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Working 9 to 5

Angelehnt an den gestrigen post von wind_und_wellen in ihrem Thread „Heute ist ein Tag..“
möchte ich hier gern das Thema noch einmal aufgreifen, inwiefern man bis zum Umfallen arbeiten sollte und was es für Möglichkeiten einer besseren Work-Life Balance geben könnte?

Meine ersten Gedanken dazu:

Nur weil man vielleicht nicht für 8 Stunden zum Arbeiten geht, muß das ja nicht heißen, dass man kein wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft ist. Da könnte vielleicht ein erstes Umdenken beginnen.

Angenommen, ich mache 4 Stunden einen Bürojob und gehe danach meinem Hobby nach, indem ich z.B. einen Garten pflege, dann profitiert ja die Gemeinschaft von meinem Hobby, weil für die Begrünung der Natur gesorgt wird und Tiere einen Lebensraum bekommen.

Oder ich setze mich mit einer Tasse Tee hin und höre einem Menschen zu, der Redebedarf hat.
Das bekomme ich zwar nicht bezahlt, aber es bringt bestenfalls die Gemeinschaft weiter.

Die Frage stelle ich mir seit letzter Woche mal wieder im Stillen: leiste ich denn weniger, wenn ich mir ab und an eine Pause gönne und danach sogar wieder leistungsfähiger bin, als wenn ich mich 8 Stunden abhetze?

Und muß es wirklich immer um Leistung gehen im Leben?

Kommentare

  • Huhuuu zusammen :-)

    Leistung... gute Frage

    Wer legt das fest?
    Was ist Leistung und wieviel "muss" sein?

    Es gibt ja viele unterschiedliche Bereiche... Arbeitnehmer und Arbeitgeber... Selbständige... Menschen, die die Wahl haben, auch weniger als 8 Stunden arbeiten gehen zu müssen... aber auch Menschen, die aufgrund ihres Einkommens auf Vollzeit angewiesen sind...

    Wann ist "man" ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft?

    So, wie @enjoythesilence es beschrieben hat, sind auch ehrenamtliche Tätigkeiten Teil der Gemeinschaft. Und meiner Meinung nach auch sehr wertvoll!

    Oder da gibt es doch auch die FSJler und Bundesfreiwilligendienstler. Die im günstigsten Falle ein Jahr in bestimmten Bereichen arbeiten - für ein kleines Taschengeld.

    Leistung von außen - aber auch von innen "bewertet". Auch mal Pause machen, um dann letzten Endes doch effektiver sein zu können.

    Bei uns im Team ist es so, wenn eine Station doch mal früher fertig sein sollte, wird bei Bedarf auf anderen Stationen mitgeholfen.
  • Ich denke mir immer, wenn man bis zum Umfallen arbeitet, wer dankt es einem denn? Meiner Meinung nach keiner. Also warum nicht mehr auf sich selber achten?

    In den letzten Jahren hab ich es bei diversen Entlassungswellen selbst miterlebt, dass Kollegen, die Jahre lang viel geleistet haben, mit einem feuchten Händedruck verabschiedet werden und das wars dann.

    Was ist wenn einen zu viel Arbeit krank macht und man lange ausfällt? Da ist man ganz schnell ersetzt und keiner fragt mehr nach einem.

    Was ich auch immer wieder feststellen muss ist, wenn jemand Arbeitszeit reduziert, dann wird man schnell als faul angesehen. Dabei wird aber noch nicht mal hinterfragt, warum derjenige reduziert. Die Gründe können ja sehr vielschichtig sein.
  • Ich kann nur von meiner Erfahrung berichten: Bei uns entscheidet jeder selber, wieweit er gehen möchte. Heißt aber nicht, dass Menschen sich bewusst nen Lenz machen. Gibt es auch, aber ich habe vermehrt mit Leuten zu tun, die über ihre Grenzen hinaus gehen. Die ihre Arbeit über alles stellen. Ja, die Arbeit muss gemacht werden, das ist richtig, und innerlich habe ich auch den Anspruch, alles zu schaffen und arbeite auch über Grenzen hinaus.

    Ich glaube aber, dass Menschen mit dieser Einstellung ausgenutzt werden. Es wird die Arbeit für zwei gemacht, wenn man sich nicht wehrt, hinterfragt auch kein Vorgesetzter, ob das alles so stimmig ist. Denn, wie Igel_82 schon schreibt, fällst Du länger aus oder gehst Du in Rente, fragt nicht einer mehr nach Dir.

    Wenn man es genau betrachtet, ist Arbeit nur ein Teil des Lebens. Der Teil, der dafür sorgt, dass wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Aber mittlerweile geht es nicht mehr nur um Lebensunterhalt. Es geht um Ansehen und Prestige. So, als ob diejenigen, die viel arbeiten, mehr für unsere Gesellschaft tun. Tun sie das wirklich oder ist es nur ein Schein?

    Meine Meinung hierzu ist, dass jeder in sich selber horchen sollte, welches der richtige Weg für ihn ist. Arbeite ich denn dafür, um den „Dank der anderen zu erhalten“? Und wie sieht der Dank der anderen aus? Ich erhalte Entlohnung für meine Tätigkeit, ist das nicht Dank genug?

    Ja, jetzt kann aber einer um die Ecke kommen und sagen, ich muss aber zwei Jobs machen, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber ich glaube, darum geht es in dieser Diskussion nicht und darum klammere ich das mal aus.


  • Vor einem Jahr habe ich meinen Job gekündigt, ich konnte diesen ganzen aufgeblasenen Zirkus in dem Großunternehmen kaum noch ertragen.
    Trotz sehr vieler verschiedener Aufgaben die ich Jahrzehntelang gemacht habe fiel mein Arbeitszeugnis sehr einfach aus.
    Ein paar Sätze zu meinen Tätigkeiten, das war es auch schon.
    Von meinen Arbeitskollegen habe ich nur einen einmal getroffen.

