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Beziehung zwischen Introvertiert und Extrovertiert

Hallo zusammen,

ich bin oft in mich gekehrt und brauche vor allem nach dem Umgang mit vielen Leute meine Ruhe.
Mein Freund ist das Gegenteil, er liebt es den ganzen Tag unter Menschen zu sein, ist im Mannschaftssport aktiv, usw.

In letzter Zeit frage ich mich (leider) immer häufiger, ob das überhaupt funktionieren kann.
Ich bin gerne mal mit bei seinen Freunden, aber nach einer gewissen Zeit brauche ich dann wieder meine Zeit. Das Problem ist, dass wir bspw. bei der Abendplanung fast nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, da ich auch nicht jemand bin der jede Woche auf eine Party geht. Für mich wäre es schön auch zusammen auf der Couch zu liegen.

Er geht dann oft ohne mich weg, ich fühle mich ausgeschlossen und einsam. Ich bin zwar gerne alleine aber gerade Samstagabend auch mit ihm zusammen, leider kommt das selten vor.

Ich bin erst 22 und wir sind 4 Jahre zusammen. Mich nimmt das Ganze extrem mit, weil das ein sehr häufiger Streitpunkt in letzter Zeit war. Ich fühle mich neben ihm auch immer, als wäre etwas falsch mit mir, weil er so viele Freunde habe und ich nur wenige.

Der Streitbeginn ist meistens auf meiner Seite, da ich nicht alleine sein will aber auch nicht unter vielen Leuten. Ich kann dann irgendwie nicht loslassen.

Kennt einer das Problem? Habt ihr Tipps wie ihr mit euch selber klarkommt? Ist vielleicht jemand mit seinem Partner in einer ähnlichen Situation, für mich ist er mein Halt, wie könnt ihr loslassen?

Kommentare

  • edited Oktober 18
    Hallo,
    Deine Zweifel finde ich sehr berührend.

    Ich merke selbst immer wieder, wie wichtig ein Zusammenklang in Beziehungen ist - egal, ob in einer Partnerschaft oder auch in einer Freundschaft.
    Es geht nicht um einen Gleichklang - doch ein Zusammenklang in wesentlichen Themen des Lebens erleichtert mit Sicherheit das gegenseitige Erkennen und Verstehen.

    Ich denke, es kann eine Beziehung auch zwischen Intro und Extro gelingen. Voraussetzung scheint mir allerdings, sich gegenseitig bereichern und ergänzen zu wollen und zu können. In welchen Themen, das muss jeder für sich sehen - oder es darf einfach zusammenfließen, wo Geist, Seele und Herz offen sind. Ich glaube, hier "muss" man Grenzen ablegen können, vielleicht hilft das Bild, wo zwei Flüsse ineinander münden, um sich fortan miteinander zu bewegen, in jener Essenz, wo jeder den anderen mit seinen Anteilen zu schätzen weiß.

    Vielleicht gibt es im Kreis Deines Freundes auch Menschen, die bei näherer Betrachtung mehr mit Dir gemeinsam haben als es aus der Ferne wirkt?
    Helfen offene Gespräche mit Deinem Freund? Wenn jeder seine Gefühle anspricht? Wie sieht er Euer Zusammensein?
  • Hallo LaLe1234!

    Klar kann das funktionieren. Macht euch doch nicht so einen Kopf bzgl. extra- und introvertiert. Entweder es passt oder es passt nicht. Und auch wenn der eine der kontaktvolle Partygänger ist und der andere eher ruhig, kann das eine wunderbare Symbiose ergeben. Vorausgesetzt jeder erkennt und akzeptiert die Stärken und Schwächen des jeweils anderen, aber auch seine eigenen. Dann kann daraus ein wunderbares Team werden.
    Beispiel: der eine pflegt die Kontakte und der andere organisiert die Treffen oder die Geschenke....

    Man muss sich halt einig werden und wenn ihr das in den wesentlichen Punkten nicht werdet oder einer stets zurück stecken muss oder unglücklich ist, dann passt es halt nicht.
    Es gibt auch Paare, die fast nie oder selten gemeinsame Unternehmungen führen. Das klappt auch, wenn beide damit einverstanden sind. Es gibt auch offene Beziehungen, Fernbedienungen, Paare, die auch beruflich eng zusammen arbeiten. Es gibt so viele Facetten von Partnerschaften, nicht nur extra- / introvertiert.
  • Naja man muss da natürlich nicht das Label "extro mit intro zusammen" drauf tun und alles darum herum definieren, da geb ich dir recht , @Bianca.
    Für mich las es sich jetzt allerdings schon so, als wenn die Neigungen, die bei beiden Personen aus ihrer jeweiligen Intro- bzw. Extrovertiertheit entstehen, ziemlich miteinander clashen und irgendwie das Hauptproblem in der Beziehung bilden.

