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Sabatical Zeit

Hallo in die Runde,

mich würde mal interessieren, ob sich schon mal jemand mit dem Thema befasst oder es gar mal in Angriff genommen hat?

Hintergrund ist folgender: Irgendwie schwebt mir in letzter Zeit immer mehr vor, mal aus dem Hamsterrad auszubrechen. Ich bin jetzt seit 30 Jahren im Büro tätig und irgendwie habe ich grad keine Lust mehr. Tagsein, tagaus der gleiche Mist.

Was mir so vorschwebt: Ich will keine Weltreise machen, neeee, das ist nicht mein Ziel. Aber vielleicht mal was anderes machen, auch mal was anderes arbeiten, einfach mal den Horizont erweitern.

Also das sind erstmal so lose Gedanken, vielleicht auch Träume, die in meinem Kopf so rumschwirren. Deshalb würde mich echt mal interessieren, ob Ihr sowas schon mal gemacht habt.

Viele Grüße

Kommentare

  • Sowas Ähnliches schwirrt mir auch immer im Kopf herum, und ich bin erst die Hälfte deiner Zeit berufstätig. Da ist auch wahnsinnig viel Angst dabei, die mich davon anhält, da tiefer in die Materie einzusteigen aber ich hab auf Reddit mal den subreddit "Workfree" gesehen und bin mir nicht sicher, ob der dazu da ist, dass Leute sich darin austauschen können, die genau so denken wie wir hier. Wenn du gut Englisch kannst, könntest du den ja mal auschecken.
    Generell denk ich immer mehr drüber nach, ob ein Eigenheim vielleicht doch keine schlechte Idee wäre, dann muss ich irgendwann keine Miete mehr zahlen und kann das Geld auf die Hohe Kante legen für die Reparaturen, die dann zwangsläufig irgendwann fällig werden. Manchmal denk ich auch, nen VW-Bus kaufen und ein Bett reinbauen, eine USB-Steckdose mit einer kleinen USB-Solarzelle betreiben und dann dorthin fahren, wo es mich hinzieht (dafür brauch ich aber erstmal n Führerschein. Und n VW Bus)
    Oder auf einem Hausboot wohnen. Da spielen auch Gedanken an die Rente mit rein, weil das mit der Rente ja auch alles nicht besser wird.
    Und dann geht der Gedanke zurück zum Eigenheim, irgendwo an nem Dorfrand, wo die Erwachsenen tuscheln und die Kinder Angst haben, zu klingeln, um ihre Frisbee von meinem Rasen zu holen (#Dorfhexe) Und dann Gemüse anbauen aber da sagte neulich eine Freundin, dass man dann zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr einen Überschuss des jeweiligen Gemüses hat und zu einer anderen Zeit eben ein anderes Gemüse und nicht die super ausgeglichene Vielfalt.
    Oder ein großes Haus mit mehreren Wohnparteien zusammen mit Freunden.
    Oder den Job an den Nagel hängen und in nem Laden für Kreatives anfangen.
    Oder, oder, oder.
    Alles hat irgendwie seine Nachteile und ich sehe all diese Dinge auch durch eine stark romantisierte Linse.
  • Persönlich habe ich noch keine Erfahrung mit einem Sabatical Jahr gemacht.

    Ich war nur einmal sozusagen nebendran und habe miterlebt, wie schnell so ein Jahr Auszeit rum ist, in dem sich nichts Grundlegenedes geändert hat. Die Zeit wurde mehr oder weniger vertrödelt - was nicht wertend gemeint ist, denn etwas Abstand von der Arbeitsstelle kann einem glaube nur nutzen.

    Gäbe es Alternativen wie eine Stundenreduktion? Erst einmal auf Zeit und dann vielleicht auch dauerhaft?
  • Sabatical Zeit, das klingt wie Musik in meinen Ohren. :-) Da habe ich schon sehr oft daran gedacht. Ein ganzes Jahr, das würde vermutlich finanziell irgendwann eng werden, aber mal so ein, zwei oder drei Monate, warum nicht?

