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Hilfe als extrovertierter Mann mit introvertierte Partnerin

Hallo hier im Forum


Erstmal vorab, ich bin 37, männlich und bin selber extrovertiert.


Zu meiner "Geschichte"

Ich habe nach meiner 11 jährigen Beziehung eine neue, wirklich tolle Frau kennengelernt und ja, ich kann wohl sagen, das ich sie liebe. Ich versuche es kurz von Anfang an


Wir haben uns über eine gemeinsame Freundin kennengelernt. In der Anfangszeit haben wir ausschließlich über WhatsApp Kontakt gehabt. Wir haben viel geschrieben, sehr viel, vielleicht krankhaft viel und so ziemlich über Alles. Sie hatte mir zu der Zeit mitgeteilt, dass sie ein bisschen merkwürdig wäre und immer eine gewisse Zeit benötigt, um aufzutauen. Ich hatte mir damals nichts dabei gedacht. Dann hatten wir uns getroffen, immer häufiger und nicht nur über WhatsApp schien es zu passen, sondern auch so. Durch Corona war es ja nie möglich, sich irgendwo anders mal zu treffen und da sie gerade erst ihren Führerschein macht, hatten wir uns immer bei ihr gesehen. 

So, nun sind wir seit fast 6 Monaten zusammen und gerade in den letzten Wochen sind mir, ich sag mal, gewisse Dinge aufgefallen, die ich nicht verstehen und nachvollziehen konnte. Das führte leider auch schon zu Streitigkeiten. Ich bin dann durch Zufall über Introvertiertheit gefallen und hatte mir mal eine www-Seite über Introvertiertheit durchgelesen und stellte fest, das so ziemlich 99% komplett auf meine Freundin zu reflektieren war. Ich habe nun 2 Anliegen. Ich würde unten mal stichpunktweise schreiben, was für mich seltsam ist und ob das wirklich eindeutige "Anzeichen" für Introvertiertheit ist und ob ihr mir helfen könnt, wie ich damit in Zukunft umgehen kann


-sie sagt, sie wäre früher in der Schulzeit eher schüchtern und zurückhaltend gewesen

-sie benötigt Zeit, bis sie sich neuen Menschen öffnet

-sie wollte bisher nicht, das ich ihre Mutter und Schwester kennenlerne. Auch scheint sie kein "Interesse" zu haben, meine Eltern kennenzulernen. Das wäre noch sehr früh, findet sie

-sie guckt mir so gut wie nie in die Augen. Wenn, dann höchstens für einen ganz kurzen Moment. Wenn ich eher seitlich gucke oder ein ganzes Stück von ihr entfernt bin, dann ja. Für mich seltsam ist es, dass sie das bei anderen aber ganz gut kann, nur bei mir nicht.

-sie äußert sich gar nicht zu Gefühlen. Sie schreibt und sagt zwar, sie sei genervt oder mal ein bisschen traurig, mehr aber nicht. Das führte dann zu den schon genannten Streitigkeiten. Ich weiß halt nie, was sie über mich denkt/fühlt und wie sie das mit uns sieht. Es wäre "nicht ihr Ding" hatte sie mir vor ein paar Tagen mal gesagt

-ihr reicht es meistens, einfach neben mir auf der Couch zu liegen ohne Händchen halten oder so.

-Küsse und Zärtlichkeiten kommen nur von mir

-sie mag kein "Rumgerede" über ein Thema. Sie will gleich konkret wissen, worum es geht. Sie nennt es sonst Palabern und dieses Palabern nervt sie

-wenn sie am Folgetag Spätschicht hat und ich frei habe, übernachte ich nie bei ihr, weil ich ja sonst direkt vor ihrer Arbeit auch noch anwesend bin, ist mein Verdacht

-sie mag keine Geschenke zwischendurch. Ausflüge ohne das sie weiß wohin, geht gar nicht


Ich könnte noch sehr viel mehr schreiben. Das sind doch deutliche Anzeichen, das sie Introvertiert ist, oder nicht? Weiter habe ich auch das Gefühl, als wenn sie mir misstraut, oder zumindest Verlustangst hat. Bei WhatsApp kontrolliert sie relativ häufig, ob ich online bin und ob ich ihre Nachricht gelesen habe. Wenn ich ihr zB ein Bild schicke, auf denen mehrere Getränke sind, fragt sie mich, ob ich Männerbesuch hätte. Man fragt doch eigentlich nur nach Besuch allgemein?

Ich hatte auf der anderen Internetseite gelesen, das Introvertierte auf eine andere Art Zuneigung und Gefühle zeigen. Sie hatte mir mal gesagt, das sie findet, das wir sehr gut harmonieren, das sie mich gerne um sich hat. Auch verbringen wir sehr viel Zeit miteinander, auch das soll wohl ein deutliches Zeichen sein. 

Wie wird das weitergehen? Wird sie immer so verschlossen und indirekt sein oder kann ich versuchen einen Weg zu finden, das sie sich mir gegenüber mehr öffnet?

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.
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Kommentare

  • edited Juni 30
    Salüü :)

    Ich bin in einer ähnlichen Situation. Ich habe einen Mann kennen gerlernt, welcher introvertiert ist und zeitweise auch stärkere Rückszugsphasen hat.

    Einige deiner Aufzählungen kommen mir ganz genau so bekannt vor. Er hat auch Mühe in der Öffentlichkeit Nähe zu zeigen. Wenn wir unter uns sind, kann er auch als erstes Zärtlichkeiten austauschen, aber mit Bedacht. Er kann wie deine Freundin gut und gerne zwei Stunden neben wir auf dem Sofa sitzen ohne Austausch von Zärtlichkeiten, dafür mir tollen Gesprächen. Allerdings nimmt er mich beim Schlafen in de Arm, wie es noch kein Mann gemacht hat. In die Augen schauen kann er auch nur schwer bzw. nur kurz, er hat es nicht gerne, wenn man frontal neben ihm sitzt. Zu seinen Gefühlen äussert er sich auch nicht so, wie ich es von anderen Männern kenne z.B. ich vermisse dich etc. Wenn ich z.B. schreibe, ich wäre gern bei dir etc. kommt von ihm schon eine Gefühlsäusserung als Rückmeldung. Aber den ersten Schritt in diese Richtung kommt in der Regel von mir. Er macht zudem auch nur wenige Tage unter der Woche etwas ab, wenn er am nächsten Tag arbeiten muss. Er macht beispielsweise unter der Woche nie zwei Tage hintereinander etwas ab. Auch seine Eltern habe ich noch nicht kennen gelernt, was für mich jedoch jetzt auch noch nicht so mega wichtig ist. Was bei uns auch ein Thema ist, dass die meisten Treffen von mir initiert werden, ich also quasi die Macherin bin. Das irritiert mich immer mal wieder etwas.

