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Wie wird man selbstbewusster / Wie seid ihr selbstbewusster geworden?


Kurze Einleitung, kann übersprungen werden ;)

Wenn man nicht redet, eher zurückhaltend ist oder einfach wenig Freunde hat, wird man direkt als introvertierter Außenseiter abgestempelt. Kennt jeder von uns. Das fehlende Selbstbewusstsein bei vielen Introvertierten hat erstmal gar nichts mit der Introversion zu tun. Trotzdem denken das viel zu viele Menschen. Er mag keine Menschen? Introvertiert. Hat kaum Freunde? Introvertiert. Redet nicht? Introvertiert. Dabei sind wir teils einfach schüchtern, haben kaum Selbstvertrauen oder mögen einfach kein Small Talk. Um dagegen zu wirken, müssen wir introvertierten zeigen, dass wir eigentlich total normale Menschen sind und einfach Zeit brauchen - und Selbstvertrauen. Und dabei mein ich nicht, eine Revolution anzustiften ;D

Hauptteil:

Darum soll es heute gehen: Selbstvertrauen. Ich habe mich in letzter Zeit viel damit beschäftigt und bin zum Entschluss gekommen: Mir selber fehlt sehr viel Selbstvertrauen. Zu oft hab ich Angst, was die anderen über mich denken. Dabei kam es bereits zu absurdesten Szenen. Wenn ich im Bus sitze, kann ich nicht ohne weiteres den Sitz wechseln. Warum? Ich denke dann immer, dass die Leute mich komisch angucken und sich denken "Was hat der für ein Problem?!". Klingt seltsam, aber das ist nur eines von vielen Beispielen. Mal ein ausgefallenes T-Shirt in der Öffentlichkeit tragen? Trau ich mich nicht mal im Traum. Oder eine Präsentation in der Schule halten? War in meiner Schulzeit lange Zeit ein Horror für mich. Aber inzwischen hab ich kein Problem mehr damit (sofern ich die Leute vor mir kenne). Und wieso? Weil ich selbstbewusster geworden bin.

Wie hab ich das geschafft? Die Ausbildung. Sie begann vor knapp einem Jahr im September. Ich kannte niemanden. Am Anfang war das echt ein Horror für mich. Direkt in der ersten Woche ging's auf ein Seminar. Die anderen Azubis haben sich super verstanden. Und ich? Die ersten Tage hab ich nie mit jemandem geredet, aber Stück für Stück hab ich mich integriert. Inzwischen versteh ich mich mit jedem Azubi super, selbst in der Berufsschule. Denn durch die Abteilungen, in denen ich war, musste ich oft mit unbekannten Menschen reden. Am Anfang hab ich es gehasst, inzwischen hab ich nur noch einfache Startschwierigkeiten bei Abteilungswechsel (ich brauch nunmal paar Tage, bis ich mich an neue Arbeitskollegen gewöhne).

Die Ausbildung hat mein Selbstbewusstsein ziemlich stark erhöht. Aber bei weitem nicht genug. Die einen oder anderen mögen sich an die letzte Diskussion von mir erinnern (https://www.introvertiert.org/forum/discussion/3587/wie-spreche-ich-eine-person-an#latest). Wer es sich nicht durchlesen will, hier die Zusammenfassung: Ich würde gerne ein Mädchen im Bus ansprechen, aber mangels Selbstvertrauen bzw. Mut hab ich es bisher nicht geschafft. Aber genau sie (Das Mädchen) hat das ganze ins Rollen gebracht. Sie war der Auslöser dafür, dass ich derzeit mein ganzes Leben hinterfrage. Seither versuche ich, viele Teile meines Lebens zu ändern. Angefangen beim Selbstvertrauen. Nach gefühlt tausenden Forenbeiträgen und Videos bin ich auf ein interessanten Beitrag gestoßen:

100 Leute ansprechen.
Das soll der Trick sein. Einfach irgendwelche Menschen, ob auf der Straße, in der Bahn oder im Büro. Ein einfaches nach der Uhrzeit oder nach dem Weg fragen reicht. Oder einfach nur Hallo. 100 mal. Was haltet ihr davon? Ich bin davon ziemlich beeindruckt und versuch das jetzt umzusetzen. Im Bus umsetzen? Mach ich jetzt auch. Einfach so, um mein Selbstbewusstsein zu stärken. Oder nach der Uhrzeit fragen, obwohl ich ein Handy hab.

Oder das Mädchen endlich ansprechen. Das alles sind meine Ideen und Gedanken. Jetzt kommt ihr ins Spiel: Wie habt ihr es gemacht? Wie habt ihr euer Selbstbewusstsein gestärkt, was waren große Auslöser im Leben?



Mir gehen derzeit Millionen Gedanken durch den Kopf. Wie Explosionen. Deswegen sorry für den langen Text :D

Kommentare

  • Hallo Irgendjemand!

    Das mit dem fehlenden Selbstbewusstsein kenn ich nur zu gut, inzwischen hat sich das auch bei mir ein bisschen verbessert, teils durch die Schule, teils durch das Umfeld (Freunde).

