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Wie kommt mein Kind zu Spielgefährten?

Hallo!

Ich bin neu im Forum und werde mich, wenn ich mehr Zeit habe, ausführlich vorstellen.

Auf zwei Fragen finde ich alleine einfach keine Antwort! Wer von euch erzählt mir gerne, wie sie oder er es macht?

Ich bin eine Mutter mit 2-jährigem Kind. Ausser meinem Mann habe ich in meinem Wohnort keine Vertrauenspersonen. Ich treffe mich mit anderen Müttern, das schon, aber ich bin dabei IMMER gestresst.

Neuerdings weiss ich, dass ich introviertiert bin. Nun frage ich mich: Wenn ich mir die nötige Ruhe gönne, Dinge tue, die mir gut tun, wie kommt dann mein Kind in den Kontakt zu anderen Kindern? Ich selbst würde nämlich gern einfach zuhause sein und malen, mit dem Kind Spaziergänge in die Natur unternehmen, alles alleine. Klar hätte ich gerne Freunde, aber die habe ich nicht.

Muss ich mich ändern, soll ich das Kind in eine Kita geben?

Ich weiss einfach, dass es für mein Kind wichtig ist, Spielgefährten zu haben. Wie ich ihm dabei helfen kann, das allerdings weiss ich nicht : (

Herzlichen Dank an alle, die mir antworten!

Kommentare

  • Liebe @Alexandra
    das Thema Familie ist mir noch immer nah und lieb, auch wenn meine Kinder schon erwachsen sind. Es war eine wunderschöne Zeit.

    Als erstes möchte ich dich fragen: ist dein Kind auch introvertiert?

    Dann möchte ich dir erzählen wie es bei mir war.

    Meine beiden Kinder waren (und sind) introvertiert, das erste Kind, eine Tochter, habe ich mit 2 Jahren (gezwungenermassen) 3 Tage pro Woche in eine Kinderkrippe gegeben, da ich meinen Mann mit Geld unterstützen musste, er war damals noch in der Ausbildung. Sie hat zu Beginn tagelang einfach beobachtet was um sie herum los war. Sie hat nicht mehr gesprochen. Dann begann sie Puzzles zu lösen, solche mit vielen Teilen. Alle haben gestaunt dass sie das schon konnte. Ich spürte dass die Krippe eine Herausforderung war, aber es war ein richtig guter Ort, rundum.

    Nach der Geburt des zweiten Kindes, das ich als noch stärker introvertiert einschätze, blieb ich zuhause.

    Ich mochte nie soviel "Programm" machen mit den Kindern und wurde vor allem von extravertierten Leuten dafür kritisiert. Was die Kindererziehung betraf liess ich mir aber nie dreinreden resp. folgte immer meinem Instinkt. Viel Zeit verbrachten wir zuhause mit backen, zusammen kochen, Bücher vorlesen, malen. Wir hatten einen Hund, später auch eine Katze und Hühner. Wir gingen jeden Tag in den Wald und legten Nüsse und Rosinen in die Baumhöhlen, für die Zwerge. Am nächsten Tag gingen wir nachschauen, ob die Zwerge schon alles gegessen hatten.... Die Kinder durften reiten lernen. Sie gingen in eine Spielgruppe, sie hatten ab dem Kindergartenalter Freude, die uns besuchten. Diese Kinder schätzten die ruhige Atmosphäre in unserem Zuhause. Ein kleines Mädchen schlief einen Sommer lang jeden Nachmittag in unserem Garten auf einer Decke, bei ihr zuhause war immer so viel los.

    Bitte ändere dich nicht, du bist deinem Kind so wie du bist eine wunderbare Mutter. Kinder brauchen nicht das, was uns eingeredet wird! Lass es langsam angehen. Mit zwei Jahren fängt dein Kind an, ein bisschen neugierig auf andere Kinder zu werden und auf sie zuzugehen, begleite es dabei aus sicherer Distanz und mach dir nicht zu viele Gedanken.