    Aber wie enjoythesilence schon schrieb, ist disese Zeit dann vermutlich sehr schnell wieder vorbei und dann ist alles wieder beim alten. Ich bin da am überlegen, ob es nicht sogar sinnvoller wäre, die Wochenarbeitszeit zu reduzieren, um jede Woche etwas mehr Zeit zu haben. Vielleicht hat man da auf lange Sicht sogar mehr davon.

    Aber ich kann das sehr gut verstehen @Nethi, wenn man jeden Tag den geleichen Mist sieht, dass man dann einfach mal raus muss. Und wenn man die Sabatical Zeit sinnvoll nutzen kann, dann ist das bestimmt eine Bereicherung. Falls ich sowas tatsächlich mal mache, dann hab ich auf alle Fälle schon Pläne. :-)
  • Hallo und danke für Eure Antworten.

    Wie ich schon schrieb, das sind in meinem Kopf erst mal so lose Gedanken. Eine Idee wird geboren und dann finden sich die Puzzleteile irgendwie zusammen.

    Meine Arbeit ganz aufgeben würde ich niemals, ist eben ein sicherer Hafen.

    Mir geht es auch darum, dass ich irgendwie neue Impulse benötige. Ich habe gerade das Gefühl, in meinem Ablauf festzuhängen. Aufstehen, arbeiten, nach Hause kommen, kochen, etwas ausruhen, Bett.

    Gerne würde ich auch ehrenamtlich tätig werden, aber ich bin abends immer irgendwie kaputt, da habe ich keine Energie mehr.
    Vielleicht ist das ja auch der Punkt, keine Energie bzw. Motivation zu haben, weil alles so eintönig ist?

    Ich bin ja der Typ Mensch, der aus neuen Herausforderungen Energie schöpft. Und Routine ist einfach nicht mein Ding!
    Tja, mal sehen, was ich draus mache …..
  • Eine lange Auszeit nehmen ich mir gerade.
    Vor rund 5 Wochen habe ich meinen Job aufgegeben.
    Davon geträumt, frei zu sein habe ich seit dem ersten Tag meiner Ausbildung.
    Erst Mal 15Jahre Vollzeit, dann 23 in 4 Tage Woche gearbeitet.
    Den Beruf habe ich zunehmend als Gefängnis gesehen, zum Ende hin habe ich tatsächlich die Stunden gezählt, bis es endlich vorbei ist.

    5 Wochen frei ist schon sehr entspannend.
    Die Arbeit fehlte mir bisher keine Sekunde.
    Die morgendliche Kaffeerunde mit den Kollegen dagegen schon.
    Ich Versuche mir eine neue Runde aufzubauen, muß ja nicht unbedingt eine Kaffeerunde sein.

    Aber den konkreten Anstoß dazu aufzuhören hat meine Frau gegeben.
    Vor ca. 1 Jahr hat sie mich gefragt als ich wieder von der Arbeit nach Hause gekommen bin, wie lange ich mir den verdammten Scheiß eigentlich noch antun will.
    Am Besten ab sofort nicht mehr war meine Antwort.

    Da kam es auch gut, daß meine Firma sowieso jede Menge ihrer "wertvollen Mitarbeiter" abbauen wollte.
    Ich habe mich sofort als Freiwilliger gemeldet, nach ein paar Monaten einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und weitere 4 Monate später war endlich Schluß mit diesem öden Job und dieser Firma.
    38 Jahre habe ich dort gearbeitet, aber bereut, aufgehört zu haben kam mir bis jetzt nicht in den Sinn.

    Man muß irgendwann wissen, wann genug ist.
    Ich lebe jetzt von Ersparten, einen neuen, interessantesten Job suche ich mir frühestens 2023.
    Meine Frau hört in wenigen Wochen auch auf.