    Trotz allem merke ich, dass er mich sehr gerne hat und dies halt mir dadurch zeigt, dass er mich immer abholt, sich fast täglich bei mir meldet, er hilft mir bei Reparaturen, wir haben immer eine sehr schöne Zeit zusammen, die Art wie er mich küsst etc. Hin und wieder, wenn ich einen schlechten Tag habe, mache ich mir jedoch auch schon mal die Gedanken " ober mich überhaupt wirklich mag, in mich verlieb ist etc. Ich denke dies ist vor allem in der Anfangszeit bis sich die Beziehung gefestigt hat normal.

    Er hat mir auch gesagt, er brauche Zeit bis er jemandem sagen kann "ich vermisse dich, du fehlst mir etc." und er brauche auch Zeit und Vertrauen um sich auf jemanden einzulassen und sich dann bei dieser Person auch fallen lassen zu können. Mit Druck oder Forderungen/Vorwürfen würde ich bei ihm nicht vorwärts kommen, dann würde er sich wahrscheinlich sofort zurückziehen. Ich passe mich +/- seinem Tempo an und äussere meine Anliegen in Wunschform z.B. ich wünsche mir, dass... oder ich sage ihm z.B. ich fühle mich in deinen Armen sicher etc. wenn ich möchte, dass er mich mal öfters in den Arm nimmt oder es verletzt meine Gefühle, wenn.... Wenn ich es so äussere kommt es viel besser bei ihm an. Bei gewissen Sachen braucht es Zeit und gewisse Dinge werden warscheinlich immer so bleiben. Ich muss z.B. vom Mann nicht ständig hören, dass er mich liebt, wenn ich es ansonsten spüre. Wir sind uns auch noch am einspielen und am Kompromisse suchen :) Um Missverständnisse zwischen Extro und Intro zu vemeiden ist Kommunikation. Ich habe selten so oft und offen mit jemand gesprochen. In den früheren Beziehungen, Dates etc. "lief es immer" ohne grosses zutun.

    Gute Dinge wollen Weile haben.
  • "Gut" zu hören, das es jemanden gibt, der etwa in der gleichen Situation ist.
    Ich habe mich nie mit Introvertiertheit auseinander gesetzt. Ich wusste grob, was das heißt, mehr aber nicht. Deswegen habe ich mir zuerst auch nichts gedacht.

    Ja, es ähnelt sich tatsächlich sehr viel. Wobei Treffen auch durchaus von ihr aus kommen. Auch süße Nachrichten kommen von ihr. Sie schickt mir häufig ein Herz, immer eine halbe Stunde nachdem ich bei ihr los bin, was mich dann auch immer wieder überrascht. Und sie kuschelt sich immer mal aufm Sofa in meinen Arm und wenn wir schlafen gehen, muss jede Nacht (!) mein Arm um sie sein.

    Ich verstehe nur nicht, das sie nie zu mir möchte. Wir sind nur bei ihr Zuhause. Was mich überhaupt nicht stört, verstehen tue ich es nur nicht.
    Und ich weiß nicht warum sie anderen (vertrauten) Personen längere Zeit in die Augen sehen kann, nur mir nicht.

    Hätte ich das vorher mit ihr gewusst, hätte es auf jeden Fall Streit verhindert. Ich konnte mit gewissen Reaktionen und Äußerungen anfangs überhaupt nichts anfangen und wenn ich nachgefragt habe, war sie immer gleich leicht genervt. Jetzt verstehe ich natürlich sehr viel, aber nicht Alles.

    Und natürlich merke ich bei ihr auch, wie gern sie mich hat. Wenn wir uns nicht sehen, schreiben wir sehr viel, sie bringt mir einfach meine Lieblingssüßigkeiten, sie neckt mich etc
  • @GismoHB

    Egal ob introvertiert oder nicht - es wird immer mal wieder Momente geben, in denen Du andere Menschen nicht verstehen kannst.

    Gib ihr Zeit.

    Ihr seid nun 6 Monate zusammen. Für den einen ist das eine lange Zeit - für andere noch nicht...

    Je mehr Du Dich darauf fokussierst, was sie bei Dir noch nicht macht, aber mit anderen vertrauten Personen schon, um so weniger wirst Du sie verstehen.

    Sie zeigt Dir doch, dass sie Dich mag, oder?

    Schau auf das, was sie Dir gibt :-)

    Alles Gute für Euch beide!!! :-)

    Liebe Grüße von wuw
  • Ich habe das mit seiner Introversion auch eher später erfahren. Da kamen mir einige AHA-Momente. Streit hatten wir zwar nicht, aber ich hatte hin und wieder den Gedanke " Whaaat?"
    Da du nun ja Bescheid weisst, kannst du sie auch etwas besser verstehen. Grundsätzlich läuft ja wie wuw sagt, bei euch ja vieles gut, fokussier dich darauf :)
    Mein Herr kommt lustigerweise lieber zu mir, als ich bei ihm. Für mich ist es okay, da ich dann nicht mit dem ÖV unterwegs sein muss. Hin und wieder sage ich ihm aber auch, z. B. das Weekend sind wir bei dir. Das klappt dann eigentlich gut.
  • @GismoHB

    Kennt Deine Freundin den Begriff "introvertiert"? Habt Ihr da schon mal darüber gesprochen?

    Manchmal hilft ja auch der Austausch mit ihr direkt ;-)
  • Erstmal vielen Dank für die netten Worte an euch.
    Wir verstehen uns wahnsinnig gut, obwohl wir vom Charakter schon total unterschiedlich sind. Aber gerade deswegen scheint es einfach zu passen.
    Ich bin aber auch ein sehr gefühlvoller Mann und mache mir natürlich auch Gedanken darüber, dass ich z.B. sehr wahrscheinlich nie ein Ich-liebe-dich von ihr hören werde. Auch wenn mir bewusst, dass sie es mir einfach nur anders zeigen wird oder eventuell sogar schon tut.

    Über Introvertiertheit haben wir noch nicht gesprochen. Ich weiß noch nicht mal, ob sie weiß, das sie introvertiert ist. Sie sagt über sich nur, dass sie merkwürdig ist. Weiß man als Introvertieter, dass man das ist?
    Aktuell hat sie sehr viel um die Ohren, ist nur noch genervt und urlaubsreif. Wollte sie daher in unserem Urlaub darauf ansprechen
  • Hallo in die Runde, Hallo @GismoHB,

    nach der Beschreibung Deiner Freundin bin ich doch recht überrascht, dass all die gelisteten Eigenschaften typische Intro-Eigenschaften wären.
    Eine gewisse Zurückhaltung kann man vielen Intros sicher nachsagen, aber weniger ein ablehnendes Verhalten. Smalltalk mögen wohl die meisten auch nicht.

    Wenn jemand die Familie seines Partners (noch) nicht kennenlernen möchte, kann dies auch ein Hinweis darauf sein, dass er sich unsicher fühlt.
    Einige Eigenheiten, die Deine Freundin aufweist, wirken auf mich eher sozial distanziert, ev. mit einem Problem mit zuviel (körperlicher) Nähe in Kombination.