    @LaLe1234 Du sagst, ihr streitet da viel drüber in letzter Zeit, was ich ein wenig problematisch finde. Man sagt zwar immer, Streit ist in Beziehungen normal und unabwendbar, ich persönlich sehe das anders. Aber das kommt sicher immer auf die Definition an. Streiten mit Anschuldigen, erhobenen Stimmen, wohlmöglich sogar Beleidigungen und festgefahrenen Meinungen sind für mich ein Zeichen für eine Beziehung, die viel Art braucht, um es mal nett auszudrücken. Die beiden Personen in dieser Beziehung brauchen dann auch viel Arbeit oder zumindest die Person, von der es ausgeht, wenn es nur eine ist.
    Ich bin der Meinung, in einer reifen Beziehung auf Augenhöhe kann man über Missverständnisse und Meinunsverschiedenheiten sachlich diskutieren, ohne dass sich die Gemüter erhitzen. Jeder sollte sich zumindest bemühen, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und beide Seiten zu betrachten. Können die Parteien das nicht, ist es wie eine Art Soft-Krieg und (meiner Meiung nach) das ist nichts, was Platz in einer Beziehung haben sollte.
    Again - andere Leute sehen das sicherlich anders und nennen es Streit, wenn es Missverständnisse und Gespräche sind, wie ich gerade beschrieben habe.
    Das weiß ich ja nicht, inwiefern oder ob das bei dir zutrifft.

    Ich bin sehr wohl der Meinung, dass es möglich ist, dass ihr einfach nicht kompatibel seid. Das Leben ist leider nicht so simpel, dass man sich nur in Leute verliebt, mit denen man auch kompatibel ist und dann hat man den Salat, denn die Gefühle sind natürlich real.
    Was man auch nicht vergessen darf ist die Veränderung, der wir alle zu jeder Sekunde unterliegen. Ihr seid jung, verändert euch dementsprechend noch sehr viel und schnell und schon vier Jahre zusammen. Was vor 4 Jahren gepasst hat, muss heute nicht mehr zwangsläufig kompatibel sein.

    Ich stimmte meinen Vorschreibern zu, dass es nur klappen kann, wenn ihr im ehrlichen, empathischen Austausch miteinander seid und euch gegenseitig klar machen könnt, dass eure Neigungen kein Angriff des Anderen darstellen soll. Es braucht viel Akzeptanz des Gegenübers und seiner gefühlten Andersartigkeit und Freiräume, die ihr euch geben müsst, aber auch Kompromisse, die ihr eingehen solltet, um einige Bedürfnisse eures Partnes stillen zu können (sein Bedürfnis nach einem reichen Sozialleben und dein Bedürfnis nach enger Zweisamkeit beispielsweise).
  • Ich kenne ein Päärchen, die sich beide beruflich der Musik verschrieben haben. Er schreibt Musik und spielt Instrumente und sie singt, leitet Chöre und pflegt die Kontakte. Drei Mal darfst du raten, wer eher intro- und wer eher extravertiert rüberkommt, liebe @San. Jeder kann seine Persönlichkeit und Stärken optimal einbringen und sie wirken sehr glücklich. Sicher spielt das eine Rolle, aber nicht die entscheidende und alleinige.

    LaLe1234 muss versuchen, mit ihrem Partner Lösungen zu finden und beide lernen, den anderen so zu nehmen und zu schätzen, wie er ist. Und wenn einer oder beide dauerhaft zurückstecken müssen, dann passt es einfach nicht bzw. sind nicht glücklich.
  • @Bianca Exakt! Und das seh ich in der Schilderung von LaLe1234 halt noch nicht. Ich persönlich halte es auch für gar nicht so leicht, gemeinsamen Boden zu finden, wenn man so verschieden ist. Mein Partner und ich können meiner Meinung nach zu einem großen Prozentsatz so gut miteinander, weil wir uns verdammt ähnlich sind.
    Aber wo die Liebe hinfällt, sucht man sich ja in der Regel nicht aus. Ich wünsche euch viel Kraft, @LaLe1234 und viel Erfolg!
  • Hallo, ich möchte hier gern folgendes anmerken: auch eine Beziehung muss sich finden und zusammenwachsen. Wenn ich bedenke, wie unsere ersten Jahre abliefen.... jeder Mensch hat seine Bedürfnisse, die er nicht permanent hintenan stellen kann, damit der andere glücklich ist. Es geht hier um Kompromisse, die man eingehen muss. Und auch die Veränderungen in der eigenen Persönlichkeit spielen eine Rolle. Das sehe ich ganz genauso.

    Ich bin heute mit meinem Partner 30 Jahre zusammen und ich sage immer wieder, dass ich keinen anderen an meiner Seite haben möchte. Wir haben beide unseren Platz in der Beziehung gefunden. Und obwohl ich der introvertierte Part der Beziehung bin, brauche ich die Abwechslung von Unternehmungen, Konzerten usw. Ich bin viel unterwegs und mein Partner akzeptiert dieses. Ich erachte es als wichtig, dass jeder seine Persönlichkeit entfalten kann, so wie es sich gut für einen anfühlt. Ansonsten hat eine Beziehung keinen Wert.

    Was ich damit sagen möchte, ist, dass man nicht einfach sagen kann, was passt und was nicht passt. Jede Partnerschaft muss ihren eigenen Weg finden. Und jeder muss hier seinen Beitrag leisten, dass es gelingt. Und hierzu gehören eben, wie bereits von Euch mehrfach angesprochen wurde, Verständnis für den anderen, Kompromissbereitschaft und auch die Bereitschaft, mal zurückzustecken. Dieses muss sich aber in der Waage halten.
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