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Zusammenwohnen mit Partner

Hallo zusammen,
ich bin vor kurzem mit meinem langjährigen Partner zusammen gezogen. Durch das Zusammenziehen und durch Corona-bedingt fehlende Aktivitäten hocken wir 24/7 aufeinander. Meine Alleinsein-Bedürfnis macht auch vor meinem Partner nicht Halt, daher macht ich dieser Zustand wahnsinnig. Ich vermisse es unendlich, einfach mal einen ganzen Tag oder auch mehrere Tage einfach allein zu sein zu Hause. Ich bin normalerweise überhaupt nicht sozial inaktiv, sondern treffe mich mit Freunden, gehe am Wochenende auch gerne aus etc. Aber ich brauche eben auch viel Zeit für mich alleine und früher hatte ich diese zu Hause. Das war mein Ruheort, an dem ich mich entspannen konnte. Der ist nun nicht mehr vorhanden. Mit meinem Freund zusammen sein, ist natürlich 100mal weniger Kräftezehrend als andere Leute treffen. Aber es für mich trotzdem kräftezehrend, wenn ich nie eine Pause von ihm habe, nie alleine bin. Und nein, wir machen nicht die ganze Zeit was zusammen, ich habe ein Zimmer, in das ich mich komplett zurück ziehen kann. Das Problem ist, ich igel mich da mittlerweile ein. Werde total inaktiv. Habe keine Lust mehr, Zeit mit ihm zu verbringen. Ich genieße weder die Zeit mit noch ohne ihn. Ich bräuchte zwischendurch Zeit ganz für mich allein, dann könnte ich danach auch wieder die Zeit mit ihm genießen. Ich hab keine Ahnung, was ich gegen dieses Problem tun kann.
Wieder auseinander ziehen ist keine Option.
Viele Grüße
Larissa

Kommentare

  • Hallo,

    also ich halte es für ganz, ganz wichtig, dieses Thema mit ihm zu besprechen! ER muss davon wissen, wie es Dir geht, findest Du nicht? Es ist sicher sehr schwierig, hier etwas Richtungsweisendes anzumerken, denn Du bist diejenige, die ihn kennenlernen darf ("die ihn kennt" wage ich hier gar nicht zu formulieren, da ich vorsichtig bin, kennt man denn einen Menschen eines Tages wirklich? Oder sind es nur viele Facetten, die wir erleben dürfen?)

    Es klingt in der Tat beängstigend, wenn man sich so zurückziehen muss, um sich wieder selbst zu finden. Also ich glaube, hier zählt einzig das Gespräch, aber ich denke auch, es muss sehr achtsam stattfinden, da können sicher Verletzungen passieren.

    Alles Gute Dir!
  • Noch eine Frage: Fühlst Du Dich denn grundsätzlich wohl in der Wohnung oder gibt es da auch Dinge, die in Dir ein Unwohlsein erzeugen?
  • Er weiß, wie es mir geht. Komplett verstehen tut er es nicht, glaube ich. Aber wissen tut er es. Es ist aber schwierig, mit ihm darüber zu reden, denn in der ganze Sache liegt ja ein (un)ausgesprochener Vorwurf an seinem Da-sein. Es ist ja sein Zuhause und sein gutes Recht, zu Hause zu sein. Zumal es zu Corona-Zeiten eben auch einfach nicht viel anders geht. Trotzdem stresst es mich aber eben, dass er einfach immer da ist und ich nie allein, und das tut auch unserer Beziehung nicht gut. Daher war meine Hoffnung, hier auf Leute zu stoßen, die evt. ähnliche Probleme haben oder es zumindest nachvollziehen können, um sich auszutauschen. In meinem Freundes- und Familienkreis ist niemand so introvertiert, dass er mein Bedürfnis nachvollziehen könnte.
  • Nein, die Wohnung ist nicht optimal, wir wohnen derzeit zur Zwischenmiete, während wir auf der Suche nach was langfristigem sind. Eine optimalere Wohnung (wenn wir diese denn finden, die Wohnungssuche gestaltet sich bisher schwierig) wird sicher noch etwas Entspannung reinbringen, trotzdem glaube ich, dass das Problem an sich bestehen bleibt.
  • Definitiv kann ich es mir denken, dass sich so ein Gespräch schwierig gestaltet. Die Frage ist halt auch, was sich nach diesen Corona-Einschränkungen ändern kann, damit eine Entspannung eintritt.