    Intro zu sein, hat aus meiner Erfahrung nichts damit zu tun, dass jemand keinen Augenkontakt halten kann. Es kann allerdings beim einen oder anderen sehr wohl mit Introvertiertheit zusammenhängen.
    Ich halte es auch eher für nicht zutreffend, dass Intros nicht so gerne Zärtlichkeiten austauschen. Ich meine, viele sehnen sich sogar sehr danach.
    Auch erlebe ich Intros als sehr starke Gefühlsmenschen und sie setzen sich auch intensiv damit auseinander.
    Ich bin gar nicht davon überzeugt, dass Deine Freundin unbedingt in Richtung Introvertiertheit geht.

    Aber ich kann total nachvollziehen, dass Dich das Verhalten stark verunsichert oder auch verletzt.

    Ich denke auch, dass der Faktor Zeit eine große Rolle spielt.

    Liebe Grüße!
  • @GismoHB

    „Weiß man als Introvertieter, dass man das ist?“

    Nein, das kann man tatsächlich nicht bei jedem voraussetzen.
    Bei mir war es so, dass ich zwar den Begriff kannte, aber lange nicht hinterfragt habe, was es wirklich bedeutet, introvertiert zu sein.

    Im Grunde ist es die Art und Weise, wie ein Mensch seine Energie gewinnt.

    Als introvertierter Mensch ist man trotzdem individuell und es gibt verschiedene Typen, auch unter Intros - wie auch unter Extros.

    Falls du dich eingehend damit beschäftigen möchtest, empfiehlt sich das 16 Persönlichkeitenmodel nach Myer-Briggs.

    Ich fände es in deinem Fall jedoch tatsächlich angezeigter, mit deiner Freundin direkt zu sprechen, um herauszufinden, was sie bewegt und veranlasst, zum Beispiel deine Familie noch nicht kennenlernen zu wollen. Das wiederum könnte nach meiner Erfahrung auch damit zusammen hängen, dass man sich seiner Sache entweder noch nicht ganz sicher ist oder den Partner lieber noch ein Weilchen für sich allein hat. (Oder einfach nicht sehr familienverbunden ist)

    Ihr kennt euch glaube noch nicht so lange, wenn ich das aus deinen Zeilen richtig erinnere.
    In dem Fall würde ich mir da noch keine Sorgen machen.

    Finde ich übrigens toll, dass du dich extra hier angemeldet hast, um deine Freundin besser verstehen zu können. Das würde sicher nicht jeder tun, aber ab und an kommt es schon vor.

    Letztendlich, da jeder Mensch individuell ist, wird ein Gespräch mit deiner Freundin Klärung bringen können.

    Schreibt ihr auch ab und zu miteinander?
    Vielleicht magst du es schriftlich versuchen, ihr deine Unsicherheit zu schildern?
  • Ich gehe zumindest stark davon aus, das sie introvertiert ist. Als ich über die Seite https://wanderlust-introvert.com/introvertierte-gefuehle/ gefallen bin, kam es mir vor, als wenn man über sie schreiben würde. Da wurde ich dann überhaupt auch aufmerksam auf Introvertiertheit.
    Und ja, entweder sehen wir uns und wenn nicht, schreiben wir sehr viel. Ich bin wirklich hin und her gerissen. Ich mag sie halt so unheimlich gerne und könnte mir eine tolle Zukunft mit ihr vorstellen. Gleichzeitig habe ich Zweifel, ob ich damit leben kann, vielleicht nie etwas Direktes von ihr zu hören. Wie ich schon geschrieben habe, bin ich ein Mensch, der sowas eigentlich auch hin und wieder braucht.
    Nun hat sich gestern herausgestellt, das wir unseren Urlaub noch nicht planen können. Der Termin für Ihre Fahrprüfung steht noch nicht fest. Jetzt hat sie mir geschrieben, das ich auch ohne Weiteres ohne sie weg könnte. Und schon mache ich mir wieder Gedanken. Hab gelesen, das introvertierte dem Partner nicht ungern "im Wege" stehen wollen. Mir kommt es dann gleich so vor, als wenn sie mit mir gar nicht in den Urlaub möchte.

    So gern ich das persönlich mit ihr besprechen würde, aber es wird besser sein, wenn ich das per WhatsApp mache. Aber wie soll ich das anfangen? Gleich mit der Tür ins Haus nach dem Motto "hat dir eigentlich schon jemand gesagt das" oder "weißt du selber eigentlich das"?

    Und ich brauchte/brauche einfach Hilfe, deshalb kam mir dieses Forum wie gerufen. Mir wäre es sonst egal, aber sie bedeutet mir inzwischen einfach schon zuviel.
  • Hallo GismoHB,
    es ist gut, auch die andere Seite zu erfahren. Ich denke schon, dass viele Menschen einfach „hilflos“ im Umgang mit Introvertierten sind. Weil wir einfach nicht durchschaubar sind.

    Und ich sehe auch, dass viele Leute das Verhalten anderer viel zu persönlich nehmen. Gerade das Beispiel mit Deiner Reise, wo sie Dir das Alleinefahren vorschlägt, Du aber was persönliches draus machst, gibt mir doch recht. Genau das gleiche mit dem Beispiel Kennenlernen der Eltern.

    Wenn Du quer liest hier im Forum oder auch auf anderen Seiten, wirst Du auch die große Unsicherheit erkennen, die ein Introvertierter mit sich rumschleppt. Dieses permanente Mitteilungsbedürfnis der anderen, die uns sagen wollen, welche Probleme der Umgang mit uns bereitet, ist einfach niederschmetternd.

    Jeder wünscht sich doch, so akzeptiert und angenommern zu werden, wie er ist. Ob nun introvertiert oder extrovertiert. Warum muss immer alles interpretiert und zerredet werden?

    Ob eine Klärung per WhatsApp sinnvoll für Dich ist, kann ich Dir nicht sagen. Da ist jeder Mensch verschieden. Ich persönlich habe damit gute Erfahrung gemacht, da ich mich schriftlich einfach besser äußern kann. Allerdings wäre eine Formulierung wie Du es schreibst, „Hat Dir schon mal jemand gesagt, dass“ oder „weißt Du eigentlich selber, dass“ der Beginn vom Ende. Das wäre für mich eine Verallgemeinerung, mit der ich nicht klarkommen würde.

    Wie wind_und_wellen schon schrieb, egal ob introvertiert oder extrovertiert, es wird immer Dinge geben, die wir am anderen nicht verstehen können. Aber müssen wir es denn verstehen? Reicht es nicht einfach zu sagen: Hej, ich akzeptiere Deine Art und Weise oder wie Du mit gewissen Situationen umgehst?
    Ich glaube, es würde uns ganz vieles ersparen, wenn wir Dinge einfach akzeptieren könnten.

  • Als ich mein Kandidat zum ersten Mal darauf angesprochen habe, dachte ich zuerst einfach er hält mich warm. Ich habe ihm geschrieben: ich habe gerade ans uns beide gedacht und merke wie gerne ich dich habe… dann habe ich geschrieben, was ich an ihm schätze und dann auch meine Beobachtungen geschildert und wie ich mich fühle.

