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Wie überlebt ihr im Job?

Um den Vorstellungsthread von its_just_me nicht unnötig zu sprengen und weil das Thema vermutlich noch Weitere von uns betrifft, hier eine neue Diskussionsrunde, um Anregungen zu bekommen, wie man den Arbeitsalltag gut übersteht.

Ich persönlich komme momentan ganz gut klar, indem ich meine Arbeit erledige, mich aus Diskussionen weitestgehend heraushalte, die Pause in den meisten Fällen allein verbringe und die authenthischste Version meiner selbst bin.

Kommentare

  • edited Oktober 2020
    Interessant, ich stimme voll und ganz zu - mit einer Abweichung: Ich zeige längst nicht mehr alles von meinem Wesen. Ich bin äußerst geradlinig, aber zurückhaltend - und ich denke mir sehr viel mehr, als ich sage.
    Alles auf den Tisch zu packen, bringt nichts, in dem Umfeld, in dem ich mich bewege. Man führt kaum Sachgespräche, wenn sie nötig sind, es wird sehr viel interpretiert und kaum hinterfragt. Das Arbeiten wird für meinen Geschmack durch emotionales Getue sehr belastet. Abends schließe ich das Tor und bin Privatperson, bis ich wieder die Tür zur Arbeit aufmache.
  • edited Oktober 2020
    ... und ganz wichtig: Ich weiß, mit wem ich es zu tun habe ... Ich lasse mich nicht mehr von den Versionen mancher Kollegen täuschen, die sie so gerne von sich kreieren und verkaufen. Soviel Eigenwerbung, manchmal muss ich innerlich herzlich lachen.
  • Ich habe gerade eine interessante Erfahrung machen dürfen, die ich gern mit euch teilen möchte:

    war seit längerer Zeit mal wieder mit im Pausenraum. Anstatt am Tischgespräch teilzunehmen, indem ich Informationen von mir einbringe, habe ich versucht, den Anderen die Bühne zu bereiten. Ein wenig wie ein Moderator.

    Das hatte den Vorteil, dass ich nicht nur stumm dabei saß, aber selbst so gut wie keine Angriffsfläche geboten habe. Und wenn sich die Kollegen gut aufgehoben fühlen, fördert das vermutlich ein friedlicheres Miteinander. Mir tat es nicht weh. Seit ein paar Vorfällen im vergangenen Jahr halte ich mich lieber dezent zurück und ja, auch ich glaube zu wissen, mit wem ich es zu tun habe, weshalb ich ebenfalls wie @seelenbilder mehr denke, als ich sage. Fahre da eigentlich ganz gut mit, bin aber auch nicht mehr bestrebt, hier noch irgendwas zu gewinnen. Ich mache meine Arbeit, deren finanzieller Erlös mir mein Leben ermöglicht. Welches zu Zeiten Corona geprägt ist vom Alleinsein. Womit ich als Intro ziemlich gut umgehen kann. Es stünde mir eher die Erwartungshaltung meines Umfeldes im Weg, die ich manchmal vermute. Aber das ist ein anderes Thema :)

    Mein Leben außerhalb des Jobs soll besser werden, weshalb ich mal wieder eine Arbeitszeitverkürzung versuche, die meine Zeit überhaupt auf Arbeit zu anwesend zu sein verkürzt und mir hoffentlich mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens bietet.

    Derzeit bin ich zuversichtlich.
  • @enjoythesilence, diese Art von "Moderation" bietet genau den von Dir aufgezeigten Vorteil, dabei zu sein, ohne dabei zu sein :-)) Also, keine Angriffsfläche zu bieten ... Ich kenne das :-)) Man findet Wege ... https://cml179.wixsite.com/lebenslinien/post/motivation-trifft-inspiration
    Herausforderungen sind dazu da, damit man sich entwickeln kann!
  • Und es bewahrheitet sich: das Gegenüber weiß etwas, was man selbst nicht weiß.

    Gut zuhören zu können (und zu wollen) ist eine Gabe, die wir (und da spreche ich einfach mal für alle von uns Intros) nicht unterschätzen sollten.
  • Hallo, bei mir ist gerade so, dass ich total meine ruhige Seite rauskehre. Also damit meine ich: Alle um mich herum drehen gerade total durch (stressbedingt), ich bewahre meine Ruhe und das gefällt mir richtig gut.

    Und ich betrachte alles um mich herum wie ein Schauspiel. Es ist ein Theaterstück, welches mir präsentiert wird. Und ich lasse mich da nicht reinziehen.

    Gedanklich kann ich nicht gut abschalten, ich nehme viele Dinge mit nach Hause. Und die können mich stundenlang in der Nacht wachhalten.

