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Unerfüllbare Wünsche?

Liebes Forum,

bevor ich noch ewig nach dem passenden Anfang zu meinem Thema (Liebe & Kummer...) suche, einfach 'mal 'ne Frage zum Einstieg:
Habt Ihr auch manchmal den Eindruck, dass euer Verhalten als nicht männlich oder nicht weiblich genug wahrgenommen wird?
Und, zweite Frage, wollt Ihr nicht auch manchmal einfach 'vorne mitspielen', Teil eines Alphapaares sein - ohne eure nachdenkliche Art aufgeben zu müssen?

Bin neugierig auf Antworten!
Meerjungfrau

Kommentare

  • Hi @Meerjungfrau,

    also über deine erste Frage muss ich noch nachdenken :)

    Aber die zweite kann ich dir beantworten. Ich mag mich nicht, ich mochte mich noch nie. Nicht nur meine Art stört mich, sondern auch mein Äußeres. Das macht mich immer ziemlich traurig, wenn ich das so schreibe. Aber ich wollte schon immer mal vorne mitspielen, in einen Raum reinkommen, die Aufmerksamkeit auf mich ziehen, aber mich trotzdem auch nicht verlieren. Manchmal möchte ich so sein wie meine Geschwister und dann gibt es Momente wo ich mir denke, nein Paula du bist gut so wie du bist. Du bist besonders mit deiner Art, aber ich habe manchmal Probleme, dass zu akzeptieren. Diesen Gedanken, einfach mal vorne mitspielen, habe ich ziemlich begraben, weil ich einfach nicht so bin, aber manchmal ist so ein kleines Kitzeln da, einfach mal vorne mitzuschwimmen....
  • Hallo Meerjungfrau,

    Die Geschlechterrollen sind heutzutage nicht mehr so fest wie vor zehn Jahren. Es gibt sensible Männer und auch engagierte starke Frauen. Außerdem können Menschen je nach Umfeld und Aufgabe zwischen verschiedenen Rollen wechseln.
    Man kann auch mit einem eher untypischen Rollenverhalten sympatisch sein.

    Zur 2. Frage: Man wird zunehmend weniger Ressourcen haben für große neuartige Themengebiete. Wenn man bei Aufgaben mitwirkt in denen man seine Fähigkeiten gut einbringen kann dann freut man sich wenn das wertgeschätzt wird. Ich würde aber nicht zu sehr im Vordergrund stehen wollen.

    Vielleicht wünschst Du Dir mehr Anerkennung für das was Du gut leisten kannst.
  • Ich frage mich grade, ob man nicht auch ganz vorne mitspielen kann, ohne seine eher nachdenkliche, introvertierte Art aufgeben zu müssen :)
  • Also ich war mal ein stolzes "not like most girls"-girl mit ausgeprägten "männlichen" interessen. bin heute auf meibe damalige einstellung nich mehr stolz, ganz im gegenteil. ich hab mich nicht gut benommen, besonders anderen frauen gegenüber. aber das ist eine geschichte für einen anderen tag.
    vorne mitschwimmen wollt ich noch nie, glaub ich. Es ist vermutlich eine Mischung aus "zu schüchtern für die Aufmerksamkeit der ersten Reihe" und "da wo die vorne hinschwimmen will ich überhaupt nicht hin!"
    Aber ich glaube, ich kenne das Gefühl, das dich vermutlich zu deinem Post bewogen hat. Ich hab mir früher oft gewünscht, mehr für die Person geliebt zu werden, die ich bin. Nicht trotzdem geliebt werden, obwohl ich so bin wie ich bin. Besonders bei meiner Familie kamen (kommen) öfter auf, aber ich hab auch irgendwann eingesehen, dass wonanders schwimmen mir zu anstrengend ist und ich diese kraft nicht mehr habe. Leute in meinem Umkreis scheinen es zu akzeptieren.

    @Pau ich mag dich gerne :) Ich hoffe, dass es dir eines Tages auch so gehen wird und du in den Spiegel schaust und dich aus vollstem Herzen anlächelst, weil du magst, wen du dort siehst.
  • Wer "vorne" mitspielen will, muss heute gerade in beruflichen Belangen häufig sowas wie eine "eierlegende Wollmilchsau" sein.
    Alphapaarungen halte ich für eher selten, weil ein Alphatier schwer ein anderes Alphatier neben sich akzeptiert. Überhaupt steckt mir da schon viel zuviel Konkurrenzgehabe drinnen ... Nein, Alphatiere haben ein anstrengendes Leben, ständig am Kurbeln, um nur ja nirgends ersetzt oder abgesägt zu werden. Zumindest im Arbeitsleben ist dies so.

