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Wie in neue Gruppe integrieren?

Hallo Leute.

Da ich die Situation gerne etwas ausführlicher schildern will, wird der folgende Beitrag jetzt etwas länger – umso dankbarer bin ich den Usern, die sich das hier durchlesen und mir anschließend Tipps mit auf den Weg geben. Vorab außerdem noch kurz die Info, dass ich (wie wohl fast alle hier) recht introvertiert bin und Probleme habe, neue Bekanntschaften zu schließen. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass ich einen recht kleinen Freundes- und Bekanntenkreis habe, was ich gerne ändern würde.

Also: Vor einem knappen Monat wurde ich von einem Bekannten in eine etwas "größere" Whatsappgruppe mit 25-30 Personen hinzugefügt, in der regelmäßig Gruppentreffen organisiert werden.
Neben diesem Bekannten war noch ein weiterer Bekannter von mir in der Gruppe, mit den beiden hatte ich in den vergangenen Monaten gelegentlich etwas unternommen.

Vor ein paar Wochen war ich dann auch schon bei einem der ersten Treffen dabei, welches ich auch echt ganz gut fand. Denn meine beiden oben genannten Bekannten waren fast durchgängig dabei, weshalb mir die Integration auch ein bisschen leichter gefallen ist, außerdem war die Gruppe an dem Abend auch nicht ganz so groß. Ich hatte mich zwar überwiegend mit meinen beiden Bekannten unterhalten, habe aber auch zwischenzeitlich immer mal wieder mit den anderen geredet, wodurch ich dann immerhin schon einige weitere Leute aus der Gruppe ein bisschen kennengelernt habe.

Am vergangenen Samstag war ich dann zum zweiten Mal dabei - und das Treffen lief dann leider nicht so wirklich ab, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte.
Als ich in der Location angekommen war, waren neben mir noch fünf weitere Personen dabei, vier davon kannte ich vorher noch überhaupt nicht.
Das alleine ist natürlich noch nicht ganz so dramatisch, allerdings war für mich nur noch ein etwas besch...eidener Sitzplatz übrig, wodurch ich etwas abseits von den anderen gesessen habe. Hinzu kam, dass die Musik in der Location für meinen Geschmack echt sehr laut war, weshalb ich dann auch oft akustisch nicht verstanden habe, was da ein paar Plätze weiter von mir gesprochen wurde. Außerdem hatte sich von den anderen (abgesehen von der Begrüßung am Anfang) auch keiner so richtig für mich interessiert, sodass ich wirklich über eine Stunde lang fast gar nicht mit den anderen gesprochen habe.

Ich war dann zwischenzeitlich auch am überlegen, ob ich mich einfach in den nächsten Bus nach Hause setze. Ich hatte es dann aber sein gelassen, weil ich wusste, dass im Laufe des abends noch ein paar Leute kommen (unter anderem der Bekannte, der mich in die Whatsappgruppe hinzugefügt hatte) und hatte dann zunächst den Großteil der Zeit an meinem Handy verbracht.
Nachdem die anderen gekommen waren, war es zumindest etwas besser geworden und ich bin dann letztendlich doch noch einige Stunden lang dort geblieben.
Allerdings habe ich mich auch dann ehrlich gesagt gelegentlich so ein bisschen wie das "fünfte Rad am Wagen" gefühlt, weil ich auch dann zwischenzeitlich immer mal wieder keinen Gesprächspartner hatte.

Bis zu einem gewissen Grad kann man das Ganze eventuell darauf zurückführen, dass ich halt noch immer sehr neu in der Gruppe bin und die meisten mich daher noch nicht so gut kennen, während die anderen sich halt zum Teil schon öfters getroffen haben.
Allerdings war am Samstag auch jemand zum ersten Mal dabei, der abgesehen von einem Kollegen niemanden kannte - und bei dem hatte ich den Eindruck, dass der sich schon wesentlich besser in die Gruppe integriert hatte als ich.

