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Extrovertierter Partner / Treffen mit seinen Freunden

Hallo an alle die das lesen :)

Mich würde interessieren, wie ihr zu sowas steht. Bin mit meinem Freund seit 3einhalb Jahren zusammen, er ist sehr extro- und ich sehr introvertiert. Bin am liebsten allein daheim und der Kontakt zu meinen Freunden besteht zu 99 % nur aus WhatsApp etc. vermisse aber auch diese richtigen Treffen nicht. Mein Freund versteht das nicht und trifft sich gern mit seinen Freunden. Ich bin auch mal dabei, aber nicht immer (bin auch eh nicht immer eingeladen, weil die natürlich auch mal unter sich sein wollen). Heute zB steht für ihn wieder eine Verabredung an, ich habe meinen Abend gedanklich schon geplant (Putzen, Zeit für mich, Ruhe). Jetzt sagt er mir um 16 Uhr, ich wäre ja auch eingeladen (Treffen 18 Uhr). Streng genommen arbeite ich heute bis 18 Uhr (Home Office) und bin 0,0 % spontan, schon gar nicht bei sowas. Wir haben am Wochenende auch noch viel vor, sodass mir der Abend allein auch sehr gut tut. Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich insgesamt gesehen öfter schon mal bei solchen spontanen Aktionen abgesagt habe (Gedanken: Die Freunde denken ich habe keinen Bock auf die, Mein Freund denkt ich habe kein Interesse an seinen Freunden, etc.) Mein Freund macht mir zwar keine Vorwürfe, aber ich kann diese Gedanken auch nicht abstellen… Ich habe immer das Gefühl die Menschen verstehen diese Beweggründe gar nicht, ich bin komisch,.. Wäre das Treffen nicht so spontan sondern wäre ich vor 3 Tagen gefragt worden, hätte ich mich vermutlich wirklich dazu gebracht hinzugehen, aber so fühle ich mich einfach unwohl. Diese Treffen werden aber auch oft so spontan arrangiert, muss ich dann in den sauren Apfel beißen und beim nächsten Mal auch so spontan zusagen? Ich habe jetzt einfach ein so schlechtes Gewissen, aber will auch nicht für andere etwas tun was mir selbst nicht gut tut.

Wie seht ihr das?

Kommentare

  • Mach dir kein schlechtes Gewissen!

    Ich finde, wenn der Freundeskreis die Treffen unbedingt so spontan planen muß, dann brauchen sie sich auch nicht wundern, wenn man ebenso spontan ist und nicht mitkommt ;)

    Weiß dein Freund, dass du zu 0,0% spontan reagieren magst? Dann finde ich, wäre es an ihm, wenn er dich dabei haben möchte, dies rechtzeitig zu kommunizieren.

    Oder aber, es ist klar, dass du ohnehin jedes Mal dabei sein dürftest - in dem fall wäre das heutige Treffen ja nicht mehr ganz so spontan geplant gewesen, wenn ich dich richtig verstanden habe.

    Dein Plan für den Abend allein zu Hause läßt allerdings vermuten, dass du bereits gestern von dem Treffen wußtest.

    Ich würd egern einmal die Frage in den raum stellen, ob Paare möglichst vielgemeinsam unternehmen sollten (um den Zusammenhalt zu stärken) oder ob jeder seinen Freundeskreis - auch in einer Beziehung - allein pflegen sollte?
  • @Ims2806

    Spannendes Thema: Unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Planungen

    Du schreibst: Mein Freund versteht das nicht und trifft sich gern mit seinen Freunden.

    Inwiefern versteht Dein Freund das nicht, wenn ich so direkt fragen darf? Hat er das wortwörtlich so gesagt oder kommt es Dir so vor, als ob er Dich nicht versteht?

    Ich frag deswegen, weil es ja zwischen den Menschen (insbesondere Mann und Frau) unterschiedliche Arten und Ebenen der Kommunikation gibt. Die eben hin und wieder nicht ganz so ankommen, wie sie gemeint sind... was das Ganze kompliziert machen kann.

    Zu allererst: Du bist Du, und er ist er. Ihr seid so, wie Ihr seid! Jeder von Euch sollte auch so bleiben können. Die Frage ist halt, wie Ihr es schafft, dass Ihr Euch gegenseitig so annehmen könnt.

    Ich bin auch in manchen Dingen un-spontan. Ich kenn das, ich brauch auch häufig meine Ruhe und meinen Raum. Ich brauch das auch - das Alleine sein.
    Ist aber nicht immer einfach, das auch in einer Partnerschaft zu leben. Selbst dann, wenn beispielsweise beide Partner alleine sein brauchen - oft ist ja das Bedürfnis auch zu unterschiedlichen Zeiten da... also nicht immer gleichzeitig.

    Du schreibst: Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich insgesamt gesehen öfter schon mal bei solchen spontanen Aktionen abgesagt habe (Gedanken: Die Freunde denken ich habe keinen Bock auf die, Mein Freund denkt ich habe kein Interesse an seinen Freunden, etc.)