    Ich habe auch kein Interesse mehr an denen.

    Aber einen neuen Freundeskreis aufzubauen ist mir nicht gelungen.
    Im Gegenteil, den einzigen den ich habe meldet sich trotz Anfragen kaum noch bei mir.
  • Ich habe viele Jahre Teilzeit gearbeitet (mehr Stunden waren im Hauptjob nicht möglich), deshalb immer mit Nebenjob anbei. Das waren die Stunden, in denen ich für meine Arbeit bezahlt wurde. Mehr schlecht als recht, auch ein Grund, warum ich mich von diesem Teilzeitarbeitsplatz letztendlich befreit habe.
    Ich habe hart gearbeitet, mit Dauerbeschallung, viel Frust und Stress mit Kollegen und der "Kundschaft". Nach langen Jahren bin ich nun dabei, einen neuen Weg einzuschlagen. Es ging einfach nicht mehr. Mein Körper hat mir die Tür gewiesen - in Richtung Befreiung.
    Ich habe keine hohen Ansprüche an Besitz und finde, dass jeder selbst wissen muss, was er für seine Work-Life-Balance machen möchte.
    Ich habe auch in meiner Freizeit gearbeitet, ohne Bezahlung und oftmals unbedankt. Auch in diesen Dingen habe ich Veränderungen vorangetrieben.
    Ich stelle mich nun selbst mehr in den Mittelpunkt - der Gesundheit zuliebe.
    Meinen Wert bestimmt bitteschön weder eine Gemeinschaft noch jemand anderer außer mir selbst! Darum ist mir auch der Selbstwert viel wichtiger als irgendeine Wertigkeit, die von außen kommt.

    @Michel hat es ja hier genau aufgezeigt, wie sich Dienstzeugnisse darstellen können. Dienstzeugnisse können selbst bei größtem Einsatz mager aussehen - im Übrigen ist eine gewisse Form einzuhalten. Man kann ein Dienstzeugnis auch korrigieren lassen, wenn es nicht den Tatsachen entspricht. Es zahlt sich aus, ich schreibe aus Erfahrung!
  • Den Ausschlag meinen Beruf aufzugeben kam im Endeffekt von meiner Frau.
    Nun bin ich den Beruf ein Jahr los und habe die Arbeit nicht vermißt.
    Langeweile habe ich noch nicht gehabt.

    Sich den Arsch für die Firma aufzureißen lohnt sich nicht.
    Wenn man geht, wird man einfach ersetzt.
    Als ich kündigen wollte hat mich der Chef ca. 1 Minute scheinbar versucht umzustimmen und dann direkt anschließend 30 Minuten darüber geredet, wer mein Nachfolger wird.

    Aber das kann ich auch nur im Rückblick schreiben.
    Als ich noch in der Tretmühle mich abstrampelte habe ich das nicht so gesehen, war schon sehr betriebsblind.
    Ich glaube so geht es vielen Menschen, man macht immer weiter, durchaus auch jahrelang auch wenn man längst gespürt hat, das einem der ganze Zirkus schon lange nicht mehr gut tut.
  • @Michel,
    in meinem Fall habe ich immer weitergemacht, weil es eine finanzielle Notwendigkeit war. Die Bewerbungen in dieser Zeit sind manchmal in letzter Minute gescheitert, weil sich in den div. Firmen andere, manchmal auch interne Lösungen angeboten haben.
    So habe ich mich tatsächlich erst in der Not zur Kündigung durchgerungen.
    Meinen eh. Arbeitsplatz und vor allem die prekären Arbeitsbedingungen vermisse ich keine Sekunde. Mein Focus liegt auf einem Neubeginn.
  • @seelenbilder.
    Wie sieht denn Dein Neubeginn aus?
  • In Freuds "Unbehagen der Kultur" steht: in einer zivilisierten Gesellschaft hat jeder die Freiheit, die selben Opfer zu bringen; der Gerechtigkeitssinn wird maßgeblich darüber definiert. Gerechtigkeit meint: entbehrt jeder das selbe? Zügelt jeder das selbe? Hemmt jeder das selbe?

    Weiter steht geschrieben: alles durchaus natürliche, vorkulturelle, ungehemmte, ungezügelte, ungezüchtete im Individuum, kann nicht umher, die Kultur zu verachten.

    Die Frage sähe natürlich anders aus, wenn man 10 Millionen am Konto hat, und besagte Menschen fragt, ob sie für 500 Euro anstatt die restlichen 4 Stunden zu arbeiten, lieber auf einen Cafe oder Blumen kaufen gehen wollen. :D
  • @Michel,
    ich kann mich in der Art und Weise noch nicht exakt festlegen, aber jedenfalls in der Hinsicht, dass ich mir neben einem Brotberuf, dem ich mich gewachsen fühle und den ich gerne ausübe, auch noch meinen Traum von der Selbstständigkeit erfüllen möchte. Das geht nicht von heute auf morgen, aber stetig geht's voran. Wenn es klappt, dann werde ich auch gerne davon berichten! Die rechtlichen Komponenten habe ich bereits ermittelt, jetzt geht es um die Umsetzung. Ich habe eine sehr "griffige" Vision davon - da kommt große Freude auf!
    Liebe Grüße!
  • @Seelenbilder
    Ich wünsche Dir, das Du Dein Ziel erreichst
  • Ganz lieben Dank für Deinen Wunsch, @Michel!
  • Interessante Podcastfolge wie ich finde zum Thema Arbeitsreduktion/Neuorganisation

    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/vier-tage-woche-wenn-wir-unsere-zeit-neu-aufteilen
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