Ich denke mal die meisten von euch werden sich jetzt wahrscheinlich denken, dass ich von mir aus einfacher offener auf die Leute hätte zugehen sollen.
Allerdings war es tatsächlich so, dass ich fast alle Gespräche, die ich an dem Abend geführt habe, auch selber initiiert habe. Das mal einer von den anderen von sich aus auf mich zugekommen ist, war leider die Seltenheit.

Relativ kurz bevor ich gegangen war, hatte einer aus der Gruppe (und auch einer von denen, die an dem Abend von Anfang an dabei waren) mir noch -sinngemäß- den Tipp gegeben, dass ich weniger auf mein Handy schauen und stattdessen mehr mit den Leuten reden sollte.
Aber wie ihr ja wahrscheinlich aus meinem Beitrag herauslesen könnt, habe ich mich zu Beginn des Abends nicht so viel mit meinem Handy beschäftigt, weil ich keinen Bock auf die Leute hatte - sondern weil mein Sitzplatz recht bescheiden war, die Musik so laut war und von den anderen halt auch keiner auf mich zugegangen war.

Ich gehe mal davon aus, dass im Laufe der nächsten Wochen noch einige Treffen stattfinden werden, das nächste übrigens schon am kommenden Samstag.

Ich bin jetzt am überlegen, ob ich überhaupt nochmal zu einem der Treffen hingehen soll oder nicht. Denn einerseits hätte ich gerne wie eingangs erwähnt einen größeren Freundes- und Bekanntenkreis und habe ehrlich gesagt auch insbesondere an den Wochenenden zu viele Tagen, an denen ich alleine zu Hause hänge und mich deshalb unwohl fühle.

Andererseits hat mir das letzte Treffen, wie man herauslesen kann, nicht sonderlich gefallen – und wenn ich an dem Abend zuhause geblieben wäre, hätte ich vermutlich noch mehr Spaß gehabt.

Ich denke ich werde jetzt zumindest nochmal zu einem Treffen gehen und schauen, wie es läuft.

Daher wollte ich an dieser Stelle mal nachfragen, ob ihr konkrete Tipps für mich habt, wie ich mich generell besser in die Gruppe integrieren kann, damit das nächste Treffen für mich dann hoffentlich wieder besser läuft?

Kommentare

  • Willkommen im Forum für Introvertierte, Dave2020 !

    Was du uns da schilderst, kenne ich so durchaus auch von mir und ja, vielleicht habe ich dir den ein oder anderen Tipp :)

    Zuerst wäre meine Fage an dich, was du dir davon erhoffst, deinen Freundeskreis zu vergrößern?

    Beim lesen deines Beitrags bekam ich den Eindruck, dass möglicherweise wenig Initiative von dir ausging, falls dem so war, könntest du daran etwas verbessern. Ich gehe davon aus, wenn du deinen Freundeskreis erweitern möchtest, so hast du durchaus Interesse an deinen Mitmenschen und bist neugierig auf ihre Gedanken.

    Mir gelingt es inzwischen immer öfter, ein Gespräch zu führen, soll heißen, ich bestimme den Verlauf zu einem Großteil mit. Ist bei mir allerdings sehr Tagesform abhängig und je nach Gegenüber durchaus unterschiedlich.

    Für mich ist es nach wie vor schwer, relativ wahllos andere Menschen kennenzulernen. Auf der Straße spricht man eher Niemanden an. Von daher ist deine Vorgehensweise mit der WhatsApp - Gruppe eine gute Vorgehensweise! 25-30 Leute, von denen ich zwei kenne, würden allerdings meine Aufmerksamkeit vermutlich zu sehr beanspruchen.

    Auch habe ich für mich feststellen dürfen, dass ich mich wesentlich leichter mit einer kleinen Gruppe unterhalten kann (1-2 Gegenüber). In großen Gruppen gehe ich hilflos unter.

    So wäre ein weiterer Tipp vielleicht, bei dem nächsten Treffen mit der Person ein Gespräch anzufangen, die direkt neben dir/dir gegenüber sitzt. Hobbies sind z.B. dankbarer Gesprächsstoff. Weit spannender, als die Arbeit.

    Mach hauptsächlich erst einmal das, was du vermutlich wie viele Intros gut kannst: zuhören.
    Menschen fühlen sich wohler, wertgeschätzter und verstanden, wenn ihnen aktiv zugehört wird.