    Kann ich nachvollziehen - aber... die Sache mit dem schlechten Gewissen und den Gedanken... versuch das irgendwie loszulassen. Sich vorzustellen, was der andere denken könnte, führt manchmal auf den Holzweg...
    Du bist Du, und er ist er. Möglichst keine Rechtfertigung.

    Liebe Grüße von wuw
  • @enjoythesilence

    Deine Frage: Ich würd egern einmal die Frage in den raum stellen, ob Paare möglichst vielgemeinsam unternehmen sollten (um den Zusammenhalt zu stärken) oder ob jeder seinen Freundeskreis - auch in einer Beziehung - allein pflegen sollte?

    Auch ein spannendes Thema :-)
    Ich glaub, das lässt sich schwer pauschal beantworten?

    Es gibt Paare, die unternehmen sehr viel - haben die automtisch dann einen stärkeren Zusammenhalt?
    Anders rum: Paare, die nicht so viel gemeinsam unternehmen, können die nicht auch einen starken Zusammenhalt haben/entwickeln?

    Ich glaub, das ist etwas, was zwischen den beiden "ist". Manche Menschen brauchen vielleicht die Aktivität "im Außen", um sich "zusammen" zu fühlen.
    Manche haben vielleicht schon durch die innere Verbundenheit einen starken Zusammenhalt, ohne das im Außen leben zu "müssen".

    Kniffelig wirds, wenn der eine das, der andere was anderes braucht - oder?

    Freundeskreise: auch da fällt mir keine pauschale Antwort ein. Für mich fühlt sich die Mischung gut an: jeder hat einen eigenen Freundeskreis, aber es gibt auch eine "Schnittmenge".
  • Ich mag deine Sichtweise auf dieses Thema @wind_und_wellen !

    Und stelle gerade mit Erschrecken fest, wie viele Schreibunfälle in meiner Fragestellung gelandet sind. Das sollte ich nächstes Mal wohl noch etwas gründlicher gegenlesen :)

    „Kniffelig wirds, wenn der eine das, der andere was anderes braucht - oder?“

    Oh ja!
    Da gehört dann eine ordentliche Portion Toleranz von beiden Seiten dazu :)
    Oder man darf sich ernsthaft überlegen, ob eine gemeinsame Zukunft im herkömmlichen Sinne überhaupt möglich ist.
  • Zitat: Da gehört dann eine ordentliche Portion Toleranz von beiden Seiten dazu :)
    Oder man darf sich ernsthaft überlegen, ob eine gemeinsame Zukunft im herkömmlichen Sinne überhaupt möglich ist.


    Jepp - da hast Du Recht, @enjoythesilence :-)
    Und das ist auch nicht immer einfach, zu leben.
    Toleranz... wo fängt sie an, wo hört sich auf?
    Was ist "gut", und was nicht?

    Hinzu kommt ja noch der Umstand, dass sich jeder Mensch verändern kann. Also, was noch vor einiger Zeit "gepasst" hat, "passt" nicht mehr...

    Und sich dann die Frage zu stellen, ob es einen gemeinsamen Weg geben kann und wie der aussehen könnte - da gehören Zwei dazu.
  • @enjoythesilence erstmal danke für deine Antwort :) Ich muss sagen, allgemein macht er mir da in 99,99 % der Fälle keine Vorwürfe, wenn ich absage. Er weiß das ich nicht spontan bin und hat da in dem letzten Fall auch gar nichts negatives gesagt. Bei dem Freund, um den es ging, wird immer alles in letzter Minute entschieden und er hat meinem Freund auch erst 2 Stunden vorher gefragt, ob ich auch kommen möchte. Von dem Treffen wurde mir Mittags generell erzählt, also ca. 6 Stunden vor dem Treffen. Bei mir trifft dann auch noch dazu, dass ich aktuell eine Krankheit habe die im September operiert wird - von dieser habe ich 2 von 4 Wochen im Monat Schmerzen. Dadurch ist der Spielraum mit den möglichen Treffen bei mir noch begrenzter, als durch die Introversion ohnehin. Daher dann auch die Schuldgefühle, die ich mir mache. Weil ich schon denke, dass er sich wünscht, dass ich immer mal (nicht immer) Präsenz zeige bei den Freunden. Ich bin auch eine Person, die auf sowas nicht viel Wert legt (das ich mich mit den Freunden gut verstehe, die sind extrovertiert und verstehen glaube ich meine Art nicht). Es sagt keiner was, sie akzeptieren mich schon so, aber mir persönlich bringen die Treffen meist nur Stress. Ich versuche halt, hin und wieder mitzugehen (Voraussetzung natürlich ich werde gefragt, ich will mich ja nicht irgendwo dazu gesellen wo ich nicht mal ausdrücklich erwünscht bin :D), aber mich auch nicht zu sehr zu verstellen und immer was zu machen, was ich gar nicht möchte.
  • Freut mich, wenn dir meine Antwort nützlich ist :)

    Was ich mich gerade frage: sind bei den Freundetreffen dann generell die jeweiligen Partnerinnen dabei?

    Am selben Tag zu erfahren, dass abends ein Treffen stattfindet und 2 Stunden davor zu hören, dass man ebenfalls eingeladen ist - so habe ich es nun deinen Zeilen entnommen - das wäre mir bei weitem zu spontan.