    Dann besteht aber doch noch von meiner Seite die Frage, warum Ihr beim nächsten Umzug nicht wieder auf zwei Wohnungen setzt? Oder ist das auch ein finanzielles Thema? Denn Du meinst ja, dass das Problem an sich bestehen bleibt. Ich hoffe, meine Fragen sind jetzt nicht zu aufdringlich, aber ich kann mir sonst nicht vorstellen, warum zwei Wohnungen kein Thema mehr sein könnten.

    Grundsätzlich möchte ich Dir aber auch rückmelden, dass ich glaube, dass viele von uns hier das Grundthema sehr wohl nachvollziehen können, dass man sich viel Freiraum verschaffen muss. Ich weiß nicht, wie alt Ihr beide in etwa seid, aber ich selbst stelle mit zunehmenden Jahren fest, dass ich mich an ein ständiges "Miteinander-Wohnen" wohl eher nicht mehr gewöhnen kann. Ich brauche auch viel Freiraum, wobei mir dieser, sofern sich mein Freund bei mir aufhält, auch gegönnt wird.

    In jungen Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, eine Beziehung in zwei Wohnungen zu führen (mal gemeinsam und dann wieder jeder für sich). Jetzt erscheint mir dies zunehmend als die idealere Lösung.
  • Naja, wir haben 7 Jahre des Lebens in getrennten Wohnungen hinter uns. Das nervt eben auch mit dem ständigen Hin und Her fahren, Sachen hin und her schleppen oder doppelt haben, nicht zu Hause zu sein, wenn ich bei ihm bin, sprich man kann Partnerzeit und persönliche/häusliche Dinge, die man erledigen muss, nicht so gut mischen/ gleichzeitig machen. Der einzig optimale Kompromiss zwischen zusammen und nicht zusammen wohnen, wären wohl zwei Wohnungen im gleichen Haus oder im Nebenhaus. Aber das ist ja unmöglich zu finden...
    Außerdem ist neben den oben beschriebenen Gründen wohl der Hauptgrund, dass ich Familie möchte. Wir sind 32 Jahre alt. Ich möchte Kinder. Nicht direkt, vielleicht so in ein, zwei Jahren. Eine Familie in getrennten Wohnungen sehe ich persönlich nicht.
  • Hallo @Iaha! Hihi, ich kann das schon sehr gut nachvollziehen. Du schreibst, ihr beide seid erst vor kurzem zusammengezogen. Und da muss man sich ja erst einmal aneinander gewöhnen - die kleinen Alltagseinzelheiten, die einem vorher nicht so bewusst waren und die einem nun täglich vor Augen sind. Und eben der Punkt, dass nun jemand seine Präsenz in der Wohnung hat - und das ständig. Ich weiß noch recht genau, wie "eingeschnürt" ich mich oft fühlte, nachdem ich mit meinem Partner zusammengezogen war. Das liegt inzwischen fast 9 Jahre zurück. Mein Vorteil allerdings ganz klar - KEINE Beschränkungen, wie sie die Pandemie aktuell mit sich bringt. Daher konnte ich ihn zwischendurch auch einfach mal freundlich "rauswerfen" oder er ging auf einen Wochenendtrip mit Freunden bzw. umgekehrt. Ich konnte ein paar Tage einfach mal weg, wenn mir danach war. Dieser Freiraum hat uns aneinander im Zusammenleben gewöhnen und wachsen lassen, so dass wir inzwischen auch eine Familie zu gründen "gewagt" haben. Wichtig war für uns beide, dass wir im gemeinsamen Wohnraum Raum ganz für uns alleine schaffen konnten, den der jeweils andere entsprechend akzeptierte und wir die ständige Präsenz nicht mehr als einengend empfanden, weil sie uns ja schlicht und ergreifend nicht einengte.
    Jetzt in Pandemiezeiten, muss ich gestehen, dass ich meinen Partner im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen manchmal zum Spazierengehen oder ähnliches verdonnere, damit ich zumindest einmal in der Woche eine Stunde wirklich ganz für mich bin, wenn der Sohnemann selig schläft. Das mache ich dann, wenn er sich in diese Art Tiger im Käfig verwandelt und stille Rastlosigkeit verbreitet, die sich auf mich übertragen will. Dann ist es auch für ihn wichtig, rauszukommen. Allerdings fällt es ihm inzwischen zunehmend schwerer, sich abends aufzuraffen. Dann kommt es zum freundlichen "Rauswurf".
    Ich hoffe, du fühlst dich bald wohler und findest einen Weg, dir Alleinsein in der Zweisamkeit zu schaffen, damit ihr beide euer gemeinsames Leben genießen könnt.
  • @Iaha,
    danke für Deine weiteren Erörterungen, jetzt ist mir sehr verständlich, warum es ein gemeinsamer Haushalt bleiben soll! Familie, ganz klar, das ist wohl der wichtigste Grund, warum es mit einem Haushalt klappen sollte.