    Ich habe ihm das per WhatsApp geschrieben., da ich das Gefühl hatte, dass er sich damit wohler fühlt und er sich so auch zuerst etwas Gedanken machen konnte, was er mir sagen möchte. Er hat mir dann in einer sehr langen Sprachnachricht dann eröffnet, dass er introvertiert sei und er mich sehr sehr gerne habe, er mir jedoch nicht im Wege stehen wolle, wenn ich denke, dass er mir nicht genüge. Wir machten dann 2-3 Tage Pause, damit jeder sich etwas Gedanken machen konnte und dann haben wir persönlich miteinander gesprochen. Dies lief sehr locker und entspannt, wir haben dann auch über unsere Bedürfnisse gesprochen und wie wir es handhaben.

    Hin und wieder gibt es auch jetzt Sachen, welche mich teilweise etwas rätseln lassen und ich unsicher werde, was seine Gefühle für mich betrifft. Aber ich denke dies sind gewisse Startschwierigkeiten, welche man bei jeder Beziehung zu Beginn hat, bis sich dann wirklich eine tragfähige Partnerschaft daraus entwickelt. Eure Beziehung ist ja noch ein zartes Pflänzchen

  • Zitat von dir:

    «Ich mag sie halt so unheimlich gerne und könnte mir eine tolle Zukunft mit ihr vorstellen. Gleichzeitig habe ich Zweifel, ob ich damit leben kann, vielleicht nie etwas Direktes von ihr zu hören. Wie ich schon geschrieben habe, bin ich ein Mensch, der sowas eigentlich auch hin und wieder braucht"

    >> Ich denke das braucht Zeit, bis sie dir solche Dinge sagen kann. Gerade wenn sie etwas unsicher (Verlustängste) zu sein scheint, benötigt sie wahrscheinlich für eine gewisse Zeit eine beständige Sicherheit, dass alles gut läuft und es so bleibt. Sechs Monate Beziehung sind ja noch nicht so lang. Einige können da ihrem Partner bereits «ich liebe dich sagen», andere wiederum, brauchen dafür mehr Zeit. Ich denke, wenn sie merkt, dass du für sie da bist und sie so nimmst wie sie nun mal ist, kann es gut möglich sein, dass sich dann irgendwann in eurer Beziehung «fallen lassen» kann und sich rundum sicher fühlt.

    Bei meinem Kandidat merke ich auch langsam, dass wir zunehmend kleine Schritte vorwärts machen und er sich stets etwas mehr öffnet. Die eine oder andere «Baustelle» wird wahrscheinlich noch etwas dauern, aber ich versuche mich auf die tollen Sachen von ihm zu konzentrieren. Es hilft mir dabei sehr, dass ich meine Energiesäulen habe, welche mich stärken und ich ihm so immer mit einer gewissen Unbeschwertheit begegnen kann.
  • @GismoHB

    Hier ein paar Gedanken von mir - vielleicht ist ja ein passender Aspekt für Dich dabei.

    Ja, eine schriftliche "Kontaktaufnahme" bzw. als Einleitung zu einem Gespräch könnte hilfreich sein. Denn so hast auch Du die Möglichkeit, das Geschriebene vor dem Absenden nochmals zu lesen.

    Eine riesengroße Bitte: Introversion ist weder ein "Makel" noch eine "Krankheit". Sie ist auch keine Schublade - denn jeder Mensch hat introvertierte und extrovertierte Ausprägungen. Die einen eben mehr, die anderen weniger.

    Kannst Du Dir vorstellen, den Kontakt "auf Augenhöhe" mit ihr zu suchen? Also "anklagende", "vorwerfende" oder "harte" Worte zu vermeiden?

    Sie ist wie sie ist, sie steckt in ihrer Haut. Genau wie Du auch.

    Ja, es ist berechtigt, dass Du Dir Gedanken machst, ob Du Dir eine gemeinsame Zukunft mit ihr vorstellen kannst.

    Teile ihr doch Deine Wünsche mit. Auch Deine Ängste, Unsicherheiten, Fragen. Auch, was Du für sie empfindest. Und, ob Du mit ihr einen gemeinsamen Weg gehen möchtest.

    Alles Gute für Euch beide!!!

    Liebe Grüße von wuw
  • Ich danke euch für eure Meinungen.
    Ich akzeptiere jeden Menschen, so wie er ist. Es ist mir egal ob Intro, Extro, schwarz, gelb oder was auch immer. Vielleicht ist es ein Stück weit mein eigenes Problem. Ich selber brauche meine Sicherheit bei ihr und muss vielleicht einfach begreifen, daß sie mir diese Sicherheit zur Zeit einfach noch nicht geben kann, bevor ich ihr diese nicht gebe.
    Schon bevor ich die letzten 3 Kommentare gelesen hatte, ging mir durch den Kopf, ihr einfach zu zeigen, dass ich sie so akzeptiere, so wie sie ist. Das habe ich schließlich auch gemacht, bevor ich wusste oder davon ausging, dass sie introvertiert ist und stehe heute mit dieser Einstellung da, wo ich jetzt bei ihr stehe. Also scheint dieser Weg ja nicht ganz so falsch zu sein.
    Nach dem letzten kleinen Streit hatte sie mir auch gesagt, das ich nicht Alles in Frage stellen solle, denn das würde ihr keine Sicherheit geben.
    Also werde ich ihr jetzt diese Sicherheit versuchen zu geben und dann muss ich in den nächsten Monaten gucken, ob sie sich mir gegenüber vielleicht noch mehr öffnen kann. Hoffen tue ich es zumindest.
  • @GismoHB

    Sicherheit - ja, das kenne ich. Die wünschen sich viele Menschen. Ist auch eine der Grundbedürfnisse.

    Aber... ja, leider... es gibt keine absolute Sicherheit.

    Aber... ich kann mir gut vorstellen, wenn ihr beide achtsam und wachsam miteinander seid, dann könnt ihr es schaffen :-)

    Hoffnungen - Hoffnungen, Wünsche, Träume... das Salz des Lebens.
    Aber wie das bei richtigem Salz auch ist: zuviel ist auch nicht gut.
    Was meine ich damit: lass Deine Hoffnungen los. Zu viel hoffen engt Euch beide vielleicht zu sehr ein ;-)

    Keine einfache Kiste - aber ihr werdet das schaffen!!! :-)
  • @wind_und_wellen
    Introvertiert ist für mich absolut keine Krankheit oder ein Makel. Wenn das so wäre, wäre Extrovertiert genau das Gleiche! Wenn ich mich irgendwo so ausgedrückt haben sollte, tut es mir Leid, war absolut nicht so gemeint.
    Und natürlich werde ich das auch auf Augenhöhe mit ihr machen. Sowas tue ich immer und da ist es ebenfalls egal, ob Intro oder Extro und ich werde es auf gar keinen Fall als Vorwurf machen. Jeder Mensch hat seine Fehler, genau wie ich und wenn ich auf meine Fehler angesprochen werde, möchte ich das auch nicht als Vorwurf hören.
    Bei unserem letzten Disput hatte ich es ihr allerdings zum Vorwurf gemacht, dass sie sich überhaupt nicht dazu äußert, was sie von mir hält und ob sie was empfindet. Daraufhin hatte sie dann gesagt, dass Gefühle äußern nicht "ihr Ding" wären. Und genau dadurch wurde ich dann hellhörig und seit dem weiß ich es auch erst.
    Mache mir selber Vorwürfe, das ich 6 Monate gebraucht habe um das zu erkennen. Hätte ich es gewusst, wäre ich anders mit ihr umgegangen, zumindest was die Vorwürfe angeht.
  • @GismoHB
    Alles gut - Du hattest Dich auch nicht so geäußert, als dass Introversion ein Makel wäre. Bitte entschuldige da meine direkten Worte.
    Ich wollte nur vorbeugen bzw. relativieren, dass Introversion eben nichts Absolutes ist :-)

    Mach Dir bitte keine Vorwürfe, dass Du "erst jetzt" die Sache mit der Introversion erkannt hast. Ihr beide lernt Euch kennen und das wird auch noch eine Weile so gehen.
    Da kannst Du nicht alles wissen - genau wie sie auch.