    Das nächste Problem, welches ich habe: Ich bin nicht gut darin, Dinge direkt anzusprechen, die mich stören. Beispiel: Sitze im Doppelbüro. Mein Gegenüber ist permanent am telefonieren und quatschen. Dazu klingelt dann oft das Handy, manchmal auch parallel, und das Handy wird dann parallel genutzt. Und das macht mich manchmal wahnsinnig. Nicht immer, aber es nimmt zu, merke ich. Aber ich kann es nicht ansprechen, ich verlasse das Zimmer. Ich weiß, dass es ein großes Problem von mir ist und habe auch begonnen, mich nun damit auseinanderzusetzen.

    Das große Glück, was ich habe, dass es einige Personen in meinem Umfeld gibt, mit denen sich der Austausch wirklich lohnt. Und das ist etwas, was ich zu schätzen weiß. Das hilft so ungemein, den Alltag auf Arbeit zu überstehen.

    Aber diese ganzen emotionalen Kriegsschauplätze nebenher sind schon zermürbend. Das hast Du - @seelenbilder - bereits erwähnt. Es geht nicht um die Arbeit, die wir machen, sondern dass jeder sein persönliches Ego bedient haben will. Da halte ich mich komplett raus, ich lasse mich nicht in die dreckigen Geschichten reinziehen. Und ich weiß auch, welche Personen und Gruppen ich strikt meide.
  • Vermutlich überlebe ich im Beruf, weil ich überleben muss. Vor kurzem hatte ich zumindest das Glück, dass die Bürobesetzungen neu zusammengewürfelt wurden und da bin ich in einem Vierer-Büro gelandet. Zwei der Kollegen sind auch wie ich auf der introvertierten Seite und mit denen tausche ich mich auch sehr gerne aus.

    Nur der dritte Kollege im Büro nervt mich öfter mal und ich glaube, das geht den anderen beiden auch so.
  • edited November 2020
    Hallo @Nethi, Lärm in Bezug auf Unterhaltungen, der neben der eigentlich zu erledigenden Arbeit entsteht (oder auch oft künstliche Aufgeregtheit), ist vermutlich für viele Menschen ein schwer zu ertragendes Thema.
    Auch für mich. Ich spreche es dort an, wo es möglich ist; wo nicht, bringt es leider nichts außer Verständnislosigkeit und keine Lösungen.
    Großraumbüros oder Räumlichkeiten mit Leuten teilen zu müssen, die in vielen Fragen völlig andere Ansprüche haben oder Haltungen einnehmen, ist vom Mühsamsten, was ich selbst kenne.
    Ich finde auch, dass viel zu viel palavert wird, während sich die Arbeit nicht von selbst erledigt! Und ja, es geht sehr oft darum, dass jeder sein persönliches Ego bedient haben will.
  • Mal angenommen, ihr könnt absofort beruflich machen was ihr wollt. Was liegt euch am Herzen, für was brennt ihr?
  • @unconventional_Eagle,

    ich denke, ich würde etwas machen, wo ich viel Bewegung habe, und mehr in der Natur draußen sein kann. Den reinen Schreibtischjob würde ich jedenfalls an den Nagel hängen.
  • Ich würde mit Tieren was machen. Ein Hof für benachteiligte und kranke Tiere schwebt mir vor. Ich würde diese Wesen so mit Liebe überschütten.....und ihnen ein schönes weiteres Leben ermöglichen. Jeden Tag denke ich daran, jedes Tier wird von mir auf der Straße angesprochen, was da grad so rumlungert......
  • edited November 2020
    @unconventional_Eagle: Zum Ausdruck "für etwas brennen": Ich weiß, was Du damit meinst, aber in meinem Leben hat sich gezeigt, dass man ganz schnell ausbrennen kann, wenn man für etwas brennt - weshalb ich mich definitiv heute ganz bewusst lieber "für etwas begeistere" ...
    Ich mache immer noch etwas, das mir grundsätzlich viel Sinn gibt, allerdings sind die Rahmenbedingungen ein unmenschlicher Wahnsinn ...
    Ich möchte im sozialen Bereich bleiben, jedoch unter verbesserten Möglichkeiten - im Hinblick auf Zeit, Wertschätzung, realistische Vorgaben und auch in finanzieller Hinsicht ...
    Als Ausgleich dazu werde ich auch noch in selbstständiger Hinsicht arbeiten, wo ich alles, was mir Freude macht, einbringen kann (das ist eine Vision, die ich hege und pflege :-))
  • @Nethi,

    gib mir Bescheid, wenn der Hof fertig ist, vielleicht brauchst du ja Unterstützung. :-)
  • @Igel 82