    Und doch: Ich würde nicht behaupten, dass es nicht klappen kann, in einem Haus zwei Wohnungen zu finden. Zwei mir bekannten Familien ist das gelungen, sie haben beide Wohnungen sogar auf einer Ebene - gegenüber! Darum kann ich nur raten: inserieren, visionieren ... Sag niemals nie! ;-)
  • @laha
    mir gehts fast genauso wie dir! bin auch gerade nach einer langjährigen Beziehung in getrennten Wohnungen zusammengezogen und auch wenn es gut klappt und wir vorrausschauend den Luxus eines Extra-Zimmers als Rückzugsort für mich in der neuen Wohnung eingeplant haben, hab ich Angst, dass mir die Enge doch auch mal zu viel wird. Ich kenne das Gefühl, einfach mal auch mehr als nur ein paar Stunden allein sein zu wollen, aber natürlich kann man den Partner nicht rauswerfen^^...
    für mich persönlich ist ein Zimmer als Rückzugsort sowieso das Minimum an Zurückgezogenheit, aber es ist doch was anderes, komplett allein daheim zu sein und vollkommen abzutauchen in seinen Gedanken.

    Seid ihr beide jetzt pandemiebedingt beide ganztags zuhause? Das ist gerade halt eine Ausnahmesituation und vielleicht ist es gut, wenn wir uns gar nicht an das alles zu sehr gewöhnen. Hoffentlich geht das Leben bald wieder normal weiter, dann gibts wieder mehr "Termine", wo der eine dann hingeht/ hin muss und man selbst daheimbleiben kann.
    Du hast gesagt, du hast auch so ein eigenes Rückzugszimmer - kannst du es dir vielleicht noch gemütlicher/ anders einrichten, dass es wirklich dein Kraftort wird?
    Unsere Wohnungssuche war auch super anstrengend (wie man sich da teils anbiedern und bewerben muss...ächz) - ich hoffe, ihr findet bald was Entgültiges!

    Ich war die letzten tage auch total gereizt und genervt, wenn ich nicht allein war und dann hats mir wieder Leid getan, aber gestern hab ich mit einer App eine Meditation gemacht und wow, das hat ein kleines Wunder gewirkt^^

    LG und danke für diese Diskussion, mit der ich mich sehr identifizieren kann :)
  • Schaut mal in der Rubrik "Ruhige Musik", da sind ein paar sehr schöne Musiktitel, die sehr entspannen und einen zu sich selbst führen!
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