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Beziehung mit extrovertierter Frau

Hallo liebe Intros,

ich grüble tagelang über meine Beziehung nach, was sehr anstrengend ist. Ich möchte meine Situation gerne mit euch teilen und hoffe mich dadurch nicht so allein zu fühlen. Es folgt ein langer Text, den ihr auch überspringen könnt, wenn es euch zu viel ist. Ich freue mich auch nur über Erfahrungen in eurer Beziehung, egal ob aktuell oder bereits verflossen (dann einfach nur den übernächsten Absatz beachten).

Meine Situation:
Ich (31) bin seit ca. 1,5 Jahren mit einer extrovertierten Frau (30) zusammen. Wir sind beide sehr harmoniebedürftig und gehen liebevoll miteinander um. Wenn wir zu zweit sind passt alles, wir reden über Gott und die Welt und unternehmen auch gerne Dinge gemeinsam. Meistens in der Natur oder Essen gehen. Das hat bisher super funktioniert, da durch Lockdowns und beruflichen Stress ihrerseits meist wenig Treffen mit anderen angestanden sind. Jetzt ist allerdings Sommer, die Corona Maßnahmen sind quasi aufgehoben und ihre berufliche Situation hat sich schlagartig geändert.
Ich merke wie die Treffen mit anderen langsam mehr werden. Mich stresst das innerlich sehr, da ihr Bekanntenkreis sehr groß ist. Sie genießt es mit mehreren Menschen auf einem Tisch im Lokal zu sitzen und zu trinken, meist stundenlang (5h +).
Ich möchte ihr entgegenkommen und nicht ständig absagen, aber für mich fühlt es sich tlw. wie eine Pflichterfüllung an. Ich trinke dann auch mit aus Gruppenzwang und weil ich so das Gefühl habe, besser mit der Situation umgehen zu können. Im innersten hasse ich aber diesen Smalltalk mit vielen neuen Menschen, die sich untereinander alle seit Jahren kennen. Ich will dem ganzen eine Chance geben und schaffe auch max. 6 Std bis ich wirklich regelrecht eingehe und keine Energie mehr für die vielen wechselnden Gesprächspartner habe, die ich nur oberflächlich kenne. Den Alkohol bereue ich meist am nächsten Tag, was ich da meinem Körper antue. Es fühlt sich wie eine Zeitverschwendung an, viel lieber wär ich zuhause und würde neue Dinge ausprobieren wie etwas Kochen, eine Doku schauen oder mit ihr zu zweit oder vl zu viert schwimmen zu gehen, ohne Alkohol und dem Druck permanent zu reden.
Ich habe etwa 2-3 gute Freunde mit denen ich tiefsinnige Gespräche führe und mich meistens zuhause oder bei mir ums Eck treffe. Da trinken wir dann auch hin und wieder aber das ist dann meistens nach 2-4std vorbei. Um 11 lieg ich spätestens im Bett und ich kann jederzeit gehen, wenn es mir zu viel wird. Dann hat auch niemand weit nachhause, da wir alle in der Umgebung wohnen.
Bei ihren Freunden komme mir immer wie die Spaßbremse vor. Letztens waren wir mit 2 Pärchen und 3 Familienmitgliedern auf ner Sightseeing Tour in unserer Stadt. Das war grandios, danach noch Essen gehen und Eisessen (10:00 - 15:00). Abschluss war an einer gemütlichen Strandbar. Um 19h hat sich dann die Famile verabschiedet und wir sind noch bis 23h zu Sechst gesessen - eine Weinflasche nach der anderen in der Runde. Um 23:30 waren wir dann zuhause, nach 14h unterwegs sein! Bis 18:00 hab ich noch durchgehalten aber die letzten 5h waren einfach nur noch ein absitzen. Alle anderen auf dem Tisch waren top-motiviert und wollten teilweise noch in die Disco gehen. Eine absolute Horrorvorstellung für mich!
Sie hat dann schon gemerkt, dass mir das zu viel wäre, ich merke aber, dass sie gerne noch gegangen wäre.
Den Sommer stehen noch 2 Hochzeiten an und ein Jungesellenabschied. Ich habe jetzt schon Bauchweh wenn ich daran denke. Den ganzen Tag saufen bis in den Morgen hinein und ich kenne die Leute zum großteil nur flüchtig oder gar nicht.
Es ist einfach ein Jammer, da es in allen anderen Belangen super passt! Manchmal wünschte ich mir einfach nur eine Intro-Freundin die keinen Bock auf langes sitzen in großen Gruppen hat. Andererseits passt es abseits dieses Themas einfach so wunderbar.

