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Einfach nicht mehr Antworten...Warum?

Habt Ihr schon die Erfahrungen gemacht, oder es vielleicht selbst getan? Jemanden kennengelernt und von Heute auf Morgen, keine Antwort mehr gegeben. Stiller Rückzug und den anderen im ungewissen lassen?

Warum tut man sowas?
Ich werde es nie verstehen können, aber bin gespannt, über eure Erfahrungen :)

Kommentare

  • Wenn man einander besser kennt, empfinde ich das so wie Du, man macht es einfach nicht, sich wortlos zurückzuziehen. Und dennoch findet es oft statt.
    Es kann ganz arg viele Gründe geben, und so ist es im Grunde reine Spekulation, Deine Frage zu beantworten.
    Es kann Feigheit sein, etwas nicht ansprechen zu wollen; Sorge, jemanden mit ehrlichen Worten zu verletzen; Unbedachtsein, sich einfach nichts dabei zu denken; vielleicht aber auch eine Reaktion darauf, dass eine Entwicklung für den anderen zu rasch voranschreitet und man sich davon überrollt fühlt. Bestimmt gibt es auch noch viele weitere Gründe, das allerdings fällt mir spontan dazu ein.
    Ich selbst erlebe mich nicht mehr so verbindlich wie früher. Wenn mir etwas "zuviel" wird, meine Grenzen nicht anerkannt werden, dann neige ich auch zu Rückzug.
    Ich mache die Beobachtung, dass viele Menschen in den letzten Jahren aufgrund der Pandemie etwas "unverbindlicher" geworden sind. Ich erlebe das auch in meinem Umfeld, es gibt starken Rückzug auch von Menschen, die davor immer sehr präsent waren.
    Liebe Grüße,
    Seelenbilder
  • Ich kann mir vorstellen, dass es viele Menschen gibt, denen das so passiert. Gibt es heute nicht sogar schon ein Begriff dafür? Ghosting….

    Ist mir selber öfters auch schon passiert. In dem Moment ist es bitter, aber heute denke ich, sollte wohl so sein.

    Ein Erlebnis dieser Art habe ich noch sehr präsent im Kopf. In der Lehre, gleicher Ausbildungsbetrieb. Wir waren gut befreundet, jede Pause haben wir zusammen verbracht. Dann wollte ich sie eines Tages wieder anrufen und zur Pause verabreden, wie wir es doch immer taten, sie nahm nicht ab. Ich hab sie gar nicht mehr erreicht. Bis ich dann mitbekam, dass sie ihre Pausen mit jemand anders verbrachte. Ohne ein Wort zu sagen, bin ich ausgetauscht worden. Ich bemühte mich dann aber auch nicht mehr um irgendwas. Warum soll ich jemanden hinterherrennen, dem nichts mehr an mir liegt? Da brauche ich dann auch keine Aussprache mehr.

    Ich hatte mal nen Kumpel, ich hatte dann kein Interesse mehr an dem Kontakt, das fand ich aber fairer, ihm das mitzuteilen.

    Ansonsten laufen Kontakte auch einfach mal aus. Das ist so, wenn von beiden Seiten nichts mehr kommt. Das nehme ich aber gelassen hin, dann ist von meiner Seite auch kein großes Interesse vorhanden.
  • Diese Erfahrung habe ich leider auch schon machen müssen, dass sich jemand plötzlich nicht mehr gemeldet hat, und ich dann festgestellt habe, dass ich durch jemand anderes ersetzt wurde.

    Ich habe mich oft gefragt, ob uns Introvertierten sowas öfter passiert als anderen? Sind wir irgendwann so uninteressant, dass wir einfach abgeschrieben werden? Keine Ahnung...