    Sie lernt gerade, Dir zu vertrauen. Genau, wie Du auch :-)

    Falls es für Dich vorstellbar ist, kannst Du ihr das auch mitteilen. Dass Du eben jetzt wertvolle und hilfreiche Erkenntnisse gewonnen hast, die Dir helfen, sie zu verstehen :-)
  • edited Juli 1
    Ich habe mir das Buch von Susan Cain "still" gekauft und fand es sehr spannend. Sie geht da auch auf die Partnerschaft zwischen Intros und Extros ein und wie man zusammen Kompromisse finden kann und aufeinander eingeht.
    Es hat mir geholfen, die das Ganze aus der Perspektive von introvertierten Menschen zu nehmen und diese besser zu verstehen. Das hat auch dazu geführt, dass ich im Umgang mit meinem Kandidat gelassener geworden bin und Situationen besser einschätzen kann, was mir Sicherheit gibt und ihm auch, da er merkt, dass ich entspannt unterwegs bin.
  • Ich glaube, es ist total normal, dass man sich Gedanken macht. Und es ist auch super, dass es Leute gibt, die es wichtig finden, andere zu verstehen.

    Vielleicht noch ne kurze Anmerkung: ich bin heute mit meinem Mann 30 Jahre zusammen. Wir sind sehr jung zusammen gekommen. Heute denke ich so manches mal, der arme Kerl, was der so alles mit mir aushalten musste. Aber er hat es geschafft, irgendwie, und heute weiß der ganz genau, was in mir vorgeht. Er kennt mich sozusagen in- und auswendig.
    Das war aber ein langer Weg. Und das bedeutete auch Arbeit auf beiden Seiten, denn jeder hat sich weiterentwickelt. Auch ich als introvertierte Person bin ja permanent dabei, andere Wege auszuprobieren.

    Weißt Du, selbst ich wusste lange Zeit nicht, warum ich so bin, wie ich bin. Aber wenn man sich selber besser kennengelernt hat, kann man auch Dinge anders machen.

    Vielleicht lasst Ihr Euch darauf ein und geht gemeinsam den Weg der Entwicklung.
  • Möcht mich entschuldigen, dass ich mich schon eine Zeit lang nicht mehr gemeldet habe.

    Ich habe heute versucht, sie indirekt auf ihre Introvertiertheit anzusprechen (vielmehr anzuschreiben). Sie war am Montag in einem Freizeitpark mit ner Freundin (hatte abends für den Abend spontan abgesagt), gestern waren wir zusammen im Kino und morgen wollten wir mit einem befreundeten Paar ebenfalls in einen Freizeitpark. Ich habe sie gefragt, ob das anstrengend für sie wäre. Also nicht wegen immer laufen, sondern eher gedanklich. Die Frage hätte sie nicht verstanden, hatte sie mir geschrieben.
    Dann hatte ich sie gefragt, wie sie sich am Montag gefühlt hat. Ob sie froh war, alleine zuhause sein zu können. Daraufhin machte sie komplett zu und fragte mich, warum ich das wissen wollen würde und ich mein Psycho-Spiel bei jemanden anderen spielen soll.
    Hatte ihr dann direkt geschrieben, das ich die Vermutung hab, das sie eventuell introvertiert ist und mir das helfen würde, wenn es so ist, viele Dinge jetzt zu verstehen. Da ging sie gar nicht erst drauf ein und machte mir anderweitig Vorwürfe.

    Ich habe das Buch von Susan Cain "Still" gelesen. Ich verstehe jetzt viel von ihrem Verhalten, kann Dinge nachvollziehen. Ich würde ihr die Zeit geben, die sie braucht und ihr auch die Sicherheit mit mir. Das Buch hat mir sehr geholfen.
    Aber es muss mir doch möglich sein, sie darauf anzusprechen, dass sie introvertiert ist?! Ich habe das weder als Vorwurf noch sonst irgendwie ausgedrückt (warum auch?). Ich wollte ursprünglich ja nur ne Frage beantwortet haben. Ich weiß einfach nicht weiter. Wenn sie das selber nicht einsieht, was kann/soll ich noch machen?
  • edited Juli 14
    Hallo @GismoHB,
    also mehr Menschen mit Deiner Art und Weise, jemanden so sehr vertstehen zu wollen, wie Du Dir Mühe gibst, wäre wunderbar!!!

    Mir tut's sehr leid für Dich, dass Deine einfühlsame, verstehenwollende Art so beleidigend abgeschmettert wird! So kommt es jedenfalls bei mir an. Ich tu mir auch schwer damit, die Dame tatsächlich als "intro" einzuschätzen.
    Ich empfinde ihr Verhalten als brüsk - und das bereits in Euren ersten Monaten.
    Mir kommt das alles unsagbar kompliziert vor.

    Ich kann das Verhalten Deiner Freundin nicht nachvollziehen, mir fehlen einfach die Anknüpfungspunkte dazu, wie ich das Verhalten zuordnen könnte.

    Ich kann Dir nichts anderes raten, als gut auf Dich zu achten!
    Eine Frage: Du hast sie eingangs hier als "toll" beschrieben. Was findest Du konkret so toll? Wenn meine Frage zu direkt ist, dann bitte entschuldige!
  • @seelenbilder
    Sie hat in den vergangenen Monaten schon sehr viele Dinge gesagt und gemacht, die ich unter Introvertiertheit sehen würden, wenn man das als "typisch" bezeichnen darf. Mir scheint es aber fast so, als wenn da noch mehr hintersteckt. Aber ich komme nicht an sie ran.
    Ja, sie ist toll. Sie bringt mich immer zum lachen mit ihrer frechen Art, wir können uns sehr sehr gut unterhalten, ich fühle mich in ihrer Nähe sehr wohl. Aber sobald es ein bisschen tiefgründiger geht, schaltet sie ab. Ich wollte sie mal nach ihrer Vergangenheit fragen (Schule, erste Alkoholerfahrungen etc.). Sie hat gesagt, da gäbe es nichts.