    Dieser Trick mit den 100 Fremden ansprechen hört sich wirklich interessant an und ich bin mir auch sicher, dass das funktionieren kann. ^^
    Das ich mir immer Gedanken drüber gemacht hab, was die anderen über mich denken, war bei mir auch vor allem im Bus der Fall. Inzwischen ist es ein bisschen besser geworden, ich weiß auch nicht warum, aber ich denk mir immer “Warum sollten die Leute gerade MICH anschauen?“ oder “Im Bus achtet doch eh keiner auf mich, es interessiert doch keinen“.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du das Mädchen bald ansprechen kannst!
  • Wie wird man selbstbewußter ?

    Durch Erfolge !

    Und dadurch, sich von Mißerfolgen nicht runterziehen zu lassen.

    Insofern ist Dein Experiment, hundert Menschen einfach anzusprechen, schon interessant und vielversprechend.

    Trau Dich !
  • @irgendjemand Ooooh spannend! :D Kannst du bitte ne Strichliste führen und die hier posten? Also wenns zu anstrengend wird, dann natürlich nich aber ich fänd das sehr interessant, wir es dir so mit dem Experiment ergeht, ob es vllt eine Tendenz gibt (anfangs fragst du nur nach der Uhrzeit, aber vielleicht gehst du irgendwann zu Komplimenten über und startest eines Tages ganze Gespräche).

    @User26 Dass im Grunde niemand auf einen achtet, würd ich auch sagen. Obwohl, teils teils. Einerseits spielen die anderen alle die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben. Sie sind der King. Sie stehen auf der Mitte der Bühne, alle anderen sind nur Statisten (wie bei uns selber auch, nur natürlich mit uns in der Hauptrolle). Die meisten Leute sind daher am ehesten mit sich selber beschäftigt. Ihrem inneren Monolog oder was sie heute denn mal essen wollen.
    Allerdings sind viele Leute auch schweine-neugierig :D Wenn ich an der Haltestelle stehe und hinter mir krakeelt irgendwer rum, dann sehe ich, wie vor mir reihenweise die Köpfe herumfliegen. Sensationsgeilheit. Gibt's da was zu kucken??
    Es hängt also vermutlich davon ab, wie interessant Irgendjemand im Bus die Plätze wechselt. Mit Ausdruckstanz oder Parcours verbunden: Sei dir der Blicke gewiss. Ganz normal: Meh. Die Einkaufsliste oder der interne Disput mit dem Ex sind spannender.
  • @San Eine Strichliste werde ich vermutlich nicht führen, aber ich guck mal wie sich das entwickelt und ob ich das überhaupt durchhalte ;D

  • edited Oktober 2018
    Ein wichtiger Punkt für steigendes Selbstbewusstsein war bei mir einfach nur Alter/Reife, gepaart mit unzähligen Erfahrungen, die man im Lauf der Jahre macht... Schule war aus sozialen Gesichtspunkten der Horror bei mir, komplett isoliert und unfähig, mich mit anderen Schülern abzugeben in irgendeiner Form. In der direkt angeschlossenen Ausbildung war es nicht besser, 3 Jahre lang in einer angestaubten Verwaltung gesessen und vom Büroalltag mit all seinen Intrigen und Boshaftigkeiten gegenüber andersartigen Personen überrollt worden... schlimm. Entscheidender Schritt war danach ein Studium, was ich mir selber und auf eigenen Wunsch ausgesucht hatte, ohne immer noch nach dem Wunsch meiner Eltern zu fragen. Auszug von zuhause in eine entfernte Großstadt, damit verbunden der Weg in ein eigenständiges Leben, privat und auch an der Uni, wo man bei damaligen Studiengängen noch gezwungen war, praktisch alles selber zu organisieren. Man war nun gezwungen, zu kommunizieren mit allen möglichen Menschen, Vermieter, Behörden, Nachbarn, Dienstleister, Professoren... man konnte nicht mehr jeden Tag nach Feierabend sich in seinem Kinderzimmer verstecken, sondern musste sein Leben selber organisieren. Der Umgang mit solchen Dingen bereitet mir heute keine Probleme mehr, mit "fremden" Menschen. Was ich nach wie vor nicht kann und auch sicher nicht mehr lernen werde, ist der Umgang mit "bekannten" Menschen. Small-Talk, Unterhaltungen führen, Freundschaften aufbauen. Da fehlen mir von klein auf die Befähigungen dazu, dies intuitiv zu tun. Ich arbeite heute mit Techniken und vorgefertigten Reaktionen, um zumindest kurzzeitig Konversationen zu betreiben. Dies kommt aber nicht aus dem Bauch, sondern ist in jahrelanger Erfahrung gelernt, wie Menschen reagieren auf bestimmte Äußerungen. Man wird ein Eigenbrödler bleiben, keine Frage. Aber einer, der in der Welt zurechtkommt...
  • edited Oktober 2018
    @Fuchs

    Sehr wahr, was Du schreibst. Das alles habe ich hier auch schon erwähnt, wenngleich auch in etwas anderen Worten.
    Was mich bewog, Dir hier und jetzt zu antworten, ist nicht nur die Zustimmung zu Deinem Kommentar, sondern auch das Wort "Eigenbrödler" das Du gebrauchst und das schon lange nach gängiger Rechtschreibung mit "t" geschrieben wird.
    Vor langer Zeit wurde es mit "d" geschrieben.