    Dann haben wir zum ersten Mal im Leben richtig frei.
    Geplant sind zunächst lande Radtouren mit Zelt und Fahrrad durch Europa.
    Und dann sehen wir weiter
  • Hallo Michel!
    Es ist wunderbar, wenn Menschen so ein Vorhaben gelingt, vor dem viele aus den bekannten Ängsten und Vorbehalten zurückscheuen!
    Ich gratuliere zu so einer großen Vision und wünsche Euch einfach eine total wunderbare Zeit des Freiseins, mit viel Fahrtwind um die Ohren!
    Liebe Grüße,
    Seelenbilder
  • Vielen Dank Seelenbilder für Deine Rückmeldung.
    Die meisten Leute, denen ich davon erzählt habe reagieren ganz anders als Du.
    Manche reagieren mit Verächtlich machen, Runterspielen, z.B. " der hat bestimmt geerbt".
    Aber nix da: alles selbst verdient, Jahrzehnte sparsam gelebt, dann kann man auch Mal ein oder zwei Jahre freimachen.
    Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie das wird.
    Und wenn alles schiefgeht, melde ich mich beim Arbeitsamt und bin dann Ruck-zuck wieder in dieser Tretmühle.
  • Hallo Michel,

    es gibt Leute, die können sich für niemanden freuen und können nur alles schlecht reden. Lass Dich davon nicht beeindrucken. Ich freue mich jedenfalls für Dich!

    Viele Grüße
  • Hallo Michel,
    ich kann mir vorstellen, dass Du Leute triffst, die Deine Umsetzung und Visionen mit verächtlichen Worten bedenken. Doch Du wirst auch Menschen treffen, die sich freuen können - es sind die, die frei von Neid sind.
    Neid ist oftmals ein großer Faktor, dass man Ideen, Vorhaben oder Taten anderer niederredet. Darum auch äußere ich mich zu meinen Vorhaben nach Möglichkeit nicht, wenn ich weiß, dass sie nicht verstanden werden. In Deinem Fall ist es wahrscheinlich schwieriger, nichts dazu zu sagen, denn es wissen ja viele, dass Du erst einmal "ausgestiegen" bist aus dem Hamsterrad (aus dem übrigens ganz sicher so einige gerne ebenso aussteigen würden ...).
    Aber Du hast die Chance, Dich "kryptischer" zu geben. Man muss nicht ins Detail gehen!

    Vielleicht ein Ansatz für Dich?
  • Hallo Seelenbilder,
    Sich kryptische zu geben oder einfach Mal die Klappe zu halten ist schon Mal keine schlechte Idee.
    Aber nachdem von der Leitung bekanntgegeben wurde, daß ich gehe wußten das dann gleich 300 Personen und ich wurde oft drauf angesprochen.
    Die meisten fanden das ganz gut, aber es waren auch einige dabei, die mir das regelrecht ausreden wollten.
    Meine Eltern gehören leider auch zu denen

    Das verrückteste war ein Kollege, der mir einen psychischen Knacks einreden wollte und auch, daß ich bestimmt unglücklich werden würde.
  • Ich habe noch was vergessen.
    Wer auch möglichst früh aus dem Hamsterrad raus will dem kann ich das Buch"ich bin raus" von Robert Wringham empfehlen.
    Da ist ganz anschaulich beschrieben, wie man das schafft.
  • Hallo Michel,
    ich kenne das, wer etwas anderes für sich will als viele andere es für sich zwar auch wollen, aber sich nicht zutrauen, der gilt schnell als "psychisch angeknackst". Die wahren Knackse erlebe ich tat.sächlich bei denen, die distanzlos alles und jeden be- und aburteilen. Wie erwähnt, der Neid ... man müsste diesen mal genauer untersuchen, da kommt man auf eine Menge nicht ganz Gesundes.

    Mit "kryptischer" meinte ich eher, dass man nicht alle Visionen teilen muss.
    Es könnte reichen, wenn Du in etwa so sagst: Ich werde leben!
    Dass Du dieses Leben radelnd, wandernd, singend, tanzend - wie auch immer verbringst -, das muss dann nicht unbedingt näher erläutert werden, was meinst Du? ;-))

    Ja, und Eltern begreifen selten, dass man auf jeden Fall mit 50+ längst erwachsen ist.

    Du bist Dir im Klaren, was Du willst - das einzige, was zählt, ist, dass Deine Frau hinter Dir steht. Da sie sich mit Dir dem reinen Leben hingeben wird, dürfte dies der Fall sein!