Wie tickt euer Partner so? Ist er/die intro/extro? Wie viel unternehmt ihr gemeinsam, wie groß ist euer (gemeinsamer) Freundeskreis. Habt ihr schon vergangene Beziehungen, wo Extroversion ein Problem dargestellt hat? Oder ergänzt ihr euch bzw. gab es anfänglich auch Reibungspunkte?
Ich liebe meine Freundin sehr, sie holt mich auch aus der Komfortzone, was mir gut tut. In letzter Zeit fühle ich mich aber immer häufiger unwohlbei dem Gedanken, meine Samstage für feuchtfröhliche Runden mit Smalltalk zu "verschwenden".
Ein paar Erfahrungen von euch würden mir sehr helfen!

Danke und LG INFJ

Kommentare

  • Hallo INFJ!

    Ich kenne das, was du uns beschreibst.

    Diese fast nicht enden wollende Energie und von einem Event zum anderen. Wenn man selbst am liebsten nach Hause möchte.

    Ich würde von mir selbst nicht einmal sagen wollen, ich könnte nicht feiern, aber feiern und Spaß haben sieht bei mir einfach anders aus.

    Da du schreibst, dass ihr euch sonst gut versteht und ich davon ausgehe, wenn ihr allein seid oder mit ein paar wenigen Freunden, tiefsinnige Gespräche möglich sind

    würde ich an deiner Stelle über einen Kompromiss nachdenken.

    Eine Partnerschaft besteht ja ohnehin darin, abwechselnd auf die Bedürfnisse des Anderen einzugehen.

    Kannst du dir vorstellen, deine Freundin auch einmal allein feiern gehen zu lassen?
  • edited Juni 19
    Hallo INFJ!

    Ich kann es deshalb etwas nachvollziehen, weil es mir ebenfalls wichtig ist, die eigene Mitte zu verlassen und um hin und wieder meinen Akku zu laden - eben typisch Intro. :)

    Für Deine Situation würde ich Dir vorschlagen, offen und ehrlich die eigenen Freiräume zu kommunizieren und in Anspruch zu nehmen. Damit meine ich, dass Du Dich auch bewusst mit einem "Nein" gar nicht erst auf so eine Situation einlässt.

    Es ist meiner Meinung nach wichtig, sich nicht nur nach Anderen zu richten. Wobei natürlich klar ist, dass in einer Beziehung die Komfortzone unbedingt verlassen werden müsste, damit es überhaupt funktioniert.

    Daher und trotzdem, vielleicht die goldene Mitte, mit mal einem "JA" und mal einem "NEIN".

    Ich wünsche Dir viel Kraft, um hier die besten Lösung für Beziehung und sich selbst zu finden.

    Liebe Grüße,
    Eagle
  • @INFJ,
    Bei mir ist es sehr ähnlich wie bei Dir.
    Meine Frau ist auch sehr extrovertiert.
    Das gemeinsame Ausgehen hat deshalb schon öfter Ärger gegeben.
    Da bin ich mir auch ziemlich oft wie eine Spaßbremse vorgekommen
    Dann hat sie angefangen ohne mich auszugehen bei allem, was Spaß macht.
    Das gefällt mir nicht besonders, aber offensichtlich braucht sie das stundenlange Smalltalk Gequatsche, Tanzen bei brüllauter Musik und mit vielen Leuten Zusammensein.