    Manchmal wünsche ich mir, dass ich da gelassen damit umgehen könnte. Aber an mir kann das schon sehr nagen. Auch, weil es mir ohnehin so schwer fällt, neue Kontakte zu knüpfen. Und schlechte Erfahrungen machen das nicht leichter.
  • Hallo Igel_82,
    neeee, ich glaub eigentlich nicht, dass uns Introvertierten sowas öfters passiert. Andere erleben das genauso und sind wahrscheinlich genauso gekränkt.

    Seelenbilder hat doch gute Gründe dafür genannt, warum Leute sowas machen. Traurig ist es dann, wenn es vorher eine gute Beziehung war und nichts darauf hindeutete.
  • Mir ist das schon Mal bei einem Briefkontakt passiert.
    Wir haben uns monatelang teilweise sehr oft geschrieben, dann gab es für mich sehr überraschend eine wochenlange Pause, dann nur noch sehr vereinzelte Antworten mit wochenlanger Verzögerung.
    Als auch auf Nachfrage nach den Gründen keine Antwort mehr kam, habe ich das komlett beendet.

    Ich für meinen Teil hätte schon erwartet, daß man sich anständig voneinander verabschiedet.
    War aber mehr so ein ignorieren.

    Das fand ich sehr schade, aber im Nachhinein (wie eigentlich immer) habe ich wohl zuviel erwartet.
  • ich habe das auch schon erlebt, keine Antwort mehr, nix das hatte mich damals mit 16 sehr erschüttert weil ich sehr verliebt war. Aber so sind Menschen. Man denkt sie mögen einem, aber das ist dann sicher nur gespielt und wenn man sich mal treffen möchte, sind sie weg.

    Das mit der Brieffreundschaft hatte ich auch. Nur etwas anders. Wir waren so 3 Jahre befreundet, hatten uns jede Woche Briefe geschrieben und irgendwann rief sie aber an und meinte, das wir nicht zusammen passen, weil ich zu ruhig wäre. Manchmal ist es dann vielleicht doch besser es nicht zu erfahren was wirklich ist ;) Denn das hat gesessen, hatte sie in den 3 Jahren nicht erkannt wie ich war.

    @Igel82 das stimmt, man hat eh schon Probleme neue Kontakte zu knüpfen. Man lernt welche kennen und dann wird man stehen gelassen.

    Es kommt natürlich auch darauf an, ob der Kontakt einem gut tut, wenn man z.b Kontakte hat, die sich negativ auf einen auswirken, ist es manchmal besser wenn sie weg sind :D
  • Da hast du recht @Butterfly83, wenn einem Kontakte nicht mehr gut tun, dann ist es vermutlich besser, sie weg sind. Aber wenn man schöne Erlebnisse mit jemanden verbindet, dann ist das schon irgendwie traurig.
  • Ich kenne inzwischen sämtliche Facetten des Zwischenmenschlichen :)

    Schnell antworten, aber eine (versteckte) Absage geben, nicht antworten, trotzdem wohlgesonnen sein und dort wieder anzuknüpfen, wo man stehen geblieben war, wenn man sich wieder einmal persönlich trifft. Den zwischenmenschlichen Rolladen runterlassen und unangekündigt gar nicht mehr antworten. Mit einer vorausgehenden Beschuldigung nicht mehr antworten, komplett von der Bildfläche verschwinden - für immer. Respektvolles "Schluß machen" oder aber, etwas komplett für beendet erklärt haben, dann aber wieder anknüpfen zu wollen..

    Und ich weiß bis heute nicht, was die beste Wahl ist.

    So vielfältig die Menschen, so vielfältig scheinen mir die Kontaktmöglichkeiten und damit Gepflogenheiten. Auch beim beenden eines Kontaktes, sei er nur schriftlich, oder gar eine langjährige Ehe.

    Das Problem und gleichzeitig das Gute im Zwischenmenschlichen, ist der freie Wille.
    Der freie Wille, zu lächeln, auf ein Gespräch stehen zu bleiben, Nachrichten zu beantworten, einem Treffen einzuwilligen, einem zweiten Treffen zuzustimmen.