    Eigenbrödler hat demnach nichts mit Brot, also der Backware zu tun, obwohl man es gern suggeriert mit dem, der sein eigenes Brot buk.
    Aber in der Zeit, auf die ich gleich zurückkommen will, backte jeder sein Brot daheim, also sein eigenes.

    Was mich auch bewog, Dir zu antworten, ist mein Nachnahme. Ich heiße Dirk mit Vornamen und Weisbrod mit Nachnamen.

    Mit diesem Namen hatte ich es vor allem als Kind nicht leicht, noch dazu als introvertiertes Kind.

    Brötchen wurde ich genannt, Knäcke oder Stutenkerl.

    Tatsächlich hat mein Name nichts mit einem Backerzeugnis zu tun.

    Im Mittelalter, als die Dörfe und Städte wuchsen, hatten die meisten Menschen nur einen Namen, den Rufnamen. Das wurde unübersichtlich. So legten sie sich einen zweiten, den Nachnamen zu. Meistens war das der Beruf. Der Meier, das war der Melker, der Müller ist heute noch selbsterklärend.
    Der Schmied, aus dem wegen der damals noch nicht vorhandenen Rechtschreibregeln der Schmitt, Schmidt, Schmid oder so wurde auch.
    Andere nannten sich nach der Region, in der sie geboren wurden, wenn sie ins Dorf von Auswärts kamen. Die sind für uns heute besonders kryptisch, lassen sich mit etwas Fleiß aber auch nachvollziehen.

    Das passierte sogar noch viel später. Gustav Eifel, der Erbauer des Eifelturms war Sohn Deutscher Einwanderer, die eigentlich ganz anders hießen. Aber da ihr Name in Frankreich kaum auszusprechen war, nannten sie sich Eifel, nach der Region, aus der sie ursprünglich kamen. So war das damals mit den Namen.

    Hätte es damals schon so strenge Namensgesetze gegeben wie heute, dann würde der Eifelturm heute Bönickhausenturm heißen. Welcher Franzose und erst recht welcher Engländer könnte das aussprechen ?

    Tja und ich heiße Weisbrod. Das hat, wie gesagt, nichts mit einem Backerzeugnis zu tun. Mein Ururururgroßopa muß wohl auch schon introvertiert gewesen sein. Zu der Zeit, als Menschen sich neben dem Ruf- auch einen -Nachnahmen zugelegt haben, nannte er sich ganz intorvertiert immer noch Fritz oder Karl, denn ihn fochte das nicht an. Vermutlich wohnte er etwas außerhalb des Dorfes und wurde nur selten gesichtet.

    Aber er wurde geachtet, denn er hatte tiefschürfende Gedanken. Wenn er mal im Dorf war, konnte er mit weisen Ratschlägen der Gemeinschaft einen Dienst erweisen. Und da es im Dorf schon einen Fritz oder Karl gab, wurde er von den Bewohnern, nur zur Unterscheidung mit dem Prädikat "der Weise" versehen. Aber Weise gab es im Dorf auch schon so einige, wie wir heute noch an Klingelschildern ablesen können. Weiß, Weis oder Weise ist ein nicht seltener Name in Deutschland.

    Mein Ururururururopa galt wohl als weise, war aber in seinem Einsiedlerleben vor den Toren des Dorfes doch etwas seltsam und auffällig, also ein Eigenbrödler. Und deshalb gab man ihm den Namen "der Weise Eigenbrödler" (zeitgemäß mit d), den er fortan annahm. Der weise Eigenbrödler, das war und ist dann doch etwas zu lang. Daraus wurde Weisbrod - weiser Eigenbrödler (ein Schuh, den ich mir Generationen später nicht anziehen will, obwohl er paßt) (Eigenbrödler / Weisbrod mit d).

    Es kann natürlich auch ganz anders gewesen sein.

    Aber für eine Geschichte eines Introvertierten finde ich diese Geschichte meines Ururururururopas einfach passend.

  • @Dirk Ich denk voll gern über die Geschichte von Nachnamen und Worten, Bezeichnungen, Sprichworten nach. :D Bei mir ist das ziemlich eindeutig, meine Vorfahren waren mal Schmiede. Boring ^^
  • @Dirk und @San - meine Vorfahren tragen ihren Nachnamen aufgrund eines nahe an meiner Heimatstadt gelegenen und hier sehr bekannten und beliebten (Wohngegend...) Hügels, von dem sie ursprünglich stammen.

    Kürzlich wurden dort wiedermal neue Wohnungen gebaut, ich war echt knapp davor, zuzuschlagen...

    Meine Adresse wär dann gewesen:
    Frau
    zwischen_den_Stühlen Hügelname
    Hügelnamenstraße
    0000 Hügelname

    Hat was Adeliges :-D
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