    Das mache ich auf jeden Fall, da wird es gut zu tun geben :-)
  • @seelenbilder ...da ist was dran was du schreibst mit für etwas brennen vs. für etwas begeistern. Kann dich gut verstehen.
  • Was gibt euch denn Sinn? ich bin schon seit längerem auf Sinnsuche und habe für mich bis jetzt herausgefunden, dass mir Tätigkeiten Sinn geben, wo ich mich selbst weiter entwickeln kann, wo ich etwas lerne (gerne täglich) und wo ich auch gleichzeitig anderen weiter helfen kann. Austausch, Lebensgeschichten und persönliche Weiterentwicklung sind für mich ganz wichtig. Wie schaut es da bei euch aus?
  • zu meiner Frage ... beruflich machen was ihr wollt ... meine Antwort wäre folgendermaßen: Ich würde am liebsten sofort kündigen, ein bedingungsloses Einkommen beziehen und all die Dinge tun, auf die ich immer schon Lust hatte ... Reisen, Mal/Bastelkurse machen, Sprachen lernen, Leute beobachten ... alles ohne Druck und ganz entspannt. Ich denke, dass ich da über so viele spannende Projekte stolpern würde, dass ich mir gar keine Sorgen mache, dass mir langweilig wird. Ich konnte mich immer gut selbst beschäftigen ;-)
  • >ich bin schon seit längerem auf Sinnsuche und habe für mich bis jetzt herausgefunden, dass mir Tätigkeiten Sinn geben, wo ich mich selbst weiter entwickeln kann, wo ich etwas lerne (gerne täglich) und wo ich auch gleichzeitig anderen weiter helfen kann. Austausch, Lebensgeschichten und persönliche Weiterentwicklung sind für mich ganz wichtig. Wie schaut es da bei euch aus?<
    @unconventional_Eagle,
    ich glaube, dass Deine Frage von vielen thematisch genau so beantwortet werden kann.
    Wenn man sich für etwas beGEISTern kann, dann wird unser Horizont erweitert - auf so vielen Ebenen und sicherlich auch auf den von Dir erwähnten!

    Das bedingungslose Einkommen wird ja in vielen Ländern immer wieder diskutiert und manche liberale Parteien haben es bereits zum Thema gemacht. Ich denke, es wird allerdings noch eine Zeit dauern, bis es tatsächlich vielleicht als "Versuch" umgesetzt wird.
  • Danke @enjoythesilence, ich habe zu diesem Thema meine Einstellung gründlich überdacht und stehe der Idee des Grundeinkommes inzwischen offen gegenüber.
  • Ich habe mir irgendwann meinen eigenen Job geschaffen. Doch bis ich mich getraut habe in die Selbstständigkeit, verging so einige Zeit...

    Wir denken stets, wir müssten dies und das tun. Weil es unser Umfeld auch so macht. Weil unsere Familie es sagt. Weil es anerkannt ist. Weil wir es bisher auch immer so getan haben. Weil, weil, weil...

    Hätte ich mir vor 6 Jahren zugetraut, was ich heute alles mache? Seminare, Beratung, alles mögliche. Nie und nimmer! Der Sinn kam bei mir also Schritt für Schritt: Dinge ausprobieren. Mir zugestehen, was ich NICHT kann und was ich NICHT möchte. Und Vieles mehr...
  • Für mich gab es nach einem langjährigen Angestelltenverhältnis nur eine Wahl mit der ich persönlich WIRKLICH gut leben kann: Selbständigkeit.

    Nur so kann ich ein Maß an Unabhängigkeit, Freiraum und Umfeld schaffen wie es gut zu mir passt.

    Es wäre sehr schwer für einen Arbeitgeben mir all das so zu bieten wie es ich optimalerweise für mich benötige.

    Ich bin aktuell mit dem was ich tue sehr sehr zufrieden.
  • Der Gedanke, beruflich freischaffend zu sein, lässt mich auch nicht los!
    Eine gewisse Selbstständigkeit darf sowieso in keinem Beruf fehlen, vor allem auch, wenn es ums Mitdenken geht. Immer nur mechanisch Anweisungen zu folgen, funktioniert schon lange nicht mehr. Die Art und Weise, wie man mitdenkt, sollte allerdings gut gewählt sein! Vor allem auch die Sprachmelodie :-)
  • Auch von mir ein kleiner Beitrag zum „Überleben im Beruf/Job“. Ich halte es überwiegend genauso wie @enjoythesilence. Ich mache meine Arbeit und versuche nicht, die Arbeitskollegen zu meinen Freunden zu machen. Gemeinsame Arbeit und Freundschaft mit denselben Menschen verträgt sich nach meiner Erfahrung nicht gut. Ich erzähle auch kaum etwas von mir und beteilige mich ungern an Gesprächen über andere; es ist einfach viel zu oft so wie die stille Post, dass Sachverhalte irgendwann an irgendeiner anderen Stelle völlig verzerrt wiedergegeben werden und sogar schädlich für denjenigen werden können, der ursprünglich etwas von sich preisgegeben hat. Ich mag das Verfälschen von Informationen zu Ungunsten anderer überhaupt nicht.