    Ich finde, dass gerade, wenn man wirklich führend sein will, Nachdenklichkeit recht wichtig ist. Wer tatsächlich den Anspruch einer wahren Führerschaft erhebt, der muss wohl doch recht vorausschauend und auch tiefschürfend planen und agieren können. IN so einem Zusammenhang anders vorzugehen, ist wohl eher viel heiße Luft. So jedenfalls empfinde ich das.

    Ich möchte weder in meinem Beziehungsleben ein sich konkurrenzierendes Alphatier als mein DU haben, noch in der Arbeitswelt. Sicherlich gibt es in der Arbeitswelt genug Menschen, die eine Führungsposition einnehmen - und das ist auch gut und richtig so -, aber die wenigsten sind tatsächlich auch mit einer natürlichen Autorität, die jedes Gehabe unnötig macht, gesegnet.

    Wenn Frauen glauben, sie seien die besseren Männer, indem sie männliches Gehabe imitieren und in Hosenanzügen herumrennen, dann sind sie meiner Meinung nach auf dem Holzweg ...
  • Hallo Meerjungfrau,

    nein, ich wollte noch nie in vorderster Reihe mitspielen. Danach fehlt mir echt das Bedürfnis.

    Ich möchte in einer Welt aus Harmonie und Frieden leben. Klingt ganz schön langweilig….. Aber irgendwie habe ich keine Lust, mich an Dingen aufzureiben, die mir nichts geben. Ich beobachte es täglich, diese kleinkarierten Machtkämpfe, nur um zu zeigen, hej, guck mal, wie toll ich bin.

    Für mich bewegen sich diese Menschen in einer Scheinwelt. Es wird viel geschauspielert und getan, als ob alles schick ist. Guckt man hinter die Kulissen, sieht es anders aus.

    Was ich mir wünsche ist, in einer kleinen Gruppe integriert zu sein, die beständig ist und in der es auch nicht gang und gebe ist, hinterm Rücken zu reden….

    @ Pau Deinen Text zu lesen hat mich traurig gemacht. Ich habe auch immer so wie Du gedacht. Auch mich führte der Weg in eine schwere Depression. Das ist schon etwas länger her, aber ich habe seitdem an mir echt gearbeitet.
    Heute bin ich 50 und irgendwann kam mir so ein Gedanke in den Sinn: Bist Du eigentlich bescheuert? Wieso magst Du Dich nicht? Warum stellst Du jeden anderen Menschen über Dich? Das kann doch nicht sein!

    Und das war wirklich ein so wichtiger Gedanke für mich! Heute, wenn mich wieder Gedanken überfallen, die mich runtermachen, dann lasse ich sie nicht mehr zu!

    Ich finde, jeder sollte sich seiner bewusst sein. Niemand ist besser oder schlechter, weil er gewisse Wesenszüge besitzt oder nicht besitzt. Leider ist dieses in unserer Welt nicht angekommen.

    Ich hoffe, dass Du auch selber auf dieses Bewusstsein stößt. Es nützt Dir nichts, wenn es Dir andere immer wieder vorbeten…..
    Das muss aus Dir selber herauskommen.
  • Ja mir wurden früher oft, heute nur noch selten, männliche Wesenszüge nachgesagt. Ich wurde als Kind auch oft gefragt, ob ich lieber ein Junge wäre. Ich habe das nie verstanden, weil ich gerne so war und ich mir auch nicht vorstellen konnte, wie ich hätte ein Junge werden sollen.
    Heute ist mir natürlich klar, dass mein burschikoses Äußeres und meine jungenhaften Hobbies nicht jedem gefallen haben. Dieses Schubladendenken ist natürlich völlig menschlich aber in solchen Fällen leider mehr als veraltet. Ich fühle mich davon zwar nicht traumatisiert aber geschadet hat es mir schon. Das sollte niemand über sich ergehen lassen müssen, nur weil man nicht in die vorgegebene Rolle passt.

    Im Mittelpunkt stehe ich total ungern, dafür müsste ich ein ganz anderer Typ Mensch werden. Ich würde allerdings manchmal gerne unbefangener und lockere auf Andere zugehen können.