    Mir gefällt das sehr gut!
  • Hallo Michel,
    ich bewundere und beneide Dich. Das Wort Neid ist negativ besetzt, trotzdem habe ich gar keine negativen Gefühle hierbei.
    Sondern ich beneide Dich, dass Du den Mut gefunden hast, etwas zu tun, wovon ja viele träumen. Ich träume auch davon, mir fehlt einfach der Mut.

    Hinzu kommt aber auch, dass ich ein Stress-Mensch bin. Das heißt, ich kann richtig gut was leisten, wenn ich Stress und viel zu tun habe. Ich brauche immer irgendwelche Ziele, immer was zu entdecken.
    Somit brauche ich natürlich auch eine Arbeit.

    Manchmal denke ich auch, toll wäre es auch, wenn man irgendwann die Nase voll hat von irgendwas, dass man dann einfach weiterzieht. Das Leben bietet so viele Möglichkeiten, warum nutzt man das nicht?

    Naja, die Leute, die alles schlechtreden, die gibt es überall. Wahrscheinlich ärgern die sich nur über ihre eigene Mutlosigkeit, dass sie nichts ändern in ihrem Leben.
    Für mein Leben gilt ja immer wieder der Grundsatz: Alles, was sich ereignet, hat seinen Sinn. Es soll alles so sein.

    Du hast hier auch Glück gehabt, dass die Firma eben abbauen wollte. Das hat Dir den Anstoß gegeben. Manchmal braucht man so einen Anstoß.

    Ich finde es toll!

    Viele Grüße
  • @seelenbilder
    @Nethi
    Danke für Eure Kommentare.
  • @Michel:
    Ich bewundere dich für diese Entscheidung und finde es toll, dass du das machst. Ich wünsche dir eine schöne Zeit. :-)
  • Hallo Michel,
    ich bewundere deinen Mut. Wir sind gerade in einer ähnlichen Situation. mein Mann arbeitet seit 6 Jahren in einem Unternehmen, anfangs alles gut (klar anstrengend, aber man konnte was bewegen). Seit knapp einem Jahr sind externe Berater dazugekommen, seit der Zeit werden immer mehr Mitarbeiter abgesägt oder gehen freiwillig. Jetzt wird auch sein Umfeld immer rauer (er ist auch intro), nur noch Druck und kaum vernünftige Kommunikation zu den Chefs. Boni wurden kommentarlos gestrichen (nicht nur bei ihm). Leider schaffe ich es noch nicht zu sagen: Du musst da raus. Es sind noch 10 Jahre bis zur Rente - so lange reicht das Ersparte auch nicht.
    ABER: du bringst mich zum Nachdenken - DANKE dafür.
  • @Feykir
    Ich weiß nicht so Recht ob mann das als Mut bezeichnen kann.
    Ich sehe das eher als Notbremse für einen Zug, der schon sehr lange in die falsche Richtung fährt.

    Aber ich kenne auch viele Leute, die schon seit Jahren rumjammern, wie mies der Job ist.
    Aber aufgehört hat bisher keiner.

    Fakt ist: Man braucht Geld, um ein paar Jahre frei machen zu können.
    Da unser Lebensstil nicht sehr aufwändig ist, konnten wir uns was ansparen.
    Die Jahre davor gab es dann eben nicht alle 2 Jahre ein neues Auto, keine teuren Urlaube usw.

    Diesen ganzen Konsumkram habe ich und meine Frau auch noch nie vermißt.

    Und heute hat meine Frau ihren letzten Arbeitstag, dann sind wir beide frei- endlich nach Jahrzehnten.

    Einen neuen Job suchen wir dann ab 2023.
    Bis dahin haben wir Urlaub.
    -keine Chefs, keine Termine, keine unerträglichen Meetings.

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es uns gefällt, ob wir auch das machen, was wir uns vorgenommen haben.