    Zu der Frage von Unconventional_Eagle „was würdest du machen wollen, wenn du es könntest, wofür brennst du?“: Ich würde etwas mit Kultur und Bewahrung alten Wissens machen wollen, sei es altes Kräuterwissen, seien es alte Mythen und Märchen unserer Kultur oder so genannter „Volksaberglaube“, von dem kaum noch jemand etwas weiß. Auch ich (noch) nicht, ehrlich gesagt. Aber das macht es auch so spannend. Am liebsten zusammen mit viel Bewegung in der Natur und mit Tieren und gern auch mit Menschen, die gleich schwingen wie ich.
  • edited Dezember 2020
    @Flordelis,
    zum Thema "Stille Post" habe ich an anderer Stelle ebenfalls schon vermerkt, dass ich solche Verhaltensweisen ebenfalls nicht nachvollziehen kann. Ich erhoffe mir einfach immer noch, dass sich Menschen, die im Berufsleben stehen, erwachsen verhalten. Ich bevorzuge eine bewusste Kommunikation und wenn man dieser mächtig ist - der Adressat auch -, dann kann sehr viel angesprochen werden, ohne dass sich der andere angegriffen fühlt.
    Ich habe übrigens schon oft beobachtet, dass jene, die Ehrlichkeit einfordern, damit im Grunde überhaupt nicht umgehen können. Immer wieder seltsam, vor allem, wenn man schon aufgrund der Position in einem Unternehmen Vorbildwirkung haben sollte.
    Leider wird in Schulungen in Führungsebenen wenig bis nichts investiert, wenn es darum geht, wie man einen pfleglichen Umgang mit MitarbeiterInnen bzw. in einem Team zustandebringen kann. Man kann von Glück sprechen, wenn Vorgesetzte eine Ahnung von der fachlichen Materie haben, und wenn sie MitarbeiterInnen auch noch führen können, dann ist das wie ein Lottosechser!
  • @seelenbilder: Ich denke, das mit der "stillen Post" hat auch etwas mit "nicht richtig zuhören können" zu tun. Und ja, es ist erstaunlich, wie viele Menschen nicht richtig zuhören, auch im Beruf! Erwachsenes Verhalten ist übrigens überhaupt nicht vom biologischen Alter abhängig :-)

    Zur Ehrlichkeit, die von manchen Menschen eingefordert wird: Ehrlichkeit ist mit gewissen Risiken verbunden. Ich selber habe erlebt, dass mir meine Ehrlichkeit zum Nachteil wurde und ich dadurch einmal meinen Job verloren und ein anderes Mal gemobbt wurde. Ehrlichkeit leben ist das eine, Ehrlichkeit annehmen zu können, das andere. Es erfordert Reife, Ehrlichkeit bzw. Kritik annehmen zu können, auch wenn sie wohlwollend und keinesfalls wie ein Vorwurf transportiert wird. Ich denke, es hängt zum Teil auch von unserer Gesellschaft ab, und wie sie sich u.a. nach den letzten beiden Kriegen entwickelt hat. Es wird seit Jahrzehnten viel Wert darauf gelegt, "den guten Schein" zu wahren, die "Contenance zu bewahren", auch wenn hinter der Fassade ein regelrechter Krieg tobt. Der "gute Schein" als Schutzwall, um sich vor Verletzungen zu schützen oder um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Wenn dann jemand "daherkommt", ehrlich ist und Mißstände anspricht, ist das, als würde man diesen Schutzwall niederreißen. Manche Menschen fangen dann regelrecht an, wie gequälte Tiere um sich zu beißen. Ich muss akzeptieren, dass es Menschen gibt, teilweise sogar recht viele Menschen, die mit Ehrlichkeit bzw. Kritik nicht umgehen können. Ich habe es ausprobiert mit der Frage "möchtest du meine Antwort in der Wohlfühl-Version, oder möchtest du die 'harten Fakten'?" Das hat recht gut funktioniert, da mein Gegenüber so die Möglichkeit hat, eine Wahl zu treffen, was er/sie hören möchte.