    Ich merke selber was ich Alles "auf mich nehme". Ich habe zB seid Jahren nicht mehr gelesen. Aber das zeigt mir auch nur, wie wichtig sie mir ist und ich möchte mir nicht selber vorwerfen, das ich es nicht versucht habe.
  • Schade, dass offenbar all deine Mühe, sie verstehen zu wollen, keinen wirklichen Erfolg bringt, näher an sie heranzukommen.

    Bewahre dir trotzdem diese wundervolle Art verstehen zu wollen!

    Ich weiß leider sehr gut, wie es sich anfühlt, jemanden gern näher kennenlernen zu wollen, Zeit miteinander zu verbringen - doch das Gegenüber macht dicht und entzieht sich.

    Aus meiner Erfahrung könnte man sich in solchen Situationen auf den Kopf stellen und es würde nichts ändern.

    Ich möchte mich Seelenbilder anschließen: achte gut auf dich und tue, was dir gut tut.

    Ziehe dich deinerseits mal etwas zurück (ja, ich weiß, das ist schwer, doch versuchs :)

    Wenn sie wirklich Interesse an dir hat, kommt sie auch als Intro auf dich zu.

    Bleib du weiter neugierig auf die Menschen um dich herum. Alles andere findet sich mit der Zeit.
  • Ich würde mich an deiner Stelle auch etwas zurück ziehen. Scheint als würde sie sich etwas in die Ecke gedrängt fühlen.
    Ich habe meinem Kandidat auch Raum gegeben und jetzt merke ich, wie er sich Stück für Stück öffnet, was unsere Beziehung in den letzten Wochen gestärkt hat. Er überrascht mich immer wieder aufs Neue.
    Es braucht wahrscheinlich einfach Zeit, bis du ein solches Gespräch mit deiner Freundin führen kannst.
    Wichtig ist, dass du für die gute Energiesäulen hast mit welchen du dich ohne sie beschäftigen kannst.
    Ich denke auch, wenn sie dich wirklich mag, dass sie sich bei dir melden wird bzw. peu a peu einen Schritt auf dich zukommen wird, dies aber halt in ihrem Tempo.
  • Ich gebe Dir den Tipp, nicht weiter bei ihr rumzubohren.

    Ich weiß aus Erfahrung mit mir selber, dass das nach hinten losgehen kann. Wer mag es schon, wenn einem permanent die Eigenarten, mit denen andere nichts anzufangen wissen, präsentiert zu bekommen.

    Du schreibst, dass Du bei Deinem Gespräch nicht mehr an sie herangekommen bist. Verstehe ich absolut, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ihre Grenze überschritten wurde.

    Manche Leute sind sich darüber gar nicht klar, dass sie introvertiert sind. Mir wurde auch erst spät bewusst, was es eigentlich bedeutet, introvertiert zu sein. Jemanden den Stempel aufzudrücken zu wollen, halte ich etwas misslich.

    Nichtsdestotrotz finde ich es weiterhin toll, dass Du versuchst, Dir diese Person verständlicher werden zu lassen.
    Wenn Du gewisse Seiten an ihr toll findest und ihre „Eigenarten“ einigermaßen aushalten kannst, dann nimm sie so, wie sie ist.
    Wir alle wollen nur, dass wir so genommen werden, wie wir sind!
  • @GismoHB,
    danke für Dein Eingehen auf meine Frage. Das war auch mein Gefühl, dass da noch mehr dahinter stecken könnte, ev. eine sehr schmerzvolle Vergangenheit ...
    Könnte tatsächlich sein, dass es noch länger dauert, bis sie von sich aus ihre Blütenblätter weiter öffnet. Bis jetzt scheint es doch eher beim Bild einer Knospe zu bleiben.
    Mein Partner ist auch sehr zurückhaltend - es hat lange gedauert, bis ich wusste, das hat nichts mit mir zu tun. Irritierend war für mich, dass er einen feinen Freundeskreis hat, wo er doch auch offen ist. Da konnte ich manche Grenzen, die mir gezeigt wurden, anfangs nicht deuten. Er hat keine belastende Vergangenheit, ihm liegt aber mehr am Zuhören, als sich unbedingt ständig selbst zu offenbaren.
    Inzwischen haben wir auf vielen Ebenen zu jener Offenheit gefunden, die mir eine große Geborgenheit gibt. Damit bin ich im Frieden, weil ich doch ein gewisses Wachstum merke. Manche Eigenheiten bleiben - und das ist auch gut so!
  • Ouh ja, @Nethi sagt das was Wahres. Bevor ich wusste, was "introvertiert" bedeutet, habe ich es basically mit naja, "trauriges, stubenhockerisches Mauerblümchen" gleichgesetzt und wenn mich jemand drauf angesprochen hätte, hätte ich vehement verneint, so zu sein. Und wenn mich jemand so.. lauernd triumphierend "aha! ich hab verstanden, wie du tickst, lass mich raten, das Wochenende war anstrengend für dich, weil du n Intro bist!" ansprechen würde, würd ich mich auch sehr in die Ecke gedrängt fühlen und hätte defintiv das ungute Gefühl, dass da irgendeine Grenze überschritten wurde, die ich nie definiert habe und von der ich nicht wusste, dass es sie gibt.
    Deine Liebe scheint außerdem auch kein Interesse am Aufarbeiten ihrer Vergangenheit zu haben. Vielleicht ist sie einfach nicht mit dem im Reinen, was sie erlebt hat und will das noch nicht mit dir teilen. Meine Mutter sagte mal abwinkend zu mir, Therapie käme für sie nicht infrage, weil sie dann in ihrer Kindheit herumstochern werden müsse und das wolle sie nicht, also ließe sie es bleiben. Fair. Klare Ansage. Kann ich verstehen. Gibt Leute, die wollen nicht zurückblicken.
    Versuch lieber, sie nicht zu sehr zu analysieren sondern sie einfach kennenzulernen, wie sie ist. Unabhängig von den Labels, die man ihr eventuell zuschreiben könnte.
  • Vielen Dank für diese ganzen tollen Antworten und Reaktionen. Ich würde gerne auf viele Aussagen hier eingehen, aber das würde wohl den Rahmen sprengen.

    Ich möchte euch kurz mitteilen, wie es bis gestern weiterging.
    Sie war vorgestern ja sehr auf Angriff (Psycho-Spiel etc.). Ich hatte ihr dann geschrieben, dass es völlig egal wäre, ob jemand intro- oder extrovertiert ist, der Mensch bleibt ja einfach der Gleiche. Und ich hatte ihr geschrieben, wenn es denn so sein sollte, das Wissen darüber es mir nur leichter machen würde, bestimmte Reaktionen oder ihr Verhalten nachvollziehen zu können und dadurch auch zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden. Sie wollte darüber kein Wort mehr verlieren.

    Nach 2 Stunden hatte sie sich dann bei mir wieder gemeldet mit einer Nachricht, als ob es diese vorige Situation gar nicht gegeben hätte. Und gestern hatten wir ein wirklich tollen Tag im Freizeitpark, besser als ich ihn hätte mir vorstellen können. So wie sie mit ihrer Nachricht reagiert hatte und so wie der Tag gestern verlaufen ist, kommt es mir vor, als wenn sie mich ein bisschen verstanden hat, das sie auch zumindest ein kleines bisschen auf mich zu kommen sollte.
    Ich weiß ja inzwischen, was mich auch in Zukunft erwarten kann oder wird. Ob ich das wirklich kann, wird sich zeigen, aber ich will es absolut versuchen. Es hat ja jetzt auch ein halbes Jahr funktioniert, warum nicht auch auf Dauer?