    Und wenn alle Stricke reißen genügt ein Anruf beim Arbeitsamt und man ich sehr schnell wieder in der Tretmühle und kann sich dann überlegen, ob man wieder Lust hat, sich in irgendeinem Betrieb "nach oben zu Arbeiten".
  • Ich sehe darin auch Mut - und vor allem eine konsequente Haltung.
    Ich gehöre zu denen, die ebenso wissen, dass der Job nicht mehr gut tut, in der Weise, in der ich meinem einst so geliebten Be_ruf jetzt nachgehen muss, ist es einfach nicht mehr richtig.
    Mir fehlt aber der Zugang zur finanziellen Sicherheit. Sparen war nicht möglich, dafür war mein Gehalt immer zu gering.

    Ich kann Dir, Michel, und Deiner Frau nur wünschen, dass Ihr Eure Zeit mit viel Schönem und Erfüllendem verbringen könnt. Ob es nun gemeinsame Vorhaben sind oder auch Überraschendes!

    Alles Gute!
  • Ich sehe darin Mut - Mut zur Veränderung - und Mut die Notbremse endlich zu ziehen und auszusteigen. Einen neuen Weg zu suchen, vielleicht auf einen besseren Zug aufzuspringen. Wünsche Michel und seiner Frau eine Zeit, die ihr nicht "sinnvoll nutzen" müsst, wie man immer so schön zu hören bekommt. Einfach mal etwas geschehen lassen können, ohne Zwang. Einfach mal wieder neugierig zu werden!
    Auch von mir alles guten Wünschw!
  • Für ein Jahr aus dem Hamsterrad aussteigen - das klingt einfach himmlisch!

    Da mir letztendlich der Mut (und das Geld) zu fehlen scheint, diesen Schritt zu wagen, versuche ich zumindest für mich im Kleinen etwas zu ändern und habe für Anfang 2022 meine Arbeitszeit ein klein wenig reduziert. Was die Aussicht auf Geld für einen Komplettausstieg auf Zeit zwar in noch weitere Ferne rücken lässt.. doch alles erscheint mir im Moment besser, als so weiter zu machen, wie bisher.

    Mich würde es freuen, dann und wann zu erfahren, wie sich so eine Auszeit anfühlt, falls du dich uns mitteilen möchtest @Michel
  • Auch ich überlege, meine Arbeitszeit zu reduzieren und in meiner freien Zeit dort anzuknüpfen, wo ich wieder selbst die Zügel in der Hand habe und so arbeiten kann, wie es mir und meinen Überzeugungen entspricht. Es ist riskant, aber der Gedanke umkreist mich immer dichter.
  • Das freie Jahr fängt ja jetzt erst an.
    Heute haben wir das gemietete Büro meiner Frau geräumt, morgen ist die Übergabe.
    Und das war es dann mit den Verpflichtungen.

    Ein bißchen Bedenken habe ich dabei natürlich schon.
    Ein Vorbild dazu gibt es nicht, eher ein Durcharbeiten bis 75, bis man wirklich nicht mehr kann- so wie mein Vater.
    Das ist schon abschreckend genug, um es nicht genauso zu machen.
    Wenn ich meinem 18 jährigen Ich heute gegenüberstehen würde müßte ich mich schon für mein auf Sicherheit ausgelegtes Spießerleben schämen.
    Deshalb wird es schon Zeit , Mal was Neues zu machen.
    Ich bin jetzt 55, habe also nur noch 15 Jahre vor mir in denen ich körperlich fit sein werde.
    Diese Jahre will ich nicht an irgendeine Firma verkaufen für solche fadenscheinigen Karrieren, die so furchtbar viele Leute machen

    War für mich auch durchaus lehrreich zu sehen, wie meine Vorgesetzten reagiert haben, als ich meinen Ausstieg mitteilte.
    Großartig mich zum weitermachen hat mich keiner animiert, war eher so: endlich haut der ab.

    Und nun-also ab morgen 15 Uhr- fängt was Neues an.
  • Hallo Michel,
    Erst mal wünsche ich Dir ne tolle Zeit.
    Deinen Mut bewundere ich sehr. Deinen Weg finde ich super.

    Bei mir ist es so, dass ich jemand bin, der sehr gerne arbeitet. Das macht mir einfach Freude. Beschäftigung füllt mich aus. Selbst im Urlaub brauche ich eine Tätigkeit, ein Projekt, welches ich beackern kann. Dieses aber immer im Ausgleich zur Erholung und dem Genießen schöner Dinge.