    Manchmal ist einfach alles gesagt, was einer der Hauptgründe für Schweigen sein könnte.
    Ein anderer Grund ist sehr wahrscheinlich, dass wir alle ein Leben haben - in dem wir funktionieren wollen, was stellenweise sehr kraftraubend sein kann.

    Manche Menschen müßen sehr mit ihrer Energie haushalten, um noch etwas von ihrem eigenen Leben zu haben. Das ist nicht böse gemeint, sondern reiner Selbstschutz
  • edited Oktober 8
    @enjoythesilence,
    ich muss und möchte Deine Zeilen genau so bekräftigen, wie sie hier stehen!
    Ja, das eigene Leben kommt mit der Beschäftigung mit dem DU machmal viel zu kurz, so wird es zu reinem Selbstschutz, wenn man sich zurückzieht.

    Ich ziehe mich überall dort zurück, wo ich merke, dass meine Meinung einfach nur abgegriffen wird, ohne in irgendeiner Weise auf mich einzugehen. Das war in der Vergangenheit immer wieder der Fall - solche Einseitigkeiten interessieren mich nicht mehr.

    Manchmal bricht ein Kontakt auch ab, weil einfach - aus der eigenen Sicht - schon alles gesagt ist. Das musste ich vor einigen Monaten ebenfalls so praktizieren. Ein Mensch, der sich aus gewissem Anlass einmal im Jahr meldet und dann wiederholt neugierig eindringen möchte in mein Leben, teils mit aggressiven Fragen. Da war dann einfach Schluss mit Antworten. Man muss auch mal eine Grenze eine Grenze sein lassen.
    Liebe Grüße, Seelenbilder
  • Ich seh das gar nicht so dramatisch, wenn sich jemand nicht mehr antwortend meldet. Vor allem, wenn nachgehakt wurde, und es kommt weiterhin keine Antwort, dann ist "keine Antwort" eben auch eine Antwort. Ohne dass sich beide Seiten etwaigen großen Debatten aussetzen ("müssen"). ;-)
  • Ohne Kommentar möchte ich mal den Begriff "Silent Treatment" in die Runde werfen. Sehr lehrreich was im Netz darüber zu lesen ist. Diesen Begriff kannte ich vorher überhaupt nicht. Nun bin ich erschrocken, ja entsetzt. Denn auch mir ist das passiert, einfach andere Menschen vor den Kopf gestossen. Nicht mehr in der Lage zu sein Dinge, Gefühle oder Zustände zu äußern, zu erklären. Einfach so ins sich kehren, kennt ihr ja, aber das über einen längeren Zeitraum ? Im Hamsterrad seine Pflicht (sprich Job) erledigen; aber zu Hause.... Funkstille.... Pause... Nix mehr. Power weg. Ich weiß bis heute nicht warum das so ist. Manche sprechen von Narzissmus, wenn das aber überhaupt nicht sein kann, ja was dann ? Unterdrückte Gefühle, Angst die Liebsten zu verletzen, wenn man unangenehme Dinge anspricht ? Wer raubt einen die Kraft ? Warum ist Schweigen stärker als die Liebe ?
    Braucht es diesen Zustand um eine Wende herbei zu führen ?
    Bin gespannt auf eure Kommentare...
  • DANKE, dass Du das hier einbringst, @Lorchi.
    Ich habe diesen Ausdruck tatsächlich hier zum ersten Mal gelesen ... und beim Googeln herausgefunden, dass diese Art von Bestrafung von meinem Vater eingesetzt wurde ... uns Kindern wie auch unserer Mutter gegenüber. Das ging oft über Tage, manchmal über Wochen so, "beendet" meist durch unglaublich arge Auseinandersetzungen. Mir wird immer bewusster, wie kaputt mein Elternhaus war ...
    Ich selbst habe diese Schweigebestrafungen bei einem sehr hochgradiggeprägten Narzissten kennengelernt. Unpackbar, wie das manipulativ eingesetzt wurde. Gott sei Dank konnte ich mich ziemlich schnell aus diesem Wahnsinn befreien ... Gewisse Dinge durfte ich nicht ansprechen, da war dann tagelange Funkstille. Es hat mich total ausgelaugt, weil ich immer in Sorge war, von dieser Person völlig fallengelassen zu werden ...
  • Interessant. Mit dem Begriff werde ich mich einmal näher befassen. Danke für deinen Beitrag @Lorchi