    Ich habe ihr das wirklich sehr behutsam und vorsichtig geschrieben. Ich habe inzwischen ein ganz anderes Verständnis zur Extro- und Introvertiertheit. Ich bin sicherlich extrovertiert, habe aber auch ein paar introvertierte Züge. Mich interessiert es aber gar nicht, ob man extro- oder introvertiert ist, homosexuell, schwarz oder sonstwas. Der Mensch ist der Mensch, der er ist. Ich kann mir ja selber den "Stempel" aufdrücken, das ich extrovertiert bin, ähnlich wie es @Nethi geschrieben hat. Aber ist dieser Stempel deswegen der bessere? Nein, auf keinen Fall! Ich denke, das hier einfach immer noch das Problem besteht, das man Introvertiertheit als negative Charktereigenschaft sieht und das ist totaler Schwachsinn.

    Nachbohren werde ich auf jeden Fall lassen und werde sie so akzeptieren, so wie sie ist. Und alles Weitere wird sich in Zukunft zeigen. Vielleicht habe ich ja einen Stein ins Rollen gebracht, indem ich sie darauf angesprochen habe. Es fühlt sich zumindest ein bisschen von ihrer Seite so an, als wenn sie es unterm Strich positiv aufgenommen hat, dass ich mir wirklich einen Kopf um sie bzw uns mache.

    Man wird sehen
  • Ich möchte noch kurz darauf eingehen, was @enjoythesilence und auch @Nymeria1988 bzgl. des möglichen Zurückziehens geschrieben haben.
    Vielleicht habt ihr Recht. Aber was ihr nicht wissen könnt. Es ist absolut nicht so, das ich mich immer bei ihr melde. Ja, Treffen und Unternehmungen kommen fast ausschließlich von mir. Aber gerade in den vergangenen 1,5 Wochen ist sie es, die mich täglich anschreibt. Manchmal schickt sie mir einfach einen relativ "unwichtigen" Text, meistens aber ein Herz oder Kuss, ohne was dazu zu schreiben. Dieses wird sie ja nur machen, um entweder mit mir in Kontakt zu treten oder um mir zu zeigen, das sie an mich denkt.
    Das sind doch sehr positive Signale von einer eher introvertierten Person? Hinzu kommt jetzt noch, dass sie sich morgen eigentlich mit einer Freundin verabredet hatte. Jetzt hat sie ihrer Freundin abgesagt. Sie hat es mir kein Stück direkt geschrieben, aber es klang so, als wenn sie lieber den morgigen Abend mit mir verbringen möchte, weil ich Montag ja für ein paar Tage nach Mallorca fliege. Auch das ist doch ein sehr positives Zeichen?
    (Es ist echt ein bisschen seltsam. Ich bin 37 Jahre alt und schreibe hier, als wäre sie meine erste Freundin)
  • Lieber GismoHB

    Das klingt ja soweit gut. Dann würde ich von deiner Seite her, das Thema "introvertiert" auch im Moment nicht mehr anschneiden und ihr einfach Zeit geben, damit sie sich nach und nach öffnen kann.

    Ich spreche mit meinem Freund in dem Sinne auch nicht direkt über seine Introvertiertheit als solche (ausser als wir ein klärendes Gespräch über unsere Bedürfnissen hatten). Die Auseinandersetzung mit Introversion hat vor allem mir selbst einfach geholfen, ihn besser zu verstehen und auch besser auf ihn eingehen zu können. Was schlussendlich dazu geführt hat, dass unsere Beziehung sich gefestigt hat und ich vieles mit anderen Augen sehe (ich bin vor allem auch weniger unsicher).

    Bezüglich des Rückzugs war es eher so gmemeint, falls sich deine Freundin jetzt durch deine Anspache sich länger gekränkt/eingeengt/bedrängt gefühlt hätte oder ähnliches, dass du ihr etwas Raum geben hättest können. Da ihr einen schönen Tag im Freizeitpark verbracht habt und sie bezüglich deiner Ansprache nichts mehr gesagt hat, braucht es das in dem Sinne ja nicht.

    Bei mir und meinem Freund ist es auch so, dass Unternehmungen und Treffen mehrheitlich von mir kommen, er einfach sagt, ob es für ihn passt oder nicht. Er schickt dafür von sich aus öfters mal lange Sprachnachrichten oder schreibt mich auch öfters an. Von dem her würde ich das bei euch auch als positives Zeichen deuten. Bei meinem Freund weiss ich inzwischen genau, dass er nur etwas macht, wenn er es auch wirklich will und es ihm wichtig ist.
  • @Nymeria1988
    Sie hat sich heute doch nochmal per WhatsApp bzgl. meiner Ansprache geäußert. Sie möchte nicht, dass ich sie in irgendeiner Art und Weise analysiere und dass ich das zukünftig auch nicht mehr machen soll. Das verstehe ich total und respektiere das natürlich auch. Sie scheint das aber auch falsch aufgenommen zu haben. Es ging mir ja, genau wie du geschrieben hattest, einzig und allein darum, auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen zu können. Und das kann ich nur, wenn ich zumindest grob weiß, was in ihr vorgeht. Sie hat das komplett als eine Art Angriff auf sich bewertet und das war nie meine Absicht, ganz im Gegenteil.
    Wenn sie sich zB mal zurückziehen möchte/muss, um ihren "Akku wieder aufzuladen", dann soll sie das machen, ganz klar. Ich möchte dann nur nicht angelogen werden oder das sie irgendwelche Ausreden erfindet (das hat sie nämlich schon gemacht).

    Aber ich merke und höre hier im Forum ja auch, das ich ihr einfach Zeit geben muss. Das werde ich und ich werde auch bis auf Weiteres sie bzgl. Ihrer Merkmale gar nicht mehr ansprechen.

    Natürlich ist jeder Mensch anders. Aber kann man grob sagen, wie lange das dauern kann? Wie sieht es mit den Menschen aus, die diese Nachricht hier jetzt lesen? Wie lange habt ihr selber oder hat euer Partner/in gebraucht, um sich zu öffnen?
  • Introversion bezeichnet die Art, wie ein Mensch seine Energie gewinnt.

    Ich glaube, das ist wichtig, zu verstehen. Denn abgesehen vom Energiehaushalt sind Introvertierte von Extrovertierten nicht zu unterscheiden.

    Zurückgezogenes Leben, sich nur langsam öffnen, Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen usw. haben meiner Erfahrung nach meist einen anderen Ursprung und stehen mit der Introversion nicht im Zusammenhang.

    Wie lange ich brauche mich zu öffnen?
    Nun, das kommt auf die Situation und mein Gegenüber an.