    Mir geht es nicht ums übermäßige Geldverdienen oder darum, irgendwelche beruflichen Karriereleitern zu erklimmen, ich möchte nichts nach außen darstellen oder Ähnliches. Ich möchte einfach friedlich beschäftigt sein. Und das ist leider heute nicht mehr möglich. Ich sehe viele Sinnlosigkeiten in der heutigen Arbeitswelt, Sinnlosigkeiten, die die Leute kaputtmacht. Und das schlimme ist, dass die Leute sich kaputtmachen lassen.

    Ich will mich nicht kaputtmachen lassen, das ist es alles nicht wert.





  • @Nethi
    Das mit dem Leute kaputt machen sehe ich auch wie Du.
    Ich bin auch oft beschäftigt, bin mehr praktisch veranlagt.
    In meinem einstigen Beruf war das allerdings kaum noch gefragt am Schluß.
    Und wenn man für Arbeit bezahlt wird dann ist es halt anderer Leute Arbeit, die man macht.
    Und das will ich erst Mal nicht mehr
  • Ich empfinde es manchmal als so absurd, zum arbeiten zu gehen.
    Man bekommt in den meisten Fällen null Wertschätzung - im Gegenteil, wenn etwas nicht rund läuft, gibt es Streß und man läuft Gefahr, seinen Job aufs Spiel zu setzen.

    Warum es einmal nicht rund läuft, ist vollkommen egal. Und die ganzen Situationen, in denen es gut läuft, werden als selbstverständlich hingenommen. Ja, kann man so machen. Sorgt bei mir persönlich für Frust.
    Und wie oft mußte ich nun schon miterleben, dass die Rente entweder erst gar nicht erreicht wurde oder kurz nach der Rente „Schluß war“.
    Da macht man sich für eine Firma krumm und was hat man am Ende davon?
  • Ich glaube, Leute, die öfters im Leben (also anders als ich) Mal den Job gewechselt haben sehen das mit dem Streß entspannter, lassen sich nicht so sehr stressen.
    Weil sie Alternativen kennen und dieses Hochdienen in der Firma nicht so ernst nehmen.

    Mir war das leider nicht gelungen, ich habe mir ziemlich viel Streß machen lassen.
  • Öfter den Job wechseln ist vermutlich die Stellschraube, der sich die Anderen bedienen.

    Dieses Hochdienen war noch nie mein Fall.
    Ich wäre zufrieden mit einer Tätigkeit, die mich mit Sinn erfüllt und mir Freude bringt.

    Mein „Fehler“ ist vermutlich der, seit mehr als 20 Jahren im selben „Verein“ tätig zu sein.
    Da hat man zu viele Vergleichsmöglichkeiten, dass es ja auch anders gehen kann und es früher tatsächlich einmal anders war.
  • Ich teile diese Erfahrungen leider, die hier geschildert werden.
    In jungen Jahren war ich rasch entschlossen, zu wechseln, so habe ich einige sehr spannende, aber auch zeit- und energiefordernde Bereiche kennengelernt. Habe in viele sehr unterschiedliche Bereiche tiefe Einblicke erhalten.

    Auch ich empfinde es manchmal als absurd, zu arbeiten. Besonders dann, wenn etwas schiefläuft, was bei gewissen Leuten wochenlang kein Thema ist, passiert es allerdings anderen, hat man die sofort auf der Kritikliste. So eine Ungleichbehandlung kommt mir total ungerecht vor. Und doch passiert es zu häufig.
    Wenn's gut läuft, dann ist das selbstverständlich und zieht auch keine bis wenig Anerkennung nach sich. Ist ja schließlich selbstverständlich!

    Ich bin nicht der Mensch, der immer von außen motiviert werden muss,
    meine Motivation findet sich vor allem in der Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten -
    was ich allerdings nicht mag, ist gezielte Demotivation. Und die passiert auch viel zu häufig - man muss sich dann schon fragen, ob Verantwortungsträger überhaupt Ahnung von ihren eigenen Bereichen haben? Mitarbeiterführung?
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