    Ich kenne diese Art der Bestrafung leider ebenfalls aus der Sicht der leidtragenden Person.

    Finde es selbst - vielleicht gerade deshalb - wichtig, Unstimmigkeiten zu klären. Vielleicht nicht sofort, denn wenn eine Situation gerade dabei ist, zu eskalieren, ist es viel schwerer, in Ruhe seinen Standpunkt zu verdeutlichen und zu einer guten Einigung zu kommen. Weshalb ich persönlich dazu neige, zunächst etwas Abstand zu gewinnen. Könnte mir das bereits als Silent-Treatment ausgelegt werden? *au weia*
    Das läge dann nämlich nicht in meiner Absicht.

    Ich verstehe es so, dass diese "Betsrafung durch Schweigen" am ehesten nach einem Streit angewandt wird.

    Vielleicht darf man unterscheiden, weshalb geschwiegen wird.
    Liegt eine Unstimmigkeit vor oder ist man einfach zu beschäftigt (mit sich, dem Job, der Familie, dem Leben) um sich bei langjährigen Freunden zu melden?

    Doch ja, es gibt manchmal auch einfach Situationen, da ist alles gesagt.

  • Liebe @enjoythesilence,
    dieses Schweigen, wenn alles schon gesagt ist, das ist für mich eine logische Konsequenz, aber keine Bestrafung!
    Das, was ich über "Silent Treatment" gelesen habe, hat weniger damit zu tun als vielmehr mit einem bewusst gesetzten Schweigen, das, sofern es von Narzissten angewandt wird, auf jeden Fall in "erzieherischer" Absicht gemeint ist.
    Ich habe lange nicht begriffen, dass mein Vater unter dieses Kapitel fällt, in den letzten Jahren ist es aber immer deutlicher geworden! Furchtbar, solche Leute! Sie erschüttern Kinderseelen!
    Ganz liebe Grüße!
  • Danke dir für deine wertvolle Sichtweise, liebe @seelenbilder
  • @seelenbinder

    ja, ich stimme zu, wenn es von Narzissten angewandt wird. Dann kann man schon von psychischer Gewalt sprechen, sollte es länger andauern. Aber, und hier bin ich gespannt auf eure Sichtweise, wenn es sich nicht um einen Narzissten handelt ?
  • Dann kann es sich zweifelsohne auch um Erschöpfung handeln -
    Erschöpfung in einer Beziehung, Erschöpfung an den Lebensumständen, alles schon selbst erlebt.
    Es kann sich auch um Ängste handeln, (wieder einmal) etwas zu sagen, was nicht richtig ankommt, oder schlimmer, den anderen kränkt (führt, wenn Worte in aller Regelmäßigkeit runtergeschluckt werden, irgendwann auch zu Erschöpfung in einer Beziehung),
    oder es handelt sich auch um Selbstschutz, einfach nichts mehr sagen zu wollen, was einem irgendwann wieder vorgehalten oder umgedreht wird.
    Das sind meine Beispiele aus der Praxis, alles selbst so erlebt oder erlebend!
    Alle diese Punkte führen irgendwann zu einer Entfremdung, zum Absterben einer Beziehung - es ist wie mit einer Pflanze, die man nicht mehr gießt. Sie geht ein.
  • @seelenbinder:

    Man, das hast du echt sehr schön formuliert. So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber da scheint eine Menge Wahrheit drin zu stecken. Danke für deine offenen Worte und deine teilende Denkweise.
    Hamsterrad 1 Job, Hamsterrad 2 zu Hause. Soviel Karussell fahren hält der stärkste Mensch nicht aus.
    Du schreibst selbst erlebt oder erlebend. Wiederholt sich so etwas etwa ? Wie geht man denn damit dann um ? Aus Erfahrung klug werden... die Weisheit des Alters.. Das passiert mir nie wieder... Und trotzdem ? Oder interpretiere ich das falsch ?
  • @Lorchi,
    wie geht man damit um? Ich kann's nur von mir schreiben, wie ich damit umgehe.
    Ich fühle, wie die Themen mich manchmal mehr umklammern und dann wieder weniger - auch, wenn sie stattfinden. Ich gebe ihnen je nach Stimmung allerdings mehr Gewicht oder eben weniger. Auffallend sind sie immer, weil ich sehr gut beobachte - auch mich selbst.
    Es gelingt mir doch manches Mal, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen. Was hilft?
    In den letzten Tagen höre ich wieder sehr viel Musik, da komme ich in eine Stimmung, die leicht und fast unbeschwert macht. Dies genieße ich überaus! Ich habe die Musik als mein Lebenselixier in letzter Zeit sträflich vernachlässigt, das hat sich geändert.
    Was hilft noch? Das Schreiben, das Reflektieren, das Fotografieren, das Dichten, das Lesen, Natur und ... das Leben selbst.
    Ich kann nur von mir schreiben, dass ich nicht weiter in Beziehungen investiere, die so laufen, wie obig beschrieben. Ich lasse sie laufen, und stelle erstaunt fest, dass nur ich merke, wohin die Wege führen. Andere scheinen mit dem Lauf der Dinge im Frieden zu sein. Ja, es wiederholt sich ... und selbst, wenn es die besten Absichten gibt. Einfach nicht mehr zuviel von anderen erwarten, das ist auch eine Erkenntnis nach einigen Jahrzehnten auf diesem Planeten.

    "Das passiert mir nie wieder" passt für mich nur, wenn ich für mich allein verantwortlich bin. Wenn andere Menschen an Prozessen beteiligt sind, wird es schwieriger, sich so etwas vorzunehmen.
    Heuer habe ich einen radikalen Abschluss unter schreckliche Arbeitsbelastungen gefunden, allerdings erst, als es fast nicht weiter abwärts ging. Und was soll ich sagen? Jetzt öffnen sich die Türen, es geht fast schon so leicht, dass es mir richtig unheimlich ist ... Ich habe meine Entscheidung getroffen, nicht mehr in Teams arbeiten zu wollen - sondern auf selbstständige Art und Weise - die Rechnung geht auf.
    Wenn etwas innerer AUFTRAG ist, dann ebnen sich die Wege, solcherart erfahre ich immer wieder. Manchmal muss man allerdings lange auf günstige Konstellationen warten - und auch auf das innere "GO!" Hier hilft zweifelsfrei der Instinkt - den habe ich in den letzten Monaten nicht immer hören wollen, aber WENN ich ihn höre, dann ist er mein bester Freund! :-)

  • @seelenbinder

    Viele lieben Dank für deinen Post. Da steckt soviel Tiefe drin. Schon einige Tage geht dein Text mir nicht mehr aus dem Sinn. Muß und will noch weiter darüber nachdenken.

    Es freut mich für dich, dass du deine Art und Weise gefunden hast das Beste aus dieser deiner Situation zu machen.

  • Ich hoffe, ich mache mich jetzt damit nicht unbeliebt, aber ich kenne halt beide Seiten. Ich kenne sowohl die Seite, des selbst geghostet werdens wie auch die Seite, des selbst hält sich nicht mehr melden bzw noch zwei differenziertere Varianten.