    Die Sache mit dem Handy ist mir in deiner Schilderung auch aufgefallen. Und ich verstehe, dass du in so einer Situation, wenn du den Gesprächen nicht folgen kannst, lieber aufs Handy schaust als an die Wand, jedoch der Gruppe war eventuell nicht bewußt, dass du nichts vom Tischgespräch mitbekommst und empfand deine Reaktion dann als unhöflich.

    Vielleicht wäre eine Möglichkeit gewesen, den Umstand kurz zu erklären?
    Oder je nach "Mut" deinerseits, zu bitten, für eine Weile den Platz zu tauschen, um auch etwas vom Gespräch mitzubekommen.

    So viel erst einmal von mir.

    Enjoythesilence
  • Erstmal vielen Dank für deine Antwort und die Tipps, Enjoythesilence.

    Ich stimme dir zu, dass es wahrscheinlich wirklich am sinnvollsten gewesen wäre, wenn ich darauf aufmerksam gemacht hätte, dass ich nicht sonderlich viel vom Gespräch mitbekommen habe. Vermutlich wäre das Ganze dann auch ein bisschen anders verlaufen...Dafür hat mir in dem Moment aber ehrlich gesagt der Mut gefehlt.

    Zu deiner Frage, weshalb ich meinen Freundeskreis gerne vergrößern würde: Wie ich bereits angesprochen habe, habe ich einen recht kleinen Freundes- und Bekanntenkreis. Soll also konkret bedeuten, dass ich zwar ein paar wenige Freunde habe und gelegentlich auch mal etwas mit denen unternehme - aber nicht so häufig, wie ich mir das eigentlich wünschen würde. Wie wohl nahezu alle Introvertierten bin ich an vielen Tagen auch glücklich damit, wenn ich zwischenzeitlich mal meine Ruhe habe. Aber ich würde unterm Strich eigentlich gerne schon etwas häufiger mal was unternehmen und soziale Kontakte pflegen, als das in den vergangenen Jahren meistens der Fall gewesen ist. Und genau das ist mit meinem aktuellen Freundeskreis leider schwierig.

    Ich muss aber auch selber sagen, dass eine Whatsappgruppe mit 25-30 Personen für mich eigentlich nicht so wirklich optimal ist. Beim ersten Treffen, bei dem ich dabei war, müssten wir so sechs oder sieben Leute gewesen sein, was für mich wie gesagt noch in Ordnung war. Beim zweiten Treffen war mir das mit zehn Leuten eigentlich auch ein bisschen zu viel. Zumal das ja nicht immer die gleichen 6-10 Leute sind, die da zu den Treffen auftauchen, sondern sich die "Konstellationen" an den jeweiligen Abenden natürlich schon mal stark ändern kann. Könnte also gut sein, dass ich beim nächsten Treffen schon wieder über die Hälfte der Leute zum aller ersten Mal sehe.

    Gelegentlich passiert es zwar schon mal, dass einige Leute freiwillig aus der Whatsappgruppe rausgehen oder "gekickt" werden (wenn sie über einen zu langen Zeitraum bei keinem Treffen dabei gewesen sind), allerdings kommen auch regelmäßig immer mal wieder neue Leute in die Gruppe rein. Daher wird die Whatsappgruppe tendenziell noch eher größer als kleiner.

    Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann hätte ich auch wesentlich lieber eine feste Clique mit ein paar wenigen Freunden, mit denen ich regelmäßig etwas unternehmen kann.

    Daher habe ich halt wie gesagt auch meine Zweifel, ob diese Clique mit 25-30 Leuten so das Richtige für mich ist...


  • Hallo Dave, Deine Frage kann ich Dir leider nicht beantworten.
    Aber ich kann Dir ganz kurz von mir berichten, falls es Dich interessiert.
    Bei mir würde es überhaupt nicht funktionieren, in eine so große bereits bestehende Runde zu integrieren. Das ist meine Erfahrung. Mangels Interesse von der anderen Seite an mir, wenn ich bei solchen Treffen dazustoße. Hinzu kommt dann die Zurückhaltung meinerseits, was sicherlich bei den anderen als Desinteresse interpretiert wird. Also irgendwie ein Teufelskreis.