    Zu den Führungskräften, die kaum bis nicht darin geschult werden, wie sie einen pfleglichen Umgang mit den Mitarbeitern umsetzen können: Für mich sind Menschen, die sich dem Stress aussetzen, als Führungskraft zu arbeiten, bedauernswerte Mitmenschen, gerade in der heutigen Zeit. Sie werden regelrecht verheizt, sitzen immer zwischen mindestens zwei Stühlen (sie müssen der Geschäftsführung Rede und Antwort stehen sowie "Zahlen liefern" und sich die Unzufriedenheiten der Mitarbeiter anhören), und bekommen zwar ein angemessenes Gehalt, haben aber wenig Lebenszeit, dieses Gehalt auch auszugeben wegen der ganzen Überstunden, die sie leisten müssen. Wie sollen sie es da noch schaffen, herzlich und menschlich mit ihren Mitarbeitern umzugehen, wenn sie selbst so etwas von ihren eigenen Vorgesetzten nicht erfahren?

    Ich würde nicht tauschen wollen - es sei denn, ich wäre irgendwann meine eigene Chefin und hätte hierarchisch niemanden mehr über mir.

    Ich kann das, was ich von den Führungskräften - also z.B. Wertschätzung - nicht bekomme, mir sehr gut durch meine Arbeit selber geben. Ich weiß, was ich leiste, und da ich beratend tätig bin, kommt es recht häufig vor, dass ich ein Dankeschön meiner Klienten ausgesprochen bekomme; manchmal ist es auch nur ein erleichterter Blick und ein leichtes Aufseufzen, das ich geschenkt bekomme. Ich spüre, dass ich helfen konnte.

    Das ist für mich tausendmal mehr wert als "warme Worte" der Führungskräfte.
  • @Flordelis,
    ganz klar ist die Rolle der Führungskraft immer mit besonderen Herausforderungen verbunden und ich habe schon solche Führungskräfte erlebt, die einen Lottosechser bedeutet haben.
    Diese Menschen waren mit einer natürlichen Autorität versehen, konnten Privates und Dienstliches gut auseinanderhalten und waren trotzdem immer auch Mensch.

    Was Dein Hinterfragen und die historische Herleitung von Ehrlichkeit und den Umgang damit betrifft, kann ich Dir absolut folgen, eine sehr interessante Aufarbeitung dieses umfangreichen Kapitels.
    Deine Fragestellung ist auch sehr aufschlussreich, Stw. Wohlfühl-Version, harte Fakten.
    Es gibt auch genügend Führungskräfte, die weniger Zahlen liefern müssen, als Vorbild in einem sozialen Kontext zu sein. Hier ist die Ausfallquote jener, die keine soziale Intelligenz besitzen, besonders krass.

    Und auch in einem anderen Punkt stimme ich mit Dir überein, erwachsenes Verhalten hat nicht immer mit biologischem Alter zu tun ...

    Was meine Erfahrungen mit Mobbing betrifft, hier habe ich auch viel dazugelernt. Und vor allem auch die Erkenntnis gewonnen, dass ehemals Gemobbte nicht immer Mitgefühl und Solidarität zeigen, sondern durch ihre so schmerzhafte Erfahrung manchmal durchaus auch selbst zu drastischen Mobbern werden können. In der fatalen Hoffnung, niemals selbst mehr Opfer zu werden - was eine drastische Fehleinschätzung sein kann ...
  • Ich steige auch mal in die Diskussion. Ich habe meine Ausbildung im handwerklichen Bereich gemacht mit Montage. Da herrscht ein rauer Umgangston und wenn du nicht feierst und Alkohol trinkst dann bist du direkt ein Alien. Ich wurde unter anderem deswegen auch sehr gemobbt aber ich habe mich bis zum Ende die Zähne zusammengebissen.
    Jetzt bin ich in einem großen Industriebetrieb wo ich die Pause mal mit Kollegen und mal ohne verbringe. Je nachdem wie wir Pause haben. Mit denen komme ich gut klar aber der Job ist eintönig und füllt mich nicht aus.
  • Hallo Ben_Kylo, wäre denn ein Job, der Dich total ausfüllt, aber Du mit Deinen Kollegen nicht so klarkommst, die bessere Version für Dich?

    Ist für mich auch nicht erstrebenswert.

    Das Rundum-Paket ist die ideale Lösung, aber das gibt es ja eigentlich eher weniger.

    Ich dachte bisher ja immer, ich bin ein total pflegeleichter Fall, aber es scheint ja doch nicht so zu sein....
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