    Triff dich nur mit anderen Müttern, die dir sympathisch sind und in deren Gesellschaft du dich wohl fühlst. Ich weiss, das ist schwierig. Vielleicht denkst du, dass alle anderen anders sind als du. Es gibt aber viel mehr Introvertierte als du denkst, und sie alle suchen auch ihre "Familie". Ich wollte, ich hätte das früher gewusst (ja wirklich! Ich bin inzwischen 58 Jahre alt!) - und nicht erst vor zwei Wochen.

    Ganz liebe herzliche Grüsse
    Eva
  • Liebe Eva

    Ganz lieben Dank für deine unterstützenden Worte!

    Ich weiss nicht, ob mein Sohn introvertiert ist. Wie finde ich es heraus? Spontan hätte ich gesagt, Nein.

    Seit ich Remo Largo gehört habe sagen: "Kinder brauchen täglich mehrere Stunden Spiel mit anderen Kindern" bin ich unsicher. Wir werden wahrscheinlich kein Geschwisterkind haben. Wir haben keinen Garten und wohnen nicht in einer familienfreundlichen Umgebung. Ich bin sehr traurig, weil das Bild, das ich von meiner eigenen Kindheit habe, in welcher ich naturnah und umringt von Spielgefährten aufwuchs, nicht mehr passt. Wie kann mein eigenes Kind unter diesen Bedingungen gut aufwachsen?

    Soweit meine Gedanken.
    Ich werde deine Nachricht einige Male durchlesen, diese Antwort hier kam spontan. Gemerkt habe ich mir bisweilen: Es langsam angehen. Daran studiere ich weiter: Ändere dich nicht.

    Grüsse
    Alexandra
  • Hallo @Eva!
    Ändere dich bloß nicht - schau nur mal genauer hin, dann findest du bestimmt einen Kompromiss, mit dem dein Kind zu Kontakten mit anderen Kids kommt und du dich ebenfalls wohlfühlst.
    Bei mir und meinem Sohn war es eine Krabbel- und Spielgruppe, die sich 1x wöchentlich traf. Dabei gab es einen Sing- und Begrüßungskreis, anschließend Frühstück und dann wahlweise freies Spiel oder z. B. gemeinsames Basteln, mal ein Ausflug zum Bach mit den Enten usw. 2 Stunden etwa. Dabei konnte ich mich auch oft einfach zurücklehnen, den Kindern beim Spiel zusehen und den Gesprächen lauschen. Das war recht schön. Die anderen Mütter fanden mich anfangs teilweise wohl manchmal recht seltsam, haben aber rasch akzeptiert, dass ich halt so bin, ansonsten aber doch einigermaßen sympathisch. Oder so
  • ... Mist. Jetzt war der Rest verschwunden... mal sehen, ob ich das Geschriebene wiederholen kann...

    Was da noch hätte stehen sollen, ist in Kurzfassung:

    @Alexandra kann ich nur vollständig zustimmen. Irgendwann wird dein Kind dir deutlich machen, dass es Spielgefährten möchte. Mit 2 Jahren ist die Welt an sich noch meega spannend. Also genieße die Zeit, höre auf deine Intuition und dich sowie die Zeichen deines Kindes.
  • Hast du schonmal versucht, auf einen Spielplatz zu gehen? Kinder sind oft sehr offen und finden auf dem Spielplatz schnell Spielgefährten und wer weiß, vielleicht ergibt sich auch der eine oder andere Kontakt zu von Mutter zu Mutter, so dass man sich mit den Kids auch mal verabreden kann.

    Die Eingewöhnung in die Kita kannst du ja versuchen. Wenn sich das Kind da wohl fühlt, ist es unter seinesgleichen und du hast mal Zeit für dich und deine Erledigungen.
  • Herzlichen Dank NomaDie und Bianca für eure Beiträge! Ich habe sie gelesen und denke darüber nach.