    Es gibt ja Leute, die können sich sofort integrieren und sind gleich mit allen vertraut. Das finde ich immer wieder bemerkenswert. Aber ich bin wahrlich nicht der Typ, der fremden Menschen mein Leben darlegt. Da bin ich wirklich etwas distanziert. Ich kann sone aufgesetzte Vertrautheit irgendwie nicht leiden.

    Naja, wie gesagt, sind so meine Erfahrungen. Daher kann ich Deine Geschichte schon sehr gut nachvollziehen.
  • Vielen Dank für deine Antwort, Nethi.

    Ist tut natürlich ein bisschen gut, wenn man nicht der Einzige ist, der sich in so großen Gruppen nicht wohlfühlt. Das mit dem Teufelskreis kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Natürlich ist es ja nicht so, dass man keinen Bock auf die Leute hat, denn dann würde man ja gar nicht erst zu so einem Treffen erscheinen.

    Aber wie ich ja bereits angesprochen habe, habe ich so meine Zweifel, dass das nochmal was mit dieser Gruppe wird. Es wäre vielleicht eine Überlegung wert, dass ich nochmal zu einem Treffen gehe, wenn ich weiß, dass die Gruppe an dem Abend wahrscheinlich nochmal etwas kleiner sein wird. Aber generell habe ich seit dem letzten Treffen den Eindruck, dass ich so das "fünfte Rad am Wagen" bin und es niemanden so wirklich juckt, ob ich nun dabei bin oder nicht...
  • Urgh das kommt mir alles zu bekannt vor. Ich glaub, in solchen Momenten hat man einfach auch eine entsprechende beschissene Ausstrahlung, wenn man sich Sorgen macht, wie der Abend laufen wird, ob man gute Gespräche abbekommt oder nur als weirdo abgestempelt wird. (Ist bei mir auf Familienfesten so, wenn ich ohne Partner dort bin, an dem ich mich "festhalten" kann) Und wegen der Ausstrahlung trifft das alles irgendwie ein. Selffulfilling prophecy. Mir hat nur geholfen, tatsächlich einen Anker (Partner, in deinem Fall der Bekannte) da zu haben, damit ich unterbewusst weiß: Selbst wenn niemand von meiner Familie mit mir reden will, ich hab dennoch jemanden da, den ich kenne und der mich mag und mit dem ich Zeit verbringen kann. Das relaxt mich und plötzlich will auch meine Familie viel mehr mit mir reden.
    Ansonsten finde ich es auch super schwer, in schon bestehende Gesellschaften reinzufinden. Deshalb bin ich irgendwann nicht mehr zum Yoga gegangen.

    Neulich bei ner ArtNight, wo ich alleine hin ging und niemanden kannte, sagte ich (mach dich einfach ein bisschen über dich selber lustig) gespielt verzweifelt, als ich erfuhr, dass der Großteil der Gruppe sich kannte: "oh nee, wenn ich jetzt hier noch an den Kindertisch komme, dann werd ich ja total ausgebootet und abgeschoben!" Kann daran liegen, dass es alles Frauen waren, aber ich wurde mit einem laut protestierten" Ach was, du wirst super integriert, wirst schon sehen!" an den Tisch der Gruppe geholt und immer mal wieder von denen angesprochen beim Malen.

    Vielleicht hilft es dir ja, dich vorher mit dem Bekannten abzusprechen, ob der auch wirklich da sein wird (und ab wann). Und wenn du dich ausgebootet fühlst, dass du vielleicht die Nähe von jemandem suchst, den du zumindest kennst und offen zugibst, dass du am Ende des Tisches ein bisschen den Anschluss verlierst und ob sie noch mal kurz für dich wiederholen können, worum es gerade geht (jemanden um etwas zu bitten kreiert bei dem Menschen oft eine Form von Sympathie für dich, weil er sich in dem Moment gebraucht und dadurch ein wenig verantwortlich für dich fühlt)
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