  • Hallo INFJ!
    Ich kann mich mehr als Du ahnst in Deiner Schilderung selbst finden ... auch in Deiner Persönlichkeit! (Allerdings ohne die partnerschaftlichen Herausforderungen, die daraus entstehen. Mein Partner ist ebenfalls intro, jedoch weitaus weniger stark ausgeprägt. Weshalb er durchaus "aktiver" ist beim Fortgehen, allerdings mit seinem Freundeskreis.)

    Ich glaube, auf Dauer wird dieser Weg sehr mühsam und es besteht aus meiner Erfahrung auch die Gefahr des Ausbrennens, nicht nur körperlich, sondern auch auf der gefühlsmäßigen Ebene, wenn man nicht zu den eigenen Bedürfnissen stehen kann. Daher halte ich ein sehr ehrliches Gespräch für absolut *not*wendig. Nur so hast Du die Chance, zu sein, wie Du bist.

    Ich denke, Du wirst mit offenen Karten spielen müssen. Das ist ein Risiko, gewiss, allerdings sollten sich, sofern gegenseitige Achtung und Wertschätzung groß genug sind, tragfähige Kompromisse finden lassen.
    Vielleicht kannst Du auch auf die 16 Persönlichkeiten hinweisen ... diese Aufstellung erklärt vieles.

    Ich wünsche Dir und Euch alles Gute - und dass sich lebbare Wege auftun!

  • Hallo seelenbilder, wo finde ich die Erklärung der 16 Persönlichkeiten?
    Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die wenigsten sich für die Persönlichkeiten anderer Menschen interessieren. Man wird gesehen und abgestempelt. Das war’s. Kaum jemand gibt sich die Mühe, hinter die Kulissen zu schauen, es sei denn, er ist introvertiert oder hochsensibel. Sicherlich wird in einer Partnerschaft mehr Interesse für den anderen vorhanden sein, aber trotzdem halte ich es für schwierig, tief im Detail solche Dinge erklären zu wollen.

    Hallo INFJ, bei uns ist es so, dass mein Mann der Aufgeschlossenere von uns beiden ist. Er kann mühelos mit anderen kommunizieren. In Sachen Freizeitgestaltung hingegen bin ich wieder die Aktivere. Ich liebe es, Dinge zu unternehmen und Neues zu entdecken. Abende, wie Du sie beschreibst, wären allerdings überhaupt nicht nach meinem Geschmack.

    Wäre es denn für Deine Partnerin schlimm, wenn Du Dich aus diesen Treffen herausziehst? Ich finde ja nichts schlimmer, als wenn ich bei meinem Partner bemerke, dass er sich unwohl fühlt. Heißt, ich sehe, dass er müde ist, dass er kein Interesse hat oder dass ihn das alles anstrengt. Muss man denn als Paar alles gemeinsam machen?

    Ich unternehme sehr viel alleine ohne meinen Partner, habe eine gute Bekannte, mit der ich vieles mache, was mich interessiert. Und mein Partner kann seine Dinge für sich machen. Nun habe ich das große Glück, dass er überhaupt kein Problem damit hat, wenn ich ohne ihn unterwegs bin.

    Letztendlich aber ticken wir schon sehr gleich, was unser Ruhebedürfnis angeht. Und darüber bin ich sehr glücklich.

    Viele Grüße



  • Interessant, dankeschön dafür, liebe seelenbilder.
  • Danke für den Link, der Test dazu ist ganz interessant, kann man sicher ein eigenen Thread dafür aufmachen.
  • Zum Thema Typentest gab es hier tatsächlich schon den ein oder anderen Thread.

    https://introvertiert.org/forum/discussion/4040/myers-briggs-typenindikator-fuer-introvertierte

    Gern könntest du einen aktuellen Thread zu dem spannenden Thema eröffnen @Stefan_
  • Das es dazu bereits ein Thema für gibt, dachte ich mir schon hab aber auf die schnelle nichts gefunden. Ein neues Thema möchte ich nicht aufmachen, es ist ja auch immer die Frage wie relevant solche Tests sind und wie viel wert man darauf legt. Außerdem habe ich mich mit dem Thema bisher noch nicht beschäftigt.
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