    Liebe familiäre Grüsse
    Alexandra
  • @NomaDie
    Lustig, ich hatte mir genau diese Frage aufgeschrieben: Wird mein Kind mir mitteilen, dass es Spielgefährten will? Und du schreibst: "Irgendwann wird dein Kind dir deutlich machen, dass es Spielgefährten möchte."
    Ist es denn wirklich so? Kann ich darauf vertrauen, dass mein Kind mir das anzeigen wird, und wenn Ja, wie? Mit Sprechen, oder anders? (mit 2 Jahren kann er noch nicht so zusammenhängend sprechen...)
    Hast du selber Kinder?

    Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist, dass ein Kind laut zb. Largo TÄGLICH mehrere Stunden Spiel mit anderen Kindern braucht. Wie soll das gehen? 3-4 Mal in der Woche für 2-3 Stunden Ja, das schaffe ich. Aber täglich?!

    Wisst ihr, das Verrückte ist ja, dass ich den Chrabbeltreff unserer Gemeinde leite...!

    Liebe Grüsse allen
  • ps: Ich finde es schön, wie ihr so detailliert und konkret beschreibt, wie "2 Stunden am Bach Enten füttern" oder "zusammen malen, kochen und backen". Das hilft mir wirklich weiter : )
  • @Alexandra Ich habe einen Sohn, inzwischen 3 Jahre alt. Und ja, dein Kind wird dir vermitteln, wenn es weitere soziale Kontakte benötigt. Und wenn dies dann stattfindet, dann wird er sie einfordern. Wie? Das lässt sich schwer beantworten, je nach Reife und Sprachfähigkeit kann dein Kind dir direkt vermitteln, dass es mit anderen Kindern spielen will. Oder auch einfach vermehrt nach dem Spielplatz oder der Krabbelgruppe fragt. Oder dich gezielt nach Kind X (z. B. mit der grünen Mütze) bei irgendeiner Begegnung fragt.
    Ohne Sprache wird es dir aber ebenfalls zeigen können, dass andere Kinder wichtig werden. Bei einer Begegnung (sei es beim Einkauf) werden Lächeln, Grimassen oder andere Gesten angewendet, um Kontakt zu dem Kind aufzunehmen. Was zurück kommt, ist unterschiedlich, je nach Tagesablauf und v. a. Alter des anderen Kindes. Das sind jetzt Beispiele, die ich beobachtet hatte. Gerade im Lockdown, dieser Isolation kamen viele Zeichen oder Gespräche zustande. Allerdings befand er sich da bereits in seiner Entwicklung dort, wo er andere Kinder gerne um sich hatte und eingefordert hat, das gemeinsame Spiel vermisst hat.

    Davor fand er sie einfach nur interessant. Nebenher gespielt vielleicht. Ältere Kids beobachtet und von ihnen gelernt. Kleinere mit Distanz walten lassen. Sowas, was auf einem Spielplatz geschieht. Also einfach die Wahrnehmung. Was macht dieses oder jenes Kind. Kann ich das vielleicht auch? Herausforderung also.

    Ich kenne die Texte und Thesen von Largo nicht. Sobald ein Kind aber die sozialen Kontakte von anderen Kindern einfordert, benötigt es diese auch. Und was da ansonsten immer so geschrieben steht... Bezieht sich Largo auf ein Alter oder spricht bzw. schreibt er allgemein?

    Mit 3 Jahren möchte der Sohnemann gerne vermehrt andere Kinder treffen. Durch die Kita vereinbart er dann manchmal auch eigenständig Dates, was zu Hause dann aufgelöst werden muss. Das begann so ca. mit 2,25 Jahren. Vorher war es okay für ihn, aber eher mein Wunsch als seiner. Da haben die Kids aber auch sowieso nur nebeneinander gespielt, nicht miteinander. Es sei denn, sie waren älter und dadurch anders agiert. Inzwischen wird miteinander gespielt, nach einer Weile macht dann aber doch jedes Kind "sein" Ding.
  • "Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist, dass ein Kind laut zb. Largo TÄGLICH mehrere Stunden Spiel mit anderen Kindern braucht. Wie soll das gehen? 3-4 Mal in der Woche für 2-3 Stunden Ja, das schaffe ich. Aber täglich?!"