    @enjoythesilence
    Ich denke schon, dafür gibt es ja auch viele Beispiele. Ist aber doch eher die Ausnahme.
  • edited Oktober 11
    >Wenn Frauen glauben, sie seien die besseren Männer, indem sie männliches Gehabe imitieren und in Hosenanzügen herumrennen, dann sind sie meiner Meinung nach auf dem Holzweg ... <

    Hallo @soultattooed,
    ich weiß nicht, ob Du Dich mit Deiner Nachricht auf die zitierten Zeilen beziehst.
    Falls ja, müsste ich noch eine erweiternde Erklärung anfügen: Diese Zeilen beziehen sich rein auf das Berufsleben, das habe ich leider nicht deutlich erwähnt:
    Die Sparte "Führungsebene" ist von mir gemeint. Ich höre immer wieder von Fachleuten, bzw. beobachte ich es auch selbst, dass Frauen viel zu oft auf ihre typisch weiblichen Eigenschaften pfeifen (die aber so gefragt wären, weil sie z.B. eher empathisch sein können), da sie sich als Führungskraft weniger ernst genommen fühlen oder weil sie glauben, auf "männlich" getrimmt besser punkten zu können.

    Schubladendenken möchte ich keinesfalls betreiben, aber mir fällt es leider selbst oft auf, dass sich manche Frauen für die besseren Männer halten - Stw. beruflicher Kontext.
    Aber das sollen sie ja gar nicht sein!

    Jeder Mensch soll den Platz im Leben einnehmen, den er sich selbst gerne geben möchte. Wenn eine SIE also gern und authentisch burschikos ist, dann ist das völlig in Ordnung, wenn es um den Ausdruck ihrer Selbst geht.

    Was ich nicht schätze, ist das sich zwanghafte Verstellen, denn es tut auch dem nicht gut, der meint, das tun zu müssen, damit er etwa bessere berufliche Aussichten hat!
  • edited Oktober 12
    Guten Morgen @seelenbilder.

    Nein das war nicht an dich gerichtet. Es ging mehr um die Frage, ob uns ein zu wenig weibliches Verhalten nachgesagt wird/wurde.

    Ich kann deine Aussage zwar nachvollziehen aber ich denke es ist von außen auch oft schwierig zu unterscheiden, ob jemand das für den heiligen Zweck macht oder ob Frau sich tatsächlich im Hosenanzug und mit männlich wirkendem Auftreten wohler fühlt. Von gekünsteltem Auftreten als Führungskraft bin ich auch kein Fan ;)
  • Hallo liebe soultattooed,
    klar, wir können in niemanden reinschauen. Weshalb ich mich auf Frauen in Führungspositionen beziehe, deren Verhalten zumindest beobachtbar ist. Aussagen machen manchmal ein Bild auch durchaus "runder".

    Ich selbst bin übrigens überzeugte Hosenträgerin und wenn Rock oder Kleid, immer in Kombi mit passender Legging. Allerdings bin ich nicht in einer Führungsposition ;-))
    Ich fühle mich einfach in dieser Kleidung wohl.

    Schönen Abend!
  • Die Mehrzahl der Frauen wird es wohl, wie du sagst, der Außenwirkung wegen tun.

    Ich wurde als Kind oft gezwungen Kleidung zu tragen, in der ich mich sehr unwohl gefühlt habe. Deshalb weiß ich die Freiheit, die Sachen zu tragen, die mir gefallen, heute sehr zu schätzen. Ein Job mit vorgeschriebener Arbeitskleidung, die nicht mit meinem Stil vereinbar wäre, käme für mich absolut nicht in Frage.

    Ein Kollege pflegte stehts zu sagen: Kleide dich für den Job den du willst, nicht für den, den du hast.
    Das stößt mir heute noch bitter auf.
  • Ich verstehe sowieso nicht, warum sich so viele Menschen für den Job so verbiegen. Und sich darüber identifizieren. Irgendwie ist an mir da was vorbeigegangen.
  • Hallo Nethi,
    ich denke, bei vielen ist es auch Angst vorm Existenzverlust.
    Man passt sich an, um nicht unangenehm aufzufallen. Bis zu einem bestimmten Grad geht das und erweitert in gewisser Weise sogar die eigenen Gaben, aber nicht um den Preis, dass ich dort mitmache, wo ich es nicht mehr verantworten kann.

    Ich achte sehr darauf, nie meine Haltung zu verlieren. Das heißt, dass ich mich fern von Dingen halte, die ich nicht für gut heiße!
    Die Angst vor Verlust des Jobs macht manche derart gefügig, dass ich es nicht mehr aushalte, zum Beispiel Chefitäten mit Infos über Kollegen füttern, ständig petzen, etc. Sehr oft zu beobachten! :-(((
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