    In einer Partnerschaft, die auf Vertrauen gebaut wird, kann das relativ schnell gehen.
    Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Offenheit - schon gar nicht gegenüber dem zweitwichtigsten Menschen in meinem Leben.
  • Wenn ich das so lese, dass sie nicht analysiert werden möchte (etc.), dann kommt bei mir das Gefühl auf, dass Introversion nicht das "Problem" ist... sondern dass da andere "Ereignisse" oder "Umstände" im Weg stehen... das nur mal so am Rande eingestreut.
  • Also mich braucht auch keiner zu analysieren. Das lehne ich komplett ab. Da kann ich auch sehr komisch werden. Da fühle ich mich als kleines Kind vor der Lehrerin, die mir erzählen will, wie ich bin und wie ich zu sein habe.
    Viele Dinge liegen in der Kindheit und unserem bisherigen Werdegang verborgen. Entweder man hat Interesse daran, diese Dinge hervorzuholen oder eben nicht. Und wenn man das nicht möchte, sollte das schlichtweg akzeptiert werden.
  • Ich schreibe hier als Introvertierter:
    Für mich ist die Frage schon etwas merkwürdig .
    Man kan doch keinen in einer Schublade einordnen!!!
    Du solltest vieleich einmal das Buch "Kopfsache" durchlesen um zu verstehen worum es bei Intro oder Extrovertierte handelt .
    Jeder hat eine intro als auch extro Seite .
    Bei dem einen ist halt nur die Extro seite mehr ausgeprägt und
    bei dem anderen die Intro Seite.
    Einzige ist bei Introvertierten , das sie sich besser erholen wenn sie sich zurückziehen
    Mich ermüdet das eher unter vielen Leuten , aber ich habe unsere Silberhochzeit auch mit 130 Leuten gefeiert
    (Habe zwar gedacht das es schwer für mich wird , war aber die beste Party meines Lebens.)
    Es gibt doch auch nicht nur schwarz und Weiß sondern soooooo viel dazwischen.
    Und das ist bei jedem unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt.
    Somit heist Introvertiert nicht gleich verschlossen .
    Habe einfach geduld mit deiner Partnerin und schiebe das nicht auf Introversion , das klingt für mich wie so ein Stempel .
  • Ich kann mich auch irren, aber ich höre da auch die ganze Zeit so ein "ich verstehe und respektiere ja, dass sie nicht analysiert werden will, ABER mir hilft das einfach" Was dein Bedürfnis klar über ihres stellt.
    Vielleicht muss es das einfach damit gewesen sein, du hast jetzt gelernt, dass es Leute gibt, die anders Energie gewinnen als andere Leute (wie @enjoythesilence schon sagte, ist dies faktisch der einzige Unterschied zwischen extro und intro und der Rest ist einfach individueller Charakter). Ansonsten geht es in der weiteren Beziehung vielleicht eher um "sie kennenlernen" und nicht "sie beobachten und Häkchen abhaken" und ihre individuellen Bedürfnisse erkennen und lesen lernen. Manche Menschen sind einfach irgendwie anders als wir selber und man kann da manchmal Label drauf packen und manchmal nicht. Aber Label hin oder her, sie sind eben, wer und wie sie sind. Das kann uns keiner erklären außer sie selber und wenn sie selber dazu kein Bedürfnis haben, wird keine Einschätzung von Fremden dir helfen, Prognosen über ihre Aufwärmzeit zu treffen.

    Die Frage nach "wie lange wird das dauern" ist für mich auch ein kleines Bisschen ein rotes Tuch. Die einzig korrekte Antwort darauf ist: "Solange es dauern wird." Aber die Frage an sich weckt Eindrücke von Ungeduld und sowas sollte in einer Beziehung, an der 2 Leute teilnehmen kein grundsätzliches Ding sein. Situativ, klar, kein Thema. Wenn mein Partner ewig zum Schuhebinden braucht und ich im Wohnzimmer schon im dicken Mantel schwitze, werd ich ungeduldig. Aber ungeduldig zu werden, weil mein Partner im Leben oder unserer Beziehung noch nicht an einer Stelle angelangt ist, an der ich mich befinde... das klingt für mich eigentlich nicht gut. Wie ich gerade vor Kurzem erst schon einem Besucher hier im Forum schrieb, glaube ich, es ist die Pflicht von denen, die schneller sind, auf die zu warten, die langsamer sind, weil die Langsamen schon so schnell fahren wie sie können (oder wollen).
  • Hallo San, als ich Deinen Text las, fiel mir spontan ein Text aus einem Buch ein:

    „…. Denn indem man eine Beziehung eingeht, hat man, ohne sich dessen darüber bewusst zu sein, mit dem Partner vereinbart, nicht mehr auf vernünftige Art und Weise miteinander umzugehen.“ Zitatende Rebecca Niazi-Shahabi aus dem Buch „Ich bleib so scheiße, wie ich bin.“ (Hat mir sehr gefallen, dieses Buch.)

    Ich finde, in diesem Satz steckt viel Wahrheit drin. Wenn ich bedenke, am Anfang einer Liebesbeziehung ist der Partner himmlisch und jeder zeigt sich von seiner allerbesten Seite. Und dann schleichen sich langsam Dinge ein, die nicht mehr so schön sind. In manchen Beziehungen werden nach einiger Zeit auch wahre Machtkämpfe ausgetragen. Oder sollte ich lieber sagen: in vielen Beziehungen….?

    Ich „liebe“ ja auch diesen Satz von den Leuten: „Ich bin so wie ich bin. Und jeder muss mich so nehmen, wie ich bin. Ansonsten ist es sein Problem.“

    Ich frag mich immer, wie sieht es denn umgekehrt aus? Nimmst Du die anderen denn auch so wie sie sind?
    Eigentlich ist es doch so: es gibt immer was zu nörgeln am anderen…..



  • Bei dem Zitat aus dem Buch „Ich bleib so scheiße, wie ich bin" musste ich schmunzeln @Nethi. Da stecke auf jeden Fall eine Menge Wahrheit drin. Ich weiß nicht, ob man nicht mehr auf vernünftige Art und Weise miteinander umgeht in einer Beziehung, aber verändern tut sich der Umgang auf jeden Fall.
  • edited Juli 23
    @Nethi, danke für das Zitat -
    viele Begegnungen funktionieren genau so! Viele schaffen den Sprung von "rosaroter Phase" in die "Wir"-Phase, in der sie auch bereit sind, zu "arbeiten", nicht wirklich.
    Am Anfang steht das oft so vorschnelle "Ich liebe Dich" - "Ich Dich auch" -> es geht mitunter über in ein "Du kannst mich mal!" - "Du mich auch!" ...

    "Behandle andere Menschen, so wie Du selbst behandelt werden möchtest!" - Diese Aufforderung kann ganz arg in die Hose gehen! "Behandle einen anderen Menschen so, wie er es möchte" ist aus meiner Erfahrung die bessere Variante ... wobei das Wort "Behandlung" ohnehin nicht so ganz passend ist ... Wenn jemand ein besseres hat ...? ;-))
  • Wie wäre es statt "behandle" mit "begegne"? ;-)
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