    Ich kenne die Bücher von Largo und finde sie sehr gut. Sie haben mir bei der Erziehung meiner Tochter, die jetzt 16 ist, gute Dienste geleistet. Aber wenn er schreibt, wieviel Zeit das Kind mit anderen beim Spielen zu verbringen hat, so ist das eine pauschale Aussage und kann sicherlich nicht unkritisch auf sämtliche Kinder angewendet werden. Er schreibt ja auch, dass man erspüren soll, wozu das Kind gerade bereit ist, um dies zu bedienen. Dass man ein Kind zum Spielen mit anderen zwingen soll, lässt sich damit nicht vereinbaren. Meine Tochter konnte schon immer stundenlang alleine spielen oder lesen oder was auch immer, und das ist vollkommen ok. Sie ist ganz der Papa. Auch ich habe als Kind stundenlang alleine gespielt oder gelesen. Wenn meine Eltern versucht haben, mich in diverse Gruppen zu integrieren, hat mich das teilweise unter Stress gesetzt. Wenn ich täglich mehrere Stunden mit anderen hätte spielen müssen - ich hätte mich an Amnesty International wenden müssen. Was ich überhaupt nicht schlimm fand, war hingegen der Kindergarten. Da konnte ich mich bei Bedarf auch immer zurückziehen, für mich allein spielen und/oder andere Kinder beobachten, was meine sozialen Fähigkeiten genau so weitergebracht hat wie die aktive Interaktion. Ich würde Dir vor allem dazu raten, die Eigenheiten Deines Kindes zu akzeptieren und Dir keine Sorgen zu machen. Ausprobieren kann man ja alles mal.
  • Danke, Lt_Dan und NomaDie. Eure Beiträge helfen mir wirklich und ich werde noch weiter darüber nachdenken.

    Vielleicht habe ich eben auch einfach nur Angst, die Bedürfnisse meines Kindes nicht zu erkennen... Wenn ich darauf vertrauen könnte, dass er mir schon anzeigt, was er braucht, und darauf, dass ich das wahrnehme und verstehe, dann wäre alles kein Problem, denke ich. Ich würde mich meinem Sohn zuliebe schon auch mit anderen Müttern treffen - das tue ich ja jetzt schon!

    By the way, eine gute Nachricht: Ich glaube, ich habe an meinem Wohnort eine echte Freundin gefunden! : ) Nach 2 Jahren endlich. Wie schön! Ich freue mich so! Sie hat auch einen Sohn, fast gleich alt, und wir treffen uns mittlerweile regelmässig. Wir haben auch schon über Introversion miteinander gesprochen. Ich habe das Gefühl, einiges gemeinsam mit dieser Frau zu haben.
  • @ Eva Ich wollte dich noch fragen: Was haben denn die Leute früher an deiner Erziehung kritisiert? Du schriebst: "Ich mochte nie soviel "Programm" machen mit den Kindern und wurde vor allem von extravertierten Leuten dafür kritisiert." Was waren konkret ihre Argumente? Dass deine Kinder mehr Kontakte bräuchten, oder wie?

    Ich wollte noch folgendes erläutern: Ich schrieb, dass ich einen Chrabbeltreff leite. Das klingt wohl so, als hätte ich viele Kontakte und wäre doch recht outgoing. Kontakte hat mir der Treff wirklich vermitteln, eigentlich eben ZU viele... Und mich stressen die oberflächlichen Gespräche, es kommen nämlich immer wieder neue Leute respektive die bekannten kommen sporadisch, was mir nicht genügt.
    Ich habe mir das Bild von @ NomaDie gemerkt, mich zurückzulehnen, zu beobachten und den Gesprächen zu lauschen. Ich übe...
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