    Selbst wenn ich mich mit meinen eigenen FreundInnen treffe, möchte ich das gern mit etwas Vorlauf einplanen können.

    Was mir seit neuestem hilft, ist für spontanere Zusammenkünfte einen festen Tag zu vereinbaren.

    Ich habe z.B. eine Kollegin, die nicht direkt in meinem Bereich arbeitet, mit der ich mich aber hin und wieder und gern in der Pause treffe. Wobei ich da bisher die Passivere war, wenn es um Initiative für ein Treffen geht. Was glaube dem Umstand geschuldet ist, dass die Kollegin kein Problem damit hätte, sich jeden zweiten Tag zu treffen. Jedoch, so eine Woche ist so schnell rum..

    Lange Rede, kurzer Sinn. Es wurde mir zu unübersichtlich, eine Anfrage für einen Spaziergang aus dem Blauen heraus zu bekommen. Spontanität und so. Ich versuche auch, das Verhältnis, die Pause mit den direkten Kollegen zu verbringen, die nötige Alleinzeit zu bekommen und zu „conecten“ ungefähr die Waage zu halten mit dem Hauptaugenmerk auch die nötige Entspannung in der Pause zu bekommen.

    So schlug ich vor, einen bestimmten Tag in der Woche für den Spaziergang auszusuchen. Was nicht gleichbedeutend sein muß, sich in jeder Woche und an diesem Tag zu treffen. Jedoch, wenn dann einmal eine spontane/kurzfristige Anfrage erfolgen sollte, so kann man sich an dem vereinbarten Tag darauf gefasst machen.
    Finde ich eigentlich eine gute Idee und probiere das jetzt einmal aus.

    Könnte für dich heißen:
    Sollten sich die Freunde immer am selben Tag treffen, so könntest du vorbereitet sein.

    Und dann darf man natürlich auch noch überlegen, ob die Freunde des Partners auch unbedingt die eigenen Freunde sein müssen.

    leichter fand ich das bisher tatsächlich, wenn noch andere „Mädels“ bei den Treffen dabei waren oder aber in einer wirklich kleinen Gruppe, damit der Partner die Chance hat, selbst eine Verbindung zum Gegenüber herzustellen.


  • Hast du denn das schlechte Gewissen @Ims2806, weil du den Freunden deines Freundes abgesagt hast oder nur deinem Freund gegenüber?
    Es ließt sich ein wenig so, als ob du dir Gedanken machen würdest, dass dein Freund dir deswegen doch mal mehr Vorwürfe machen oder das sogar zu einem Problem werden könnte.

    Hatte wind_und_wellen ja sehr schön ausgeführt.

    Vielleicht könntest du ja mit deinem Freund vereinbaren, dass er dir sagt, wenn es ihm wichtig wäre, dass du dabei bist oder im Gegenzug eben auch, wenn es ihm nichts ausmacht, alleine zu gehen?
    Für mich hat es immer einen Unterschied gemacht, ob meine Partnerin mich gebeten hat, mit zu kommen, weil es ihr wichtig war bei einem bestimmten Anlass. Da war dann einfach der Druck nicht so da, auch wenn ich spontane Treffen unangenehm finde. Ich hab es in dem Moment dann für sie getan.
  • Bei meiner Frau (extrovertiert) und mir (introvertiert) hat das ziemlich lange gedauert, bis wir mit diesen Situationen klar gekommen sind. Ohne jetzt schocken zu wollen, hat das bestimmt 10 Jahre gedauert :D Aber "damals" gab es auch noch viel weniger Informationen über Introversion/Extroversion. Seitdem ich meine Bedürfnisse besser kenne, gehe ich damit auch sehr offen um und das hat uns sehr geholfen.
    Um auf deine Situation zu kommen, hier ein Beispiel von mir: Meine Frau hat eine "Clique" mit 3 Freundinnen (alle eher extrovertiert). Bei vielen der Treffen kommen die Männer mit, "weil man das so macht". Ich bin anfänglich auch einige Male "mitgetrottet", habe aber schnell gemerkt, dass ich mich gar nicht mit den anderen Partnern verstehe ("Autos" sind Top-Thema und das interessiert mich einfach gar nicht). Daraufhin habe ich meiner Frau klar gemacht, dass ich nur in Ausnahmefällen mitkommen werde, weil meine ich meine Kräfte für Treffen mit mir wichtigen Personen "sparen" möchte. Die Freundinnen und ihre Partner verstehen das nicht wirklich. Aber mir war in meiner Partnerschaft wichtig, dass mich meine Frau versteht. Das tut sie inzwischen - und das ist für mich der wichtige Part. Meine Frau hat sich aber auch irgendwann selbst angefangen, intensiv mit dem Thema Introversion zu beschäftigen. Vielleicht kannst du deinem Partner mal niederschwellig Informationen zu Introversion nahelegen. Ich finde z.B. die Comics von "introvertdoodles" bei Instagram super, um ein Grundverständnis für uns "Drinnies" zu erzeugen :-)
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