    Warum macht man das? z.b weil man den Kontakt einfach nicht mehr aushält und weil man sich nicht anders abgrenzen kann. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich das eigentlich eher bei Menschen gemacht habe, die mich halt auch wirklich auf eine Art und Weise betrogen, verletzt oder was auch immer haben. Und wo ich das halt auch mal gemacht habe ist, wenn meine Grenzen halt einfach nicht respektiert werden. Wenn ich z.b jemanden habe, der das überhaupt nicht respektieren will, dass ich z.b bei jemandem auf Besuch bin oder irgendwas anderes zu tun habe und dann keine Zeit habe, mich zu melden. Wenn dann jemand bei mir permanent wieder nachhakt, so nach dem Motto, warum meldest du dich jetzt nicht oder bist du immer noch bei der anderen Person, und das auch gehäuft vorkommt, dann hat für mich irgendwo der Kontakt nicht mehr viel Sinn.
    Ich habe das den Leuten mitunter auch geschrieben, dass ich dann Zeit für mich selber brauche oder dass ich eben dann auch mal drei oder vier Stunden am Stück bei meinem Vater bin, plus die anreisezeit natürlich. Oder eben dass ich mal mit jemand anderem auch zusammen bin in der Zeit. Oder das eben der Hund ausgeführt wird oder ähnliches. Es gibt wirklich viele Leute, die null Verständnis irgendwie dafür haben.

    Aber ich habe das jetzt nicht unbedingt bei langjährigen Kontakten so gemacht, sondern bei Kontakten, die noch relativ frisch halt waren. Vielleicht mache ich mich damit jetzt wieder etwas beliebter, aber ich habe es ja auf der anderen Seite auch schon zu hauf erlebt, dass die Leute damit nicht mehr so klar gekommen sind, wenn man mal irgendwie den falschen Partner in deren Augen hatte, oder wenn man zu Reha muss oder whatever else.

    Zusammengefasst muss bei mir eigentlich schon ein bisschen mehr zusammenkommen, damit ich das mit einem langjährigen Kontakt so machen würde. Bei den langjährigen Kontakten gibt es eigentlich immer eine Aussprache zumindest, aber wenn ich gleich schon am Anfang merke, dass jemand irgendwie das überhaupt nicht mit den Grenzen oder dergleichen kapieren will, dann ist halt Schluss mit lustig.
    Also ich käme mir ja selber schon etwas seltsam damit vor, wenn ich z.b in der kennenlernphase jemandem so auf den Keks gehen würde. Dass ich demjenigen noch nicht mal seinen familienbesuch oder mal einen Abend mit seinen Jungs oder was weiß ich was gönnen würde. Wie soll denn das erst in der Beziehung laufen, wenn das dann schon so anfängt oder eben in der Freundschaft oder wie auch immer?

    was man eben noch machen kann ist, man kann jemandem halt auch eine abschiedsnachricht schicken und das habe ich zuweilen jetzt auch schon gemacht, zumindest zuletzt, nachdem ich mir dann halt mal so dachte, ist dann vielleicht doch etwas fairer, Tacheles mit demjenigen zu reden. Und manche von meinen Kontakten, die haben sich auch, selbst bei langjährigen, von sich aus irgendwie erledigt, es haben sich quasi dann beide Seiten irgendwie nicht mehr gemeldet und man hat auch nichts mehr zum wieder anknüpfen irgendwie gefunden. Auch das gibt es. Also die abschiedsnachricht und dieses einfach so sang und klanglos auseinander gehen, sind die differenzierteren Varianten. Aber das ist dann beides kein ghosting! Oder wenn, dann ist es ein ghosting im gegenseitigen Einvernehmen.

    Naja, falls nun jemand mit mir in Kontakt treten möchte von euch, wisst ihr wenigstens was auf euch zukommt.
    Spaß beiseite. Falls ihr Fragen habt, stellt sie gerne.

    :-)
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