dialoge. Mit Alkohol werde ich übermütig und offen. Ich frage mich dann auch, ob ich vielleicht etwas gesagt habe, was mir jemand übelnehmen könnte.
    Das ist ja nicht weiter schlimm, zum Glück konnte ich mir mit etwas Disziplin angewöhnen, das Gedankenkarrussell zu stoppen und weiter zu schlafen. Ich liege aber doch regelmässig eine oder zwei Stunden wach wenn ich den Abend mit lauten Menschen verbracht habe.
    Es gibt inzwischen Menschen denen ich ausweiche. Da vermeide ich den Kontakt ganz, oder ich bin absichtlich einsilbig, sodass sie bald wieder verschwinden.
    Seit ich mich mit meinem Introvertion (und damit gleichzeitig mit dem Gegenteil) befasse, kann ich mehr Mitgefühl für meine Schwester aufbringen. Sie kann ja auch nicht raus aus ihrer Haut. Egal was ihre Thematik ist, sie muss sich selber drum kümmern.
    Danke für deine Rückmeldungen! Ich wünsche dir dass du diesen deinen Raum findest wo niemand einfach so rein kann, wo du alleine bestimmst was und wer hereinkommen darf... und wie lange... Irgendwann werden wir besser darin!
    Liebe herzliche Grüsse
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